Sexhandel
Eine Millionen Menschen unterzeichnen Petition zur Schließung von Pornhub

Mit Unterzeichnern aus 192 Ländern beabsichtigt die „Traffickinghub“-Petition von Laila Mickelwaits, die sich professionell gegen Menschenhandel einsetzt, die Einstellung von Pornhub, deren Mutterunternehmen Mindgeek seinen Hauptsitz in Kanada betreibt. Mickelwaits Petition, die gegen Pornhub vorgeht und das Unternehmen beschuldigt, auf seiner Website Sexhandel sowie Vergewaltigungen von Frauen und Kindern zu unterstützen und finanziellen Nutzen daraus ziehen, blickt bereits auf über eine Millionen Unterschriften. Die Kampagne wird von der Anti-Menschenhandelsorganisation Exodus Cry unterstützt und begründet ihr Vorgehen mit zahlreichen Fällen, über die in letzter Zeit in den Medien berichtet wurde. Über 300 Organisation, die in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Europa sowie Lateinamerika gegen Menschenhandel vorgehen und sich für den Schutz von Kindern sowie die Rechte von Frauen einsetzen, haben sich der Kampagne angeschlossen. Der säkulare, unparteiische Einsatz, die weltweit größte Porno-Website zu schließen, die Videos bereitstellt, die die Vergewaltigung von Frauen und Kindern und Menschenhandel zeigen, stieß selbst innerhalb der Pornoindustrie auf Unterstützung von Pornographie-Experten. Sie veröffentlichten sowohl ein Manifest als auch eine Petition, die sich gegen die Website und ihr Mutterunternehmen MindGeek aussprechen. Die globale Bewegung, die die weltweit größte Pornographie-Website schließen möchte, findet ihren Ursprung in einem am 9. Februar veröffentlichten „Op-Ed“ der Kampagnengründerin Laila Mickelwait, die das Anliegen in die Öffentlichkeit rückte und Gerechtigkeit forderte. Am darauffolgenden Tag veröffentlichte die BBC die erschütternde Geschichte von Rose Kalemba, die im Alter von 14 Jahren mit einem Messer bedroht und zwölf Stunden lang vergewaltigt wurde. Ihre Attacker luden im Anschluss mehrere Videos ihrer Folter auf Pornhub hoch. Rose sagt aus, sie habe Pornhub sechs Monate lang vergeblich angefleht, die Videos zu löschen. Erst nachdem sie sich als Anwältin ausgegeben hatte und mit gerichtlichen Maßnahmen drohte, wurden die Videos von Pornhub entfernt. „Man braucht lediglich eine E-Mail-Adresse, um Videos auf Pornhub hochzuladen – ein offizieller Ausweis wird nicht benötigt. Pornhub kümmert sich nicht darum, Alter oder Einwilligung der Millionen Menschen, die in den Videos gezeigt werden, zuverlässig zu überprüfen. Ohne Fragen zu stellen, zieht das Unternehmen finanziellen Nutzen aus den Videos und lässt sie zu Geld werden. Die Website ist auf Ausbeutung ausgerichtet und gespickt mit Videos realer Vergewaltigungen, Menschenhandel, Misshandlung sowie der Ausbeutung von Frauen und Kindern. Wir verfügen über Beweismaterial und das ist lediglich die Spitze des Eisbergs“, Unterzeichnen Sie die Petition und lesen die ganze Geschichte unter traffickinghub.com. Für topaktuelle Updates zum Verlauf der Kampagne folgen Sie Laila Mickelwait auf Twitter.

