Gastkommentar
Thomas: „Stoßen wir Israel endlich aus der UN aus“

Ein Gastkommentar von Michael Thomas Wie bereits häufiger und leider ergebnis- wie folgenlos festgestellt, verfügt die UN sehr wohl über Instrumente, auch gegen und ohne den Sicherheitsrat handeln zu können. Das Gestöhne, man könne ja nichts gegen das permanent von den USA eingelegte Veto im Sicherheitsrat unternehmen, und somit seien wirkungsvolle Schritte gegen Israel leider unmöglich, grenzt an eine Lüge. Die UN-Resolution 377 A („Uniting for peace“) ermächtigt bei Anwendung die Generalversammlung, die beständige Blockade des Sicherheitsrates mit einer Zweidrittelmehrheit auszuhebeln und selbst Beschlüsse und Maßnahmen zu fassen bzw. zu ergreifen. (1) Diese Resolution wurde eigens für genau die Situation geschaffen, in der wir uns seit jetzt gut zwei Jahren befinden – und sie zur Anwendung zu bringen, ist nicht erst seit dem 7. Oktober überfällig. Seit jetzt Jahrzehnten wird zwar seitens der UN klar und unmissverständlich festgestellt, dass die israelischen „Siedlungen“ im Westjordanland ebenso illegal wie die Totalblockade des Gaza-Streifens sind, aber irgendwelche Maßnahmen wurden nie ergriffen. Auch jede jeweilige deutsche Regierung stellt immer wieder diese Illegalität fest, belässt es aber immer bei dem Hinweis, das Verhalten Israels sei „nicht hilfreich“. Die Anwendung der Resolution 377 A ist demzufolge nicht erst seit zwei, sondern seit mindestens 50 Jahren weit überfällig.
Stoßen wir Israel endlich aus der Mitte der zivilisierten Nationen aus!
Darüber hinaus erinnert nun tagesaktuell der türkische Außenminister auf der OIC-Versammlung („Organisation of Islamic Countries“) in Riad an ein weiteres Instrument, mit dem die Welt, die UN, auf die fortgesetzten Verbrechen Israels reagieren könnte, wenn sie es nur wollte: Die OIC möge geeint in der UN-Generalversammlung den Antrag einbringen, Israel von der Teilnahme an den Sitzungen und Aktivitäten der UN auszuschließen. Er sagt:
„Bei diesem Treffen werden wir uns auf drei dringende Aufgaben konzentrieren: den Krieg zu beenden, eine gemeinsame Reaktion der islamischen Umma zu erreichen und die internationale Gemeinschaft zu mobilisieren“.
Das formelle Verfahren zum Ausschluss eines UN-Mitglieds nach Artikel 5 und 6 der Charta verlangt normalerweise eine Empfehlung des Sicherheitsrats, allerdings gab es 1974 im Fall Südafrikas einen Präzedenzfall, bei dem das Beglaubigungsschreiben Südafrikas vom Ausschuss der UN abgelehnt wurde. Daraufhin verlangte die Resolution 3207 (2) im September 1974 unter Hinweis auf die ständige Missachtung Südafrikas aller zuvor gefassten Beschlüssen zur Beseitigung der Apartheid den Ausschluss Südafrikas, der auch stattgegeben wurde. Dies war einer der letzten und großen Nägel im Sarg der südafrikanischen Apartheid. Die Situation um Israel ist in vieler Hinsicht erheblich ernster; zwischenzeitlich existieren seit Jahrzehnten zahllose Resolutionen der Generalversammlung zu den Themen Menschen- und Völkerrecht, die allesamt in Bausch und Bogen vollständig von Israel ignoriert werden. Die Entscheidungen, die jeweils mit überzeugenden Mehrheiten der 193 in der UN organisierten Staaten getroffen werden und wurden, sind aufgrund des beständigen Vetos der USA niemals durch konkrete Maßnahmen des Sicherheitsrats gestützt oder durchgesetzt worden. Erst diese vollständige Paralyse machte den konsequenten und fortgesetzten Bau der „Siedlungen“, die das Westjordanland immer weiter zersägen und die Errichtung eines palästinensischen Staates zunehmend verunmöglichen, überhaupt erst möglich. Die von Fidan angesprochene Solidarität der islamischen „Ummah“ (damit ist eher spirituell die weltweite Gemeinschaft aller Muslime gemeint), die in der OIC einen politischen Niederschlag finden sollte, konnte sich ihrerseits nie zu gemeinschaftlichem und wirkungsvollem Handeln gegen Israel durchringen. Der Grund dafür liegt im umgreifenden Abhängigkeitsverhältnis der einzelnen Staaten zu den USA und den westlichen Nationen allgemein, die solches unter Drohungen und Belohnungen stets zu untergraben verstanden. Es ist zweifelhaft, ob sich die OIC diesmal in der UN-Generalversammlung in Form ihrer einzelnen Staaten zu einer gemeinschaftlichen Aktion wird durchringen können und den Antrag auf Ausschluss Israels tatsächlich einbringen werden. Dies würde in jedem Fall eine Reihe weiterer Debatten, womöglich unter Hinzuziehung der Resolution 377 A („Uniting for peace“) nach sich ziehen und die Verkrustung und Paralyse der UN überwinden. Eines bleibt in jedem Fall durch den Vorstoß Fidans in der OIC klar zu erkennen: die UN-Generalversammlung hätte Instrumente zum Handeln in der Hand und ist keineswegs zur Tatenlosigkeit verdammt. Unterbleibt jede Aktion, muss nach anderen Gründen für das Versagen der UN gesucht werden, während sie gleichzeitig damit unter Beweis stellt, dass sie sich als Machtinstrument der USA und der westlichen Industrienationen versteht. Denn Resolutionen und Beschlüsse gegen Staaten, die diesem Machtblock sonst entgegenstehen, fallen sonst sehr schnell und durchgreifend, wie im Falle Russlands. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die UN überhaupt eine Zukunft hat, oder ob sie in Blöcke zerfällt, die sich derzeit neu bilden. Neben den BRICS formiert sich beispielsweise derzeit neben der Achse China-Russland ein gewissermaßen „neues Afrika“, das tatsächlich bereits über die Schaffung einer eigenen Währung („Afro“) nachdenkt und mit dem Präsidenten von Burkina Faso, Ibrahim Traoré, eine neue Lichtgestalt hat, dessen Stimme u.a. in der AU („African Union“) gehört wird. Die Zeit der unbestrittenen Dominanz der USA geht zuende, mit jedem Tag entscheiden sich immer mehr Organisationen, Gemeinden, ganze Nationen zur Ächtung Israels und ebnen den Weg zu einer globalen Solidarität außerhalb der UN. Die Frage, ob und was einer zerstörten UN folgen könnte, wird sicherlich durch Geld und Kanonen entschieden werden. Da die Rohstoffe der Welt endlich sind und die ressourcenreichen, bis dato vom Westen niedergehaltenen Länder ein neues Selbstbewusstsein ausbilden, wird der Kampf um Märkte und Profite mit Gewalt entschieden werden, sobald die UN am Prüfstein Israel zerbricht. Wir haben nur noch eine einzige Chance; wird sie von der UN versemmelt, versinkt die Welt im Krieg. (1) United Nations General Assembly (UNGA) resolution (2) Relationship between the United Nations and South Africa

Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor 

Michael Thomas ist Privatier, Fotograf, leidenschaftlich an Ägyptologie und Literatur interessiert, mit der er vor vielen Jahren als Autor regional einige Beachtung fand. Er verfolgt interessiert das Weltgeschehen durch Beobachtung internationaler Presse. Seinen Fokus legt er insbesondere auf die Palästinafrage und auf die islamische Welt.

Mobilfunk
Günstig reisen mit einer eSIM: So klappt’s!

Reisen macht immer Spaß – besonders, wenn es in den Urlaub geht. Neue Orte entdecken, fremde Kulturen erleben, regionale Köstlichkeiten probieren oder sich in ferne Abenteuer stürzen – all das macht das Reisen so besonders. Doch wussten Sie, dass Sie dabei auch bares Geld sparen können? Lesen Sie weiter und entdecken Sie praktische Tipps rund ums günstige Reisen – und das völlig kostenlos!

Günstige Flüge finden

Flugtickets zählen oft zu den größten Kostenpunkten einer Reise. Um günstigere Flüge zu finden, greifen Sie auf Flugvergleichsportale und -tools zurück – ein unverzichtbarer Tipp für günstiges Reisen. Wer früh bucht und flexibel bei den Reisedaten ist, sichert sich oft die besten Angebote. Zudem ist das Einrichten von Preisalarmen einer der besten Tipps für günstiges Reisen, um Rabatte nicht zu verpassen, wenn sie verfügbar sind.

Preiswerte Unterkünfte entdecken

Wer günstig reisen möchte, sollte sich nicht nur auf Hotels beschränken. Gästehäuser, Hostels oder Ferienwohnungen wie Airbnb sind oft deutlich günstiger. Wer früh bucht und länger an einem Ort bleibt, bekommt oft attraktive Rabatte. Das ist einer der besten Tipps für günstiges Reisen, da die Unterkunftskosten schnell ansteigen können.

