Gesundheitspolitik
Lauterbach: Digitales Rezept muss so schnell wie möglich kommen

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Osnabrück – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich hinter den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Einführung „digitaler Rezepte“ gestellt und fordert eine rasche Umsetzung. „Wir sollten den Gesetzentwurf beschleunigen. Das ,digitale Rezept‘ muss so schnell wie möglich kommen“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Die Hürden für die Verschreibung von Rezepten nach telemedizinischer Beratung müssen fallen.“ Eine entsprechende Reform „wird die Versorgung von Patienten gerade im ländlichen Raum enorm verbessern“, ergänzte der Arzt und SPD-Vizefraktionschef. Er hoffe, dass der Gesetzentwurf schon in den nächsten Wochen in den Bundestag eingebracht werden könne, sagte Lauterbach. Eine Einführung des „digitalen Rezeptes“ bis 2020 sei „realistisch“ und müsse gelingen. Die SPD werde „keine Verzögerungen in Kauf nehmen“, so Lauterbach. „Digitale Rezepte werden die medizinische Versorgung verbessern und können die Kosten senken.“ Die Befürchtung, durch eine Ausweitung ärztlicher Beratungen per Video-Telefonie würden direkte Kontakte zwischen Ärzten und Patienten ersetzt, wies Lauterbach zurück. „Dort, wo Telemedizin bereits angewandt wird, ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: Telemedizin verhindert, dass gar kein Kontakt mehr stattfindet“, sagte Lauterbach. Deutschland sei weltweit das Land mit den häufigsten Arztkontakten. Auch der Sorge, dass durch „digitale Rezepte“ Patientendaten in die falschen Hände geraten können, trat Lauterbach entgegen. „Es hat lange gedauert, bis in der Telemedizin für ausreichenden Datenschutz gesorgt wurde. Das nun gefundene Konzept ist dafür aber auch besonders sicher.“

"Paten in Deutschland"
Nach politischem Druck: TV-Sender stoppt Doku über Armenier-Mafia in Deutschland

Halle (tp) – Mittwochabend wollte der Mitteldeutsche Rundfunk MDR eine TV-Dokumentation über das Netzwerk der armenische Mafia in Deutschland senden. Dazu kam es kurz vor Ausstrahlungstermin nicht. Der armenische Botschafter lies über den Berliner Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirken, stoppte die Ausstrahlung der Dokumentation  „Paten in Deutschland“, die in Zusammenarbeit mit dem Spiegel entstanden war und über dessen Thema Anfang November erstmals berichtet wurde. Laut MDR habe der armenische Botschafter zuvor mit einer Unterlassungserklärung versucht, die Ausstrahlung der Dokumentation zu verhindern. Als das jedoch nicht gefruchtet habe, soll man die einstweilige Verfügung erwirkt haben. Der MDR und der Spiegel müssen jetzt die gerichtliche Verfügung beachten, sind gezwungen, die Ausstrahlung vorerst zu unterlassen. Anfang November hatten der MDR und der Spiegel in einer Zusammenarbeit erstmals über armenische Mafiastrukturen in Deutschland berichtet, deren mutmaßliche Kontakte bis in höchste diplomatische Kreise Armeniens reichen sollen. Der derzeitige armenische Botschafter soll offenbar auch verwickelt sein, stand den Recherchen des MDR und Spiegel zufolge bereits vor zehn Jahren unter Verdacht, in internationale Schleuseraktivitäten verwickelt gewesen zu sein. Gegen ihn wurde jedoch ergebnislos wegen des Vorwurfs der Geldwäsche ermittelt. Dem Bericht zufolge gelten die armenischen Mafiastrukturen als besonders brutal und sollen landesweit wirken. Ausserdem soll die armenische Mafia auch mit der mächtigsten Verbrecherorganisationen der Welt, der Vereinigung der kalabrischen Mafia `Ndrangheta zusammenarbeiten.

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– Geschichte – Erdogan: Türkei hat die Verantwortung, „Schmerz der armenischen Mitbürger zu teilen“

Die Türkei hat die Verantwortung, den Schmerz der armenischen Mitbürger wegen der „Ereignisse von 1915“ zu teilen, heißt es in einer vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterschriebenen Erklärung.

