Biden-Regierung
US-Botschafter lobt „starke Handelsbeziehungen“ mit der Türkei

Ankara – In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu betonte der US-Botschafter in der Türkei, dass die USA ihr Engagement für die langjährigen und erfolgreichen Geschäftsbeziehungen mit der Türkei fortsetzen und daran interessiert seien, die bestehenden Handelsbeziehungen zu stärken. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern seien sehr stark und umfassten eine Reihe von verschiedenen Sektoren. Der Botschafter erinnerte daran, dass viele bekannte amerikanische Unternehmen Produktionsstätten in der Türkei haben. Diese Unternehmen exportierten von der Türkei aus nach Europa, Eurasien und in den Mittleren Osten, so der Botschafter und fügte hinzu, dass mehr als 1.700 US-Unternehmen in der Türkei aktiv seien und 78.000 türkische Arbeiter beschäftigten. „Die Vereinigten Staaten sind in unseren langjährigen und erfolgreichen Handelsbeziehungen mit der Türkei verpflichtet, etwas, das unzählige amerikanische und türkische Partner seit Jahrzehnten genießen“, sagte der US-Gesandte. Amerikanische und türkische Unternehmen arbeiteten jeden Tag zusammen und unterstützten Arbeitsplätze in beiden Ländern, merkte Satterfield an und betonte, dass die Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern die Höhen und Tiefen des geopolitischen Bündnisses überdauert haben und sie für das fortgesetzte Engagement mit der türkischen Regierung entscheidend seien. „Obwohl wir bereits starke Handelsbeziehungen haben, möchte die US-Regierung diese Beziehungen weiter stärken und den bilateralen Handel erhöhen. Abgesehen von dem Wohlstand, den der bilaterale Handel in beiden Ländern fördert, kann die Zusammenarbeit beiden Ländern helfen, ihre Lieferketten zu diversifizieren – etwas, das durch die Pandemie einmal mehr als wichtig hervorgehoben wurde“, sagte der US-Gesandte. Wir sehen die Türkei als Produktionszentrum Satterfield erklärte, dass der bilaterale Warenhandel 2019 mehr als 20 Milliarden Dollar betrug, und trotz der erheblichen Auswirkungen der COVID-Pandemie auf den Welthandel sei der Handel im Jahr 2020 auf dem besten Weg, diesen Wert zu übertreffen. Satterfield hob hervor, dass die Aufteilung zwischen Exporten und Importen mit 10 Mrd. $ nahezu ausgeglichen ist: „[Diese Zahlen] spiegeln unsere diversifizierten und ausgewogenen Handelsbeziehungen wider.“ Er betonte, dass die meisten US-Investitionen in der Türkei in den Produktionssektor fließen, und sagte, dass es zwar bereits viele US-Investitionen in der Türkei gibt, dass aber noch viel mehr Potenzial vorhanden sei. „Die positivsten Aspekte des türkischen Investitionsklimas sind die günstigen demographischen Verhältnisse und die hervorragende geographische Lage, die den Zugang zu mehreren regionalen Märkten ermöglicht“, fügte er hinzu. Satterfield betonte zudem, dass die Türkei über gut ausgebildete Arbeitskräfte, eine gut entwickelte Infrastruktur und eine widerstandsfähige, konsumbasierte Wirtschaft verfüge. Der US-Botschafter wies darauf hin, dass viele US-Firmen den türkischen Markt mit Interesse betrachten:
„Aber [sie] zögern aufgrund von Bedenken über einen wahrgenommenen Mangel an transparenter, berechenbarer orthodoxer Wirtschaftspolitik“.

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– Biden-Regierung – USA und Türkei wollen Beziehungen stärken

Nach dem Amtsantritt von Joe Biden zum 46. US-Präsidenten, gingen politische Beobachter davon aus, dass sich die Beziehungen zwischen Washington und Ankara verschlechtern und von weiteren US-Sanktionen gegen die Türkei auszugehen sei.

