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In einem Interview mit NEX24 äußert sich die renommierte niederländische Politikanalystin Rena Netjes zu ihrer Arbeit in Nordsyrien und den Todesdrohungen der PKK
Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden
Çavuşoğlu US-Besuch
USA: Die Türkei ist ein wichtiger Partner weltweit
„Die Vereinigten Staaten und die Türkei haben ein gemeinsames Bündnis und sind ein wichtiger Partner, nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Welt.“Auf der Pressekonferenz antwortete Pentagon-Sprecher Ryder auf die Frage nach einer möglichen Botschaft des Pentagons an den Kongress über den Abschluss eines Geschäfts über den Verkauf von F-16-Kampfjets an die Türkei. Ryder sagte, dass dies eine Entscheidung des Kongresses sei und dass er „ihnen nicht sagen kann, was sie tun sollen“. „Aber, wie ich schon sagte, die Vereinigten Staaten und die Türkei haben ein gemeinsames Bündnis und sind ein wichtiger Partner, nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Welt“, sagte Ryder. Auf die Frage eines Journalisten der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, wie wichtig dieser potenzielle Verkauf für die militärischen Beziehungen sei, die in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Probleme angespannt waren, betonte er, dass die USA die Türkei als „einen wichtigen Verbündeten“ betrachten. „Wenn es um die bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei geht, haben wir immer gesagt, dass die Türkei ein wichtiger Partner und ein wichtiger Verbündeter ist. Und so werden wir weiterhin eng mit der türkischen Führung zusammenarbeiten, um diese Beziehung zu stärken und sicherzustellen, dass unsere gegenseitigen Verteidigungsbedürfnisse berücksichtigt werden“, fügte er hinzu. Çavuşoğlu zeigte sich diese Woche zuversichtlich, dass das Abkommen über den Kauf von 40 F-16-Kampfjets sowie von Technologie für die Modernisierung der bestehenden Flotte die Hürden des Kongresses überwinden wird. „Wir haben eine Vereinbarung mit der Regierung (Biden) getroffen, und es ist wichtig, dass die Regierung betont hat, dass die Vereinbarung nicht nur für die Türkei, sondern auch für die NATO wichtig ist. Wenn die Regierung standhaft bleibt, wird es keine Probleme geben“, sagte Çavuşoğlu vor Reportern. Çavuşoğlu traf sich am Mittwoch mit US-Außenminister Antony Blinken in Washington, DC. Auf einer Pressekonferenz in der türkischen Botschaft in Washington nach dem Treffen erläuterte Çavuşoğlu die wichtigsten zwischen ihm und Blinken besprochenen Themen. Der Syrienkonflikt, die fortgesetzte Unterstützung der USA für die YPG, der Antrag der Türkei auf den Kauf von 40 neuen F-16 und die NATO-Erweiterung mit Schweden und Finnland gehörten zu den wichtigsten Themen, erklärte der türkische Außenminister. Zum Thema Syrien erklärte Çavuşoğlu, die USA hätten der Türkei eine Zusammenarbeit und ein Engagement vorgeschlagen. Die Türkei und Syrien hatten unter Vermittlung Russlands Gespräche aufgenommen. „Um in Syrien und anderen Fragen zusammenzuarbeiten, haben wir ihnen heute gesagt, dass unser Vertrauen erschüttert ist, weil die USA ihre früheren Versprechen nicht eingehalten haben“, sagte Çavuşoğlu und bezog sich dabei auf die Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern über den Rückzug der YPG 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Er habe Blinken geraten, einen Sonderbeauftragten für Syrien zu ernennen, damit Washington dem politischen Prozess in diesem Land mehr Aufmerksamkeit schenke und die politische Sackgasse überwinden könne. Der türkische Außenminister wiederholte auch die Forderung Ankaras nach einem Abbruch der Beziehungen zur YPG in Nordsyrien. „Wir haben unsere Besorgnis darüber geäußert, aber gleichzeitig auch unsere Entschlossenheit im Kampf gegen die YPG/PYD zum Ausdruck gebracht“, so Çavuşoğlu. Die YPG ist der syrische Arm der 1978 in der Türkei gegründeten Terrororganisation PKK. Menschenrechtsgruppen werfen der Organisation Folter und Zwangsrekrutierung Minderjähriger vor.
