2 Millionen Flüchtlinge
Türkei: Polizeibeamte werden für Umgang mit Flüchtlingen in Arabischkursen weitergebildet

0
Mersin/Türkei (nex) – Im Süden der Türkei sind arabische Sprachkurse für Polizisten eingerichtet worden, damit sie den Herausforderungen, denen sie sich sprachlich im Umgang mit den syrischen Flüchtlingen gegenüber sehen, stellen können. Der Großteil der Syrer, die in die Türkei flüchten, sind der türkischen Sprache nicht mächtig. Die Mersin-Universität bietet die arabischen Sprachklassen für das Personal des Mezitli Polizeidirektorats in der Provinz an, da in dieser Region mehr als 110.000 syrische Flüchtlinge leben. Die ersten Anmeldungen von Polizisten für einen Arabischkurs liegen bereits vor. Offiziere, die Arabisch lernen werden besser im Stande sein, mit Syrern in kriminaldienstlichen Angelegenheiten, Passregistrierungsverhandlungen und anderen polizeilichen Dingen zu kommunizieren. Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei hat die 1.9 Millionen Grenze bereits überschritten. Nur ein kleiner Bruchteil von ihnen lebt in den 25 Flüchtlingslagern entlang der Grenze. Die wohlhabenderen Syrer kaufen oder mieten Häuser in großen Städten, während sich die minder bemittelten Flüchtlinge durch betteln und unterbezahlten Jobs versorgen müssen.

Gesundheitswesen
Krankenkassen tief in den roten Zahlen

0
Berlin (dts) – Trotz guter Konjunktur und Arbeitsmarktlage wachsen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen weiterhin schneller als die Einnahmen. Wie eine Umfrage des „Handelsblatts“ (Dienstagausgabe) zeigt, haben die Kassen das Halbjahr mit einem Defizit von fast 500 Millionen Euro abgeschlossen. Nach den ersten drei Monaten lag der Fehlbetrag nur bei knapp 170 Millionen Euro. Bei den Innungskrankenkassen hat sich das Defizit binnen Jahresfrist auf 118 Millionen Euro fast verdoppelt. Mit rund 100 Millionen Euro kommen die Betriebskrankenkassen auf eine ähnliche Größenordnung. Bei den Ersatzkassen ist der Fehlbetrag zwar stark geschrumpft – auf 191 Millionen Euro. Dies ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kassen seit Jahresbeginn keine Prämien mehr an ihre Versicherten ausschütten dürfen. Schon zuvor bekannt waren das Defizit von 110 Millionen Euro bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und der Überschuss von 48 Millionen Euro bei der Knappschaft Bahn See. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hält die Zahlen noch nicht für dramatisch, erwartet aber für das kommende Jahr eine neue Beitragsdebatte. „Ich halte es deshalb für den wichtigsten Schritt, die Parität bei der Finanzierung wieder herzustellen“, sagte der Gesundheitsexperte dem „Handelsblatt“. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten künftig also wieder gleichmäßig an Kostensteigerungen im Gesundheitswesen beteiligt werden.

Rechtsextremismus
Regierungssprecher: Ausschreitungen in Heidenau sind abstoßend

Berlin (dts) – Regierungssprecher Steffen Seibert hat die Ausschreitungen im sächsischen Heidenau scharf verurteilt: „Es ist abstoßend, wie Rechtsextreme und Neonazis versuchen, rund um eine Flüchtlingseinrichtung ihre dumpfe Hassbotschaft zu verbreiten. Und es ist beschämend, wie Bürger, sogar Familien mit Kindern, durch ihr Mitlaufen diesen Spuk unterstützen“, so Seibert am Montag. Für Gewalt gebe es keinerlei Rechtfertigung. Die Bundesrepublik lasse nicht zu, „dass Flüchtlinge, über deren schwierige Lebenssituation jeder durchaus einmal nachdenken sollte, von hasserfüllten Parolen empfangen oder von alkoholisierten Schreihälsen bedroht werden“, betonte Seibert. Zuvor hatte es in Heidenau Demonstrationen gegen eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber gegeben. Am Wochenende eskalierte die Lage und es war wiederholt zu Krawallen gekommen, bei denen über 30 Polizisten verletzt wurden.