Corona-Krise
Studie: Corona-Maßnahmen verhinderten 3,1 Millionen Tote in Europa

Brüssel – Die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 haben allein in elf europäischen Ländern bis Anfang Mai womöglich etwa 3,1 Millionen Todesfälle verhindert. Das berichten Medien unter Bezugnahme auf eine Modell-Studie des Imperial College in London, die am Montag in der Fachzeitschrift „Nature” veröffentlicht wurde. Die Grenzschließungen, Lockdowns, Kontaktsperren und Schulschließungen hätten eine Kontrolle des Pandemie-Verlaufs ermöglicht, berichtet ein britisches Forscherteam um Seth Flaxman vom Imperial College London (Großbritannien) nach der Analyse von Todesfallzahlen. „Diese Daten deuten darauf hin, dass es ohne Interventionen wie Lockdown und Schulschließungen noch viel mehr Todesfälle durch Covid-19 gegeben haben könnte”, wird Dr. Samir Bhatt, einer der Studienautoren auf der Homepage des London Imperial College zitiert.  Wenn der gegenwärtige Trend anhalte, bestehe Anlass zu Hoffnung. Man könne aber nicht mit Sicherheit sagen, dass die derzeitigen Maßnahmen die Epidemie in Europa weiterhin unter Kontrolle behalten, so die Forscher. Auch zweite Studie bestätigt Erfolg der Maßnahmen In einer zweiten, ebenfalls am Montag in der Fachzeitschrift „Nature”  erschienenen Studie, berichtet ein weiteres Forscherteam, dass bis zum 6. April die Maßnahmen zudem allein in sechs Ländern rund 530 Millionen Infektionen in sechs Ländern verhindert hätten. Dazu sei der Infektionsverlauf in China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA analysiert worden. „Ich denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit so viele Leben gerettet“, sagte Studienleiter Solomon Hsiang von der UC Berkeley (USA).  

"Ungewisse Zukunft"
Verdi: Real-Beschäftigte werden zum Spielball russischer Investoren

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert den unmittelbar bevorstehenden Verkauf der angeschlagenen Supermarktkette Real an die russische SCP Group scharf. Dadurch würden die rund 34.000 Real-Beschäftigten „zum Spielball der Finanz- und Immobilieninvestoren von SCP“, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Real-Mutter Metro und SCP hatten am Dienstag bekanntgegeben, die Übernahme am 25. Juni abschließen zu wollen. SCP will Real zerschlagen und die meisten der 276 Filialen weiterverkaufen, etwa an Kaufland und Edeka. Rund 30 sollen geschlossen werden. Die Metro-Nachfolger lehnten Verhandlungen über nachhaltige Beschäftigungssicherung ab, warnte Nutzenberger. „Damit stehen Zigtausende von Beschäftigten und ihre Familie vor einer ungewissen Zukunft.“ Auch werde der Lohndumping-Kurs der Metro, die Real 2018 aus dem Flächentarif genommen hatte, von SCP „nahtlos übernommen“. Patrick Kaudewitz, Verwaltungsratschef von SCP Retail Investments, habe „die Bezahlung nach den Verdi-Einzelhandelstarifverträgen“ abgelehnt, sagte Nutzenberger. Mit der Begründung, das würde „den Verkauf der Märkte an Dritte gefährden“. Verdi vermisst auch die Unterstützung durch die Bundesregierung: „Zu der Existenzgefährdung für Tausende Beschäftigte schweigt das zuständige Bundeswirtschaftsministerium“, beklagte Nutzenberger.

Corona-Krise
Terrorgefahr durch rechtsradikale Corona-Leugner und Reichsbürger

Düsseldorf – Sicherheitsbehörden befürchten Anschläge durch rechtsextreme Corona-Leugner und Reichsbürger. Burkhard Freier, Chef der NRW-Verfassungsschützer, sagte im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger:
„Es besteht sicherlich – neben Vertrauensverlusten in das Regierungshandeln und einem möglichen Zulauf zu rechtsextremistischen Gruppen – auch eine Terrorgefahr, weil solche Verschwörungsmythen ein Tat-Auslöser sein können.“
Dieser Funke, der im Netz durch rechtsextreme Zirkel geschürt werde, könne überspringen.
„Das kann in der Szene etwa der Reichsbürger sein. Auch dort herrscht ein schräges Weltbild vor, diese Leute sind zugleich oft höchst gewaltbereit und nutzen Möglichkeiten, gegen den Staat vorzugehen. Viele von ihnen sind erklärte Corona-Leugner, die dann bei entsprechender Indoktrination glauben könnten, jetzt handeln zu müssen.“

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– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Festnahme in Izmir
Türkei: Mutmaßliches Mitglied des Gülen-Netzwerks blieb in der Armee unentdeckt