Erdogan: Türkei hat die Verantwortung, „Schmerz der armenischen Mitbürger zu teilen“

Fremdenfeindlichkeit
Niedersachsen: Muslimischer Friedhof geschändet

Northeim (tp) – In der Nacht zu Sonntag haben Unbekannte ein muslimisches Gräberfeld auf dem Northeimer Stadtfriedhof geschändet. Grabsteine wurden u.a. mit roter Sprühfarbe beschmiert. Im niedersächsischen Northeim haben Unbekannte in der Nacht zu Sonntag ein muslimisches Gräberfeld auf dem Stadtfriedhof geschändet. Grabsteine wurden u.a. mit Symbolen des Nazionalsozialismus verunstaltet. Insgesamt zwölf Grabsteine muslimischer Grabstätten auf dem Northeimer Stadtfriedhof wurden dabei u.a. mit drei Hakenkreuzen verunstaltet. Gemeldet wurde der Vorfall am Sonntagvormittag gegen 09.00 Uhr von zwei Friedhofsbesuchern. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit der Reichskristallnacht, die sich am 9. November jährte. Laut der Polizei war es in den letzten vier Jahren ruhig. Eine ähnliche Tat sei davor erneut geschehen, aber diesmal sei das Ausmaß der Gräberschändung größer, so ein Polizeisprecher. Die Polizei hat eine intensive Spurensicherung am Tatort durchgeführt. Die weiteren Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Störung der Totenruhe und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen werden vom Staatsschutz verfolgt.

Menschenrechtsverletzungen in China
Kommentar: Inzwischen so gut wie kein Uigure von Erziehungsmaßnahmen verschont

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther  Angesichts der Passivität der internationalen Gemeinschaft und der offiziellen Legalisierung des Lagersystems baut China seine Lager im Eiltempo aus; Satellitenbilder und Ausschreibungen für Bauanträge zeigen dies. Zudem werden uigurische Häftlinge systematisch in andere Provinzen Chinas verlegt; Häftlinge aus China dagegen nach Xinjiang gebracht. Von Umerziehungsmaßnahmen ist inzwischen so gut wie kein Uigure oder anderer Angehöriger einer muslimischen Minderheit in Xinjiang verschont. Wer nicht ständig interniert ist, ist von Maßnahmen betroffen, bei denen die Lagerinsassen nachts zu Hause schlafen dürfen, oder Han-Funktionäre sind im Hause untergebracht, die systematisch die Familie bespitzeln, insbesondere indem die Kinder ausgehorcht werden. Frauen werden zwangsverheiratet. Immer mehr Familien werden zerrissen. Kinder werden in KZ-gleiche Waisenhäuser gebracht. Uiguren im Ausland werden bedroht und eingeschüchtert. Ihre Familien müssen den Kontakt zum Ausland abbrechen. Auslandsuiguren oder -kasachen sind in völliger Ungewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen. Auch ausländische Ehemänner haben den Kontakt zu ihren uigurischen Frauen verloren. Angeblich gibt es eine Anfrage der pakistanischen Regierung über den Verbleib der Ehefrauen von 50 pakistanischen Staatsbürgern. Ähnliche Anfragen aus Kasachstan wurden negativ beschieden. Eine wirksame Hilfe von Staaten, deren Bewohner betroffen sind, gibt es nicht. Es ist schon erfreulich, dass Kasachstan inzwischen Kasachen mit chinesischem Pass schützt, die Türkei ein sicheres Asylland für Uiguren ist und Malaysia der unverschämten chinesischen Forderung nach Auslieferung geflüchteter Uiguren die Tür ins Gesicht geschlagen hat. China hält es jedenfalls nicht für nötig, die elementarsten Regeln internationalen Rechts einzuhalten. Es bedroht rücksichtslos Einwohner anderer Staaten. Uiguren im Ausland werden von chinesischen Behörden bedroht und man versucht sie so zu erpressen, ihre Landsleute im Ausland auszuspionieren. Auch Hui-Muslime werden zunehmend verfolgt. Inzwischen wurden selbst Hui-Muslime wegen des Besitzes terroristischen Materials verurteilt; worum es sich bei diesem Material handelte, wurde in der im chinesischen Fernsehen ausgestrahlten Urteilsverkündung nicht gesagt – bezeichnenderweise: Die Gefahr von Terrorismus durch Hui-Muslime ist prima facie eine Absurdität. Die Verfolgung von Christen nimmt rapide zu. Der katholische Bischof von Wenzhou wurde neulich zu Umerziehungsmaßnahmen entführt und verurteilt. Koreanische Staatsbürger werden festgenommen etc. etc. Personen im Ausland, die Beziehungen zu christlichen Kirchen haben, werden als Spitzel angeworben: Ein junger indischer Wissenschaftler, der dies ablehnte, hat die Nachrichten, die er auf dem chinesischen Chatdienst WeChat erhielt, veröffentlicht. China schickt systematisch Spitzel ins Ausland, um dort studierende Chinesen zu denunzieren. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass immer mehr Chinesen inzwischen Angst haben, über WeChat frei zu kommunizieren. Chinesische Studenten im Ausland haben Angst zurückzukehren, manche entscheiden sich, es aus politischen Gründen nicht zu tun. Es ist erschreckend zu sehen, wie die Dreistigkeit des chinesischen Verbrecherstaats ungehindert operieren kann. Man fragt sich, wie lange das Ausland die unverschämte Verletzung seiner Souveränität durch ein Land, das jede Grenze in Einflussnahme, Erpressung und Industriespionage überschreitet, das alles hinnehmen will.
Was nun die Zustände in den menschenfreundlichen Trainingszentren anbelangt, so hat inzwischen ein chinesischer Chirurg enthüllt, dass Uiguren systematisch zur Organentnahme für Transplantationen genutzt werden. Deshalb werden auch die Leichen von in den Lagern Verstorbenen nicht an die Angehörigen zurückgegeben. Inzwischen sind die biologischen Daten der Uiguren zwangsweise weitgehend erhoben und gespeichert. Passende Organe für Transplantationen können bestellt werden: Häftlinge werden nach Bedarf zur Organentnahme getötet. Wer Facebook besitzt und es sich zumuten will, kann sich unter folgendem Link ein eigenes Bild davon machen.
Mit diesen Methoden steht China exakt auf derselben Stufe mit den Verbrechen der Japaner mit asiatischen Frauen, den Verbrechen, die man in Japan bis heute besonders beschämend findet. Ebenso ist es auch in Deutschland immer noch wenig bekannt, dass in den KZs der Nazis ebenfalls Frauen systematisch vergewaltigt wurden, die Nazis zudem ein perfides Bordellsystem für Häftlinge betrieben, wo Häftlingen zur „Belohnung“ Sex mit professionellen Prostituierten unter den Augen ihrer Bewacher angeboten wurde. Das System der Ermordung von Häftlingen zur Organentnahme nähert sich jedenfalls den grauenhaftesten Verbrechen der Nazis und der Japaner gerade an Chinesen: Medizinische Experimente an Menschen in dem berüchtigten Lager 731. Die ungeheuerlichen Verbrechen der VR China in Xinjiang heute, machen eines deutlich: Die Welt interessierte sich, während es geschah, insgesamt kein bisschen für die Ausrottung der Juden durch die Nazis. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man entgegen allen Beteuerungen nichts aus dem Völkermord der Nazis, nichts aus den Verbrechen des Kolonialismus gelernt. Völkermord und Massenmord wurden und sind bis heute eine Selbstverständlichkeit geworden. Wen wundert es da, dass eine Weltmacht wie China ungestraft so agieren kann?
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China

