Ankara – Der türkische Außenminister dementierte am Donnerstag Meldungen über Raketenangriffe der Türkei auf Zivilisten im Irak.
„Nach den Informationen, die wir von den türkischen Streitkräften erhielten, haben wir keinen Angriff auf Zivilisten durchgeführt“, sagte Mevlut Cavusoglu in einem Live-Interview mit dem türkischen Sender TRT Haber.
Cavusoglus Äußerungen kamen einen Tag nach einem Anschlag in Duhoks Stadtteil Zaxo in der kurdischen Autonomieregion im Irak, bei dem acht Menschen getötet wurden. Mindestens acht Menschen wurden getötet und 23 weitere verletzt, sagte Chiya Amin, Leiter der Tourismusdirektion von Zaxo, über die jüngsten Opfer, darunter auch Kinder, gegenüber der Nachrichtenagentur Rudaw. Die Touristen waren Teil einer 200-köpfigen Reisegruppe aus Bagdad, fügte er hinzu.
In einer nach dem Anschlag vom Mittwoch veröffentlichten Erklärung forderte das türkische Außenministerium irakische Regierungsvertreter auf, keine Erklärungen zu dem Anschlag in Duhok „unter dem Einfluss der Rhetorik und Propaganda“ der Terrororganisation PKK abzugeben.
Unterdessen wiesen türkische Sicherheitsquellen auch die Berichte „zur Unterstützung der Terrororganisation PKK/KCK“ zurück, in denen behauptet wurde, die Zivilisten seien durch den Beschuss durch türkische Streitkräfte ums Leben gekommen.
„Wir haben angekündigt, dass wir mit den irakischen Behörden nach dem verräterischen Angriff, von dem wir glauben, dass er von terroristischen Organisationen verübt wurde, zusammenarbeiten können. Wir weisen sowohl autorisierte als auch unautorisierte Aussagen über die Türkei zurück“, sagte Cavusoglu.
Er fügte hinzu, dass die Propaganda der PKK im Irak zu einer Zeit kommt, in der die Türkei im Begriff ist, eine neue Operation in Nordsyrien zu starten, und sagte, dass die irakischen Behörden nicht in die Falle von Terrorgruppen tappen dürfen.
Die Türkei werde ihren Kampf gegen den Terrorismus im Einklang mit dem Völkerrecht fortsetzen und nur die terroristischen Organisationen ins Visier nehmen.
Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.
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Cem Özdemir verurteilt Anschlag auf türkisches Konsulat
Nach dem Brandanschlag am türkischen Generalkonsulat in Stuttgart wurde laut türkischen Medien der deutsche Botschafter in Ankara, Jürgen Schulz, ins türkische Außenministerium zitiert.
Ankara – Der türkische Nachrichtendienst MIT hat bei einem Auslandseinsatz einen flüchtigen mutmaßlichen PKK-Terroristen festgenommen und den Strafverfolgungsbehörden in der Türkei überstellt.
Wegen Mord per Haftbefehl gesucht
Beim festgenommenen mutmaßlichen Extremisten handelt es sich um Savaş Çelik, der wegen Mordes an einem Armeeoffizier mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde. Der Verdächtige soll am 27. Juli 2015 mit zwei weiteren PKK-Terroristen dem Gendarmerie-Major und Landkreis-Befehlshaber Arslan Kulaksız an einer Straßenecke aufgelauert und an dessen Auto das Feuer auf den Offizier eröffnet haben.
Nach einem Bericht der oppositionellen Zeitung Sözcü gelang es den Ermittlern das Smartphone des Terroristen zu orten. Im Zuge dessen wurde die Telekommunikation des Extremisten überwacht und Verbindungen zu anderen PKK-Mitgliedern protokolliert. Der festgenommene Terrorist soll in den von der PKK/YPG besetzten Städten und Ortschaften in Deir ez-Zor, Al-Dirbasiyah und Amude Syriens für die Terrororganisation aktiv gewesen sein.
