Balkan
Nordmazedonien: Türkisch auf dem Weg zur Amtssprache

0
Skopje – Die mazedonische Stadt Vasilevo (Василево) hat Türkisch als zweite offizielle Amtssprache anerkannt. Wie die mazedonische Regionalzeitung „Üsküp Haber“ berichtet, hat das Stadtparlament von Vasilevo einen entsprechenden Beschluss gebilligt, der ab 1. Januar 2023 in Kraft treten soll. Mit dieser Entscheidung erhöht sich die Zahl der Städte und Gemeinden in Mazedonien, die Türkisch als offizielle Amtssprache eingeführt haben, auf neun Kleinstädte. Vasilevo zählt etwa 12.000 Einwohner, davon sind etwa 2.095 Bewohner türkischer Abstammung. Bülent Isinov, Mitglied des Stadtparlaments von Vasilevo, zeigte sich nach dem Beschluss sichtlich erfreut und erklärte: „Selbstverständlich kann ich hier als Türke Folgendes dazu sagen: Ich bin sichtlich stolz. Seit langer Zeit hatten wir nicht so viele türkische Mitglieder [im Stadtparlament]. Aber jetzt sind wir drei Mitglieder, auch wenn wir unterschiedlichen Parteien angehören. Ich bedanke mich persönlich im Namen meines Volkes, meiner Freunde und der turksprachigen Welt.“ Sichtlich beeindruckt von der Entscheidung äußerte sich auch Lehrer Enis Schavle: „Es ist eine sehr gute Sache, wenn jeder in seiner Muttersprache unterrichtet wird.“ Türkisch als Amtssprache wird in folgenden Städten und Gemeinden Nordmazedoniens anerkannt: Gostivar, Vrapciste, Jupa, Plasnitsa, Cayir, Studenican, Kircova und Doyran. Die offizielle Amtssprache Nordmazedoniens ist Mazedonisch, wobei Albanisch seit 2019 als zweite Amtssprache gilt. Die albanische Bevölkerung stellt rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung dar. Ferner sprechen 3,9 Prozent Türkisch und 1,8 Prozent Serbokroatisch. Kemal Bölge/Skopje

Wahlen 2023
Türkei: Mehrheit würde nicht Kılıçdaroğlu wählen

0
Istanbul – Laut einer neuen Umfrage des türkischen Meinungsforschungsinstituts Metropoll Research würden 56,7 Prozent der türkischen Bürger bei einer möglichen Wahl heute nicht für den Vorsitzenden der oppositionellen CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, stimmen. Bei Präsident Recep Tayyip Erdoğan lag diese Zahl bei 50,7 Prozent. Die Ergebnisse der Umfrage wurden von dem Meinungsforschungsinstitut am 24. Dezember auf Twitter veröffentlicht. Wie das Institut weiter bekannt gab, wurden die Befragungen zwischen dem 15. und 20. November durchgeführt. Bei Wählern der regierenden AKP lag die Ablehnung mit 88,8 Prozent am höchsten. 85 Prozent der CHP-Wähler stimmten für Kılıçdaroğlu. Andererseits gaben 50,7 Prozent der Befragten an, dass sie nicht für Präsident Recep Tayyip Erdoğan stimmen würden, während 43 Prozent sagten, sie würden für Erdoğan stimmen. Dementsprechend gaben 11,2 Prozent der AKP-Wähler an, dass sie Erdoğan nicht wählen würden, während diese Zahl bei Erdoğans Verbündeter Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) 29,8 Prozent betrug. Im Juni 2023 finden in der Türkei landesweite Wahlen statt, bei denen die Wählerinnen und Wähler den Präsidenten und alle 600 Abgeordneten des Parlaments wählen werden. Der Präsident und die Abgeordneten des Parlaments werden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei der Präsident auch die Möglichkeit hat, vorgezogene Neuwahlen auszurufen.

