Türkei
Erdogan lobt Ex-Kanzler Gerhard Schröder: Viel von ihm gelernt
Energiepolitik
Türkei: Spannungen um Erdöl- und Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer
„Wenn ich 1959 Premierminister gewesen wäre, hätte ich das Zypernproblem anhand der Harding-Vorschläge gelöst. Wenn ich Außenminister gewesen wäre, hätte ich die Züricher und Londoner Vereinbarungen nicht unterschrieben. Wenn ich doch unterschrieben hätte, hätte ich diese eingehalten. Die Bemühung um die Abschaffung der Vereinbarungen, die von Makarios selbst unterschrieben worden waren, war ein Fehler und kommt einem Verbrechen gleich. Nach diesen Ereignissen eskalierte die Situation und wurde zu einem blutigen Ereignis, bei dem die Zyperngriechen Gräueltaten an den Zyperntürken verübt haben, die wir nicht leugnen können.“ (10)Der ständige Verweis der Zyperngriechen als auch der EU auf die internationale Anerkennung als „Republik Zypern“ soll die völkerrechtliche Legitimität begründen und damit auch das Recht der zyperngriechischen Administration in Gewässern im Umkreis von Zypern und darüber hinaus Lizenzen zur Ausbeutung von Erdöl und Erdgas vergeben zu können. Die EU stellt sich bei dieser Frage hinter die Zyperngriechen, da der griechische Teil der Insel EU-Mitglied ist und vor allem ein Interesse daran hat, dass internationale Energiekonzerne im östlichen Mittelmeer Gas und Erdöl fördern. Die Zyperngriechen erhoffen sich durch die Förderung von Erdöl und Erdgas Milliarden an zusätzlichen Einnahmen. Die „Republik Zypern“ hat mit zahlreichen internationalen Energiekonzernen sowie Anrainerstaaten wie Ägypten, Libanon, Israel Abkommen über die Ausbeutung von Gas und Öl abgeschlossen. Die größten Gasvorkommen in der Levante werden von Israel und Ägypten beansprucht. Nach Ansicht von Energieexperten gelten das 2010 entdeckte Gasfeld Leviathan und das ägyptische Zohr mit 450 Milliarden Kubikmetern zu den größten Gasfeldern. (13) Das israelische Gasfeld Leviathan sollte diesen Dezember beginnen Gas zu fördern. Die Grenzen des türkischen Festlandssockels und der Ausschließlichen Wirtschaftszone im Mittelmeer

Die Länder Griechenland, Ägypten, der griechische Teil Zyperns sowie Israel haben gegen die Vereinbarungen zwischen der Türkei und Libyen protestiert, weil es gegen internationales Recht verstoßen würde. Das Abkommen ist eine Reaktion auf das vom griechischen Teil Zyperns und Griechenlands mit Israel, Libanon, Ägypten und Jordanien gegründeten „Eastern Mediterranean Gas Forum“ 2019 in Kairo. (16)
Die Staaten auf der rechten Seite der Tabelle kooperieren in Bezug auf die Ausbeutung der Energieressourcen miteinander. Mit Libyen hat die Türkei eine Vereinbarung über eine gemeinsame Seegrenze getroffen. Das türkische Nordzypern hatte 2011 einen Vertrag mit der Türkei über die Grenze des Festlandssockels und der Ausschließlichen Wirtschaftszone abgeschlossen. Es bleibt abzuwarten wie sich die Geschehnisse um die Ausbeutung von Erdgas und Erdöl im östlichen Mittelmeer weiterentwickeln.
Der Aspekt der Wirtschaftlichkeit bei der Förderung von Erdgas im östlichen Mittelmeer
Wenn Energiekonzerne großes Kapital in die Ausbeutung von Energieressourcen investieren, muss sich das für diese Unternehmen betriebswirtschaftlich lohnen. Das gilt allgemein für alle Projekte mit Erdgas und Erdöl. Es gibt die Möglichkeit das geförderte Gas über eine Pipeline nach Europa zu transportieren, was nach Ansicht von Energieexperten sehr kostspielig ist. Eine Pipeline über das Meer nach Griechenland („East Med Pipeline“) und von dort über den Landweg nach Deutschland würde nach Meinung von Experten rund 7 Milliarden Euro kosten. (17) Eine weitere Variante wäre das verflüssigte Gas mit Tankern zu transportieren.