Anwars Äußerungen gehören zu den bisher schärfsten eines führenden Politikers in der islamischen Welt, der die Misshandlungen der muslimischen Minderheiten in China verurteilt.

Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China
 
Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

Seehofer-Rücktritt
FDP fordert Umbau des Innenministeriums nach Rückzug Seehofers

Düsseldorf – Nach dem angekündigten Rückzug von CSU-Chef Horst Seehofer auch vom Amt des Bundesinnenministers soll es nach dem Willen der FDP einen Umbau des Ministeriums geben. „Das Bundesinnenministerium ist keine Show-Veranstaltung der CSU“, sagte FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Nach dem Rückzug Seehofers könne sich das Haus wieder auf seine Kernaufgaben konzentrieren. „Die Bereiche Bauen und Heimat sollten daher wieder ausgegliedert werden“, sagte Kuhle. Unter massivem Druck der eigenen Parteibasis und knapp einen Monat nach der schweren CSU-Pleite bei der Landtagswahl hat Horst Seehofer am gestrigen Sonntag seinen Rücktritt als CSU-Chef und Bundesinnenminister angekündigt. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat Seehofers sofortigen Rücktritt als Bundesinnenminister gefordert. „Jeder Tag, den Horst Seehofer weiter Innenminister bleibt, ist ein Tag zu viel“, so Göring-Eckardt gegenüber dem „Tagesspiegel“ (Montag). Wenn es um die Innere Sicherheit gehe dürfe es „keine weiteren Hängepartien geben“. Seehofers Politik der Ausgrenzung und Spaltung sei „ein Sicherheitsrisiko“ für die Gesellschaft.

