Corona-Krise
SPD-Chefin Esken will Corona-Zuschuss im Koalitionsausschuss durchsetzen

Berlin – Die SPD-Führung macht Druck bei der Einführung eines monatlichen Corona-Zuschlags für Hartz-IV-Bezieher. Parteichefin Saskia Esken will einen solchen Zuschuss im Koalitionsausschuss am kommenden Mittwoch durchsetzen. „Angesichts der offenkundigen Not von Erwachsenen und Kindern in Grundsicherung erwarten wir von unserem Koalitionspartner im Bund, dass er da mitgeht, wenn wir uns demnächst in neuer Besetzung im Koalitionsausschuss treffen“, sagte sie dem Tagesspiegel.  Die Corona-Pandemie bringe Belastungen für alle Menschen mit sich. Aber besonders hart treffe es Menschen, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen seien. „Zu den Sorgen um die Gesundheit und erheblichen psychosozialen Belastungen kommen finanzielle Mehrausgaben, die aus dem schmalen Budget kaum geleistet werden können“, sagte Esken. Viele Hilfsangebote in sozialen Einrichtungen fielen weg oder seien nur eingeschränkt erreichbar. Hinzu kämen gestiegene Ausgaben im Haushalt, beispielsweise für Hygieneartikel. Auch die wegen geschlossener Einrichtungen wegfallende Mittagsverpflegung für Kita- und Schulkinder belaste die ohnehin knappen Haushalte. Zur Bewältigung dieser Lasten wolle die SPD deshalb einen Zuschuss auf den Weg bringen. Die SPD-Chefin will im Koalitionsausschuss außerdem eine grundsätzliche Hartz-IV-Reform auf die Tagesordnung setzen. Zwingend notwendig sei eine Reform, weil das Sanktionsregime verfassungsgemäß ausgestaltet werden müsse. Außerdem habe sich der in der Corona-Pandemie vereinfachte Zugang zur Grundsicherung bewährt und müsse beibehalten werden. „Wir wollen, dass künftig in den ersten zwei Jahren des Bezugs von Grundsicherung nicht erhebliches Vermögen und die Angemessenheit der Wohnung nicht überprüft werden“, kündigte Esken an.

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– Corona-Pandemie – Virologe Klaus Stöhr: Coronavirus wird uns Jahrzehnte erhalten bleiben

Der Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr, der 15 Jahre in führenden Positionen bei der Weltgesundheitsorganisation WHO tätig war, geht davon aus, dass das Coronavirus uns „Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erhalten“ bleiben wird.

Virologe Klaus Stöhr: Coronavirus wird uns Jahrzehnte erhalten bleiben

Türkei
Erdogan gratuliert „Türken Armin“ Laschet zur Wahl zum CDU-Vorsitzenden

Ankara – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat den Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, zu seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden gratuliert. Erdoğan habe bei einem Telefonat betont, dass die „enge und aufrichtige Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auch mit Herrn Laschet fortgesetzt“ werde. Der türkische Staatschef habe zudem seine Überzeugung geäußert, dass Laschet seine „positive Haltung gegenüber der türkischen Gesellschaft“ und die Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland in seinem neuen Amt beibehalten werde, so die Mitteilung des Präsidialamtes. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland seien in allen Bereichen einzigartig und besonders die wirtschaftliche Zusammenarbeit sei gut. Die Türkei messe der Verbesserung dieser vielschichtigen und tief verwurzelten Beziehungen besondere Bedeutung bei. Die Rolle von DITIB bei der „Prävention von Radikalismus“ Unter Hinweis auf die Beiträge der türkischen Gesellschaft zum wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Leben in Deutschland, habe der türkische Staatschef betont, dass die Türkei Vertrauen in die deutschen Politiker habe, dass sie die notwendigen Vorkehrungen gegen die „zunehmenden Angriffe auf die türkische Präsenz sowie auf die Moscheen in Deutschland“ träfen, die Vorfälle gründlich untersuchten und die Täter vor Gericht bringen würden. Erdoğan habe darauf hingewiesen, dass die kritische Rolle von DITIB und den türkischen Religionsvertretern, insbesondere bei der Prävention von Radikalisierung und Extremismus, durch ihre erfolgreiche Arbeit nicht ignoriert werden sollte. Er habe auch seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass Laschet sich dafür einsetzen werde, dass die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU auf der Grundlage einer konkreten und positiven Agenda vorangebracht würden. Weiter habe er dem neuen CDU-Vorsitzenden und seiner Partei bei den im September stattfindenden Parlamentswahlen in Deutschland viel Erfolg gewünscht. Laschet neuer Parteichef Nach seinem Sieg in einer Online-Abstimmung wurde NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in der vergangenen Woche mit einer Zustimmung von 83,35 Prozent als neuer CDU-Parteichef bestätigt. Wegen seiner liberalen Haltung und seinen differenzierten Ansichten in der Integrations- und Ausländerpolitik bezeichnen ihn seine Kritiker oft als „Türken-Armin“. Der 1961 in Aachen geborene CDU-Politiker gilt auch heute noch als Verteidiger von Kanzlerin Angela Merkels Flüchtlingspolitik. Immer wieder betonte er die Bedeutung der Zuwanderung und der Integration in seinen Reden. „Wir müssen die ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt unseres Landes nicht als Bedrohung, sondern als Chance und Herausforderung begreifen“, sagte er bereits 2009.

