Klimawandel
Wasserknappheit wird zu Produktivitätsverlusten führen

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Ein Gastbeitrag von Marcus Weyerer

Um die katastrophalen Folgen der globalen Erwärmung zu vermeiden, hat sich die Welt im Jahr 2015 mit dem Pariser Abkommen verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf 1,5 bis 2 Grad Celsius zu begrenzen. Um die vertraglich festgelegten Ziele von Paris zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen gegen Mitte des Jahrhunderts auf Null sinken und danach wahrscheinlich sogar netto negativ sein.

In Zahlen: Der Weltklimarat schätzt, dass es sich die Menschheit leisten kann, knapp 400 zusätzliche Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre zu blasen, um die Pariser Ziele einzuhalten – das sogenannte Emissionsbudget. Wenn man diese Zahl ins Verhältnis setzt, darf die Welt im Jahr 2030 etwa 33 Gt CO2 ausstoßen. Die derzeitige Politik deutet jedoch darauf hin, dass die Welt dann etwa 58 Gt CO2 emittieren wird. Die Differenz von 25 Gigatonnen oder 43 Prozent ist die so genannte Emissionslücke.

Warum ist das wichtig?

Zahlen wie diese sind abstrakt, aber die Folgen sind real. Bei dem derzeitigen Emissionspfad wird die globale Erwärmung etwa 2,7 Grad Celsius betragen, vielleicht sogar mehr, wie die Internetplattform Climate Action Tracker nachweist. Die Menschheit erlebt bereits jetzt einen Anstieg des Meeresspiegels, häufigere extreme Wetterereignisse, den Verlust der biologischen Vielfalt und andere negative Auswirkungen, die nur noch schlimmer werden.

Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten eines Erwärmungsszenarios von über 2 Grad Celsius werden voraussichtlich immens sein. Ein Bericht von Deloitte prognostiziert einen Schaden von 178 Billionen US-Dollar für die Weltwirtschaft über einen Zeitraum von 50 Jahren, wenn der Klimawandel ungebremst bleibt. Nahrungsmittel- und Wasserknappheit sowie ein noch nie dagewesener Verlust an Produktivität und Beschäftigungsmöglichkeiten könnten dazu führen, dass die Lebensgrundlage der Menschen – und ihr Leben – in Scherben fällt.

Die Klimarisiken, denen Unternehmen heute ausgesetzt sind, werden in physische Risiken und Übergangsrisiken eingeteilt. Die erste Kategorie wird wiederum in zwei Arten von Gefahren unterteilt: akute und chronische. Zu den akuten Gefahren gehören Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Dürren, während chronische Gefahren aus langfristigen Veränderungen wie dem Anstieg des Meeresspiegels resultieren. Wichtige Triebkräfte für Übergangsrisiken sind regulatorische Änderungen wie Steuererhöhungen oder Verbote bestimmter Produkte, aber auch technologische Veränderungen und vor allem ein verändertes Verbraucherverhalten und gesellschaftlicher Druck.

Nicht alle Sektoren, Unternehmen und sogar Einrichtungen sind diesen Risiken in gleichem Maße ausgesetzt sind und daher unterschiedlich anfällig für den Klimawandel sind. Die Gewinne der Unternehmen werden auf verschiedene Weise beeinträchtigt, und die Wirtschaft insgesamt wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Letztendlich wird sich diese Entwicklung auch auf die Finanzmärkte und damit auf die Renditen der Anleger auswirken.

Der Wandel bringt Chancen

Genauso wie Anleger die Risiken berücksichtigen sollten, entstehen indes auch Chancen, die sich aus einem veränderten regulatorischen Umfeld und dem Verbraucherverhalten ergeben. Der Global Turning Point Report von Deloitte schätzt, dass das globale BIP bis 2070 um 43 Billionen US-Dollar steigen wird, wenn die Regierungen einen systemischen Netto-Null-Umstieg ermöglichen.


Marcus Weyerer, CFA, Senior ETF Investment Strategist, EMEA. Templeton.

