Corona-Pandemie
Hohe Sterblichkeit bei schwer erkrankten Covid-Patienten auch nach dem Krankenhausaufenthalt

Mehr als ein Viertel der stationär behandelten Patientinnen und Patienten mit Covid-19 mussten nach ihrem Klinikaufenthalt erneut im Krankenhaus behandelt werden. Das zeigt die erste bundesweite Langzeitstudie, die das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) auf Basis der Abrechnungsdaten von AOK-versicherten Patientinnen und Patienten durchgeführt hat. Die Ergebnisse sind jetzt im medizinischen Fachmagazin „PLOS ONE“ veröffentlicht worden. Neben der hohen Wiederaufnahmerate zeigt sich bei den Covid-19-Erkrankten auch eine hohe Sterblichkeitsquote. So starben insgesamt 30 Prozent der Patientinnen und Patienten während des ersten Krankenhausaufenthalts oder in den ersten sechs Monaten danach. Die Kohortenstudie des WIdO liefert erstmals aussagekräftige Daten zu den längerfristigen Folgen der Covid-19-Erkrankung von hospitalisierten Patienten und macht deutlich, dass die Nachsorge für die Patientinnen und Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wichtig ist. In die Auswertung sind die Daten von insgesamt 8.679 bei der AOK versicherten Covid-19-Erkrankten einbezogen worden, die vom 1. Februar bis zum 30. April 2020 nach einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion stationär behandelt wurden. Von diesen Patientinnen und Patienten mit einem Durchschnittsalter von knapp 69 Jahren verstarben 25 Prozent im Krankenhaus. Von den 6.235 Überlebenden mussten 1.668 (27 Prozent) innerhalb eines halben Jahres nach der ersten Krankenhausbehandlung wieder im Krankenhaus aufgenommen werden. Die Wiederaufnahme erfolgte in den meisten Fällen wegen Problemen mit der Atmung (36 Prozent) oder aufgrund neurologischer Störungen (29 Prozent). 6 Prozent der entlassenen Patientinnen und Patienten starben in den ersten sechs Monaten nach dem Krankenhausaufenthalt – die Hälfte von ihnen nach einer erneuten Krankenhauseinweisung. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei schweren Verläufen der Erkrankung eine engmaschige Nachsorge durch Haus- und Fachärzte erforderlich ist“, sagt Christian Günster, Leiter des Forschungsbereich Qualitäts- und Versorgungsforschung beim WIdO. Sterblichkeitsrate von 30 Prozent nach sechs Monaten Die Studie macht auch die Sterblichkeitsraten der stationär behandelten Covid-19-Erkrankten erstmals über einen längeren Zeitraum transparent. „Der Befund aus früheren Auswertungen, dass ungefähr ein Viertel der stationär behandelten Patientinnen und Patienten mit Covid-19 während des Krankenhausaufenthalts verstirbt, hat sich auch in unserer Analyse bestätigt“, so Günster. „Die längerfristige Betrachtung ermöglicht nun zusätzlich einen Blick auf die schwerwiegenden Langzeitfolgen der Erkrankung.