Cyber-Angriff auf Dissidenten
Saudi-Arabien und VAE engagierten israelische Hacker-Firma

Riad (nex) – Wie TRT WORLD berichtet, haben Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mithilfe einer israelischen Spionagesoftware eine Reihe von Cyber-Angriffen auf politische Dissidenten ausgeführt. Satiriker Ghanem Almasarir, Menschenrechtsaktivist Yehia Assiri und Aktivist Omar Abdulaziz seien unter den Betroffenen. Allesamt standen in engem Kontakt mit dem ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi. Jamal Khashoggi sei ebenfalls mit der Spionagesoftware „Pegasus“ der israelischen Netzsicherheitsfirma NSO Group ausgespäht worden, behauptete Edward Snowden. (NEX24 berichtete) „Pegasus“ ermögliche dem Nutzer das Smartphone der Zielperson zu hacken und Zugang zum E-Mail-Verkehr zu ermöglichen, WhatsApp und SMS Nachrichten zu lesen, Telefongespräche mitzuhören und sogar über das Mikrofon und die Kamera des Handys die Zielperson direkt zu bespitzeln. Dadurch, dass „Pegasus“ vom israelischem Verteidigungsministerium als Waffe eingestuft wird, sei es laut TRT WORLD nicht möglich gewesen für den saudischen Intelligenzapparat das Programm ohne die Einwilligung des israelischen Verteidigungsministeriums zu erwerben. Dies offenbare, dass das Auftauen der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel früher begonnen habe, als bislang vermutet. Saudi-Arabien habe die Software Mitte 2017 erworben, nur wenige Monate vor der „Säuberungsaktion“ in Saudi-Arabien in der politische Gegner Prinz Salmans unter dem Vorwand der Korruption ihrer Ämter enthoben und verhaftet wurden. Yehia Assiri äußerte sich zu den Vorfällen in einem Telefoninterview mit dem MiddleEastEye. Der Aktivist und ehemalige Luftwaffenoffizier sagte, dass „Regierungen die sich solcher Technologie bedienen Angst vor etwas haben und keinen Respekt für Menschenrechte“. Ebenfalls zeige es wie heuchlerisch diese Regierungen seien. „Öffentlich bekunden sie ihre Abneigung gegenüber Israel, aber im Geheimen benutzen sie ihre Technologie um Aktivisten auszuspähen und sie später als Verräter brandmarken zu können“, so Assiri.

100 Jahre Frauenwahlrecht
Frauenministerin Giffey: In Deutschland wirken noch immer Männernetzwerke

Osnabrück – Bundesfrauenministerin Franziska Giffey ( SPD) hat die Frauenförderung in Frankreich als vorbildlich gelobt. „Ich finde die Klarheit und Zielstrebigkeit, mit der die Franzosen dieses Thema angehen, einfach klasse“, sagte Giffey im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sie will das Parité-Gesetz der Nachbarn prüfen , wonach nicht paritätisch besetzte Wahllisten zurückgewiesen werden. Kritik an „Rollback in alte Zeiten“ „Wir müssen überlegen, was auf Deutschland übertragbar wäre und was nicht“, sagte sie. In Deutschland gebe es dagegen „eine Art Rollback in alte Zeiten“. Seit Oktober 2017 betrage der Frauenanteil im Bundestag nur 30,9 Prozent. Damit gehörten derzeit genauso wenig Frauen dem Parlament an wie vor 20 Jahren. „Das ist nicht gut“, bemängelte Giffey. Sehr viele Frauen scheiterten immer noch an unflexiblen Strukturen, an veralteten Rollenzuschreibungen und auch an Männernetzwerken. „Mit einer konsequenten Quotenregelung in einer Partei kann da manches aufgebrochen werden“, betonte die Ministerin. 100 Jahre Frauenwahlrecht als „Meilenstein“ gewürdigt Dass es in Deutschland am 12. November 100 Jahre das Frauenwahlrecht gibt, würdigte Giffey als „ersten Schritt zur Gleichberechtigung“ und „Meilenstein in der Geschichte der Demokratie“. Es bleibe „aber noch einiges zu tun, etwa gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder die Aufwertung der sozialen Berufe“, erklärte Giffey. Das Motto ihres Ministeriums für die Kampagne zum 100. Jahrestag heiße deshalb auch „Streiten für gleiche Rechte – Wofür streitest Du?“.  