Engineering News Record
Bauwirtschaft: Türkische Bauunternehmen weltweit noch vor den USA auf Platz zwei

2
„Kultur der Partnerschaft“: Türkische Bauwirtschaft baut globale Marktanteile aus
Istanbul (nex) – Bereits zum achten Mal in Folge belegt die türkische Bauwirtschaft weltweit den zweiten Platz nach China auf der Liste der 250 größten international tätigen Bauunternehmen. Während der Markt insgesamt um 4,1 Prozent schrumpfte, gelang es türkischen Unternehmen, sowohl ihren Marktanteil als auch ihre Erlöse zu vergrößern. Die Liste der 250 größten Bauunternehmen wird jährlich auf der Basis der Einkünfte erstellt, die Unternehmen aus Projekten außerhalb ihrer Heimatländer erlangen. Die Zahl der türkischen Baufirmen in den Top 250 ist zudem von 42 auf 43 gestiegen. China steht mit 65 Unternehmen immer noch auf Platz eins, die USA folgen mit 32 Baufirmen unter den Top 250 auf dem dritten Platz.
Die Liste wird Jahr für Jahr vom Engineering News Record (ENR), einem internationalen Magazin für die Baubranche, veröffentlicht. Die Vereinigung türkischer Bauunternehmer zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung, die in der jüngst veröffentlichten Liste für das Vorjahr zum Ausdruck kam. Die Entwicklung im Bereich der internationalen Bauwirtschaft wird überschattet durch die globale Wirtschaftskrise, die sich mit am stärksten auf diese Branche auswirkt, darüber hinaus bestehen Unsicherheiten mit Blick auf die Folgeperioden und es gilt als schwierig, einen Punkt zu identifizieren, an dem Marktgleichgewicht herrscht. Die Größe der 250 bedeutsamsten Baufirmen der Welt schrumpfte entsprechend 2014 im Vergleich zum Jahr davor um 4,1 Prozent auf 521,6 Milliarden US-Dollar.
Die Leistungsbilanz der türkischen Unternehmen konnte sich jedoch weiterhin verbessern. Die Summe der Gesamterlöse der 43 berücksichtigten türkischen Unternehmen auf der ENR-Liste stieg um 43,4 Prozent gegenüber 2013 auf 29,3 Mrd. US-Dollar. Der Gesamtanteil der türkischen Bauwirtschaft am globalen Auftragsvolumen, das vor zwei Jahren noch 3,8 Prozent betragen hatte, stieg im Vorjahr auf 5,6 Prozent. Dabei war die regionale Verteilung der Engagements höchst ungleichmäßig. Während die Erlöse aus internationalen Aufträgen insgesamt weltweit stiegen, spielten türkische Unternehmen auf dem nord- und südamerikanischen Kontinent immer noch kaum eine Rolle.
Allerdings legte die türkische Bauwirtschaft auf den besonders hart umkämpften Märkten in Europa, Asien, dem Nahen Osten und Afrika zu. Den größten Marktanteil hat China. Seine 65 Bauunternehmen nehmen zusammen 17,2 Prozent des Marktes ein. Spaniens Marktanteil fiel von 14,7 auf 13,1 Prozent, jener der US-Unternehmen von 13 auf 11,4 Prozent. Die zehn größten türkischen Unternehmen auf der Liste sind Öztürk, Rönesans, Polimeks, Enka, TAV, Çalık, Tekfen, Ant Yapı, İlk und Yapı Merkezi. Der Vorsitzende der Vereinigung türkischer Bauunternehmer, Mithat Yenigün, erklärte, die Türkei habe ihre Akzente auf der Liste gesetzt, die weltweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werde und auch als Maßstab für Qualität ausgewertet werde. Von den 43 türkischen Unternehmen auf der Liste gehören 37 seinem Verband an, so Yenigün.
Seit acht Jahren den zweiten Platz hinter China halten zu können, sei ein Anlass für Stolz. Auch die Steigerung der Erlöse aus der Bautätigkeit sei eine außerordentlich befriedigende Entwicklung, so der Verbandspräsident. Dass diese sich auf einem so hohen Niveau bewegten, sei ein Resultat der türkischen Kultur der Partnerschaft und der Vereinigung der Kräfte, die sich positiv auf die Unternehmen im internationalen Wettbewerb auswirke. „Trotz Problemen in Libyen und im Irak, sinkenden Ölpreisen, der jüngsten Wachstumsverlangsamung in Russland und der steigenden internationalen Konkurrenz bei gleichzeitigen globalen Unsicherheiten, haben die im Ausland erbrachten Engagements sich als wichtige Erfolge erwiesen“, so Yenigün.