Festgenommener Extremist wollte sich ins Ausland absetzen
Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Extremist über Mittelsmänner versucht hat mit einem gefälschten Reisepass über den Irak sich ins Ausland abzusetzen. Einer Spezialeinheit der Auslandsabteilung des türkischen Nachrichtendienstes MIT gelang es den mutmaßlichen Mörder und PKK-Terroristen im Nordirak festzunehmen.
MİT, Muş’un Malazgirt ilçesinde 2015’te şehit edilen İlçe Jandarma Komutanı Binbaşı Arslan Kulaksız’ın kanını yerde bırakmadı.
PKK’lı Zerdeşt kod adlı terörist Savaş Çelik, MİT’in yurtdışında gerçekleştirdiği nefes kesen bir operasyon ile yakalanarak Türkiye’ye getirildi. pic.twitter.com/GtG6CGnwtX
Die PKK wird von der Türkei und den USA sowie der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, verantwortlich gemacht.
Kemal Bölge/Ankara
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Hamburg – Im ersten Interview seit ihrer Wahl zur Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundestages widerspricht Ferda Ataman im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT und ZEIT Online der Kritik an ihrer Person: „Ich glaube, ich bin längst nicht so ‚woke‘, wie vielen denken.“
Auf die Vorwürfe von Politikern aus CDU und FDP, ihre Rhetorik spalte die Gesellschaft, antwortet sie: „Ich lege den Finger in die Wunde, und das finden natürlich nicht immer alle prima. Womit ich aber nicht gerechnet habe, sind die vielen Falschbehauptungen, die von einigen Medien ungeprüft übernommen wurden, etwa dass ich Deutsche absichtlich diskriminieren würde oder dass ich Probleme innerhalb von migrantischen Communities nicht angesprochen hätte.“
Auch verteidigt Ataman gegenüber ZEIT und ZEIT Online ihre Kolumne für die Amadeu Antonio Stiftung aus dem Jahr 2018, im der sie die neu gegründete Heimatabteilung des damaligen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in die Nähe der „Blut und Boden“-Ideologie der Nazis rückte: „Ja, ich stehe noch zu dem Text“, so Ataman, „ich habe damals geschrieben: Wer den Begriff Heimat jetzt politisch gebraucht, muss klarstellen, wofür er steht, und sich von völkischer Symbolik abgrenzen. Denken Sie etwa an die rechtsextreme NPD, die sich ‚Heimatpartei‘ nennt.“
Auf die Frage, warum sie kurz vor Bekanntgabe ihrer Nominierung alle Tweets ihres Twitter-Profils gelöscht habe, sagt Ataman: „Ich finde, das private Twitter-Profil einer Publizistin passt nicht zu einer designierten Antidiskriminierungsbeauftragten des Bundes, deshalb habe ich einfach alle Tweets gelöscht.“
Ataman äußert sich im Interview immer wieder auch positiv über die deutsche Gesellschaft: „Ich bin sehr froh, dass ich in Deutschland lebe“, und weiter: „Denken Sie nur an die Sternstunden der Zivilgesellschaft, als es darum ging, geflüchtete Menschen aus Syrien oder der Ukraine aufzunehmen. Die große Mehrheit ist in der modernen Einwanderungsgesellschaft angekommen.“ In ihrer neuen Funktion als Antidiskriminierungsbeauftragte fordert sie außerdem eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, „so wie es im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.“ Das Gesetz bildet die rechtliche Grundlage für ihre künftige Arbeit.
Leicestershire – Bei der Superbike-WM in Donington hat der türkische Motorradrennfahrer Yamaha-Werkspilot und Kenan Sofuoglu Protegé Toprak Razgatlioglu alle drei Rennen gewonnen. Der Yamaha-Pilot gewinnt vor Alvaro Bautista und Jonathan Rea.
Nach je einem Sieg im ersten Lauf und dem Superpole-Rennen gewinnt der Türke auch das zweite Hauptrennen 1.102 Sekunden vor dem WM-Leader Alvaro Bautista.
