Istanbul – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist heute zu einem Arbeitsbesuch in Istanbul eingetroffen. Auf Einladung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan kommt der ukrainische Staatschef zu hochrangigen Gesprächen zusammen. Im Zentrum des Treffens stehen die bilateralen Beziehungen, die Sicherheit in der Schwarzmeerregion sowie der Ausbau der rüstungsindustriellen Zusammenarbeit.
Fokus auf Verteidigungskooperation und Rüstungstransfers
Wie das türkische Präsidialamt im Vorfeld mitteilte, umfassen die Beratungen neben dem fortlaufenden Krieg Russlands gegen die Ukraine vor allem konkrete Schritte zur Vertiefung der strategischen Verteidigungskooperation.
Beide Länder verbindet eine enge rüstungstechnische Partnerschaft, die zuletzt im August durch ein vom US-Kongress begleitetes Rüstungspaket massiv an Gewicht gewonnen hatte. Damals war bekannt geworden, dass die Türkei über US-Depots schwere Waffensysteme – darunter 70 taktische ATACMS-Kurzstreckenraketen und 12 M270-Mehrfachraketenwerfer im Wert von fast 300 Millionen US-Dollar – an die Ukraine transferiert. Bei dem aktuellen Treffen in Istanbul wird an diese logistische und rüstungspolitische Achse nahtlos angeknüpft.
Angesichts der anhaltenden Spannungen steht zudem der Schutz der internationalen Schifffahrtswege und Handelsrouten im Schwarzen Meer im Fokus der Verhandlungen.
Türkei als diplomatischer Vermittler
Die Türkei positioniert sich in dem Konflikt weiterhin als unverzichtbarer Akteur und Vermittler. Neben den sicherheitspolitischen Themen und potenziellen diplomatischen Auswegen aus dem Krieg wollen Erdoğan und Selenskyj auch wirtschaftliche Fragen erörtern, um die bilaterale Partnerschaft zwischen Ankara und Kiew nachhaltig zu festigen. Im Anschluss an die politischen Gespräche in Istanbul ist zudem ein Treffen Selenskyjs mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus geplant.
Cumhurbaşkanı Recep Tayyip Erdoğan ile Ukrayna Devlet Başkanı Volodimir Zelenski arasındaki görüşme Dolmabahçe Ofisi’nde başladı. https://t.co/bA1sdIjLYY
— TRT HABER (@trthaber) October 31, 2026
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