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– EU-Türkei – Erdogan: Zukunft der Türkei liegt in Europa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Samstag eine Videokonferenz abgehalten, in der Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union und regionale Entwicklungen besprochen wurden.

Erdogan: Zukunft der Türkei liegt in Europa
     

Bildung
Humanitas Universität: So bereiten Sie zukünftige Generationen von Ärzten vor

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Aktuell kämpfen wir mit Viren und der Beschaffung von Impfstoffen. In diesen Zeiten spielen Ärzte eine Schlüsselrolle im Leben vieler Menschen. Es besteht vor allen Dingen ein großer Bedarf an medizinischen Forschern. Der professionelle Beruf des Arztes gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Entscheidung den Beruf des Arztes zu ergreifen, erfordert Leidenschaft. Er ist zweifellos äußerst schwierig und komplex. Wenn Sie sich für diesen Weg entscheiden, dann ganz sicherlich aus Gründen der Berufung. Der erste Schritt besteht in der Wahl der richtigen Universität, die Ihren Bedürfnissen gerecht wird. Dieses Haus muss dem Studierenden eine professionelle Ausbildung in einem Umfeld bieten, welches auf dem neuesten Stand der Zeit ist. Der medizinische Studiengang der Humanitas Universität Bei der Humanitas Universität handelt es sich um eine Universität, die Studierende sowohl auf ihre Karriere im klinischen Bereich als auch in der Forschung in Italien und im Ausland vorbereitet. Das inspirierende Kurs-Konzept des aktiven Lernens in Theorie und Praxis ermöglicht dem Studierenden, eigenständige und kritische Fähigkeiten in der Argumentation und spezifische Fertigkeiten im Beruf zu entwickeln. Die Universität bereitet Ihre Studenten auf diese Weise vor, Teamgeist, Neugier und Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln, um menschlich und beruflich zu wachsen. Der Studiengang an der Humanitas Universität in Medizin und Chirurgie wird online und in englischer Sprache stattfinden. Der Eingangstest findet am 11. Februar 2021 statt. Dauer: 6 Jahre. Die Lehrveranstaltungen sind in der Regel nach dem Prinzip des integrierten Unterrichts in 360 Einheiten und 12 Semester unterteilt. Es finden 29 Prüfungen statt. Die Ausbildungsaktivitäten zeichnen sich durch multidisziplinare und interaktive Unterrichtsmethoden aus, einschließlich von Gruppenaktivitäten, die von einem Tutor koordiniert werden. Die wichtigsten interaktiven Methoden sind Problem-basiertes Lernen, Fallmethode, Problemlösung, Konzeptkarten und Kompetenzportfolio. Es finden auch ergänzende Veranstaltungen statt, die in mehrere Kurse unterteilt sind. Diese werden von unterschiedlichen Dozenten geleitet und können auf ein oder zwei Semester verteilt werden. Dadurch erhalten die Studierenden einen umfassenden Überblick über alle Aspekte des Fachs. In Form einer didaktischen Organisation werden unter Aufsicht eines Lehrkörpers praktische klinische Aktivitäten durchgeführt, die mit einem hohen Maß an Autonomie verbunden sind. Dabei wird die auf professioneller Ebene ausgeübte Tätigkeit simuliert. Die Studierenden werden außerdem ermutigt, an den von der Humanitas Universität organisierten Forschungsaktivitäten und