Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokführer, lehnt einen Kündigungsschutz bei der Bahn ab und fordert sogar einen Personalabbau.
„Im Personalbereich hat die Bahn viel zu viele Leute an Bord, die machen vor allem Projekte zur Selbstbeschäftigung, mindestens die Hälfte davon ist verzichtbar“, sagte Weselsky dem Tagesspiegel. „Auch in der allgemeinen Verwaltung drehen sich viele in gut geheizten Büros oder im Homeoffice im Kreis, während die Kolleginnen und Kollegen im direkten Bereich den Laden auch in der Pandemie am Laufen halten.“ Alles in allem „brauchen wir keinen Kündigungsschutz für den viel zu großen Wasserkopf und für Projekte, die mit der Eisenbahn nichts zu tun haben“.
Der GDL-Chef äußerte sich um aktuellen Tarifkonflikt und zu den Sparmaßnahmen, die die Bahn mit der Eisenbahnverkehrsgewerkschaft EVG vereinbart hat und auch von der GDL fordert. „Auf den Trick fallen wir nicht rein“, sagte Weselsky. Seine Gewerkschaft habe bundesweit 54 Tarifpartner, „doch keiner klagt so laut über die Folgen der Pandemie wie die DB. Dabei war der Konzern schon vor Corona marode.“
Auch die GDL werde sich einem Sanierungsbeitrag nicht verschließen, doch es gebe keinen Sanierungsplan. „Kein Manager der Bahn hat eine Vorstellung von der Zukunft. Außer bunten Powerpoint-Folien und rosigen Versprechungen ist da nichts“, kritisierte Weselsky die Führung des Staatskonzerns. „Die Misere des Konzerns ist nicht von den Eisenbahnern herbeigeführt worden, sondern vom Management, das sich verzockt hat, weltweit Tanzen geht und von der Eisenbahn hierzulande keine Ahnung hat“, sagte Weselsky dem Tagesspiegel.
Corona habe für die direkt im Fahrbetrieb Beschäftigten sogar eine positive Seite, meinte der Gewerkschafter. „Viele unsere Kollegen sagen, die schönste Zeit haben wir jetzt in der Pandemie: Wir können endlich mal in Ruhe arbeiten, weil die, die uns sonst auf den Zeiger gehen, jetzt im Homeoffice sitzen und so tun, als würden sie etwas tun.“
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Erdogan: Akkuyu Atomkraftwerk wird 10 Prozent des Energiebedarfs decken
Das sich im Bau befindende Kernkraftwerk Akkuyu werde nach der Inbetriebnahme zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs decken, sagte Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede während der Fraktionssitzung der regierenden AKP am Mittwoch.
Moskau – Die Türkei hat in den ersten zwei Monaten des Jahres 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 35 Prozent mehr Agrarprodukte aus Russland importiert und ist nach China der zweitgrößte Importeur. Das Land hat einen Anteil von 15,2 Prozent an den gesamten Agrarexporten Russlands.
Wie RT unter Berufung auf eine Mitteilung des russischen Landwirtschaftsministeriums weiter berichtet, führt China die Liste der Top-Konsumenten russischer Agrarprodukte nach wie vor an. Das Land habe seine Importe aus Russland seit Jahresbeginn um 24,4 Prozent auf 822 Mio. Dollar erhöht.
Die Europäische Union rangiert mit 470 Millionen Dollar an dritter Stelle. Die Exporte in die EU seien im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gesunken. Ägypten, Südkorea, Aserbaidschan, die Ukraine, Pakistan, Usbekistan und die Mongolei bleiben die anderen großen Abnehmer von Lebensmitteln aus Russland.
Insgesamt seien die Exporte russischer Agrarprodukte in den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um beachtliche 28,1 Prozent gestiegen und beliefen sich auf 4,51 Milliarden Dollar, berichtet RT weiter.
Bereits im vergangenen Jahr exportierte Russland zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion mehr landwirtschaftliche Produkten als es importierte.
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Ankara – Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen, plant die Türkei bis zum Herbst 50 Millionen Menschen zu impfen, so Gesundheitsminister Fahrettin Koca in einer Mitteilung am Donnerstag. Die Zahl der täglichen Neuinfizierten war am selben Tag auf den höchsten Stand in diesem Jahr angestiegen.