USA und Türkei wollen Beziehungen stärken
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Biden-Regierung
USA und Türkei wollen Beziehungen stärken

Ankara/Washington – Nach dem Amtsantritt von Joe Biden zum 46. US-Präsidenten, gingen politische Beobachter davon aus, dass sich die Beziehungen zwischen Washington und Ankara verschlechtern und von weiteren US-Sanktionen gegen die Türkei auszugehen sei. Entgegen diesen Einschätzungen besprachen die nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in einem Telefonat am Dienstag die Stärkung der Beziehungen zwischen den zwei NATO-Verbündeten. Es war das erste Mal, dass der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, mit seinem türkischen Pendant, Ibrahim Kalin, sprach, seit Biden im vergangenen Monat sein Amt antrat. „Herr Sullivan unterstrich den Wunsch der Biden-Administration, konstruktive Beziehungen zwischen den USA und der Türkei aufzubauen, Bereiche der Zusammenarbeit zu erweitern und Meinungsverschiedenheiten effektiv zu managen“, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Emily Horne in einer Mitteilung. Sullivan habe auch die Wiederaufnahme der Sondierungsgespräche zwischen der Türkei und Griechenland begrüßt. Laut einer Stellungnahme des türkischen Präsidentenamtes wurde in dem Gespräch zudem die Erwartung geäußert, dass die beiden verbündeten Länder in der neuen Ära ein starkes, nachhaltiges und konstruktives Beziehungsmodell annehmen werden. Es sei ein Konsens darüber erzielt worden, das NATO-Bündnis zu stärken und Schritte zu unternehmen, die zu regionalem und globalem Frieden und Stabilität beitragen würden. Es sei unterstrichen worden, dass es für die Türkei und die USA notwendig ist, ihre Beziehungen zu stärken, in allen Fragen engen Kontakt zu halten und die Kanäle des Dialogs für eine konstruktive Zusammenarbeit in der kommenden Zeit effektiv zu nutzen. Sullivan habe jedoch auch Washingtons Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass der Erwerb des russischen Boden-Luft-Raketensystems S-400 durch die Türkei den Zusammenhalt und die Effektivität der NATO untergrabe. Es seien gemeinsame Anstrengungen notwendig, um durch eine neue Perspektive die Themen der Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Ländern zu lösen. Sanktionen gegen die Türkei Die Trump-Regierung verhängte Dezember Sanktionen gegen die Türkei wegen des milliardenschweren Kaufs des russischen Raketensystems S-400. Die verhängten Sanktionen beinhalten ein Verbot aller US-Exportlizenzen und -Genehmigungen für das Präsidium der türkischen Verteidigungsindustrie sowie ein Einfrieren von Vermögenswerten und Visabeschränkungen für den Präsidenten der Organisation, Dr. Ismail Demir und andere Spitzenbeamte. Trotz Warnungen der NATO, testete die Türkei das von Russland erworbene fortschrittliche Luftverteidigungs-Raketensystem S-400 im Oktober.

Washington lehnte die Übernahme des russischen Fliegerabwehrsystems durch die Türkei entschieden ab und suspendierte die Türkei von ihrem Hi-Tech-Kampfjetprogramm F-35, da die S-400 eine Bedrohung für die Stealth-Kampfjets darstelle. Die US-Regierung hatte Ankara auch davor gewarnt, dass es US-Sanktionen nach dem Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act riskiert, wenn das S-400-System aktiviert wird.

Die Türkei besteht darauf, dass sie gezwungen wurde, das russische System zu kaufen, nachdem Washington sich geweigert hatte, ihm das US-Patriot-System zu verkaufen. Ausschluss aus dem F-35-Programm

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte und Washington sich geweigert hatte, Ankara das US-Patriot-System zu verkaufen, gab die Türkei 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner im Juli aus dem gemeinsamen F-35-Entwicklungsprogramm ausgeschlossen.

