Menschenrechtsverletzungen in China
Jüdische Menschenrechtler verurteilen „Genozid“ gegen Uiguren in China

Von Ruth Ingram

Vergangene Woche stellten sich in London Juden an die Seite der uigurischen Muslime, um an die “Nie wieder“-Forderung zu erinnern und das Bewusstsein für das Grauen zu wecken, das sich gerade in Chinas Provinz Xinjiang abspielt. Mitglieder der René Cassin-Organisation – der jüdischen Stimme für Menschenrechte in Großbritannien – kamen zu einer Veranstaltung zum 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zusammen. Dort drückten sie ihre Solidarität mit den Uiguren aus, die einem ähnlichen Grauen gegenüberstehen. Das “nie wieder“ sei mittlerweile zu einem “hin und wieder“ verkommen, bemerkte die Leiterin der René Cassin-Organisation, Mia Hasenson-Gross, in ihrer Eröffnungsrede für den Abend und erklärte den Zuhörern, dass es sich bei der Internierung von mittlerweile anderthalb Millionen Uiguren bereits um den zehnten “Genozid“ dieser Art seit dem Zweiten Weltkrieg handle. Die René Cassin-Organisation wurde ins Leben gerufen, um die Werte ihres Namensgebers umzusetzen. René Cassin (1887-1976) war ein jüdischer Rechtsanwalt, der beim Entwurf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) mitgewirkt hat. Er hat geholfen, denjenigen eine Stimme zu geben, die keine haben und für sie einzustehen. Die karitative Organisation möchte die Allgemeinen Menschenrechte verbreiten und schützen und dabei auf die jüdischen Erfahrungen und Werte zurückgreifen. Hasenson-Gross zitierte Baruch Solomon, einen Blogger der René Cassin-Organisation: Die AEMR sei ein bemerkenswertes Dokument, aber sie würde ausgehöhlt, “wenn China, in dem ein Sechstel der Weltbevölkerung lebt, und das sich im Zentrum der internationalen Gemeinschaft befindet, sie mit Füßen tritt.“ Hasenson-Gross fügte hinzu: „Der 70. Jahrestag der Erklärung ist nur dann von Bedeutung, wenn er uns daran erinnert, dass wir als Menschenrechtsaktivisten unserer Rolle gerecht werden müssen. Wir müssen die Regierungen und Institutionen zur Verantwortung ziehen und in die Pflicht nehmen, um sicherzustellen, dass sie sich an die Prinzipien der Erklärung halten.“ Sie wies die Zuhörer eindringlich darauf hin, dass die Juden eine besondere Verantwortung tragen würden und angesichts willkürlicher Festnahmen und heimlicher Deportationen ihre Stimme erheben müssten.“ Uns sind als Individuen hinsichtlich dessen, was wir tun können, Grenzen auferlegt, aber wir alle können Bewusstsein für dieses Problem wecken. Jede Tat, wie gering sie auch scheint, ist ein Zeichen dafür, dass wir unsere Vergangenheit nicht vergessen haben“, sagte sie eindringlich. Die Rechtsanwältin Amy Woolfson, deren Sorge um die Uiguren in China geweckt wurde, als im vergangenen Jahr die Gräueltaten ans Licht kamen, zitierte William Wilberforce (1759-1833): „Wir können uns dafür entscheiden, wegzuschauen, aber wir können nicht sagen, dass wir es nicht gewusst hätten.“ In einem Artikel in den Jewish News hatte sie ihre Leser bereits daran erinnert, dass man Juden nicht vor Genoziden warnen muss: „Wir wissen, dass so etwas nicht über Nacht passiert“, erklärte sie. „Wir wissen, dass es damit beginnt, dass eine Kultur verteufelt wird, und damit, dass Hass und Unterdrückung zur Normalität werden. Dann beginnen Menschen zu verschwinden. Genau das passiert heute in China.“ Sie rief die jüdische Gemeinschaft eindringlich dazu auf, die Stimme zu erheben. „Ich bin überzeugt, dass wir als Juden eine besondere Verantwortung tragen, Zeugnis abzulegen von dem, was geschieht, und unsere Stimme zu erheben, wann immer uns das möglich ist.