„Wenn wir wie geplant 50 Millionen unserer Bevölkerung vor dem Herbst impfen können, wird die Pandemie für uns keine schwere Last mehr sein“, sagte Koca in einer live im Fernsehen übertragenen Erklärung am Jahrestag des ersten in der Türkei aufgezeichneten COVID-19-Falls. „Ich hoffe, dass dieses Land eines der ersten sein wird, das diesen weltweiten Kampf gewinnt“, so Koca.
„Die Türkei gehört zu den Schnellsten im Rennen um Impfstofflieferungen, im November haben wir eine Vereinbarung über 50 Millionen Dosen mit Herstellern in China getroffen“, zitiert die NachrichtenagenturAnadoluKoca weiter.
Koca wies auch darauf hin, dass es Fortschritte bei einem von der Türkei entwickelten Impfstoff gebe und das Land in naher Zukunft seine eigenen Impfstoffe verwenden würde.
Die Türkei mit ihren 83 Millionen Einwohnern hat seit dem 14. Januar, als sie mit der landesweiten Einführung der von der chinesischen Sinovac Biotech Ltd. entwickelten COVID-19-Impfung begann, 10,56 Millionen Impfungen durchgeführt.
In der Türkei wurden bisher 2,82 Millionen Coronavirus-Fälle registriert und mehr als 29.000 Menschen sind dort aufgrund von COVID-19 gestorben, so die Daten des Gesundheitsministeriums.
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Die beliebte türkische Historie-Serie Dirilis Ertugrul (Auferstehung Ertugrul) wurde bislang in 60 Länder exportiert. Beeinflusst von der Serie ist eine US-Amerikanerin aus Wisconsin sogar zum Islam konvertiert.
Ankara – Laut dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu haben die Türkei und Ägypten die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen.
Diese waren seit der Machtergreifung durch das Militär unter Abdel Fatah El-Sisi 2013 zum Erliegen gekommen. Das Verhältnis zwischen Kairo und Ankara war seitdem angespannt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte el-Sisi wiederholt als „putschistischen Präsidenten“ bezeichnet und ihn für den „Tod von Tausenden von Zivilisten“ verantwortlich gemacht.
Man habe bereits auf der Ebene des Geheimdienstes als auch des Außenministeriums Kontakte gehabt, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu Cavusoglu am Freitag. Er habe gelegentlich Gespräche mit dem ägyptischen Außenminister Samih Schukri gehabt, wenn sie sich bei internationalen Treffen trafen, etwa bei ihrem Treffen in New York vor zwei Jahren. Jetzt seien auch die diplomatischen Beziehungen „ohne Vorbedingungen“ wieder aufgenommen worden.
Bereits am vergangenen Sonntag hatte Ibrahim Kalin, Berater des türkischen Präsidenten, angekündigt, dass die Türkei mit Ägypten wieder Zusammenarbeiten wolle. Kalin erwähnte dazu das östliche Mittelmeer, Libyen und Palästina. Er bezeichnete Ägypten als „das Hirn und das Herz der arabischen Welt“.
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Der französische Präsident gehört zu den größten Kritikern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Macron wirft Erdogan die Missachtung der Menschenrechte und die Einschränkung von Pressefreiheit vor. Dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fatah El-Sisi verlieh Macron in einer feierlichen Zeremonie in der vergangenen Woche nun jedoch die höchste Auszeichnung des Landes, die Ehrenlegionmedaille.
Osnabrück – Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht – anders als US-Präsident Joe Biden – in Mini-Kernkraftwerken (SMR) kein Potenzial als CO2-freie Energiequelle. Derzeit würden manche kleine Reaktoren „propagieren“, die „Atommüll fressen und ungefährlich sein sollen. Das sind Märchen“, sagte Schulze im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).