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Der Einsatz war akribisch vorbereitet, es sollte nichts schieflaufen. Dem Ganzen vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft in Izmir. Schwer bewaffnete Einheiten der türkischen Polizei stürmten in der westtürkischen Metropole Izmir am 28. Mai die Wohnung eines Mannes, der bis zu jenem Tag als Adjutant des Kommandeurs der türkischen Ägäis-Armee seinen Dienst verrichtete. Es geht um den Major F.Ö., der bis zum Putschversuch vom 15. Juli 2016 niemandem sonderlich auffiel. Er wurde wegen der Mitgliedschaft in der Terrororganisation Fetö festgenommen. Aber wie kamen die Ermittler auf seine Spur, wenn er keinerlei Auffälligkeiten zeigte und auch nicht durch das Raster des Messenger-Programms Bylock oder Ähnlichem fiel? Nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 wurden Tausende von Fetö-Mitgliedern festgenommen, aus der türkischen Armee unehrenhaft entlassen und mussten sich vor Gericht verantworten. Es geht hier um das Gülen-Netzwerk, das schon seit über 40 Jahren Institutionen des türkischen Staates systematisch unterwandert hat. Die türkische Armee ist hier keine Ausnahme, denn das Ziel der Gülen-Mitglieder war die Machtübernahme in der Türkei, notfalls mit Waffengewalt, wie der Putschversuch gezeigt hat. Selbst Zulassungsprüfungen für ein Studium an einer Hochschule wurden durch Mitglieder von Fetö manipuliert, damit eigene Anhänger an der Universität studieren konnten. Die Prüfungen für die Streitkräfte und die Polizei waren ebenfalls im Focus der Gülen-Anhänger, denn auch in diesem Fall wurde den Kandidaten des Netzwerks die Prüfungsfragen zugespielt. Man muss bedenken, dass es beim Aufbau des Gülen-Netzwerks Ähnlichkeiten mit anderen Terrororganisationen wie der PKK, Daesh (IS) oder DHKP-C gibt, allerdings existieren in struktureller und ideologischer Hinsicht Ähnlichkeiten mit der „Scientology-Organisation“ und aus diesem Grund handelt es sich beim Gülen-Netzwerk um keine religiöse Bewegung im eigentlichen Sinne, sondern um eine geheim operierende hierarchisch strukturierte esoterisch-kultartige Vereinigung. Zu dieser Einschätzung gelangte ich in meinem Beitrag vom 9. Januar 2020, in dem ich unter anderem auch auf die Gefährlichkeit der Terrororganisation von Gülen hingewiesen hatte. Journalisten und Wissenschaftler hatten über Fetullah Gülen und seine Anhänger recherchiert und mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen. Exemplarisch sei hier an den Wissenschaftler Dr. Necip Hablemitoğlu erinnert, der bei einem Attentat eines mutmaßlichen Mitglieds des Gülen-Netzwerks 2002 in Ankara ermordet wurde sowie an den Journalisten Haydar Meriç, der über das Leben von Gülen recherchierte und nach Informationen des Zentrums für Terrorismus- und Sicherheitsforschung (UTGAM) von Anhängern des in die USA geflüchteten Terrorchefs getötet wurde. Daneben gibt es auch Journalisten wie Nedim Şener, die aufgrund ihrer kritischen Berichterstattung über Gülen auf Betreiben von Gülen-Mitgliedern bei den Strafverfolgungsbehörden verhaftet und jahrelang unschuldig im Gefängnis gesessen haben. Nach dem gescheiterten Putschversuch durch Mitglieder des terroristischen Gülen-Netzwerks in der türkischen Armee, wurden bei der Polizei und den Staatsanwaltschaften spezielle Ermittlungsteams gebildet, die sich mit Fetö-Mitgliedern in der Armee und anderen Institutionen beschäftigen. Es geht dabei um Mitglieder des Netzwerks, die bisher unentdeckt geblieben sind. Was den Ermittlern bei ihren Nachforschungen zunächst auffiel, waren Anrufe aus einer mit Prepaidkarten funktionierenden Telefonzelle in der Umgebung von Verkaufsständen. Aber allein dieser Umstand machte die Ermittlungsgruppe nicht sonderlich misstrauisch, denn es gab Fetö-Mitglieder in der Armee, die aus einer Telefonzelle ihre Verbindungsleute angerufen hatten und durch die Auswertung der Telefonverbindungsdaten aufgedeckt wurden. Hier ging es darum wer aus den verschiedenen Telefonzellen angerufen wurde. Die Person, um den es hier geht, heißt L.Ç. und ist ein Verbindungsmann der Gülen-Organisation (Türkisch Mahrem Imam), der als Verantwortlicher des Terrornetzwerks mit Haftbefehl gesucht wird. Laut türkischen Medienberichten hat sich L.Ç. 2016 in die USA abgesetzt. Der festgenommene Major rief den Verbindungsmann zu unterschiedlichen Zeiten aus Telefonzellen an, die sich an Verkaufsständen, Lebensmittelläden und anderen Plätzen befanden. Jetzt komme ich auf die sicherheitsrelevante Brisanz der Festnahme. Die türkischen Streifkräfte unterteilen sich in das Heer (Landstreitkräfte), Luftwaffe, Marine und die Gendarmerie. Als Nato-Mitglied untersteht die türkische Armee dem Oberbefehl der Nato in Brüssel. Ferner unterhalten die türkischen Streifkräfte in Izmir die Ägäische-Armee, die jedoch nicht dem Nato-Oberbefehl untersteht und in den 70er Jahren gegründet wurde. Was dabei auffällt: Das mutmaßliche Mitglied des Gülen-Netzwerks diente als Adjutant des Kommandeurs der ägäischen Streitkräfte, also ausgerechnet in der Armee, die keinem Nato-Oberbefehl untersteht.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– „Geopolitischer Komplott“ – Aktivist im russischen TV: FETÖ steht hinter Abschuss des Su-24-Kampfjets

