Paris 2024
Volleyball-Olympia-Qualifikation: Türkei bezwingt auch Bulgarien

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Tokio – Bei bei der Qualifikationsrunde zu den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Paris konnte die türkische Volleyballmannschaft der Frauen auch heute einen weiteren Sieg  einheimsen. Nach einem gestrigen 3:0-Sieg gegen Puerto Rico bezwangen die Türkinnen heute auch Bulgarien mit 3:0 (25:20, 25:19, 25:15).

In ihrem dritten Spielt treffen die „Sultane der Netze“ am Dienstag, 19. September, auf Peru. 

Nach dem Sieg der diesjährigen Europameisterschaft und auch der Volleyball Nations League hofft die türkische Mannschaft auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Paris. Volleyball-Qualifikationsturnier Das Volleyball-Qualifikationsturnier „Road to Paris“ für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Paris findet vom 16. bis 24. September in China, Japan und Polen statt. Die 24 besten Volleyball-Nationen der Welt treten beim FIVB Road to Paris Olympic Volleyball Qualifier an. Die Städte Ningbo (Volksrepublik China), Tokio (Japan) und Lodz (Polen) sind Gastgeber des Qualifikationswettbewerbs. Die Mannschaften werden in drei Achtergruppen eingeteilt, wobei die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 in Paris erhalten. Weltmeister Serbien reist in Pool A nach China, Olympia-Silbermedaillengewinner Brasilien und der amtierende Europameister Türkei spielen in Pool B in Japan, und Olympiasieger USA trifft in Pool C auf den Europameister von 2021, Italien. Die beiden besten Mannschaften erhalten am Ende der Gruppenphase eine Quote für Paris 2024. Die Nationen in Pool A spielen in Nigbo, China. Tokio Gruppe A: Serbien, Mexiko, Dominikanische Republik, Tschechien, Niederlande, Kanada, China, Ukraine Japan ist Gastgeber für die Spiele von Pool B Gruppe B: Belgien, Bulgarien, Türkei, Puerto Rico, Brasilien, Argentinien, Japan, Peru Die Mannschaften des Pools C treten in Polen gegeneinander an Gruppe C: USA, Kolumbien, Deutschland, Thailand, Polen, Slowenien, Italien, Korea, In der Gruppe A gilt Serbien als einer der Favoriten auf einen Platz für Paris 2024. Aus familiären Gründen müssen sie ohne Bojana Drča antreten, die beim Gewinn der Weltmeisterschaft 2022 in der Startformation stand. Kapitänin Maja Ognjenović hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und wird höchstwahrscheinlich erst später zum Team stoßen. Serbien bleibt jedoch ein starkes Team mit Tijana Bošković im Kader. Die Mannschaft von Giovanni Guidetti hat das EM-Finale gegen die Türkei verloren und wird darauf brennen, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Die Volksrepublik China dürfte die größte Herausforderung für Serbien sein. Deren Star Zhu Ting kämpft seit Tokio 2020 (2021) mit einer Handgelenksverletzung und wird ihren Teamkolleginnen nicht helfen können. Spielerinnen wie Li Yingying, Gong Xiangyu und Yuan Xinyue haben das Team in Abwesenheit von Zhu angeführt. Bei der Volleyball Nations League (VNL) 2023 erreichten sie das Finale und besiegten dabei Brasilien und Polen, bevor sie schließlich gegen die Türkei verloren. Die Dominikanische Republik ist ein heißer Anwärter auf eines der Pariser Kontingente in Pool A, da sie gerade Olympiasieger USA besiegt und zum dritten Mal in Folge NORCECA-Gold geholt hat. In der Gruppe B gilt die Türkei als einer der Favoriten. Melissa Vargas, die VNL-MVP von 2023, wird die Türken neben Ebrar Karakurt, Eda Erdem, Zehra Gunes und Hande Baladin anführen.

Jahrestag der Menderes-Hinrichtung
Adnan Menderes vor Prostata-Untersuchung: „Ich schäme mich“

Heute vor 62 Jahren wurde der damalige türkische Ministerpräsident Adnan Menderes, der bei den Wahlen von 1957 mit über 50 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt worden war, von der Militärdiktatur, die 1960 die Macht an sich gerissen hatte, hingerichtet. Nur wenige Stunden vor seiner Hinrichtung führte man an ihm eine – laut Menderes‘ damaligem Verteidiger Hüsamettin Cindoruk – völlig unnötige Prostatauntersuchung durch, um ihn, so Cindoruk weiter, „zu erniedrigen und ein weiteres Mal zu bestrafen“. „Der außergewöhnliche Staatsmann Adnan Menderes, der in der Entwicklung, dem Fortschritt und der Demokratisierung unseres Landes eine wichtige Rolle spielt, hat unauslöschbare Spuren in unserem politischen Leben und im Herzen unseres Volkes hinterlassen“, so der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede.