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NEX24-Interview
Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden
Obwohl zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, wie Human Rights Watch, der Terrororganisation PKK Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen auch unter der kurdischen Bevölkerung vorwerfen, wird in den europäischen Medien kaum darüber berichtet. Ein Beispiel ist die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen.
Aber auch assyrische Christen und Aramäer sind frustriert in Bezug auf die Medienberichterstattung über die PKK und ihrem syrischen Ableger, die YPG. Die Berichte spiegelten meist nicht die Realität wider. Jeder, der Fragen stellt oder Einwände erhebt, werde „in Europa ignoriert“. Der assyrische Journalist Dikran Ego etwa, Chefredakteur von Assyria TV, sagte in einem Interview: „Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über die PKK oder die YPG zu.“
Morddrohungen wegen PKK-Kritik
Die renommierte niederländische Politanalystin, Rena Netjes, ist eine der wenigen Medienvertreter, die kritisch berichten und Verbrechen der Terrororganisation aufdecken. Hierfür erhielt sie bereits zahlreiche Morddrohungen. „Ich zahle einen Preis dafür, dass ich die Propaganda der PYD entlarve“, so Netjes auf Twitter.

Die YPG wird als bewaffneter Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD) betrachtet. Die PYD ist eine kurdische Partei in Syrien und gilt als Schwesterpartei der PKK. Sie kooperiert mit dem Regime in Damaskus. Laut Netjes habe die PYD bei zahlreichen Niederschlagungen von Protesten gegen das Regime eine Rolle gespielt. Netjes betont, dass jede Kritik am Regime mit Unterdrückung, Verhaftung oder Ermordung verbunden sei. Ferner war die PYD daran beteiligt, die syrische Metropole Aleppo, die von syrischen Oppositionskräften kontrolliert wurde, zu erobern und damit dem Regime einen entscheidenden Vorteil zu bescheren.
Netjes ist studierte Arabistin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Staatsführung und Sicherheit in Nordsyrien. Netjes befürwortet eine militärische Intervention und Befreiung Tal Rifaats von der YPG durch die Türkei. „Das Engagement der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen, nachdem sie von der YPG vertrieben wurden“, schreibt Netjes in einem Artikel, der auf der Seite des Washington Instituts erschien.
Im Westen gibt es starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkisch-syrischen Nationalarmee (SNA) im Norden Syriens. Doch viele vertriebene Araber aus Tal Rifaat, Manbij und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte SNA schon seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien.
Netjes: „Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tal Rifaat, einer historisch mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben.“

„Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“
In ihrem umfassenden Bericht „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist“ (Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist) gemeinsam mit Erwin van Veen, behandelt Netjes das Erstarken, die Ziele und organische Verbindung der YPG zur PKK in Nordsyrien. Dabei decken die beiden Experten die strategisch wechselnde Allianz der YPG mit dem Assad-Regime, dem iranischen Mullah-Regime, der russischen Führung sowie den USA auf. In ihrem Bericht zeigen sie differenziert auf, welche unterschiedliche geostrategische Politik die Regierungen in Nordsyrien verfolgen. Auch begangene Kriegsverbrechen der Organisation bleiben nicht unerwähnt. Zum Schluss zeigt der Bericht anhand von Szenarien auf, wie brüchig die gewaltsam erreichte Autonomie ist.
„Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“
In einem Interview mit NEX24 erklärt die Expertin, dass sie in einigen Medien über die PKK/YPG zwar relativ frei berichten könne, hinter den Kulissen jedoch auch schon eingeschüchtert wurde.
„Mein Kollege Jan Jaap de Ruiter und ich wurden hinter den Kulissen von Nederlands Nieuwsuur und Trouw ziemlich eingeschüchtert. Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“, so Netjes.
Da ich mich seit 2016 mit dem Thema beschäftige, fühle ich mich wohl genug, um über das Schlechte und das Gute zu schreiben, wie ich es vor Ort und nach zahlreichen Interviews mit hauptsächlich syrischen Kurden und auch Assyrern, Arabern, Turkmenen, Jesiden, Tscherkessen tue.
