Gesundheit
IG Metall fordert: Burn-out als Berufskrankheit anerkennen

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Düsseldorf -Die IG Metall hat sich kritisch zur fehlenden Anerkennung von Burn-out-Fällen als Berufskrankheit geäußert. Hans-Jürgen Urban, der im Vorstand der Gewerkschaft zuständig für Sozialpolitik ist, sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag):
„Wir brauchen eine ernsthafte Debatte über psychische Erkrankung auch im Zusammenhang mit Berufskrankheiten.“
Burn-out sei weit verbreitet, gelte aber in Deutschland immer noch nicht als eigenständige Diagnose. „Selbst die WHO hat Burn-out als arbeitsweltspezifische Erkrankung anerkannt. Warum tun wir uns also so schwer damit?“ Am kommenden Donnerstag befasst sich der Bundestag in erster Lesung mit dem Berufskrankheitenrecht. Die darin enthaltenen Verbesserungen gehen der IG Metall jedoch nicht weit genug: „Die angestrebte Aktualisierung der Liste von Berufskrankheiten ist auf halbem Weg stehengeblieben“, sagt Urban.  Krankheitsbilder aufgrund der Digitalisierung suche man vergeblich auf der Liste. „Dabei wissen wir inzwischen, dass die Arbeit am Bildschirm oder die Verwendung von Datenbrillen erhebliche Belastungen für das Sehvermögen mit sich bringen. Das Verfahren zur Aufnahme neuer Krankheiten muss deshalb beschleunigt werden. Dazu brauchen wir Experten der neuen Arbeitswelt im Sachverständigenrat.“ Für Berufskrankheiten kommt in Deutschland in der Regel die von den Arbeitgebern finanzierte Unfallversicherung auf. Kritik übte er zudem an der niedrigen Zahl anerkannter Renten: „Wir haben über 82.000 Anzeigen von Berufskrankheit. Davon werden knapp 22.000 anerkannt. Eine Rente bekommen aber weniger als 5000.“ Zudem dürfte in vielen Fällen eine Erkrankung auch gar nicht angezeigt werden. „Wir müssen von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Unterm Strich bleibt: Die Anerkennungsquote ist skandalös gering“, sagte Urban.

Coronavirus
Corona-Krise verhagelt auch Taxiunternehmen das Geschäft

Osnabrück – Die Corona-Krise macht den knapp 21.000 Taxiunternehmern in Deutschland mehr und mehr zu schaffen. „Infolge der steigenden Zahl abgesagter Veranstaltungen verzeichnen viele Taxiunternehmer einen Nachfragerückgang und Umsatzeinbußen“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, Michael Oppermann, im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Lage drohe immer kritischer zu werden: „Je mehr Messen, Konzerte und andere Großveranstaltungen abgesagt werden, umso stärker bekommen die Taxiunternehmen die wirtschaftlichen Konsequenzen zu spüren.“ Je nach Entwicklung der Corona-Epidemie könne die Lage „unter Umständen für manches kleinere Unternehmen existenzbedrohend werden“. Verbandschef Oppermann betonte: „Viel wird nun davon abhängen, ob Veranstaltungen komplett abgesagt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Dann lassen sich gegebenenfalls heutige Umsatzausfälle in der zweiten Jahreshälfte wieder ausgleichen.“ Ob und wie die Politik der Branche unter Umständen unter die Arme greifen könne, darüber mache man sich derzeit Gedanken. Bei nachlassender Nachfrage können Taxiunternehmen Fahrzeuge ihrer Flotte nicht einfach stehen lassen. „Das ist nicht so einfach, schließlich haben wir eine Bereitschaftspflicht“, sagte Oppermann.

Flüchtlingskrise
Laschet will Zahl der NRW-Landespolizisten in Griechenland verdoppeln

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat angesichts der angespannten Lage von Flüchtlingen an der griechisch-türkischen Grenze humanitäre Hilfe und Unterstützung bei der Grenzsicherung angeboten. „Wir brauchen jetzt eine in Europa abgestimmtes Haltung, die humanitäre Hilfe vor Ort vorsieht“, sagte Laschet der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag). „Zugleich muss klar sein, dass die türkisch-griechische Grenze nicht geöffnet wird.“ Dazu will Laschet kurzfristig die Zahl der eigenen Polizeibeamten verdoppeln, die in den Einsatz nach Griechenland im Rahmen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex entsendet werden können. Demnach könnten bis Mitte März zwölf Landespolizisten an der türkisch-griechischen Grenze stationiert werden, wie die „Rheinische Post“ aus Kreisen der Landesregierung erfuhr. Laschet wird dem Vernehmen nach an diesem Montag den griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in Berlin treffen und ihm neben der Unterstützung bei der Grenzsicherung auch Möglichkeiten humanitärer Hilfe anbieten – insbesondere für die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln. „Ein wirksamer Außengrenzschutz ist gerade im Interesse Deutschlands“, sagte Laschet. „Ein Europa ohne Grenzen im Innern braucht sichere Außengrenzen. Die Freiheit im grenzenlosen Schengen-Raum sichern wir durch geschlossenes Auftreten nach außen“, so der Ministerpräsident. „Wir sollten schnell mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz eine gemeinsame Position finden, die auch von den anderen Mitgliedstaaten der EU unterstützt werden kann. Das muss gelingen, damit sich die Situation von 2015 nicht wiederholt“, betonte er.