In lokalen Restaurants essen

Statt teurer Touristenrestaurants lieber dort essen, wo auch Einheimische hingehen – oder selbst kochen, wenn es die Unterkunft erlaubt. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern sorgt auch für authentische Geschmackserlebnisse. Fragen Sie vor Ort nach Empfehlungen oder nutzen Sie entsprechende Apps.

Ein digitales Datenpaket für sicheren Internetzugang sichern

Öffentliches WLAN ist oft unsicher und langsam. Für günstiges Reisen lohnt es sich, ein digitales Datenpaket mit einer eSIM zu kaufen. Mit einem eSIM-Datenpaket genießen Sie mehr Sicherheit im Netz und vermeiden gleichzeitig hohe Roaminggebühren. Eine smarte Lösung, um jederzeit online zu sein und gleichzeitig Ihre Daten zu schützen.

Öffentliche Verkehrsmittel statt Taxis nutzen

In den meisten Städten ist der öffentliche Nahverkehr deutlich günstiger als ein Taxi. Zudem erleben Sie Ihre Umgebung aus der Perspektive der Einheimischen. In vielen Städten gibt es spezielle Touristencards, die das Unterwegssein einfach und preiswert machen.

Außerhalb der Hauptsaison reisen

Wer außerhalb der Ferienzeiten reist, spart gleich mehrfach: Günstigere Flüge, bessere Hotelpreise und weniger Andrang bei Sehenswürdigkeiten. Auch wenn das Wetter nicht perfekt ist, ist es dennoch eine ideale Gelegenheit für entspanntes und günstiges Reisen.

Über das Internet telefonieren

Mit Internettelefonie-Apps sparen Sie bei Auslandsgesprächen bares Geld. Mit einem guten eSIM-Tarif können Sie solche Apps nutzen, ohne sich über Roaminggebühren Gedanken machen zu müssen. Dieser Tipp ist ideal, um günstig zu reisen und trotzdem online zu bleiben.

Roaminggebühren vermeiden mit einer eSIM

Roaminggebühren können Ihre Reise unnötig verteuern. Eine eSIM ist eine der kostengünstigsten Lösungen für Reisen, weil Sie damit lokale oder regionale Datentarife direkt online kaufen können. Die Aktivierung erfolgt unkompliziert, ganz ohne SIM-Kartenwechsel – so sparen Sie Geld und Aufwand.

Vorteile von Datenpaketen für Reisende

  • Einfache Aktivierung, ohne ein Geschäft aufsuchen zu müssen
  • Kein Wechseln der physischen SIM-Karte
  • Roaming-Gebühren vermeiden und Geld sparen
  • Überall online mit zuverlässigen mobilen Daten
  • Mehrere Datentarife auf einem Gerät
  • Sicherer als öffentliches WLAN
  • Datenverbrauch bequem per App verwaltbar
  • Schnelles Wechseln zwischen Anbietern oder Ländern
  • Jederzeit Zugriff auf Reise-Apps, Karten und Online-Guides
  • Kontakt mit Familie und Freunden, ganz ohne zusätzliche Kosten

Internet-Telefonate vs. Mobilfunk-Telefonate

Internet-Telefonie (auch VoIP, also Voice over Internet Protocol genannt) wird immer beliebter, besonders bei Reisenden mit eSIM. Anders als klassische Mobilfunkgespräche nutzen Internet-Telefonate nicht Ihr Minutenkontingent, sondern Ihre Datenverbindung (WLAN oder mobiles Internet). Einer der größten Vorteile von Internet-Telefonaten ist ihre Kosteneffizienz – viele sind kostenlos oder sehr günstig, insbesondere bei Auslandsgesprächen, wodurch Sie teure Roaming- und Ferngesprächsgebühren vermeiden. Zudem bieten Internetanrufe oft praktische Zusatzfunktionen wie Videoanrufe, Gruppengespräche oder die einfache Integration in Messenger-Apps – das macht die Kommunikation deutlich vielseitiger. Allerdings sind sie stark von einer stabilen Datenverbindung abhängig, was in manchen Regionen einschränkend sein kann. Mobilfunkanrufe hingegen sind in Gebieten mit schwacher oder fehlender mobiler Datenverbindung meist zuverlässiger. Sie funktionieren zudem auch ohne Internetzugang – ein entscheidender Vorteil in Notfällen oder abgelegenen Gegenden. Fazit: Internetanrufe sparen Kosten und bieten zusätzliche Funktionen, während Mobilfunkanrufe eine verlässliche Rückfallebene darstellen, wenn die Internetverbindung eingeschränkt oder instabil ist.
AUCH INTERESSANT

– 5G-Netz – Türkei: Turkcell und Huawei erreichen bei Test 50 Gbit/s

Der weltweit erste Feldtest einer Vollduplex-Funkverbindung mit einer Geschwindigkeit von 50 Gbit/s wurde in Istanbul durchgeführt

Türkei: Turkcell und Huawei erreichen bei Test 50 Gbit/s

Glücksspielbranche
Eine europaweit einheitliche Glücksspiel-Regulierung: Warum klappt es nicht?

0
Trotz der wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Verflechtung innerhalb der Europäischen Union bleibt das Glücksspielrecht ein Bereich, in dem nationale Alleingänge dominieren. Während andere Branchen längst von der unionsweiten Dienstleistungsfreiheit profitieren, zeigt sich das Regelungsgefüge rund um Online-Casinos, Sportwetten und vergleichbare Angebote als äußerst heterogen. Nationale Gesetzgeber nutzen ihren weiten Gestaltungsspielraum, um individuelle Kontrollmechanismen zu etablieren und das teils restriktiv, teils liberal. Die Folge ist ein Markt, der sich zwar geografisch innerhalb eines Binnenraums bewegt, rechtlich jedoch zersplittert bleibt. Die Frage, weshalb eine europaweit einheitliche Regulierung bislang nicht umgesetzt wurde, ist damit nicht nur juristisch, sondern auch wirtschaftlich und politisch relevant. Der folgende Beitrag beleuchtet die strukturellen Ursachen, aktuellen Entwicklungen und praktischen Auswirkungen dieser Regulierungslücke.

Nationale Spielregeln im europäischen Binnenmarkt – ein Flickenteppich mit System?

Dass sich das Glücksspiel nicht nach einem einheitlichen EU-Kodex richtet, liegt nicht etwa an mangelnder Initiative. Vielmehr wurde ganz bewusst entschieden, diesen Bereich auf nationaler Ebene zu belassen. Die Begründung heißt, das Glücksspiel betrifft das Gemeinwohl, die öffentliche Ordnung und den Schutz gefährdeter Gruppen und das sind allesamt Themen, bei denen sich die Mitgliedstaaten auf ihr jeweiliges Staatsverständnis berufen. Rein juristisch bedeutet das Folgendes. Zwar sieht der Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union vor, dass Dienstleistungen grundsätzlich europaweit erbracht werden dürfen. Allerdings kann diese Freiheit eingeschränkt werden, sofern ein Mitgliedsland überzeugend darlegt, dass dies zum Schutz elementarer Interessen erforderlich ist und genau in diesem Bereich finden sich besonders viele Ausnahmen.

Eine Lizenz aus der EU – doch trotzdem nicht überall gültig

Viele Plattformen, insbesondere solche unter dem Dach großer Casino-Gruppen, verfügen über Lizenzen aus Staaten wie Malta oder Gibraltar. Diese Zertifikate gelten als streng und sind innerhalb der Ausstellerländer hoch angesehen. Dennoch akzeptieren nicht alle EU-Mitgliedsstaaten solche Lizenzen als Eintrittskarte für ihren nationalen Markt. Ein Anbieter, der beispielsweise über eine maltesische Zulassung verfügt, kann legal in Malta operieren. In Ländern wie Deutschland oder Frankreich jedoch wird sein Angebot blockiert, obwohl sowohl Malta als auch diese Länder zur Europäischen Union gehören. Für Anbieter bedeutet das erhebliche Unsicherheiten im operativen Geschäft, für Spieler stellt sich oft die Frage, ob ein Angebot tatsächlich legal ist. Besonders deutlich wird diese Problematik bei Anbietern, die unter dem Dach internationaler Unternehmen agieren, so findet man bei Casino Groups z.B. Anbieter mit EU-Lizenzen, die aber nicht in allen Staaten akzeptiert werden, was kontraproduktiv ist. Viele dieser Plattformen verfügen über Lizenzen aus EU-Mitgliedsstaaten wie Malta oder Gibraltar, die für ihre vergleichsweise strengen Auflagen und etablierten Aufsichtsbehörden bekannt sind. Trotz der formalen Zulassung innerhalb der Europäischen Union wird das Angebot solcher Anbieter in zahlreichen anderen Mitgliedsstaaten jedoch nicht akzeptiert. 