„Überwältigenden Propagandamaschinerie“
Die niederländische Forscherin stimmt dem assyrischen Journalisten Dikran Ego zu. Das Bild der Terrororganisation sei im Westen von ihrer „überwältigenden Propagandamaschinerie und von der mangelnden Kenntnis des Terrains einiger aber nicht aller, westlicher Journalisten und Politiker geprägt“.
Ich selbst begann, mir ein anderes Bild von der YPG zu machen, als ich es aus den westlichen Medien kannte, nachdem ich ganz andere Geschichten von Einheimischen gehört hatte, die aus Nordsyrien geflohen waren. Im März 2016 traf ich mehrere Syrer, die aus Tal Rifaat und Umgebung geflohen waren und die Grenze am Grenzübergang Bab al-Salama, einige Kilometer nördlich von Azaz, überquerten. In der anfänglichen Annahme, dass sie vor den russischen und regimetreuen Bombenangriffen aus Ost-Aleppo fliehen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser eingenommen hatten“. Später an der Grenze und in Kilis sowie Gaziantep, erzählten andere Flüchtlinge viele ähnliche dramatische Geschichten.
Netjes finde zwar neue Plattformen, aber sie bestätige, dass die allgemeine Medienberichterstattung im Westen im Einklang mit der PKK-Propaganda sei. Netjes erwähnt etwa die Assoziierung der PKK und der YPG mit „den Kurden“. Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit syrischen Kurden wisse sie, dass die ständige Behauptung der YPG, die Repräsentanten der Kurden zu sein, überhaupt nicht stimme. Die syrischen Kurden sähen sich in erster Linie als Syrer, als syrische Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln. Sie seien auch nicht empfänglich für PKK-Propaganda und die zwangsweise angesetzte Wehrpflicht der YPG lehnten sie im Grunde ab.
„Die meisten syrischen Kurden wollen auch keinen eigenen Staat, denn die syrischen Kurden leben hauptsächlich in drei Enklaven im Norden: im nördlichen Teil der Provinz Hasaka, in Kobani und in Afrin. Andere Teile Nordsyriens sind arabisch (turkmenische Gebiete) und kurdische Gebiete nicht groß genug für einen eigenen Staat. Daher wollten sie große Teile der nicht-kurdischen Gebiete zwischen Afrin und Kobani sowie zwischen Kobani und Ras al-Ayn beherrschen. Die YPG beherrscht momentan nicht-kurdische Gebiete wie Tal Rifaat, Manbij, Raqqa und Deir Ezzor“, so Netjes.

Die „andere Seite der YPG“
Die YPG habe zwar gegen den IS gekämpft, die Organisation habe jedoch noch eine weitere, im Westen unbekannte Seite.
Netjes: „Am problematischsten ist vielleicht die anhaltende Entführung von Minderjährigen, Mädchen und Jungen, Kurden, Assyrern und Jesiden. Sogar jenseits der Grenze habe ich zwei Teenager interviewt, die gerade von einer Entführung aus der Südtürkei nach Syrien zurückgekehrt waren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele im Westen davon nichts wissen oder es nicht glauben. Anders die niederländischen und amerikanischen Diplomaten. Für die Niederländer war dies schon immer ein Grund, sie (die YPG, Anm. Red.) nicht zu unterstützen, was einige niederländische politische Parteien verärgerte.
Ein weiterer problematischer Punkt ist die Zwangsverpflichtung in die Armee und der PKK-Lehrplan, der weder von Universitäten noch von internationalen Organisationen anerkannt wird, sodass es keine Chance gibt, damit an die Universität zu gehen. Dies sind Gründe, die vor allem junge Menschen dazu veranlassen, das Gebiet zu verlassen. In der kurdischen Region des Irak gibt es etwa 250.000 syrische Flüchtlinge, die meisten von ihnen sind Kurden. Und es gibt auch, und das ist viel weniger bekannt, nach Angaben des syrisch-kurdischen Politikers und Forschers Bedir Mulla, etwa 400.000 syrische Kurden in der Türkei, hauptsächlich in der Südtürkei, die vor dem IS, aber auch vor der syrischen PKK geflohen sind.