„Die Konzepte sind im Kern alle seit Jahrzehnten bekannt, konnten sich aber nirgends durchsetzen, auch weil sie das Entscheidende eben nicht lösen: Es bleiben Gefahren, und es bleibt Atommüll.“
Schulze reagierte auf die Debatte über ein Kernkraft-Revival zum Klimaschutz zehn Jahre nach der Katastrophe von Fukushima. US-Präsident Biden hatte kurz nach seinem Amtsantritt angekündigt, die Chancen für sogenannte Small Modular Reactors (SMR) ausloten zu lassen, in die etwa Bill Gates schon Milliarden investiert. „Das Gefährliche an diesen vermeintlich bequemen Scheinlösungen ist, dass sie von dem ablenken, was wirklich nötig ist: der Endlagersuche und einem massiven Ausbau von Wind- und Sonnenstrom“, sagte Schulze dazu.
Die Ministerin kritisierte auch Ansagen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die Atomkraft als klimaschonende Energiequelle für unverzichtbar hält. „Die Aussagen der IAEA zum Atomkraft-Bedarf sind nicht objektiv, denn die Atomkraft-Förderung ist ihre Aufgabe.“ Der Weltklimarat weise hingegen darauf hin, dass bei der Atomkraft anders als bei Wind, Solar oder Speichertechnologien keine vergleichbaren Fortschritte bei Kosten oder Machbarkeit festzustellen sind.
Schulze verteidigte den deutschen Beschluss, erst aus der Atomkraft und dann aus der Kohle auszusteigen. „Bei uns ist seit 2011 die Strommenge aus Atom und Kohle auf die Hälfte zurückgegangen, gleichzeitig verdoppelte sich die Erneuerbaren-Strommenge. Die erneuerbaren Energien haben ihre Leistungsfähigkeit längst unter Beweis gestellt“, sagte die SPD-Politikerin. „Beides geht – raus aus Kohle und raus aus Atom. Und beides passiert.“
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Ein Gastbeitrag von Thomas Weiberg – Historiker
Abbas Hilmi II. (1874-1944), der Bauherr dieses malerischen Schlosses, war Khedive von Ägypten (Vizekönig). Wurde Ägypten de facto zwar seit etwa 1880 als Teil ihres Kolonialreiches von den Briten regiert, so war es de jure bis zum Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg im November 1914 auf Seiten der Mittelmächte eben Teil des Osmanischen Reiches.
Die Briten regierten nominell im Namen des jeweils in Konstantinopel herrschenden Sultans, als dessen Vertreter vor Ort der Khedive galt – und leisteten bis zum Ende der osmanischen Suzzeränität festgelegte jährliche Zahlungen an die Staatskasse in Konstantinopel.
Abbas Hilmi II., dessen Mutter Prinzessin Emine İbrahim Hanımsultan (1858-1931) eine Enkelin Sultan Abdül Mecids war, hatte übrigens einen Teil seiner militärischen Ausbildung als Angehöriger der osmanischen Armee in Wien erhalten und sprach daher fließend Deutsch. Nachdem die Briten ihn Ende 1914 als Vizekönig von Ägypten abgesetzt und Ägypten ganz offiziell dem Britischen Empire einverleibt hatten, zog der Khedive sich ganz und gar nach Konstantinopel zurück und bewohnte sein am Bosporus auf der asiatischen Seite gelegenes Sommerschloss (Hıdiv Kasrı/Khedivenpalast) in Çubuklu.
Ab 1907 hatte Abbas Hilmi II. für sich und seine Geliebte, die ungarische Gräfin Marianna Török de Szendrő (1877-1968), in einem ausgedehnten Park hoch über dem Bosporus auf der asiatischen Seite von Antonio Lasciac und Delfo Seminati ein repräsentatives Schloss in einer Mischung aus italienischer Renaissance, Jugendstil und osmanischer Palastarchitektur mit einer erlesenen Innenausstattung errichten lassen.
1937 verkaufte der Khedive das Schloss an den türkischen Staat, und heute befindet sich dort ein elegantes Restaurant, dessen Preise allerdings durchaus bezahlbar sind.
(Foto: Weiberg)
Es lohnt sich, nach einem Tee oder Kaffee und dem ausgezeichneten Kuchen, in die zahlreichen Räume des Schlosses zu schauen, denn es gibt viel Sehenswertes zu entdecken — in der Halle befindet sich ein Fahrstuhl mit Messinggittern im Jugendstil, in vielen Räumen sind originale Möbelstücke und Lampen (das damals noch sehr neue elektrische Licht führte zu ganz erstaunlichen Kreationen, bei denen teilweise jede einzelne Glühlampe herausgehoben präsentiert wurde) zu sehen, farbige Bleiverglasungen schmücken einige Türen und das Oberlicht im Treppenhaus, ein origineller Jugendstil-Brunnen ist der Blickfang im elegant stuckierten Gartensaal.