Die Rolle des EuGH – Bewegung ja, Vereinheitlichung nein

Einheit könnte man vom Europäischen Gerichtshof erwarten und in der Tat beschäftigt sich das höchste europäische Gericht immer wieder mit der Frage, ob nationale Glücksspielgesetze mit dem Unionsrecht vereinbar sind. Doch der EuGH liefert keine pauschalen Lösungen, sondern prüft jeweils den konkreten Einzelfall. Immer wieder betonen die Richter, dass nationale Einschränkungen erlaubt sind, solange sie einem legitimen Ziel dienen und verhältnismäßig ausgestaltet sind. Dabei legen sie Wert auf Kohärenz und wenn ein Staat behauptet, Spielsucht bekämpfen zu wollen, muss seine Politik diesem Ziel auch tatsächlich entsprechen. Aktuell sind zwei Verfahren besonders relevant. C‑440/23 dreht sich um die frühere Rechtslage in Deutschland, bei der Online-Casinos vollständig verboten waren. Nun wird geprüft, ob dieses Verbot mit dem europäischen Dienstleistungsrecht vereinbar war. Im zweiten Verfahren, C‑683/24, geht es um ein Gesetz aus Malta, das verhindern soll, dass maltesische Anbieter in anderen EU-Ländern strafrechtlich verfolgt werden können. Ein klarer Fall von Spannungen innerhalb der Union.  Trotz der Vielzahl an Urteilen bleibt das Grundproblem bestehen. Der EuGH entscheidet punktuell, entwickelt jedoch kein übergreifendes Regelwerk. Nationale Gesetzgeber erhalten juristische Leitplanken, behalten jedoch weitgehend freie Hand bei der Ausgestaltung ihrer Regelungen. Eine europäische Vereinheitlichung rückt dadurch in weite Ferne.

Gemeinsame Ziele, aber keine einheitliche Umsetzung

An guten Absichten mangelt es kaum. Schutz vor Spielsucht, Jugendschutz und Transparenz bei Zahlungen wollen nahezu alle Mitgliedstaaten. Nur wie sie diese Ziele erreichen wollen, darüber herrscht Uneinigkeit. Deutschland setzt auf ein besonders restriktives Modell. Monatliche Einzahlungslimits, zentrale Sperrdateien und einheitliche technische Standards sind gesetzlich vorgeschrieben. Diese Regelungen sollen verhindern, dass gefährdete Spieler in eine Abwärtsspirale geraten. In anderen Ländern fällt der Ansatz deutlich lockerer aus. Malta etwa verlangt ebenfalls bestimmte Schutzmaßnahmen, lässt jedoch größere Spielräume bei der Umsetzung. In den Niederlanden ist die Werbung für Glücksspiel stark eingeschränkt, während andere Länder kaum Vorgaben in diesem Bereich machen.

Ein wachsender Schwarzmarkt, den niemand richtig kontrollieren kann

Während sich die Mitgliedstaaten mit rechtlichen Details beschäftigen, floriert das illegale Glücksspielgeschäft. Anbieter, die weder über eine Lizenz verfügen noch irgendwelche Schutzmaßnahmen umsetzen, sind über das Internet problemlos erreichbar. Technische Blockaden lassen sich leicht umgehen, die Nachverfolgung ist mühsam und lückenhaft. Zwar existieren in einigen Ländern sogenannte Sperrlisten, mit deren Hilfe bestimmte Webseiten blockiert werden sollen. Doch in der Praxis zeigen solche Maßnahmen nur begrenzte Wirkung. Anbieter wechseln Domainnamen, nutzen Proxy-Server oder verschlüsselte Verbindungen und entziehen sich so jeder Kontrolle. 2024 rief Polen eine EU-weite Arbeitsgruppe ins Leben, die diesem Wildwuchs entgegenwirken soll. Doch bisher fehlt es an konkreten Ergebnissen. Die Gruppe existiert, der politische Wille für wirksame Maßnahmen bleibt jedoch überschaubar. Währenddessen verlieren Staaten nicht nur wichtige Steuereinnahmen, sondern auch die Kontrolle über Spielerschutz und Transaktionssicherheit.

Nationale Eigeninteressen bremsen jede Form von Harmonisierung aus

Die Ursachen für das politische Zögern liegen auf der Hand. Zahlreiche Mitgliedsstaaten profitieren finanziell von ihren nationalen Systemen. Frankreich etwa hält am staatlichen Glücksspielmonopol fest, Österreich schützt seine Casinos Austria wie ein nationales Wahrzeichen. Solche Strukturen sind nicht nur lukrativ, sie sind auch tief in der politischen Kultur verankert. Zugleich scheuen viele Regierungen die öffentliche Debatte. Glücksspiel polarisiert, besonders in konservativen Gesellschaften. Ein europäischer Einheitsrahmen wäre daher nicht nur juristisch, sondern auch politisch schwer vermittelbar und so ist es kein Wunder, dass sich die EU-Kommission aus der Diskussion weitgehend heraushält.

Eine Zukunft mit klaren Regeln? Nur mit politischem Willen!

Wer das Chaos beenden will, müsste auf EU-Ebene verbindliche Regelungen schaffen, etwa in Form einer Richtlinie mit Mindeststandards oder sogar einer zentralen Aufsichtsbehörde. Solche Ansätze würden es ermöglichen, Spielerschutz, Geldwäschekontrolle und Anbieterlizenzen europaweit auf ein vergleichbares Niveau zu bringen. Die technische Umsetzung wäre machbar. Gemeinsame Sperrlisten, einheitliche Limits, standardisierte Identitätsprüfungen ließen sich koordinieren. Was fehlt, ist der politische Mut, bestehende nationale Modelle zu hinterfragen und ein gemeinsames Ziel über Einzelinteressen zu stellen.

Rente
Aktivrente auf dem Prüfstand: Milliardenkosten, unklare Effekte

0
Eine neue IW-Studie beziffert die Kosten der geplanten Aktivrente und zeigt, warum Chancen und Risiken enger zusammenhängen, als es auf den ersten Blick scheint.

Hintergrund und Studienergebnisse

Die sogenannte Aktivrente ist eines der aktuell am kontroversesten diskutierten Rentenprojekte. Der Grundgedanke klingt zunächst einfach: Wer bereits im Ruhestand ist, soll mehr hinzuverdienen können, ohne auf einen Teil seines Einkommens Steuern zu zahlen. Konkret sieht der Vorschlag vor, dass bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdient werden dürfen. Die Politik erhofft sich davon gleich mehrere Effekte – von einer Entlastung des angespannten Arbeitsmarkts bis hin zu einer stärkeren finanziellen Eigenverantwortung im Alter. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat nun erstmals detailliert berechnet, was diese Reform den Staat kosten könnte. Das Ergebnis ist deutlich: 2,8 Milliarden Euro pro Jahr an Steuermindereinnahmen – und das selbst dann, wenn kein einziger zusätzlicher Arbeitsplatz durch die Aktivrente entsteht. Der Großteil dieser Summe entfällt laut Studie auf Menschen, die ohnehin bereits im Ruhestand arbeiten und nun schlicht weniger Steuern zahlen müssten. Dieser sogenannte „Mitnahmeeffekt“ gilt als zentrale Kritik an dem Modell. Noch höher fallen die Kosten aus, wenn auch besonders langjährig Versicherte – also Personen mit mindestens 45 Beitragsjahren – schon vor dem regulären Rentenalter von der Regel profitieren. In diesem Fall würden sich die Steuermindereinnahmen um weitere rund 340 Millionen Euro erhöhen. Zum Vergleich: Frühere Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und von Prognos lagen bei etwa 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) errechnete 2,7 Milliarden Euro. Der Unterschied erklärt sich vor allem durch unterschiedliche Datensätze und Annahmen darüber, wie viele Menschen tatsächlich länger arbeiten würden. Die genauen Ergebnisse gibt es unter https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/. Die IW-Analyse stützt sich auf Daten der Deutschen Rentenversicherung und auf Mikrosimulationen des Steuer-Transfer-Systems. Sie verdeutlicht, dass selbst kleinste Abweichungen in den Modellannahmen große Auswirkungen auf die berechneten Kosten haben können. Damit rückt eine entscheidende Frage in den Vordergrund: Zieht die Aktivrente tatsächlich mehr Menschen ins Erwerbsleben – oder entlastet sie vor allem jene, die ohnehin aktiv geblieben wären?

Chancen für Arbeitsmarkt und Staat – und ihre Grenzen

Befürworter der Aktivrente verweisen gern auf den demografischen Wandel. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen derzeit das Rentenalter, während gleichzeitig die Zahl der Arbeitskräfte sinkt. Wer ältere Beschäftigte länger im Job hält, kann nicht nur kurzfristig personelle Engpässe ausgleichen, sondern auch wertvolles Wissen und Erfahrung im Betrieb sichern. Besonders in Fachberufen, in denen Nachwuchs rar ist, könnten Rentnerinnen und Rentner eine wichtige Rolle spielen – sei es als Mentoren, Trainer oder spezialisierte Kräfte für projektbezogene Aufgaben. Kritiker sehen jedoch erhebliche Risiken. Der finanzielle Spielraum des Staates ist begrenzt, und 2,8 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen sind kein Pappenstiel. Wenn diese Summe überwiegend an ohnehin aktive Ruheständler fließt, verpufft die beabsichtigte Lenkungswirkung. Hinzu kommt: Untersuchungen zeigen, dass viele ältere Erwerbstätige nicht aus finanziellen Gründen arbeiten, sondern aus Freude an der Aufgabe oder um sozial eingebunden zu bleiben. Für diese Gruppe spielt ein Steuerfreibetrag nur eine untergeordnete Rolle. Auch die wirtschaftliche Gesamtlage muss berücksichtigt werden. Während manche Branchen händeringend Personal suchen, kämpfen andere mit Auftragsrückgängen und Stellenabbau. In einem solchen Umfeld stellt sich die Frage, ob pauschale steuerliche Anreize wirklich das effizienteste Instrument sind – oder ob gezieltere Maßnahmen, etwa branchenspezifische Programme, mehr bewirken könnten. Der Blick auf die Gesellschaft macht zudem deutlich, dass Arbeit im Alter längst nicht mehr nur vom Gesundheitszustand oder vom Willen zur Erwerbstätigkeit abhängt. Digitale Kompetenz und die Fähigkeit, sich in modernen Arbeitsumgebungen zurechtzufinden, spielen eine immer größere Rolle.