“ Dann sprach Dr. Rachel Harris, Forschungskoordinatorin der School of Arts an der School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London. Sie berichtete über ihr Entsetzen, als sie letzte Woche die Bestätigung erhalten hatte, dass 15 größere religiöse Stätten, darunter bedeutende Moscheen, komplett dem Erdboden gleichgemacht worden seien. Besonders, dass nun die Imam Asim-Moschee in den Außenbezirken Hotans verschwunden sei, habe sie bestürzt. „Von überall aus der Provinz kamen Pilger dorthin“, erzählte sie. „Dieses Vorgehen gegen die heiligen Stätten der Uiguren ist brutal.“ Als nächstes sprach die, in London lebende Sängerin, Übersetzerin, Menschenrechtsaktivistin und Rednerin Rahima Mahmut. Ihre gesamte Familie in Xinjiang hat die Verbindungen zu ihr abgebrochen, weil sie ansonsten Repressalien befürchten müsste. Mahmut sprach über die Tragödie der Uiguren in der Diaspora, die von ihrer Heimat und ihrer Familie abgeschnitten wurden. Sie erzählte über die “unerträgliche Qual“, die sie bei ihrer Übersetzertätigkeit leidet, wenn sie eine herzzerreißende Geschichte nach der anderen anhören muss. Sie erklärte, dass ihre Bemühungen und ihr Drang, die Geschehnisse an die Öffentlichkeit zu bringen, für sie unaussprechliches Leid verursacht hätten. Rabbi Benji Stanley, der Rabbi der Unabhängigen Synagoge von Westminster im Zentrum Londons, erklärte, dass die jüdische Antwort auf das eigene Leid darin bestehen soll, sich für diejenigen einzusetzen, die in der Gesellschaft am verletzlichsten seien. Er zitierte die Bibelverse aus dem Deuteronomium (25: 17-19) und wies darauf hin, dass es die Aufgabe der jüdischen Gemeinschaft sei, sich der bösen Taten zu erinnern, unter denen sie gelitten habe, und sicherzustellen, dass dies keinen anderen verletzlichen Gruppen widerfahre.
Von links nach rechts: Dr. Rachel Harris, Rabbi Benji Stanley und Rahima Mahmut. (Foto: Bitter Winter)
Er erklärte anhand des Beispiels der Juden, die von ihren Feinden auf ihrem langen Marsch nach Ägypten geschlagen wurden, dass die Menschen dann in größter Gefahr sind, wenn sie ihre Augen von Gott abwenden und in Gleichgültigkeit verfallen. Er bat die Juden inständig, nicht gleichgültig zu werden: „Wir dürfen niemals gleichgültig gegenüber den Verletzlichsten und Bedürftigsten werden“, erklärte er. Und fügte hinzu: „Wir verderben, wenn uns ihr Schicksal gleichgültig lässt.“ Er ermahnte die Zuhörer, sich daran zu erinnern, dass auch sie Fremde in einem fremden Land seien. Er bat sie inständig, durch die “ständige Berieselung mit grauenvollen Nachrichten“ nicht in Gleichgültigkeit und Passivität zu verfallen. „Denkt daran, dass in der Bibel 40 Mal dazu aufgefordert wird, den Fremden nicht zu unterdrücken“, erinnerte er. „Es kann auch leicht geschehen, dass ihr euch an eure eigenen Leiden erinnert, aber nicht an die Leiden anderer.“ Die Zuhörer wurden aufgerufen, an Parlamentsabgeordnete sowie direkt an das Britische Außenministerium zu schreiben, Druck auf die britische Regierung auszuüben, Amnesty International und andere Menschenrechtsgruppen zu unterstützen und den Uiguren in ihrem Leid zur Seite zu stehen. “Wir sind verantwortlich dafür zu sorgen, dass die spirituellen Anführer zusammenkommen und dieses Dilemma lösen“, sagte Mia Hasenson-Gross im Schlusswort. Sie fragte: „Wo ist das Vermächtnis der Erklärung, die wir vor 70 Jahren abgelegt haben, aber der wir nicht folgen?“ Erst vor kurzem habe das Passah-Fest die Juden daran erinnert, dass sie einst Sklaven gewesen waren, nun aber frei seien. “Lasst uns dafür sorgen, dass auch andere an dieser Freiheit teilhaben“, bat sie inständig.