Kalin: Gespräche mit Bidens Übergangsteam laufen gut Bereits im Januar kündigte Kalin an, dass die Gespräche  mit Bidens Übergangsteam gut liefen. „Biden kam während seiner Zeit als [Barack] Obamas Vizepräsident viermal in die Türkei und kennt die Region. Unsere bisherigen Kontakte mit dem Übergangsteam sind sehr positiv“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Ibrahim Kalin, der am Sonntag mit CNN Türk sprach. „Sie sagen, sie wollen gute Beziehungen zur Türkei aufbauen und eine neue Seite aufschlagen“, fügte Kalin hinzu.

Er betonte, dass es drei Hauptprobleme zwischen Ankara und Washington gebe, nämlich die Unterstützung der USA für die YPG/PKK-Terrorgruppe in Syrien seit der Obama-Regierung, sowie ihre Nachgiebigkeit gegenüber Fetullah Gülen, den Ankara für dien Putschversuch 2016 verantwortlich hält. En weiteres Problem sei das F-35-Embargo gegen die Türkei.

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– Berlin – Kramp-Karrenbauer: Die Türkei ist ein wichtiger NATO-Partner

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) traf am Dienstag ihren türkischen Amtskollegen Hulusi Akar.

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Nawalny-Urteil
Moskau: Westliche Nationen brauchen keine Gründe für Sanktionen

Moskau – Nach der Verurteilung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny am heutigen Dienstag haben zahlreiche westliche Politiker Sanktionen gegen Russland gefordert. Das russische Außenministerium hat am Dienstag die Forderungen nach einer Freilassung des inhaftierten Kreml-Kritikers als realitätsfern zurückgewiesen und den Westen aufgefordert, sich nicht in seine souveränen Angelegenheiten einzumischen, berichtet die Nachrichtenagentur RIA. Die Außenamtssprecherin Russlands hat die Forderungen scharf verurteilt. „Mischen Sie sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates ein. Und wir empfehlen, dass sich jeder mit seinen eigenen Problemen beschäftigt“, zitiert RIA Maria Sacharowa. „Westliche Nationen brauchen keine Gründe, um antirussische Sanktionen zu verhängen, ein Vorwand kann leicht erfunden werden, sagte Sacharowa am Dienstag zu möglichen westlichen Sanktionen wegen des heutigen Gerichtsurteils im Fall Nawalny. „Ein Vorwand kann leicht gefunden werden. Sie brauchen keine Fakten, keine Daten im Prinzip. Wenn es keine Gründe gibt [für Sanktionen], können sie leicht einen Vorwand erfinden“, sagte sie dem Solovyov Live-Kanal auf YouTube, berichtet die Nachrichtenagentur TASS. Sie erinnerte daran, dass westliche Länder immer wieder Sanktionen gegen Russland verhängten, „immer wieder für alle möglichen Resolutionen stimmen, immer wieder alle möglichen Nichtregierungsorganisationen und Experten zitieren“, so Sacharowa. Ein Gericht in Moskau hat Nawalny am heutigen Dienstag zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. „Das grob willkürliche Vorgehen gegen Alexej Nawalny kann für Russland nicht folgenlos bleiben. Die Europäische Union muss jetzt personenbezogene Sanktionen gegen Richter sowie gegen diejenigen Vertreter des russischen Innenministeriums verhängen, die für das brutale Vorgehen gegen Demonstranten verantwortlich sind. Zudem muss der Ministerrat des Europarates Russlands Verletzung der geltenden Regeln zügig beantworten. Deutschland sollte dies sofort beantragen“, so der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann David Wadephul, in einer Pressemitteilung am Dienstag.

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– Russland-Demonstrationen – Moskau: Der Westen befindet sich in einer tiefen Krise

Die Aktionen des Westens in Bezug auf Russland, einschließlich der Sperrung der offiziellen russischen Konten von US-Internet-Plattformen, zeigen eine tiefe Krise in seiner Ideologie, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Sonntag.