Digitale Lebensrealität der Älteren

Zahlen belegen: Die Generation 65+ ist längst nicht mehr offline. Zwar gibt es laut aktuellen Erhebungen noch rund 2,8 Millionen Menschen in Deutschland, die das Internet gar nicht nutzen – bei den 65- bis 74-Jährigen liegt der Anteil der Offliner aber nur noch bei etwa 15 Prozent und sinkt weiter. Unter den älteren Onlinern ist der digitale Alltag fest etabliert: Über 96 Prozent bezahlen inzwischen kontaktlos, und rund 80 Prozent erledigen Bankgeschäfte online. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung. Digitale Plattformen ermöglichen es, Kontakte zu pflegen, neue Interessen zu entdecken und an Gemeinschaftsaktivitäten teilzunehmen – selbst wenn Mobilität oder Gesundheit eingeschränkt sind. Viele greifen dabei auf kuratierte Übersichts- und Informationsseiten zurück, um passende Angebote zu finden. Ein Beispiel für eine solche Plattform ist Casinobeats, die verschiedene digitale Angebote bündelt und den Nutzern so einen schnellen Überblick verschafft. Für die Aktivrente bedeutet dies: Wer digital fit ist, hat oft auch bessere Chancen, im Erwerbsleben länger aktiv zu bleiben. Ob als Remote-Mitarbeiter, in projektbasierten Tätigkeiten oder in beratender Funktion – digitale Kompetenz wird zum Schlüssel für berufliche Teilhabe im Alter.

Politische Stellschrauben und Ausblick

Die IW-Studie lässt keinen Zweifel daran, dass die fiskalischen Risiken der Aktivrente real sind. Dennoch muss dies nicht das Aus für die Reform bedeuten. Möglich wäre, den Steuerfreibetrag zu deckeln oder nur in bestimmten Engpassberufen zu gewähren. Auch eine zeitliche Befristung mit begleitender wissenschaftlicher Evaluation könnte helfen, Mitnahmeeffekte zu erkennen und gegenzusteuern. Weiteres zum Thema Steuerfreibeträge findet sich auf https://www.lexware.de/wissen/buchhaltung-finanzen/steuerfreibetrag/. Ein weiterer Aspekt, den die Politik im Blick behalten sollte, ist die große Gruppe selbstständiger Erwerbstätiger über 65 Jahre. Laut IW könnten hier besonders hohe fiskalische Entlastungen anfallen – mit entsprechendem Potenzial für Mitnahmeeffekte. Am Ende wird die Wirksamkeit der Aktivrente davon abhängen, ob es gelingt, tatsächlich mehr Menschen länger im Job zu halten. Ohne messbaren Zuwachs an Erwerbstätigkeit wäre die Maßnahme vor allem ein teurer Steuerbonus für eine ohnehin aktive Minderheit. Mit einer gezielten Ausgestaltung könnte sie jedoch helfen, die Herausforderungen einer älter werdenden und zugleich digitaler werdenden Gesellschaft besser zu bewältigen.  

Künstliche Intelligenz
Wie KI-Assistenz unseren Büroalltag leise revolutioniert

0
Noch vor wenigen Jahren war Künstliche Intelligenz im Büroalltag vor allem ein Schlagwort in Innovationspräsentationen – verbunden mit Zukunftsversprechen, die vielen zu weit in die Ferne gerückt schienen. Heute hingegen verrichtet sie längst ihre Arbeit in unseren E-Mails, in Projektmanagement-Tools, in CRM-Systemen und Videokonferenzplattformen – oft, ohne dass wir es bewusst bemerken. Die Revolution verläuft leise, aber stetig. Und sie verändert, wie wir arbeiten, kommunizieren und Entscheidungen treffen.

Vom Werkzeug zum stillen Mitdenker

In den frühen Jahren der digitalen Transformation waren Assistenzsysteme klar umrissen. Autovervollständigung in Textprogrammen, einfache Chatbots im Kundenservice oder automatisierte Kalenderabfragen. Moderne KI-Assistenz hat diese engen Grenzen gesprengt. Mithilfe von generativen und agentischen Modellen analysieren aktuelle Systeme nicht nur Daten, sondern leiten Handlungsempfehlungen ab, koordinieren Prozesse und übernehmen – innerhalb definierter Grenzen – eigenständig Aufgaben. Ob bei der Priorisierung von E-Mails, der Strukturierung komplexer Projektpläne oder dem Vorschlagen passender Dokumentvorlagen: Die KI agiert heute als leiser Mitdenker, der kontextsensitiv reagiert und sich an Arbeitsmuster anpasst.

Effizienzgewinne ohne Bruch im Arbeitsfluss

Eine der größten Stärken moderner KI-Assistenz liegt in der Reduzierung von Zeitverlust. Wo Mitarbeitende früher zwischen mehreren Anwendungen springen mussten, werden relevante Informationen nun direkt in der genutzten Oberfläche angezeigt. Ein Projektleiter kann etwa in einer Videokonferenz automatisch generierte Gesprächsprotokolle erhalten, während gleichzeitig aus Aufgabenlisten und Kundenfeedback konkrete To-dos entstehen. Im Kundenservice wiederum lassen sich dank agentischer KI Anfragen vorfiltern, analysieren und automatisiert beantworten, bevor sie überhaupt einen menschlichen Bearbeiter erreichen. Der Effekt: Die Arbeitszeit verschiebt sich von administrativen Tätigkeiten hin zu wertschöpfenden Aufgaben. Studien zeigen, dass durch die Integration solcher Systeme die Bearbeitungszeiten in administrativen Prozessen um bis zu 30 Prozent sinken können – ohne nennenswerte Qualitätseinbußen.

Die stille Kulturveränderung

Während viele Schlagzeilen KI als disruptiven Umbruch inszenieren, vollzieht sich die eigentliche Transformation im Büro leiser, aber tiefgreifend: in der Kultur des Arbeitens. Wo früher Informationshoheit und manuelles Abarbeiten im Vordergrund standen, verschiebt sich der Fokus auf Koordination, Qualitätskontrolle und kreative Problemlösung. Mitarbeitende lernen, Entscheidungen stärker datenbasiert zu treffen und gleichzeitig die Grenzen der Automatisierung zu erkennen. Zugleich entsteht eine neue Erwartungshaltung an Führungskräfte: Statt Mikromanagement wird der strategische Einsatz digitaler Ressourcen wichtiger. Führung im KI-Zeitalter bedeutet, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Assistenzsysteme ihre Stärken entfalten können, ohne menschliche Expertise zu verdrängen.

Sicherheit, Transparenz und Vertrauen

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Assistenzsystemen rücken Fragen nach Datenschutz, Informationssicherheit und algorithmischer Transparenz in den Vordergrund. Gerade im europäischen Kontext ist das Bewusstsein für Compliance-Vorgaben hoch. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sensible Daten nicht unkontrolliert in externe Systeme fließen und dass Entscheidungen, die auf KI-Analysen beruhen, nachvollziehbar sind. Hier setzen viele Anbieter auf sogenannte „Explainable AI“ (XAI) – also Modelle, deren Entscheidungswege für Menschen nachvollziehbar bleiben. Das steigert nicht nur regulatorische Konformität, sondern auch das Vertrauen der Mitarbeitenden, die letztlich mit den Ergebnissen arbeiten müssen. Diese Prinzipien gelten nicht nur für den Einsatz von KI, sondern ebenso für digitalisierte Wirtschaftszweige, in denen sensible Transaktionen zum Alltag gehören. Besonders im Finanz- und Zahlungsverkehrsbereich entscheiden Sicherheitsarchitektur, verschlüsselte Kommunikation und lückenlose Identitätsprüfung über die Akzeptanz eines Angebots. In der iGaming-Branche etwa setzen neue Marktteilnehmer verstärkt auf zertifizierte Zufallsgeneratoren, transparente Lizenzierungsprozesse und externe Audits, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Betrugsrisiken zu minimieren. Plattformen wie Bikesale bündeln solche Informationen übersichtlich, indem sie neue Anbieter nicht nur nach Spielangeboten, sondern vor allem nach Sicherheitsstandards, Lizenzstatus und Integrität der Zahlungsprozesse bewerten. Für Nutzer, die in einem komplexen und stark regulierten Markt fundierte Entscheidungen treffen möchten, stellt dies eine wertvolle Orientierungshilfe dar – vergleichbar mit branchenspezifischen Zertifizierungsstellen in anderen Industrien.