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– Menschenrechtsverletzungen in China – China verweigert deutscher Menschenrechtsdelegation Xinjiang-Besuch Nach der Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Dr. Bärbel Kofler, fordert nun auch die Hohe Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, Zugang zu der mehrheitlich von muslimischen Uiguren bewohnten Region Xinjiang. Muslimische Staaten verhalten sich weiterhin insgesamt ungewohnt ruhig gegenüber China.
China verweigert deutscher Menschenrechtsdelegation Xinjiang-Besuch
 
Erschienen auf Bitter Winter.  

Treffen in Kiew
10 Milliarden Dollar: Türkei und Ukraine unterzeichnen Freihandelsabkommen

Kiew (nex) – Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay traf sich am gestrigen Montag in einer geschlossenen Sitzung mit dem neu gewählten ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in Kiew. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, einigten sich die Ukraine und die Türkei auf ein Freihandelsabkommen mit dem Ziel, das momentane bilaterale Handelsvolumen von sechs Milliarden Dollar auf 10 Milliarden Dollar zu erhöhen. Das Treffen, an dem Staatsoberhäupter, Parlamentspräsidenten und Minister aus verschiedenen Ländern teilnahmen. fand nach der Amtseinführung von Selenski im Parlamentsgebäude in Kiew statt. Oktay habe sich in der türkischen Botschaft auch mit Vertretern der Ahiska-Türken (Mescheten), Gagausen und Krimtataren getroffen. Bei dem Treffen betonte Oktay, dass die  Türkei ihre Unterstützung für die turksprachigen Minderheiten der Ukraine fortsetzen werde.

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– IDEF’19 – Türkei und Ukraine unterzeichnen Panzerraketen-Deal Das zum ukrainischen Staatskonzern „Ukroboronprom“ gehörende Unternehmen „Spetstechnoexport“ hat mit dem türkischen Staatsunternehmen „Makina ve Kimya Endüstrisi Kurumu“ (MKEK) einen Vorvertrag über die Lieferung von lasergelenkten Panzerraketen unterzeichnet.
Türkei und Ukraine unterzeichnen Panzerraketen-Deal
     

Ibiza-Affäre
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zum Fall Strache: Riecht nach Geheimdienst

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich in die Debatte um die Entstehung des Videos eingeschaltet, das zeigt, wie der jetzt zurückgetretene FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache 2017 auf Ibiza einer angeblichen russischen Oligarchin Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe in Aussicht stellte. Laut einem Bericht des stern, dem eine Audioaufnahme von Schäubles Aussagen vorliegt, sagte der 76-Jährige auf einer Veranstaltung an einem Freiburger Gymnasium am Montagnachmittag: „Da muss ja ziemlich viel Organisations- und Finanzkraft hinterstecken, diese Falle zu konstruieren, die ja nicht unintelligent war. (…) Was die da diesem Strache auf Ibiza vorgespielt haben, scheint einigermaßen plausibel gewesen zu sein. Der muss ja kein kompletter Idiot sein.“ Der CDU-Politiker kommt zu dem Schluss: „Irgendwie riecht’s nach irgendwas wie einem Geheimdienst.“ Schäuble hält es offenbar für möglich, dass Strache mit dem Video unter Druck gesetzt wurde. „Man fragt sich: Warum jetzt? Und wer hat es gemacht? Und zu welchem Zweck? Hat man gedacht, man kann den erpressen? Hat man ihn vielleicht die letzten zwei Jahre schon erpresst?“, sagte der frühere Bundesinnenminister.

Fußball
Simon Straudi verlängert beim SV Werder

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Bremen – Mit Simon Straudi kann der SV Werder Bremen ein weiteres Talent langfristig an sich binden. Der 20-jährige Mittelfeldspieler verlängert bei den Grün-Weißen und erhält ab dem 01.07.2019 einen Profi-Vertrag. Das gab Frank Baumann, Geschäftsführer Fußball, am Dienstagvormittag bekannt. „Simon ist ein junger, talentierter Spieler, der eine gute Entwicklung in seinem ersten Jahr bei der U23 genommen hat. In Zukunft soll er noch enger an den Bundesligakader heranrücken und somit seine positive Entwicklung fortsetzen“, erklärt Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt. Frank Baumann ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir Simon davon überzeugen konnten, seinen Weg bei uns fortzusetzen. Seit seinem Wechsel aus Tirol sind wir mit seiner Entwicklung sehr zufrieden und wir sind davon überzeugt, dass er bei Werder den Weg in die Bundesliga schaffen kann.“ Auch Simon Straudi will beim SV Werder die nächsten Schritte in seiner Karriere machen. „Es macht mich stolz, dass die Verantwortlichen von Werder Bremen auch weiterhin auf mich setzen. Ich versuche von Tag zu Tag besser zu werden, um meinen Traum von der Bundesliga zu verwirklichen und im Weser-Stadion auflaufen zu können“, so Simon Straudi. Simon Straudi wechselte im Sommer 2016 vom FC Südtirol in die U19 des SV Werder Bremen. Für die U19 absolvierte er 28 Spiele und erzielte dabei einen Treffer. Seit der laufenden Saison 2018/2019 gehört er zum Kader von Werders U23 an und lief insgesamt 14 Mal für das Regionalliga-Team auf. Dabei erzielte er ein Tor.