„Endlich hat es geklappt: Drei Siege an einem Wochenende – mein Traum wurde wahr!“, freut sich Razgatlioglu.
„Jetzt fühlt sich mein Bike wieder wie letztes Jahr an und ich kann im typischen Toprak-Stil fahren. Hart bremsen und andere Fahrer überholen ist jetzt wieder sehr einfach. Das liegt daran, weil ich wieder Grip habe – keine Ahnung, was sie an der Abstimmung geändert haben. Noch lässt sich aber nicht sagen, ob das jetzt immer so sein wird, das war nur ein Rennwochenende.“, zitiert Speedweek den Weltmeister von 2021.
– WSBK 2021 –
Türkischer Rennfahrer Toprak Razgatlioglu ist Superbike-Weltmeister
Kenan Sofuoglu Protegé Toprak Razgatlioglu ist Superbike-Weltmeister 2021! Ein zweiter Platz reichte, um sich ein Rennen vor dem Ende der Saison den Titel sicherzustellen.
Der in Alanya geborene Razgatlıoglu ist der zweite Sohn des berühmten türkischen Stunt-Motorradfahrers Arif Razgatlıoglu, der als Tek teker Arif bekannt war, was so viel bedeutet wie Wheelie Arif. Sein Vater starb zusammen mit seiner Freundin, die auf dem Soziussitz saß, bei einem Motorradunfall in Antalya am 17. November 2017.
von Nabi Yücel
Nach dem Brandanschlag am türkischen Generalkonsulat in Stuttgart wurde laut türkischen Medien der deutsche Botschafter in Ankara, Jürgen Schulz, ins türkische Außenministerium zitiert.
Der baden-württembergische Innenminister Strobl spricht von einem „gefährlichen Brandanschlag auf einen Pkw des türkischen Generalkonsulats“, der in der Nacht auf Dienstag direkt vor dem Generalkonsulat Stuttgart verübt wurde.
Laut der Stuttgarter Polizei wurde vor dem türkischen Generalkonsulat Stuttgart ein Fahrzeug in Brand gesetzt. Die Flammen griffen danach auf acht weitere Fahrzeuge sowie die Fassaden des Generalkonsulats und eines weiteren Gebäudes über.
Die Polizei geht inzwischen von einer mutwilligen Tat aus, da Zeugen zwei vermummte Personen vom Tatort wegrennen sahen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
Cem Özdemir verurteilt Tat
Bundesagrarminister Cem Özdemir (Bündnis 90/ Die Grünen) verurteilte die Tat am Dienstag.
Auch Twitter schrieb Özdemir:
Ich bin entsetzt über den #Brand vor dem türkischen Konsulat in meinem Wahlkreis #Stuttgart. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Ich hoffe, dass die Täter schnell gefunden werden und die Tat lückenlos aufgeklärt wird.
Ich bin entsetzt über den #Brand vor dem türkischen Konsulat in meinem Wahlkreis #Stuttgart. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Ich hoffe, dass die Täter schnell gefunden werden und die Tat lückenlos aufgeklärt wird.
Die Tat hat wie alle anderen Brandanschläge auf Konsulate der Türkischen Republik auf deutschen Boden einen politisch-extremistischen Hintergrund, der zumeist in Zusammenhang mit der völkisch-kurdischen Terrororganisation PKK steht.
Erst wenige Tage zuvor wurden im Netz Sympathisanten der PKK dazu aufgerufen, sich „Am Tag X auf die Straße“ zu begeben, um wie angedeutet wird, eine bevorstehende militärische Aktion der Türkei in Nordsyrien entsprechend zu begegnen.
Zudem kommt hinzu, dass der 19. Juli von der PKK wie auch ihren Schwesterorganisationen in Nordsyrien wie der YPG, PYD und SDF als Tag der „Revolution in Rojava“ gilt.
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Oslo – Nach Litauen haben auch Norweger eine Sammelaktion gestartet, um eine türkische Kampfdrohne für Ukraine zu kaufen.