Es gibt in Europa bereits Gas-Pipelines. Eine Pipeline vom Mittelmeer müsste auf dem europäischen Gas Markt zwangsläufig mit dem Gas aus Russland und auch aus Aserbaidschan konkurrieren. Die geplante Gas-Pipeline am Mittelmeer soll von 2025 an Gas nach Europa liefern. Folgendes Szenario wäre in ein paar Jahren denkbar: Die Gas-Pipeline vom östlichen Mittelmeer liefert Gas nach Europa. Auf dem europäischen Gasmarkt gibt es mehrere Anbieter. Daraufhin senkt Russland die Gaspreise und das würde den Investoren des Erdgases vom Mittelmeer Kopfzerbrechen bereiten, weil diese mit stabilen bzw. nicht mit sinkenden Gaspreisen gerechnet haben.
Deutschland bezieht seit Jahrzehnten Erdgas aus Russland. Das sorgt für Streit zwischen Deutschland und den USA, weil Deutschland mit Russland die „Nord Stream“ Pipeline unter der Ostsee baut. Die Vereinigten Staaten sehen darin ein Problem bezüglich der Dependenz von Russland. Die deutsche Bundesregierung hat es bisher abgelehnt auf die US Forderungen nach einer Einstellung des Projekts einzugehen. In einem Beitrag des Nachrichtensenders n-tv äußert sich die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Claudia Kemfert kritisch über die geplante „East Med“ Gas-Pipeline. Der Energiebedarf Europas werde eher abnehmen, es gebe genug Gas auf dem Markt und eine Gas-Pipeline vom Mittelmeer rechne sich nur bei voller Auslastung. (17)
Zuerst erschienen auf Sicht vom Hochblauen.
Fußnoten: (1) Vgl. Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen und Übereinkommen zu Durchführung des Teils XI des Seerechtsübereinkommens https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:1998:179:0003:0134:DE:PDF (abgerufen am 28.11.2019) (2) Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Seev%C3%B6lkerrecht (3) Vgl. https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/konflikt-um-energiereserven-im-oestlichen-mittelmeer-droht-ein-kampf-ums-gas/24529086.html (4) Vgl. https://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-und-zypern-streiten-um-gas-monopoly-im-mittelmeer-a-1277135.html (5) Vgl. https://www.spiegel.de/politik/ausland/gas-im-mittelmeer-streit-zwischen-tuerkei-und-zypern-israel-und-libanon-a-1193535.html (03.12.2019). (6) Hierzu schreibt der Jurist Prof. Dr. Christian Rumpf: „Das, was heute als Republik Zypern völkerrechtlich anerkannt ist und handelt, ist innerstaatsrechtlich – im Hinblick auf die Gesamtverfassung der Insel – nur die griechische Volksgruppe, die sich sowohl der volksgruppenspezifischen Selbstverwaltungs- als auch der Zentralverwaltungselemente bedient, die im Wesentlichen miteinander verschmolzen worden sind.“ (7) Vgl. hierzu den Garantievertrag vom 19. Februar 1959, der am 16. August 1960 in Kraft trat. In Artikel 1 heißt es „Die Republik Zypern unternimmt alle notwendigen Anstrengungen, um ihre Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit und Sicherheit unter Beachtung ihrer Verfassung zu schützen. Sie unterlässt es, ganz oder teilweise an einer wie auch immer gearteten politischen oder wirtschaftlichen Gemeinschaft mit einem Staat teilzunehmen. Sie erklärt dementsprechend jede, auf die Errichtung einer Union mit einem anderen Staat oder zur Teilung der Insel gerichtete Aktivität, direkt oder indirekt, zu verbieten.“, vgl. unter http://www.verfassungen.eu/cy/garantievertrag60.htm (8) Vgl. hierzu Artikel 4 des Garantievertrags sowie Rumpf, Christian: Zur Rechtslage Zyperns – Grundlagen und Konfliktlinien (2004), S. 6. (9) Vgl. Gürle, Cevdet (2002): Zypern in seinen Beziehungs- und Konfliktverhältnissen zu Türkei und Griechenland, Hamburg, Diplomica GmbH, S. 52-53. (10) Mitsotakis gesteht ein: Wir können die Gräueltaten der Zyperngriechen an den Zyperntürken nicht leugnen, in: Zypern Aktuell, Jahrgang 1 Nr. 4. Juni (1999), S. 1. (11) https://www.bbc.com/turkce/haberler-dunya-48225246 (abgerufen am 06.12.2019). (12) Vgl. ebd. (13) Vgl. https://www.nzz.ch/international/israel-libanon-gespraeche-ueber-erdgas-im-mittelmeer-ld.1485415 (14) Vgl. https://www.aa.com.tr/tr/dunya/turkiye-libya-anlasmasi-turkiyenin-dogu-akdeniz-politikasinda-onemli-kazanim/1662097 (abgerufen am 06.12.2019). (15) Vgl. ebd. (16) Vgl. https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/gas-funde-im-mittelmeer-wecken-grosse-begehrlichkeiten,RRISZ2A (abgerufen am 06.12.2019). (17) Vgl https://www.welt.de/wirtschaft/article203965780/Erdgas-Pipelines-Russland-schafft-neue-Abhaengigkeiten-im-Westen.html
Bundesliga
Online Casino Unibet wird offizieller Sponsor vom RB Leipzig
🤝@Unibet_DE has become the Official Sportsbetting partner of #RBLeipzig!