Umweltpolitik
3.700 Plastiktüten pro Minute: Deutsche Umwelthilfe unterstützt Verbotsforderung

Aktuelle Verbrauchszahlen belegen das Ausmaß des Plastiktütenverbrauchs: 2018 wurden in Deutschland zwei Milliarden Stück verbraucht – Plastiktüten sind eine Umweltsünde und Ressourcenfresser: Sie werden besonders oft in der Umwelt gefunden und stellen eine Gefahr für Meereslebewesen dar – Deutsche Umwelthilfe fordert Verbot von Plastiktüten oder eine Abgabe von mindestens 22 Cent – Knapp drei Viertel der Deutschen sprechen sich für ein Verbot aus Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat heute, 17. Mai 2019, neue erschreckende Zahlen zum Plastiktütenverbrauch in Deutschland veröffentlicht. Demnach wurden 2018 zwei Milliarden Stück verbraucht, was einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 24 Tüten entspricht. Im Jahr 2017 wurden von jedem Bürger durchschnittlich 29 Stück im Jahr genutzt. Dazu sagt die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Barbara Metz: „ZweiMilliarden  verbrauchte Plastiktüten pro Jahr sind nach wie vor ein Grund zur Sorge. Pro Minute fallen in Deutschland 3.700 Stück als Abfall an. Für deren Herstellung werden nicht nur begrenzt vorhandene fossile Ressourcen vergeudet und das Klima belastet, sondern sie werden auch vielfach in der Umwelt entsorgt – gerade in urbanen Ballungsräumen und touristischen Regionen. Plastiktüten tragen in erheblichem Maße zur Verschmutzung unserer Meere bei und werden zur tödlichen Gefahr für viele Meereslebewesen. Deshalb sollte die Plastiktüte der Vergangenheit angehören. Tag für Tag zeigen Millionen Verbraucher, dass es ohne geht. Anders als die eigentlich verantwortliche Umweltministerin Svenja Schulze, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller ein sofortiges Plastiktütenverbot in Deutschland. Wir unterstützen den Verbotsvorschlag und fordern Svenja Schulze auf, beim Umweltschutz nicht zu bremsen, sondern zu gestalten. Hierzu sind wirksame rechtliche Reglungen statt freiwilliger Deals mit der Wirtschaft notwendig.“ Gemäß einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey begrüßen fast drei Viertel der Deutschen ein Verbot von Plastiktüten. Erfahrungen aus Irland zeigen zudem, dass auch eine ausreichend hohe Abgabe auf Plastiktüten ähnlich wirksam ist wie ein Verbot. Deshalb käme nach Einschätzung der DUH auch eine Abgabe in Höhe von mindestens 22 Cent pro Plastiktüte als wirksames Instrument zu deren Vermeidung in Betracht.

Europawahl
Schulz: Regierungen Österreichs, Italiens, Polens und Ungarns gefährden die europäische Idee

Eine Woche vor der Europawahl hat der frühere SPD-Chef und Europapolitiker Martin Schulz die Regierungen Österreichs, Italiens, Polens und Ungarns scharf attackiert. Die „grandiose Idee“ eines Europas ohne Binnengrenzen werde heute „nicht etwa von irgendwelchen verrückten Extremisten gefährdet, sondern von den Regierungen in Wien, in Rom, Warschau und Budapest“, sagte Schulz in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Früher sei der Rechtsextreme Jean Marie Le Pen als Außenseiter isoliert gewesen. „Mittlerweile sind aus diesen Außenseitern knallhart kalkulierende Politiker in den Machtzentralen wichtiger Mitgliedsstaaten geworden. Das ist brandgefährlich.“ Besonders hart ging Schulz mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban ins Gericht. Orban wolle sich zum Führer der europäischen Rechten aufschwingen. „Er ist ein eiskalt kalkulierender Politiker ohne Prinzipien, ein gefährlicher Mann.“ Er befürchte, dass Regierungen wie die in Rom oder Budapest Kommissare schicken wollten, „die in der EU-Kommission nichts verloren haben“. Das Parlament müsse durchsetzen, dass keine „Leute als Kommissare in der EU Einzug halten, die sich den Prinzipien von Toleranz, Respekt und Solidarität nicht zu hundert Prozent verpflichtet fühlen“. Schulz erwartet einen Wahlerfolg der Rechtspopulisten. Es werde eine „etwas größere rechte Gruppe geben“ im Europaparlament. Die wird aber hoffentlich nicht so stark, dass sie entscheidenden Einfluss nehmen kann.“ Scharfe Kritik äußerte Schulz auch am britischen Europaabgeordneten Nigel Farage, dem mit seiner Brexit-Partei gute Ergebnisse vorhergesagt werden. „Nigel Farage ist ein Lügner und Europahasser. Seit Jahren nutzen er und seine Leute aus der Brexit-Partei das Geld und die Infrastruktur des Europaparlaments, um diese demokratische Institution zu zerstören.“ Wenn er wieder ins Parlament einziehen würde, wäre das „ein Zynismus, der durch nichts zu überbieten ist“. Schulz rief die britischen Euro-Gegner auf, ihren Mandate nach der Wahl nicht wahrzunehmen.