2017 beschlossen die türkischen Wähler, von einem parlamentarischen System zu einem exekutiven Präsidialsystem überzugehen. Nachdem er seit 2003 Ministerpräsident war, übernahm Erdoğan 2014 das Präsidentenamt. Nach dem neuen System sind die Amtszeiten der Präsidenten auf zwei volle Legislaturperioden begrenzt.

 

Israelkritik
„Antisemitismus-Beschluss wäre Parteinahme für eine Seite“

Berlin – Der Antisemitismusexperte Peter Ullrich kritisiert die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern, die ein Verbot von Äußerungen, Symbolen, Motiven, Aufrufen fordern wenn diese auf die Vernichtung Israels abzielen. „Ein solcher Beschluss wäre eine schlichte Parteinahme für eine Seite“, so der Soziologe und Kulturwissenschaftler gegenüber „nd.DerTag„. In einer nun veröffentlichten Studie mit dem Titel „Handlungsbedarf aufgrund zunehmender antisemitischer und antiisraelischer Hetze vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts“ fordert eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe der Innenministerkonferenz zu einem schärferen Vorgehen gegen Israelkritik auf. Dabei werden Maßnahmen gegen Landkarten gefordert, „die das Existenzrecht Israels in Frage stellen“. Delegitimierungen der anderen Konfliktseite durch Nichtnennung auf Landkarten seien in Israel genauso wie Palästina weit verbreitet, so Ullrich. „Das ist Ausdruck des Konflikts, aber kein hinreichender Indikator für Antisemitismus“. Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen finden sich auch in den Beschlüssen der Innenministerkonferenz vom 2. Dezember in München, die erst nachträglich online gestellt wurden. So soll den Antisemitismusbeauftragten künftig eine größere Rolle beim Vorgehen gegen Veranstaltungen zugestanden werden. Die Beauftragten sollen dazu mit der Generalstaatsanwaltschaft „bei der nachhaltigen Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen“ einbezogen werden.

NRW
Ukraine-Krieg: Kirchen danken für große Hilfsbereitschaft

Essen – In Zeiten des Krieges in der Ukraine und der Not zahlloser Flüchtlinge appellieren die christlichen Kirchen in NRW an die Hilfsbereitschaft der Menschen. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck und Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, sehen laut einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in der Aufnahme von Geflüchteten im kommenden Jahr eine große Herausforderung. „Ich habe großen Respekt davor, dass die Menschen in unserem Land, die bis weit in die Mittelschicht zunehmend um ihre Existenz besorgt sind, sich bereitwillig um andere kümmern“, sagte Kurschus, die auch EKD-Ratsvorsitzende ist, der Zeitung. In der Weihnachtsgeschichte und der Geburt Jesu im Stall lasse sich auch die verletzliche Situation geflüchteter Frauen, Kinder und Männer erkennen. Overbeck betonte in der WAZ, er sehe eine große Freigiebigkeit unter den Menschen im Ruhrgebiet, obwohl die eigene Bedürftigkeit oft groß sei. „Viele Menschen sind erschüttert von den erschreckenden Bildern des Krieges.“ Die Flüchtlinge seien, anders als in den Jahren 2015 und 2016 „mit unserer Lebensweise mehr verbunden“, erklärte Overbeck. „Viele sind uns auch religiös nah, weil sie in der christlichen Tradition leben.“ Auch Präses Kurschus sieht einen Wandel bei der Willkommenskultur, die nicht mehr allein darauf abziele, Menschen aufzunehmen, sondern sie auch zu integrieren. „Ich werbe entschieden dafür, Geflüchtete nicht unterschiedlich zu behandeln, ganz gleich, woher sie kommen“, sagte Kurschus. Mit Blick auf den Krieg und der Frage nach Waffenlieferungen forderte Kurschus mehr diplomatische Bemühungen. „Keine Waffe ist geeignet, Frieden zu schaffen“, sagte sie. „Wir als Kirche stehen dafür, dass Gesprächsfäden niemals abreißen dürfen.“ Dennoch müsse Deutschland das überfallene Land dabei unterstützen, sich mit Waffen zu verteidigen. „Sie können sich nicht allein mit gewaltlosem Widerstand schützen.“ Ruhrbischof Overbeck sagte, als „Ultima Ratio, als letztes Mittel, kann zur Verteidigung auch Gewalt angewendet werden“. Den Soldaten sage er als Militärbischof von Deutschland aber stets auch: „Achtet darauf, dass Ihr trotz allem Menschen des Friedens bleibt.“ Der Bischof appellierte in der Krise an die Ökumene und den Zusammenhalt der Konfessionen – „damit mehr Frieden wachsen kann.“ Beide Kirchenvertreter möchten mit ihren Weihnachtsbotschaften den Menschen in schwierigen Zeiten Zuversicht und Hoffnung geben und forderten sie auf, sich nicht entmutigen zu lassen. Dass nur zum Weihnachtsfest die ansonsten oftmals leeren Kirchenbänke gut gefüllt sind, bekümmert beide wenig. „Ich freue mich über jeden einzelnen Menschen, der zum Gottesdienst kommt, und sei es nur zu Weihnachten“, sagte Kurschus. Overbeck ergänzte: „Das Weihnachtsfest berührt das Herz der Menschen. Die Geburt eines Menschen ist etwas Tröstendes, da sie etwas Neues verheißt.“