— RB Leipzig English (@RBLeipzig_EN) January 18, 2019
Under the motto "By players, for players", #DieRotenBullen will work with #UNIBET for the next three seasons until the end of 2020/21. pic.twitter.com/44mGTzlE6a
Zusammen mit Martin Beranek (Country Manager der DACH Kindred Group) hielt Geschäftsführer Oliver Mintzlaff ein Trikot mit der Nummer 21 hoch, während Martin Beranek mit einem breiten Lächeln eines mit der Nummer 20 in den Händen hielt. Unter den großen roten Zahlen war das Wort Unibet zu lesen. Auch Werbekampagnen im TV, LED-Videoleinwände sowie Auftritte im Bereich Social Media und auf der Website können mittlerweile mitverfolgt werden.

(Foto: Screenshot/Twitter)
Kandidat auf die Meisterschaft in der Bundesliga
Wer nach 13 Spieltagen auf dem zweiten Platz der Bundesliga steht, ist ein Meisterschaftsanwärter. Das gilt vor allem dann, wenn der Klub auf Platz 1 nicht Bayern München heißt. Die Rede ist von RB Leipzig, 2009 gegründet und, wie kicker.de zeigt, 2019 vorläufig auf dem Höhepunkt angelangt. Nachdem 2018 das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern noch deutlich verloren wurde, ist die Ausgangsposition in der Bundesliga derzeit so gut wie nie. Auch in der Champions League erreichte die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann vorzeitig das Achtelfinale. Die Gründe für den Erfolg sind vielschichtig, beginnen jedoch schon bei der Kaderzusammenstellung, die nach wie vor stark ist. Transfers wie Christopher Nkunku oder Patrik Schick halfen dem ohnehin starken Team weiter. Hier punkten Akteure wie Torhüter Peter Gulacsi mit konstant starken Leistungen, die durch die deutschen Nationalspieler Timo Werner, Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann ergänzt werden. Trotz leichter Schwierigkeiten im Saisonverlauf fingen sich die Sachsen und erreichten einige Kantersiege in Liga und Pokal. Wie hoch sind nun die Chancen, dass sich RB Leipzig tatsächlich die Meisterschaft sichern kann? Als Hauptkonkurrent darf nach wie vor der Rekordmeister aus München angesehen werden, der unter Hansi Flick einen stabilen Eindruck hinterlässt und auch punkte- sowie leistungsmäßig verbessert auftritt. Borussia Dortmund ist ebenfalls ein Kandidat auf den Titel, hat allerdings mit vielen eigenen Problemen zu kämpfen. Es scheint nicht so, als habe die Mannschaft von Lucien Favre das Potenzial, die wichtigen Partien erfolgreich zu bestreiten. Bleibt vor allem noch der derzeitige Tabellenführer Borussia Mönchengladbach. Dass ausgerechnet der in den 1970-er Jahren starke Klub vom Niederrhein jetzt wieder um den Titel spielt, ist vor allem bei allen Fußballromantikern eine große Sache. Auf dem Weg im Titelkampf gegen München, Mönchengladbach und Co. begleitet RB Leipzig mit Unibet ein starker Partner. Der Wettanbieter wurde in Deutschland immer bekannter und zahlt RB laut sponsors.de 1,5 Millionen € pro Jahr. Drei Saisons soll die Vereinbarung zunächst dauern Bis 2021 soll das Unibet-Logo nun auf den Trikots der Roten Bullen zu sehen sein. Zunächst ist nämlich eine Zusammenarbeit geplant, die bis Ende 2020/2021 dauern wird, also insgesamt drei Spielsaisons lang. Oliver Mintzlaff wandte sich an die Presse und erläuterte den Wunsch des jungen Vereins nach einer starken Partnerschaft. Die neuen Partner sollten zum Team und zum Weg, den die Mannschaft einschlägt, gut passen, so Mintzlaff. Mit Unibet war es möglich, einen Partner dieser Beschreibung zu finden. Er und das Team der Roten Bullen freuen sich auf die Zusammenarbeit und auch auf die