UEFA EURO 2020
Marvin Compper neuer EM-Experte im „ZDF-Morgenmagazin“

Der ehemalige Fußball-Bundesligaspieler Marvin Compper steht ab Montag, 14. Juni 2021, früh auf, um die EM-Spiele zu analysieren.

Als neuer EM-Experte des „ZDF-Morgenmagazins“ wird er zu Tagesbeginn den Zuschauerinnen und Zuschauern fachliche Einschätzungen zum aktuellen EM-Geschehen bieten. Sein erster Einsatz erfolgt einen Tag vor dem wegweisenden ersten EM-Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Weltmeister Frankreich – der ehemalige Abwehrspezialist, Sohn einer Deutschen und eines Franzosen, ist dann gleich gefragt, was die richtige Taktik für diesen schweren Auftakt sein könnte.

ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann: „Marvin Compper erweitert unser Experten-Team, mit dem wir bei dieser Fußball-EM antreten: Ob Per Mertesacker, Christoph Kramer, Sandro Wagner, Peter Hyballa, Manuel Gräfe oder eben Marvin Compper – unsere Live-Berichterstattung bietet hohe Fachkompetenz in der Analyse der Spiele.“

Marvin Compper sagt zu seiner neuen Aufgabe:

„Ich habe einen Riesenspaß daran, die EM-Spiele zu schauen. Und ich freue mich noch mehr darauf, sie dann auch im ‚ZDF-Morgenmagazin‘ analysieren zu können.“

Marvin Compper, Jahrgang 1985, hat in seiner Karriere knapp 200 Bundesliga-Spiele für Borussia Mönchengladbach, die TSG Hoffenheim und RB-Leipzig absolviert. Zudem war er für AC Florenz und Celtic Glasgow im Einsatz. Sein einziges Länderspiel für die deutsche A-Nationalmannschaft absolvierte er im November 2008 als damals erster deutscher Nationalspieler der TSG Hoffenheim.

Zum Abschluss seiner Karriere spielte er für den MSV Duisburg – dort war er im Anschluss und bis zum diesjährigen Saisonende als Co-Trainer aktiv. Als neuer ZDF-Experte wird Marvin Compper am Freitag, 11. Juni 2021, 13.00 Uhr, im „ZDF-Mittagsmagazin“ vorgestellt.

Corona-Auflagen
Nürnberg: Feierliche Eröffnung der Gastronomie mit türkischer Live-Musik

Nürnberg – Das Mevlana Restaurant am Nürnberger Plärrer feiert am 10. Juni 2021 um 11 Uhr mit türkischer Live-Musik das Ende der Corona-Auflagen, die viele Gastronomen herbeigesehnt haben. Ab dem 1. November 2020 mussten Restaurants in Bayern aufgrund der Corona-Auflagen auf „To Go“-Betrieb umstellen. Gastronomen mussten sich neu orientieren, die Auflagen wurden immer wieder verlängert. Aufgrund der neuen Corona-Auflagen und der geringen Inzidenz in Nürnberg dürfen Gastronomen in der Stadt Nürnberg wieder Gäste im Innen- und Außenbereich ohne Testpflicht empfangen. Ahmet Can vom Mevlana Restaurant, Vorstandsmitglied des Deutsch-Türkischen Unternehmervereins in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (TIAD) und Träger der Bayerischen Finanzmedaille:
„Wir sind sehr froh darüber, dass wir wieder unsere Gäste empfangen können. Wir sind dem Freistaat Bayern und dem Bund dankbar, dass wir und unsere Mitarbeiter in dieser Phase finanziell unterstützt worden sind. Jedoch sind viele Hilfsmaßnahmen bei Kollegen verspätet eingetroffen, so dass einige Existenzängste hatten. Wir Gastronomen leben auch von unseren persönlichen Beziehungen zu unseren Gästen. Die Smalltalks mit unseren Kunden haben uns sehr gefehlt.“
Can dankte auch der Nürnberger Stadtverwaltung für eine unkomplizierte Zusammenarbeit:
„Wir sind der Stadtverwaltung ebenfalls dankbar, dass wir unkompliziert unsere Außengastronomie erweitern konnten. Aus Freude habe ich für Donnerstag ein Duo mit anatolischer Glockenoboe und Trommel („Davul + Zurna“) arrangiert und wollen das Ende der groben Einschränkungen feiern.“
Bülent Bayraktar (l) und Ahmet Can.
Händler und Gastronomen sehnen sich regelrecht nach Normalität Bülent Bayraktar, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in der Metropolregion Nürnberg: „Wir haben in der Pandemie die türkischen Gastronomen mit Informationen in deutscher und türkischer Sprache über die jeweils geltenden Auflagen informiert. Mit zwei tgmn Online-Sendungen auf Facebook haben wir in türkischer Sprache die Ängste und Hoffnungen der Gastronomen und Händler am Plärrer nach außen kommuniziert. Die Händler und Gastronomen sind sehr froh über die niedrigen Inzidenzzahlen in Nürnberg. Sie sehnen sich regelrecht nach Normalität. Der Nürnberger Plärrer versteht sich als kommerzieller und kultureller Herz der Türkischen Gemeinde.“ Ahmet Can und Bülent Bayraktar werden mit Gemeindevertretern am Donnerstag, den 10. Juni 2021 vor Ort in der Gostenhofer Straße 18 in 90443 Nürnberg anwesend sein.  