Auf der Website der Kampagne heißt es, dass sowohl Litauen als auch Polen und die Ukraine innerhalb weniger Tage TB2-Drohnen erworben hätten, so dass auch „Norwegen dasselbe tun“ müsse.
Unter der Überschrift „Schenken Sie dem ukrainischen Volk einen Bayraktar von den Norwegern – zeigen Sie Solidarität mit dem Kampf der Ukraine gegen (den russischen Präsidenten Wladimir) Putin“ wurden bisher 273.739 Kronen (ca. 27.000 Euro) von 647 Spendern im Rahmen der Kampagne gesammelt. Die Kampagne läuft noch bis Ende September, heißt es auf der Website.
Sie fügte hinzu: „Wir brauchen weniger als 10 Kronen von jedem Norweger.“ Die ersten tausend Personen, die mindestens 250 Kronen spenden, sollen eine Auswahl eines Namens für die Drohne treffen
In einer von einem Journalisten initiierten Sammelaktion schlossen sich im Mai zahlreiche Litauer zusammen, um für die Ukraine die türkische Kampfdrohne TB2-Bayraktar zu kaufen.
„Bevor dieser Krieg begann, dachte niemand von uns, dass wir Waffen kaufen würden. Aber jetzt ist es normal. Es muss etwas getan werden, damit die Welt besser wird“, sagte Agne Belickaite, 32, die sofort nach dem Start der Spendenaktion 100 Euro überwiesen habe.
Die angestrebten 5 Millionen Euro wurden in nur dreieinhalb Tagen gesammelt – größtenteils in kleinen Beträgen zwischen 5 und 100 Euro – um den Kauf zu finanzieren, so Laisves TV, der litauische Internetsender, der die Aktion ins Leben gerufen hatte.
Der türkische Hersteller war jedoch so beeindruckt von den Bemühungen der litauischen Bevölkerung, dass er beschloss, die TB2-Drohne kostenlos zu übergeben.
Etwa 1,5 Mio. EUR des von den Litauern gesammelten Geldes wurden daraufhin für Drohnenmunition ausgegeben, während die restlichen 4,4 Mio. EUR für humanitäre und andere Hilfe für die Ukraine vorgesehen sind.
Die Ukraine hat in den letzten Jahren mehr als 20 bewaffnete Drohnen des Typs Bayraktar TB2 des türkischen Unternehmens Baykar gekauft und am 27. Januar weitere 16 bestellt. Diese Charge wurde Anfang März geliefert. Die Regierung in Kiew bezeichnet diese Drohnen als besonders schlagkräftige Waffen im Kampf gegen Russland.
Türkische Angriffsdrohnen
Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt.
Die Ukraine gehört seit Jahren zu den größten Bestellern der Drohnen. Russland hat die Verkäufe kritisiert. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei, so das russische Außenministerium im Juni vergangenen Jahres.
Bereits im vergangenen Jahr setzte die ukrainische Armee gegen pro-russische Separatisten zum ersten Mal türkische Kampfdrohnen in der umkämpften Donbass-Region ein. Die türkischen Bayraktar TB2-Kampfdrohnen wurden von der ukrainischen Armee eingesetzt, um eine Haubitze zu zerstören, die von prorussischen Separatisten im Donbass eingesetzt wurde.
„Die Zahl der Auszubildenden im Bauhauptgewerbe steigt das fünfte Jahr in Folge. Derzeit absolvieren rund 40.000 junge Menschen eine Ausbildung am Bau. Das sind 1,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Seit 2017 hält damit der erfreuliche Aufwärtstrend bei den Lehrlingszahlen im Bauhauptgewerbe an“, erklärt der Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, anlässlich der von der SOKA-Bau veröffentlichten Zahlen zum Stichtag 30. Juni 2022.