Putin Haftbefehl
Moskau: Medwedew droht mit Raketenangriff auf Holland

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Moskau – Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates und Ex-Präsident Russlands, hat mit einem Raketenangriff auf den Internationalen Strafgerichtshof in den Niederlanden gedroht, nachdem dieser einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin erlässt. Versuche, Putin anzuklagen, hätten „ungeheuerliche“ Konsequenzen für das Völkerrecht, sagte Medwedew. „Ach, meine Herren, alle leben unter Gott und Raketen. Es ist durchaus möglich, sich ein Szenario vorzustellen, in dem ein in der Nordsee stationiertes russisches Schiff das Gerichtsgebäude in Den Haag strategisch mit einer Hyperschallrakete vom Typ Onyx (Marschflugkörper) treffen könnte“, schreibt Medwedew auf Telegram. „Schauen Sie sorgfältig in den Himmel“, fügte Medwedew hinzu Bereits am Freitag äußerte er über den Haftbefehl. „Der Internationale Strafgerichtshof hat einen Haftbefehl gegen Wladimir Putin erlassen. Es muss nicht erklärt werden, wo dieses Papier verwendet werden soll“, schrieb er auf Englisch neben einem Toilettenpapier-Emoticon. Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag hatte am Freitag wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen in der Ukraine einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin erlassen. Putin sei mutmaßlich für die rechtswidrige Deportation von Kindern und Umsiedlungen aus besetzen Gebieten der Ukraine in die Russische Föderation verantwortlich, teilte der ICC mit. Moskau hat den Haftbefehl als „bedeutungslos“ bezeichnet. „Die Entscheidungen des Internationalen Strafgerichtshofs sind für unser Land bedeutungslos, auch aus rechtlicher Sicht“, teilte die russische Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa am Freitag im Online-Dienst Telegram mit.

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Türkei-Erdbeben
Welthungerhilfe: Not in Syrien und Türkei noch immer hoch

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Berlin – Die Europäische Union hat gemeinsam mit den Vereinten Nationen zu einer internationalen Geberkonferenz nach Brüssel eingeladen, sechs Wochen nach den schweren Erdbeben im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien. Anlässlich der heute in Brüssel stattfindenden internationalen Geberkonferenz für die Opfer des Erdbebens in Syrien und der Türkei fordert die Welthungerhilfe eine langfristige und nachhaltige Unterstützung der betroffenen Menschen. Es werden dringend neue Gelder benötigt, die flexibel eingesetzt werden können, um nicht nur die akute Notlage, sondern auch strukturelle Defizite lindern und die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken zu können. Dafür sind langfristige Investitionen in den Wiederaufbau unter Einbindung von lokalen Akteuren zwingend nötig. Das schwere Erdbeben hat insbesondere die katastrophale Lage von Millionen Menschen in Syrien verschlimmert, die bereits durch den jahrelangen Bürgerkrieg ihre Existenzgrundlage verloren haben. Nach UN-Angaben sind mehr als 15 Millionen Menschen in Syrien auf humanitäre Unterstützung angewiesen. „Knapp sechs Wochen nach dem verheerenden Beben ist die Not in der Türkei und Syrien noch immer hoch. Während die Unterstützung in der Türkei viele Betroffene nach wenigen Tagen erreicht hat, mussten die Opfer in Syrien zu lange auf Hilfe warten. Gleichzeitig geht die militärischen Angriffe in Nordwestsyrien unvermindert weiter. Menschen, die alles verloren haben, müssen auch noch Schutz vor Luftangriffen suchen. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der Region berichten, dass die Menschen nach 12 Jahren Bürgerkrieg jetzt am Ende ihrer Kräfte sind und sich von der Weltgemeinschaft vergessen fühlen. Sie sehen keine Hoffnung oder Perspektiven mehr. Die Geberkonferenz muss daher ein starkes Zeichen senden und langfristige Unterstützung bringen, damit wir diese humanitäre Dauerkrise für die Menschen endlich beenden können“, fordert Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

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Die Zahl der Toten nach dem verheerenden Erdbeben im Südosten der Türkei ist nach Angaben der Behörden auf über 54.000 gestiegen.

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Glücksspiel
Welches sind die wichtigsten Arten von Online Spielhallen Boni?