EU-Parlament
Grünen-Spitzenkandidatin Keller: Europa wird von Rechtsaußen angegriffen

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Bonn – Die auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Leipzig gewählte Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Ska Keller, hat deutlich gemacht, dass eine neue Fraktion der europäischen Grünen im EU-Parlament mit großer Wahrscheinlichkeit nicht Manfred Weber, den Spitzenkandidaten der EVP, zum Kommissionspräsidenten wählen wird. „So jemand ist für uns Grüne absolut nicht tragbar“, machte Keller ihren Standpunkt im Fernsehsender phoenix deutlich. Weber habe sich mehrfach nicht davon abgegrenzt, auch Stimmen von Rechtsaußen für seine Wahl akzeptieren zu wollen. Unabhängig vom Stimmverhalten der Grünen sah Keller Webers Aussichten skeptisch. „Ich glaube nicht, dass er gute Chancen hat, eine Mehrheit im Parlament zu bekommen.“ Keller kündigte an, dass sich die Grünen im kommenden EU-Parlament deutlich gegen populistische und nationalistische Politik einsetzen wollten. „Europa wird von Rechtsaußen angegriffen. Dagegen müssen wir uns wehren“, so die grüne Spitzenkandidatin. Auch die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock sprach von einer „Richtungswahl für Europa“. Es gehe um die Frage, ob die EU weiter vorangehe oder in Zeiten des Nationalismus zurückfalle. Baerbock äußerte sich im Übrigen auch zu den im nächsten Jahr anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland. Zwar sei man koalitionsoffen, aber nur mit denjenigen Parteien, die sich deutlich gegen Verfassungsfeinde stellten. „Deshalb muss sich die CDU entscheiden, ob sie mit Blick auf die AfD weitere Koalitionen anstreben könnte. Das haben wir der CDU in Sachsen sehr deutlich gemacht“, meinte Baerbock.

Kommentar
Prof. Dr. Günther: Die Politik des Iran zielt selbst gegenüber Israel auf friedliche Lösungen

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther

Im Juni dieses Jahres war ich von Freunden und Kollegen zu Vorträgen und Besprechungen über wissenschaftliche Zusammenarbeit in den Iran eingeladen. Ich habe in Teheran, Qom und Isfahan gesprochen. 

Ich war nicht nur mit persischer Kultur von Kindheit an vertraut. Durch mein Interesse an dem Land, seiner Kultur und seinen Menschen kannte ich auch viele Iraner in Deutschland seit meiner Studentenzeit, während der gerade auch viele Iraner aufgrund der islamischen Revolution nach Deutschland kamen. Angenehme Kontakte hatte ich hauptsächlich mit einer großen Zahl iranischer Taxifahrer – weniger mit den verzogenen bürgerlichen Taugenichtsen des Schahregimes an der Universität. Doch gerade der Beruf des Taxifahrers wurde – jedenfalls in meiner Region – lange Zeit weitgehend von Türken und Iranern dominiert. Ich traf Leute der verschiedensten politischen Lager, Kommunisten bis zu ehemaligen Polizeioffizieren des Schahregimes. Ich schloss mit so manchem Fahrer Freundschaft. Wir kannten uns oft über Jahrzehnte hinweg. Wir diskutierten oft nach der Fahrt noch lange. Ich erlebte, wie sich ihre Einstellungen im Laufe der Zeit veränderten. In der Regel wurde die Feindschaft zum Regime wesentlich moderater, man kaufte seinen iranischen Pass zurück, es kamen auch dem Regime positiv gegenüberstehende Personen.

Auch die Begegnungen an der Universität wurden anders. Seit ich unterrichtete, traf ich bis heute immer mehr nette, engagierte Studenten, deren Eltern in Deutschland lebten, die z. T. hier aufgewachsen waren, die aber immer noch enge Kontakte in den Iran und ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Land pflegten. 