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Berlin
Kramp-Karrenbauer: Die Türkei ist ein wichtiger NATO-Partner

Berlin – Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) traf am Dienstag ihren türkischen Amtskollegen Hulusi Akar. Akar und seine Delegation wurden mit militärischen Ehren von Kramp-Karrenbauer im Hauptquartier des deutschen Verteidigungsministeriums empfangen, wo die beiden Minister verschiedene Aspekte der bilateralen Verteidigungskooperation, internationale Sicherheitsfragen und die jüngsten Entwicklungen im östlichen Mittelmeer erörterten. „Die Türkei ist und bleibt ein wichtiger NATO-Partner“, erklärte Kramp-Karrenbauer im Anschluss an das Treffen am Dienstag in Berlin. Die Verteidigungsministerin bezeichnete das Treffen als „besonderes und gutes Signal unter Verbündeten“. Schwerpunkt des Gesprächs war der Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Kramp-Karrenbauer sagte bereits vor Ankunft Akars, dass sie die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen der Türkei und Griechenland begrüße. „Ich hoffe, dass alle Seiten die Chance zum Dialog nutzen, ich sehe Deutschland hier in einer Mittlerrolle“, sagte Kramp-Karrenbauer. Eine erneute Eskalation im Mittelmeer müsse vermieden werden. Akar bedankte sich seinerseits bei seiner deutschen Amtskollegin für die Gastfreundschaft und sagte, sie hätten sehr offene und konstruktive Gespräche über eine Reihe wichtiger Themen geführt. „Wir hatten die Gelegenheit, eine breite Palette von Themen zu besprechen, sowohl bilaterale Themen als auch Sicherheits- und Verteidigungsfragen im Rahmen der NATO und der EU“, so Akar.

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– EU-Türkei – Erdogan: Zukunft der Türkei liegt in Europa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Samstag eine Videokonferenz abgehalten, in der Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union und regionale Entwicklungen besprochen wurden.

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Nawalny-Urteil
Wadephul: Weitere Sanktionen gegen Russland notwendig

Ein Gericht in Moskau hat den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny am heutigen Dienstag zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann David Wadephul: „Das grob willkürliche Vorgehen gegen Alexej Nawalny kann für Russland nicht folgenlos bleiben. Die Europäische Union muss jetzt personenbezogene Sanktionen gegen Richter sowie gegen diejenigen Vertreter des russischen Innenministeriums verhängen, die für das brutale Vorgehen gegen Demonstranten verantwortlich sind. Zudem muss der Ministerrat des Europarates Russlands Verletzung der geltenden Regeln zügig beantworten. Deutschland sollte dies sofort beantragen. Das Urteil offenbart die große Angst des Kreml und des Putin-Regimes vor einem einzelnen Mann. Statt sich mit Alexej Nawalny politisch auseinanderzusetzen, nutzen sie erneut das dumpfe Mittel der Gewalt. Das ist ein klares Zeichen der Hilflosigkeit. Die Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Straflager wird dazu führen, dass die ‚Jetzt-reicht’s‘-Proteste der russischen Bevölkerung gegen die ständige staatliche Willkür weiter zunehmen werden und die Popularität des Kreml-Kritikers steigen wird. Die Anhänger des Oppositionspolitikers, die russische Opposition insgesamt und der Westen müssen jetzt sehr darauf achten, dass im Straflager nicht das nachgeholt wird, was mit dem Giftanschlag nicht erreicht wurde. Mit Sergej Magnitzky ist schon einmal ein prominenter Kreml-Kritiker während seiner Haft umgebracht worden.“ Gyde Jensen fordert Sanktionen gegen Russland FDP-Menschenrechtspolitikerin sieht Menschenrechte auf „massive Art und Weise verletzt“ – Moratorium für Nord Stream 2 in Erwägung ziehen Angesichts der staatlichen Gewalt gegen Demonstranten in Russland hat die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Bundestag, Gyde Jensen (FDP), eine deutliche Reaktion der EU und der Bundesregierung gefordert. „Wenn in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Menschenrechte auf eine so massive Art und Weise verletzt werden, wie das in den vergangenen Wochen in Russland passiert ist, dann braucht es eine deutliche Reaktion der EU“, sagte Jensen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Mit dem neuen Sanktionsmechanismus gegen Menschenrechtsverletzer stünde der EU ein passendes Instrument zur Verfügung, das zielgenau die Verantwortlichen trifft. „Jetzt können und sollten die EU-Außenminister zeigen, dass der Sanktionsmechanismus nicht nur ein PR-Stück der deutschen Ratspräsidentschaft war, sondern als wirksames Instrument im geopolitischen Werkzeugkoffer der EU auch zum Einsatz kommt.“ Auch Deutschland könne mit Nord Stream 2 „ein wichtiges Ausrufezeichen nach Moskau senden“. „Die Bundesregierung muss sich die Frage gefallen lassen, was in Russland noch passieren muss, bis sie endlich anfängt, ein Moratorium der Pipeline zumindest in Erwägung zu ziehen“, sagte Jensen der „NOZ“.