“ So starben von den 8.679 in die Studie eingeschlossenen Erkrankten 24 Prozent im ersten Monat nach der Krankenhausaufnahme. Drei Monate nach der Erstaufnahme lag der Anteil der Verstorbenen bereits bei 28 Prozent, sechs Monate danach bei 30 Prozent. Mehr als jeder zweite über 80-Jährige war ein halbes Jahr nach stationär behandeltem Covid-19 verstorben. „Diese Zahlen zeigen, dass Covid-19 auch nach dem initialen Krankenhausaufenthalt zu vielen Todesfällen führt – insbesondere bei den Älteren. Die Krankheit hat damit auch langfristig schwerwiegende Folgen“, sagt Christian Günster. Die durchschnittliche Verweildauer der Covid-19-Patientinnen und -Patienten beim ersten Krankenhausaufenthalt lag bei 16,5 Tagen. Ein Fünftel (21 Prozent) von ihnen musste künstlich beatmet werden – davon wurden 19 Prozent invasiv und 2 Prozent nicht-invasiv beatmet. Häufige Komplikationen während des Krankenhausaufenthalts waren der septische Schock (16 Prozent), akutes Lungenversagen (15 Prozent) und akutes Nierenversagen (14 Prozent). Multiple Risikofaktoren für Sterblichkeit Die Studie untersuchte auch Faktoren, die zu einer erhöhten Mortalität nach dem Krankenhausaufenthalt beitragen. So war der größte Anstieg der Sterblichkeit bei Patienten insbesondere mit Blutgerinnungsstörungen (Koagulopathien), Lebererkrankungen und einem Body-Mass-Index von über 40 zu verzeichnen. „Diese Daten stimmen mit dem überein, was wir bereits aus anderen Studien über die Erkrankung Covid-19 wissen“, so Günster. Bei der Sterblichkeit gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Die Überlebenswahrscheinlichkeit war bei den Frauen zu allen drei Zeitpunkten etwa 5 Prozentpunkte höher als bei den Männern. Nach 180 Tagen waren 27 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer verstorben. Dies ist nach Einschätzung der Studienautoren möglicherweise auf die bessere Immunantwort bei Frauen zurückzuführen. In der Gruppe der über 80-Jährigen lag der Anteil der Verstorbenen innerhalb von sechs Monaten mit 52 Prozent am höchsten. Eine ebenso hohe Sterblichkeitsrate (52 Prozent) wurde bei den beatmeten Patienten verzeichnet, während sie bei den nicht beatmeten Patienten mit 24 Prozent weniger als halb so hoch war. Im Lichte der aktuellen Analyse sollte aus Sicht der Autoren kritisch bewertet werden, ob die derzeitige Intensivtherapie – insbesondere die Beatmung bei Patienten über 80 Jahren – angesichts der hohen Sterblichkeitsraten wirklich wirksam ist. Die Abrechnungsdaten der AOK, die für die Durchführung der Studie verwendet wurden, bilden etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab. Die Ergebnisse können daher als repräsentativ gelten. Eine Limitation der Studie ist, dass den Daten nicht entnommen werden kann, ob die Patienten auf einer Intensivstation oder auf einer Normalstation behandelt wurden. Zudem kann die Beobachtungsstudie den kausalen Zusammenhang von Risikofaktoren und Sterblichkeit nicht sicher belegen.

