Flüchtlingskrise
Erdogan an EU: Wir wollen dieses Geld nicht mehr

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Ankara – Bei einem Treffen mit dem bulgarischen Premierminister Boyko Borisow in Ankara, sagte Erdogan an die EU gerichtet:

„Vielleicht denken sie, dass die Türkei nach neun Jahren auch noch weitere 19 Jahre auf diese Flüchtlinge und Migranten aufpassen kann. Es tut mir leid, aber so wird es nicht ablaufen.“

Die EU habe zudem die finanziellen Mittel, die im Rahmen des Flüchtlingsabkommens 2016 ausgemacht worden seien, nicht überwiesen. „Wir wollen dieses Geld nicht mehr“, so Erdogan. Nach Aussagen der türkischen Regierung seien bereits mindestens 40 Milliarden Dollar für die Flüchtlingspolitik ausgegeben worden.

Die Europäische Union und die Weltöffentlichkeit verstehe die Situation der Türkei nicht, die bereits mehr als 4 Millionen Flüchtlinge beherbergt, so Erdogan. Weitere 1.500.000 Menschen müssten ihre Heimat in Idlib verlassen und seien an den Grenzen der Türkei angekommen. Laut Beobachtern könnten bis zu vier Millionen Syrer in den kommenden Wochen auf einen Grenzübergang bei der türkische-syrischen Grenze drängen.

Erdogan kritisierte „die Doppelmoral der EU“ und sagte, wenn die Europäische Union keine faire Lastenverteilung mit der Türkei unterstütze, müssten die Grenztore offen bleiben.

Auch im Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Erdogan eine faire Lastenverteilung für die Flüchtlinge gefordert.

Am vergangenen Freitag kündigte der türkische Präsident die Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge an und beendete somit ein Flüchtlingsabkommen mit der EU von 2016. Seitdem hätten türkischen Angaben zufolge bereits mehrere Zehntausend Flüchtlinge die Grenzen der Türkei überquert.  Es kam daraufhin zu heftigen Auseinandersetzungen mit griechischen Grenzbeamten wobei auch ein Kind ums Leben gekommen sei.

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