Pakleppa weiter: „Im ersten Lehrjahr stieg die Zahl der neuen Lehrlinge um 1,3 % an. Das beweist, dass die Bauwirtschaft nicht nur ein attraktiver Arbeitgeber ist, sondern jungen Menschen eine sichere Perspektive bietet. Dass rund 80 % der Ausbildungsleistung am Bau von den baugewerblichen Unternehmen erbracht wird, erfüllt uns mit besonderem Stolz. Denn das mittelständische Baugewerbe baut Deutschland.
Gleichzeitig trifft der Personalmangel natürlich auch den deutschen Bau und viele Lehrstellen sind noch unbesetzt. Wir rufen junge Menschen dazu auf, sich bei einem baugewerblichen Unternehmen zu bewerben. Viele Betriebe bieten auch Ferienjobs an, die oft den Einstieg in ein Ausbildungsverhältnis erleichtern“, so Pakleppa abschließend.
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Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel
Um den fortdauernden Krieg in der Ukraine wird in Europa womöglich ein Paradigmenwechsel stattfinden, in dem es heißt: „Schlechter Frieden ist besser als guter Krieg.“
Putin wird – und das zeigt seine derzeitige Kriegsstrategie in der Ukraine – versuchen eine verbrannte Erde zu hinterlassen, um den Status quo beizubehalten. Das kann er mit seiner überlegenen Artillerie und deren Feuerkraft. Er wird nun weniger Soldaten einsetzen, dafür irreguläre Truppen. Die kann er verheizen ohne dafür im Land selbst sich erklären und verantworten zu müssen.
Er wird das gleiche tun wie in Syrien und die Infrastruktur zerstören, damit die Bevölkerung ihren lokalen Widerstand aufgibt und flüchtet. Das wird dann Zugeständnisse mit sich bringen und die Kriegseuphorie wird verblassen, weil viele weitere Faktoren eine Rolle spielen werden. Es wird vieles anders als gedacht.
In Europa werden die ersten Politiker den Wählern die gute Nachricht überbringen: „Wir haben es geschafft, den Krieg und den Flüchtlingsstrom zu stoppen, die Energiepreise zu senken, das schreckliche Sterben zu beenden. Die unmittelbaren Folgen des Waffenstillstands werden von den europäischen Politikern sofort umgemünzt und für die nächste Wahl in Stimmen umgesetzt.
Putin kann in diesem Zustand dann das als Sieg verkaufen und den Status quo beibehalten, was letztendlich bedeutet, dass die Ukraine für Jahre oder Jahrzehnte zerstückelt bleibt. Ein Waffenstillstand würde bedeuten, eine Demarkationslinie auf der Landkarte zu ziehen, die auf Jahre hinaus die politische Realität bestimmen würde – es gibt nichts Beständigeres als das Vorübergehende.
Und sobald dieser Waffenstillstand hergestellt ist, wird die Partei die das als „Schlechter Frieden ist besser als guter Krieg“ als erster verkauft hat, in Europa auch die Gunst gewinnen. Das bedeutet letztendlich, dass die Konsequenzen aufgeschoben werden. Die Tatsache, dass Putin sich festsetzt um wieder Kraft zu sammeln, bedeutet aber auch, sich für den nächsten womöglich tödlicheren und blutigeren Krieg vorzubereiten.
Was bedeutet das für Selensky und die Ukrainer? Selensky wird einerseits von den USA, andererseits vom eigenen Volk getrieben, den Krieg zu eigenen Gunsten voranzutreiben. Die Ukrainer wollen die Russen vertreiben. Aber, man ist auf beständige sowie massive Lieferung von Waffen und Munition angewiesen sowie auf Kredite der IWF und des Westens, um die Ordnung zu erhalten, Putin die Stirn zu bieten.