Studie
Deutschland: Mehrheit fasst Islam nicht als bedrohlich auf

Von Nabi Yücel In einer gemeinsamen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), der Alice-Schwarzer-Stiftung und der Giordano-Bruno-Stiftung zur „Einstellungen zu Islam und Islamismus“, empfindet die Mehrheit der Deutschen den Islam an und für sich nicht als bedrohlich. Weshalb zeichnet aber die deutsche Parteilandschaft vor allem vor den Wahlen ein anderes Bild? Der repräsentativen Umfrage mit rund 1.000 Personen zufolge, macht eine Mehrheit (66 Prozent) der Bevölkerung die „Rechtsextremen“ für die steigende antisemitische Gewalt verantwortlich – gleichzeitig aber halten 53 Prozent auch „radikale Islamisten“ für die Ursache. Die Umfrage belegt auch, dass die Menschen in Deutschland mehrheitlich ein differenziertes Bild vom Islam haben und sehr genau zwischen Islam und Islamismus unterscheiden. So finden 65 Prozent, dass „Muslime dasselbe Recht auf Religionsfreiheit haben müssen“ wie Christen, aber nur 5 Prozent der Befragten meinen, vom Islam gehe keinerlei Bedrohung für die deutsche Gesellschaft aus. Eine Mehrheit von 63 Prozent erlebt allerdings nicht „den Islam“ als bedrohlich, wohl aber bestimmte islamistische Gruppen, von denen befürchtet wird, dass sie das gesellschaftliche Klima verändern und zu einem Rückschritt in Toleranz und Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen könnten. 71 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass eine „radikale Interpretation des Koran“ zur Gewalt aufstachelt und „in manchen Moscheen Hass und Intoleranz verbreitet wird“. Entsprechend fordern 61 Prozent, dass vom Ausland finanzierte islamische Organisationen verboten werden sollten. Die Umfrage zeigt auch, dass das Unbehagen an der islamischen Vollverschleierung weiterhin sehr hoch ist: 90 Prozent befürworten ein „Burka-Verbot“, entweder generell oder in bestimmten Bereichen. Beim Kopftuch plädieren 61 Prozent für ein Verbot für Lehrerinnen in öffentlichen Schulen und 53 Prozent für ein Verbot für Mädchen unter 14 Jahren. Zugleich bejaht eine Mehrheit das Recht, in privaten Betrieben wie Supermärkten ein Kopftuch zu tragen. Auffallend ist die Kluft zwischen der Sorge der Mehrheit vor dem „radikalen Islam“ und dem, was den Parteien bei der Lösung des Problems zugetraut wird. Vor allem das derzeitige populistische Wirken etablierter Parteien gegenüber vorrangig türkische Islamverbände zeigt, wohin die Aufmerksamkeit gelenkt wird, während tatsächlich vereinzelt auftretende Bedrohungsquellen schlichtweg übergangen werden. Das spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen wieder. Auf die Frage „Welche Partei bzw. welche Parteien in Deutschland engagieren sich besonders für den Kampf gegen den radikalen Islam?“ antworteten 4 Prozent: die Linke / 5 Prozent: die Grünen / 7 Prozent: die FDP / 9 Prozent: die SPD / 21 Prozent: die CDU/CSU – und 43 Prozent: die AfD. Die Frage des Verhältnisses der etablierten Parteien zum Narrativ „politischer Islam“ könnte also noch eine brisante Rolle bei den Wahlen spielen. Die Umfrage ist eine der ersten und umfangreichsten Studien zu diesem Themenkomplex. Sie wird vom WZB am 11. Juni 2021 vollständig veröffentlicht.