Türkisch-amerikanische Beziehungen
USA: Trump senkt Zölle auf türkischen Stahl

Washington (nex) – US-Präsident Donald Trump kündigte am Donnerstag die Senkung der Zölle auf türkischen Stahl von 50 Prozent auf 25 Prozent an. Damit werden die Zölle wieder auf das Niveau gesenkt, wie sie vor den Spannungen zwischen der USA und der Türkei lagen. Trump hatte im vergangenen Jahr wegen des in der Türkei inhaftierten US-Pastors Andrew Brunson eine Verdoppelung der Zölle auf türkisches Stahl und Aluminium genehmigt. Die Türkei reagierte darauf mit einer Erhöhung der Zölle auf US-Autos, Alkohol und Tabakimporte. Ein türkisches Gericht verurteilte den Pastor am 9. Oktober zu drei Jahren und 45 Tagen Gefängnis, ließ ihn aber frei, da das Gericht seine Haftzeit angerechnet hatte. Brunson saß wegen Terrorismus-Vorwürfen seit dem 7. Oktober 2016 in türkischer Haft und wurde am 23. Juli 2018 in den Hausarrest entlassen. Trump teilte am Donnerstag mit, dass die Importe von Stahlerzeugnissen aus der Türkei im Jahr 2018 um 48 Prozent zurückgegangen seien, „daraus folgerte, dass sich die Kapazitätsauslastung der heimischen Industrie zu diesem Zeitpunkt auf etwa das von Wirtschaftsminister Wilbur Ross empfohlene Zielniveau verbessert habe“. Dieses Niveau, so Trump, „wird die finanzielle Tragfähigkeit“ der US-amerikanischen Stahlindustrie langfristig verbessern. „Angesichts dieser Verbesserungen habe ich entschieden, dass es notwendig und angemessen ist, den höheren Zoll auf Stahlimporte aus der Türkei aufzuheben“, sagte Trump. Ankara begrüßte die Ankündigung, betonte jedoch, dass alle „Hindernisse beseitigt“ werden müssten, so die türkische Handelsministerin Ruhsar Pekcan auf Twitter.

USA und Türkei möchten Handelsvolumen auf 75 Milliarden Dollar steigern

Die USA und die Türkei planen, das derzeitige Handelsvolumen von etwas mehr als 20 Milliarden Dollar, um mehr als das Dreifache auf 75 Milliarden Dollar zu steigern, sagte die türkische Handelsministerin im April. 

Dafür soll unter anderem eine zollfreie High-Tech-Kooperationszone in der Türkei entstehen, sagte Pekcan vor Wirtschaftsführern in der US-Hauptstadt. „Ich lade alle amerikanischen High-Tech-Unternehmen ein, dort allein oder gemeinsam mit türkischen Partnern zu investieren“, so die Ministerin. 

Im Februar haben sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der US-Präsident Donald Trump darauf geeinigt, die Wirtschaftsbeziehungen auszubauen. Um die hierfür nötigen Schritte zu besprechen, empfing Trump im vergangenen Monat den türkischen Finanzminister im Weißen Haus. Auch US-Finanzminister Steve Mnunchin und Trumps Chefberater Jared Kushner, nahmen an dem Treffen teil.

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– Washington – USA und Türkei möchten Handelsvolumen auf 75 Milliarden Dollar steigern

Die USA und die Türkei planen, das derzeitige Handelsvolumen von etwas mehr als 20 Milliarden Dollar, um mehr als das Dreifache auf 75 Milliarden Dollar zu steigern, sagte die türkische Handelsministerin am Dienstag.