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Der deutsche iGaming-Markt boomt wie nie zuvor. Die Möglichkeit, in virtuelle Welten einzutauchen, verschiedene Rollen und Charaktere zu spielen oder bei Spielautomaten an den Walzen zu drehen, ist eine spannende Erfahrung. Speziell Online Spielhallen haben sich in den letzten Jahren zu einer großen Konkurrenz in der Spielwelt entwickelt. Im Jahr 2021 lag die Größe des deutschen iGaming-Marktes bei 2,6 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2024 wird er laut wirtschaftlichen Prognosen im Bereich Online Casinos auf 3,3 Mrd. Euro ansteigen. Deutsche Spieler zeigen ein sehr großes Interesse an Casino-Spielen und Online-Slots, was auch daran liegt, dass immer mehr Online Spielhallen eine deutsche Lizenz erhalten. Daher ist es auch wichtig, sich mit den verschiedenen Bonusarten, die Online-Casinos anbieten, zu beschäftigen. Die wichtigsten Boni-Arten haben wir hier für Sie zusammengefasst. Willkommensbonus Ein Willkommensbonus im Online Casino ist eine Art Prämie, die Ihnen angeboten wird, wenn Sie sich zum ersten Mal in einem Online Casino anmelden und eine Einzahlung tätigen. Ein Willkommensbonus kann aus verschiedenen Arten von Boni bestehen, wie z.B. Einzahlungsboni, Freispielen oder auch einer Kombination aus beiden. Ein typischer Willkommensbonus könnte beispielsweise einen Einzahlungsbonus von 100% bis zu einer bestimmten Höhe enthalten. Das bedeutet, dass das Casino Ihre erste Einzahlung bis zu einem bestimmten Betrag verdoppelt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Willkommensboni meist an bestimmte Bedingungen gebunden sind. Diese können beispielsweise Mindesteinzahlungen, Wettanforderungen und Beschränkungen für die Verwendung von Boni auf bestimmte Spiele beinhalten. Es ist daher wichtig, dass Sie die Bedingungen sorgfältig lesen, bevor Sie einen Willkommensbonus annehmen, um sicherzustellen, dass Sie die Bonusbedingungen auch erfüllen und so das Beste aus dem Angebot herausholen. Hier finden Sie zum Beispiel mehr Infos über den Lapalingo Willkommensbonus, der einer der beliebtesten Willkommensboni in Deutschland ist. Freispiele Freispiele sind, wie der Name schon sagt, kostenlose Spielrunden an bestimmten Spielautomaten, die Ihnen als Bonusangebot zur Verfügung gestellt werden. Die Freispiele werden entweder als Teil eines Willkommensbonus für neue Spieler oder als regelmäßiges Angebot für bestehende Spieler angeboten. Freispiele geben Ihnen die Möglichkeit, das Spiel kostenlos auszuprobieren und echtes Geld zu gewinnen. In der Regel müssen Sie eine bestimmte Anzahl von Freispielen spielen, bis Sie die Gewinne auszahlen lassen können. Des Weiteren können Freispiele als Bonus auch an bestimmte Bedingungen gebunden sein, wie z.B. eine Begrenzung der Auszahlung oder ein Ablaufdatum. Auch Freispiel-Boni gibt es in verschiedenen Arten, wie z.B Freispiele ohne Einzahlung, die ohne eine Einzahlung zur Verfügung gestellt werden und daher eine sehr beliebte Bonus Art sind. Freispiele können auch Teil eines größeren Willkommenspakets sein, das Einzahlungsboni und weitere Arten von Belohnungen enthält. Freispiele bieten insgesamt ein tolles Online Casino-Erlebnis mit einer großen Chance auf Echtgeld Gewinne. Bonus ohne Einzahlung Ein Bonus ohne Einzahlung wird von vielen Online Casinos angeboten, um neue Spieler anzuziehen. Im Gegensatz zu anderen Arten von Boni, erfordert dieser Bonus keine Einzahlung, um aktiviert zu werden, was es für viele Spieler sehr verlockend macht. Sie erhalten einen Bonus, ohne dafür ihr eigenes Geld zu riskieren. Ein typischer Bonus ohne Einzahlung kann aus Freispielen oder auch einem kleinen Geldbetrag bestehen, den Sie zum Spielen im Casino verwenden können. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Bonus ohne Einzahlung oft an bestimmte Bedingungen gebunden ist. Diese können Mindestauszahlungsbeträge, maximale Auszahlungslimits und Wettanforderungen für die Verwendung des Bonus auf bestimmte Spiele beinhalten. Wenn Sie einen Bonus ohne Einzahlung in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie sich mit den Bedingungen und Konditionen vertraut machen, um sicherzustellen, dass Sie die Bonusbedingungen erfüllen und das Beste aus dem Angebot herausholen können. Der Bonus ohne Einzahlung bietet Ihnen eine super Möglichkeit, echtes Geld zu gewinnen, ohne Ihr eigenes Geld einsetzen zu müssen.  

Kryptohandel
Investieren in Kryptowährungen: Was sollte man beachten?

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Das Vertrauen in staatliche Banken und Währungen kippt bereits seit einigen Jahren. Kryptowährungen spielen für viele Investoren eine wichtige Rolle und werden von einigen Experten sogar als Währung der Zukunft bezeichnet. Dennoch sollte man einige Dinge beachten und nicht ohne Marktkenntnis in Kryptowährungen investieren.

Kryptowährungen als Teil des Investments

Grundsätzlich sollte kein Investor sein Geld auf „ein Pferd“ setzen. Das gilt auch für Investitionen in Kryptowährungen. Wer sein Budget streut und sich für ein breit gefächertes Anlageportfolio entscheidet, muss die digitalen Währungen aber auch nicht ausschließen. Interessant ist zum Beispiel der Kurs von Ethereum, welcher in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Wertzuwachs erlebte. Auch die Kenntnis zum ADA Preis bietet gute Chancen für ein zukunftssicheres Investment. Wenn man sich auf Kryptowährungen konzentriert, muss man sich nicht zwangsläufig an den Bitcoin klammern und die bekannteste, aber auch die wankelmütigste Kryptowährung wählen. Es gibt heute eine ganze Reihe an Möglichkeiten, einen Teil seines Geldes in virtuellen Währungen anzulegen und sich so für unsichere Zeiten abzusichern.