Als ich dann im Juni dieses Jahres eingeladen wurde und hinfuhr, war ich durch diese Vorgeschichte doch recht gut vorbereitet. Da ich auch eher mit dem Leben in Südosteuropa und auch dem in islamischen Gesellschaften als mit dem in Mitteleuropa zurechtkomme, rechnete ich nicht mit großen Überraschungen. Tatsächlich fühlte ich mich auch vom ersten Moment an in Teheran sehr wohl und wie zuhause. Ja, darüber hinaus fühlte ich mich sofort von der deutlich spürbaren Wärme und Herzlichkeit, der selbstverständlichen Höflichkeit aller Personen, denen ich begegnete, sehr angenehm berührt – nicht etwa nur der Kollegen, gerade auch der Angestellten wie Chauffeur oder Hotelpersonal, wo immer das war. Eine Überraschung erlebte ich aber doch, nämlich in meinem Kontakt mit dem akademischen Leben: Seit meinem ersten Vortrag, und je länger ich mich im Lande aufhielt, wurde mir immer stärker klar, dass die iranische Universität ein ungeheuer hohes akademisches Niveau hat und dazu ein reges Interesse an geistigen Gegenständen und Werten, das seinesgleichen sucht.

Ich habe viele Länder aus der Nähe erlebt – von Kuba bis Japan – und in zahlreichen Ländern Europas und Asiens unterrichtet. Die europäische Universität – von den USA schweige ich lieber – erlebt in den ehemaligen Zentren europäischen akademischen Lebens schon lange einen so eminenten Niedergang in den Geisteswissenschaften (nur da kann ich die Situation beurteilen), dass weder europäische Länder mit weniger großer akademischer Vergangenheit, noch außereuropäische Länder, die einer Befruchtung von außen bedürfen, sich in eine gute Richtung entwickeln können. Japan hat dies zum Glück nicht nötig, das akademische Niveau dort hat längst Weltniveau erreicht. Aber gerade auch dort: Respekt vor den geistigen Werten der Universität gibt es nicht. Die Geisteswissenschaften würde man am liebsten abschaffen.

Dabei muss ich allerdings hervorheben: Intelligente, interessierte und motivierte junge Menschen gibt es in jedem Land, in dem ich unterrichtet habe, und das ist eigentlich auch selbstverständlich. Umso bedrückender ist es, zusehen zu müssen, wie diese jungen Leute hier und noch mehr anderswo, in einer ihrem Talent und ihren Bedürfnissen gegenüber versagenden Universität dahinvegetieren. Im Iran fand ich sofort ein akademisches Ambiente, in dem geistige Werte auf hohem Niveau gepflegt und jungen Menschen vermittelt werden. Besonders beeindruckend war für mich mein Aufenthalt in Qom. In dieser Stadt fühlt man sofort eine ungeheure innere Ruhe, eine Atmosphäre nicht nur der Spiritualität und der Freude am Erwerb von Wissen und geistigen Werten, sondern auch von echter Menschlichkeit und einem höflichen und urbanen Umgang mit dem anderen. Dies liegt nicht nur an der großen geistigen und religiösen Tradition dieser Stadt mit ihrem Heiligtum, das zahlreiche Pilger anzieht. Ich war überrascht zu erfahren, dass die Stadt mit ihrem berühmten Priesterseminar noch ca. 30 Universitäten beheimatet, die seit der islamischen Revolution gegründet wurden. Diese Universitäten waren zunächst gegründet worden, um den Mitgliedern des Priesterseminars die Möglichkeit zum Studium anderer Fächer zu geben. Inzwischen sind sie auch für gewöhnliche Studenten geöffnet. Qom ist somit vor allem ein Ort des Lernens, für die Geistlichen ein Ort des lebenslangen Lernens. Bereits die Grundausbildung der Geistlichen am Seminar dauert über 10 Jahre und besteht aus einem umfassenden Curriculum, das islamische Rechtskunde, Theologie, Philosophie und Mystik umfasst. Auch danach widmet sich der Geistliche der lebenslangen Vertiefung dieser Fächer und kann sich zudem an den Universitäten gründlich in säkularen Fächern ausbilden. Diese Ausrichtung des gesamten Lebens der Führungskräfte eines Landes auf geistige Werte, bestimmt die Atmosphäre der Stadt. Es dürfte ein auf der Welt einmaliger Ort sein. Der Personenkreis, der hier dominiert, ist tatsächlich eine geistige Elite, nicht die Pseudoeliten, die heute anderswo, gerade in Europa oder den USA als Eliten angeboten werden. Dort besteht die gesellschaftliche sog. Elite aus den wert- und bildungslosen Wirtschaftsbossen, die ihre perfide Intelligenz an ihre materielle Gier verkauft haben, und sie besteht aus deren Schergen, den stumpfsinnigen Politfunktionären, zumeist ohne jede Berufserfahrung nach einem gerade mal absolvieren Fachstudium, ja immer häufiger gar ohne Studienabschluss.