Diese Menschen kehren nicht zurück. Außerdem lassen sie Oppositionspolitiker nicht frei arbeiten, einige wurden sogar von PKK-Kämpfern getötet, wie Mashal Tammo, Nasredine Burheik und mehrere andere. Andere wurden inhaftiert oder sind unter Todesdrohungen geflohen, wie die KNC-Führer Abdel Hakim al-Bashar und Ibrahim Biro. Sie lassen keine freien Medien zu, auch keine westlichen oder arabischen Medien oder Forscher, die sich kritisch geäußert haben. Die meisten machen dies jedoch nicht öffentlich, wahrscheinlich in der Hoffnung, wieder Zugang zu erhalten.
In Afrin haben sie viele Kurden an das Assad-Regime ausgeliefert. Nur wenige haben es raus geschafft. Sie schließen assyrische christliche Schulen, weil sie wollen, dass sie den Lehrplan der PKK anwenden. Kurzum, sie regieren Hasaka und die Provinz Kobani – und davor Afrin -, insbesondere die kurdischen Gebiete, mit eiserner Faust. Das können sie nicht in allen arabischen Gebieten tun, weil die Stämme das einfach nicht zulassen würden. Hinzu kommt, dass derzeit etwa 70 Prozent der von der YPG beherrschten Gebiete arabische Gebiete sind, die sich selbst regieren wollen und nicht wollen, dass der Reichtum, wie etwa Öl, aus ihren Gebieten genommen und ein Teil davon an das Regime verkauft wird.“
„Die Mehrheit der syrischen Kurden mag die PYD nicht“
In ihren Berichten betont Netjes immer wieder, dass die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung eine Regierung durch die PYD ablehnt:
„Kurz gesagt, die von der PYD kontrollierten Gebiete sind besser als die Gebiete des Regimes, aber aus den oben genannten Gründen und wegen der extrem schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen die Menschen auch diese Gebiete. Nun mag die Mehrheit der syrischen Kurden die PYD nicht, sie sehen sie als ein gewalttätiges Regime, aber sie haben jetzt auch ihre schlechten Erfahrungen mit einigen SNA-Brigaden* gemacht, die nicht ihre Kinder, sondern ihr Geld stehlen. Das ist sehr bedauerlich.
Ein Unterschied ist jedoch, dass ungefähr die Hälfte der Kurden, die 2018 zunächst vor der türkischen Militäroperation geflohen waren, mittlerweile wieder nach Afrin zurückgekehrt sind. Sie hatten eine ‚Dschihadisten-Invasion‘ befürchtet. Aber Araber, die aus den von der YPG gehaltenen Gebieten geflohen sind, können nicht zurückkehren, zum Beispiel die Bevölkerung von Tal Rifaat. Die Situation in Afrin ist gemischt, einige Teile sind gut, einige Teile sind mittelmäßig und andere sind schlecht. Und leider lässt die PYD afrinische Kurden, die in das Gebiet von Tal Rifaat zurückkehren wollen, nur nach Zahlung hoher Summen zurückkehren“, betont die niederländische Analystin.„Mütter von Diyarbakir“
Seit Jahren sitzen Eltern kurdischer Herkunft vor dem Parteigebäude der oppositionellen HDP und beschuldigen die Partei, mit Hilfe der PKK „ihre Kinder zu entführen“. Weder die HDP noch die PKK sprächen für die Kurden, erklärt Netjes.
Nein, ich würde eher sagen, sie schaden der kurdischen Sache, vor allem in Syrien. Sie sprechen für sich selbst und präsentieren sich im Westen als die Stimme der Kurden, was viele westliche Politiker und Medien nicht ausreichend verstehen und darauf hereinfallen.
Wegen Ihrer PKK-kritischen Berichterstattung wurde die renommierte Expertin von mutmaßlichen Mitgliedern oder Sympathisanten der Terrororganisation mit dem Tode bedroht. Netjes betont, wie wichtig es sei, trotzdem weiter zu machen und sich nicht einschüchtern zu lassen.
Sie haben sich selbst entlarvt und zeigen, dass die Arbeit, die ich mache, notwendig ist. Ich werde weitermachen. Was ich erlebe, ist wenig im Vergleich zu dem, was viele syrische Kurden, Assyrer und Araber erleben. In Syrien, aber auch in Europa.