Chancen und Risiken – Marktkenntnis als Basis

Ehe man einen Euro in eine Kryptowährung „umtauscht“, sollte man sich intensiv mit dem Markt beschäftigen. Dieses Investment bietet zwar gute Chancen, birgt aber auch einige Risiken in sich. Grundsätzlich sollte man wissen, dass man die Marktentwicklung nicht vorhersehen kann und dass es möglich ist, dass man sein Investment verliert. Dennoch können sich Kryptowährungen lohnen, da sie zum aktuellen Zeitpunkt deutlich stabiler als der Euro sind. Die besten Investments werden auf lange Zeit getätigt. Wer das schnelle Geld machen und durch den Kauf einer Kryptowährung finanzielle Defizite ausgleichen möchte, wird im Regelfall vor einem noch größeren Problem als vorab stehen.

Daher sollte man diese Entscheidung keinesfalls voreilig treffen und davon ausgehen, dass Kryptowährungen das digitale Allheilmittel sind. Erfahrene und erfolgreiche Investoren beschäftigen sich mit dem Markt und haben daher eine Tendenz, ob sich der Ankauf (oder der Verkauf) lohnt oder ob sie eine Kryptowährung trotz aktuellem Verlust noch eine Weile halten sollten. Wer so denkt, kann mit seinem Investment praktisch keinen Fehler machen und geht perspektivisch mit einem Gewinn aus seiner Anlage heraus.

Investment oder alternatives Zahlungsmittel: Das sind die Fakten

Es ist noch nicht lange her, als man mit Kryptowährungen ausschließlich im Internet bezahlen konnte. Doch die Zeiten haben sich verändert. Immer mehr Gastronomen und andere Branchen akzeptieren die gängigsten Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Das wiederum hat für den Investor den Vorteil, dass er seine digitale Währung nicht nur online ausgeben – sondern dass er sie auch im täglichen leben als Zahlungsmittel verwenden kann. Hier wird es zukünftig noch mehr Veränderungen geben, was bereits jetzt ersichtlich ist. Denn die Akzeptanz von Kryptowährungen steigt weiter und es ist kein Ende in Sicht. Ob das digitale Geld staatliche Währungen ablöst, kann hingegen zum aktuellen Zeitpunkt nur vermutet werden.

Fazit: Wer in Kryptowährungen investieren möchte, sollte sich ausführlich mit dem Markt beschäftigen. Dazu gehört der Blick in die Vergangenheit ebenso wie der Blick in die Zukunft. Ein Großteil aller virtuellen Währungen sind verhältnismäßig stabil, wenn man die durchschnittliche Kursentwicklung über einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Investmententscheidung treffen.
 

Ramadan 2023
London: Erstmals Ramadan-Dekorationen am Picadilly Circus

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London – Am Donnerstag beginnt der für weltweit Milliarden Muslime heilige Fastenmonat Ramadan, in dem Gläubige für 30 Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken. Ausgenommen sind Kranke, Alte, Schwangere oder Kinder. Der Ramadan ist der neunte Monat des muslimischen Mondkalenders. Am Ende des Monats findet das dreitäge Zuckerfest, das Eid al- Fitr, statt, welches nach dem Opferfest als wichtigste Feierlichkeit im Islam gilt. In der britschen Hauptstadt wurden in diesem Jahr erstmals rund um den Picadilly Circus Lichter und Dekorationen aufgestellt, um die Ankunft des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu feiern. Die Aziz Islamic Charitable Stiftung habe in Zusammenarbeit mit den Behörden eine Initiative zur Aufhängung der Dekorationen durchgeführt, „um die fröhliche Ramadan-Atmosphäre zu verbreiten“, so die Stiftung in einem Mitteilung.
„Wir sind stolz darauf, die Initiative Beautiful Decorations and Lights of Ramadan auf dem Piccadilly Square zu sponsern, und wir hoffen, dass alle Freunde und Familienangehörigen den Platz besuchen, um diese Solidaritätsinitiative für alle zu feiern.“
Fastenbrechen mit Chelsea Bereits am Montag hatte der englische Top-Club Chelsea – als erster Verein Großbritanniens – angekündigt, ein Iftar-Essen zu veranstalten. Der Iftar ist das festliche Abendessen, mit dem nach Sonnenuntergang das Fasten gebrochen wird. Der englische Premier-League-Klub wird demnach am 26. März, wenige Tage nach Beginn des  Ramadan, ein Iftar-Essen in seinem Heimstadion Stamford Bridge veranstalten. „Am Sonntag, den 26. März, wird die Chelsea Foundation ein offenes Iftar am Spielfeldrand der Stamford Bridge veranstalten – eine Premiere für den Verein und ein Stadion der Premier League“, teilte der Londoner Verein am Montag in einer Erklärung mit. „Eine Reihe lokaler Moscheen und Mitglieder der muslimischen Gemeinde von Chelsea, wie Fans und Schüler, werden zusammen mit den Mitarbeitern des FC Chelsea eingeladen“, so der Verein. Der Leiter der Chelsea-Stiftung, Simon Taylor, sagte, man sei „hocherfreut“, ein offenes Iftar zu organisieren, und könne es kaum erwarten, alle willkommen zu heißen. Der Premier-League-Klub fügte hinzu, dass die Veranstaltung „in Zusammenarbeit mit dem Ramadan Tent Project“, einer 2013 gegründeten und preisgekrönten Wohltätigkeitsorganisation, durchgeführt wird. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Gemeinschaften zusammenzubringen und ein Verständnis für den Ramadan zu entwickeln.