Türkei
Unfrage: Mehrheit findet Strafe gegen Imamoglu unfair

0
Ankara – Laut einer aktuellen Umfrage finden rund 64 Prozent der türkischen Bürger die Verurteilung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu „nicht fair“. İmamoğlu wurde wegen Beleidigung von Mitgliedern des Obersten Wahlrats der Türkei (YSK) zu zwei Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht verhängte außerdem ein politisches Verbot gegen ihn. Rund 64 Prozent der türkischen Bürger finden die Verurteilung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu „nicht fair“, so eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Türkiye Raporu (Türkei Report). Der Direktor des Türkiye Raporu, Can Selçuki, teilte die Ergebnisse der Umfrage mit. Die Mehrheit der Wähler der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) ist ebenfalls der Meinung, dass die Verurteilung „nicht fair“ war. Dementsprechend finden 35,9 Prozent der AKP-Wähler die Verurteilung „nicht fair“, während 31,8 Prozent sie „fair“ finden. Die Zahl der „nicht fairen“ Antworten war bei den Wählern des regierenden Bündnisses Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) höher. Dementsprechend finden 52,2 Prozent der MHP-Wähler die Verurteilung „nicht fair“, während 26,7 Prozent sie für „fair“ halten. Andererseits fanden 96 Prozent der CHP-Wähler die Verurteilung „nicht fair“, während diese Zahl bei den Wählern der oppositionellen Partei der Guten (İYİ) 93,9 Prozent beträgt. Darüber hinaus halten rund 62 Prozent der türkischen Bürger die Verurteilung für eine „politische Entscheidung“ und nicht für „rechtmäßig“. Ein türkisches Gericht verurteilte am 14. Dezember Bürgermeister İmamoğlu von der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) wegen „Beleidigung“ von 11 Mitgliedern des Hohen Wahlausschusses der Türkei (YSK) zu zwei Jahren und sieben Monaten Gefängnis.

Auch interessant

– Türkei – Wahlen: Kilicdaroglu rechnet mit Sieg der CHP

Oppositionspolitiker Kemal Kilicdaroglu sagte in einem TV-Interview, dass sie bei den kommenden Wahlen gewinnen und die „derzeitige Regierung stürzen“ werden.