Do you want to know how Syrian Kurds are trying to improve the situation for the Kurds in Afrin?
See my short interview with Azad Osman, who spent 5 years in Sednayya and was also on the PKK’s hit list: pic.twitter.com/bgUSADBldS — Rena Netjes (@RenaNetjes) January 6, 2023
*Die Syrische Nationale Armee (SNA), war der Vorgänger der Freien Syrischen Armee (FSA), auch bekannt als die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (TFSA). Sie ist eine Koalition bewaffneter syrischer Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg. Sie setzt sich aus verschiedenen Rebellengruppen zusammen, die zu Beginn des Krieges im Juli 2011 entstanden sind. Seit 2017 wird die FSA offiziell von der Türkei unterstützt, die dadurch finanzielle Mittel, Ausbildung und militärische Unterstützung erhält.
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Juden der Türkei
Oberrabbiner Ishak Haleva: „Erdogan liebt die Juden“
Er hat ein gutes Herz. Er hat ein mitfühlendes Herz. Er ist ein Mann, der Respekt vor der Religion hat. Einmal, nach einem der Bombenanschläge auf eine Synagoge, kam er vorbei. Und er war traurig. Ich konnte das erkennen, denn ich bin Lehrer und kann in den Augen eines Kindes sehen, wenn es wirklich traurig ist. Erdogan war traurig, und ich konnte sein Leid sehen.Die Frage, ob die türkische Regierung Juden beschützen würde, wenn es nötig wäre, bejahte der Oberrabiner.
Das kann ich Ihnen im vollen Vertrauen sagen: Ja. Einige seiner Minister sagten mir bei verschiedenen Gelegenheiten, wenn sie über die jüdische Gemeinschaft sprachen: „Wir mögen sie sehr“.Erdogans israelkritische Äußerungen seien nicht antisemitisch, sondern ausschließlich gegen die Politik der israelischen Regierung, so Haleva. „Erdogan ist ein reiner Muslim. Ich glaube, er fühlte sich einmal von Israel betrogen, was ihn dazu veranlasste, nicht die Juden zu hassen, nicht Israel, sondern ein paar Israelis, die in der Regierung waren. Er war verletzt. Und wenn türkische Menschen verletzt werden, werden sie tief verletzt. Aber im Gegensatz zu anderen jüdischen Gemeinden in der Welt hat die jüdische Gemeinde hier einen direkten Zugang zur Spitze der Regierung, wenn sie ein Problem hat“, betonte der jüdische Geistliche. Als 1492 mit dem Erlass von Granada viele sephardische Juden vor die Wahl gestellt wurden, entweder zum Christentum überzutreten oder Spanien zu verlassen, flohen die meisten in den Mittelmeerraum. Das Osmanische Reich empfing die geflüchteten Juden mit offenen Armen, die sich in Saloniki, Istanbul (ehemals Konstantinopel) und anderen Gebieten niederließen. Mit der Eroberung von Rhodos am 21. Dezember 1522 durch die Osmanen, siedelten sich auch die aus Spanien geflohenen sephardischen Juden auf Rhodos an. Eine jüdische Bevölkerung existierte auf Rhodos bereits seit dem zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung.
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Historie
Das Schicksal der Muslime und osmanischer Kulturgüter in Griechenland
von Kemal Bölge
Im XVII. Jahrhundert besuchte der polyglotte Schriftsteller und Handelsreisende Evliya Çelebi die damalige Stadt Narda, die heute Arda heißt und in der Region Epirus, in Griechenland, liegt. Bei seinen Erkundungen stieß er in der Stadt auf eine Festung, in der sechs Moscheen, kleinere Gebetsstätten, Medressen und Religionsschulen existierten.
Arda war einst eine multikulturelle Stadt
Neben Muslimen lebten dort auch orthodoxe Griechen, Albaner und Juden, Die Osmanen eroberten unter der Führung von Sinan Pascha 1449 das Gebiet Ioannina (Yanya). Daraufhin musste der „Despot vom Epirus“, Carlo, die osmanische Herrschaft als Vasall anerkennen. Arda wurde nach der Einnahme in Narda umbenannt.