bevorstehenden aufregenden Projekte, die die beiden Marken zusammenbringen sollen. Mit Unibet ist es dem RB Leipzig gelungen, einen erfolgreichen und international vertretenen Partner zu finden, der für ein positives Image und einen vertrauenswürdigen Service steht. Jenes Image jagt auch RB nach wie vor. Aber auch Unibet kann aufgrund der derzeitigen Bundesliga-Position der Roten Bullen mit Stolz auf die Sponsoring-Entscheidung zurückblicken. Ob es hier am Ende auch gegen Mönchengladbach und Matthias Ginter sowie Bayern und Robert Lewandowski für etwas Großes reicht?1 – @RBLeipzig_EN is the first team from East Germany to reach the #UCL round of 16. Milestone. #RBLSLB pic.twitter.com/YkcoK4Hutx
— OptaFranz (@OptaFranz) November 27, 2019
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Dersim-Aufstand
Kommentar: Der türkische Generalstab nahm die weltweit aufkeimende Gefahr von Giftgas sehr ernst
Das Protokoll verbot damals den Gebrauch chemischer und biologischer Waffen, es enthielt allerdings keine Vorgaben zu deren Entwicklung, Herstellung und Lagerung. Aus diesem Grund wurden mit der Biowaffenkonvention (1972) und der Chemiewaffenkonvention (1993) im Nachhinein zwei weitere Verträge abgeschlossen, die entsprechende Regelungen zu Rüstungsbeschränkungen und Abrüstungsverpflichtungen enthielten.
Auch die Türkei unternahm damals aufgrund der weltweit herrschenden Giftgas-Gefahr Schritte, um sich militärisch wie zivil abzusichern und Vorkehrungen gegen den Einsatz von chemischen Waffen gegen die Türkei zu treffen. So veröffentlichte 1927 der türkische Generalstab für die gesamten Streitkräfte eine Lektüre, in der über Giftgas-Angriffe Aufklärung betrieben wurde. Man nahm die Gefahr so ernst, dass die Militärangehörigen den Nachweis erbringen mussten, diese Lektüre gelesen oder die Ausbildung darin abgeschlossen zu haben.
Die Zivilbevölkerung wurde mit Aufklärungskampagnen über Giftgas informiert. Es wurden Lektüren veröffentlicht, Plakate aufgehängt, in Zeitungen Hinweise und Handlungsanweisungen bei Giftgas-Angriffen abgedruckt. Man war sich offensichtlich über die schwelende Gefahr eines bevorstehenden Konflikts größeren Ausmaßes bewusst.
Die weltweit aufkeimende Gefahr über die Entwicklung und Einsatz von Giftgas nahm der türkische Generalstab sehr ernst, zumal man deshalb eigens dafür in der Armee eine Unterabteilung für chemische Waffen einrichtete. Der damalige Generalmajor Hüsnü Riza Ünsal veröffentlichte daraufhin als leitender Kommandeur der Abteilung für chemische Waffen eine Lektüre, in der er vor der weltweiten Gefahr von Einsatz von chemischen Waffen gegenüber der Türkei warnte.
Die bedrohliche Wahrnehmung wurde offenbar durch den weltweiten Einsatz von chemischen Kampfstoffen genährt. So verwendete ein Verband der sowjetischen Armee während des Bauernaufstands von Tambow 1920/21 chemische Kampfstoffe zur Bekämpfung der aufständischen Bauern ein. Im Rifkrieg in Nordmarokko setzte Spanien ab 1924 chemische Waffen gegen die aufständischen Rifkabylen, einen Berber-Stamm, ein. Dabei wurde Spanien von Frankreich und in einem Geheimvertrag von der deutschen Reichswehr unterstützt. Die Royal Air Force setzte in der Bekämpfung von Kurden im irakischen Sulaimaniyya zwischen März 1923 und Mai 1924 insgesamt viermal Bombeneinsätze mit Giftgas ein, um den abtrünnigen Anführer Mahmud Barzandschi in die Knie zu zwingen. Ein weiteres Mal wurde Giftgas vom faschistischen Italien im Zweiten Italienisch-Libyschen Krieg sowie im Italienisch-Äthiopischen Krieg (1935–1936) verwendet.
