Treffen in Athen
Türkei und Griechenland vereinbaren Verbesserung der Beziehungen

Die Türkei und Griechenland haben eine Vereinbarung über 25 Artikel erreicht, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu verbessern. Unter anderem werden beide Länder die COVID-19-Impfungen des jeweils anderen anerkennen, um den Tourismus zu fördern.

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Athen – Die Türkei und Griechenland haben eine Vereinbarung über 25 Artikel erreicht, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu verbessern. Unter anderem werden beide Länder die COVID-19-Impfungen des jeweils anderen anerkennen, um den Tourismus zu fördern, sagte Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu bei einer Pressekonferenz mit seinem griechischen Amtskollegen Nikos Dendias in Athen.

„Wir sind bereit uns zu treffen und einen Dialog mit Griechenland zu führen, um unsere Beziehungen in jedem Bereich ohne Vorbedingungen zu verbessern“, so Çavuşoğlu.

(Foto: MFA Turkey)

Während der Gespräche mit dem griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis, Dendias und Delegationen, seien die Beziehungen umfassend diskutiert, bewertet und über regionale Fragen konsultiert worden.

„Wir haben nun begonnen, an konkreten Projekten zu arbeiten, wobei der Schwerpunkt auf Aktionen und Zusammenarbeit liegt. Wir haben einen prinzipiellen Konsens über 25 Punkte erreicht. Unsere relevanten Institutionen werden in der nächsten Zeit in vielen Bereichen der Zusammenarbeit zusammenkommen, von Transport bis Energie und von Tourismus bis Umwelt und Handel“, erklärte er.

Zu der gegenseitigen Anerkennung der Impfzertifikate sagte der türkische Innenminister:

„Ich glaube, dass die Vereinbarung, die wir heute getroffen haben, einen positiven Effekt auf unseren Tourismussektor haben wird. Wir wollen diese positiven Schritte in der kommenden Periode verstärken, vor allem in Bezug auf die touristische Zusammenarbeit“, fügte er hinzu.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan werde Mitsotakis beim NATO-Gipfel in Brüssel am 14. Juni zu treffen. Çavuşoğlu betonte, dass sie die lang erwarteten Fragen und Meinungsverschiedenheiten auf der Grundlage von guter Nachbarschaft, internationaler Zusammenarbeit und der Achtung der gegenseitigen Rechte und Interessen lösen wollen. Er erinnerte daran, dass die 62. Runde der politischen Konsultationen zwischen den Ministerien kürzlich in Athen stattfand und sagte, dass die politischen und militärischen Dialoge zwischen den beiden Ländern Fortschritte machen. Çavuşoğlu merkte an, dass die 63. Runde der Konsultationen in der Türkei stattfinden wird und dass sie der griechischen Seite so bald wie möglich Terminvorschläge machen werden.

Dendias verpflichtete sich seinerseits, an der Überwindung der „ernsten Differenzen“ zu arbeiten, die mit der Türkei bestehen bleiben. Dendias erklärte, dass die Türkei und Griechenland „ernsthafte Differenzen“ haben und dass sie eine erste Verständigung anstreben, um diese Probleme zu lösen.

„Der Zweck des heutigen Treffens war es, einen ersten Verhandlungsprozess zu versuchen, und wenn es möglich ist, dann wollen wir mit der Zeit schrittweise zur Normalisierung übergehen. Man hat sich auf eine Programmliste für die wirtschaftliche Zusammenarbeit geeinigt“, erklärte der Minister.

Probleme mit Griechenland sollten bilateral gelöst werden

Griechenland sollte es vermeiden, die EU als Trumpfkarte gegen die Türkei zu benutzen und die derzeitige positive Dynamik nutzen, sagte der türkische Außenminister bereits am gestrigen Sonntag in einem Interview mit der griechischen Tageszeitung To Vima.

„Nur die Türkei und Griechenland können die ausstehenden Probleme lösen, nicht die EU“, so Çavuşoğlu.

Çavuşoğlu äußerte seine Zufriedenheit über die Wiederbelebung der meisten Kanäle für den Dialog. Er sagte, er sei immer optimistisch, was die gut nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland angeht.

„Als zwei Nachbarn sind wir dazu bestimmt, in der gleichen Region zu leben. Deshalb sollten wir unsere Beziehungen über die Zusammenarbeit und nicht über Konflikte definieren. Es liegt in unseren Händen, unser Schicksal und den Weg nach vorne zu bestimmen“, sagte er.

Er betonte, dass die Gespräche, die er in Griechenland führt, der Vorbereitung eines Treffens zwischen dem türkischen Präsidenten und dem griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis während des NATO-Gipfels dienen, und wies auf die Bedeutung eines nachhaltigen konstruktiven Dialogs in den bilateralen Beziehungen hin.

Der Minister erklärte, dass die Türkei bereit sei, jedes kontroverse Thema mit Griechenland zu diskutieren.

Gespräche mit Vertretern der türkisch-muslimischen Minderheit

Zu Beginn seines Griechenland-Besuchs traf Çavuşoğlu
am Sonntagmorgen in der griechischen Stadt Komotini (Gümülcine) in Westthrakien ein. Vor Ort kam der Spitzendiplomat im türkischen Generalkonsulat mit den gewählten Muftis der westthrakischen Türken, Ibrahim Şerif und Ahmet Mete, zusammen. Nach der Unterredung mit den beiden Geistlichen stattete Çavuşoğlu der Mittel-und Oberstufe der Celal-Bayar- Schule in der Stadt einen Besuch ab.

Beim gemeinsamen Mittagsessen zu Ehren des Außenministers kam Çavuşoğlu im Dorf Eşekcili mit Vertretern der türkischen Minderheit zusammen und sprach mit ihnen über ihre Situation und Anliegen. Bevor Çavuşoğlu Komotini verließ, besuchte er das Grab des Politikers und der Symbolfigur für die demokratische Rechte der westthrakischen Türken, Dr. Sadık Ahmet. Auf die Frage eines Passanten, ob er bei seiner nächsten Stippvisite nach Griechenland nicht auch das Dorf Paşevik, das zur Stadt Xanthi (İskece) gehört, einen Besuch abstatten könnte, versprach
Çavuşoğlu es besuchen zu wollen.

Ministerpräsident Mitsotakis hatte in einer Online durchgeführten Zoom-Konferenz am 18. Mai mit Schülern und Lehrern einer Grundschule des zur Stadt Xanthi (Iskece) gehörenden
Dorfes Paşevik von „pomakischen Dörfern“ (Pomakohoria) und „griechischen Kindern“ (Ellinopula) gesprochen. Vertreter von NGOs der türkischen Minderheit in Westhrakien werteten die Aussagen von Mitsotakis als „Leugnung der Existenz der türkisch-muslimischen Minderheit“ und als „Versuch, eine künstliche Identität“ auferlegen zu wollen.

Das griechische Außenministerium wies am Sonntag Äußerungen des türkischen Außenministers Çavuşoğlu zurück, die Minderheit würde diskriminiert und deren Rechte seien nicht geschützt.

Kemal Bölge/DHA/AA

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