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Ukraine-Krieg
Ukrainischer Geheimdienst: Moskau sucht Putin-Nachfolger

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Kiew – Mehr als ein Jahr nach dem völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands in die Ukraine, wächst im Kreml die Unzufriedenheit mit Präsident Wladimir Putin. Es werde bereits über die Zeit nach seiner Präsidentschaft gesprochen. Putin startete am 24. Februar 2022 seine „spezielle Militäroperation“ gegen die Ukraine, die auf einen schnellen Sieg über das osteuropäische Land abzielte, das zu diesem Zeitpunkt als militärisch viel schwächer galt. Die unerwartet starke Verteidigung Kiews, die durch westliche Militärhilfe gestärkt wurde, machte die russischen militärischen Erfolge jedoch zunichte. Nach mehr als einem Jahr der Kämpfe stagniert die russische Invasion weiterhin, wobei die Ukraine im letzten Herbst Tausende von Quadratkilometern ehemals besetzter Gebiete zurückerobern konnte. Die Kämpfe konzentrieren sich nach wie vor auf den östlichsten Teil des Landes, wo Russlands Versuche, die Kontrolle über Bakhmut zu übernehmen, in den letzten Tagen nachgelassen haben. International sehen Experten Putins Probleme hingegen vor allem darin, weiter motivierte Soldaten zu finden. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte über ausgeweitete Rekrutierungsmethoden, etwa unter Gefängnisinsassen gegeben. Russland hat im Allgemeinen während des gesamten Krieges hinter Putin gestanden, auch wenn es Anzeichen dafür gab, dass einige Personen angesichts der zunehmenden Verluste der Unterstützung überdrüssig geworden sind. Angesichts der wachsenden Unzufriedenheit glaubt die Ukraine nun, dass der Kreml nach einem Nachfolger für Putin sucht. „Im Kreml wächst die Unzufriedenheit mit den Geschehnissen“, so Jusow. „Es gibt ein zunehmend düsteres Verständnis der Aussichten, insbesondere der geopolitischen Katastrophe des Putin-Regimes. Die Suche nach einem Nachfolger Putins ist also bereits im Gange“, so Andriy Yusov, Sprecher des ukrainischen Geheimdienstes GUR, in einem aktuellen Video über die Situation im Kreml. Er fügte hinzu, dass Putin nicht mehr an der Auswahl seines eventuellen Nachfolgers beteiligt ist. Yusovs Äußerungen wurden erstmals am Samstag auf Twitter veröffentlicht und von Anton Geraschenko, einem Berater des ukrainischen Innenministers, übersetzt. Yusov nannte keine potenziellen Kandidaten für die Nachfolge Putins. Die Frage nach Putins Zukunft stellt sich auch, weil der Internationale Strafgerichtshof (ICC) am Freitag einen Haftbefehl gegen Putin wegen Kriegsverbrechen erlassen hat. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Putin verhaftet wird, wird der Haftbefehl seine Reisemöglichkeiten stark einschränken, da die meisten Länder die Souveränität des ICC anerkennen.

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Salih Özcan sieht Wechsel zum BVB als richtigen Schritt