Die Netzwerk des Predigers Fethullah Gülen steht hinter dem Abschuss der russischen Su-24-Maschine im November 2015. Auf diese Weise sollten die bilateralen Beziehungen unterminiert werden. Diese Ansicht verbreiten mittlerweile auch mehrere russische Akademiker.

Aktivist im russischen TV: FETÖ steht hinter Abschuss des Su-24-Kampfjets

Corona-Krise
Turkish Airlines kündigt Hygienebeauftragten für Flüge an

Istanbul – Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat angekündigt auf Flügen einen Hygienebeauftragten einzusetzen.  Dieser soll die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen an Bord überwachen. Wie Turkish Airlines mitteilte, werde künftig jede Crew einen Hygienebeauftragter haben, der ausschließlich für die Einhaltung der Richtlinien verantwortlich ist. Er soll etwa sicherstellen, dass die Maskenpflicht während des gesamten Fluges befolgt wird, und Passagiere ihre Bewegungen in der Kabine auf ein Minimum beschränken, berichtet das Travelportal Reisetopia weiter. Demnach muss der Beauftragte außerdem darauf achten, dass während der Getränke- und Essensausgabe nicht alle Passagiere gleichzeitig ihre Masken abnehmen. Zudem soll der Hygienebeauftragte auf die Einhaltung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstands von 1,5 m. beim Boarding und beim Aussteigen der Fluggäste garantiert wird, so Reisetopia. Vor Flügen sollen Passagiere ein Hygiene-Kit mit Maske, Desinfektionsmittel und -tücher erhalten. Nach jedem Gast werde das Crewmitglied die Toiletten desinfizieren.  