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– Islamophobie – Bericht: Hass gegen Muslime mit über 200 Millionen US-Dollar gefördert

Nach einem gemeinsam veröffentlichten Bericht des Rates für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) und des Center for Race and Gender der California Berkeley Universität sind in den USA zwischen 2008 und 2013 circa 206 Millionen US-Dollar in Organisationen geflossen, die den Hass gegen Muslime fördern.

Bericht: Hass gegen Muslime mit über 200 Millionen US-Dollar gefördert

Erdogan-Biden-Treffen
Kommentar: Biden verfolgt aufmerksam Parteiverbotsverfahren gegen HDP

Biden trifft Erdogan, um NATO-Gefüge zu kitten Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Am Rande des NATO-Gipfels am 14. Juni in Brüssel, werden US-Präsident Biden und der türkische Staatspräsident Erdogan zusammenkommen. Beide Staatsführer schenken sich derweil nichts. Während Biden zum Ausdruck brachte, Ankara verlasse das NATO-Gefüge, das türkische Militär müsse sich im Nordirak zurückhalten, konterte Erdogan, man werde die Sicherheitsinteressen des Landes zu bewahren wissen. Wie angespannt die Lage ist, brauchen wir nicht breit zu diskutieren. Beide Nationen stehen sich in mehreren Punkten spinnefeind gegenüber. Washington fordert Ankara heraus, die russischen S-400 einzumotten, während Ankara angekündigt hat, über eine weitere zweite russische Luftabwehr-Batterie nachzudenken. US-Präsident Biden übernahm nach der Amtseinführung die Position der armenischen Diaspora und erkannte den sogenannten „Völkermord“ als gegeben an. Ankara gab in einer Protestnote an, es werde zu gegebener Zeit die entsprechende folgenschwere Antwort parat haben. Washington fordert, dass die Türkei in Nordsyrien und im Nordirak die Füße stillhält. Ankara wird wiederum nicht müde, Washington vor weiteren Waffenlieferungen und finanziellen Zuwendung an die völkisch-kurdische YPG, PKK, SDF zu warnen. Ankara fordert seit Jahren, dass die USA sich der Verpflichtung fügt, Terrorismus allumfassend zu bekämpfen. Biden verfolgt aufmerksam auch das Parteiverbotsverfahren gegen die völkisch-kurdische Partei HDP in der Türkei, dessen Co-Vorsitzender Selahattin Demirtas in Haft sitzt. Bereits vor Amtsantritt hatte Biden der türkischen Opposition Solidarität und umfangreiche Hilfen zugesichert. Kurz vor dem NATO-Gipfeltreffen in Brüssel und der Zusammenkunft zwischen Biden und Erdogan am kommenden Montag, reichte nun der türkische Chefankläger vom türkischen Kassationshof (Yargitay) beim Verfassungsgericht in Ankara einen neuen Antrag zum Verbot der völkisch-kurdischen HDP ein. Vor wenigen Tagen wurde bei einer militärischen Operation in Zusammenarbeit mit dem türkischen Nachrichtendienst ein führender Kopf der Terrororganisation PKK neutralisiert. Die Operation fand in der Nähe des sogenannten „kurdischen Flüchtlingscamp Machmur“ statt. Seit Tagen kämpfen kurdische Peschmergas der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak gegen Terroristen der PKK, was zu weiteren Gefechten vor allem rund um das berüchtigte Camp Machmur zur Folge hatte. Offenbar erhöht Ankara den Druck auf Washington, um vor allem von der Unterstützung der Terrororganisation PKK in Nordsyrien und im Nordirak abzulassen und sich den Verpflichtungen im NATO-Bündnis selbst bewusst zu werden.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Washington – US-Sicherheitsberater: Biden und Erdogan freuen sich auf Treffen