Doch wie gesagt, das Hıdiv Kasrı ist kein Museum… Allerdings ist das Restaurantpersonal sehr freundlich und hat nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Gäste behutsam im Haus umsehen, sofern nicht gerade eine Veranstaltung stattfindet. Durch den großen Park kann man dann zum Bosporus hinunter spazieren und mit dem Bus nach Kanlıca (am dortigen Schiffsanleger gibt es den legendären Joghurt, wahlweise mit Puderzucker, Honig oder Reçel serviert) oder Çubuklu fahren. Damit das Schloss alle interessierten Nicht-Istanbulerinnen und -Istanbuler finden, hier die Adresse: Çubuklu Mahallesi, Ortanca Sk. No:13.
Das Hıdiv Kasrı befindet sich zwischen Kanlıca und Çubuklu, von der Uferstraße zweigt eine beschilderte Straße ab. Das Schloß liegt in einem weitläufigen Garten. Sehenswert sind auch die fast neogotisch anmutenden Torgebäude am Eingang der Parkanlage.
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– Deutsch-osmanische Freundschaft –
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Das bedeutendste Denkmal der viel beschworenen und noch mehr strapazierten deutsch-osmanischen Freundschaft befindet sich bis heute gut sichtbar in Istanbul – auf dem repräsentativen Platz zwischen der Hagia Sophia und der Moschee Sultan Ahmeds.
Ankara – Das sich im Bau befindende Atomkraftwerk Akkuyu werde nach der Inbetriebnahme zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs decken, erklärte Recep Tayyip Erdogan in seiner Rede während der Fraktionssitzung der regierenden AKP am Mittwoch. Der wichtigste strategische Aspekt dieses Projekts sei die Diversifizierung der Energieressourcen, betonte der türkische Staatschef. Mangels eigener Energiereserven muss die Türkei einen Großteil des Bedarfs importieren. Das Land ist eines der größten Abnehmer für russisches Erdgas.
Die Türkei habe im vergangenen Jahr 63 Prozent des verbrauchten Stroms aus einheimischen Ressourcen gewonnen, so Erdogan. „Wir stehen an 13. Stelle in der Welt und an sechster Stelle in Europa, was erneuerbare Energien angeht.“ Die Stromgewinnung durch erneuerbare Energieressourcen sei in den letzten 18 Jahren von etwa 12.000 MW auf 50.000 MW gestiegen.
„Russisch-türkische Partnerschaft“
Der russische Staatschef Wladimir Putin lobte bei der Grundsteinlegung des dritten Reaktors des Akkuyu-Atomkraftwerks am Mittwoch die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Russland. Putin bezeichnete das AKW am Mittwoch als Ausdruck einer „Freundschaft“ zwischen Moskau und Ankara. Das Projekt werde „die russisch-türkische Partnerschaft in all ihren Facetten“ fördern, so Putin weiter. Es könne die „Freundschaft und das gegenseitige Verständnis zwischen unseren Ländern“ stärken. Erdogan und Putin waren per Video zugeschaltet.
In der Akkuyu bei Mersin gab es bereits 1968 erste Pläne für ein Kernkraftwerk, die aber eingestellt wurden. Ab 2006 lebten die Pläne unter der damaligen Erdogan-Regierung wieder auf. Wie 2010 in einem türkisch-russischen Abkommen vereinbart, soll das Kraftwerk vom russischen Unternehmen Rosatom errichtet und zunächst auch betrieben werden. Später soll das Akkuyu-Kraftwerk in den Besitz türkischer Unternehmen übergehen. Die Baukosten werden mit 20 Milliarden US-Dollar angegeben.
Wie die russische Nachrichtenagentur TASSbeichtet, war Rosatom-Chef Alexej Lichatschow am Mittwoch bei der Grundsteinlegung anwesend. Es handele sich bei dem Projekt um die „größte Nuklearbaustelle der Welt“. „Das Projekt ist wirklich einzigartig. Im Moment ist das Atomkraftwerk Akkuyu die größte nukleare Baustelle auf dem Planeten. Ab heute werden hier drei Kraftwerksblöcke gleichzeitig vollständig gebaut“, zitiert TASS Lichatschow.