Die sog. akademische Elite besteht immer mehr aus Leuten, die an der Universität geblieben sind, da sie zu sonst nichts im Leben taugen. Ihre akademische Leistung erschöpft sich in sinnloser geistiger Selbstbefriedigung, oft gar in Fächern, die ohnehin als solche schon sinnlos sind, wie Genderstudies, der größte Teil der Linguistik. Andere Fächer sind durch eine selbstreferenzielle Methodendiskussion verseucht.

Der grundlegend andere Ansatz zu geisteswissenschaftlichen Studien, der mir im Iran entgegentrat, war die innere Ausrichtung dieser Studien auf die Erziehung zu geistig-menschlichen Werten. Diese Ausrichtung gewinnen sie dadurch, dass sie auf den Werten der iranischen Kultur gründen, den Werten des Islam. So dienen sie der Bildung des Menschen im eigentlichen Sinne, so, wie dies Europa, solange Europa noch eine Kultur hatte, auch tat. Im Iran gibt es auch Bildung im eminentesten Sinne, da die islamische Revolution dem Land nicht nur seine islamische Kultur zurückgegeben hat: Die islamische Revolution hat dem Iran eine Staatsform gegeben, die auf den Werten des Islam beruht.

Staaten, die ganz auf einem genuinen Wertesystem beruhen, kenne ich weltweit keine. Das Wertesystem des Westens ist der Ausverkauf aller Werte der abendländischen Kultur und ihr Ersatz durch eine Religion der sog. liberalen Demokratie: Eine Lüge, die von Menschenrechten spricht und dabei Mord und Chaos weltweit verbreitet, und das damit rechtfertigt, westliche Lottermoral der absoluten Beliebigkeit verbreiten zu müssen.

Das Sowjetsystem war die Herrschaft einer spießerhaft-bürgerlichen Funktionärskaste, bemäntelt mit den zu leeren Phrasen herabgesunkenen Emblemen einer großen Idee, aufrechterhalten durch brutale Gewalt, für China gilt das heute zu 200 Prozent.  Sicherlich hat jede menschliche Ordnung ihre Unvollkommenheiten. Es gibt unübersehbare Mängel des Systems auch im Iran, über vieles kann man getrennter Ansicht sein. Der Zwang zur Religion hat auch negative Aspekte. Hier die rechte Balance zu finden, ist schwierig. Der Iran hatte nie die Freiheit von äußerem Druck, diese Balance zu finden. Er ist durch äußeren Druck, seit dem Bestehen der islamischen Republik, im permanenten Ausnahmezustand. Deshalb will ich hier von den Mängeln schweigen. Über die scheint es mir dann angebracht zu reden, wenn der Iran nicht mehr durch äußeren Druck in die Defensive gezwungen ist.

In der jetzigen Situation ist es angebracht, darauf zu verweisen, dass der Iran dadurch in der Welt alleine dasteht, dass sein politisches System als einziges weltweit auf geistigen Werten beruht, auf den geistigen Werten einer großen Religion und auf einer großen, alten Kultur. Das spürt man in diesem Land auf Schritt und Tritt. Die islamische Revolution war das Werk eines der außergewöhnlichsten Männer des 20. Jahrhunderts. Durch seine geistige Autorität hatte sie eine weltweite Ausstrahlung und wirkt noch heute: Sie hat den politischen Islam begründet. Nur als eine politische Kraft kann der Islam heute bestehen, wäre der Islam – nicht der Pseudoislam der vielen korrupten Regime des islamischen Kulturkreises – eine stärkere politische Kraft, würde sich die Welt in eine bessere Richtung bewegen. Es wäre wünschenswert, dass mehr Muslime und überhaupt mehr Menschen, deren Sinn für geistige Werte noch nicht völlig abgestumpft ist, den Iran besuchen. Ich bin sicher, sie würden bereichert zurückkommen.

Der Druck auf den Iran, den wir heute wieder erleben, ist im Grunde genau der Tatsache geschuldet, dass alleine der Iran eine konsequente, von Werten geleitete Politik verfolgt. Während immer mehr „islamische“ Staaten vor der verbrecherischen und – bislang – erfolgreichen Politik Israels einknicken oder sich an den Westen verkaufen, bleibt der Iran wie kein anderer Staat in seiner Gegnerschaft zu Israels illegitimer Gewalt unbeugsam und verweigert sich den mörderischen Machtspielen des Westens. Dabei bleibt der Iran wehrhaft, und er hat bewiesen, dass er sich im Falle eines Angriffs zu wehren weiß, aber der Iran ist kompromisslos friedlich.