Nach Evliya Çelebi erhielt die Stadt ihren türkischen Namen wegen des Reichtums an Granatapfelbäumen und ihrem guten Ruf, der ihr vorauseilte. Den Bau eines muslimischen Gotteshauses gab einst Arda Fâik Pascha in Auftrag, dessen Namen die Moschee noch heute trägt. Zur Architektur des Gebäudes bemerkt das Islam-Lexikon: „Die Arda-Fâik-Pascha-Moschee ist ein einzelnes Kuppelgebäude mit quadratischem Grundriss. Jede Seite misst von außen 11,70 Meter. Es wurde in sorgfältiger Handarbeit in der für frühe osmanische Bauten üblichen Mischtechnik aus regelmäßig geschnittenem Stein und Ziegeln errichtet. Es zieht auch die Aufmerksamkeit auf sich mit der Ziegeltechnik, die vertikal zwischen den Steinen platziert ist, wie man es bei Gebäuden aus dem XIV.- XV. Jahrhundert kennt. An der Eingangsfassade befand sich ein dreiteiliger, mit Kuppeln überdachter Versammlungsraum, dessen Bögen auf vier Säulen ruhten.”
Nach der Eroberung der Stadt begann eine beispiellose Zerstörung osmanischer Kulturgüter
Das Osmanische Reich musste nach dem Türkisch-Russischen Krieg (1877-1878) und der Unterzeichnung des Berliner Vertrags diese Gebiete an Griechenland abtreten. Allerdings unter der Bedingung, dass den muslimischen Bewohnern die Sicherung des Eigentums und Religionsfreiheit garantiert wird. Nach dem Fall der Stadt an die Griechen begann eine beispiellose Zerstörung und Vernichtung osmanischer Kulturgüter. Auf diesen Umstand wies bereits die Architekturhistorikerin Dr. Neval Konuk-Halacoğlu hin, die seit 2006 über osmanische Kulturgüter in Griechenland forscht. Nach Ansicht der Wissenschaftlerin wurden osmanische Denkmäler durch Abriss und Brandschatzungen zerstört sowie Moscheen in Kirchen, Museen oder Wohnhäuser umgewandelt oder als Bordelle genutzt. Die Arda-Faik-Pascha-Moschee wurde seit Jahrzehnten sich selbst überlassen und das Bauwerk verfällt. Es existieren auch keine Pläne der griechischen Behörden das muslimische Gotteshaus zu restaurieren.
In Griechenland, so die Historikerin, gab es 2019 etwa 20.000 osmanische Kulturgüter. Da es mit Ausnahme von Westthrakien, Rhodos (Rodos) und Kos (Istanköy) keine türkische Community mehr dort gibt, seien die „Moscheen für andere Zwecke genutzt” worden. Die Arda-Fâik-Pascha-Moschee in Arta sei nach 1912 als Bordell genutzt worden. Diese Kulturgüter hätten ihre Identität verloren. Nach Angaben von Konuk-Halaçoğlu wurden die Minarette der Moscheen zerstört und an dessen Stelle Eingriffe vorgenommen, um sie der byzantinischen Architektur anzugleichen.
Der griechische Aufstand war das Fanal zu Massakern und Vertreibungen von Muslimen
Mit der Französischen Revolution und dem Aufkommen des europäischen Nationalismus entstanden auf dem Balkan und auch in Griechenland extremistische revolutionäre Organisationen, die die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich forderten.
William St. Clair: Griechen ermordeten 20.000 türkische Männer, Frauen und Kinder
Dem jahrhundertealten friedlichen Zusammenleben unterschiedlicher Volksgruppen wurde damit ein Ende gesetzt. Im Jahre 1821 lebten auf der Peloponnes schätzungsweise 50.000 Muslime, deren Siedlungsgebiete über der gesamten Halbinsel verstreut lagen. Innerhalb weniger Wochen verübten griechische Aufständische breit angelegte Massaker an der muslimischen Zivilbevölkerung der Peloponnes. In seinem Buch „That Greece Might Still Be Free“ beschreibt William St. Clair das Ausmaß der verübten Gewaltverbrechen:
„Bis zu zwanzigtausend türkische Männer, Frauen und Kinder wurden von ihren griechischen Nachbarn in einem wochenlangen Gemetzel ermordet. Sie wurden vorsätzlich ohne Skrupel oder Bedenken getötet, und es gab weder damals noch später Reue.“ Die muslimischen Bewohner in Arda und im Epirus wurden ebenfalls Opfer von Massakern, Folter und Vertreibungen. Überlebende von massenhaften Gewaltverbrechen versuchten mit ihren wenigen Habseligkeiten nach Anatolien zu fliehen.