Art. 302 Türkisches Strafgesetzbuch
PKK: Vizebürgermeisterin aus der Provinz Van wegen „Autonomie“-Erklärungen festgenommen

0
PKK: Vizebürgermeisterin aus der Provinz Van wegen Separatismusverdachts festgenommen Ankara (nex) – Nachdem bereits am 14. und 23. August Festnahmen im Zusammenhang mit Erklärungen der „Autonomie“ durch kommunalpolitisch aktive Anhänger der terroristischen PKK erfolgt waren, wurde heute auch die Vizebürgermeisterin des Bezirks Edremit in der Provinz Van, Sevil Rojbin Çetin, in Gewahrsam genommen. Ihr wird ebenso wie den weiteren Verdächtigen vorgeworfen, mit ihren Aktivitäten gegen den Art. 302 des türkischen Strafgesetzbuches verstoßen zu haben, der den Versuch verbietet und unter Strafdrohung stellt, die „Einheit und territoriale Integrität des Staates“ zu zerstören. Çetin war zusammen mit S.S., einem Mitarbeiter der Bezirksverwaltung festgenommen worden, der sich mittlerweile wieder – bei schwebendem Verfahren – auf freiem Fuß befindet und der die „Autonomie“-Erklärungen über die Medien lanciert hatte, nachdem die Staatsanwaltschaft von Van bereits eine Untersuchung im Zusammenhang mit separatistischen Tendenzen gegen mehrere PKK-nahe Kommunalpolitiker eingeleitet hatte. Während der vorangegangenen Wochen hatten diese in insgesamt zwölf Regionen in mehreren Provinzen, darunter Van, Şırnak, Mardin, Batman, Hakkari, Muş und Diyarbakır, eine „Selbstverwaltung“ ausgerufen. Sämtliche inhaftierte Politiker gehören der „Demokratischen Partei der Regionen“ (DBP) an, die als politische Verbündete der „Demokratischen Partei der Völker“ (HDP) gilt und deren Vizechefin Emine Ayla erst jüngst wieder den „bewaffneten Aufstand“ für legitim erklärt jede Zusammenarbeit mit der Regierung in Ankara ausgeschlossen hatte. Auch aus der HDP kamen Stimmen, die sich apologetisch bezüglich der „Autonomie“-Erklärung geäußert haben. So verurteilte die Vizebürgermeisterin von Diyarbakır, Gültan Kışanak, jüngst die Inhaftierung der Verwaltungschefs von Sur und Silvan und erklärte die Ausrufung der Selbstverwaltung im Falle der Inhaftierung von Bezirksbürgermeistern für legitim. „Die Forderung nach Selbstverwaltung seitens dieser Menschen ist eine politische Forderung“, so Kışanak.

Zentralverband des Deutschen Handwerk
Handwerk hat noch fast 30.000 freie Lehrstellen

Berlin (dts) – Wenige Tage vor Beginn des neuen Lehrjahrs am 1. September sind im Handwerk noch fast 30.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das berichtet „Bild“ unter Berufung auf Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Danach sind derzeit noch rund 27.000 Lehrstellen freie Vor einem Jahr gab es im Handwerk rund 24.000 unbesetzte Stellen. Besonders gesucht werden Lehrlinge unter anderem in den Berufen Anlagenbauer (Heizung/Sanitär), Bäcker, Elektroniker, Hörgeräte-Akkustiker und Schreiner, hieß es. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer erklärte gegenüber „Bild“, er hoffe, dass sich die Ausbildungslücke in den nächsten Woche deutlich verkleinern werde. „Meisterinnen und Meister kennen praktisch keine Arbeitslosigkeit“, erklärte Wollseifer. Daher sei eine Lehre im Handwerk eine „Ausbildung für die Zukunft“.

DGB-Untersuchung
Jeder fünfte Beschäftigte rutscht bei Jobverlust sofort in Hartz IV