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– Energiepolitik – Nord Stream 2: US-Botschafter droht erneut deutschen Firmen

Der US-Botschafter in Deutschland, Grenell, hat im Streit um die Ostseepipeline Nord Stream 2 deutschen Unternehmen erneut mit Sanktionen gedroht.

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Treffen in Paris
Frankreich soll serbische Luftstreitkräfte stärken

Paris – Der serbische Präsident Aleksandar Vucic kündigte am Montag an, dass bei dem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron auch die Stärkung der serbischen Luftstreitkräfte und der Luftverteidigung besprochen wurde. „Wir haben auch über Vinci und Schneider in Novi Sad und andere Projekte gesprochen, sowie über die Zusammenarbeit in der Militärtechnologie, und ich glaube, dass ich bei Macrons nächstem Besuch mehr darüber sagen kann, ebenso wie über die weitere Stärkung unserer Luftstreitkräfte und der Luftverteidigung und andere Details“, sagte Vucic. Emmanuel Macron werde im September oder Oktober nach Serbien kommen, so Vucic. „Wir werden viele Verträge zu unterzeichnen haben, ich bin zuversichtlich, dass wir ein großes Ergebnis in den serbisch-französischen Beziehungen zum Nutzen der serbischen Bürger erreichen werden“, erklärte der serbische Staatschef. „Für uns ist Frankreich nicht nur ein wichtiges Land, sondern ein wahrer und aufrichtiger Freund Serbiens. Danke für den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft“, schrieb Vucic auf Twitter. Des Weiteren kündigte Vucic den Bau neuer U-Bahn-Systeme für Belgrad an. Vucic betonte, dass die erste Linie, von Makis nach Mirijevo, noch vor Ende 2027 oder Anfang 2028 fertiggestellt werden könnte und dass die zweite, von Mirijevo nach Zemun, bis 2030 fertig sein könnte, berichtet die serbische Nachrichtenagentur Tanjug. In einer Abstimmung können die Belgrader drei von sechs Metrozug-Entwürfen auswählen, die von französischen Experten entwickelt wurden, sagte Vucic gegenüber Reportern in Paris nach dem Treffen mit Macron.

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– Verteidigung – Serbien: Erste Kampfjet-Pilotin tritt Dienst an

Pilotin Ana Perišić führte am Mittwoch erfolgreich einen Testflug mit dem Kampfflugzeug J-22 Orao (Adler) auf dem Militärflughafen Morava durch und wurde somit die erste Kampfjet-Pilotin in der Geschichte der serbischen Armee.

