Detroit – Im Endspurt des US-Senatswahlkampfs in Michigan haben sich der demokratische Kandidat Abdul El-Sayed und US-Präsident Donald Trump erneut einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Im Zentrum steht der demokratische Senatskandidat, der gute Chancen hat, als erster muslimischer Senator in die Geschichte der USA einzuziehen.
Nach massiven verbalen Attacken und diskriminierenden Äußerungen des Präsidenten konterte El-Sayed mit einer deutlichen politischen Gegenoffensive und forderte ihn öffentlich zu einem Lügendetektortest heraus.
Eskalation im Wahlkampf und Trumps Angriffe
Auslöser für die jüngste Eskalation war ein Wahlkampfauftritt von Donald Trump in Port Huron, bei dem der US-Präsident den demokratischen Kandidaten verbal scharf attackierte. Trump bezeichnete El-Sayed als „Dschihadisten“ und behauptete, er sei „der einzige Senator, der durch einen Metalldetektor gehen müsste, bevor er in den Senat darf“.
Zudem warf Trump ihm vor, Verbindungen zur Muslimbruderschaft zu haben, und erklärte, er wolle verhindern, dass ein entsprechendes Mitglied in den US-Senat einziehe. Medienberichten zufolge gibt es jedoch keine Belege für eine Mitgliedschaft El-Sayeds in einer solchen Organisation.
Schlagfertiger Konter und scharfe Kritik
El-Sayed reagierte auf diese Angriffe während einer Veranstaltung mit einem schlagfertigen und viral gegangenen Konter. Er erklärte, er gehe gerne jeden Tag durch einen Metalldetektor, wenn im Gegenzug der Präsident einmal einen Lügendetektortest absolviere.
Bereits zuvor hatte sich der Kandidat gegen Trumps ständige Versuche gewehrt, seinen Namen absichtlich zu verunstalten. Trump hatte ihn wiederholt als „Mohammed“ oder „Abdul Ramadan“ bezeichnet und auf den richtigen Vornamen angesprochen erklärt, er nenne ihn, „wie zum Teufel ich will“. El-Sayed entgegnete darauf ironisch, er werde im Zweifelsfall eben „Senator Mohammed“ sein, und warf dem Präsidenten Doppelzüngigkeit vor, während er gleichzeitig auf umstrittene finanzielle Verflechtungen des Weißen Hauses mit ausländischen Regierungen verwies.
Die rhetorische Härte des Wahlkampfs beschränkt sich dabei nicht nur auf den Präsidenten. In einem Podcast-Interview mit dem Komiker Hasan Minhaj legte El-Sayed nach und kritisierte das politische Umfeld scharf. Er warf der aktuellen Führung vor, das Land zu dominieren, und bezeichnete Trump im Kern als uneinsichtig.
Auch Vizepräsident JD Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth bezog er in seine Kritik ein. Die Amerikaner hätten nach seiner Ansicht die Verantwortung, sich politischen Einschüchterungen entschieden zu widersetzen, da Mobber im Kern extrem zerbrechlich seien, sobald man ihnen entgegentrete.
Debatte um religiöse Intoleranz und Verfassungsfragen
Begleitet wird die Auseinandersetzung von einer heftigen Debatte über religiöse Intoleranz. Verfassungsrechtler wie Corey Brettschneider von der Brown University warnten vor den Aussagen der Republikaner, die versuchen würden, de facto einen verbotenen religiösen Test für öffentliche Ämter einzuführen.
So hatte unter anderem der republikanische Senator Bernie Moreno erklärt, El-Sayed habe wegen seines Glaubens in Washington nichts zu suchen. El-Sayed selbst betonte wiederholt, dass für ihn die US-Verfassung das leitende Licht sei.
Aktuelle Umfragen und Ausgangslage
Trotz der heftigen Angriffe und der aufgeladenen Stimmung zeigt sich in den Umfragen kurz vor der Wahl ein stabiles Bild. In aktuellen Erhebungen, wie jenen von Mitchell Research für CBS Detroit, führt El-Sayed mit 51 zu 44 Prozent vor seinem republikanischen Gegenkandidaten Mike Rogers.
Beobachter werten das Rennen als eines der spannendsten und richtungsweisendsten Senatsduelle des Jahres, bei dem neben Sachthemen wie den Lebenshaltungskosten vor allem Grundfragen der demokratischen Kultur auf dem Spiel stehen.
EL-SAYED to TRUMP: I will go through a metal detector if you will sit for a lie detector. My first question, Epstein. Second question, did you win the 2020 election? I will go through a metal detector every day if you sit through a lie detector one time. https://t.co/hbnY2hyZI0
— Acyn (@Acyn) October 30, 2026

