Springfield – Nach den Erfolgen von Abdul El-Sayed (US-Senat) und Adam Hamawy (US-Repräsentantenhaus) hat bei den Zwischenwahlen eine weitere Muslimin einen Sieg errungen: Die Demokratin Nabeela Syed hat den 26. Senatsdistrikt im Bundesstaat Illinois gewonnen. Die 27-Jährige setzte sich gegen die republikanische Amtsinhaberin Darby Hills durch und ist damit eine der jüngsten Senatorinnen in der Geschichte des Staatssenats von Illinois.
Syed sicherte sich nach vorläufigen Auszählungsergebnissen rund 57 Prozent der Stimmen und knüpfte damit an ihre bisherige politische Karriere an. Bereits 2022 sorgte die Politikerin mit indischen Wurzeln für Aufsehen, als sie im Alter von 23 Jahren als bislang jüngste Abgeordnete und eine der ersten muslimischen Frauen in das Repräsentantenhaus von Illinois gewählt wurde.
Vom Repräsentantenhaus in den Senat
Syed stammt aus Palatine im Nordwesten von Chicago und hat 2021 ihren Abschluss an der University of California in Berkeley gemacht. Ihre Eltern waren in den 1980er-Jahren aus Hyderabad in Indien nach Palatine gezogen, um ihrer Familie mehr Chancen zu bieten.
2022 gewann sie den 51. Distrikt, einen bis dahin republikanisch gehaltenen Bezirk, in dem sie geboren und aufgewachsen war. Im Wahlkampf klopfte sie an Türen, machte Selfies mit Wählern und teilte sie in sozialen Medien, ihre Eltern warben ebenfalls um Stimmen, auch bei langjährigen Republikanern.
„Wir haben hier Platz“, sagte sie damals. Über ihre Mutter sagte sie: „Meine Mutter sagte, wenn ich es nicht tue, wer dann?“ 2024 verteidigte sie ihren Sitz gegen den Republikaner Tosi Ufodike. Zuletzt vertrat sie als Abgeordnete aus Inverness den Wahlkreis in ihrer zweiten Amtszeit.
Die Gegnerin
Darby Hills ist Anwältin und frühere Staatsanwältin, war Treuhänderin in Barrington Hills und wurde 2021 zur „Mrs. Illinois America“ gekürt. Anfang 2025 rückte sie in den Senat nach, um die Amtszeit von Dan McConchie zu beenden, der für einen Job bei einer gemeinnützigen Organisation zurücktrat. Sie setzte im Wahlkampf auf öffentliche Sicherheit, besonders für Kinder, niedrigere Steuern und Ausgabenkontrolle. „Illinois hat kein Einnahmeproblem, es hat ein Ausgabenproblem“, sagte Hills.
Wahlkampf und Geld
Der 26. Senatsdistrikt liegt in den nordwestlichen Vororten Chicagos und umfasst Teile der Countys Cook, Lake, McHenry und Kane. Die Politikwissenschaftlerin Melissa Mouritsen vom College of DuPage nannte ihn eines der wenigen umkämpften Rennen dieses Zyklus.
Im September flossen laut WBEZ fast eine Million Dollar von der Demokratischen Partei Illinois und einem Komitee von Senatspräsident Don Harmon an Syed. Republikanische Komitees gaben Hills im selben Monat rund 80.000 Dollar, nachdem sie ihr im August bereits mehr als 300.000 Dollar überwiesen hatten. Beide Kandidatinnen wollten zudem mehr Leitplanken für den Bau von Rechenzentren.
Der Sieg von Syed gilt als weiteres Zeichen für den anhaltenden politischen Strukturwandel auf bundesstaatlicher Ebene. In ihrem Wahlkampf setzte sie vor allem auf Reformen im Bildungs- und Gesundheitswesen, bezahlbaren Wohnraum sowie gesellschaftliche Teilhabe. Mit ihrem Erfolg baut die Demokratische Partei ihre Mehrheit im Staatssenat von Illinois weiter aus. Vor der Wahl hielten die Demokraten 40 der 59 Sitze, die Republikaner 19.
Der Erfolg von Syed unterstreicht den Wandel bei den diesjährigen Zwischenwahlen, bei denen mehrere muslimische Kandidatinnen und Kandidaten entscheidende Mandate auf Bundes- und Staatsebene erringen konnten.
I am so grateful to every single voter in the 26th Senate District who made this victory possible. https://t.co/yOZKGE7N1t
— Nabeela Syed (@NabeelaforIL) November 4, 2026
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