Von den militärischen Warnungen und Hiobsbotschaften inspiriert, nahm sich auch der aus Kayseri stammende Chemiker Salih Turgay dem Thema an und veröffentlichte eine wissenschaftliche Abhandlung über chemische Waffen und ihre Wirkung auf die Zivilbevölkerung. Das Thema nahm solch eine Brisanz an, dass es auch in Schulen im Schulunterricht übernommen wurde.
Wie man erkennen kann zeigte sich die türkische Führung über die weltweite Produktion und Einsatz von chemischen Waffen besorgt, zumal die Briten nach dem Ersten Weltkrieg bis weit in das Jahr 1927 hinein im Nachbarland Irak immer wieder chemische Waffen eingesetzt hatten. In Anbetracht der Tatsache, dass der Erste Weltkrieg nur wenige Jahre zurücklag und der Einsatz von chemischen Waffen den Europäern weiterhin keine Kopfschmerzen bereitete, unternahm die Türkei jedwede Schritte, um dieser Gefahr zu begegnen.
Dazu gehörte offenbar auch, dass man sich chemische Waffen besorgen wollte und damit die Politik der Abschreckung verfolgte. Ob dieses im Raum stehende Giftgas von Deutschland bezogen wurde, ist nicht belegt. Um das zu belegen, müsste Deutschland ihre Archive durchforsten und entsprechende Akten aufzeigen, die eine Lieferung von chemischen Waffen nachweisen.
Der entscheidende Punkt in dieser Thematik ist aber, dass die Türkei offenbar bis weit in den April 1939 hinein kein Giftgas besaß oder in der Lage war, welches selbst zu produzieren. Das geht auch aus britischen Archiven heraus, zumal die türkische Führung nach der Anfrage in Deutschland von 1937, diesmal 1938 das britische Königreich um Lieferung und Ausbildung zu chemischen Kampfstoffen bat, jedoch offenbar auch hier hingehalten wurde. Fest steht aber, dass der letzte Aufstand von „Dersim“ bereits im September 1938 niedergeschlagen wurde. Wie konnte die türkische Armee ohne grundlegende Kenntnisse über chemische Kampfstoffe und Produktionsanlagen bzw. Lieferungen aus dem Ausland dieses angebliche Giftgas-Angriff bewerkstelligen?
Das Bild zeigt einen türkischen Soldaten mit Gasmaske während der Militärübung von 19. August 1939 in Istanbul.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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Ein TV-Beitrag der „ttt“ in der ARD hat am vergangenem Sonntag die Geschehnisse von 1937 und 1938 in der türkischen Provinz Tunceli (Dersim) behandelt. Unter dem Titel „Wie Kemal Atatürk Aleviten ermorden ließ“ wurde in der TV-Sendung behauptet, wie unter Einsatz von Giftgas aus Deutschland angeblich „Aleviten“ ermordet wurden. Das ist schlichtweg Irreführung der öffentlichen Meinung und ein Schlag ins Gesicht der „alevitischen“ Minderheit in der Türkei. Ein Kommentar.
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Gesundheit
Türkei: Alle Zigaretten künftig in schwarzen Standardpackungen ohne Logos
Yeni düzenlemeyle "Tütün Mamullerinde Düz ve Standart Paket" uygulamasına yarından itibaren geçiliyor.
— T.C. Tarım ve Orman Bakanlığı (@TCTarim) December 4, 2019
Artık eski paketlerle tütün mamulleri üretilmeyecek.
Detay 👉 https://t.co/6Kh73zCcoO pic.twitter.com/UNJvPUuKtR
TEK PAKET DÖNEMİ
— NTVRadyo (@ntvradyo) December 4, 2019
📌Sigara paketleri yarından itibaren aynı olacak.
📌Tek tip paketin zemini siyah renk. Üstünde uyarı yazıları ve fotoğrafları var.
📌Sigara markasının logosu vb kaldırıldı, sadece adı, küçük puntoyla yazıyor. pic.twitter.com/IVFLETHIDQ
Berlin
Nach Mord an Tschetschenen: Deutschland weist russische Diplomaten aus
"Übernahme des Ermittlungsverfahrens wegen Mordes zum Nachteil des russisch-georgischen Staatsangehörigen Tornike K. / Mitteilung zum Stand der Ermittlungen", Pressemitteilung der #Bundesanwaltschaft vom 04.12.2019 https://t.co/HHHfAEQnFV
— Bundesanwaltschaft (@GBA_b_BGH) December 4, 2019