„Mehr als hundert türkische Studenten werden jetzt in Russland ausgebildet, die später im KKW Akkuyu eingesetzt werden“, betonte Putin.
(Foto: TASS)
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– Türkisches Weltraumprogramm –
Türkei und Russland wollen in der Raumfahrt kooperieren
Nur einen Tag nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan die Pläne der Türkei für eine heimische Raumfahrtindustrie bekannt gab und sein Vorhaben ankündigte bis 2023 auch Raumfahrzeuge auf den Mond bringen zu wollen, stellte die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos Absichten für eine Zusammenarbeit mit der Türkei in Aussicht.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat das viel zu langsame Impfen in Deutschland kritisiert. Es könne nicht sein, dass vier Millionen Impfdosen im Kühlschrank gelagert werden, um Impfzentren am Laufen zu halten, anstatt dafür zu sorgen, dass viele Menschen in kurzer Zeit geimpft werden.
„Das Ziel scheint völlig aus dem Auge verloren zu sein“, sagte er im Interview mit dem Fernsehsender phoenix. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Ministerpräsidentenkonferenz darüber debattiere, wie Verteilung von Impfstoffen stattfinden soll, anstatt mit den Ärztinnen und Ärzten direkt in Kontakt zu treten. Durch die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfstrategie könne man dafür sorgen, dass vorhandener Impfstoff möglichst schnell verimpft werde. So könne der Einlagerung der vielen Impfdosen in den Impfzentren entgegengewirkt werden. Scharf kritisierte er das Vernichten nicht verbrachter Impfdosen in den Impfzentren: „Impfstoff wegzuwerfen ist irre!.“
Er forderte ein pragmatisches Vorgehen und kritisierte das starre Festhalten der Länder an den Impfzentren bis September. Viele Menschen, vor allem aus ländlichen Gegenden, schrecke eine lange Anreise zu den Impfzentren ab, da sie lieber von ihren Hausärztinnen und Hausärzten geimpft werden wollten. „Ich hätte gerne mal einen sachlichen, vernünftigen Grund gehört, weswegen man das nicht einfach macht“, so der Verbandschef. Für die Belieferung böte sich der lange erprobte Weg über Apothekenlieferketten an. Ihn ärgere die Bürokratisierung des Corona-Impfprozesses und „dass wir jetzt Pilotprojekte brauchen, um zu prüfen, ob Hausärzte impfen können, was wir seit einem Jahrhundert machen.“
Die Reihenfolge der Impfung müsse auch bei den Hausärztinnen und Hausärzten eingehaltenwerden. Doch fordert Weigeldt ein praktisches Vorgehen: „Ehe man einen Impfstoff wegwirft, muss man doch vielleicht mal von einer starren, geraden Regelung abweichen können.“ Das Ganze sei mittlerweile „kafkaesk“.
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Covid-Patienten mit Migrationshintergrund: Özdemir fordert „Infokampagne mit Promis und Medizinern“. Ex-Grünenchef vor Integrationsgipfel: Kanzlerin sollte russische Community auf Russisch ansprechen – „Es gibt hier und da auch Ignoranz“.
Die Autorin Sophie Passmann hat viele negative Erfahrungen mit Hass im Netz gemacht, unter anderem hat sie ihren Namen bereits auf Todeslisten entdecken müssen.
„Am meisten Hass generieren Posts über Rechtsradikale, die Polizei oder die Bundeswehr. Da hat man mit beeindruckender Geschwindigkeit organisierte Leute auf der Matte stehen, die einen fertig machen“, sagt sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Die 27-Jährige, die Hunderttausende Follower in den sozialen Netzwerken hat, berichtete weiter:
„Am gefährlichsten ist alles mit Nazis. Wenn man etwas Gutes sagt über Geflüchtete, Asylrecht oder immer auch noch Frauenrechte. Alles, was gegen das Kernprogramm der AfD geht, ist das, wo die Drohbriefe kommen, wo man auf Todeslisten steht, wo man den Anwalt einschaltet.“
Schon im Jahr 2019, dem Erscheinungsjahr von „Alte weiße Männer“, habe sie ihren Anwalt wegen Beleidigungen und Drohbriefen einschalten müssen. 2020 habe sich diese Tendenz aber noch verstärkt: „2020 war mehr Anwalt – und mehr Todesliste.“
Passmann, die mit „Komplett Gänsehaut“ gerade einen neuen Roman vorgelegt hat, spricht aber auch über die Corona-Krise, die ihr sehr zu schaffen macht. „Erschöpfung, Dünnhäutigkeit, Nervosität, Depressionen, Angstattacken. Das volle Millenial-Anxiety-Programm“, beschreibt sie die Auswirkungen der Pandemie und des Lockdowns auf sich selbst.
