NATO-Partnerschaft
Cem Özdemir: Erdogan gefährdet deutsche Soldaten

0
Berlin/Ankara (dts) – Der Co-Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat der Türkei vorgeworfen, die Sicherheit deutscher Soldaten zu gefährden. „Das Handeln der Türkei gefährdet die Sicherheit deutscher Soldaten, die in der Region stationiert sind. Und es gefährdet das Leben derjenigen, die aktiv gegen den IS kämpfen“, sagte er der „Welt“. Der Erdogan-Regierung wirft Özdemir vor, nicht entschlossen gegen den Islamischen Staat (IS) vorzugehen: „Das ist ein Kampf mit angezogener Handbremse“, sagte er der „Welt“. Es würden „die Kräfte geschwächt, die am wirkungsvollsten gegen die Isis kämpfen. Und das sind die Kurden“, sagte Özdemir. Von der Bundesregierung erhofft sich Özdemir klare Kante gegen Erdogans Kurs: „Mich verwundert, dass der Westen und auch die Bundesregierung nicht deutlichere Worte finden. Das gilt gerade für die Union, die sich mit dem Zuzug von Flüchtlingen aus der Region so schwertut. Wenn man will, dass weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, dann sollte man die Türkei dazu auffordern, alles Notwendige zu tun, um den IS zu stoppen“, sagte Özdemir der „Welt“.

Flüchtlingspolitik
Gabriel will Kommunen bei Flüchtlingskosten entlasten

Berlin (dts) – Angesichts steigender Flüchtlingszahlen und der Überforderung vieler Städte fordert SPD-Chef Sigmar Gabriel mehr Geld für die Kommunen. „Der Bund muss den Kommunen mindestens in einer Größenordnung von zwei Milliarden Euro die Kosten der Flüchtlingsaufnahme abnehmen“, sagte Gabriel dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Der Wirtschaftsminister reagiert damit auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung, wonach notleidende Kommunen trotz guter konjunktureller Lage mehr und mehr den Anschluss verlieren. „Ob das Zusammenleben in Deutschland funktioniert, entscheidet sich in den Städten und Gemeinden“, sagte Vizekanzler Gabriel. Das bereits beschlossene Entlastungsprogramm der Bundesregierung für Kommunen bezeichnete der SPD-Vorsitzende als nicht ausreichend. Zudem forderte Gabriel, die Finanzierung der Kommunen langfristig sicherzustellen. „Bei der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen müssen wir die Handlungsfähigkeit der Städte und Gemeinden in ganz Deutschland absichern“, sagte er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin. „Für die Zukunft sollten wir alle Chancen nutzen, um die kommunalen Investitionen zu steigern“, fügte der Sozialdemokrat hinzu.

Unwetterwarnungen
Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern im Süden

0
Offenbach (dts) – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt derzeit vor schweren Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel in Teilen von Baden-Württemberg und Bayern. Durch das Unwetter könne es zu Überflutungen von Kellern und Straßen sowie zu Schäden an Gebäuden, Autos und landwirtschaftlichen Kulturen durch Hagelschlag kommen, teilte der DWD mit. Zudem könne es örtlich zu Blitzschäden kommen. Eine Verlängerung der Warnung oder eine Ausdehnung auf weitere Gebiete sei möglich, hieß es seitens der Meteorologen weiter.

PKK
Türkei: Präsident Erdoğan schwört Nation auf Kampf gegen den Terror ein

0
Türkei: Präsident Erdoğan schwört Nation auf Kampf gegen den Terror ein
Istanbul (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Donnerstagabend seine Heimatstadt Güneysu in der nordtürkischen Provinz Rize besucht. Er wird dort an der Eröffnungszeremonie der Hacı Hafız Yusuf Yılmaz Moschee teilnehmen, die Stadtverwaltung besuchen und die Vertreter einiger Nichtregierungsorganisationen treffen. In einer Rede hat er die Bevölkerung dabei auf die Wichtigkeit des Kampfs gegen den Terror hingewiesen. Ihm sei bewusst, dass die Menschen in der Türkei von Sorge erfüllt seien über die derzeitige Situation.
„Aber vergesst nicht, dass die Feiglinge nicht gewinnen werden“, erklärte Erdoğan.
„Denkt bloß nicht, diese Terroristen wären mächtig, diese Feiglinge sind dazu bestimmt, zu scheitern und zu verschwinden. Unsere jüngsten Antiterror-Operationen sind nicht temporär, sie werden so lange geführt, bis der letzte Terrorist unser Land verlassen hat.“ Die Türkei werde nie ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den Terror verlieren. Erdoğan betonte, jeder Form von Terror müsse Widerstand entgegengebracht werden und kritisierte jene, die die Schreckenstaten der PKK nicht deutlich verurteilen.
„Sie verlassen sich auf Terroristen und terroristische Organisationen“, so Erdoğan mit Blick auf Kräfte, die eine Verharmlosung der PKK betreiben. „Aber Gott ist mit uns, unser Volk ist mit uns. Wir werden den Kampf als gesamte Nation fortsetzen. Wer auch immer die Terroristen unterstützt und kontrolliert, wird früher oder später besiegt werden.“ Im Anschluss an seine Rede feierte er den bevorstehenden Freitag mit lokalen Honoratioren und Stadtbewohnern und gratulierte allen, die an der Errichtung der Hacı Hafız Yusuf Yılmaz Moschee mitgewirkt haben.