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Tesla-Fabrik
Bericht: Deutsche Steuerzahler sollen Tesla-Fabrik mit Milliardenbetrag finanzieren

Berlin – Laut einem Bericht des Wirtschaftsportals Business Insider (BI), werden deutsche Steuerzahler die neue Tesla-Fabrik des US-Milliardärs Elon Musk in Brandenburg mitfinanzieren. Wie BI weiter berichtet, hatte sich Tesla in der vergangenen Woche, dessen neue Fabrik in Grünheide bei Berlin entstehen soll, erfolgreich um das „IPCEI“-Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums beworben. BI habe aus Regierungskreisen erfahren, dass es sich bei der Förderung um eine Milliardensumme handeln soll. Das Förderprogram wurde 2014 eigentlich mit dem Ziel ins Leben gerufen, um europäische Champions im Bereich von Schlüsseltechnologien zu schaffen, die es mit chinesischer und amerikanischer Konkurrenz aufnehmen können. Nun erhält mit Tesla ein amerikanisches Unternehmen einen Milliardenzuschlag, berichtet BI weiter. Tesla will sein erstes europäisches E-Auto-Werk in Grünheide bei Berlin ab Sommer 2021 in Betrieb nehmen. BI:
Nun bekommt ausgerechnet der wohl größte Konkurrent der deutschen und europäischen Autobauer den Zuschlag für die Förderung. Ein Unternehmen, gegen das BMW, Volkswagen und Daimler gerüstet werden sollten.

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– Türkei – Tesla-Chef Elon Musk und Erdogan wollen Zusammenarbeit stärken

Tesla-Gründer Musk und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan haben bei einem weiteren Gespräch am Mittwoch telefonisch die Stärkung der weiteren Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, unter anderem auch die Raumfahrttechnologie, besprochen.

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„Unterhosen-Affäre“
Österreich: Elisabeth Germann widerruft „Unterhosen-Äußerung“

Wien – Ex-SPÖ-Stadträtin Elisabeth Germann hat in einer OTS Pressemitteilung ihre frühere Behauptung, dass ÖVP-Bürgermeister Helmut Koch seine Hose vor ihr geöffnet habe, widerrufen. „Hiermit widerrufe ich, Elisabeth Germann, meine Behauptung, Bürgermeister Helmut Koch habe bei einer Besprechung am 18. Juni 2019, in der Volksschule Retz, „seine Hose geöffnet, bis seine Unterhose sichtbar war und gesagt, ach schau, heute ist sie gestreift“, heißt es in der Mitteilung. Bereits im Oktober 2019 urteilte Richter Maleczky nach einer Verhandlung am Korneuburger Landesgericht, dass Germann nicht mehr behaupten dürfe, Koch habe vor ihr seine Hose geöffnet , „bis die Unterhose sichtbar war“ und sie mit einer Pressemitteilung ihre Behauptung widerrufen müsse. Germann hatte behauptet, der Stadtchef habe während einer Besprechung im Juni 2019 gesagt, dass er seinen Kaffee schwarz trinke, weil er schwarz bis auf die Unterhose sei, und dass er seinen Hosenknopf geöffnet habe, um den Beweis der Unterhosenfarbe anzutreten. Den Sager bestritt Koch nie, die Handlung schon, berichtet NÖN. „Germann musste beweisen, dass sich der Vorfall so zugetragen hat, und das konnte sie nicht“, zitiert NÖN Bürgermeister-Anwalt Heribert Donnerbauer.