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Waldbrände
Türkei schickt Löschflugzeuge nach Griechenland

Athen – Während die Opposition in der Türkei und die Medien hierzulande noch darüber debattieren, ob die Türkei ausreichend Löschflugzeuge zur Verfügung hat, kündigte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag die Entsendung von Flugzeugen in das ebenso von Waldbränden geplagte Griechenland an. Griechenlands Außenminister Nicos Dendias bedankte sich bei der Türkei für die Geste. Wie das griechische Außenministerium bekannt gab, habe der türkische Außenminister ihnen mitgeteilt, dass die Brände in der Türkei nun unter Kontrolle seien und man zwei Löschflugzeuge nach Griechenland schicken werde. Bereits am vergangenen Freitag kündigten Dendias und Cavusoglu eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Brände und die darauffolgenden Arbeiten an.
(Screenshot/Twitter)

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Bildungspolitik
Grünen-Spitzenkandidatin Jarasch für Verbeamtung von Lehrern

Die Spitzenkandidatin der Berliner Grünen für die Abgeordnetenhauswahl, Bettina Jarasch, ist offen für die Verbeamtung von Lehrern. „Wenn es wirklich keine bessere Lösung gibt, um genügend Personal für unsere Schulen zu gewinnen (…), dann bin ich bereit, auch über Verbeamtung zu sprechen“, sagte Jarasch der „Berliner Morgenpost“. Oberstes Ziel, gerade nach den Schulschließungen in der Corona-Pandemie, sei eine gute Lehrkräfte-Ausstattung. Berlin habe einen „Wettbewerbsnachteil im Werben um Personal“, so die Grünen-Spitzenkandidatin. „Wir kommen nicht daran vorbei, dass Berlin inzwischen Last Man Standing ist, also das letzte übrige Bundesland, das tatsächlich noch an der Nicht-Verbeamtung festhält“, erklärte Jarasch. Bislang hatten die Berliner Grünen eine Verbeamtung von Lehrkräften strikt abgelehnt. Sie setzten dagegen auf „multiprofessionelle Teams“. Auch Bettina Jarasch macht keinen Hehl daraus, dass ihr der Schritt hin zur Verbeamtung schwerfällt. „Eine Rückkehr zur Verbeamtung würde zu neuen Ungleichheiten im Lehrerzimmer führen, da gesetzlich nicht alle verbeamtet werden können“, sagte die Grünen-Politikerin. Sie rechnet in der Stadt mit rund 7000 angestellten Lehrkräften, die aufgrund ihres Alters oder chronischer Krankheiten nicht verbeamtet werden können. „Für diese Gerechtigkeitslücke gibt es bis jetzt keine gute Lösung“, sagte sie. Man müsse über Wege nachdenken, „wie wir diese Gerechtigkeitslücke zumindest lindern helfen“. Am Beginn der Woche hatte sich die Grünen-Politikerin, die nach der Wahl neue Regierende Bürgermeisterin in Berlin werden will, mit Vertretern der Schulleiterverbände getroffen. Diese hätten ihr sehr deutlich vor Augen geführt, wie dramatisch die Situation an den Schulen sei. Eine Personalplanung sei für die Leitungen kaum noch möglich – auch, weil die Kündigungsfristen für angestellte Lehrkräfte sehr kurz seien. „Das heißt, dass Personal, mit dem sie zu Beginn der Ferien noch fest gerechnet haben, am Ende der Sommerferien plötzlich in Brandenburg oder ganz woanders anfängt, wo die Verbeamtung winkt“, berichtete Jarasch von den Gesprächen mit den Schulleitern. Die Verbeamtung von Lehrkräften wurde in Berlin im Jahr 2004 abgeschafft. Bildungssenatorin Scheeres hat aber, nachdem sie sich lange gegen eine Wiedereinführung der Lehrerverbeamtung gesträubt hatte, seit 2019 den Standpunkt gewechselt, fordert inzwischen auch die Verbeamtung von Lehrkräften. Abgelehnt wird diese weiterhin von den Linken. Bei der Opposition fordern die CDU und die AfD den Beamtenstatus für Lehrkräfte, die FDP ist dagegen. Das vollständige Interview der „Berliner Morgenpost“ im Wortlaut: Frau Jarasch, wie ist die Lage an den Berliner Schulen? Bettina Jarasch: Wir starten in diesem Schuljahr in einer besonderen Situation, weil die Kinder fast zwei Schuljahre hinter sich haben, die durch Corona nicht regulär waren. Bei