US-Präsident Joe Biden und der türkische Präsident Tayyip Erdogan werden sich nächste Woche treffen, um Syrien, Afghanistan und andere regionale Themen zu besprechen und  auch die „signifikanten Unterschiede“ zwischen Washington und Ankara erörtern, sagte der nationale Sicherheitsberater der USA am Montag.

US-Sicherheitsberater: Biden und Erdogan freuen sich auf Treffen

Corona-Pandemie
Corona-Forschung könnte auch AIDS-Impfstoff zum Durchbruch verhelfen

Die Erkenntnisse der Forschung zu Corona-Impfstoffen könnten laut dem Bonner Virologen Hendrik Streeck auch einem Schutz vor dem AIDS-Virus HIV zum Durchbruch verhelfen. Die aktuelle Pandemie habe gezeigt: „Wenn wir einen Impfstoff finden wollen, dann schaffen wir das – in Lichtgeschwindigkeit“, so Streeck im Videocast „19 – die Chefvisite“. Es gebe eine „Kreuzbefruchtung“ zwischen der Corona- und der HIV-Forschung. Impfungen mit Adenoviren als Vektoren, die zum Beispiel beim Impfstoff von AstraZeneca zum Einsatz kommen, würden auch im Kampf gegen AIDS getestet. Versuche an Affen mit mRNA-Impfstoffen zeigten „einige positive Signale“, sagte Streeck. Herdenimmunität ist Illusion Streeck warnt zudem vor einer heftigen vierten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland. „Im Herbst werden die Infektionszahlen steigen“, so Streeck. Niemand könne vorhersagen, wie sehr, aber: „Wir sollten uns auf einen starken Anstieg vorbereiten.“ Denn auch Impfungen gegen das Coronavirus würden nicht zu einer Herdenimmunität führen. „Impfungen bieten einen Primärschutz gegen schwere Verläufe, nicht gegen die Weitergabe des Virus“, betonte der Virologe. Allerdings sei ein „Herdeneffekt“ möglich, der den Anstieg der Infektionszahlen dämpfe. Bonner Corona-Experte zeigt Morddrohungen an Der Virologe, der mit seinen Einschätzungen oft polarisiert hat, räumte ein, auf Hass im Internet zunächst nicht reagiert zu haben. „Am Anfang habe ich das laufen lassen“, so Streeck mit Blick auf Hetzkommentare in sozialen Medien. Inzwischen zeige er einschlägige Fälle an: „Wenn es um Morddrohungen oder Exekutionsaufforderungen geht, gebe ich das sofort an die Polizei weiter.“ Streeck rät „Neueinsteigern“, die sich erstmals mit klassischen oder sozialen Medien auseinandersetzen müssten, sich gegen Beleidigungen und Verleumdung zur Wehr zu setzen. Im Videocast „19 – die Chefvisite“ diskutieren der Verleger Jens de Buhr und Professor Jochen A. Werner, Chef des Essener Universitätsklinikums, täglich die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise und ihre medizinischen und wirtschaftlichen Aspekte – in nur 19 Minuten. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de.

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– Immobilien – Kaufpreise von Wohnungen verteuern sich im Corona-Jahr um bis zu 28 Prozent

Seit rund einem Jahr dominiert die Corona-Pandemie das Leben und die Wirtschaft. Während viele Wirtschaftszweige große Einbußen hinnehmen mussten, bleibt der Wohnimmobilienmarkt bislang aber nahezu unbeeindruckt.