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Ratgeber
Finanzielle Engpässe überbrücken – So geht’s!

Der neue Monat lässt auf sich warten und das Geld wird knapp. Finanzielle Engpässe können jeden treffen. Gerade Familien finden sich aufgrund von unvorhergesehenen Ereignissen immer mal wieder in dieser Situation wieder. Was können also Betroffene tun, um weder in Verzug zu geraten, noch echte Probleme zu erhalten, den Lebensunterhalt zu bestreiten? Geldnot trifft fast jeden Menschen mindestens einmal im Leben. Die heutige Gesellschaft ist so schnelllebig und rasant, dass unvermittelte Geschehnisse in finanziell kritischen Situationen gipfeln können. Insbesondere Familien haben mit solchen Umständen zu kämpfen, da das Leben als Familie wesentlich mehr Verantwortung mit sich bringt und eine schnellere Entscheidungsfindung fordert. Geldnot trifft fast jeden Menschen mindestens einmal im Leben. Die heutige Gesellschaft ist so schnelllebig und rasant, dass unvermittelte Geschehnisse in finanziell kritischen Situationen gipfeln können. Insbesondere Familien haben mit solchen Umständen zu kämpfen, da das Leben als Familie wesentlich mehr Verantwortung mit sich bringt und eine schnellere Entscheidungsfindung fordert. Plötzlich bleibt das Auto liegen, die Waschmaschine streikt oder eine nicht einkalkulierte Steuernachzahlung flattert ins Haus – und das Geld ist knapp. Eine derartig heikle Finanzlage kann Familien und Betroffene zur Verzweiflung treiben. Doch es gibt Möglichkeiten und Alternativen, um die finanziellen Engpässe zu überbrücken. Kurzfristige Finanzierungen Finanzierungsmöglichkeiten auf kurzfristiger Basis sind immer dann nützlich, wenn das Ende der finanziellen Misere in Reichweite ist, aber die fälligen Ausgaben keinerlei weitere Progression dulden. Warten auf einen Schlag mehrere Rechnungen auf eine Begleichung, sind kurzfristige Finanzspritzen ideal. Dafür sollte man einfach einen Kleinkredit beantragen. Dabei kann zwischen drei unterschiedlichen Kredittypen differenziert werden. Der Minikredit beherbergt eine geringe Kreditsumme, die meist nicht die Grenze von 1.500 Euro übersteigt. Solche Finanzspritzen auf eine kurze Laufzeit ausgelegt – drei Monate sind das Maximum. Dadurch fallen Minikredite kaum ins Gewicht. Die Gewissheit, dass ein Geldeingang in der entsprechenden Höhe ansteht, ist allerdings absolute Voraussetzung. Konsumkredite sind ebenfalls an geringen Summen gekoppelt. Die Laufzeit ist dafür länger und ermöglicht eine Streckung der Tilgung, was niedrige Raten nach sich zieht. Familien haben oftmals die Möglichkeit, sehr günstige Angebote im Internet wahrzunehmen. Der Zinssatz wird nach der eigentlichen Anfrage berechnet, denn die Abfrage der Bonität ist vonnöten. Die meisten Menschen haben automatisch den Dispokredit auf dem Konto, der eine Überziehung duldet. Für äußerst kurzfristige Engpässe ist der Dispo durchaus geeignet, sollte allerdings im Idealfall einen zügigen Ausgleich erfahren. Die Zinsen für den Überziehungskredit sind oftmals höher als im Normalfall. In der Regel ist es für Betroffene einfacher, einen Ratenkredit abzubezahlen als einen Dispokredit. Wer zudem bereits einen negativen SCHUFA-Eintrag sein Eigen nennt oder anderweitige Negativeinträge in den jeweiligen Ämtern aufweist, dürfte für eine herkömmliche Finanzierung nur bedingt in Frage kommen. Geld an den richtigen Stellen sparen Situativ kann es gelingen, finanzielle Engpässe durch Einsparungen zu revidieren und einen Ausgleich zu erzielen. Dafür muss sich die Zahlungsverpflichtung auf einen geringen Betrag beziehen, so dass ein gewisser Spielraum vorherrscht. Beim Wocheneinkauf lässt sich durchaus Geld sparen, das genutzt werden kann, um den wartenden Rechnungen nachzukommen. Eine gezielte Vorgehensweise beim Einkaufen und der Vergleich von Preisen kann Einsparungen erzielen. Das Auto ist ebenfalls ein willkommener Faktor, um Geld zu sparen. Wer allgemein weniger fährt und das eigene Auto auch mal stehen lässt, schont das Portemonnaie. Vor allem in städtischen Gebieten bieten öffentliche Verkehrsmittel eine günstigere Alternative. Die kurzfristige Anschaffung von Fahrkarten käme im Endeffekt auf denselben Betrag. Gerade Familien mit Kindern dürften beim Thema Unternehmungen ins Grübeln kommen. Freizeitaktivitäten in Zeiten von Geldnöten sollten genauestens durchdacht sein und auch mal nach hinten geschoben werden. Aufgeschoben ist schließlich nicht aufgehoben. Zudem gibt es in jeder Region der Republik unzählige Ausflugsangebote, die kaum Kosten verlangen oder sogar komplett kostenfrei sind. Finanzielle Reserven aufbauen Wer in Zukunft finanzielle Notlagen vermeiden möchte, sollte sich im Idealfall einen Haushaltsplan entwerfen, der den Aufbau von finanziellen Reserven vorsieht. Am Monatsanfang sollte ein fester Betrag auf ein externes Konto, Sparbuch oder Tagesgeldkonto überwiesen werden, um einen Puffer aufzubauen. Verträge können heutzutage die eigenen Finanzen übermannen. Daher lohnt es sich, die eigenen Verträge – etwa Handy, Strom oder Kfz-Versicherung – zu überdenken und gegebenenfalls zu einem günstigeren Tarif wechseln. Die Einsparungen sollten ebenfalls aufs Sparkonto wandern. Prinzipiell sollte das Sparen ein allgegenwärtiger Faktor im Leben sein und niemals aufhören.