Hilfspaket
Umfrage: Mehrheit der Deutschen glaubt nicht an Umsetzung der Reformen in Griechenland

Berlin (dts) – Die Bundesbürger haben laut einer Umfrage mehrheitlich kein Zutrauen mehr in die Zuverlässigkeit der griechischen Regierung: So glaubt aktuell die übergroße Mehrheit der Deutschen (84 Prozent) nicht daran, dass die Reformgesetze auch tatsächlich umgesetzt werden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das „Handelsblatt“ hervor. Diese Einschätzung findet sich in allen Bevölkerungs- und Wählergruppen. Von den befragten AfD-Anhängern rechnete niemand damit, dass die Griechen die Reformgesetze auch umsetzen. Angesichts dieses Vertrauensverlusts hat derzeit auch eine Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) Bedenken gegen das geplante dritte Hilfspaket für Griechenland. Mehrheitlich für ein neues Hilfspaket sind die Anhänger der Grünen. Von den Anhängern der anderen Parteien ist jeweils mehr als die Hälfte gegen neue Hilfen für Griechenland. Von den Unions-Anhängern sprechen sich 58 Prozent, von den SPD-Anhängern 54 Prozent dagegen aus. Ein gutes Drittel (37 Prozent) findet es aber richtig, dass Griechenland mit einem neuen Hilfspaket unterstützt wird. 51 Prozent widersprechen der Auffassung des Internationalen Währungsfonds, dass Griechenland zusätzlich zu allen sonstigen Hilfen einen Schuldenschnitt benötigt.  

Griechenland Hilfspaket
FDP sieht Grexit als die einzig vernünftige Lösung

0
Berlin (dts) – Die FDP lehnt eine Beteiligung Deutschlands am neuen Hilfspaket für Griechenland ab. „Die Voraussetzungen für eine Hilfe fehlen“, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki der „Frankfurter Rundschau“. „Mit großer Wahrscheinlichkeit“, würde er deshalb auch, wenn seine Partei im Bundestag vertreten wäre, gegen die Beteiligung stimmen und eine Regierung mit Kanzlerin Angela Merkel und der Union platzen lassen. „Es geht doch nicht um Angela Merkel oder ob eine bestimmte Regierungskoalition richtig ist oder nicht“, sagte Kubicki. Es gehe vielmehr darum, „ob wir uns an unsere eigenen Regeln“ halten. Die Menschen verlören das Vertrauen in die Institutionen der EU, „wenn kein Vertrag mehr eingehalten“ werde. Ein zeitweiliges Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble es ins Gespräch gebracht habe, sei „wirtschaftlich die einzig vernünftige Lösung“. Ohne durchgreifende Reformen könne „Griechenland keine weitere Hilfe bekommen, um in der Eurozone zu bleiben“.  

Die "Spielregeln" der Geheimdienste
Altmaier bestreitet Zustimmung der USA zur Freigabe der NSA-Spähliste

Berlin (dts) – Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) bestreitet, von der US-Regierung freie Hand für die Herausgabe einer Spähliste des US-Geheimdienstes NSA bekommen zu haben. „Hätte es tatsächlich eine Zustimmung zur Weitergabe aus den USA gegeben, hätten wir uns manche schwierige Debatte ersparen können“, sagte Altmaier im Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“. Es gebe „Spielregeln zwischen Geheimdiensten“, an die sich die Bundesregierung zu halten habe. Deshalb sei eine Herausgabe der Liste an Parlamentarier nur mit Zustimmung der US-Seite möglich. Wenn allerdings „klar wäre, dass es um strafbare Handlungen ginge, wäre das möglicherweise anders“, so der Kanzleramtschef. Der US-Geheimdienst NSA hatte dem Bundesnachrichtendienst über Jahre hinweg Tausende Suchbegriffe (Selektoren) geliefert, die gegen deutsche und europäische Interessen verstießen, vom BND aber gleichwohl in die eigenen Überwachungssysteme eingespeist wurden.