einem ganzen Teil der Kinder und Jugendlichen hat sich herausgestellt, sie können eben nicht mit Distanzunterricht und Remote Learning zurechtkommen, sondern sie brauchen für gutes Lernen eine Bezugsperson. Dafür brauchen wir eine gute Lehrkräfte-Ausstattung. Insbesondere an den Grundschulen haben wir inzwischen bis zu 80 Prozent Lehrkräfte ohne volle Lehramtsbefähigung – also Quer- oder Seiteneinsteiger*innen. Da müssen aus der Mangelsituation heraus Leute, die noch nie vor einer Klasse gestanden haben, gleich als Klassenleitung die volle Verantwortung übernehmen. Das ist leider inzwischen fast ein Regelfall, haben mir die Vertreter*innen der Berliner Schulleiterverbände in einem Gespräch Anfang dieser Woche berichtet. Haben die Schulleiter gesagt, worin eine Lösung bestehen könnte? Sie alle haben sehr deutlich gesagt, dass es an der Verbeamtung liegt und sie keine andere Möglichkeit mehr sehen. Die Kündigungsfristen bei angestellten Lehrkräften sind sehr kurz. Das heißt, dass Personal, mit dem sie zu Beginn der Ferien noch fest gerechnet haben, am Ende der Sommerferien plötzlich in Brandenburg oder ganz woanders anfängt, wo die Verbeamtung winkt. Heißt das, Sie würden als Grünen-Spitzenkandidatin die Verbeamtung der Lehrkräfte mittragen? Das wäre neu. Eine Rückkehr zur Verbeamtung würde zu neuen Ungleichheiten im Lehrerzimmer führen, da gesetzlich nicht alle verbeamtet werden können. Deshalb würde ich mir sehr wünschen, ohne Verbeamtung auszukommen. Aber das oberste Ziel muss sein, eben gerade nach Corona, dass wir eine gute Lehrkräfte-Ausstattung hinbekommen. Das haben die Kinder verdient, jetzt mehr denn je. Das haben auch die Lehrkräfte verdient. Denn Entlastung für sie gibt es nur mit mehr Personal. Wenn es wirklich keine bessere Lösung gibt, um genügend Personal für unsere Schulen zu gewinnen – und wir haben in den letzten Jahren als rot-rot-grüne Koalition ja schon viel versucht, wie beispielsweise das bessere Einstiegsgehalt für Grundschullehrer*innen -, dann bin ich bereit, auch über Verbeamtung zu sprechen. Man hat den Eindruck im Gespräch, dieser Schritt fällt Ihnen nicht leicht. Gerade die Grünen wollten immer eine Ungleichheit im Lehrerzimmer verhindern… Ja! Wir kommen aber nicht daran vorbei, dass Berlin inzwischen Last Man Standing ist, also das letzte übrige Bundesland, das tatsächlich noch an der Nicht-Verbeamtung festhält. Das bringt uns in eine ganz schwierige Situation, denn der Lehrkräftemangel ist ein bundesweiter, und wir haben einen Wettbewerbsnachteil im Werben um Personal. Aber richtig ist auch: Die Gerechtigkeitslücke, die durch die Verbeamtung entstehen wird, treibt uns um. Was meinen Sie damit? Wir haben in Berlin gerade ein Gesetz verabschiedet, das die Altersgrenze für die Verbeamtung auf 45 Jahre festlegt. Das heißt, wir könnten einem großen Teil der Lehrkräfte eine Verbeamtung anbieten, aber ein Teil – es sind ungefähr 7000 Lehrkräfte – könnte nicht verbeamtet werden. Für diese Gerechtigkeitslücke gibt es bis jetzt keine gute Lösung. Die SPD hat vorgeschlagen, dass man dann eben einfach den angestellten Lehrkräften, die man nicht verbeamten kann, vier Wochenstunden Reduzierung gibt. Das geht aber rechtlich nicht. Wenn wir also ernsthaft über Verbeamtung sprechen, dann werden wir auch über weitere Vorschläge sprechen müssen, wie wir diese Gerechtigkeitslücke zumindest lindern helfen. Löst Verbeamtung alle Probleme? Nein. Wir müssen dringend dafür sorgen, dass es insgesamt wieder mehr Lehrkräfte gibt. Es gibt im Lehramtsstudium offensichtlich viele Abbrüche, viele Wechsel und Schwund. Wir haben mit den Hochschulen vereinbart, dass sie 2000 Lehramtsstudierende ausbilden. Davon beenden bislang gerade mal 700 ihr Studium, wie mir die GEW-Vertreter*innen berichtet haben. Da braucht es eine bessere Betreuung, helfen könnten auch Bleibeprämien für Referendare. Deshalb werde ich das Gespräch mit den Hochschulen suchen.