Menschenrechte
Holocaust-Museum: Chinas Uiguren-Verfolgung ist „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Washington – Die Verfolgung der ethnischen Uiguren durch die chinesische Regierung – einschließlich ihrer Massenverhaftung in Internierungslagern – stellt laut dem U.S. Holocaust Memorial Museum in Washington „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ dar und eröffne einen Weg für das, was nach Meinung eines Experten eine Klage vor einem internationalen Gerichtshof sein könnte. Bei einer Veranstaltung am Donnerstag mit dem Titel „Chinas systematische Verfolgung der Uiguren“ sagte Naomi Kikoler, die Direktorin des Simon-Skjodt-Zentrums des Museums zur Verhinderung von Völkermord, dass die Situation in der nordwestlichen Autonomen Region Xinjiang Uiguren Chinas zeige, dass „es berechtigte Gründe für die Annahme gibt, dass China für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich ist“. „Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass die Verbrechen gegen die Menschlichkeit aus der Erfahrung des Holocaust geboren und zuerst in Nürnberg verfolgt wurden“, sagte sie und bezog sich dabei auf die Reihe von Militärgerichten, die nach dem Zweiten Weltkrieg 1945-46 von den alliierten Streitkräften nach dem Völkerrecht und den Kriegsgesetzen abgehalten wurden, berichtet Radio Free Asia (RFA) „Jede Regierung hat sich verpflichtet, ihre Bevölkerung vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu schützen. In diesem Fall gibt es eine vernünftige Grundlage für die Annahme, dass die chinesische Regierung in dieser Hinsicht versagt und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, der Verfolgung, der Inhaftierung oder anderen schweren Freiheitsentzug begeht. Kikoler erwähnte „erschreckende“ Berichte über politische Indoktrination, Folter, Zwangsarbeit und sogar Todesfälle in den über den ganzen Nordosten Chinas verstreuten sogenannten Umerziehungslagern. Während Peking zunächst die Existenz von Internierungslagern in Xinjiang leugnete, änderte China im vergangenen Jahr seine Haltung und begann die Einrichtungen als „Internatsschulen“ zu bezeichnen, die eine „Berufsausbildung für Uiguren anbieten, einer Radikalisierung entgegenwirken und das Land vor dem Terrorismus schützen“ helfen. „Die Täter finden gewöhnlich eine gewisse Begründung für ihre Verbrechen“, sagte Kikoler bei der Veranstaltung am Donnerstag. „In diesem Fall behauptet die chinesische Regierung, den Terrorismus zu bekämpfen oder die Armut zu beseitigen – aber das sind Ziele, die durch die systematische Verfolgung der uigurischen Bevölkerung unmöglich erreicht werden können.“ Kikoler sagte, dass solche Verbrechen zwar schockierend, aber „nicht neu“ seien, und betonte, dass auch die Juden von Nazi-Deutschland aufgrund ihrer Identität verfolgt worden seien. Sie warnte vor der Art von Untätigkeit, die es ermöglicht habe, schätzungsweise sechs Millionen Juden im Holocaust systematisch zu ermorden. „Wenn wir das Ausmaß des Problems, das wir heute diskutieren, betrachten, fällt es schwer, an schnelle Lösungen zu denken“, sagte sie und fügte hinzu, „es gibt immer eine Rolle für jeden von uns, um ein Licht auf die Massengräuel zu werfen. Wir müssen darauf drängen, dass die Verbrechen gegen die Uiguren aufhören, und den Mut dieser und anderer Uiguren, die dafür kämpfen, dass dies Wirklichkeit wird, anerkennen“, so Kikoler. Über eine Million Gefangene Laut Menschenrechtsorganisationen halte China eine unglaublich große Zahl von Personen der weitgehend muslimischen Minderheit in über den ganzen Nordosten verstreuten sogenannten Umerziehungslagern gefangen. Über eine Million, mehr als sieben Prozent der muslimischen Bevölkerung in der chinesischen Region Xinjiang, sind nach Experten der Vereinten Nationen jetzt in einem sich erweiternden Netzwerk von „politischen Umerziehungslagern“ eingesperrt.