Ohne europäische und westliche Unterstützung kommt Kiew derzeit aber nicht vorwärts und kann auch den Status nicht sicher halten – und das schafft Möglichkeiten für Putin, das Land zu erpressen und sie zu Kompromissen zu drängen. Putin muss zwangsläufig auch Europa unter Druck setzen, um den Status quo beizubehalten oder Selensky einen Waffenstillstand abzuringen und die lautet in etwa so:
„Lieber Scholz, Macron oder Draghi, entweder Sie zwingen Selensky, den Frieden zu akzeptieren oder ich lasse Nordafrika aushungern und die nächste Welle von Flüchtlingen rollt aus Afrika über Europa hinweg. Ihre Regierungen werden von Rechtsradikalen übernommen, die ich finanziell wie propagandistisch mit unterstütze.“
Putin hat aber noch einen weiteren wirksameren Hebel angesetzt. Wenn man mit westlichen Politikern nicht direkt umgehen kann, muss man sich mit ihren Wählern beschäftigen. Die Politik in Europa ist auch von der öffentlichen Meinung abhängig. Das ist ihre Stärke, die Putin als Schwäche ansieht.
Der Winter naht und damit die Möglichkeit für Putin, die Trumpfkarte in den kommenden Monaten mit maximaler Effizienz auszuspielen. Das wird Putin tun – er wird versuchen, die Europäer mit der Aussicht, diesen Winter in ihren Häusern zu erfrieren, in die Knie zwingen.
Jetzt liegt es tatsächlich an nur einem einzigen Winter und an einer Getreidelieferung gen Süden. Sollten beide ausfallen wird sich die europäische Gemeinschaft beweisen müssen, wie stark sie hinter dem ukrainischen Volk stehen. Und damit ist die Ukraine mit Gedeih und Verderb vom Westen abhängig. Keine günstigsten Aussichten wie mir scheint!
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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Heute vor 104 Jahren, am 31. März 1918, verübten russische Bolschewiki und armenische Milizen in Baku und in anderen Städten Aserbaidschans zahlreiche Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten, bei dem nach offiziellen Angaben alleine in der Hauptstadt Baku 12.000 und insgesamt mehr als 50.000 unschuldige Menschen zum Opfer fielen.
Osnabrück – Landkreistagspräsident Reinhard Sager hat eine Corona-„Panikmache“ kritisiert, fordert für den Herbst aber harte Eindämmungsmaßnahmen.
„Es findet gerade eine Durchseuchung der Bevölkerung statt. Das ist aber nicht tragisch. Das könnte uns sogar helfen, weil sich im Herbst nicht mehr so viele Menschen gleichzeitig anstecken können“, sagte Sager im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit Blick auf die gegenwärtig hohen Inzidenzen.
Daher gelte: „Bitte keine Panikmache!“. Es bleibe „ganz wichtig“, die vulnerablen Gruppen zu schützen, auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen sehr vorsichtig zu sein. „Aber jetzt schon wieder mit Verboten um die Ecke zu kommen halte ich für unangebracht.“
Die vielen Festivals, Dorffeste und das Gedränge an den Stränden hält der Landkreistagspräsident trotz der kritischen Lage in manchen Kliniken nicht für zu leichtsinnig. „Soweit es an der frischen Luft stattfindet, ist das völlig okay, ja. Wo es sehr dicht ist, sollte weiter Maske getragen werden, die wenig stört und gut schützt. Aber Beschränkungen für Außenveranstaltungen brauchen wir nicht.“
Für Herbst und Winter forderte Sager in der „NOZ“ aber die Möglichkeit zu harten Eindämmungsmaßnahmen. Um einen neuen Lockdown oder Teil-Lockdown sowie Schulschließungen zu vermeiden, „müssen wirksame Instrumente vorbereitet werden, die bei Bedarf auch rasch gezogen werden können“, sagte er.
„Dazu zählen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte, eine Maskenpflicht in Innenräumen und Testpflichten etwa für Pflegeheime und größere Veranstaltungen. Auch Kontaktverbote gehören als Ultima Ratio in den Instrumentenkasten, weil niemand weiß, wie kritisch es tatsächlich wird.“
Einen eindringlichen Appell sandte der Landkreistagspräsident an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): „Herr Lauterbach muss dafür sorgen, dass wir nicht ein weiteres Mal der Herbstwelle hinterherlaufen und folglich zu drastischen Maßnahmen gezwungen sein könnten“, so die Forderung.