Türkei
Balikesir: Mindestens 15 Tote bei Busunglück

Balikesir – Bei einem Busunfall in der Westtürkei kamen am Samstag laut Angaben der Rettungskräfte mindestens 15 Menschen ums Leben. Mindestens 17 Menschen wurden bei dem Busunglück zum Teil schwer verletzt Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, geriet der Bus auf der Balıkesir-Autobahn bei Edremit außer Kontrolle und überschlug sich. Die verletzten Fahrgäste wurden in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht. 11 Menschen starben dem Bericht zufolge noch am Unfallort. Eine Untersuchung zur Ermittlung der Unfallursache sei im Gange. Bei einer ersten Untersuchung an der Unfallstelle wurde festgestellt, dass der Passagierbus mit einer Geschwindigkeit von 95 Stundenkilometern in die Kurve fuhr und auf der Straße eine Bremsspur von etwa 40 Metern hinterließ. In der Zwischenzeit untersuchten der Gouverneur von Balıkesir, Hasan Şıldak, und örtliche Verwaltungsbeamte den Unfallort und besuchten die Verletzten in den Krankenhäusern.
(Screenshot/Twitter)

Corona-Pandemie
Saudi-Arabien will Grenzen für geimpfte Umrah-Pilger wieder öffnen

Riad – Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, dürfen geimpfte Muslime aus dem Ausland wieder an der Pilgerfahrt Umrah in die heilige Stadt Mekka teilnehmen, sofern sie gegen das Coronavirus geimpft sind. Fast 18 Monate nach der Schließung der Grenzen zur Bekämpfung des Coronavirus wird Saudi-Arabien ab Montag „nach und nach Umrah-Anträge aus verschiedenen Ländern entgegennehmen“, berichtete die Saudi Press Agency (SPA). Die Genehmigungen werden zunächst 60.000 Umrah-Pilgern pro Monat erteilt, doch soll diese Zahl schrittweise auf zwei Millionen pro Monat erhöht werden, heißt es in dem Bericht. Pilger aus Übersee müssen demnach ihrem Umrah-Antrag autorisierte COVID-19-Impfbescheinigungen beifügen. Geimpfte Pilger aus Ländern, die auf der saudi-arabischen Einreiseverbotsliste stehen, werden bei ihrer Ankunft einer institutionellen Quarantäne unterzogen, so der Bericht weiter. Die Umrah ist eine freiwillige Pilgerreise nach Mekka, die Muslime zu jeder Zeit des Jahres unternehmen können, im Gegensatz zur jährlichen Hadsch, die Gläubigen, die über die nötigen Mittel verfügen, mindestens einmal in ihrem Leben durchführen müssen. Die Umrah wurde im Februar 2020 wegen der Befürchtung eines Ausbruchs des Coronavirus ausgesetzt.

Corona-Pandemie
Türkei: Kinder-Impfprogram womöglich noch vor Schulbeginn

Ankara – Um vor dem Schulanfang im September mit der Impfung von Kindern im Alter von 12 bis 15 Jahren zu beginnen, erwägen die Behörden in der Türkei eine Ausweitung des aktuellen COVID-Impfprogramms, so Professorin Sema Turan vom Wissenschaftsrat. „Nach den Plänen, die derzeit erörtert werden, könnte das Impfalter zunächst gesenkt werden, um die 12-Jährigen, die ebenfalls gefährdet sind, zu erfassen. Später sollen dann auch Kinder im Alter von 15 Jahren geimpft werden. Wir wollen die Schulen wie geplant am 6. September wieder öffnen, und unsere Priorität besteht darin, die notwendige Unterstützung zu leisten, um die Wiederaufnahme des Unterrichts zu ermöglichen“, zitiert die Tageszeitung Hürriyet Daily News Turan. Die Frage sei im Wissenschaftsrat des Gesundheitsministeriums erörtert worden, und eine entsprechende Entscheidung soll bald getroffen werden, fügte sie hinzu. Seit dem Start des Impfprogramms Mitte Januar hat die Türkei mehr als 76 Millionen Dosen des Coronavirus-Impfstoffs verabreicht. Etwa 29 Millionen Menschen wurden bisher vollständig geimpft, während fast 42 Millionen Menschen ihre erste Dosis der Impfung erhalten haben. Laut dem Chefarzt des Pendik-Ausbildungs- und Forschungskrankenhauses der Marmara-Universität und ehemaligen Vorsitzenden der türkischen Gesellschaft für Intensivpflege, habe sich die Impfung bei der Verhinderung schwerer Fälle bisher als sehr wirksam erwiesen. „Die Zahl der täglichen COVID-19-Fälle liegt momentan bei etwa 25.000. Angesichts dieser Zahlen müssten sich derzeit eigentlich mehr Patienten auf der Intensivstation befinden“, sagte Cinel und fügte hinzu, dass sich aktuell zwischen 600 und 700 Patienten auf der Intensivstation befänden. Während des zweiten Welle, als die Zahl der Fälle auf über 33.000 anstieg, habe die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen bei etwa 6.000 gelegen. Cinel betonte, 95 Prozent der Patienten, die derzeit auf den Intensivstationen behandelt werden, seien nicht geimpft.