Wahlen: Kilicdaroglu rechnet mit Sieg der CHP

Ukraine-Krieg
Russland warnt Griechenand vor S-300-Verkauf an Ukraine

0
Moskau – Russland warnte Griechenland am Donnerstag erneut vor der Lieferung von Luftabwehrraketensystemen des Typs S-300 aus russischer Produktion an die Ukraine und forderte Athen auf, „solche provokativen Pläne“ fallen zu lassen. Auf einer Pressekonferenz in Moskau sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, dass die Weitergabe der S-300-Systeme an Kiew eine „grobe Verletzung“ der zwischenstaatlichen russisch-griechischen Vereinbarungen über die militärisch-technische Zusammenarbeit und die Lieferung militärischer Produkte darstellen würde. „Die Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen wird unweigerlich Konsequenzen haben, ganz zu schweigen von der Schwächung der griechischen Verteidigungsfähigkeit im Bereich der Luftverteidigung“, warnte sie. „Dies wäre ein eklatanter Verstoß gegen die Bestimmungen des russisch-griechischen Regierungsabkommens über die militärisch-technische Zusammenarbeit vom 30. Oktober 1995 und über die Lieferung von Militärgütern vom 3. Dezember 2013, die es Griechenland eindeutig untersagen, von Moskau gelieferte militärische Ausrüstung ohne die Zustimmung Russlands an Dritte zu reexportieren“, sagte sie weiter. „Schließlich sollte niemand daran zweifeln, dass alle nach Kiew geschickten militärischen Ausrüstungen von den Streitkräften der Russischen Föderation rechtzeitig entdeckt und zerstört werden. Bevor es zu spät ist, kann man riskante Pläne aufgeben. Wir warnen die griechische Führung noch einmal vor der Verantwortung“. Der griechische Verteidigungsminister Nikolaos Panagiotopoulos hatte am Sonntag erklärt, die Regierung des Landes sei bereit, S-300-Luftabwehrsysteme von Kreta in die Ukraine zu schicken, wenn die USA „an ihrer Stelle das Patriot-System installieren“.

Auch interessant

– Ukraine-Krieg – Ukrainer: „Selenskyj hat dicke Eier“

Der ukrainische Präsident hat Bakhmut, eine umkämpfte Stadt im Osten des Landes, einen unangekündigten Besuch abgestattet.

Ukrainer: „Selenskyj hat dicke Eier“

Spionage
Spionage für Russland: BND-Mitarbeiter festgenommen

Karlsruhe – Der Generalbundesanwalt hat am Mittwochabend einen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) wegen des Verdachts auf Landesverrat festnehmen lassen. Wie der Spiegel berichtet, soll er in diesem Jahr hochsensible Informationen an einen russischen Geheimdienst weitergegeben haben. Bundeskanzler Olaf Scholz sei dem Bericht zufolge bereits vor Wochen informiert worden. Wie der Spiegel weiter berichtet, wurde der Beschuldigte am Donnerstag dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt. Dieser ordnete dem Bericht zufolge den Vollzug der Untersuchungshaft an. Zwei Bürostandorte des BNDs wurden durchsucht, zudem die Wohnung des Mannes. Carsten L. ist beim Bundesnachrichtendienst beschäftigt. Im Jahr 2022 übermittelte er Informationen, die er im Zuge seiner beruflichen Tätigkeit erlangt hatte, an einen russischen Nachrichtendienst. Bei dem Inhalt handelt es sich um ein Staatsgeheimnis im Sinne des § 93 StGB. Die Ermittlungen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst geführt. Die Generalbundesanwalt in einer Pressemitteilung:
Carsten L. ist beim Bundesnachrichtendienst beschäftigt. Im Jahr 2022 übermittelte er Informationen, die er im Zuge seiner beruflichen Tätigkeit erlangt hatte, an einen russischen Nachrichtendienst. Bei dem Inhalt handelt es sich um ein Staatsgeheimnis im Sinne des § 93 StGB. Die Ermittlungen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst geführt.