Berlin (dts) – Mehr als jeder fünfte Beschäftigte, der im ersten Halbjahr 2015 seinen Job verlor, ist nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ sofort in Hartz IV gerutscht. Das Blatt beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte Untersuchung des Deutschen Gewerkschafts-Bunds (DGB). Demnach waren in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 264.000 Beschäftigte schon zu Beginn ihrer Arbeitslosigkeit auf Hartz IV angewiesen. Das waren 21,3 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Jobverlust. Besonders angespannt ist die Lage in der Zeitarbeitsbranche: Dort wurden im ersten Halbjahr 183.000 Arbeitskräfte entlassen. Davon waren rund 68.000, also 37 Prozent, direkt im Anschluss auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Zur Bekämpfung des Problems plant Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) eine Lockerung der Bedingungen für den Bezug von Arbeitslosengeld I. So soll die Frist, innerhalb der man zwölf Monate lang versicherungspflichtig gearbeitet haben muss, von zwei auf drei Jahre ausgeweitet werden. Nach Angaben des DGB-Arbeitsmarktexperten Wilhelm Adamy könnten dadurch im Jahresschnitt bis zu 35.000 Personen vor dem sofortigen Abdriften in Hartz IV bewahrt werden. Gegen die Pläne von Nahles sperrt sich allerdings die Union. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach verteidigte den Vorstoß der Ministerin. „Die soziale Sicherungsfunktion der Arbeitslosenversicherung hat Lücken, die geschlossen werden müssen“, sagte sie dem Blatt. Es sei eine Frage der Gerechtigkeit, dass Beschäftigte, die Beiträge eingezahlt haben, auch Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung erhalten, wenn sie arbeitslos werden.

DAX Talfahrt
Nach Börsen-Absturz in China: DAX im Sturzflug

0
Frankfurt/Main (dts) – Nach den neuerlichen Kursverlusten an den chinesischen Börsen ist der DAX zu Wochenbeginn mit kräftigen Kursverlusten gestartet: Unmittelbar nach Handelsstart notierte der deutsche Leitindex bei 9.801,69 Punkten. Dies ist ein Minus von 3,19 Prozent im Vergleich zum Handelsschluss vom Freitag. An der Spitze der Kursliste stehen die Papiere von Beiersdorf, Linde und der Münchener Rückversicherung. Die Aktien von Daimler, BMW und Heidelbergcement bilden die Schlusslichter der Liste. Anfang April hatte der DAX noch auf einem Rekordhoch von 12.390 Punkten notiert. Die Börsen in Asien hatten zuvor ihre Talfahrt beschleunigt: Der Shanghai Composite brach um über acht Prozent ein. Der Nikkei-Index in Japan sank um 4,5 Prozent und unter die wichtige Marke von 19.000 Punkten.

Religiöse Fanatiker, machthungrige Diktatoren: Chaos im Orient
TV-Tipp: „Gäste bei Sandra Maischberger“ am 25.08. um 22.45 Uhr im Ersten

Gäste bei Sandra Maischberger am 25.08. um 22.45 Uhr im Ersten „Religiöse Fanatiker, machthungrige Diktatoren: Chaos im Orient“ Der „Islamische Staat“ terrorisiert weiter die arabische Welt, erklärte dem „Teufel Erdogan“ jetzt den Krieg. In Syrien tobt seit Jahren ein brutaler Bürgerkrieg. Millionen Menschen sind auf der Flucht, viele wollen nach Europa. Wer die Bösen sind, scheint für den Westen klar zu sein. Wer aber sind die Guten im Mittleren Osten? Droht auf Jahrzehnte die Selbstvernichtung einer ganzen Region? Gäste: Remzi Aru, Sprecher der Türken (Unternehmer) „Mit Erdogan hat sich die Türkei sehr gut entwickelt. Das Land ist demokratisch und die Presse ist freier als in Deutschland. Die Türkei ist für viele Länder der arabischen Welt ein Vorbild“, meint der türkisch-deutsche Unternehmer, der im letzten Jahr den umstrittenen Wahlkampfauftritt Erdogans in Köln und Berlin organisierte. Der 47-Jährige ist sich sicher, dass „die AKP und Erdogan auf unbestimmte Zeit weiter die türkische Politik bestimmen werden“. Die jüngsten Angriffe gegen die kurdische PKK befürwortet der AKP-Wähler. „Das war zwingend notwendig. Man hat lange genug mit der Terrororganisation gesprochen. Die haben die Friedensgespräche beendet, indem sie Menschen umgebracht haben.“ Düzen Tekkal (Fernsehjournalistin) „Der Zustand meiner Religionsgemeinschaft hat mich zur Kriegsreporterin gemacht“, sagt die Jesidin kurdischer Abstammung. Düzen Tekkal reiste mehrmals ins IS-Kriegsgebiet im Nordirak und Syrien. Dort sprach sie unter anderem mit Frauen, die von IS-Kämpfern verschleppt und vergewaltigt wurden. Mit Sorge beobachtet sie den eskalierenden Konflikt zwischen der Türkei und den Kurden. „Ausgerechnet der IS profitiert davon“, fürchtet die Filmemacherin. — mit Düzen Tekkal. Ulrich Kienzle (Journalist und ehem. ARD-Korrespondent) Dem türkischen Staatspräsidenten gehe es um den Machterhalt, so die Einschätzung des früheren ARD-Korrespondenten für die arabische Welt. „Seine Vereinbarung mit den USA, einen Krieg gegen den Terrorismus zu führen, hat Erdogan in erster Linie dazu ausgenutzt, gegen die PKK vorzugehen.“ Mit diesen Bombardierungen hoffe er Unsicherheit zu schüren. Seine düstere Prognose für den Mittleren Osten: „Die Region wird unruhig bleiben, es wird weiter Gewalt und es wird weiter Krieg geben.“ — mit Ulrich Kienzle hier:Foto: WDR/Max Kohr. Jürgen Todenhöfer (Bestsellerautor) „Der ‚Islamische Staat’ ist nicht mit Krieg zu besiegen“, sagt der Publizist, der mit seinen Reiseberichten aus Afghanistan, Syrien, aus dem Iran oder zuletzt aus dem „Islamischen Staat“ die Debatte über den Mittleren Osten prägt. Der IS beherrsche mittlerweile ein Gebiet, das größer sei als Großbritannien, und plane die „größte religiöse Säuberungsaktion der Geschichte“. Im nordirakischen Mossul etwa, einer der Hochburgen des IS, wo Jürgen Todenhöfer sich einige Tage aufhielt, seien tausende Jesiden vertrieben oder getötet worden, ebenso Tausende Schiiten. — mit Jürgen Todenhöferhier: Foto: dpa.    