Seminaren teilzunehmen, sowie Auslandserfahrungen im Rahmen des Erasmus-Programms oder anderer internationaler Organisationen zu sammeln. Humanitas bietet – unter Berücksichtigung der Einkommens- und Vermögenssituation der Familie – ein Finanzierungssystem von variablen Beiträgen an. Es gibt vier Beitragsklassen, die auf der Grundlage eines Einkommens- und Vermögensindikators ermittelt werden, dessen Berechnung auf der Größe einer konventionellen Familie basiert. Die Universität bietet jedes Jahr eine unterschiedliche Anzahl von Stipendien für europäische und außereuropäische Studierende an. Die Zulassungskriterien basieren auf Leistungskriterien und können von Jahr zu Jahr variieren. Zudem besteht die Möglichkeit verschiedener Darlehensmodelle, die Humanitas im Einvernehmen mit den Banken ihren Medizinstudenten anbietet, um auf ein Verdienstdarlehen in Höhe von 7.000 Euro pro Jahr zugreifen zu können. Warum Medizin studieren? Viele Herausforderungen, vor denen Sie als Medizinstudent stehen, sind ein natürlicher Bestandteil des Lernprozesses. Doch sie belasten auch emotional. Es bedarf starker innerer Stärke und Belastbarkeit, um ein kompetenter Fachmann zu werden. Ein Arzt muss auf sozialer Ebene eine starke Persönlichkeit aufweisen und den Mut besitzen, sich allen Problemen seiner einzelnen Patienten zu stellen. Er muss multitaskingfähig sein, um mit den verschiedenen Schwierigkeiten, Patienten und deren Krankheiten umgehen zu können. Leidenschaft und Willenskraft reicht allein nicht aus, um ein guter Arzt zu werden. Von größter Wichtigkeit ist die Chance zu haben, in einem modernen und technologisch fortschrittlichen Umfeld studieren zu können, das es den Studierenden ermöglicht, international wettbewerbsfähig zu sein. Nur so ist es möglich den Weg beruflichen Wachstums zu beschreiten. Das garantiert den Studierenden den Erwerb der grundlegenden Fähigkeiten, die sie in diesem Beruf benötigen, um ihn bestmöglich ausüben und um darin eine wichtige Rolle spielen zu können. Weitere Informationen zu den Studiengängen der Humanitas Universität: https://www.hunimed.eu/course/medicine/ +39 02 82243777 info@hunimed.eu

Niedersachsen
Familiendrama in Cloppenburg: Mann ersticht Frau und Kind

Cloppenburg – Im Ortsteil Bethen der niedersächsischen Stadt Cloppenburg hat sich am Samstag vermutlich ein schreckliches Familiendrama ereignet. Um 16.30 geht ein Notruf bei der Polizei ein. Ein Mann habe eine Frau und ein Kind erstochen. Nach ersten Angaben der Polizei fanden die Beamten in einer Wohnung im Wallfahrtsweg eine leblose 27-jährige Frau und einen leblosen sechsjährigen Jungen vor. Beide wiesen Stichverletzungen auf. Am Ereignisort ließ sich ein 30-jähriger Tatverdächtiger widerstandslos festnehmen. Es seien unverzüglich umfangreiche Ermittlungsmaßnahmen eingeleitet worden. Zum Motiv oder Verhältnis der Beteiligten zueinander könnten derzeit jedoch noch keine Angaben gemacht werden.

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– Ebersbach – Imam-Mord: Lebenspartnerin und Bruder des Opfers festgenommen

Nach dem Mord an einem 26-jährigen Imam in Ebersbach an der Fils stehen jetzt der 25-jährige Bruder und die 30 Jahre alte Lebenspartnerin des Getöteten unter schwerem Verdacht.