Vom Einzelassistenten zum Orchestrator

Der nächste Entwicklungsschritt zeichnet sich bereits ab: die Orchestrierung mehrerer spezialisierter KI-Agenten. Statt einer universellen Lösung, die alle Aufgaben gleichermaßen gut beherrscht, arbeiten künftig mehrere Systeme zusammen – etwa ein Sprachmodell für Textanalysen, ein prädiktives Modell für Terminplanung und ein visuelles Modell für Dokumenten- oder Bildverarbeitung. Diese Arbeitsteilung verspricht höhere Präzision und Flexibilität, erfordert jedoch eine technische Plattform, die den reibungslosen Austausch zwischen den Agenten sicherstellt. Für Unternehmen bedeutet das: Die Rolle der KI-Assistenz wandelt sich vom „Werkzeug in der Hand des Nutzers“ zum „digitalen Teammitglied in einem orchestrierten Verbund“.

Die stille, aber unumkehrbare Verschiebung

Ob in kleinen Büros, mittelständischen Unternehmen oder global agierenden Konzernen, die Integration von KI-Assistenzsystemen verläuft selten als lauter Umbruch, sondern meist als schrittweise Evolution. Einzelne Funktionen werden ergänzt, Abläufe leicht angepasst, Routinetätigkeiten entfallen, bis sich das Gesamtbild merklich verändert. Dieser Prozess ist weit fortgeschrittener, als es viele ahnen. Schon jetzt nutzen laut Branchenumfragen über 70 Prozent der europäischen Unternehmen mindestens ein KI-gestütztes Assistenzsystem im Büroalltag, oft eingebettet in bestehende Softwarelösungen. Wer diesen Wandel aktiv gestaltet, kann nicht nur Produktivität und Effizienz steigern, sondern auch die Arbeitszufriedenheit erhöhen. Denn wenn repetitive Tätigkeiten reduziert werden, bleibt mehr Raum für kreative, strategische und zwischenmenschliche Aspekte der Arbeit und genau das macht die leise Revolution so nachhaltig.

Fotografie
Der Reiz der analogen Ästhetik in der modernen Fotografie

Die analoge Fotografie erlebt eine bemerkenswerte Renaissance. Während Smartphones mit High-End-Kameras den Alltag prägen, suchen immer mehr Fotografen gezielt nach Alternativen mit analogem Charakter. Dieser Trend steht für das Bedürfnis nach Entschleunigung und einem bewussten kreativen Prozess. Der besondere Reiz liegt in der charaktervollen Bildsprache: dezente Körnung, sanfte Kontraste und Farbtöne, die echte Filmfotografie auszeichnen. Moderne Digitalkameras ermöglichen es inzwischen, diesen Stil ohne die typischen Nachteile des Films umzusetzen. Viele Fotografen schätzen dabei nicht nur den Look, sondern auch die haptische Erfahrung. Kameras mit analogen Bedienelementen fördern eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Bild und verbinden das klassische Erlebnis mit heutigen technischen Möglichkeiten.

Die Renaissance des Analogen im digitalen Zeitalter

Der Gebrauchtmarkt für Kameras zeigt ein anhaltendes Wachstum bei Modellen mit Retro-Design und Filmsimulationsfunktionen, wobei aktuelle Verkaufsdaten und Marktanalysen ein komplexes Bild zeichnen. Während die Nachfrage nach Film und analogen Designs steigt, führen gestiegene Preise und die Schließung vieler unabhängiger Labore zu einer differenzierten Marktsituation. So haben Filmprodukte wie Kodak Portra 400 und Ilford HP5 eine deutliche Preissteigerung erfahren, was auf eine erhöhte Nachfrage und veränderte Marktbedingungen hinweist. Diese Entwicklung wird von Branchenbeobachtern als Zeichen für die anhaltende Attraktivität des analogen Looks gewertet, auch wenn das Wachstum nicht ohne Herausforderungen verläuft. Weitere Details dazu finden sich bei Fstoppers. Vor allem jüngere Fotografen interessieren sich verstärkt für Kameras, die die typische Ästhetik des Films mit modernen Features verbinden. Eine neue Generation kreativer Köpfe schätzt die taktile Erfahrung und den einzigartigen Look der analogen Fotografie, was den aktuellen Trend maßgeblich prägt. Die UNESCO hat diesen Wandel anerkannt und die analoge Fotografie als immaterielles Kulturerbe in Deutschland gewürdigt, was die Bedeutung des Themas unterstreicht. Weitere Informationen dazu finden sich bei SilverFast. Das Streben nach Authentizität zeigt sich auch in anderen visuellen Medien. Filmemacher greifen wieder zu Zelluloid, Vinyl-Schallplatten sind wieder beliebt, und digitale Filter ahmen die Unvollkommenheiten analoger Medien nach. Der nostalgischer Look, moderne Technik vereint praktische Aspekte: Originale Bildanmutung und handfeste Bedienerfahrung analoger Kameras lassen sich ohne chemische Entwicklung und mit zeitgemäßen Bearbeitungsmöglichkeiten realisieren. Interessant ist, dass gerade jüngere Generationen von dieser Bildsprache fasziniert sind. Für sie ist der analoge Look nicht nostalgisch, sondern neu und aufregend. Die Körnung, die leichten Farbverschiebungen und die weicheren Kontraste bieten eine Alternative zur oft klinisch wirkenden Perfektion moderner Smartphone-Fotografie.

Technische Merkmale für authentischen Analogcharakter

Die Sensorgröße einer Kamera beeinflusst die Bildästhetik stark. Vollformatsensoren erzeugen einen natürlicheren Bokeh-Effekt und bieten bessere Leistung bei wenig Licht. Diese Eigenschaften kommen dem Look analoger Filme nahe. APS-C-Sensoren können durch ihre spezifischen Eigenschaften ebenso zum analogen Charakter beitragen, besonders mit passenden Objektiven. Filmsimulationsmodi sind ein zentrales Element moderner Kameras für analogähnliche Aufnahmen. Hersteller wie Fujifilm haben sich darauf spezialisiert, klassische Filmtypen digital nachzubilden. Die X-Pro3 bietet Simulationen wie Classic Chrome, Acros oder Velvia. Jede dieser Simulationen versucht, die ausgeprägten Farbstimmungen und Kontraste vergangener Filme nachzubilden, indem sie festgelegte Farbkurven, spezifische Gradationsverläufe und Sättigungen verwenden. Auf diese Weise entstehen Bilder, bei denen zum Beispiel gedeckte Töne, harte oder sanfte Schatten und gezielt modulierte Farben erzeugt werden. Das sorgt dafür, dass die Bilder nicht nur anders aussehen als typische Digitalfotos, sondern auch das Gefühl vermitteln, mit einem historischen Film fotografiert zu haben. Genau diese Erscheinungsbilder sind für viele Anwender von Bedeutung, weil sie eine bewusste Abgrenzung zur oft perfekten, aber neutralen Wiedergabe heutiger Sensoren bieten und kreative Experimente ermöglichen.

Filmsimulationen und ihre historischen Vorbilder

Die beliebtesten Filmsimulationen orientieren sich an bekannten Filmmarken des 20. Jahrhunderts. Fujifilms Classic Chrome erinnert an die satten, leicht gedämpften Farben von Kodachrome. Die Acros-Simulation bietet die feine Körnung und den Kontrastreichtum des gleichnamigen Schwarzweißfilms. Jede Marke setzt bei digitalen Filtern und Simulationen andere Schwerpunkte. Manche Anbieter konzentrieren sich auf die möglichst detailgetreue Nachbildung ihrer eigenen klassischen Filmrezepte. Andere Hersteller verfolgen subtilere Ansätze und ermöglichen eine Anpassung von Farbe, Kontrast oder Korn, die an analoge Filmtypen erinnern. Es gibt daneben auch Systeme, die gezielt kreative Filter mit hohem Vintage-Anteil bereitstellen, sodass Fotografen frei zwischen authentischem Retro-Look und künstlerischer Bearbeitung wählen können. Diese Vielfalt führt dazu, dass Nutzer ihren bevorzugten analogen Stil je nach Anwendung und Geschmack präzise umsetzen. Mechanische Bedienelemente spielen eine große Rolle für das analoge Erlebnis. Separate Einstellräder für Blende, Verschlusszeit und ISO zwingen Fotografen zu bewussten Entscheidungen. Diese langsamere Arbeitsweise führt oft zu durchdachteren Kompositionen und einer intensiveren Beziehung zum fotografischen Prozess. Auch die Eigenschaften der Objektive tragen entscheidend zum analogen Charakter bei. Ältere Objektivkonstruktionen oder moderne Linsen mit speziellen Beschichtungen können typische Merkmale erzeugen. Dazu gehören Vignettierung, kontrollierte Unschärfe oder ein spezielles Bokeh. Diese Eigenheiten verleihen digitalen Bildern eine organischere Wirkung.