Der volle Umfang des Internierungssystems war lange Zeit deswegen im Dunkel, weil viele Uiguren sich fürchteten auszusagen, so die Tageszeitung Wallstreet Journal. Jetzt erzählen mehr von ihren Erfahrungen, einschließlich von sechs früheren Häftlingen, die das Journal interviewt hat; sie beschrieben, wie sie oder andere Gefangene an Stühle gebunden wurden oder kein adäquates Essen erhielten.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Nach Özil: Neuseeländischer Rugby-Spieler Sonny Bill Williams verurteilt China wegen Uiguren

Nachdem der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil in einem Tweet die Unterdrückung und Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China scharf verurteilte, hat nun auch der neuseeländische Rugby-Spieler und Boxer Sonny Bill Williams China für die Verfolgung stark kritisiert.

Nach Özil: Neuseeländischer Rugby-Spieler Sonny Bill Williams verurteilt China wegen Uiguren

Kommentar
Corona-Virus: Das Börsenbeben ist nur der Anfang

Ein Kommentar von Ernst Wolff Das globale Finanzsystem hat in der vergangenen Woche eines der schwersten Börsenbeben seiner Geschichte erlebt. In den USA stellte der Dow Jones Index gleich zwei Rekorde auf – den schnellsten Kurssturz seit der Großen Depression und den größten Tagesverlust seit seiner Gründung vor 130 Jahren.  Börsenwerte von insgesamt sechs Billionen US-Dollar wurden vernichtet, ein Drittel der Gewinne, die seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump gemacht worden waren, lösten sich in Luft auf.  Auch die europäischen Börsen wurden nach unten gerissen. Der Dax brach um 1850 Punkte ein und erlebte mit einem Minus von 13,5 Prozent die schwärzeste Woche seit der Weltfinanzkrise von 2007/08.  Der tatsächlich entstandene Schaden dürfte jedoch erheblich größer sein als diese Zahlen nahelegen. Da Derivate – also Wetten auf steigende und fallende Kurse – auch zur Absicherung von Risiken eingesetzt werden, kann man davon ausgehen, dass der Kurssturz an den Börsen Großbanken und Hedgefonds weit mehr als nur die ausgewiesenen Verluste gekostet hat. Das allein würde das globale Finanzsystem bereits in seinen Grundfesten erschüttern. Hinzu kommt aber noch, dass wir es zurzeit mit der höchsten Verschuldung aller Zeiten zu tun haben. Vorsichtigen Schätzungen zufolge müssen weltweit mehr als 250 Billionen US-Dollar an Schulden bedient werden. Da viele Gläubiger nervös werden, weil ihre Schuldner durch die Börsenturbulenzen in Zahlungsschwierigkeiten geraten, geht die Angst vor einem Margin Call um – also einem plötzlichen großflächigen Einfordern der Schulden durch die Gläubiger.  Als seien diese beiden Probleme noch nicht genug, kommen noch weitere hinzu: Wegen der Niedrigzinsen und der bereitwilligen Geldvergabe durch die Zentralbanken haben viele Investoren, die davon ausgingen, der mehr als 12jährige Boom an den Börsen halte ewig an, mit geliehenem Geld spekuliert, das sie nun verloren haben und zurückzahlen müssen. Andere wiederum haben das „Leveraging“ praktiziert, sich also Geld geliehen, um die eigenen Wetteinsätze zu erhöhen oder, um es in der Sprache der Banker auszudrücken: Sie haben ihre Einsätze gehebelt – und ihre Verluste auf diese Weise vervielfacht.  Zudem hat sich in der letzten Woche noch ein weiterer Krisenherd aufgetan: Angesichts des Börsenbebens haben viele Anleger nach sicheren Häfen gesucht und ihr Geld in Staatsanleihen und Gold umgeschichtet. Das hat den Goldpreis immer höher getrieben und für die Großbanken eine neue Gefahr heraufbeschworen.  Sie haben in den vergangenen Jahren nämlich erheblich mehr Gold verkauft als sie tatsächlich besitzen. Da sehr hohe Goldpreise viele Besitzer veranlassen könnten, ihr Gold in Krisenzeiten in Geld umzuwandeln und der Schwindel der Banken so auffliegen würde, muss der Preis mit allen Mitteln gedrückt werden. Genau das haben wir in der vergangenen Woche mehrmals erlebt.  