Kampf gegen den Terror
Türkisch-amerikanische Vereinbarung zur Anti-IS-Schutzzone: „PYD muss draußen bleiben“

0
Ankara (nex) – „Wir müssen draußen warten“, heißt es für die PYD in Bezug auf die nordsyrische Sicherheitszone. Die USA haben türkischen diplomatischen Quellen zufolge am Mittwoch der Forderung der Türkei zugestimmt, die „Demokratische Vereinigungspartei“ (PYD), den syrischen Ableger der terroristischen PKK, aus der Anti-IS-Schutzzone im Norden Syriens herauszuhalten und die Reichweite des türkisch-amerikanischen Ausbildungs- und Ausrüstungsprogramms zu erweitern. Dies berichtet die Tageszeitung Daily Sabah. Den Quellen zufolge werden die USA mehr an Luftunterstützung im Kampf gegen den IS leisten und hierfür die Luftwaffenbasis İncirlik nutzen, die der Anti-IS-Koalition seit kurzem zur Verfügung steht. Gemeinsame Operationen werden jedoch erst zu einem passenden Zeitpunkt unternommen. Die Quellen sagen darüber hinaus aus, dass der jüngsten Vereinbarung zwischen den USA und der Türkei entsprechend nach der gemeinsamen Operation Mitglieder der so genannten „moderaten syrischen Opposition“ in der IS-freien Zone stationiert werden. Sie sollen den Schutz der Sicherheitszone auf dem Boden übernehmen und sollen dabei von der Türkei und den USA aus der Luft unterstützt werden. Sowohl die USA als auch die Türkei warnten die PYD davor, die Linie westlich des Firat-Flusses (Euphrat) zu überschreiten und „demografische Änderungen“ in der Region durchzuführen. Die PYD wird aufgefordert, vertriebene Turkmenen und Araber in ihre Häuser zurückkehren zu lassen, betonen türkische Offizielle. Unterdessen soll, so heißt es aus türkischen Quellen weiter, das Trainings- und Ausrüstungsprogramm für die syrische Opposition konkrete Formen annehmen. Dieses gemeinsam von den USA und den Partnern in der Anti-IS-Koalition organisierte Programm soll es Kämpfern der syrischen Opposition ermöglichen, gegen den IS vorzugehen. In einer Vereinbarung, die am 17. Februar von den USA und der Türkei unterfertigt wurde, war die Rede von bis zu 1000 Kämpfern, die an Trainingsmaßnahmen in der Türkei teilnehmen sollen.

Verdacht auf Marktmanipulation
Ermittlungen gegen gesamten Porsche-Aufsichtsrat eingestellt

0
Stuttgart (dts) – Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen den gesamten früheren Aufsichtsrat von Porsche wegen des Verdachts auf Marktmanipulation eingestellt. Das erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Prozesskreisen. Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Anklagebehörde ihre Ermittlungen gegen Betriebsratschef Uwe Hück beigelegt hatte. Nun müssen auch Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche und der frühere Vorsitzende des VW-Aufsichtsrats, Ferdinand Piëch, keine Anklage mehr befürchten, schreibt die F.A.Z. in einem Großteil ihrer Freitagsausgabe. In dem Verfahren geht es um den Vorwurf, Porsche habe im Jahr 2008 bei dem gescheiterten Versuch, den wesentlich größeren Konkurrenten Volkswagen zu schlucken, den Kapitalmarkt belogen. Der damalige Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Holger Härter müssen sich deshalb ab 22. Oktober vor einer Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Stuttgart verantworten. Sie sollen die Anleger gezielt getäuscht zu haben, indem sie offiziell die Absicht der Holdinggesellschaft Porsche SE zur Übernahme des VW-Konzerns bestreiten ließen. Hedgefonds, die durch die damaligen Kurskapriolen Verluste an der Börse erlitten haben, klagen gegen Porsche in mehreren Prozessen auf insgesamt rund 5 Milliarden Euro Schadensersatz.

Dringlichkeitssitzung in Planung
Türkei: Koalitionsgespräche zwischen AKP und CHP gescheitert – Neuwahlen wahrscheinlich

0
Ankara (nex) – Die Koalitionsgespräche zwischen der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und der größten Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei (CHP), sind gescheitert. Dies berichtet die Tageszeitung Daily Sabah unter Berufung auf einen hochrangigen CHP-Offiziellen, der sich gegenüber Reuters telefonisch in diesem Sinne geäußert haben soll. Der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu hat demzufolge im Anschluss an die Schlussgespräche mit dem Vorsitzenden der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, eine Dringlichkeitssitzung des AKP-Parteivorstandes anberaumt. Davutoğlu bleibt jetzt noch bis 23. August Zeit, mit der zweitgrößten Oppositionspartei, der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) eine Koalitionsregierung zu bilden, die sich zumindest bereit erklärt hatte, ein Minderheitenkabinett der AKP kurzfristig zu unterstützen, sollte dieses zeitnahe Neuwahlen vorbereiten.