Türkei
Atak Electric: Erdogan fährt ersten türkischen fahrerlosen Bus Probe

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan unternahm am Montag eine Probefahrt im ersten in der Türkei entworfenen und hergestellten fahrerlosen E-Bus, dem Atak Electric. Der von den türkischen Unternehmen Karsan und Adastec entwickelte Elektrobus wurde Erdogan in einer feierlichen Zeremonie im Präsidentschaftskomplex in der türkischen Hauptstadt Ankara vorgestellt. „Der Bus ist für unser Land eine Quelle des Stolzes“, sagte Erdogan gegenüber Reportern. Der türkische Staatschef zeigte sich zuversichtlich, dass die Türkei eine würdige Position auf dem Elektrobusmarkt einnehmen wird, und kündigte den baldigen Start der Serienproduktion an. Der selbstfahrende E-Bus ist 8,30 m lang, 3,10 m hoch und 2,43 m breit. 22 Sitz- und 26 Stehplätze gibt es an Bord, der Zugang ist barrierefrei. Die Technik soll in Zukunft aber auch in größeren Bussen mit bis zu 24 m Länge zum Einsatz kommen. Die Reichweite gibt Karsan mit 300 km an. Die Akkus sollen in nur 2,5 Stunden voll aufgeladen sein. An die anwesenden Vertreter der Herstellerfirmen gerichtet fragte Erdogan, wie schnell die Busse fahren können. „In Michigan werden unsere Busse ab diesem Sommer mit 50 km/h unterwegs sein“, so ein Sprecher Karsans. Der US-Staat habe bereits 200 fahrerlose E-Busse des türkischen Herstellers bestellt. Erdogan zeigte sich zuversichtlich, dass der US-Hersteller Tesla die Türkei besuchen werde, um den Bus zu sehen. „Ich werde Elon Musk sagen: ‚Immer erzählst du davon, was du gemacht hast, aber steig in den Flieger und komm her, schau was wir gemacht haben“, so Erdogan.   Karsan, der türkische Pionier im Fahrzeugbau In mehr als 50 Jahren türkischer Automobilgeschichte produziert Karsan eigene Fahrzeuge und Komponenten für weltweit führende Marken im Nutzfahrzeugbereich. Seit 1981 werden alle diese Aktivitäten mit 100 Prozent heimischem Kapital abgewickelt, und das Werk in Bursa nahe Istanbul kann im Einschichtbetrieb bis zu 18.200 Fahrzeuge pro Jahr herstellen. Dort können ganz flexibel Pkw, Lkw, Minivans und Busse an einem Standort hergestellt werden. Das Werk befindet sich 30 km vom Stadtzentrum von Bursa entfernt und wurde auf einer Fläche von 206.000 qm errichtet, von denen 90.000 qm geschlossene Flächen umfassen.

Karsan ist seit mehr als 50 Jahren der einzige unabhängige Mehrmarken-Fahrzeughersteller in der Türkei, und die nächste Phase für das Unternehmen, unterstützt und gefördert von seinen Geschäftspartnern und Lizenzgebern, besteht darin, maßgeschneiderte Versionen von neuen und bestehenden Fahrzeugen zu entwickeln, um seine Präsenz auf alle Segmente des Güter- und Personenverkehrs auszuweiten. Mit dem Ziel, „innovative Produkte und Dienstleistungen von der Idee bis zur Marktreife zu entwickeln“ und jedes relevante Marktsegment zu bedienen, will Karsan vor allem seine Geschäftssparte Hauptproduzenten/OEM stärken. Dabei managt Karsan die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung und Entwicklung über die Fertigung bis hin zum Marketing und Kundendienst.

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Corona-Krise
Virologe Streeck: Lockdown-Schäden sollten erfasst werden