Das mit Abstand größte Problem für die Finanzindustrie aber besteht darin, dass die Zentralbanken, die in den letzten zwölf Jahren immer wieder als Retter in der Not eingesprungen sind, der gegenwärtigen Entwicklung weitgehend hilflos gegenüberstehen. Die Zentralbanken haben nämlich bereits riesige Summen zu immer niedrigeren Zinsen in dieses System gepumpt und ihr Pulver damit weitgehend verschossen. Aber selbst wenn sie aus Verzweiflung beschließen sollten, die Zinsen noch tiefer, also bis in den Negativbereich, abzusenken und zusätzliche Billionen ins System einzuspeisen – sie können damit die Folgen der Corona-Krise, nämlich die unterbrochenen Lieferketten, die Produktionsausfälle und den Wegfall riesiger Absatzmärkte nicht stoppen. Was also wird geschehen? Möglicherweise werden einige Regierungen dem Beispiel Hong Kongs folgen und die Verteilung von Helikoptergeld anordnen, also allen Bürgern von der Zentralbank aus dem Nichts geschaffenes Geld zwecks sofortiger Ausgabe zur Ankurbelung der Wirtschaft ohne Gegenleistung überweisen.  Das aber wird das Problem nicht lösen, sondern nur vorübergehend aufschieben und schlussendlich verschärfen, denn es ist das sichere Mittel, eine galoppierende, allerdings erst mit einiger Verzögerung auftretende Inflation in Gang zu setzen.  Gibt es andere Möglichkeiten?  Niemand weiß, wozu die Finanzelite in dieser für sie höchst gefährlichen Notsituation imstande ist, aber man kann mit Sicherheit damit rechnen, dass sie die Lage ausnutzen wird, um die Bargeldabschaffung voranzutreiben. Außerdem werden Großunternehmen und Hedgefonds versuchen, mittelständische Unternehmen, die zurzeit in riesiger Zahl in immer größere Not geraten, zu Spottpreisen aufzukaufen. Möglicherweise wird es schon in naher Zukunft zu einer Schließung der Börsen und einem Bank-Holiday, also einer vorübergehende Schließung der Banken, kommen.  Wir stehen momentan vor einer Phase, in der das gegenwärtige System das ganze Ausmaß seiner Fäulnis offenbart und auch sein wahres Gesicht schonungslos enthüllt: Während die Unterbrechung von Handelsketten in nicht allzu ferner Zukunft zu Plünderungen von Geschäften führen dürfte, wird die Finanzelite bis zum bitteren Ende versuchen, das System zu den eigenen Gunsten zu plündern.  Lässt sich das alles verhindern?  Nein, dazu ist es zu spät. Aber das immer offener zutage tretende Versagen der Politik wie auch die selbst in Notzeiten nicht versiegende Gier des großen Geldes werden sehr vielen Menschen in den kommenden Tagen die Augen öffnen, Illusionen über dieses System zerstören und damit die historische Chance bieten, sich in großer Zahl der wichtigsten Aufgabe unserer Zeit zuzuwenden: Das gegenwärtige Geldsystem durch ein demokratisches Geldsystem zu ersetzen, das nicht einer winzigen Minderheit zu unvorstellbarem Reichtum, sondern der überwältigenden Mehrheit der Menschen zu einem würdevollen Leben in Frieden, Freiheit und sozialer Sicherheit verhilft. 
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Ernst Wolff
Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“. Wolff, geboren 1950, aufgewachsen in Südostasien, Schulzeit in Deutschland, Studium in den USA. Der Journalist und Spiegel-Bestseller-Autor (»Weltmacht IWF«) beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit der Wechselbeziehung von Politik und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen die internationale Finanzelite die Kontrolle über entscheidende Bereiche unseres Lebens an sich gerissen hat: »Nur wer diese Mechanismen versteht und durchschaut, kann sich erfolgreich dagegen zur Wehr setzen.«