Libyen-Krieg
Mit türkischer Hilfe: Libysche Truppen erobern weiteren Rebellenstützpunkt

Tripolis  (nex) – Nachdem die von der Türkei unterstützten Regierungstruppen bereits am Donnerstag nach vielen Monaten die Milizen aus den Randbezirken der Hauptstadt verdrängten, eroberten sie am Freitag die Stadt Terhouna –  den letzten Stützpunkt des Rebellengenerals Chalifa Haftar im Großraum Tripolis. Terhouna ist deshalb besonders wichtig, weil es als Haftars Logistikzentrale galt. Der aufständische General Chalifa Haftar hatte vor mehr als einem Jahr eine Militäroffensive gegen Al-Sarradsch und Tripolis begonnen. „Die gesamte Hauptstadt und die Vororte seien nach mehr als einem Jahr der „Belagerung durch terroristische Söldner“ befreit worden“, sagte Libyens Regierungschef Fajis al-Sarradsch am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in der Türkei. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, dass man sich auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit geeinigt habe. Die Türkei werde Libyen nicht den „Putschverschwörern“ überlassen. Vertreter aus Haftars Libyscher Nationalarmee (LNA) erklärten am Freitag, sie zögen sich in Richtung der Hafenstadt Sirte zurück.  Somit haben die Truppen der international anerkannten Regierung Libyens fast alle Geländegewinne Haftars im vergangenen Jahr rückgängig gemacht. Während die Türkei die Regierung unterstützt, sind Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten Verbündete Haftars. Noch vor einigen Monaten sah Haftar im Libyen-Konflikt bereits wie der sichere Sieger aus. Doch dann schloss die Regierung von al-Sarradsch im November einen Pakt mit der Türkei, in dem sie anerkannte, dass die türkischen Hoheitsrechte im Mittelmeer bis an die libysche Seegrenze reichten. Ankara lieferte türkische Kampfdrohnen, gegen die von Russland produzierten und von den VAE finanzierten Flugabwehrsysteme Pantsir-S1 sich als nicht effektiv erwiesen. Nun sind seine Truppen und die russischen Söldner auf dem Rückzug.        

USA
Trump will 9.500 US-Soldaten aus Deutschland abziehen

Washington – Wie die in New York ansässige Tageszeitung Wall Street Journal unter Berufung auf einen Regierungsvertreter am Freitag berichtet, will US-Präsident Donald Trump 9.500 amerikanische Soldaten aus Deutschland abziehen. Welche Regionen betroffen sein könnten, sei noch unklar. Laut der Nachrichtenagentur AFP wollte ein Sprecher der Bundesregierung den Artikel des Wall Street Journal nicht kommentieren. Auch das Weiße Haus habe eine Stellungnahme zunächst abgelehnt. Eine Begründung für den Abzug sei noch nicht genannt worden. Bereits im vergangenen Jahr drohte Trump mit der Verlegung von US-Truppen von Deutschland nach Polen. Deutschland komme seinen NATO-Verpflichtungen nicht nach, nannte er damals als Grund. Demnach müssen zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgegeben werden. Auch der damalige US-Botschafter Richard Grenell kritisierte die Bundesregierung:
Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50 .000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden.
Nach Japan ist Deutschland mit etwa 34.500 Soldaten und rund 17.000 Zivilisten der weltweit zweitgrößte Auslandsstandort der amerikanischen Streitkräfte.

Zum Thema

– New York – Trump und Duda unterzeichnen Abkommen für mehr US-Truppen in Polen

US-Präsident Donald Trump und sein polnischer Amtskollege Andrzej Duda haben ein Abkommen zur Verstärkung der US-Truppen in Polen um 1000 Soldaten unterzeichnet.

Trump und Duda unterzeichnen Abkommen für mehr US-Truppen in Polen

Finanzierungskonferenz
Impfallianz: Zusagen der Bundesregierung reichen nicht aus