„Er sollte keinen Alarmismus verbreiten und die Leute vor dem schlimmen Herbst warnen, sondern verantwortungsvoll den Maßnahmenkatalog erstellen, um darauf zu gegebener Zeit zugreifen zu können.“
Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel
Auch 7 Jahre nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei sucht die Opposition mit vagen Formulierungen bis hin zu Verschwörungstheorien einen Schuldigen – und die sitzt zumeist innerhalb der Regierungspartei AKP.
Drückt sich etwa die Opposition vor der eigenen Verantwortung in Zusammenhang mit dem Gülen-Netzwerk, oder wie man in der Türkei diese Organisation nun seit dem 15. Juli 2016 nennt, FETÖ?
Mit einem Tweet hatte der Oppositionsführer der Republikanischen Volkspartei CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, am Jahrestag des gewaltsamen und blutigen Putschversuchs erneut für viel Diskussionsstoff gesorgt.
Verschwörungstheorie?
Kemal Kılıçdaroğlu twitterte am sechsten Jahrestag des gescheiterten Putschversuchs sinngemäß, dass die vaterländischen Verräter einer Terrororganisation ihre Waffen gegen das Volk gerichtet hätten.
Er gedenke der 251 Märtyrer und bedanke sich bei den Veteranen. Kılıçdaroğlu zufolge dürfe man sich nicht nur am Ergebnis selbst orientieren, sondern auch die Vorstufe dessen in Augenschein nehmen, um dessen Verantwortlichen mit in Rechenschaft zu ziehen und damit letztendlich Recht zu sprechen.
Damit befeuert Kemal Kılıçdaroğlu erneut die Frage, wer diesen „vaterländischen Verrätern“ zu dieser ungeheuerlichen Macht verholfen hat und zeigt dabei wieder einmal auf die Regierungspartei AKP, ohne dabei diese Verräter beim Namen zu nennen.
Screenshot/TwitterKampf gegen das Gülen-Netzwerk
Zunächst einmal muss Kılıçdaroğlu diese Terrororganisation endlich beim Namen nennen; ob nun die PKK, die FETÖ oder der IS. Dann muss er selbst aufpassen, wen er in diesem Zusammenhang in Regress nimmt.
War er nicht persönlich in der Putschnacht im von Putschisten belagertem Istanbuler Atatürk-Flughafen und spazierte zwischen Putschisten und deren Panzern und Mannschaftstransportern seelenruhig hinaus, um anschließend im Haus des Bürgermeisters von Bakırköy als Gast sich auf dem Sessel breitzumachen und mit Schwarztee verköstigt zu werden?
Erklärte er nur wenige Tage danach vor der versammelten Parteifraktion etwa nicht, mit allen zusammen (Opposition und Koalition) gegen den Putsch aufgestanden, gegen die Putschisten vorgegangen zu sein?
Kılıçdaroğlu spazierte in dieser Nacht aus dem Atatürk-Flughafen, ohne einem der anwesenden Putschisten auch nur die Stimme, geschweige denn den Finger zu erheben. Danach erklärte er quasi den Schulterschluss mit der Regierungskoalition, um nur wenige Tage später all das umzukehren, in dem er Theorien in die Welt setzte, die bis heute nicht abebben.
Kann man mit dieser eindrucksvollen Wandlung andere beschuldigen, nichts getan, weggeguckt oder aber diesem Ereignis bereits in der Vergangenheit den Boden geebnet zu haben?
Das wirft auf der anderen Seite die Frage auf, weshalb jene – also die AKP bzw. Erdogan, die jetzt von Kılıçdaroğlu für den gescheiterten Putschversuch in Regress genommen werden, Erzfeinde der Gülen-Sekte bzw. der FETÖ sind – noch vor dem gescheiterten Putschversuch und jetzt erst recht. Standen nicht etwa vorrangig AKP- bzw. MHP-Politiker, deren Aktivisten oder lokale Funktionsträger in Todeslisten der FETÖ? War der türkische Präsident Erdogan Monate, ja Jahre vor der Putschnacht etwa nicht zum Hassobjekt der Gülen-Sekte mutiert, suchten in der Putschnacht keine Spezialeinheiten der Putschisten ihn im Sommerurlaub auf?