EU-Besuch
Erdogan in Brüssel: Kommt für Türken nun die Visafreiheit?

Brüssel – Zur Entschärfung des Migrationsstreits mit der EU reist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Einladung von EU-Ratspräsident Charles Michel am Montag zu einem Gespräch mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Michel (MR) nach Brüssel. Das bestätigte Erdogans Sprecher am Sonntag auf Twitter. Das Treffen werde um 18 Uhr stattfinden. Zu den Themen gehörten „Angelegenheiten zwischen der EU und der Türkei“, wie etwa Migration sowie die Lage im Bürgerkriegsland Syrien, sagte Erdogan am Sonntag. Er reise nach Belgien und werde an einem Treffen mit EU-Vertretern teilnehmen. Die Tageszeitung Die Welt hatte bereits am Samstag unter Berufung auf hohe Brüsseler Diplomatenkreise über die bevorstehende Reise berichtet. Ziel des Treffens sei die Lösung der aktuellen Migrationskrise an der griechisch-türkischen Grenze, aber auch eine grundsätzliche Neuausrichtung des Verhältnisses zwischen der EU und der Türkei, berichtet Die Welt weiter. Des Weiteren werde es um eine Modernisierung der Zollunion zwischen Ankara und Brüssel, Visaerleichterungen für türkische Staatsbürger bei Reisen in die Europäische Union, neue Flüchtlingshilfen für die Türkei und eine finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau vor allem im Norden Syriens, gehen. Am 28. Februar kündigte der türkische Präsident die Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge an und beendete somit ein Flüchtlingsabkommen mit der EU von 2016. Seitdem haben türkischen Angaben zufolge bereits mehrere Zehntausend Flüchtlinge die Grenzen der Türkei überquert. Es kam daraufhin zu heftigen Auseinandersetzungen mit griechischen Grenzbeamten.