Imam-Mord: Lebenspartnerin und Bruder des Opfers festgenommen

Corona-Pandemie
Virologe Klaus Stöhr: Coronavirus wird uns Jahrzehnte erhalten bleiben

Köln – Der Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr, der 15 Jahre in führenden Positionen bei der Weltgesundheitsorganisation WHO tätig war, geht davon aus, dass das Coronavirus uns „Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erhalten“ bleiben wird. Auch für eine mittelfristige Entwarnung gebe es keinen Anlass. „Ich sehe für die AHA-Regeln bis zum Jahresende gar keine Alternative. Auch im Sommer werden noch 50 bis 60 Prozent der Bevölkerung voll empfänglich sein. Das sind 30 bis 40 Millionen, die können einen tollen Ausbruch verursachen, das wäre dramatisch“, sagt er in der neuen Folge des Podcasts „Die Wochentester“  des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er kritisiert die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung: „Die Salami-Strategie führt zur Verwirrung. Man kann sich mit einem guten Stufenplan, der eine Positiv-Agenda setzt und sich elastisch an die äußeren Bedingungen anpasst, viel besser durch diese saisonale Erkrankung auf das Ende zubewegen, als dass man von Lockdown zu Lockdown stolpert.“ Stöhr, der nach seinem Ausscheiden bei der WHO in der Impfstoffentwicklung beim Pharmakonzern Novartis arbeitete, bewertet auch den Vorwurf, die EU habe deutlich zu wenig Impfstoffe eingekauft: „Man hätte sicherlich mit mehr Ellenbogen noch mehr kaufen können, aber wir klagen auf einem sehr hohen Niveau.“

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– Medizin – „Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam

Als Lady Mary Wortley Montagu, die Frau des englischen Botschafters am osmanischen Hof in Konstantinopel, 1717 beobachtet, wie Haremsfrauen ihre Kinder absichtlich mit Pocken infizieren, glaubt sie erst an eine barbarische Praxis.

„Türkische Therapie“: Wie die Pockenimpfung aus dem osmanischen Harem nach Europa kam
 

Überwachungszentrum
Berg-Karabach: Russland und Türkei beginnen Kontrolle der Waffenruhe

Merzilli – Die Türkei und Russland haben elf Wochen nach Ende der Kämpfe in einem gemeinsamen neuen Überwachungszentrum begonnen die Waffenruhe in der Konfliktregion Berg-Karabach zu kontrollieren. Nach dem Waffenstillstand vom 10. November unterzeichneten die Türkei und Russland eine Absichtserklärung zur Einrichtung eines gemeinsamen Zentrums zur Überwachung des Friedensabkommens in aserbaidschanischen Gebieten. Der aserbaidschanische Verteidigungsminister Zakir Hasanov, der stellvertretende türkische Verteidigungsminister Yunus Emre Karaosmanoglu und der stellvertretende russische Verteidigungsminister Alexander Fomin waren bei der Eröffnungszeremonie des Zentrums anwesend, in dem 60 türkische und 60 russische Soldaten ihren Dienst verrichten werden.
(Foto: MSB)
Karaosmanoglu betonte die Bedeutung des Zentrums für die Überwachung und Umsetzung des Friedensabkommens und lobte die Bemühungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, Frieden und Stabilität in die Region zu bringen. Das Zentrum ist auch Bestandteil einer Friedensvereinbarung, auf die sich Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev und der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan unter Vermittlung Russlands verständigt hatten. Zum Zentrum gehört auch ein Fußballplatz und Gebetsräume. Die Überwachung des Waffenstillstandes soll durch Drohnen unterstützt werden. „Unsere Aktivitäten werden sich mit der Arbeit dieses gemeinsamen türkisch-russischen Zentrums intensivieren und wir werden unsere Pflicht erfüllen, die Rechte unserer aserbaidschanischen Brüder zu verteidigen“, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar in einer Erklärung auf der Website des Verteidigungsministeriums. Der türkische Generalmajor Abdullah Katirci und der russische Generalmajor Viktor Fyodorenko werden Berichten zufolge ihre jeweiligen Kontingente im Zentrum befehligen.

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– Bergkarabach-Konflikt – Türkei: Parlament stimmt Truppenentsendung nach Aserbaidschan zu

Das türkische Parlament hat am Dienstag der Entsendung von Soldaten nach Aserbaidschan zur Überwachung der Waffenruhe in  Bergkarabach zugestimmt.