Berlin  – Bei der gestrigen Finanzierungskonferenz der Impfallianz Gavi hat Bundeskanzlerin Angela Merkel 600 Millionen Euro für die Arbeit der Impfallianz von 2021 bis 2025 bestätigt, die schon im Januar von der Bundeskanzlerin zugesagt wurden. Darüber hinaus wiederholte sie ihre Zusage vom 4. Mai für weitere 100 Millionen Euro, die explizit für die Corona-Bekämpfung vorgesehen waren. Damit blieb die Bundesregierung hinter den Erwartungen von Nichtregierungsorganisationen zurück. Diese hatten 700 Millionen Euro für Gavis Kernaufgaben gefordert: Routineimpfungen und die Stärkung von Gesundheitssystemen. In einer gemeinsamen Reaktion erklären die Entwicklungsorganisationen Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Global Citizen, ONE, Plan International Deutschland, Save the Children und World Vision Deutschland: 
„Die heute von der Bundesregierung zugesagten Mittel für die Impfallianz Gavi bleiben hinter unseren Erwartungen zurück. Eine Erhöhung der Mittel für Gavis Kernaufgaben um weitere 100 Millionen Euro wäre wichtig gewesen – denn aufgrund der aktuellen Pandemie bleiben in vielen Ländern lebensrettende Impfungen gegen Masern oder Polio aus.“
Zu Gavis Einsatz gegen Corona sagen die Entwicklungsorganisationen:
„Wenn wir das Coronavirus aufhalten wollen, geht das nur global. Gavi hat das nötige Know-how, um die Menschen schnell zu erreichen, die sonst kaum Zugang zu Impfungen haben. Daher begrüßen wir Deutschlands Unterstützung für Gavis Einsatz, für die Herstellung eines Corona-Impfstoffs und dafür, die Bereitstellung des Impfstoffs für die am stärksten von Armut betroffenen Menschen zu beschleunigen. Niemand ist sicher, wenn nicht alle geschützt sind.“
  Über Gavi Die Impfallianz Gavi wurde vor 20 Jahren mit dem Ziel gegründet, allen Menschen in ärmeren Ländern gerechten Zugang zu Impfungen zu ermöglichen. Sie ist eine starke und zuverlässige Partnerin bei der Bekämpfung vermeidbarer Krankheiten und unterstützt derzeit Impfprogramme in 73 Ländern. Seit ihrem Bestehen hat Gavi ihre Partnerländer dabei unterstützt, über 760 Millionen Kinder zu impfen. Damit konnten mehr als 13 Millionen Leben gerettet werden.

Zum Thema

– Impfallianz – Bill & Melinda Gates Stiftung sagt der Impfallianz Gavi 1,6 Milliarden US-Dollar zu

Entscheidungsträger aus der ganzen Welt bündeln Kräfte, um zusätzlich 300 Millionen Kinder vor Krankheiten zu schützen und die Folgen der Covid-19-Krise zu begrenzen.

Bill & Melinda Gates Stiftung sagt der Impfallianz Gavi 1,6 Milliarden US-Dollar zu

Bergisch Gladbach
Mutmaßlicher Haupttäter soll seine Tochter fast täglich missbraucht haben

Einer der mutmaßlichen Haupttäter im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, Jörg L., soll sich schon als Jugendlicher an Kindern vergangen haben. Das geht nach Informationen der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ aus der mehr als 100-seitigen Anklageschrift hervor. Der 43-jährige Familienvater soll seit Jahren ein Doppelleben geführt und seine Tochter ab dem dritten Lebensmonat sexuell missbraucht haben, zuletzt fast täglich. Er soll sich auch während des Familienurlaubs in Spanien und in den Niederlanden an dem inzwischen drei Jahre alten Mädchen vergangen haben. Familie und Freunde sollen bis zuletzt nichts von dem Missbrauch gewusst haben. Jörg L. soll schon über den sexuellen Missbrauch seines eigenen Kindes nachgedacht haben, als es noch nicht einmal geboren war. Der Prozess gegen Jörg L. soll am 6. Juli vor dem Kölner Landgericht eröffnet werden, wie die Zeitung erfuhr. 60 Zeugen und zwei Sachverständige sollen gehört werden. Die Staatsanwaltschaft legt Jörg L. 79 Straftaten zur Last. Es geht vor allem um den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, aber auch die Herstellung und Verbreitung kinderpornographischer Schriften, um Vergewaltigung und die Verabredung zu einem Verbrechen. Jörg L. war im Oktober 2019 in Bergisch Gladbach verhaftet worden. Er hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Landgericht Kleve verkündete am 26. Mai das erste Urteil in dem bundesweiten Kindesmissbrauchsfall: Ein 27-jähriger Bundeswehrsoldat aus Kamp-Lintfort wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Vor dem Mönchengladbacher Landgericht läuft seit Ende April ein Prozess gegen zwei weitere Angeklagte.

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– Sexueller Missbrauch von Kindern – Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“ Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.
Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“