Kaufpreise von Wohnungen verteuern sich im Corona-Jahr um bis zu 28 Prozent

Corona-Krise
Veranstaltung abgesagt: Betroffenen muss voller Ticketpreis erstattet werden

Massenhafte Verbraucherbeschwerden ab März 2020 zur Rückerstattungspraxis von Eventim

Mit Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 erhielt die Verbraucherzentrale NRW massiv Beschwerden zur CTS Eventim AG & Co. KGaA. Verbraucher:innen beklagten, dass Eventim die Erstattung von Tickets für coronabedingt verschobene Veranstaltungen verweigere. Außerdem behielt Eventim bei ersatzlos abgesagten Veranstaltungen in nicht nachvollziehbarer Weise Gebühren ein und erstattete nicht den vollen Kaufpreis. Dagegen klagte die Verbraucherzentrale NRW vor dem Landgericht München I und erstritt einen Teilerfolg. Eventim muss bei Vorliegen eines Kommissionsgeschäfts den vollständigen Ticketpreis erstatten In den vorliegenden Fällen war Eventim von den Veranstaltern mit der Rückerstattung beauftragt worden. Das Gericht bestätigt die Auffassung der Verbraucherzentrale NRW, dass Eventim bei abgesagten Veranstaltungen die Rückzahlung des vollen Kaufpreises nicht pauschal unter Verweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verweigern durfte. Jedenfalls in den Fällen, in denen Eventim im eigenen Namen auf fremde Rechnung handelt (Kommissionsgeschäft), sei den Ticketkäufer:innen grundsätzlich der gesamte Ticketpreis inklusive der Vorverkaufsgebühren zu erstatten. Die verwendete Allgemeine Geschäftsbedingung, die eine Rückerstattung der Vorverkaufsgebühr im Falle der Absage oder Verlegung ausschloss, benachteilige Verbraucher:innen deshalb unangemessen – zumindest bei Kommissionsgeschäften. Zudem sei die Klausel intransparent, da die Höhe der Vorverkaufsgebühren beim Ticketkauf oftmals nicht angegeben wurde. „Wir gehen davon aus, dass in einer Vielzahl der Fälle Eventim zu Unrecht Geldbeträge einbehalten hat, statt Verbraucher:innen den gesamten Ticketpreis zurückzuzahlen“, so Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. „Wurde Eventim bei Veranstaltungsabsagen mit der Rückzahlung beauftragt, können Betroffene mit Verweis auf das Urteil nun Eventim zur Zahlung der ausstehenden Beträge auffordern. Das ist ein großer Erfolg.“ Das Landgericht München hält allerdings den Verweis, dass Tickets für Nachholtermine ihre Gültigkeit behalten und deswegen nicht zurückgegeben werden können, für eine zulässige Rechtsmeinung und folgt nicht der Auffassung der Verbraucherzentrale NRW. „Wir werden diesbezüglich die Urteilsgründe prüfen und voraussichtlich in Berufung gehen“, kündigt Schuldzinski an. „Nach unserer Auffassung handelt es sich bei termingebundenen Veranstaltungen um relative Fixgeschäfte, die mit dem Termin stehen oder fallen, so dass es keinen Raum für eine Vertragsanpassung gibt.“ Folgen des Urteils Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. „Sollten sich Verbraucher:innen jedoch aktuell in einem Rechtsstreit mit Eventim befinden, können sie auf das Urteil verweisen und Eventim anbieten, die Zahlung vom Ausgang eines möglichen Berufungsverfahrens abhängig zu machen“, rät Schuldzinski. „Denn bereits der Verweis auf das Urteil kann das Unternehmen zum Entgegenkommen bewegen.“ Hierzu bietet die Verbraucherzentrale NRW einen Musterbrief an.

Corona-Krise
Gebrauchtwagen so teuer wie nie – Preise im Corona-Jahr um mehr als zehn Prozent gestiegen

