Madrid – Der spanische Oscar-Preisträger Javier Bardem fordert gemeinsam mit über 170.000 Unterzeichnern die Absetzung der US-Sängerin P!nk als UNICEF-Botschafterin. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung um den Musiker Macklemore, dem nach pro-palästinensischen Äußerungen die Auftritte bei einer Stadion-Tournee gestrichen wurden.
Der Nahost-Konflikt sorgt in der internationalen Unterhaltungsindustrie weiterhin für scharfe Kontroversen. Der spanische Schauspieler Javier Bardem nutzte seine Social-Media-Kanäle, um eine Online-Petition auf der Plattform Change.org zu unterstützen. Ziel der Initiative ist es, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) dazu zu bewegen, der Popsängerin P!nk ihren Status als globale Botschafterin abzuerkennen.
Die von der Aktivistengruppe „Swifties Against Genocide“ ins Leben gerufene Petition hat bereits mehr als 179.000 Unterschriften gesammelt. Die Initiatoren argumentieren, dass das öffentliche Verhalten der Künstlerin mit den ethischen Grundsätzen und der neutralen Haltung einer UNICEF-Botschafterin unvereinbar sei. P!nk bekleidet dieses Amt seit dem Jahr 2015 und engagierte sich bisher vor allem in Programmen für weltweite Kinderernährung und Gesundheit.
Auslöser war Redefreiheit-Debatte um Rapper Macklemore
Der Riff zwischen den Prominenten entzündete sich an den Auftritten des US-Rappers Macklemore Anfang September im Rahmen der Tournee von Ed Sheeran im MetLife Stadium in New Jersey. Während seiner Show forderte Macklemore Gleichberechtigung und Würde für alle Menschen, richtete Solidaritätsbekundungen an die Bevölkerung im Gazastreifen sowie im Westjordanland und rief „Free Palestine“, bevor er seinen Song „Hind’s Hall“ performte.
P!nk teilte daraufhin einen Beitrag der Organisation StopAntisemitism, in dem Macklemores Auftritt als „anti-israelische Propaganda“ kritisiert wurde. Nach Welle öffentlicher Kritik nuancierte die Sängerin ihre Haltung und erklärte, ein Repost sei kein persönliches Statement. Sie betonte, sie habe nie gefordert, den Rapper stummzuschalten oder von der Tournee auszuschließen.
Macklemore wurde jedoch nach Intervention des Veranstalters und des Stadionbesitzers Robert Kraft von den verbleibenden Tournee-Daten gestrichen. Aus Protest gegen diesen Rauswurf sagten in der Folge alle übrigen Vorgruppen sowie die Begleitband von Ed Sheeran ihre Teilnahme an der Tournee ab. Macklemore kündigte daraufhin an, seine gesamten Einnahmen aus der Tournee in Höhe von einer Million US-Dollar an sechs humanitäre Organisationen für Palästinenser zu spenden.
Bardem positioniert sich seit Jahren deutlich
Javier Bardem nutzt seine Bekanntheit seit Jahren regelmäßig, um auf das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung aufmerksam zu machen. Bei den Academy Awards 2026 nutzte er seine Redezeit bei der Übergabe des Oscars für den besten internationalen Film für den Aufruf „Nein zum Krieg und Freiheit für Palästina“. Bei den Filmfestspielen in Cannes warnte er vor Versuchen in Hollywood, Medienschaffende wegen kritischer Haltungen auf schwarze Listen zu setzen.
Der Schauspieler betonte stets, dass sich Boykottaufrufe und Kritik gegen staatliche Institutionen und Unternehmen richten, nicht jedoch gegen Einzelpersonen aufgrund ihrer Nationalität oder Religion. UNICEF hat sich zu der laufenden Petition gegen P!nk bislang nicht offiziell geäußert.
Pink recently demanded that Macklemore be dropped from Ed Sheeran’s tour over his “Free Palestine” speech, and now, Javier Bardem is calling for her UNICEF ambassador removalhttps://t.co/oNRBHljABl
— Paste Magazine (@PasteMagazine) September 22, 2026
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