Zum Thema

– Meinung – Kommentar: Die Türkei hat ihren Teil des Flüchtlingsabkommens mit der EU eingehalten

„Die Kommentare und Meldungen aus der Presse gehen sogar so weit ausgerechnet Präsident Erdoğan in der Flüchtlingsfrage Erpressung vorzuwerfen. Die interessante Frage wäre, welche Seite sich nicht an das Flüchtlings-Abkommen zwischen der EU und der Türkei gehalten hat.“

Kommentar: Die Türkei hat ihren Teil des Flüchtlingsabkommens mit der EU eingehalten
   

Corona-Epidemie
Erster Deutscher an Coronavirus gestorben

Kairo – Erstmals ist ein Deutscher nachweislich am neuartigen Coronavirus gestorben. Dabei handle es sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) mit Hinweis auf eine Mitteilung des ägyptischen Gesundheitsministeriums vom Sonntag. Er sei mit Fieber in die Klinik gebracht worden, nachdem er am 6. März von Luxor nach Hurghada gereist war. Der Patient habe sich geweigert, sich in ein Quarantäne-Krankenhaus überführen zu lassen, hieß es. Des Weiteren seien laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP in Ägypten 45 Coronavirus-Fälle bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern eines Nil-Kreuzfahrtschiffs festgestellt worden. Die Menschen verließen das Schiff „A-Sara“ am Sonntag in Luxor, wie ein AFP-Reporter berichtete. Demnach kommen 33 Touristen und zwölf Besatzungsmitglieder in Quarantäne. Bei ihnen sei der Virus festgestellt worden. Nach Angaben der Regierung wurden alle 171 Passagiere und 70 Besatzungsmitglieder getestet. Corona-Fälle in Deutschland steigen weiter an In Deutschland selbst sei die Zahl der Corona-Infektionen erneut gestiegen. Wie SZ weiter berichtet, meldete das Robert-Koch-Institut am Sonntag um 15 Uhr insgesamt 902 Fälle. Die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Inzwischen gebe es in allen Bundesländern, außer Sachsen-Anhalt, Infizierte. Das Bundesgesundheitsministerium: 
Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Patienten mit einer Pneumonie (Lungenentzündung) unbekannter Ursache in Wuhan, einer Stadt mit 19 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, China, informiert.
Wo liegt der Ursprung?

Nach Angaben der chinesischen Behörden in Wuhan waren einige Patienten als Händler oder Verkäufer auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan tätig. Es ist der größte Seafood-Markt in Wuhan mit über 600 Ständen und 1.500 Arbeitern. Es wird berichtet, dass auch Wildtiere bzw. Organe von anderen Tieren und Reptilien auf dem Markt angeboten wurden.

Gab es ähnliche Fälle bereits? Bei dem neuen Virus handelt es sich um einen Erreger aus der Familie der Coronaviren, also aus derselben Familie wie das SARS (severe acute respiratory syndrome) und das MERS-CoVirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus). In Deutschland gab es im Jahr 2003 neun wahrscheinliche SARS-Fälle, wovon letztlich vier Patientenproben negativ waren. Eine Weiterverbreitung der Erkrankung innerhalb Deutschlands ist nicht aufgetreten.
Wie erfolgt die Übertragung? Aktuell wissen wir hierüber noch zu wenig. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung von SARS erfolgt(e) hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (selten auch Schmierinfektion). Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn, beträgt ca. zwei bis sieben, maximal aber bis zehn Tage.
Wie äußert sich die Krankheit? Die klinischen Anzeichen und Symptome der Erkrankung sind hauptsächlich Fieber, wobei einige Patienten Schwierigkeiten beim Atmen haben. Die möglichen Symptome bei SARS waren Fieber über 38°C, in Kombination mit Husten, Myalgien (Muskelschmerzen), Atemnot oder Kurzatmigkeit.
 