Menderes war der neunte Ministerpräsident der Türkei, der infolge des blutigen Militärputsches im Jahr 1960 hingerichtet wurde. Menderes‘ Exekution wurde zu einem Symbol eines dunklen Abschnitts der Geschichte der Türkei. Er wurde nach dem Militärputsch vom 27. Mai 1960 zusammen mit allen Führungskräften der Demokratischen Partei (DP) festgenommen. Der Vorwurf lautete Verletzung der Verfassung und Veruntreuung von Staatsmitteln.

Die Abgeordneten wurden vor ein Militärgericht auf Yassiada, einer der Prinzeninseln im Marmarameer, gestellt, die seitdem als ein Symbol der Trauer der türkischen Demokratie betrachtet wird. Das Gericht verurteilte am Ende des einjährigen Prozesses Menderes, Zorlu und Polatkan zum Tod durch den Strang. Das Urteil wurde auf der Insel Imrali im Marmarameer vollstreckt. Menderes hatte bei den allgemeinen Wahlen von 1957 mehr als 50 Prozent der Stimmen gewonnen, bevor er eingesperrt und vor das Gericht eines Militärregimes gestellt wurde, das seine Regierung gestürzt hatte.

Viereinhalb Stunden vor der Vollstreckung des Todesurteils wurde Menderes von Ärzten untersucht. Kurz vor der Ausstellung des Attests, dass Menderes gesund sei und erhängt werden könne, schlug Dr. Sedat Tavat vor, die Prostata zu untersuchen. Menderes erwiderte, dass er sich geniere, doch ein weiterer Arzt forderte ihn auf, sich nach vorne zu beugen und führte die Untersuchung durch. Genau viereinhalb Stunden nach diesem Gespräch und der Untersuchung wird Adnan Menderes hingerichtet werden.
Dr. Tavat: „Wir haben etwas vergessen. Wir sollten die Prostata untersuchen.“ Menderes: „Wie bitte?“ Dr. Tavat: „Wir müssen die Prostatauntersuchung durchführen.“ Menderes: „Nein… Es ist alles in Ordnung…“ Dr. Tavat: „Aber das muss gemacht werden.“ Menderes: „Wie wird dies durchgeführt?“ Dr. Tavat: „Nun… mit einem Handschuh. Ist die Prostata geschwollen oder so?“ Menderes: „Bitte… Ich kann nicht…“ Dr. Tavat: „Erlauben Sie einmal, bitte, Ihnen wurde nämlich ein Blasenkatheter gelegt. Ziehen Sie die Hosen aus. Stellen Sie sich so an den Untersuchungstisch, ich bitte darum, bitte.“ Menderes: „Bitte… Ich schäme mich.“ Dr. Zeki: „Bücken Sie sich nach vorne, weiter, weiter, legen Sie die Hände auf den Untersuchungstisch…“
Menderes war zwischen 1950 und 1960 Premierminister der Türkei. Er war einer der Gründer der Demokratischen Partei (DP) im Jahr 1946, der vierten legalen Oppositionspartei der Türkei. Menderes wurde 1899 in Koçarlı, Provinz Aydın, als Sohn eines wohlhabenden Landbesitzers geboren. Nach der Grundschule besuchte Menderes das American College in İzmir. Er kämpfte während des türkischen Unabhängigkeitskrieges gegen die einmarschierende griechische Armee und wurde mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet. Er absolvierte die juristische Fakultät der Universität Ankara. Im Juni 1945 forderte Menderes zusammen mit Celâl Bayar, Fuat Köprülü und Refik Koraltan in einem Antrag mit vier Unterschriften mehr politische und demokratische Freiheiten. Der Antrag wurde von keinem Mitglied des türkischen Parlaments angenommen, außer von den vier, die den Antrag ins Parlament einbrachten. Am 7. Januar 1946 gründeten die vier die Demokratische Partei (DP), und bei den Wahlen von 1946 wurde Menderes zum Abgeordneten der Demokratischen Partei für Kütahya gewählt. Als die DP bei den ersten freien Wahlen in der türkischen Geschichte am 14. Mai 1950 (bei denen die Stimmen geheim abgegeben und offen ausgezählt wurden) 52 Prozent der Stimmen erhielt, wurde Menderes Ministerpräsident und übernahm 1955 auch das Amt des Außenministers. Später gewann er zwei weitere freie Wahlen, eine 1954 und die andere 1957. In den 10 Jahren seiner Amtszeit als Ministerpräsident wuchs die türkische Wirtschaft jährlich um neun Prozent. Er unterstützte ein mögliches Militärbündnis mit dem Westblock und während seiner Amtszeit wurde die Türkei 1952 in die NATO aufgenommen.  