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„Miese Türkensau“: Türkische Anwältin von Polizisten bedroht
Die türkischstämmige Rechtsanwältin und Vertreterin der Nebenklage im NSU Prozess, Seda Başay-Yildiz, wurde laut einem Bericht der „Frankfurter Neue Presse“ (FNP) von fünf Frankfurter Polizisten bedroht.
Der Koran und die Frauen von Benjamin Idriz: Eine Rezension von Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer (Ludwig-Maximilian-Universität München)
Benjamin Idriz dürfte der einzige Imam Deutschlands sein, der promovierter islamischer Theologe ist und zugleich auf deutsch schreibt. Beides – die Praxisbezogenheit des Seelsorgers und die wissenschaftliche Vertrautheit mit den Quellen – zeichnet sein neues Buch aus. Mit diesen Qualitäten ragt es aus einer wahren Flut von Veröffentlichungen aller Art über die „Frauenfrage“ im Islam wohltuend heraus.
Der Autor ist seit vielen Jahren weit über die oberbayerische Kleinstadt Penzberg, wo er als Imam wirkt, und über München, wo er das „Münchner Forum für Islam“ initiiert hat, bekannt: Sein Wirken und Schaffen gilt einem authentischen Islamverständnis, das mit den Wertvorstellungen der deutschen und europäischen Gesellschaft unserer Zeit nicht nur kompatibel ist, sondern die gemeinsamen Werte aus den Quellen des Islams – dem Koran und der Tradition der Propheten – ableitet.
Gerade zum Thema „Der Koran und die Frauen“ kann diese Herangehensweise Vielen die Augen öffnen. Denn Idriz leugnet keineswegs die traurigen und oft genug bisweilen schockierenden Realitäten. Er stellt sie schonungslos bloß, ordnet sie als das ein, was sie sind: empörende Verirrungen in der muslimischen Geschichte und leider auch Gegenwart, und zeigt auf, was der Koran wirklich dazu sagt.
Damit spricht er zum einen die breite Öffentlichkeit an, die über die Berichterstattung der Medien wenig bis keine Möglichkeiten hat, sich kompetent informieren zu lassen. Zum anderen aber wendet er sich direkt an Musliminnen und Muslime und fordert vor allem auch sie dazu auf, ihre eingespielten Verhaltens- und Denkweisen zu überprüfen und zu dem zurückzukehren, was Gott im Koran meint und der Prophet in seinen Hadithen wirklich gesagt hat und was nicht.
Er lässt sich somit nicht von einem aktuellen Trend vereinnahmen, den Islam neu zu erfinden, sondern weist kompetent nach, dass und wie der Koran und die Sunna von Anfang an die Befreiung der Frau, ihre Wertschätzung und Gleichstellung bewirken wollten und weiterhin fordern.
Das Buch öffnet neue Horizonte für alle, die von der Frage betroffen sind oder meinen, mitreden zu können.
Die Debatte über die Frau im Islam in Deutschland kann ohne dieses Buch nicht mehr geführt werden.
– Weltfrauentag –
Der Prophet Muhammed: Ein Kämpfer für Frauenrechte
„Während andere religiöse Führer seltsam schweigsam über die Unterdrückung der Frauen zu sein schienen, hob Muhammed den Status der Frauen als eine Angelegenheit der religiösen Überzeugung und der staatlichen Politik dramatisch an. Muhammad war mit Abstand der radikalste und ermächtigendste in seiner Behandlung von Frauen. Wahrscheinlich war er der erste Feminist der Geschichte“. Jim Garrison, Huffpost.