Wirtschaft
„Frieden und Wohlstand“: Türkisch-griechisches Handelsabkommen unterzeichnet

Istanbul – Führende Persönlichkeiten aus der türkischen und griechischen Wirtschaft unterzeichneten am Mittwoch eine Absichtserklärung zur Verbesserung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Der Handelsabkommen wurde zwischen dem türkischen Außenhandelsverband (DEIK) und dem griechischen Exportverband SEVE als Teil eines Treffens führender Unternehmer beider Länder unterzeichnet, teilte DEIK mit. Levent Sadik, der Vorsitzende des DEIK-Wirtschaftsrats Türkei-Griechenland, sagte, das Abkommen sei ein wichtiger Schritt zur Verdoppelung des bilateralen Handelsvolumens zweier Länder. Die Exporte der Türkei nach Griechenland beliefen sich laut der Nachrichtenagentur Anadolu im vergangenen Jahr auf 2,1 Milliarden Dollar und die Importe auf 1,4 Milliarden Dollar. Der Leiter des SEVE, Georgios Konstantopoulos, sagte, dass sie sich zusammengeschlossen haben, um in einer kritischen Zeit ein Umfeld des Wohlstands, des Friedens und des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Gute Kapitäne erkenne man bei stürmischem Wetter.  Die Aktivitäten der beiden Institutionen im Bereich der Handelsdiplomatie würden zu der Verbesserung der Handels- und Geschäftsbeziehungen der beiden Länder beitragen, so Konstantopoulos. Er fügte hinzu, dass es in Nordgriechenland bedeutende Investitionsmöglichkeiten für griechische und türkische Unternehmen gebe.

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– Italien – Griechenland und Türkei gemeinsam beim NATO-Manöver Dynamic Manta 2020

An der Küste Siziliens hat unter operationeller Führung des italienischen Admirals Paolo Fantoni das jährliche NATO-Militärmanöver Dynamic Manta 2020 unter Teilnahme von Schiffen, U-Booten, Flugzeugen und Militärs aus neun Ländern begonnen.

Griechenland und Türkei gemeinsam beim NATO-Manöver Dynamic Manta 2020
 

Digital
Slot Spiele oder Kartenspiele – Die beliebtesten Spiele im Flugzeug

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WERBUNG Kennen Sie das? Sie sitzen im Flugzeug und die Zeit will einfach nicht vergehen. Es sind noch einige Stunden bis zur Landung und die angebotenen Filme und Musik sind Ihnen nicht interessant genug. Was könnten Sie außer schlafen, essen und trinken noch tun? Die Unterhaltungsangebote im Flugzeug werden denen auf dem Boden immer ähnlicher. Dazu gehören neuerdings auch Casinospiele. Wenn Sie gerne in Spielhallen oder Spielbanken gehen, können die neuen Spiele im Flugzeug eine interessante Alternative für Sie sein. Wir geben einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik und die verfügbaren Spiele. Kann man im Flieger Casinospiele zocken? Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es moderne Casinos mit allen Annehmlichkeiten und beliebten Spielen. In Flugzeugen hingegen sind Casinos Mangelware – zumindest, wenn man damit die traditionellen Casinoangebote meint. Auf die ein oder andere Weise gab es schon vor Jahrzehnten Versuche, das Glücksspiel im Flieger salonfähig zu machen.
(Beispielfoto: pixa)
Singapore Airlines und SwissAir boten in den 1980er 1990er Jahren Slot Spiele in verschiedenen Formaten an. Platzmangel, Probleme mit der Elektronik, staatliche Regulierungen und andere Gründe sorgten dafür, dass das Konzept wieder aufgegeben werden musste. Bis heute gibt es nur sehr einfache Angebote wie die Rubbellose bei Ryanair oder die einfachen Poker-Spiele auf dem Sitzbildschirm. Online Casinos hingegen, die auf Mobilgeräten und Laptops laufen, bieten das komplette Paket an Slot Spielen und Kartenspielen. Weil das kabellose Internet im Flugzeug auf dem Vormarsch ist, können immer mehr Spieler während der Flugreise auf die Online Spielbanken zugreifen. Spielautomaten: Riesige Auswahl für alle Die Spielautomaten sind das Herz der Online Casinos und auch von landbasierten Casinos und Spielhallen. Sie bestehen meistens aus drei oder fünf Walzen, die Sie virtuell drehen. Auf den Walzen erscheinen dann vom Zufallsgenerator bestimmte Symbole. Meistens müssen mindestens drei gleiche Symbole in einer Reihe von links nach rechts erscheinen, damit Sie einen Gewinn erhalten. Es gibt Tausende verschiedene Spielautomaten in den Online Casinos. Sie haben Themen wie Sport, Filme, Tiere oder Früchte. Bonusfunktionen wie Joker-Symbole, Freispiele und Gewinnverdopplungen sorgen für Abwechslung vom Basisspiel. Fast jeder Spielertyp findet bei dem Angebot ein Spiel, das ihn interessiert. Einige Spielautomaten wie die einfachen Früchte-Slots eignen sich eher für das schnelle Spiel zwischendurch. Wenn Sie sich etwas länger mit einem Spiel beschäftigen möchten, beispielsweise auf einem Mittel- oder Langstreckenflug, kommen die moderneren Spielautomaten mit mehreren Levels infrage. Kartenspiele: Gepflegte Action an den Tischen Schon seit vielen Jahren gehören Kartenspiele wie Blackjack, Poker und Baccarat zu den Lieblingen der Spieler in Deutschland, Europa, Nordamerika und Asien. Ein Casino ohne Kartenspiele ist einfach undenkbar. Dank der Online Casinos brauchen Sie kein Kartendeck mit in die Kabine zu nehmen, um dann unter großem Platzmangel eher umständlich spielen zu können. Karten spielen geht nun viel einfacher und bequemer über Ihr Smartphone, Tablet oder Laptop. Sie haben eine riesige Auswahl an Dutzenden Kartenspielen. Das Angebot ist hier naturgemäß zwar nicht ganz so groß wie bei den Slots, doch Freunde von Kartenspielen kommen hier voll auf ihre Kosten. In den Online Spielbanken können Sie auch neue Varianten der bekannten Spiele entdecken, die es exklusiv nur online gibt. Sie können Blackjack, Poker und die anderen Kartenspiele ganz in Ruhe und mit aller Zeit der Welt im Flugzeug spielen. Pro Spielzug dürfen Sie sich nämlich so viel Zeit lassen, wie Sie möchten. Sollte während des Flugs plötzlich doch einmal das Internet ausfallen und Sie gerade eine Runde Karten spielen, wird das Spiel bei der Wiederverbindung fortgesetzt. Dies trifft natürlich auch auf die Slots zu. Übrigens bieten Online Casinos im Flugzeug nicht nur Slots und Kartenspiele an, sondern auch andere beliebte Tischspiele wie Roulette. Video Poker, Rubbellose, Keno und Bingo finden Sie ebenfalls in vielen Online Casinos. Fazit: Beste Unterhaltung im Flieger Nicht immer vergeht die Zeit wie im Flug. Wenn Sie auf Ihrer nächsten Reise gut unterhalten werden möchten, können Slot Spiele oder Kartenspiele in Online Casinos eine gute Alternative sein. Die immer besser ausgebauten WiFi-Verbindungen im Flugzeug ermöglichen es, auch unterwegs zu Ihrem Ziel Spiel, Spaß und Spannung zu haben. Hinweis: Glücksspiel kann süchtig machen. Bitte spielen Sie verantwortungsbewusst. Spielteilnahme ab 18 Jahren.