Gebrauchte Autos sind im Zuge der Corona-Pandemie deutlich teurer geworden. Die Preise der Fahrzeuge stiegen um mehr als zehn Prozent, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf Zahlen des Internetportals Autoscout24. Ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen kostete demnach knapp 22.600 Euro und damit 2200 Euro mehr als im Mai 2020. Üblicherweise fällt der Preis für ältere Fahrzeuge in den Sommer-Monaten. Diese Tendenz ist jetzt nicht zu erkennen. Auto-Experte Stefan Bratzel sieht als einen Grund, dass im vergangenen Jahr weniger Autos gebaut wurden und nun wegen Chipmangels die Produktion bei vielen Herstellern ruht. „Der Mangel an Neufahrzeugen bewegt Auto-Kunden offensichtlich dazu, auf einen gebrauchten Pkw auszuweichen“, sagte Bratzel der Zeitung. Weitere Gründe sind ihm zufolge, dass mehr Menschen aus Angst vor Ansteckung aufs eigene Auto statt auf den öffentlichen Nahverkehr setzen. Ferner hätten die Deutschen mangels Urlaubsreisen in 2020 mehr Geld zurückgelegt.

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– iF Design Award – Türkisches Auto TOGG gewinnt internationalen Designpreis

Die türkische Automobile Joint Venture Group (TOGG), die das erste Elektrofahrzeug des Landes produziert, erhielt für ihr C-SUV-Modell einen der weltweit renommiertesten Designpreise, den iF Design Award.

Türkisches Auto TOGG gewinnt internationalen Designpreis

Washington
US-Sicherheitsberater: Biden und Erdogan freuen sich auf Treffen

Washington – US-Präsident Joe Biden und der türkische Präsident Tayyip Erdogan werden sich nächste Woche treffen, um Syrien, Afghanistan und andere regionale Themen zu besprechen und  auch die „signifikanten Unterschiede“ zwischen Washington und Ankara erörtern, sagte der nationale Sicherheitsberater der USA am Montag. „Präsident Biden kennt Erdogan sehr gut, die beiden Männer haben viel Zeit miteinander verbracht und sie freuen sich beide auf die Gelegenheit die ganze Bandbreite der Beziehung zu bewerten“, sagte Sullivan. Bei einem Briefing im Weißen Haus erklärte Jake Sullivan, dass das östliche Mittelmeer, Syrien, der Iran sowie die Rolle, die die Türkei in Afghanistan übernehmen wird, wenn sich die Vereinigten Staaten aus dem Land zurückziehen, Teil der Agenda sein werden. Das Treffen soll am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel am 14. Juni stattfinden. Das Treffen wurde bereits im April während eines Telefonats zwischen Biden und Erdogan vereinbart. Während des Gesprächs habe US-Präsident Joe Biden „sein Interesse an einer konstruktiven bilateralen Beziehung mit erweiterten Bereichen der Zusammenarbeit und einem effektiven Management von Meinungsverschiedenheiten“, vermittelt.

Beide Staatsführer waren sich einig über den strategischen Charakter der bilateralen Beziehungen und die Bedeutung der Zusammenarbeit, um eine größere Kooperation in Fragen von gemeinsamem Interesse aufzubauen“, so eine Mitteilung des türkischen Präsidentenamts im Anschluss an das Gespräch.

Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei waren in den letzten Jahren wegen verschiedener Themen angespannt, darunter der Kauf russischer Verteidigungssysteme durch die Türkei, der zu US-Sanktionen führte, sowie politische Differenzen in Syrien.

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– Treffen in Athen – Türkei und Griechenland vereinbaren Verbesserung der Beziehungen

Die Türkei und Griechenland haben eine Vereinbarung über 25 Artikel erreicht, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu verbessern. Unter anderem werden beide Länder die COVID-19-Impfungen des jeweils anderen anerkennen, um den Tourismus zu fördern.