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– Verschwörungsmythen – Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion

Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

Bill Gates und sein angeblicher Plan der Bevölkerungsreduktion
 

Waldbrand-Katastrophe
Waldbrände: Türkei und Griechenland wollen sich gegenseitig helfen

Ankara – Angesichts der verheerenden Waldbrände in Griechenland hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu seinem griechischen Amtskollegen am Freitag eine Beileidsbekundung übermittelt. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf eine Erklärung des griechischen Außenministeriums weiter berichtet, bedankte sich Nikos Dendias seinerseits bei Cavusoglu für seine Solidarität und die beiden Top-Diplomaten erklärten sich bereit, einander zu helfen. Ein Ende der Waldbrand-Katastrophe am Mittelmeer ist nicht in Sicht. Besonders dramatisch ist die Lage weiterhin in Griechenland. In den vergangenen 24 Stunden wurden Medienberichten zufolge mehr als 400 Waldbrände gezählt. „Es ist eine biblische Katastrophe“, so Vizebürgermeisterin des Ortes Ost Mani, Eleni Drakoulakou. Das Feuer erreichte am Samstag auch einen Vorort von Athen. Über Nacht drückten starke Winde das Feuer in die Stadt Thrakomakedones, wo hunderte Häuser niederbrannten. Wie der staatliche Sender ERT am Samstag unter Berufung auf das Nationale Observatorium Athen berichtete, verbrannten nach ersten Schätzungen bisher mindestens 60.000 Hektar Fläche.Die Feuerwehr hat nicht nur mit dem Feuer, sondern auch mit extrem hohen Temperaturen und dem Wind zu kämpfen, der die Flammen immer wieder anfachte. Auch die Türkei kämpft seit Ende letzten Monats mit heftigen Waldbränden, die große Teile der Waldgebiete im Westen und Süden des Landes verwüstet haben. Das Land hat bisher 196 der 208 Waldbrände eingedämmt, während die Flammen nach Angaben der Behörden acht Todesopfer gefordert haben. Am Samstag kämpften mehr als 5.000 Einsatzkräfte gegen die Flammen an.  

Olympische Spiele
Tokio: Gold für türkische Boxerin Busenaz Sürmeneli

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Tokio – Nach einem spannenden Finale in der Kokugikan Arena sicherte sich die türkische Boxsportlerin Busenaz Sürmeneli am 15. Tag der Olympischen Spiele in Tokio die Goldmedaille. In der Gewichtsklasse bis 69 Kilo (Weltergewicht) bezwang sie ihre chinesische Gegnerin Hong Gu 3:0 und wurde somit die erste türkische Boxerin, die eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewann. Die für ihren aggressiven Stil bekannte Weltmeisterin von 2019 konnte im Eröffnungskampf gegen die schwer zu fassende chinesische Boxerin nur in den letzten 30 Sekunden einige Schläge landen, aber nicht genug, um die erste Runde zu gewinnen. In der zweiten Runde begann Sürmeneli, Gu mit ihrem nach vorne gerichteten Stil näher zu kommen und effektivere Schläge zu landen. Nachdem Gu ein Punkt abgezogen worden war, nahm die türkische Boxerin die Zügel in die Hand und konnte die zweite Runde für sich entscheiden. In der letzten Runde gingen Sürmeneli und Gu aggressiv aufeinander los, aber beide Boxerinnen konnten zuerst keine klaren und sauberen Schläge landen. In ihrer Verzweiflung versuchte die Chinesin durch rechte und linke Schwinger ihre türkische Gegnerin K.O. zu schlagern. Dies eröffnete Sürmeneli jedoch Chancen für mehrere Treffer und somit ein Sieg durch Punkte.    