Osnabrück – Der Virologe Hendrik Streeck plädiert dafür, die gesellschaftlichen Schäden durch den Kampf gegen Corona nicht zu vernachlässigen und systematisch zu erfassen. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte der Mediziner: „Wir haben harte Fakten zum Virus. Aber wir haben sehr wenige Fakten zu Kollateralschäden und Nebenwirkungen. Das sollte im gleichen Maße überprüft und erfasst werden, damit auch diese Daten in die Entscheidungen der Politik mit einfließen.“ „Die Politik muss abwägen und darf sich nicht nur von Virologen, Epidemiologen und Physikern leiten lassen. Kinderärzte, Psychologen und Soziologen warnen vor den Kollateralschäden, die Wirtschaft und Künstler leiden: All dies gilt es zu bedenken“, sagte Streeck, der das Institut für Virologie der Universitätsklinik Bonn leitet. Bis heute sei außerdem nicht überprüft, welche Einschränkungen der bisherigen Lockdowns tatsächlich welche Wirkung gehabt hätten. Das Ziel, das Virus Richtung null zurückzudrängen, hält der Professor für unrealistisch. „No Covid, Zero Covid: Wenn man die Konzepte liest, sind die Unterschiede letztlich nicht sehr groß.“ Dass Corona nicht ausgemerzt werden könne, sei aber eine Realität, mit der es klarzukommen gelte. Streeck sprach Modellrechnungen eine wichtige, aber begrenzte Bedeutung zu. „Sie sind ein wichtiges Instrument, aber wir können uns nicht alleine auf sie verlassen.“ Angaben aus dem vergangenen Frühjahr, dass jede Form der Lockerung zu dramatischen Zahlen führen würden, seien etwa unzutreffend gewesen. „Die Argumentation derer, die sie immer wieder anführen, ist häufig auch sehr emotional getrieben und blendet auch unsere Lebenserfahrungen mit Coronaviren aus.“ So rechne er auch in diesem Frühjahr mit einer stark dämpfenden Wirkung der Jahreszeit. Der Virologe lobte die Stufenpläne aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen. „Wir sollten Korridore entwickeln, die festlegen, ab welchen Inzidenzwerten was zugelassen werden kann, oder ab wann doch noch mal nachgeschärft werden müsste.“ Dies eröffne den Bürgern eine klare Perspektive und motiviere sie, die Regeln einzuhalten. „Mit regionalen Stufenplänen kämen wir deutlich besser in den Sommer als mit immer neuen Verordnungen im Wochenrhythmus.“ Der Wissenschaftler regte an, weitere Kriterien als die reine Infektionslage in die Exit-Pläne einfließen zu lassen. „Neben Inzidenzwert, R-Faktor und der jeweiligen Teststrategie muss auch die Auslastung der Krankenhäuser berücksichtigt werden.“ Auch das Alter der Erkrankten sollte erfasst werden. „Die Zahl der Neuansteckungen allein sagt viel zu wenig aus“, erklärte Streeck. Eine wachsende Zahl an Geimpften würde die Aussagekraft dieses Wertes nochmals senken. In die Breite gehen: Streeck plädiert für Änderung der Impfstrategie Streeck sprach sich zudem für eine veränderte Impfstrategie ausgesprochen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er: „Die Menschen mit den meisten Kontakten können sich am ehesten anstecken und das Virus schneller weitergeben. Würde man also die sozial aktivste Gruppe impfen – also eher die Jüngeren -, würde die Corona-Verbreitung auch schneller gebremst.“ Über diese Frage müsse diskutiert werden. „Die Zulassung des Astra-Zeneca-Impfstoffes ist dafür der richtige Zeitpunkt“, sagte Streeck, der das Institut für Virologie der Universitätsklinik Bonn leitet. Der Impfstoff sei zu etwa 33 Prozent weniger wirksam als die Mittel von Biontech und Moderna und erst gar nicht für die ältere Bevölkerung zugelassen. „Es könnte durchaus sinnvoller sein, mit dem Astra-Zeneca-Vakzin in die Breite zu gehen und dort zu impfen, wo das Infektionsgeschehen am stärksten ist“, argumentierte der Medizinprofessor. „Experten der Weltgesundheitsorganisation betonen, die Pandemie werde sich außerhalb der Saisonalität erst substanziell verlangsamen, wenn die Jüngeren immun sind. Daher braucht es eine Impfstrategie, in der es nicht nur von den Älteren nach unten geht, auch wenn es absolut richtig ist, mit den ersten Impfstoffen von Biontech und Moderna zunächst die besonders Gefährdeten zu immunisieren“, sagte Streeck.

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– Corona-Pandemie – Virologe Klaus Stöhr: Coronavirus wird uns Jahrzehnte erhalten bleiben

Der Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr, der 15 Jahre in führenden Positionen bei der Weltgesundheitsorganisation WHO tätig war, geht davon aus, dass das Coronavirus uns „Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erhalten“ bleiben wird.

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