Türkei und Griechenland vereinbaren Verbesserung der Beziehungen

Kanada
Islam-Hass: Mann tötet mit Pick-up muslimische Familie

Ontario – Vier Mitglieder einer muslimischen Familie sind am Sonntag in Kanada bei einem rassistischen Anschlag getötet worden. Ein neunjähriger Junge überlebte den Angriff schwer verletzt. Ein 20-jähriger Kanadier ist bereits festgenommen und wegen vierfachen Mordes und eines versuchten Mordes angeklagt worden. „Wir gehen davon aus, dass die Opfer ins Visier genommen wurden, weil sie Muslime waren”, sagte Polizeisprecher Paul Waight während einer Pressekonferenz am Montag. „Es gibt Hinweise darauf, dass dies eine geplante, vorsätzliche Tat war“, zitiert BBC den Polizeisprecher weiter. Bei den pakistanischstämmigen Opfern handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 74 und 44 Jahren, ein 46-jähriger Mann und ein 15-jähriges Mädchen. Ein neunjähriger Junge überlebte den Angriff schwer verletzt.  Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Angaben der kanadischen Polizei um den 20-jährigen Nathanial Veltman aus London, Ontario. Er wurde ohne Zwischenfälle in einem Einkaufszentrum, etwa sechs km vom Tatort entfernt festgenommen. Der Angriff war der schlimmste gegen kanadische Muslime, seit 2017 sechs Menschen in einer Moschee in Quebec City getötet wurden. Londons Bürgermeister Ed Holder verurteilte die Tat aufs Schärfste. „Dies war ein Akt des Massenmordes, verübt gegen Muslime und gegen Londoner“, so Holder in einer Stellungnahme. Holder betonte, er spreche „im Namen aller Londoner, wenn ich sage, dass unsere Herzen gebrochen sind“. „Wir trauern um die Familie, von der nun drei Generationen verstorben sind.“ Laut einer Erklärung eines Sprechers der Familie handelt es sich bei den Opfern um Salman Afzaal, seine Frau Madiha, die Tochter Yumna und Afzaals Mutter. Dr. Ahmed Hegazy, ein Freund der Familie, sagte gegenüber dem TV-Sender CTV News Channel am Dienstag, dass er die Afzaals zum ersten Mal vor 14 Jahren in der Moschee getroffen habe und beschrieb Salman Afzaal als „sehr hilfsbereit zu allen. Seine Frau war da nicht anders.“ Ein weiterer Freund der Familie, Saboor Khan, beschrieb sie als „Juwelen in unserer Gemeinschaft“ und „die besten Menschen.“ „Jeder schaute zu ihnen auf, weil sie so hart arbeiteten“, sagte er.
(Screenshot/Twitter)

Kommentar
„Feinde der Türkei“ – ein lebensgefährliches Etikett?