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– Battista Pininfarina – 350 km/h: Pininfarina kündigt 1900 PS E-Supersportwagen an

Automobili Pininfarina begann das Jahr 2020, das 90. Jubiläumsjahr der Pininfarina SpA, mit einem Blitzstart und hat die Test- und Entwicklungsphase für den bahnbrechenden Battista eingeleitet, den weltweit ersten voll elektrischen Luxus-Supersportwagen.

350 km/h: Pininfarina kündigt 1900 PS E-Supersportwagen an

Flüchtlingskrise
Griechenland: Gewalt gegen wehrlose Flüchtlinge ist ein Akt der Barbarei

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de Seit Tagen sind wir über die Medien Zeugen einer staatlich angeordneten Barbarei an der griechisch-türkischen Grenze. Griechische Sicherheitskräfte gehen brutal und ohne Rücksicht gegen Flüchtlinge vor, die versuchen nach Griechenland zu gelangen. Schutzsuchende wehrlose Frauen, Männer und Kinder werden mit Tränengas attackiert, niedergeknüppelt, misshandelt und deren Geld und Ausweise abgenommen. https://twitter.com/Katerinalindner/status/1234425504125652994 Nach Angaben der Presse starben drei Flüchtlinge durch den Gebrauch von Schusswaffen. Die griechische Regierung hat jegliche Verantwortung für den Tod der Flüchtlinge zurückgewiesen. Die Athener Regierung hatte am 1. März beschlossen Asylverfahren von illegal eingereisten Flüchtlingen für einen Monat auszusetzen und diese in das Herkunftsland bzw. in das Transitland, in diesem Fall die Türkei, zurückzuschicken. Der staatlich angeordnete Angriff der griechischen Polizei gegen wehrlose Flüchtlinge verstößt gegen Artikel 31 der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK), gegen europäisches Recht und gegen die Menschenrechte. Was Griechenland bzw. die griechischen Sicherheitskräfte durchführen ist ganz klar ein Akt der Barbarei und Rechtsbruch von internationalen Verträgen. Wo ist Europa und die EU, die bei jeder Gelegenheit mit dem Finger auf die Türkei zeigt? Wo sind die scheinheiligen Menschenrechtsexperten der SPD, der Grünen und Linken etc.,  wenn unschuldige Flüchtlinge vom EU-Mitglied Griechenland fast zu Tode geprügelt werden, weil sie aus Verzweiflung ihre angestammte Heimat verlassen mussten? Wo sind all die Humanisten und die christliche Nächstenliebe, wenn schutzlose Flüchtlinge durch die griechische Grenzpolizei geschlagen, getreten und nackt ausgezogen zurückgeschickt werden? Habt ihr keine Gnade mit diesen Flüchtlingen, die einfach ein besseres Leben leben wollen? Habt ihr kein Verständnis, wenn selbst Milchflaschen von Babys durch die erbarmungslose griechische Polizei beschlagnahmt werden? Seit Jahren hat es die EU-Staaten nicht interessiert wie viele Millionen Flüchtlinge in der Türkei leben, denn solange diese in der Türkei blieben, war es den Europäern schnurzpiepegal. Einige EU-Staaten haben unverfroren offen den Terrorismus der PKK/YPG in Syrien unterstützt und machen das immer noch. Das EU-Mitglied Griechenland gehört zweifellos zu diesen Staaten, nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Was für eine Farce, jene PKK/YPG, die in Syrien mit massiver US-Unterstützung eine Politik der verbrannten Erde hinterließ, unter Duldung der Amerikaner mordete und brandschatzte und Hunderttausende Araber, Turkmenen und Kurden ihre angestammte Heimat in Nordostsyrien verlassen mussten. Aber über diese Verbrechen konnte man in den meisten westlichen Medien nichts lesen, weil die Öffentlichkeit in diesen Ländern mit dem medial inszenierten „Kampf gegen die Terrororganisation IS“ gefüttert wurde, aber gleichzeitig eine andere Terrororganisation, PKK/YPG, fast überall als „Kämpfer gegen den IS“ gefeiert und in Szene gesetzt wurde. Die Planer im Pentagon hatten mit dieser Inszenierung hollywoodreif gute Arbeit geleistet. Aber die Türkei wollte sich dieses Schauspiel nicht länger bieten lassen und intervenierte militärisch. Als die türkische Armee im Oktober letzten Jahres in Syrien gegen die PKK/YPG vorging, war der Aufschrei in den westlichen Hauptstädten und Medien ganz groß. Aber wisst ihr was, ihr seid die größten Heuchler weit und breit, weil ihr offen Terrororganisationen seit Jahrzehnten unterstützt, aber wenn hilflose und verzweifelte Flüchtlinge versuchen in die EU-Staaten zu gelangen, werden diese grausam niedergeknüppelt oder wie ein Hund (Ich bitte den Ausdruck zu entschuldigen) von der griechischen Polizei erschossen. Ihr könnt uns nichts mehr vormachen, denn wir kennen euch allzu gut. Diese Empörungskultur ist wirklich zum Kotzen, weil es keine Antworten bietet auf die Probleme unserer Zeit. Jetzt wollt ihr Griechenland 700 Millionen Euro Soforthilfe gewähren, aber der Türkei in all den Jahren die zugesagten Finanzmittel von 6 Milliarden Euro nur die Hälfte projektgebunden an NGO’s überweisen. Ein tolles Verständnis habt ihr, aber wisst ihr, es geht gar nicht ums Geld, sondern um Beistand und Zusammenarbeit in der Flüchtlingsfrage. Die Türkei hat nämlich schon 42 Milliarden Euro für Flüchtlinge ausgegeben. Falls ihr es doch vergessen habt: Die Türkei ist kein Bittsteller, sondern ein Partner, aber Partner behandelt man nicht von oben herab. Wenn Staaten aus Südosteuropa und anderen Gebieten in Europa einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft stellen, stellt ihr Bedingungen für die Aufnahme. Jährlich werden „Fortschrittsberichte“ veröffentlicht, um eine abschließende Beurteilung vornehmen zu können. Aber es sollte doch eine Institution zu finden sein, der euer Versagen in der Flüchtlingsfrage beurteilen kann. Ihr zeigt mit dem Finger immer auf die anderen, aber die großen Zeiten der EU scheinen vorbei zu sein. Die Briten wollten sich vom „Brüsseler Diktat“ nicht länger vorführen lassen und sind aus der EU ausgetreten. Apropos Erdoğan: Präsident Erdoğan hatte letztes Jahr eine Schutzzone in Syrien vorgeschlagen, damit dort Siedlungen und Häuser für Hunderttausende von Flüchtlingen gebaut werden und nicht in die Türkei oder Europa kommen. Selbst dieser gut gemeinte Vorschlag wurde in Brüssel noch nicht einmal diskutiert. In eurem Erdoğan-Hass habt ihr das wahrscheinlich nicht für bare Münze genommen, oder?
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Geschichte – Zweiter Weltkrieg: Als Griechen in Syrien Zuflucht fanden

Während griechische Grenzschützer in diesen Tagen Flüchtlinge erschießen und ihre Boote rammen, maskierte „Bürgerwehren“ sowie Nationalisten sie jagen und die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen sie einsetzt, fanden griechische Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Syrien.

Zweiter Weltkrieg: Als Griechen in Syrien Zuflucht fanden