Erklärte der ehemalige Generalstabschef İlker Başbuğ während eines Forums des Rotary Clubs kurz nach dem gescheiterten Putschversuch etwa nicht, Erdogan habe nach 2012 den Kampf gegen die FETÖ allein geführt; er sei ganz allein gewesen; er sei in manchen problematischen Fragen im Stich gelassen worden?
Und eine weitere Frage tut sich unweigerlich auf: warum Kılıçdaroğlu seinen Standpunkt wenige Tage nach der Putschnacht verändert und welche Seite er damit im Grunde seither bedient. Das alles würgt doch im Grunde nur die Debatte darüber ab, ob die Opposition eine gewisse Mitverantwortung trägt, ob sie ebenfalls Leichen im Keller hat. Und, Kılıçdaroğlu bedient damit Verschwörungstheoretiker, die schon längst die Schuldigen ausgemacht haben.
Aufarbeitung
Der Putschversuch war kein singuläres Ereignis, sondern die letzte Stufe eines sich über Dekaden erstreckenden Machtwachstums des Gülen-Netzwerks, die anschließend über mehrere Jahre hinziehenden Eskalation zwischen Erdogan und dem Gülen-Netzwerk sowie dessen Strippenziehern in Washington. Das Gülen-Netzwerk etablierte sich nicht erst mit Erdogan oder der AKP, sondern hatte schon weit davor eine gewisse Machtstruktur aufgebaut, die mit Fethullah Gülens Wirken seit den 1960’er Jahren einherging. Fethullah Gülen verließ aufgrund dessen ja auch das Land im Jahre 1999 – also noch vor der Ära Erdogans oder der AKP und lebt seither in den USA.
In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, sich chronologisch vorzuarbeiten und die Ereignisse in diesem Licht zu betrachten. So muss sich die Opposition doch die Frage erlauben lassen, weshalb sie z.B. bei den Zwangsschließungen von Lichthäusern, Medien wie der ZAMAN oder Schulen des Gülen-Netzwerks die Proteste der Anhänger mit befeuert hat, die Verordnungen der Regierung hierzu scharf verurteilten und den Streit bis ins Parlament trugen. Diese Ereignisse lagen ja noch Monate, ja Jahre vor dem gescheiterten Putschversuch zurück.
Erdogan hat also viel früher mit dem Gülen-Netzwerk gebrochen als diverse andere Akteure in Politik und Wirtschaft in der Türkei. Viele derer, die heute auf Erdogan und die AKP zeigen, haben bislang überhaupt keine Aufarbeitung ihrer eigenen Verwicklungen und Mitwirkungen zu Fethullah Gülen vorgenommen.
Die Opposition verschleppt im Grunde die eigene Verantwortung, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Ist das etwa dienlich, im Kampf gegen ein Netzwerk, dass sich in der Türkei eine Parallelmacht aufgebaut hat und bis heute vereinzelt immer noch schlummert?
Das bedeutet nicht, dass man damit Erdogan einen Persilschein attestiert. Es ist offensichtlich, dass da noch diverse kompromittierenden Leichen in den Kellern der AKP oder aber auch der Koalitionspartei MHP liegen. Das wird wohl auch der Grund für die Weigerung der Regierung sein, etwaige Untersuchungsausschüsse zu berufen. Nichtsdestoweniger dürfte die AKP jene Partei im Establishment sein, die ihren politischen Reinigungsprozess am weitesten vorangetrieben hat, auch wenn das augenscheinlich nicht bemerkt werden will.
Letztendlich stellt sich die Frage überhaupt nicht, wer für den Putschversuch verantwortlich ist. Es sind jene die ihre Waffen gegen das eigene Volk gerichtet und abgedrückt haben.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar
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