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Russland
Holocaustleugnung: Russische Universität feuert Dozenten

Moskau – Wladimir Matwejew wurde entlassen, nachdem er am Holocaust-Gedenktag gesagt hatte: „6 Millionen tote Juden sind eine Fiktion“. Eine renommierte Universität in Moskau gab die Entlassung eines Professors bekannt, der am Internationalen Holocaust-Gedenktag den Holocaust geleugnet haben soll. Bei den sechs Millionen Toten soll es sich um „eine Fiktion“ handeln. Matwejew, ein Dozent für internationale Beziehungen, habe behauptet, dass keine Gaskammern gefunden worden seien und die Deutschen „das Gas zur Desinfektion benutzt“ hätten. In einer Erklärung gab die staatliche RANEPA Universität am selben Tag bekannt, dass es „die Lügen von Matwejew nicht akzeptieren“ könne. Matwejew vertrete mit seinen Äußerungen nicht die Universität, so die Erklärung. Menachem-Mendel Pevzner, ein Rabbiner aus St. Petersburg, erklärte, dass sein Büro gegen den Professor Anklage wegen Hassrede und Holocaust-Leugnung erheben werde, berichtet das Nachrichtenportal Jewish.ru. Beides sei in Russland illegal.    

Hörspiel
Solinger Anschlag: „türken, feuer“ ist Hörspiel des Jahres 2020

Bensheim – Am 29. Mai 1993 kommen in Solingen fünf Menschen türkischer Abstammung bei einem Brandanschlag ums Leben. Özlem Özgül Dündar wurde in Solingen geboren und hat die Geschehnisse von damals literarisch aufgearbeitet. Das intensive Hörspiel wurde von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Jahres 2020 ernannt. „Türken, feuer“ von Özlem Özgül Dündar konfrontiere sein Publikum eindringlich mit der grauenvollen Realität rassistischer Gewalt in Deutschland – und ist zugleich Einladung zum gesellschaftlichen Dialog, heißt in der Begründung der Jury. In dem Hörspiel kommen die Opfer des fremdenfeindlichen Brandanschlags zu Wort. Eine von ihnen ist Gürsün İnce, die sich für ihre dreijährige Tochter opfert, als sie mit ihr aus dem Fenster springt. Eine von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingesetzte Jury wählt Monat für Monat aus den ARD-Ursendungen die nach ihrer Meinung beste Produktion. Aus 12 „Hörspielen des Monats“ wählt die gleiche Jury dann das „Hörspiel des Jahres“. Hierzu der WDR:
„Das Stück verhandelt eines der brisantesten politisch-sozialen Probleme auf hohem künstlerischem Niveau. Dabei lässt es diejenigen zu Wort kommen, die zu diesem Thema viel zu wenig gehört werden: migrantische und weibliche Stimmen. Damit leistet „türken, feuer“ einen wegweisenden Beitrag zu einer Kulturlandschaft, die der Diversität der deutschen Gesellschaft gerecht wird, wie auch zur politischen Bildung.“

Zum Thema

– Solingen-Überlebende ruft zur Versöhnung auf – Mevlüde Genc: „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“

Gedenken an die Opfer des Brandanschlages von Solingen – Mevlüde Genc (75): „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“

Mevlüde Genc: „Lasst uns zum Guten nach vorne schauen. Dem Hass muss Einhalt geboten werden.“