Irak
Streitkräfte der kurdischen Autonomieregion entschärfen weitere PKK-Bombe

Erbil – Den Streitkräften der kurdischen Autonomieregion gelang am Donnerstag erneut die Entschärfung einer von der Terrororganisation PKK platzierten Bombe. Der 65-Kilo-Sprengsatz sei in der Nähe eines Peschmerga-Außenpostens an einer Landstraße in der Provinz Duhok entdeckt worden. „Sicherheitskräfte der Peshmerga vereitelten den Versuch, eine von der PKK auf der Hauptstraße zwischen den Bezirken Amedi und Drealuk im Gebiet zwischen dem Kawani-Komplex und dem Dorf Sargali gelegte Menge TNT zur Explosion zu bringen“, so eine namentlich nicht genannte Quelle gegenüber Kurdistan24.

Die Spannungen zwischen den kurdischen Streitkräften und der PKK sind in den letzten Monaten wieder eskaliert. Die PKK beschuldigt die Peschmerga und die Regierung der kurdischen Autonomieregion des Irak, mit der Türkei zusammenzuarbeiten. Im Dezember wurden bei Zusammenstößen zwischen den beiden Seiten im Bezirk Amedi in Duhok ein Peschmerga getötet und drei PKK-Kämpfer schwer verletzt, von denen einer später verstarb. Zwei Peschmerga starben zudem im November bei weiteren Zusammenstößen im selben Gebiet.

Die Regierung der kurdischen Autonomieregion hat die PKK wiederholt aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.

„Einige Gruppen berücksichtigen nicht den Frieden und die Sicherheit unseres Volkes und nutzen unsere Gebiete für Angriffe gegen andere. Wo um alles in der Welt würde jemand diese Art von Handlung akzeptieren? Sie kommen hierher, trainieren und greifen andere an, und die KRG und ihre Mitarbeiter zahlen dafür“, zitiert das kurdische Nachrichtenportal Rudaw Präsident Nechirvan Barzani im Dezember 2019. Barzani sagte zudem, dass die Terrororganisation PKK auch für die Kurden eine Sicherheitsbedrohung darstelle.

„Wir haben versucht zu kommunizieren, dass sie [die PKK] für unsere Geschwister in Nordsyrien eine Gefahr sind“, so Barzani. „Mein einziger Wunsch ist es, dass sich die Kurden von der PKK distanzieren. Die PKK hat versucht, sich über die syrischen Kurden zu legitimieren.

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Der Präsident der „Autonomen Irakischen Region Kurdistan“ (KRG), Necirvan Barzani, hat sein Volk dazu aufgerufen, sich von der Terrororganisation PKK zu distanzieren.

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Auto-News
Elektromobilität: Sechs Tipps auf dem Weg zur passenden Wallbox