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– Ratgeber – Berechnung zeigt: Kredit umschulden spart hunderte Euro

Mehr als 1 Billion Euro betrug die Summe der Kredite an Privatpersonen laut Bundesbank Ende 2014, jüngere Zahlen gibt es nicht. Anders als Sparer profitieren Kreditnehmer vom derzeit niedrigen Zinsniveau.

Berechnung zeigt: Kredit umschulden spart hunderte Euro

Arbeitspolitik
Deutschland mit zweitniedrigster Arbeitslosenquote in der EU

Die Erwerbslosenquote in Deutschland ist 2018 das neunte Jahr in Folge gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilt, waren 3,4 % der 15- bis 74-jährigen Erwerbspersonen ohne Arbeit. Das war nach Tschechien (2,2 %) der zweitniedrigste Anteil in der Europäischen Union (EU). Die EU-weit höchste Erwerbslosenquote verzeichnete 2018 Griechenland. Laut des EU-Statistikamtes Eurostat waren dort 19,3 % der 15- bis 74-jährigen Erwerbspersonen ohne Arbeit. Zweistellige Quoten verzeichneten auch Spanien 15,3 % und Italien 10,6 %. Der EU-Durchschnitt lag bei 6,8 %. Damit waren 2018 in der EU insgesamt rund 16,9 Millionen Menschen erwerbslos. Fast die Hälfte (43,5 %) von ihnen galt als langzeiterwerbslos, suchte also bereits mehr als ein Jahr nach einem neuen Job. In den letzten Jahren ist die Zahl der Erwerbslosen in der EU stetig zurückgegangen. Auf dem Höhepunkt der Arbeitsmarktkrise im Jahr 2013 waren EU-weit 10,9 % beziehungsweise rund 26,3 Millionen Erwerbspersonen ohne Arbeit. Vergleichsweise schwierig blieb die Arbeitsplatzsuche für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger. Jugenderwerbslosenquote in Deutschland am niedrigsten Die EU-weite Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen lag 2018 bei 15,2 % und war damit mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt aller Altersgruppen (6,8 %). Die höchste Jugenderwerbslosenquote hatte Griechenland (39,9 %). Es folgten Spanien (34,3 %) und Italien (32,2 %). Deutschland verzeichnete mit 6,2 % den niedrigsten Wert aller EU-Staaten. Als erwerbslos gelten nach dem ILO-Konzept alle Personen einer Altersgruppe, die nicht erwerbstätig sind, aber aktiv nach einer Arbeit suchen und für diese sofort zur Verfügung stehen würden. Zu den Erwerbspersonen zählen Erwerbstätige und Erwerbslose. Die Daten zu den Erwerbslosen sowie zur Langzeiterwerbslosigkeit sind in der Eurostat Datenbank verfügbar. Weitere EU-Statistiken zum Arbeitsmarkt finden Sie im Bereich „Europa in Zahlen“.