Kulturelle Bedeutung der analogen Ästhetik

Die analoge Bildsprache wird in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich wahrgenommen. Während weltweit ein wachsendes Interesse an analoger Fotografie zu beobachten ist, lassen sich spezifische kulturelle Zuschreibungen nicht eindeutig belegen. Vielmehr zeigen internationale Trends, dass Fotografen aus unterschiedlichen Ländern und Hintergründen die analoge Ästhetik für sich entdecken. Ein Überblick über globale Entwicklungen findet sich in diesem Videobeitrag. Soziale Medien haben die Verbreitung analoger Looks stark beschleunigt. Plattformen wie Instagram machten Filter populär, die Filmkörnung und Farbverschiebungen nachahmen. Dies führte zu einem breiteren Bewusstsein für analoge Ästhetik. Auch Menschen, die nie mit echtem Film fotografiert haben, schätzen nun diesen Stil.

Dokumentarfotografie zwischen Tradition und Moderne

Aktuell wird analoge Ästhetik in der Dokumentarfotografie oft gezielt eingesetzt, um Authentizität zu vermitteln. Der leicht körnige Look mit seiner reduzierten Farbpalette schafft eine zeitlose Qualität. Diese wirkt weniger flüchtig als die hochaufgelösten, gesättigten Bilder moderner Digitalkameras. Deutsche Fotoprojekte wie „Heimat Revisited“ von Thomas Meyer oder „Neue Deutsche“ von Lena Mucha setzen gezielt auf analoge Bildsprache. Sie dokumentieren gesellschaftliche Veränderungen mit einem visuellen Stil, der selbst auf Tradition und Wandel verweist. Die technische Wahl wird zum inhaltlichen Statement. Deutsche Fotografen unterschiedlicher Herkunft berichten von verschiedenen Beziehungen zur analogen Ästhetik. Für viele Fotokünstler mit Migrationshintergrund dient sie als Brücke zwischen Kulturen und Generationen. „Analoge Bilder erinnern mich an die Familienfotos meiner Kindheit in Istanbul“, erklärt die Berliner Fotografin Aylin Yilmaz. „Mit meiner Fujifilm X100V kann ich diese Verbindung herstellen, ohne auf digitale Vorteile zu verzichten.“ Für weitere Perspektiven zur Rolle der analogen Fotografie im Wandel der Bildkultur können Beiträge beim Bundesverband der Fotografie konsultiert werden. Dort finden sich Hintergrundartikel über den Einfluss analoger Technik auf aktuelle Reportage-Arbeiten und kulturübergreifende Fotoprojekte.

Praktische Ansätze für analogähnliche Digitalfotografie

Wer einen authentischen Analog-Look erzielen möchte, nutzt gezielt Kameraeinstellungen, die den Charme klassischer Filme nachbilden. Ein bewusst reduzierter Dynamikumfang ist ein nützliches Werkzeug, weil so kontrastreiche Bilder mit tieferen Schatten entstehen. Dieser Effekt ähnelt den Einschränkungen von Negativfilm, der helle und dunkle Bereiche oft weniger fein abbildet. Durch das Absenken des Dynamikumfangs in den Einstellungen wird verhindert, dass jedes Detail in den Lichtern und Schatten sichtbar bleibt. Stattdessen entstehen stimmige Bildbereiche mit klar abgegrenzten Kontrasten, was dem Foto Charakter und eine bewusste Dramatisierung verleiht. Auch gedämpfte Farbprofile lassen sich gezielt auswählen, um den Look klassischer Filme zu imitieren. Werden die Farbsättigung und einzelne Farbkanäle reduziert, vermeiden Fotografen die oft knalligen, teils unnatürlich wirkenden Digitalfarben. Dieser Ansatz führt zu zurückhaltenden, warmen oder leicht pastelligen Tönen, wie sie legendäre Farbfilme auszeichnen.
 AUCH INTERESSANT

– EU-Batterieverordnung – EU-Parlament will festverklebte Handy-Akkus verbieten

Das EU-Parlament will Technikherstellern nun vorschreiben, dass Akkus so verbaut werden, dass man sie selbst austauschen kann.

EU-Parlament will festverklebte Handy-Akkus verbieten
 

Türkei
Assyrische Christen kehren in die Türkei zurück

Mardin – Nach mehr als vier Jahrzehnten der Auswanderung kehren assyrische Christen zunehmend in ihre angestammte Heimat im Südosten der Türkei zurück, insbesondere in die historische Region Tur Abdin, da die Initiative zur Terrorbekämpfung des Landes und die verbesserte Sicherheitslage in der Region ein sicheres Umfeld für die Wiederansiedlung schaffen, wie aus Berichten von Middle East Eye und Daily Sabah hervorgeht. Ferhan Demirtas, ein assyrischer Christ, der 53 Jahre lang in der Schweiz gelebt hat, gehört zu denen, die zurückgekehrt sind. Er hat sich kürzlich in Yemisli (Enhıl auf Syrisch) niedergelassen, einem Dorf in Mardin, wo Kirchen und Moscheen nebeneinander stehen und die Einheimischen Türkisch, Kurdisch, Arabisch und Syrisch sprechen. „Früher habe ich das Dorf nur besucht. Aber nachdem ich den Fortschritt und die positive Atmosphäre in der Region gesehen habe, habe ich mich entschlossen, mich dauerhaft hier niederzulassen“, erzählte Demirtas Middle East Eye. Seine Geschichte spiegelt einen allgemeinen Trend wider: Laut Gabriel Akyüz von der Kırklar-Kirche in Mardin, wie Daily Sabah berichtet, kehren etwa 70 Familien in die Innenstadt von Mardin zurück, während andere ihre Stammhäuser für eine zukünftige Wiederansiedlung renovieren. Die assyrische Gemeinschaft, eine der ältesten christlichen Gruppen mit Wurzeln, die 6.000 Jahre zurückreichen, zählte einst Hunderttausende Mitglieder in der Türkei. Historische Verfolgungen, darunter die Massenmorde von 1915 in den letzten Tagen des Osmanischen Reiches und die Gewalt in den 1970er und 1980er Jahren im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen dem türkischen Staat und der Terrororganisation PKK, führten jedoch zu einer Massenauswanderung. In den 1980er Jahren waren viele Assyrer nach Europa, Istanbul oder in andere Regionen geflohen, wodurch ihre Bevölkerung in Mardin auf schätzungsweise 5.000 und in Istanbul auf etwa 17.000 zurückging, laut Middle East Eye. In den letzten Jahren hat sich ein Wandel vollzogen. Die Reformen der türkischen Regierung, die seit 2005 durch die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union vorangetrieben wurden, umfassen auch Maßnahmen zur Stärkung der Minderheitenrechte. Insbesondere kündigte der damalige Premierminister Recep Tayyip Erdogan 2013 ein „Demokratisierungspaket” an, das Minderheiten die Eröffnung privater Schulen in ihren Sprachen ermöglichte und die Rückgabe von Land versprach, das dem 1.600 Jahre alten Mor-Gabriel-Kloster, einem bedeutenden kulturellen Symbol für Assyrer, laut Daily Sabah enteignet worden war. Darüber hinaus hat das Vorgehen der Türkei gegen die Gewalt der PKK zu einer relativen Sicherheit geführt, die Rückkehrer wie die assyrische Gemeinde im Dorf Zbirak in Mardin ermöglicht hat, wo die 1.700 Jahre alte Mor-Dimet-Kirche restauriert und 2021 wiedereröffnet wurde. Trotz dieser Bemühungen bestehen weiterhin erhebliche Hindernisse. Middle East Eye betont, dass der Mangel an moderner Infrastruktur – wie angemessene sanitäre Einrichtungen, Schulen und andere Einrichtungen – die ländlichen Gebiete der Türkei im Vergleich zu Europa weniger attraktiv macht, insbesondere für jüngere Assyrer. Auch Sicherheitsprobleme bestehen weiterhin. Im November wurde der 92-jährige Gevriye Akguc vor seinem Haus in Mardin getötet, wobei die Polizei einen möglichen Landstreit als Motiv angab. Demirtas berichtete von „systematischen“ Raubüberfällen auf Häuser in seinem Dorf während der Wintermonate und unterstrich damit die anhaltenden Sicherheitsbedenken. Gabriel Akyüz bleibt optimistisch und weist darauf hin, dass die elf historischen Kirchen von Mardin, von denen einige aus dem vierten Jahrhundert stammen, als Treffpunkte für die Gemeinde dienen, die im Sommer aufgrund von Familienbesuchen auf 10.000 Menschen anwächst. „Dies ist das Land unserer Vorfahren”, sagte er gegenüber Daily Sabah. Eine anonym bleibende assyrische Frau, die in Istanbul lebt, hob jedoch die praktischen Hindernisse hervor: „In unserem Dorf gibt es keine Schule und keine Kirche. Unsere Kinder besuchen die Schule in Istanbul, daher können wir nicht dauerhaft zurückkehren.“ Während die Türkei versucht, die Region zu stabilisieren und das Zusammenleben zu fördern, ist die Rückkehr der assyrischen Christen ein hoffnungsvoller Schritt. Allerdings wird es entscheidend sein, Infrastrukturdefizite anzugehen und für anhaltende Sicherheit zu sorgen, um diesen Trend aufrechtzuerhalten und die Jugend davon zu überzeugen, ihr Leben in ihrer angestammten Heimat wieder aufzubauen.
ZUM THEMA

– Christentum in der Türkei – Türkei: Kloster Mor Gabriel wird bald an aramäische Christen übergeben

Die aramäischen Christen in der Türkei haben die Rückgabe des Klosters Mor Gabriel sowie ihrer Kirchen und Friedhöfe an die Stiftung begrüßt. Die Enteignung des jahrhundertealten Klosters Mor Gabriel in der Türkei im Zuge der Eingemeindung ist zurückgenommen worden.