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Dortmund – Mittelfeldspieler Salih Özcan von Borussia Dortmund bezeichnet seinen Wechsel von Köln nach Dortmund als „absolut richtigen Schritt. „Köln und der FC bleiben auch meine Heimat, aber ich denke und hoffe, dass die Kölner Fans meine Entscheidung nachvollziehen können. Ich bin 25 Jahre alt und will in meiner Karriere vorankommen“, sagte der türkische Nationalspieler im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Der BVB spiele um die Meisterschaft und regelmäßig in der Champions League. Die Königsklasse habe er vorher nur aus dem TV oder vom Stadionbesuch gekannt. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, selbst dort aufzulaufen. Als ich auf dem Rasen die Hymne gehört hatte, bekam ich Gänsehaut. Da hat sich ein Traum erfüllt. Ich bin glücklich beim BVB und überzeugt, dass der Schritt der richtige war – auch wenn mir der Wechsel nach so vielen Jahren beim FC wahrlich nicht leicht gefallen war. Doch die Chance, zu solch einem Verein zu wechseln, ergibt sich vielleicht nur einmal. Ich musste sie nutzen. Ich habe einen Vertrag bis 2026. Der BVB hat mit dieser Mannschaft eine tolle Perspektive und viel vor, und das habe ich auch.“ Auch mit seinen bisherigen Einsatzzeiten zeigte er sich „auf jeden Fall zufrieden. Ich habe mich weiterentwickelt. Nach meinen Verletzungsproblemen zu Saisonbeginn habe ich relativ schnell meine Rolle im Team gefunden und mir einen Stammplatz erkämpft. Ich weiß aber auch, dass ich diesen auch schnell wieder los sein kann. Du musst hier permanent abliefern, die Konkurrenz im Kader ist riesig. Das war beim FC in diesem Ausmaß natürlich nicht der Fall.“ Überhaupt sei beim BVB alles noch einmal eine Nummer größer als beim 1. FC Köln. Für seinen neuen Klub wartet Özcan allerdings noch auf seinen ersten eigenen Treffer. Im Offensivspiel müsse er sich noch verbessern, befand der Dortmunder: „Ich bin selbstkritisch genug, um zu wissen, dass ich torgefährlicher werden und auch mehr Aktionen nach vorne haben muss. Ich will, dass der Knoten platzt. Daran arbeite ich.“ Salih Özcan: Schwierige Situation beim BVB nagt an Modeste Die schwierige Situation bei Borussia Dortmund nagt laut BVB-Profi Salih Özcan an Stürmer Anthony Modeste. „Dass ein Stürmer nicht glücklich ist, wenn er wenig spielt und nicht trifft, das ist doch klar“, sagte der türkische Nationalspieler. „In Köln hat sich vieles um Tony gedreht. Natürlich auch das Spiel, das mit den vielen Flanken in den Strafraum ganz wesentlich auch auf ihn ausgerichtet war. Hier ist der Spielstil ein anderer und die Konkurrenz größer. Ich denke nicht, dass Tony grundsätzlich mit dem Wechsel hadert, der BVB hat ihm mit 34 Jahren die Chance gegeben, zum ersten Mal in seiner Laufbahn in der Champions League zu spielen“, so Özcan weiter.