Immobilien
Wie viele Zimmer gibt es für 250.000 Euro?

Eine Kaufpreis-Analyse von immowelt.de zeigt, wie viele Zimmer Käufer in den 14 größten deutschen Städten für ihr Budget im Median bekommen: 100.000 Euro: In Dortmund und Essen bekommen Käufer 3 Zimmer, in Berlin kein einziges / 200.000 Euro: In Leipzig sind 4 Zimmer möglich – in München bekommt man nicht mal eine 1-Zimmer-Wohnung / 500.000 Euro: In fast allen Städten reicht das Budget für 4 Zimmer, nur in München nicht Immobilienkäufer haben meist eine klare Vorstellung von der Größe ihrer Wunschimmobilie. Doch wie viel Budget sie dafür einplanen müssen, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt erheblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Markt-Analyse von immowelt.de, in der die Kaufpreise von Wohnungen in den 14 deutschen Städten untersucht wurden. Die mittleren Preise für 1-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 40 Quadratmetern reichen demnach von 32.000 Euro in Dortmund bis 215.000 Euro in München. Immobilienkäufer könnten sich demnach sechs Wohnungen in Dortmund für den Preis von einer Einraumwohnung in München kaufen. Allerdings sind in der bayerischen Landeshauptstadt die Ausstattung und der Sanierungsstand der angebotenen Wohnungen in der Regel besser als im Ruhrgebiet. Ruhrgebiet: 3 Zimmer für 100.000 Euro Immobilienkäufer, die nicht mehr als 100.000 Euro ausgeben möchten und Abstriche bei der Ausstattung in Kauf nehmen, kommen besonders im Ruhrgebiet auf ihre Kosten. Dortmund und Essen sind bei allen Wohnungsgrößen am günstigsten – die beiden NRW-Städte sind zudem die einzigen, in denen für 3-Zimmer-Wohnungen im Median weniger als 100.000 Euro verlangt werden. In Leipzig, Dresden und Bremen bekommen Immobiliensuchende immerhin noch zwei Zimmer. In Düsseldorf, Nürnberg und Hannover genügt das Budget noch für ein Zimmer. In den beliebtesten Metropolen müssen Käufer hingegen mehr Geld investieren. In Berlin kostet eine 1-Zimmer-Wohnung inzwischen im Mittel 125.000 Euro. Vor einigen Jahren ist es in der Hauptstadt noch einfacher gewesen, Immobilien im fünfstelligen Bereich zu finden. Durch den Immobilienboom und die gestiegene Nachfrage sind die Preise in den vergangenen Jahren allerdings stark gestiegen. Das trifft auch auf Frankfurt, Stuttgart und Hamburg zu, wo selbst kleine Wohnungen aktuell im Mittel teurer als 100.000 Euro sind. 200.000 Euro: 4 Zimmer in Leipzig, keines in München Wer hingegen 200.000 Euro ausgeben kann, findet in fast allen untersuchten Städten eine Wohnung. Einzige Ausnahme ist München. In der bayerischen Landeshauptstadt muss für eine 1-Zimmer-Wohnung mit 215.000 Euro kalkuliert werden. Wie stark sich die Preise deutschlandweit unterscheiden, zeigt der Vergleich zu Leipzig, wo Käufer sogar eine 4-Zimmer-Wohnung für im Mittel 197.000 Euro bekommen. In Düsseldorf reicht das Budget immerhin noch für 3 Zimmer, in Frankfurt und Berlin für 2 Zimmer. Halbe Million reicht meistens für Familienwohnung Um ausreichend Platz in der Wohnung zu haben, ist in den größten deutschen Städten hingegen deutlich mehr Kapital notwendig. Mit einer halben Million finden Käufer in größten Ballungsgebieten familientaugliche 4-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 100 Quadratmetern Wohnfläche. In Berlin, Hamburg und Stuttgart kosten diese im Mittel jeweils 369.000 Euro, in Frankfurt 355.000 Euro. Wer in den drei Städten eine halbe Million ausgibt, bekommt nicht selten sogar eine Neubau-Wohnung, zumindest aber ein kürzlich saniertes Objekt. Nur in München müssen Familien auf weniger Platz wohnen: Hier reichen 500.000 Euro für drei Zimmer. Berechnungsgrundlage: Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 14 deutschen Großstädten über 500.000 Einwohnern waren 150.000 auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der im Jahr 2018 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.