Türkei: Kloster Mor Gabriel wird bald an aramäische Christen übergeben
     

Ukraine-Krieg
Russland: Schwere Explosion an Ölpipeline bei Moskau

Moskau – Am gestrigen Dienstag erschütterte eine gewaltige Explosion die Hauptölpipeline Rjasan-Moskau in der russischen Region Rjasan, verursachte einen Großbrand und unterbrach den Transport von Erdölprodukten nach Moskau auf unbestimmte Zeit. Die Pipeline, eine wichtige Versorgungsader für die russische Hauptstadt, wurde laut mehreren Quellen, darunter ukrainische Geheimdienste und internationale Nachrichtenagenturen, schwer beschädigt. Die Explosion, die sich in der Nähe des Dorfes Bozhatkovo im Bezirk Zheleznodorozhny in Rjasan ereignete, wurde zuerst von Anwohnern in den sozialen Medien gemeldet, die von einem lauten „Knall” und einem anschließenden Großbrand berichteten. Ukrainische Medien bestätigten unter Berufung auf Quellen im Hauptnachrichtendienst (HUR) des ukrainischen Verteidigungsministeriums die Explosion und ihre erheblichen Folgen. The Kyiv Independent, Ukrainska Pravda und Interfax-Ukraine gehörten zu den Medien, die berichteten, dass der Vorfall eine der wichtigsten Kraftstoffversorgungsleitungen Moskaus unterbrochen habe. Laut HUR-Quellen führte die Explosion zu einem sich schnell ausbreitenden Feuer, was die Bemühungen der russischen Behörden, die Situation unter Kontrolle zu bringen, erschwerte. Rettungsdienste und Reparaturteams wurden innerhalb weniger Stunden zum Einsatzort entsandt, aber lokalen Berichten zufolge dauerten die Bemühungen zur Löschung des Brandes und zur Begutachtung der Schäden noch an.
Pipeline von großer Bedeutung
Die Pipeline, die seit ihrer Umwidmung im Jahr 2018 vom staatlichen Unternehmen Transneft für den Transport von Kraftstoff betrieben wird, ist für den zivilen und militärischen Kraftstoffbedarf in Russland von entscheidender Bedeutung. Die Ursache der Explosion wurde zwar noch nicht offiziell bestätigt, doch folgt der Vorfall auf eine Reihe von ukrainischen Drohnenangriffen und Sabotageaktionen gegen russische Energieinfrastrukturen, die darauf abzielen, die Kriegswirtschaft Moskaus zu untergraben. Ukrainische Behörden haben sich nicht ausdrücklich zu diesem konkreten Angriff bekannt, doch der Zeitpunkt fällt mit verstärkten ukrainischen Bemühungen zusammen, die russischen Öl- und Gaslieferungen zu stören, wie Reuters und Euromaidan Press berichten. Russische Beamte haben noch keine detaillierte Stellungnahme zu der Explosion abgegeben, und Vertreter von Transneft berechnen Berichten zufolge derzeit das Ausmaß der Schäden. Anwohner berichteten von der Anwesenheit von Strafverfolgungsbehörden und Reparaturteams, die daran arbeiten, die Folgen zu mildern, aber die unbefristete Einstellung des Kraftstofftransports hat zu Befürchtungen über mögliche Engpässe in Moskau geführt.
Reihe von Anschlägen auf russischen Energiesektor
Die Explosion der Pipeline zwischen Rjasan und Moskau ist der jüngste in einer Reihe von Anschlägen auf den russischen Energiesektor, nachdem zuvor bereits Raffinerien in Rjasan, Wolgograd und anderen Regionen angegriffen worden waren. Diese Störungen haben in einigen Regionen Russlands zu Kraftstoffengpässen und einem Anstieg der Benzinpreise geführt, obwohl Moskau laut The Independent dank der Lieferungen aus nahe gelegenen Raffinerien bislang größere Engpässe vermeiden konnte. Angesichts der sich entwickelnden Lage beobachtet die internationale Gemeinschaft weiterhin die eskalierenden Vergeltungsschläge zwischen Russland und der Ukraine gegen die Energieinfrastruktur, die weitreichende Auswirkungen auf die regionale Stabilität und die globalen Energiemärkte haben.

USA
Trump-Unterstützerin Valentina Gomez verbrennt Koran

0
Houston – Trump-Unterstützerin Valentina Gomez, eine republikanische Kandidatin, die bei den Wahlen 2026 für den 31. Kongressbezirk von Texas kandidiert, hat eine breite Kontroverse ausgelöst, nachdem sie ein Wahlkampfvideo auf der Social-Media-Plattform X gepostet hat, in dem sie mit einem Flammenwerfer eine Ausgabe des Korans, des heiligen Buchs des Islam, verbrennt. Das Video, das viral gegangen ist, zeigt Gomez, wie sie erklärt: „Ich werde den Islam in Texas beenden, so wahr mir Gott helfe“, während sie hetzerische Bemerkungen über Muslime macht, darunter Behauptungen, dass sie „vergewaltigen und morden, um christliche Nationen zu übernehmen“. Sie forderte die Zuschauer außerdem auf, ihre Kampagne zu unterstützen. Diese Aktion wurde von Politikern, religiösen Organisationen und Bürgerrechtsgruppen scharf verurteilt, die sie als Hassrede und gefährliche Aufforderung zur Gewalt bezeichneten. Der Council on American-Islamic Relations (CAIR) verurteilte Gomez‘ Verhalten, forderte Rechenschaft und betonte die Bedeutung des Schutzes der Religionsfreiheit. „Dies ist nicht nur ein Angriff auf Muslime, sondern ein Angriff auf die Werte der Religionsfreiheit, für die Amerika steht“, sagte ein Sprecher des CAIR. Gomez, eine kolumbianisch-amerikanische Immobilieninvestorin und ehemalige Kandidatin für das Amt der Staatssekretärin von Missouri, ist keine Unbekannte, wenn es um Kontroversen geht. Anfang 2024 inszenierte sie in New York eine Protestaktion, bei der sie die Erschießung einer Puppe, die einen Migranten darstellen sollte, simulierte und die öffentliche Hinrichtung von undokumentierten Einwanderern forderte, denen Gewaltverbrechen vorgeworfen werden. Außerdem filmte sie sich selbst dabei, wie sie LGBTQ+-Literatur verbrannt hat, und schwor, solche Materialien zu verbieten, sollte sie gewählt werden. Ihr jüngster Stunt hat die Besorgnis über die zunehmende anti-islamische Stimmung in den Vereinigten Staaten, insbesondere in bestimmten politischen Kreisen, weiter verstärkt. „Ich werde den Islam in Texas ein für alle Mal beenden. Amerika ist eine christliche Nation“, schrieb sie etwa bereits am 13. August zu einem ihrer Videos auf X. Darin sagte Gomez weiter, sie sei „die einzige, die sich nicht vor Muslimen fürchte“, deshalb solle sie gewählt werden. Muslime sollten ihrer Ansicht nach aus Amerika „in eines der 57 muslimischen Länder“ verschwinden, so die Trump-Anhängerin weiter.
Aufstieg anti-islamischer Rhetorik unter Trump
Die anti-islamische Rhetorik hat seit dem Aufstieg Donald Trumps deutlich zugenommen, dessen Präsidentschaftskampagne 2016 ein ‚vollständiges Einreiseverbot für Muslime in die Vereinigten Staaten‘ forderte. Während seiner ersten Amtszeit (2016–2020) setzte Trump die Executive Order 13769 um, die allgemein als „Muslim-Verbot“ bekannt ist und die Einreise von Staatsangehörigen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern vorübergehend untersagte und die Aufnahme syrischer Flüchtlinge auf unbestimmte Zeit stoppte. Die im Januar 2017 unterzeichnete Richtlinie löste weitreichende Proteste und rechtliche Anfechtungen aus, wurde jedoch 2018 vom Obersten Gerichtshof in modifizierter Form bestätigt. Kritiker argumentieren, dass Trumps Rhetorik und Politik fremdenfeindliche und islamfeindliche Stimmungen geschürt und zu einem Anstieg von Hassverbrechen gegen Muslime beigetragen habe. Nach Angaben des FBI stiegen Hassverbrechen gegen Muslime im Jahr 2015, als Trumps Wahlkampf an Fahrt gewann, um fast 67 % und erreichten ein seit den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr gesehenes Ausmaß. Im Oktober 2023 stach ein 71-Jähriger 26 mal auf einen sechsjährigen palästinensischen Jungen in Chicago ein. Gomez‘ Video, das später wegen Verstoßes gegen die Inhaltsrichtlinien von einigen Social-Media-Plattformen entfernt wurde, hat die Debatte über die Rolle provokativer Rhetorik in der amerikanischen Politik neu entfacht. Auch ihr Instagram-Account wurde gesperrt, woraufhin Gomez erklärte:
„Die Entfernung meines Videos und die Deaktivierung meines Accounts zeigen euch allen, dass ich die größte Bedrohung für die Macht bin, weil ich sage, was ich sehe.“
Trotz der negativen Reaktionen hat Gomez Unterstützung von einigen rechtsextremen Gruppen erhalten, die sie in Beiträgen auf X dafür loben, dass sie „für christliche Werte eintritt“. Politische Analysten gehen davon aus, dass Gomez‘ extreme Taktik ihr wahrscheinlich keinen Sitz im Kongress sichern wird, da sie bei den Vorwahlen zum Staatssekretär von Missouri 2024 mit weniger als 8 % der Stimmen nur den sechsten Platz belegte. Ihre Handlungen haben jedoch Alarmglocken hinsichtlich der Normalisierung von Hassreden in politischen Kampagnen ausgelöst, insbesondere angesichts der bevorstehenden Wahlen 2026. Die Republikanische Partei von Texas hat noch keine offizielle Stellungnahme zu Gomez‘ Äußerungen abgegeben, sodass viele sich fragen, ob ihre Rhetorik mit dem allgemeinen Programm der Partei vereinbar ist. Unterdessen rufen muslimische Interessenverbände zur Einheit auf und fordern die Wähler auf, Kandidaten abzulehnen, die Spaltung und Intoleranz fördern. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, sagte ein Vertreter einer muslimischen Bürgerorganisation mit Sitz in Texas. „Unsere Gemeinschaft wird sich weiterhin am demokratischen Prozess beteiligen und sich für Frieden und Inklusion einsetzen.“ Angesichts der Kontroverse erinnert das Wahlkampfvideo von Gomez eindringlich an die Herausforderungen, denen sich die religiöse Toleranz in den Vereinigten Staaten gegenübersieht, wobei viele auf die anhaltenden Auswirkungen der spaltenden politischen Rhetorik aus der Trump-Ära hinweisen.