Mezalim ist der Fachausdruck für massenhafte Gewaltverbrechen an Muslimen
In den schriftlichen Zeugnissen türkisch-muslimischer Zivilisten, die die Massaker von griechischen Freischärlern und regulären Truppen im 19. und 20. Jahrhundert überlebt hatten, findet sich oft der Ausdruck „Yunan bzw. Rum Mezalimi“ („Griechische Gräueltaten“). In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Terminus technicus Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.
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– NATO-Treffen – Akar fordert griechischen Amtskollegen zum Dialog auf
„Ich habe meinem Amtskollegen gesagt, dass es wichtig ist, solche Treffen häufiger abzuhalten und den bilateralen Dialog zu intensivieren.“
Akar fordert griechischen Amtskollegen zum Dialog auf
Ukraine-Krieg
Ukraine: Zivilisten sterben nach Raketenangriff auf Wohnhaus
In Dnipro waren Bilder zu sehen, auf denen Feuerwehrleute einen Brand um einige Autowracks löschten. Ein großer Teil des Wohnblocks war verschwunden. Die Außenfassade des restlichen Gebäudes wurde schwer beschädigt. Verwundete wurden auf Bahren abtransportiert.
„Sie (die Russen) sind einfach unmenschlich. Mindestens ein Treppenhaus ist weg. Unter den Trümmern befinden sich Menschen, die über die Feiertage zu Hause waren“, so Kyrylo Tymoshenko, stellvertretender Leiter des Präsidialamtes, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der Raketeneinschlag in Dnipro war der folgenreichste von mehreren Angriffen am Samstag.
„Es ist eine Tragödie. Ich bin zur Baustelle gegangen…. Wir werden die ganze Nacht durch die Trümmer gehen“, sagte Borys Filatov, Bürgermeister der Stadt am Fluss Dnipro.
Eine weitere Person wurde getötet und eine in der Stahlstadt Kryviy Rih verletzt, wo sechs Häuser in der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Zelenskiy beschädigt wurden, sagte Bürgermeister Oleksandr Vilkul.
Bridget Brink, die Botschafterin der Vereinigten Staaten in der Ukraine, hat auf den russischen Angriff reagiert. Die Folgen des russischen Raketentreffers sind laut der Botschafterin schrecklich.
„Schrecklich. Meine Gedanken sind bei den Verletzten und denjenigen, die so viel tun, um zu helfen. Zusätzliche Sicherheitskräfte treffen weiterhin ein, um der Ukraine zu helfen, sich zu verteidigen“, so Brink auf Twitter.
Der Angriff vom Samstag ereignete sich zu einem Zeitpunkt, zu dem westliche Mächte die Entsendung von Kampfpanzern nach Kiew in Erwägung ziehen, und im Vorfeld eines Treffens der ukrainischen Verbündeten in Ramstein (Deutschland) am kommenden Freitag, bei dem die Regierungen ihre jüngsten Zusagen zur militärischen Unterstützung bekannt geben werden. Russland, das im Februar letzten Jahres in die Ukraine einmarschiert ist, hat seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes seit Oktober verstärkt, was zu weitreichenden Stromausfällen führte. Die Ukraine schoss nach Angaben der Luftwaffe 25 von 38 russischen Raketen verschiedener Typen ab. Die Raketen trafen kritische Infrastruktureinrichtungen in der östlichen Region Charkiw und der westlichen Region Lwiw, so die Behörden. In der Region Charkiw fiel der Strom komplett aus, und auch in Lwiw war eine Unterbrechung der Strom- und Wasserversorgung möglich, so die Behörden.Horrifying. My thoughts are with those suffering and with those working so hard to help. More security assistance is coming to help Ukraine defend itself. https://t.co/1dOmps1uX6
— Ambassador Bridget A. Brink (@USAmbKyiv) January 14, 2023


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