NATO-Beitritt Schwedens
NATO-Beitritt: Türkei fordert weitere Schritte von Schweden

0
Ankara – Die Türkei lobte am Donnerstag Schweden dafür, dass es auf ihre Sicherheitsbedenken eingegangen ist, betonte jedoch, dass mehr nötig sei, um Ankaras volle Unterstützung für Stockholms ins Stocken geratenen NATO-Beitrittsantrag zu gewinnen. Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu warf der Regierung in Stockholm vor, Terroristen nicht ausgeliefert zu haben. Cavusoglu erklärte gegenüber seinem schwedischen Amtskollegen Tobias Billstrom, dass die neue Regierung, die im Oktober in Stockholm an die Macht kam, den Forderungen Ankaras gegenüber aufgeschlossener sei. Er betonte aber auch, dass „die Schritte, die wir wollen, immer noch nicht unternommen worden sind“. „Wir ignorieren nicht die positiven Schritte, die unternommen wurden, aber es gibt noch wichtige Schritte zu unternehmen“, sagte Cavusoglu. „Es gibt keine konkreten Entwicklungen in Bezug auf die Auslieferung terroristischer Straftäter und das Einfrieren terroristischer Vermögenswerte“, sagte Cavusoglu auf einer Pressekonferenz mit seinem schwedischen Amtskollegen. Billstroms Besuch war geplant, bevor der Oberste Gerichtshof Schwedens am Montag die Auslieferung eines Journalisten, den Ankara in den gescheiterten Putschversuch von 2016 verwickelt sieht, blockierte und damit den Zorn Ankaras hervorrief. Cavusoglu nannte dies am Dienstag „eine sehr negative Entwicklung“. Bei einem gemeinsamen Medienauftritt mit Billstrom in Ankara milderte er diese Äußerungen etwas ab. „Unsere Gespräche werden in einer aufrichtigen Atmosphäre fortgesetzt“, sagte Cavusoglu.
„Die Ablehnung der Auslieferung hat leider die positive Atmosphäre vergiftet.“

Schweden und Finnland haben sich um einen NATO-Beitritt beworben, nachdem Russland im Februar eine große Militäroffensive gegen die Ukraine gestartet hatte. Die beiden skandinavischen Länder waren bereits enge Partner der NATO, aber durch ihren Beitritt würden sie die Unterstützung von 30 Mitgliedsländern erhalten, falls sie von ihrem Feind Russland oder einem anderen Land angegriffen würden. Das Militärbündnis trifft seine Entscheidungen im Konsens, was bedeutet, dass beide Länder den Segen aller 30 Länder benötigen.

Nur die Türkei weigerte sich, für einen Beitritt zu stimmen. Der NATO-Verbündete Türkei hob im Juni sein Veto gegen den Antrag Finnlands und Schwedens auf Beitritt zum Militäbündnis auf. Vorausgegangen waren wochenlange angespannte Verhandlungen, in denen Ankara die beiden nordischen Länder beschuldigte, Kämpfer der Terrororganisation PKK zu beherbergen. Schweden und Finnland unterzeichneten im Juni ein Abkommen mit der Türkei, in dem sie die meisten Forderungen des Landes im Gegenzug für ihre NATO-Mitgliedschaft akzeptierten. Dazu gehört auch die Auslieferung einer langen Liste von Personen, die von der Türkei wegen terroristischer Anschuldigungen gesucht werden.

Zum Thema

– Kampf gegen Terror – NATO-Vereinbarung: Schweden liefert Mann an die Türkei aus

Mahmut Tat beantragte 2015 in Schweden Asyl, weil er wegen seiner Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, was jedoch abgelehnt wurde.