Die Politik des Iran zielt – selbst gegenüber Israel – auf friedliche Lösungen. Dies entspricht den geistigen Werten, die der Iran vertritt. Und dies macht das Land so unbequem für Staaten, deren Politik auf Machtgier und Mord ausgerichtet ist. Der Kampf des Iran gegen seine Gegner war und ist der Kampf der Zivilisation und wahren Menschlichkeit gegen Barbarei, des Geistes gegen die Herrschaft niederer Triebe, der Friedfertigkeit gegen rohe Gewalt, der Unterstützung der Schwachen gegen Unterdrückung und Massenmord, der Gerechtigkeit gegen Verbrechen.

Die zerstörerischen Kräfte des Verbrechens haben die Islamische Republik Iran seit fast 40 Jahren mit den perfidesten Mitteln zu vernichten gesucht; es ist ihnen nicht gelungen. Ich bin zuversichtlich, es wird ihnen auch in Zukunft nicht gelingen: Ein Staat, der sich auf geistige Werte gründet und unerbittlich und mit allen Mitteln dafür einsteht, lässt sich nicht besiegen.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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The Lost Requiem Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Während sich heutzutage in kürzester Zeit Tausende Polen mobilisieren lassen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren, und dieses von AfD-Wählern in Deutschland gefeiert wird, waren im zweiten Weltkrieg Hunderttausende polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran herzlich willkommen geheißen worden.

Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
Evangelische Frauen attackieren EKD-Spitze „Nicht ein bisschen Einfühlung in die Situation der Opfer“

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Köln – Unmittelbar vor Beginn der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom 11. bis 14. November in Würzburg wirft die Vorsitzende der „Evangelischen Frauen in Deutschland“ (EFiD), Susanne Kahl-Passoth, der EKD schwere Versäumnisse im Umgang mit dem Problem sexuellen Missbrauchs vor. „Wir tun in der EKD so, als ob Missbrauch bei uns nicht so vorgekommen wäre. Eine Auseinandersetzung mit Ursachen und begünstigenden Strukturen fehlt völlig“, sagte Kahl-Passoth dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Einen Vergleich mit der katholischen Kirche und den Hinweis auf deren höhere Fallzahlen nannte die pensionierte Kirchenrätin und Ex-Chefin der Berliner Diakonie „zynisch“ mit Blick auf die Betroffenen. „Es gibt immer noch Leute, den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm eingeschlossen, die mit dem Thema Missbrauch am liebsten nichts zu tun hätten und sich nicht ein bisschen in die Situation der Opfer einfühlen.“ Deren Forderungen würden als unangenehm, lästig oder sogar unbillig abgetan – nach dem Motto, „was denken die sich eigentlich, und was wollen die von uns?“ Ähnlich äußerte sich auch die frühere Familienministerin Christine Bergmann, die der Missbrauchskommission der Bundesregierung angehört. Sie beklagte in puncto Aufklärung einen evangelischen Flickenteppich. „Es gibt keine zentrale Stelle, jede Landeskirche geht nach eigenen Konzepten vor. Die Standards sind so unterschiedlich, dass Intransparenz die logische Folge ist. Das macht es nicht zuletzt den Betroffenen schwer, mit der Kirche ins Gespräch zu kommen“, sagte Bergmann der Zeitung. Als erste Schritte forderte sie einen hochrangigen EKD-Missbrauchsbeauftragten, wie ihn die katholische Kirche mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann schon seit 2010 hat, eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene und deren Beteiligung an allen Prozessen der Aufarbeitung. „Die Zeit der Entschuldigungen ist vorbei. Es muss jetzt endlich verbindliche Standards und greifbare Hilfen geben.“ Erste Vorschläge aus der Kirchenkonferenz der EKD, der Versammlung der leitenden Geistlichen aus den 20 Mitgliedskirchen der EKD, gingen „in die richtige Richtung“, so Bergmann weiter. Hier weiter voranzukommen, sei die evangelische Kirche auch der Gesellschaft schuldig, die ihr wichtige Aufgaben etwa in der Jugendhilfe übertragen habe. „Der damit verbundenen Verantwortung ist die evangelische Kirche, was den Umgang mit dem Missbrauchsproblem betrifft, bislang überhaupt nicht gerecht geworden.“ Die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, hatte eine intensive Auseinandersetzung des Kirchenparlaments mit dem Thema Missbrauch angekündigt.