Die private Ladeinfrastruktur ist ein zentraler Punkt beim Ausbau der Elektromobilität. Denn: die meisten Ladevorgänge werden zu Hause durchgeführt. Was gilt es auf dem Weg zur eigenen Stromtankstelle zu beachten? ADAC SE und E.ON haben grundlegende Tipps zusammengestellt. 1. Sich über verschiedene Fördermöglichkeiten informieren Die bundesweite KfW-Förderung läuft nun weiter. Der Bund stockt bei der Förderung privater Ladestationen um 300 Millionen Euro auf. Anträge sind wieder möglich. Es gibt außerdem regionale und kommunale Förderprogramme. Förderdatenbanken, wie die von E.ON, helfen bei der Orientierung und zeigen auch, welche Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung erfüllt werden müssen. Ein bisschen recherchieren lohnt sich also. 2. Die richtige Wallbox auswählen Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Modellen am Markt, die zu allen modernen Elektro-Autos mit dem standardisierten Typ-2-Stecker passen. Die Wallboxen unterscheiden sich aber im Funktionsumfang. So gibt es zum Beispiel vernetzte Boxen, bei denen der Ladevorgang bequem über eine Smartphone-App gesteuert und eingesehen werden kann. Wenn Ihre Wallbox öffentlich zugänglich ist, etwa in einer Tiefgarage oder am Carport, ist darauf zu achten, sie vor unbefugter Nutzung zu schützen. Das ist entweder mit einem klassischen Schlüssel, einer App-Freischaltung oder per RFID-Karte möglich. Bei der Außenmontage sollte man auch daran denken, dass die Box wettergeschützt sein muss. Viele Boxen gibt es außerdem in Ausführungen mit oder ohne bereits fest angeschlossenem Ladekabel. Während die Versionen ohne Kabel in der Regel günstiger sind, bieten solche mit Ladekabel mehr Komfort: Das Ladekabel muss nicht jedes Mal erst aus dem Auto geholt werden, sondern wartet schon an der Wallbox auf seinen Einsatz. 3. An den Fehlerstrom-Schutzschalter denken Wichtig ist auch der so genannte Fehlerstrom-Schutzschalter, kurz auch FI-Schalter, der bei Überlastung den Stromkreis sofort unterbricht: Nur wenige Wallboxen verfügen über einen integrierten FI-Schalter. Achten Sie bei der Wahl der Wallbox darauf, ob Sie für die Installation einen vorgelagerten und günstigeren FI Typ A oder einen FI Typ B benötigen – Infos gibt’s dazu im Datenblatt des jeweiligen Produkts. 4. Autostrom mit passender Ladeleistung Bei der Ladeleistung gibt es Unterschiede: Standard sind heute 11 kW Ladeleistung, das ist ausreichend, um Ihr E-Auto bequem über Nacht vollzuladen. Das Nachladen für eine Strecke von 300 km dauert bei einer 11 kW-Wallbox etwa sechs Stunden. Neben der 11 kW-Option gibt es aber auch leistungsstärkere Modelle mit 22 kW, die die Akkus entsprechend schneller füllen können. Wichtig: Wallboxen mit bis zu 11 kW Ladeleistung müssen beim jeweiligen Verteilnetzbetreiber angemeldet werden. Für Wallboxen mit einer höheren Ladeleistung benötigt man dagegen eine Genehmigung vom Verteilnetzbetreiber. Beides muss man unbedingt vor der Installation erledigen. Außerdem ist vorab zu klären, ob das E-Auto höhere Ladeleistungen überhaupt nutzen kann. Der Strom muss also zum Auto passen, nur das ergibt den richtigen Autostrom. 5. Platzierung der Wallbox planen und Kosten kalkulieren Weiterer Tipp: Gut überlegen, wo die Wallbox montiert werden soll und beachten, wo sich der Ladeanschluss des E-Autos befindet. Eine gute Planung vermeidet spätere Stolperfallen durch im Weg liegende Kabel und hilft bei der Kostenkalkulation. Ein Angebot für die Wallbox-Installation bekommt der Verbraucher vom Elektriker direkt oder online, zum Beispiel beim ADAC: Beim Online-Installationscheck von E.ON und ADAC beantworten Interessierte kurze Fragen zur individuellen Wohn- sowie Parksituation und erhalten sofort online ihr passendes Angebot, das gleich mit beauftragt werden kann. Mehr als ein Metermaß und ein paar Minuten Zeit sind für den Online-Check nicht notwendig. 6. Stromtarif wählen Besonders klimafreundlich sind E-Autos unterwegs, wenn sie rein mit Ökostrom geladen werden. Und nicht vergessen: Der Bezug von grünem Strom für die Wallbox ist oft Voraussetzung für eine Förderung – und er ist gut fürs Klima. Wichtig: Es gibt auch smarte Tarife, mit denen Elektroautofahrer ihren Stromer abends und nachts günstiger mit Ökostrom aufladen können.

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Die türkische Automobile Joint Venture Group (TOGG), die das erste Elektrofahrzeug des Landes produziert, erhielt für ihr C-SUV-Modell einen der weltweit renommiertesten Designpreise, den iF Design Award.

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