NATO-Vereinbarung: Schweden liefert Mann an die Türkei aus

Energiepolitik
Türkei plant Kauf von US-Atomreaktoren

Ankara – Die türkische Regierung führt Gespräche mit den USA über den Kauf kleinerer Kernreaktoren, da das Land sich schrittweise von Kohle als Energielieferant abwenden will. „Es besteht ein ernsthaftes Interesse an der Kernenergie als Ersatz für Kohlekraftwerke“, sagte Justin Friedman, leitender Berater für kommerzielle Wettbewerbsfähigkeit in der Kernenergie im US-Außenministerium, am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg in Ankara. Friedman sagte, dass bis zu 35 kleine modulare Reaktoren (SMR) gekauft werden könnten, und verwies auf die türkischen Bestrebungen, bis 2050 eine Stromerzeugungskapazität von 20 Gigawatt aus Kernkraft zu erreichen. „Die Frage ist nun, wie wir von Regierung zu Regierung zusammenarbeiten können, um die Tür für eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen zu öffnen“, sagte er. Zu den US-Herstellern von SMR gehören NuScale Power Corp. und die von Bill Gates unterstützte TerraPower LLC. SMR erzeugen in der Regel hundert Megawatt oder etwas mehr – und sind damit nur etwa ein Zehntel so groß wie herkömmliche Reaktoren – und können in Serie gebaut werden, wie Komponenten in einer Fabrik, und nicht wie üblich als maßgeschneiderte Projekte. Die Gespräche mit den USA finden zu einem Zeitpunkt statt, zu dem das russische Staatsunternehmen Rosatom kurz vor der Fertigstellung des Kernkraftwerks Akkuyu im Süden der Türkei steht. Die Regierung verhandelt außerdem mit Rosatom über ein zweites Kraftwerk, das in Sinop an der Schwarzmeerküste gebaut werden könnte. Die Türkei verfügt über 68 kohlebefeuerte Kraftwerke, die nach Angaben des Energieministeriums im vergangenen Jahr etwa ein Drittel des Strombedarfs des Landes deckten. Das Land strebt an, bis 2053 netto keine Kohlenstoffemissionen mehr zu verursachen.

Antalya
Star-Regisseur Guy Ritchie dreht weiteren Film in der Türkei

0
Antalya – Nur zwei Jahre nach dem Dreh seines letzten Film – Operation Fortune (ab Januar) mit Jason Statham, Hugh Grant und Aubrey Plaza in den Hauptrollen – hat der britische Star-Regisseur Guy Ritchie erneut die Türkei als Drehort für einen weiteren Film gewählt. Ritchie wird seinen neuen Film in der türkischen Urlaubsmetropole Antalya drehen, wie das Filmstudio mitteilte. Der britische Filmemacher, der vor zwei Jahren fast alle Szenen seines kommenden Films Operation Fortune in Antalya drehte, wählte den türkischen Urlaubsort auch für seinen neuen Film, The Ministry of Ungentlemanly Warfare. Die Drehgenehmigung für den Film wurde letzten Monat erteilt, und die Filmcrew begann mit den Dreharbeiten auf dem Plateau der Antalya Exhibition Area (EXPO). Außerdem sollen die Dreharbeiten in anderen Bezirken wie Demre, Konyaaltı, Kemer, Alanya und Manavgat stattfinden. Die Dreharbeiten werden im Januar beginnen und bis April andauern, wobei die Schauspieler in Antalya bleiben werden, berichtet Daily Sabah. Yeliz Gül Ege, Vorsitzende der Antalya Promotion Foundation, erklärte gegenüber der Nachruchtenagentur Anadolu (AA), dass Antalya heute eine Weltstadt sei, da sie jedes Jahr Millionen von ausländischen Touristen beherberge. Ege wies darauf hin, dass in der Stadt bereits in- und ausländische Filme gedreht wurden und dass Antalya in der Filmindustrie wichtige Erfahrungen aus erster Hand gesammelt hat. Ege brachte auch zum Ausdruck, dass Antalya dank seiner vielfältigen Möglichkeiten für viele eine vorteilhafte Option ist:
„Mit seinem Klima, der Natur, den Transport- und Unterbringungsmöglichkeiten ist Antalya eine ideale Stadt für die Filmindustrie. Jedes Filmteam, das hierher kommt, verlässt die Stadt zufrieden.“
In einem auf Twitter veröffentlichten Video sagte Ritchie nach dem Dreh seines letzten Films, dass er gerne alle seine Filme in der Türkei drehen würde.

„Die Türkei ist so etwas wie eine Offenbarung: schönes Essen, Land, Hotels und Menschen. Nach zwei Monaten würde ich am liebsten alle meine Filme hier drehen“, so der Filmemacher auf Twitter. Falls es in Zukunft möglich sein sollte, mehr Filme dort zu drehen, werde er dies tun. Die Türkei sei sehr modern, aber habe gleichzeitig noch immer den Charm der Antike.

