London – Der renommierte US-amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Benjamin Moser hat mit Aussagen über die historischen Grundlagen des Nahen Ostens internationale Aufmerksamkeit erregt.
In einem Interview mit dem britischen Sender Times Radio erklärte der Publizist im Zuge der Veröffentlichung seines neuen Buches „Anti-Zionism: A Jewish History“, dass seine langjährigen historischen Recherchen und Aufenthalte vor Ort seine Sichtweise auf die Region grundlegend verändert haben.
„Je mehr ich mich mit dem Zionismus beschäftigte, desto mehr wurde mir klar, dass jeder Zentimeter Israels Palästina ist. Es war immer Palästina“, äußerte Moser in dem Gespräch.
Historische Aufarbeitung und jüdische Opposition
In seinem rund 400 Seiten umfassenden Werk widmet sich Moser der Geschichte jüdischer Intellektueller, Denker und Aktivisten, die sich im Laufe der Jahrzehnte gegen den politischen Zionismus positioniert hatten. Er argumentiert, dass die Entstehung des Staates Israel auf Kosten der palästinensischen Bevölkerung ging und beschreibt die damit verbundenen Vertreibungen als einen fortbeständigen historischen Prozess.
Das Buch beleuchtet zwölf historische Persönlichkeiten, die aus unterschiedlichen ethischen, religiösen oder politischen Motivationen heraus eine Alternative zum zionistischen Staatsmodell suchten. Moser knüpft damit an eine kritische innerjüdische Debatte an, die angesichts der aktuellen politischen und militärischen Entwicklungen im Nahen Osten im angelsächsischen Raum intensiv geführt wird.
Mediales Echo und Debatte
Die Äußerungen Mosers stoßen international auf ein geteiltes Echo. Während Kritiker dem Autor eine einseitige Betrachtung und die Verkürzung komplexer historischer Zusammenhänge vorwerfen, betrachten Befürworter das Werk als einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Nahost-Geschichte. Mosers Buch reiht sich ein in eine Reihe aktueller englischsprachiger Publikationen, die die Entstehungsgeschichte des Konflikts aus jüdisch-antizionistischer Perspektive beleuchten.
I said what I said.
— Benjamin Moser (@BenMoser123) November 1, 2026