"Das Dritte Rom"
Russland: Ex-Parlamentarier möchte Istanbul erobern

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Moskau – Der ehemalige russische Abgeordnete und Historiker Semen Bagdasarow hat in einem TV-Interview die Eroberung der türkischen Millionenmetropole Istanbul gefordert. Die Türkei sei durch die verheerenden Erdbeben geschwächt und Bagdasarow schlug in dem Interview eine Einnahme und Angliederung der Stadt an Russland vor. Über der Haghia Sophia solle ein Kreuz errichtet werden und die russische Fahne wehen. In dem Video nannte der pensionierte russische Oberst die kulturelle Hauptstadt bei ihrem byzantinischen Namen: Konstantinopel.
Die Türkei befindet sich derzeit in einer schwierigen Situation, die wir ausnutzen sollten. Schmeißen wir sie aus Zentralasien raus, beenden wir ihren Einfluss in der Ukraine, schmeißen wir sie aus dem Südkaukasus raus und ziehen wir bestimmte Kräfte in der Türkei auf und holen wir unsere Stadt zurück, die historisch zu uns gehört – die Stadt Konstantinopel. Und lasst uns ein Kreuz über dem Tempel der heiligen Sophia errichten. Lasst uns das alles zurückholen. Diese Krise sollte mit dem Zusammenbruch der Türkei und der Angliederung dieser Gebiete an uns enden.
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland sind von Nordafrika über den Nahen Osten bis hin zum Kaukasus in einer Mischung aus Rivalität und Zusammenarbeit miteinander verflochten. Die beiden Länder haben auch eine sich vertiefende Partnerschaft im Energiebereich. Moskau – das Dritte Rom In Putins Russland stehen Kreml und Kirche Seite an Seite gegen „Feinde“. Nie zuvor hat es in der mehr als tausendjährigen Geschichte der russischen Orthodoxie solch eine Allianz gegeben. Unter zahlreichen Politikern der Putin-Regierung gilt Moskau als der Nachfolger Konstantinopels und somit Russland als das „Dritte Rom“. Istanbul, das ehemalige Konstantinopel, soll für diese Politiker und Geistlichen Teil eines neuen russischen Reiches werden. Auch der Angriff auf die Ukraine wird mit diesem narrativ zu legitimieren versucht. Dieses Narrativ ist das Ergebnis einer Reihe von ideologisch, religiös und historisch begründeten Rahmen, die Putin und seine Berater in den letzten 22 Jahren entwickelt haben. Putin nutzte die christlich-imperiale Geschichte als „brauchbare Vergangenheit“ um eine neue Staatsideologie zu formulieren, die Gesellschaft für die Mission des Heiligen Russischen Reiches zu mobilisieren, Feinde zu dämonisieren und ihre geplante Zerstörung zu legitimieren. Diese Mission und Ideologie wurde in ein übergreifendes apokalyptisches, metaphysisches Schema eingebettet, in dem Tod und Krieg edle Ziele sind, die die Russen annehmen müssen, um ihren Platz im Himmel zu erhalten. Im Jahr 2007 wurde Putin in einem Gespräch mit Teilnehmern des Valdai-Debattierklubs gefragt, was Russlands neue Mission sei und welche Idee Russland außerhalb seiner Grenzen propagieren solle. Er erinnerte seine Zuhörer daran, dass die „Grundprinzipien des Russischen Reiches die Ideale der Monarchie, der Verbundenheit mit dem Volk und der Orthodoxie waren. Dies waren die drei Eckpfeiler des Russischen Reiches.“ Die russische Orthodoxie, so Putin, habe den russischen Staat bei seiner Expansion, Eroberung und Vergrößerung unterstützt: „Der aufrichtige und entschlossene Glaube hat unseren Vorfahren geholfen, gemeinsam die schwierigsten Prüfungen zu bestehen, Schwierigkeiten zu überwinden und siegreich zu sein. Diese Erfahrung der moralischen Vervollkommnung und der kulturellen, sozio-politischen Entwicklung ist zu einem integralen Bestandteil des Erbes des östlichen Christentums geworden und vereint ganze Völker, die der orthodoxen religiösen Tradition angehören. Russland nimmt unter ihnen einen würdigen Platz ein, indem es für Gerechtigkeit eintritt, sich um die geistige Integrität unserer orthodoxen Welt kümmert, für die Entwicklung der Zusammenarbeit eintritt und den aktiven Dialog zwischen den orthodoxen Kirchen stärkt. Im Jahr 2015 postulierte er die imperiale Bestimmung Russlands als „einzigartiges Land und einzigartige Zivilisation“ und berief sich dabei auf Fürst Wladimir, den Herrscher der Kiewer Rus von 980 bis 1015, der die Region zum Christentum bekehrte und als einer der Hauptbegründer des russischen Reiches gilt: „Fürst Wladimir war dazu bestimmt, ein großer Herrscher zu werden. Seine Wahl war umsichtig und äußerst verantwortungsbewusst und wurde zur Quelle der Entwicklung Russlands zu einem einzigartigen Land und einer einzigartigen Zivilisation. Die Annahme des Christentums beruhte auf Fürst Wladimirs tiefer Liebe zu seinem Vaterland, auf seinen ernsthaften geistigen Überlegungen und auf seiner Suche nach einer einzigen Grundlage, die das Volk und die verstreuten Länder vereinen konnte.“ Der nächste Schritt war ein geopolitischer und territorialer Schritt, wie er in seinem im Juli 2021 veröffentlichten Essay „Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ dargelegt wurde. Darin postulierte er, dass die verschiedenen slawischen Völker zu einer heiligen russischen Nation gehören und „wiedervereinigt“ werden müssen, um diese Nation wieder groß zu machen. Mehr als ein halbes Jahr später startete Putin seine unprovozierte Invasion in der Ukraine. Trotz unbegründeter Argumente zur angeblichen Notwendigkeit der „Entnazifizierung“ des Gebiets hatten Putins Erklärungen nach dem 24. Februar 2022 einen deutlich imperialen, ideologischen Klang. Als Putin im Juni 2022 die Notwendigkeit der Invasion erklärte, betonte er erneut die Bedeutung der ideologischen und geistigen Erziehung der Nation: „Wenn wir uns nicht auf die Grundwerte der nationalen Kulturen der Völker Russlands stützen, werden wir unsere Gesellschaft nicht konsolidieren. Ohne Konsolidierung wird alles auseinander fallen. Und dass wir uns gewissermaßen selbst verteidigen und dafür kämpfen müssen, liegt auf der Hand. Dann nannte er ein konkretes Beispiel für eine solche Schulungsmaßnahme:
„Wir haben die Ausstellung zum 350. Es hat sich fast nichts geändert. Das ist eine bemerkenswerte Sache. Man kommt zu dieser Erkenntnis, zu diesem Verständnis. Peter der Große hat 21 Jahre lang den Großen Nordischen Krieg geführt. Oberflächlich betrachtet führte er Krieg gegen Schweden und nahm ihm etwas weg … Er nahm nichts weg, er gab etwas zurück. (…) Es war klar, dass es unser Los war, zurückzukehren und ebenfalls zu verstärken.“

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In einem Gespräch mit der britischen Tageszeitung The Guardian bewertete ein Kämpfer des tschetschenischen Dschochar-Dudajew-Bataillons die aktuelle Situation in der Ukraine.