Nasser-Krankenhaus
Gaza: Über 15 Tote bei israelischem Raketenagriff auf Krankenhaus

Gazas – Bei israelischen Angriffen auf das Nasser-Krankenhaus in Gaza sind am Montag mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter vier Journalisten, von denen einer für Reuters arbeitete, wie palästinensische Gesundheitsbehörden mitteilten. Der Kameramann Hussam al-Masri, der als freier Mitarbeiter für die Nachrichtenagentur Reuters tätig war, wurde laut den Behörden bei dem ersten Angriff getötet. Der Fotograf Hatem Khaled, ebenfalls für Reuters tätig, wurde bei einem zweiten Angriff auf das Krankenhaus verletzt, berichtet Reuters. „Wir sind zutiefst erschüttert über den Tod des Reuters-Mitarbeiters Hussam al-Masri und die Verletzungen eines weiteren Mitarbeiters, Hatem Khaled, bei den israelischen Angriffen auf das Nasser-Krankenhaus in Gaza heute“, erklärte ein Sprecher von Reuters in einer Stellungnahme. Das Medienbüro der Regierung von Gaza identifizierte die weiteren getöteten Journalisten als Mohammed Salama, einen Journalisten von Al Jazeera; Mariam Abu Dagga, eine 33-jährige Freiberuflerin, die für die Associated Press arbeitete; und Moaz Abu Taha, einen freiberuflichen Journalisten. Die Associated Press drückte ihre Bestürzung und Trauer aus und wies darauf hin, dass Dagga über die Bemühungen des Krankenhauses berichtet hatte, unterernährte Kinder inmitten der anhaltenden Hungersnot in Gaza zu retten. „Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um die Sicherheit unserer Journalisten in Gaza zu gewährleisten, während sie unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen weiterhin wichtige Augenzeugenberichte liefern“, erklärte die AP. Reporter ohne Grenzen hatte den Angriff zuvor bereits ähnlich verurteilt. „Sie tun alles, was sie können, um unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen, die versuchen, über Gaza zu berichten“, erklärte Generalsekretär Thibaut Bruttin. In einem Beitrag auf X schreibt Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass sich in dem betroffenen Bereich die Notaufnahme, die Station für stationäre Patienten und die chirurgische Abteilung des Krankenhauses befinden und dass die Nottreppe beschädigt wurde. Er fügt hinzu, dass unter den Verletzten „schwer kranke Patienten sind, die bereits behandelt wurden“. „Während die Menschen in Gaza hungern, wird ihr ohnehin schon eingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung durch wiederholte Angriffe weiter beeinträchtigt“, sagt Ghebreyesus. „Stoppt die Angriffe auf die Gesundheitsversorgung. Waffenstillstand jetzt“, fügt der WHO-Chef hinzu.
Kritischer Mangel an Versorgungsgütern und Personal
Der Angriff auf das Nasser-Krankenhaus, das während des 22-monatigen Krieges zwischen Israel und der Hamas wiederholt Angriffen und Bombardierungen ausgesetzt war, unterstreicht die dramatische Lage des Gesundheitssystems in Gaza. Krankenhausbeamte berichten von einem kritischen Mangel an Versorgungsgütern und Personal, der durch die anhaltenden israelischen Militäroperationen noch verschärft wird. Die israelischen Streitkräfte (IDF) bestätigten den Angriff, gaben an, dass er auf das Krankenhausgelände abgezielt habe, und ordneten eine Untersuchung an. Die IDF erklärte, sie „bedauere jeglichen Schaden für unbeteiligte Personen und greife Journalisten als solche nicht an“, legte jedoch keine Beweise vor, um die Behauptung zu untermauern, dass Militante innerhalb der Einrichtung operierten – eine Rechtfertigung, die häufig für Angriffe auf Krankenhäuser angeführt wird.
Meisten Opfer der Geschichte
Seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 ist die Zahl der Opfer unter Journalisten erschütternd hoch. Nach Angaben des Medienbüros der Regierung in Gaza wurden mindestens 244 Journalisten durch israelisches Feuer getötet, was diesen Konflikt zu einem der tödlichsten für Medienmitarbeiter in der modernen Geschichte macht. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) meldet eine etwas niedrigere Zahl von 192, aber beide Quellen heben die beispiellosen Risiken hervor, denen Reporter in Gaza ausgesetzt sind, wo internationale Medien weitgehend ausgeschlossen sind, sodass palästinensische Journalisten die wichtigsten Augenzeugen sind. Der Krieg Israels gegen Gaza hat 232 Journalisten das Leben gekostet – durchschnittlich 13 pro Monat. Damit ist er laut einem im April 2025 veröffentlichten Bericht des Watson Institute for International and Public Affairs im Rahmen des Projekts „Costs of War“ der tödlichste Konflikt für Medienmitarbeiter, der jemals verzeichnet wurde. In Gaza sind mehr Journalisten ums Leben gekommen als in beiden Weltkriegen, dem Vietnamkrieg, den Kriegen in Jugoslawien und dem Krieg der Vereinigten Staaten in Afghanistan zusammen, heißt es in dem veröffentlichten Bericht.
Über 62.686 Todesopfer
Die menschlichen Kosten des Konflikts sind ebenso verheerend. Das Gesundheitsministerium von Gaza berichtete am Sonntag, dass seit Beginn des Krieges mindestens 62.686 Palästinenser getötet wurden. Das Ministerium, das von den Vereinten Nationen und unabhängigen Experten als zuverlässige Quelle angesehen wird, unterscheidet nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten, stellt jedoch fest, dass etwa die Hälfte der Todesopfer Frauen und Kinder sind. Diese erschütternde Zahl der Todesopfer, verbunden mit weit verbreiteter Hungersnot und Zerstörung, hat internationale Verurteilung und Vorwürfe von Kriegsverbrechen gegen die Militäraktion Israels hervorgerufen. Bei dem Angriff am Montag wurde auch ein Mitarbeiter des Zivilschutzes getötet und mehrere andere verletzt, darunter medizinisches Personal und Rettungskräfte. Zeugen beschrieben chaotische Zustände, als die zweite Rakete einschlug, während Sanitäter und Journalisten die Verletzten evakuierten. Khaled Al Serr, Chirurg am Nasser-Krankenhaus, berichtete der Zeitung The Independent, dass die Bombe das Hauptgebäude der Chirurgie getroffen habe und das Personal und die Zivilisten während der Evakuierungsmaßnahmen überrascht habe.
Umfassende Bodenoffensive
Der Angriff findet vor dem Hintergrund verstärkter israelischer Operationen in Gaza-Stadt statt, wobei eine umfassendere Bodenoffensive geplant ist. Krankenhäuser, die aufgrund der begrenzten Strom- und Internetversorgung an anderen Orten häufig von Journalisten als Stützpunkte genutzt werden, sind zu häufigen Zielen geworden. Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, haben Israels Vorgehen verurteilt und erklärt:
„In keinem Konflikt der modernen Geschichte sind mehr Journalisten getötet worden als bei Israels Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen.“
ZUM THEMA

– Israel – Nuni Tal: „Mein Land begeht einen Völkermord

Tal: „Als israelisch-jüdische Menschenrechtsaktivistin glaube ich, dass alle Menschen – unabhängig von Religion, Hautfarbe oder Geschlecht – gleich sind und die gleichen Rechte verdienen“

Nuni Tal: „Mein Land begeht einen Völkermord“