Washington – Nach dem Sieg von Abdul El-Sayed im Senatsrennen in Michigan hat ein weiterer Muslim bei den US-Zwischenwahlen einen Erfolg errungen: Der Demokrat Adam Hamawy hat den 12. Kongressbezirk in New Jersey gewonnen. Laut Associated Press (AP) setzte er sich am Dienstag gegen den Republikaner Gregg Mele durch und wird damit der erste muslimische Abgeordnete des Bundesstaats im Kongress.
Chirurg, Militärarzt und Helfer in Kriegsgebieten
Hamawy ist plastischer Chirurg, Veteran der US-Armee und war dort als Kampfarzt im Einsatz. Der 56-Jährige wurde in Ägypten geboren und wuchs in den USA auf. Er ist Veteran des Irakkriegs. Als Armeechirurg half er 2004 mit, das Leben der heutigen Senatorin Tammy Duckworth zu retten, deren Hubschrauber im Irak abgeschossen worden war. Später schloss er sich medizinischen Hilfseinsätzen in Bosnien, im Sudan, in Haiti, im Libanon und in Syrien an. Er folgt auf Bonnie Watson Coleman, die nach zehn Jahren im Repräsentantenhaus in den Ruhestand geht.
Im Jahr 2024 reiste Hamawy im Rahmen eines humanitären Einsatzes in den Süden des Gazastreifens. Nach Angaben von Medienberichten war er dort kurzzeitig eingeschlossen, nachdem Israel den Grenzübergang Rafah geschlossen hatte. Al Jazeera zufolge berichtete er, dass er Kinder mit schweren Verletzungen behandelte und Patienten sah, die durch israelische Angriffe dauerhaft verstümmelt wurden. Diese Erfahrung habe seine Entscheidung geprägt, in die Politik zu gehen.
Wahlkampf gegen US-Militärhilfe für Israel
Hamawy trat zum ersten Mal als Kandidat an und gilt als lautstarker Kritiker von Israels Krieg in Gaza. In seinem Wahlkampf forderte er eine allgemeine Krankenversicherung für alle (Medicare for All), ein Ende der US-Militärhilfe für Israel, den Erlass von Schulden für medizinische Behandlungen und Studienkredite sowie die Abschaffung der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Er argumentierte, dass sich die Einwohner New Jerseys Gesundheitsversorgung kaum leisten könnten, während Washington den Krieg finanziere.
Die demokratische Vorwahl im Juni gewann er laut New Jersey Globe unter zwölf Kandidaten mit rund 28 Prozent. Der zweitplatzierte Brad Cohen, Bürgermeister von East Brunswick, kam auf etwa 14 Prozent. Hamawy wurde von Senator Bernie Sanders, der Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und Senatorin Duckworth unterstützt.
Die pro-palästinensische Super-PAC American Priorities gab fast 1,6 Millionen Dollar für Werbung aus, um ihn den Wählern vorzustellen. Nach seinem Sieg sagte er seinen Anhängern: „Wir haben deutlich gemacht, dass man nie um Erlaubnis bitten muss, um für Gerechtigkeit zu kämpfen.“ In seiner Siegesrede sagte er außerdem: „Diese Ära der amerikanischen Politik ist vorbei.“
Auch El-Sayed siegt in Michigan
Zuvor hatte der israelkritische Demokrat Abdul El-Sayed das Senatsrennen in Michigan gegen den von Donald Trump unterstützten Republikaner Mike Rogers für sich entschieden. Er wird der erste muslimische Senator der US-Geschichte. El-Sayed ist als Sohn ägyptischer Einwanderer in Michigan geboren und vertritt ebenfalls eine israelkritische Haltung.
Die muslimische Wählerorganisation Emgage Action sieht die Energie dieses Wahlzyklus vor allem bei Kandidaten, die einen anderen Umgang der USA mit Israels Vorgehen in Gaza versprechen. Gleichzeitig blieben Gesundheit, Wohnen und Lebenshaltungskosten die Hauptthemen der Wähler.
Adam Hamawy, the surgeon who volunteered in Gaza, has won New Jersey’s 12th congressional district. He’ll make history as the state’s first Muslim and Egyptian-American congressman. A campaign centred on Palestine, healthcare and economic inequality now heads to Washington. https://t.co/jouNXO5nWs
— Middle East Eye (@MiddleEastEye) November 4, 2026
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