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Till-Reimer Stoldt resümiert in der WELT, der türkisch-islamische Moscheeverband DITIB müsse aus deutschen Klassenzimmern verbannt werden. Als Begründung werden alte Geschichten aufgetischt oder das Verständnis der hysterischen Grünen-Landtagsabgeordneten Berivan Aymaz herangezogen. Ordnen wir das mal erst sachlich ein, was in diesem Artikel von der WELT steht: DITIB, der islamische Verband in Deutschland, der 1984 gegründet wurde, soll für etwas geradestehen, was 1984 Seyran Ates zugestoßen ist. Die DITIB wird zur Rechenschaft gezogen, weil in Deutschland „etliche Angehörige der kurdischen Gemeinde“ verprügelt wurden. Weil Cem Özdemir seit Jahren von „islamistischen und ultranationalistischen Türkeistämmigen“ „fast immer Morddrohungen“ erhielt, soll die DITIB ihr Haupt senken und sich am besten selbst auflösen. Und zuletzt muss die DITIB sich sogar dafür rechtfertigen, dass die türkischen Medien, darunter die „Akit“ und „Sabah“, sich über die Grüne-Landtagsabgeordnete Berivan Aymaz und Ihr Wirken gegen die DITIB äußerst kritisch ausgelassen haben. Sachlich gefragt oder festgestellt: Eine Drohung oder Stigmatisierung fand in den Artikeln der „Akit“ oder „Sabah“ nicht statt, zumal wir „Türkeistämmigen“ selbst wissen und etliche Male vorgeführt bekommen haben, was es mit Berivan Aymaz oder Cem Özdemir auf sich hat und wie deutsche Medien damit selbst eine feindliche Stimmung fahren. Mit Drohungen oder Stigmatisierungen haben die „Türkeistämmigen“ jedenfalls seit den 1960er Jahren Erfahrungen gesammelt. Ein Ehemann, der sich 1984 nicht von der Mandantin von Seyran Ates trennen will, sticht auf sie ein. Sie wollte die Trennung per Gericht durchsetzen. Spielt die ideologisch-politische Nähe oder die Herkunft bei diesem Ehemann überhaupt eine Rolle? Spielen sich solche schrecklichen Vorfälle in der ganzen Welt, ja sogar in Deutschland nicht ähnlich ab? Was ist denn die „kurdischen Gemeinde“, von denen etliche „verprügelt“ worden sein sollen? Sind das Einzelne oder eine Gemeinschaft, gibt es Beispiele, nur ein Einziges? Wird hier von Stoldt wieder ein Spaltpilz eingeworfen? Wie viele Morddrohungen gegen Cem Özdemir wurden konkret in die Tat umgesetzt? Wie viele von diesen Drohenden wurden schon strafrechtlich belangt? Resümee: Berivan Aymaz kann sich nach wie vor als Sympathisantin der Terrororganisation PKK – wohlgemerkt von der EU ebenso anerkannt – hier in Deutschland nicht nur medial, sondern auch politisch vermarkten, was längst erwiesen ist. Die derzeitige Solidaritätswelle für Berivan Aymaz ist vielmehr wohlkalkuliert und von den Grünen politisch gewollt. Auch Cem Özdemir bäumte sich vor Flaggen der berüchtigten Terrororganisation PKK in Deutschland vor einer aufgestachelten und jubelnden „kurdischen Gemeinde“ auf, um gegen die Türkei zu stänkern. Aber eine Politikerin oder Politiker mit einem Faible für die Hamas darf das erwiesenermaßen nicht, und das zurecht!? Nach Ansicht von Till-Reimer Stoldt müsste man im Umkehrschluss als „Türkeistämmiger“ die CDU/CSU, SPD, Grünen und die Linken, ach was, die gesamte Bundesregierung samt Zivilorganisationen sowie Kirchen für Mölln, Solingen, Hanau und NSU verantwortlich machen. Wenn es noch einen Grund bedurft hätte, Deutschland aus der Weltgemeinschaft zu verbannen – die Jahrzehnte währende lebensgefährliche Etikettierung der „Türkeistämmigen“ samt ihren Vereinen und Verbänden, darunter die DITIB, hätten es längst geliefert. Wenn man in Deutschland den Ball flach halten, nicht mit Etiketten nur so um sich werfen würde, gebe es keinen einzigen „Türkeistämmigen“, der euren Mist auch noch kommentieren muss, um klarzustellen, wer in Deutschland eigentlich stets das Opfer ist. Oder wie schnell hat man inzwischen die unzähligen, ja die jährlich zu Hunderten stattfindenden Attacken und Angriffe auf Moscheen, Vereine, „Türkeistämmige“ und Muslime vergessen, die u.a. von der „kurdischen Gemeinde“ begangen werden? Wie viele Menschen müssen noch sterben, wie viele Mahnmale müssen noch errichtet werden, damit das ankommt? Wenn in Deutschland die Politik und die mediale Landschaft die eigene desolate Politik mit Anfeindungen und Zuschreibungen nicht auf dem Rücken der Türkei, der in Deutschland ansässigen DITIB oder der „Türkeistämmigen“ austragen würde, gebe es folgerichtig auch keine Anfeindungen türkischer Medien oder „Türkeistämmiger“. Es käme keiner auf die Idee, Berivan Aymaz oder Cem Özdemir genauso anzufeinden, wie sie es demagogisch-pathologisch und erwiesenermaßen seit Jahren tun. Was unterscheidet denn nun einen Till-Reimer Stoldt, Berivan Aymaz oder Cem Özdemir in Sachen Anfeindungen eigentlich von der „Sabah“ oder „Akit“, wenn man das berücksichtigt, oder auch nicht berücksichtigt?
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Meinung – DITIB: Niemand hat diesen Gastarbeitern zu Beginn unter die Arme gegriffen

Die deutsche Polit- sowie Medienlandschaft hat sich auf Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., kurz DITIB eingeschossen. Wie konnte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auch nur mit der DITIB einen Vertrag zur Zusammenarbeit im Islamunterricht unterschreiben, lautet der einhellige kritische Meinungsbildungspool.

DITIB: Niemand hat diesen Gastarbeitern zu Beginn unter die Arme gegriffen