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Türkischer Kampfjet
Türkei: Kampfjet TF-X absolviert erfolgreich erste Tests

Ankara – Die Türkei wird möglicherweise sehr bald dem exklusiven Kreis der wenigen Länder, die Kampfflugzeuge der fünften Generation herstellen, beitreten. Während die Verhandlungen über die Verkäufe des US-Jets F-16 an die Türkei noch laufen, hat das erste Kampfflugzeug der Türkei, TF-X, am Freitag seinen ersten Rolltest erfolgreich abgeschlossen. Der offizielle Enthüllungstermin ist am morgigen Samstag. Anfang 2023 zeigte eine Reihe von Bildern vom Montageband, dass das Flugzeug kurz vor der Fertigstellung stand.  Der Erstflug des TF-X-Jets ist für das Jahr 2025 geplant, die Auslieferung der serienmäßig produzierten Einheiten soll 2029 beginnen. Vermutlich handelt es sich bei dem Flugplatz um den Fliegerhorst Mürted, 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Ankara, den Hersteller Turkish Aerospace Industries (TAI) seit geraumer Zeit als Werksflugplatz nutzt, berichtet das Luftfahrtmagazin Fluegrevue.
„Von hier aus wird der türkische Stealth-Fighter aller Voraussicht nach auch irgendwann zu seinem Erstflug abheben – und damit für die Türkei endgültig das Tor zu einer neuen Ära in der Luftfahrt aufstoßen“

Prof. Ismail Demir, Präsident der türkischen Rüstungsindustrie (SSD), sagte in einem Fernsehinterview, dass die Regierung nach dem Ausschluss des Landes aus dem F-35 Joint Strike Fighter-Programm unter amerikanischer Führung der Produktion ihres einheimischen TF-X-Kampfjets Priorität einräume. Die USA hatten die Türkei im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Programm gestrichen, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen.

Die Entscheidung der Türkei, einen eigenen Kampfjet zu entwickeln, fiel jedoch bereits im Dezember 2010. Im August des darauffolgende Jahres erteilte das türkische Verteidigungsministerium dem staatseigenen Luft- und Raumfahrtkonzern mit Hauptsitz in Ankara TAI (TUSAŞ Aerospace Industries), den Auftrag zur Entwicklung eines heimischen Trainings- und Kampfjets. TAI-CEO Temel Kotil sagte in einem Fernsehinterview, dass „die Regierung zusätzliche 1,3 Milliarden Dollar für Phase 1 des TF-X-Programms bereitgestellt habe. Insgesamt arbeiteten 6.000 Ingenieure an diesem Programm.“ Er fügte hinzu, dass sein Unternehmen bald den, wie er es nannte, zweitgrößten Windkanal Europas zum Testen des Flugzeugs bauen werde. Es gibt nur wenige konkrete Informationen über den TF-X-Jet, und das bisher Bekannte kann sich noch ändern, wenn das Projekt in die Serienproduktion geht. Dennoch wurde bestätigt, dass der TF-X-Jet ein zweimotoriges Kampfflugzeug sein wird. Das Flugzeug wird auf jeden Fall einige Variationen der üblichen Merkmale der fünften Generation bieten, einschließlich Sensorfusion und fortschrittliche Avioniksysteme.

Das Kampfflugzeug wird einen internen Waffenschacht sowie andere Konstruktionsmerkmale zur Maximierung der Stealth-Leistung unterstützen. Da das TF-X-Kampfflugzeug in erster Linie für Luft-Luft-Einsätze konzipiert ist, wird die Manövrierfähigkeit im Vordergrund stehen.

Der TF-X-Jet wird Luft-Luft-Raketen aus dem laufenden GÖKTUĞ-Programm tragen – das Programm entwickelt zwei Produkte, eine Rakete mit größerer Sichtweite (BVRAAM) und eine Kurzstreckenrakete mit der Fähigkeit, außerhalb der Reichweite zu zielen. Der TF-X-Jet wird wahrscheinlich auch die hochleistungsfähige europäische Langstrecken-Luft-Luft-Rakete Meteor sowie eine Vielzahl von Bomben der türkischen HGK-82-Familie tragen. Aufbau der Rüstungsindustrie nach Zypern-Sanktionen 1974 Nachdem die Türkei 1974 in Zypern militärisch intervenierte, beschlossen die USA ein Waffenembargo gegen Ankara. Als Reaktion wurden in der Türkei Stiftungen und Rüstungsunternehmen gegründet, die die Entwicklung von eigenen Waffensystemen unterstützen sollten. „Das größte Verteidigungsunternehmen der Türkei gehört heute zu den einhundert größten der Welt. Im Zuge des Zypernkonflikts ab 1974 erlebte das türkische Militär zahlreiche Nachschub- und Ausrüstungsprobleme, die Ankara dazu veranlassten, die heimische Rüstung zu entwickeln. ASELSAN ist das Ergebnis dieser Politik. Heute exportiert das Unternehmen Systeme in die ganze Welt, darunter Kommunikations- und Radarsysteme, aber auch Raketensuchköpfe“, Yusuf Akbaba von SSD gegenüber Eurasianews. 

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Dies übertrifft bereits jetzt die Gesamtzahl aller in der Türkei zugelassenen E- und Hybridfahrzeuge, die mit 6.500 bis 7.000 angegeben wird.

Türkisches E-Auto TOGG: Bereits über 17.000 Vorbestellungen