Griechenland
Varoufakis erteilt Syriza-Rebellen eine Absage

0
Athen (dts) – Griechenlands früherer Finanzminister Janis Varoufakis wird sich nicht den abtrünnigen Syriza-Abgeordneten anschließen, die eine neue Linkspartei unter dem Namen „Einheit des Volkes“ gegründet haben. „Uns verbinden viele Gemeinsamkeiten und Sympathien. Ich mag sie, und ich glaube, sie mögen mich. Aber ich glaube, unter politischen Gesichtspunkten sind wir zu weit auseinander. Es wäre keine sinnvolle Kombination“, sagte Varoufakis im Interview mit der „Welt“.
Seine wichtigste Differenz mit den linken Rebellen in der Regierungspartei Syriza betreffe Griechenlands Verbleib im Euro: „Für sie ist der Rückkehr zur Drachme eine Frage der Ideologie. Sie sind Sozialisten, und damit sympathisiere ich. Aber die Drachme hatten wir schon, und damals war Griechenland auch kein sozialistisches Land. Ich halte es für besser, im Euro zu bleiben, wenn auch nicht um jeden Preis. Aber ich bin ganz sicher nicht dafür, um jeden Preis zur Drachme zurückzukehren. Währungen sind kein Selbstzweck.“ Mit Varoufakis verlieren die linken Kritiker des bisherigen Premiers Alexist Tsipras ein wichtiges mögliches Zugpferd. Varoufakis hatte die Entscheidung für oder gegen die neue Linkspartei bisher offengehalten.
Am 20. September finden in Griechenland Neuwahlen statt; der ehemalige Finanzminister Varoufakis genießt wegen seines Rücktritts aus der Regierung Tsipras große Popularität in Griechenland. Er hatte sein Amt im Juli aufgegeben, weil er Tsipras` Entscheidung nicht mittragen wollte, die EU-Reformforderungen anzunehmen, die Griechenlands Wähler kurz zuvor in einem Referendum abgelehnt hatten. Auf die Frage, ob er noch einmal in ein Kabinett unter Tsipras eintreten würde, antwortete Varoufakis: „Man sollte niemals nie sagen. Auf persönlicher Eben habe ich immer noch gute Beziehungen zu Alexis und vielen anderen innerhalb von Syriza.
Ob ich in eine Regierung eintreten würde, würde ich von einem einfachen Kriterium abhängig machen: Ist ihre Wirtschaftspolitik tragbar?“ Das betreffe insbesondere die neuen Kredite für Griechenland im Rahmen des gerade beschlossenen dritten Hilfspaketes. „Wenn ich neue Kredite aufnehme, frage ich mich, ob ich sie zurückzahlen kann. Das ist nur vernünftig. Und wenn ich das nicht glaube, nehme ich den Kredit nicht auf. Ich glaube nicht, dass dieses Hilfspaket funktionieren kann. Und ich bin sicher, dass niemand das glaubt – einschließlich Wolfgang Schäuble und Christine Lagarde.“