(Screenshot/Twitter)
The Ministry of Ungentlemanly Warfare Ministry of Ungentlemanly Warfare ist die Verfilmung des Romans von Damien Lewis. Darin organisiert Premierminister Winston Churchill während des 2. Weltkrieges eine Truppe, von der er ihre Existenz verneinen konnte und die für ihn die Drecksarbeit in afrikanischen und europäischen Gegenden erledigte. Als Frankreich im Winter 1939 an die Nazis fiel, erklärte Premierminister Winston Churchill, Großbritannien werde sich dem Vormarsch der deutschen Armee widersetzen – notfalls auch allein. Um die scheinbar unaufhaltsame deutsche Kriegsmaschinerie zu besiegen, forderte Churchill die rasche und geheime Entwicklung einer ganz besonderen Art von Militäreinheit, wie sie die Welt noch nie gesehen hatte. Churchill beauftragte die Special Operations Executive (SOE), ein Team von Überlebenskünstlern, Freidenkern, Außenseitern und Kriminellen zu rekrutieren – Männer mit einer Vielzahl von Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen sollten, tief hinter den feindlichen Linien auf eigene Faust zu operieren.

Auch interessant

– Ukraine-Krieg – Ukrainer: „Selenskyj hat dicke Eier“ Der ukrainische Präsident hat Bakhmut, eine umkämpfte Stadt im Osten des Landes, einen unangekündigten Besuch abgestattet. Während Wladimir Putin aus dem sicheren Kreml sibirische Männer für seinen Krieg gegen die Ukraine zwangsrekrutiert, hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag erneut die Streitkräfte seines Landes inmitten der heiß umkämpften Stadt Bakhmut besucht und wird dafür von der ukrainischen Bevölkerung gefeiert. „Haben Sie schon einmal gesehen, dass ein Staatsoberhaupt seine Streitkräfte in einer heißumkämpften Zone inmitten der Kampfhandlungen besucht? Ich nicht. Selenskyj hat dicke Eier, das muss man sagen. Wir lieben unseren Präsidenten und sind stolz auf ihn“, so der ukrainische Journalist Artem Boiko aus Odessa gegenüber NEX24 in einem Videointerview. „In Bakhmut sind bestimmt zehnmal mehr russische Soldaten als ukrainische und trotzdem ist er dorthin gereist, um unsere Soldaten zu unterstützen. Das ist Mut, er ist ein wahres Staatsoberhaupt. Erst vor einigen Tagen habe ich einen Freund, der in der ukrainischen Armee diente und in Bakhtum im Einsatz war, verloren“, sagte Boiko weiter. Putin verstehe nicht, dass die Ukrainer ihr Land niemals aufgeben werden. Auch die 23-jährige Anhelina Voloshyna aus dem seit 2014 besetzten Donezk ist von ihrem Präsidenten begeistert: „Unsere bisherigen Staatschefs wären schon in den ersten Wochen ins Ausland geflohen, entweder nach Moskau oder nach London. Aber Selenskyj ist bei seinem Volk geblieben. Das werden wir niemals vergessen. Wir sind stolz auf ihn“, sagte die Studentin, die seit dem Einmarsch Russlands im Donetzk in Odessa lebt. „Russland hat bereits fast 99.000 seiner Soldaten in der Ukraine verloren. Bald werden es 100.000 Opfer unter den Besatzern sein. Doch wofür? Keiner in Moskau kann diese Frage beantworten. Und das werden sie auch nicht. Sie führen Krieg und vergeuden Menschenleben, das Leben anderer Menschen, nicht das ihrer Angehörigen, nicht ihr eigenes Leben, sondern das Leben anderer, nur weil eine Gruppe im Kreml keine Fehler zugeben kann und schreckliche Angst vor der Realität hat. Aber die Realität spricht für sich selbst“, schrieb der ukrainische Staatschef auf Telegram.
Ukrainer: „Selenskyj hat dicke Eier“