Pristina
Israel und Kosovo nehmen am 1. Februar diplomatische Beziehungen auf

Pristina – Israel und Kosovo werden am Montag gegenseitige diplomatische Beziehungen aufnehmen, schrieb die kosovarische Außenministerin Meliza Haradinaj-Stublla auf ihrer offiziellen Website. Die Unterzeichnung wird in einer virtuellen Veranstaltung erfolgen, an der auch die israelische Außenminister Gabriel „Gabi“ Aschkenasi teilnehmen wird. Haradinaj-Stubla bedankte sich bei den USA und nannte die Anerkennung des Balkanstaates durch Israel „eine der größten Errungenschaften der Republik Kosovo.“ In einem Video, das auf sozialen Medien gepostet wurde, beschreibt Haradinaj-Stubla, wie Juden während des Zweiten Weltkriegs Hilfe bei Albanern fanden. Viele Albaner schützten Juden aufgrund des Brauchs der ‚Besa‘ [Gelöbnis], das Gäste vor Schaden bewahrt. Pristina werde in Jerusalem eine Botschaft eröffnen. Kosovo wäre der erste Staat mit einer muslimischen Bevölkerung, der diesen Schritt unternimmt. Die Entscheidung über die gegenseitige Anerkennung zwischen dem mehrheitlich muslimischen Kosovo und Israel wurde im vergangenen September bei einem Gipfeltreffen der kosovo-serbischen Staats- und Regierungschefs im Weißen Haus in Anwesenheit des damaligen US-Präsidenten Donald Trump getroffen. Die Trump-Administration erkannte Jerusalem Ende 2017 als Israels Hauptstadt an und verlegte die US-Botschaft im Mai 2018 dorthin. Neun Jahre nachdem die NATO eine 78-tägige Luftangriffskampagne gegen Serbien durchgeführt hatte, um ein blutiges Durchgreifen gegen ethnische Albaner im Kosovo zu stoppen, erklärte das Parlament des Kosovo 2008 die Unabhängigkeit von Serbien.

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– Israelisch-türkische Beziehungen – Türkei: Erdogan wünscht sich bessere Beziehungen zu Israel

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Freitag den Wunsch einer Annäherung zu Israel geäußert.

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Corona-Pandemie
Bundesentwicklungsminister: An Folgen der Pandemie sterben mehr Menschen als am Virus selbst

Osnabrück – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hält die Debatte über Impfstoffmangel in Deutschland für überzogen und warnt vor den Folgen des Lockdowns für ärmere Länder. „Diese Diskussion halte ich für überzogen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit Blick auf die Impfdebatte in Deutschland. „Natürlich müssen wir alles daransetzen, bei uns so schnell wie möglich zu impfen. Wir müssen aber gleichzeitig in den Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten investieren. Länder wie Südafrika haben gute Voraussetzungen, um Impfstoffe für Afrika herstellen zu können“, sagte der CSU-Politiker. Es fehlten aber 25 Milliarden Euro, um wenigstens 20 Prozent der Bevölkerung in den Entwicklungsländern zu impfen. „Wir müssen diese globale Dimension im Blick behalten, wenn wir die Pandemie stoppen wollen“, forderte Müller. Der Impfstoff müsste auch den Ärmsten zur Verfügung stehen. „Nicht irgendwann, sondern in diesem Jahr.“ Dazu müsste Deutschland seinen Anteil an der globalen Impffinanzierung in diesem Jahr auf eine Milliarde Euro erhöhen. „Das wäre ein wichtiges Zeichen der internationalen Solidarität“, unterstrich Müller in der NOZ. Auch die Europäische Union müsste sich stärker beteiligen. „Die USA haben unter dem neuen Präsidenten Joe Biden vier Milliarden angekündigt. Die Europäische Union muss da jetzt mindestens gleichziehen“, forderte der Bundesentwicklungsminister. Weltweit habe die Corona-Pandemie eine dramatische Hunger-, Wirtschafts- und Armutskrise ausgelöst. „Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir in Europa das Ausmaß der Konsequenzen nicht sehen“, sagte der Minister. „Durch den Lockdown sind Versorgungsketten zusammengebrochen – mit dramatischen Folgen in den Entwicklungsländern: Experten schätzen, dass 2 Millionen Menschen an Tuberkulose, Aids und Malaria sterben, weil Medikamente zur Behandlung nicht mehr ankommen. Im Augenblick geht nur jedes zehnte Kind zur Schule – viele Kinder werden vermutlich nie wieder zur Schule zurückkehren. Dazu kommt Hunger, weil Lieferketten ausgefallen sind und Arbeitsplätze wegbrechen. Fast 300 Millionen Menschen haben bereits ihre Arbeit verloren. Ohne Kurzarbeitergeld oder Sozialprogramme stehen sie vor dem Nichts. An diesen Folgen der Pandemie sterben mehr Menschen als am Virus selbst“, sagte Müller.

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In der türkischen Schwarzmeerprovinz Samsun sind innerhalb eines Monats drei Brüder aus einer Familie am Coronavirus gestorben.

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