Paris 2024
Volleyball-Olympia-Qualifikation: Türkei besiegt Puerto Rico

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Tokio – Die Erfolgsserie der türkischen Volleyballerinnen geht weiter. Nach dem Sieg der diesjährigen Europameisterschaft haben die Türkinnen auch bei der Qualifikationsrunde zu den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Paris einen guten Start hingelegt. In ihrem ersten Match bezwangen die „Sultane der Netze“ Puerto Rico mit 3:0 (25-19, 25-16, 25-14).

Zweites Spiel am Sonntag

Am Sonntag treffen die Türkinnen in ihrem zweiten Qualifikationsspiel gegen Bulgarien an.

Deutschland siegt gegen Thailand

Auch die deutschen Volleyballerinnen sind mit einem Sieg in das Olympia-Qualifikationsturnier in Polen gestartet. In der Gruppe C schlug das Team von Bundestrainer Vital Heynen Thailand in Lodz mit 3:0 (25:22, 25:22, 25:20). Camilla Weitzel war mit 13 Punkten erfolgreichste deutsche Angreiferin. Am morgigen Sonntag  trifft das deutsche Team auf Kolumbien.

Volleyball-Qualifikationsturnier Das Volleyball-Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Paris findet vom 16. bis 24. September in China, Japan und Polen statt. Die 24 besten Volleyball-Nationen der Welt treten beim FIVB Road to Paris Olympic Volleyball Qualifier an. Die Städte Ningbo (Volksrepublik China), Tokio (Japan) und Lodz (Polen) sind Gastgeber des Qualifikationswettbewerbs. Die Mannschaften werden in drei Achtergruppen eingeteilt, wobei die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 in Paris erhalten. Weltmeister Serbien reist in Pool A nach China, Olympia-Silbermedaillengewinner Brasilien und der amtierende Europameister Türkei spielen in Pool B in Japan, und Olympiasieger USA trifft in Pool C auf den Europameister von 2021, Italien. Die beiden besten Mannschaften erhalten am Ende der Gruppenphase eine Quote für Paris 2024. Die Nationen in Pool A spielen in Nigbo, China. Tokio Gruppe A: Serbien, Mexiko, Dominikanische Republik, Tschechien, Niederlande, Kanada, China, Ukraine Japan ist Gastgeber für die Spiele von Pool B Gruppe B: Belgien, Bulgarien, Türkei, Puerto Rico, Brasilien, Argentinien, Japan, Peru Die Mannschaften des Pools C treten in Polen gegeneinander an Gruppe C: USA, Kolumbien, Deutschland, Thailand, Polen, Slowenien, Italien, Korea, In der Gruppe A gilt Serbien als einer der Favoriten auf einen Platz für Paris 2024. Aus familiären Gründen müssen sie ohne Bojana Drča antreten, die beim Gewinn der Weltmeisterschaft 2022 in der Startformation stand. Kapitänin Maja Ognjenović hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und wird höchstwahrscheinlich erst später zum Team stoßen. Serbien bleibt jedoch ein starkes Team mit Tijana Bošković im Kader. Die Mannschaft von Giovanni Guidetti hat das EM-Finale gegen die Türkei verloren und wird darauf brennen, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Die Volksrepublik China dürfte die größte Herausforderung für Serbien sein. Deren Star Zhu Ting kämpft seit Tokio 2020 (2021) mit einer Handgelenksverletzung und wird ihren Teamkolleginnen nicht helfen können. Spielerinnen wie Li Yingying, Gong Xiangyu und Yuan Xinyue haben das Team in Abwesenheit von Zhu angeführt. Bei der Volleyball Nations League (VNL) 2023 erreichten sie das Finale und besiegten dabei Brasilien und Polen, bevor sie schließlich gegen die Türkei verloren. Die Dominikanische Republik ist ein heißer Anwärter auf eines der Pariser Kontingente in Pool A, da sie gerade Olympiasieger USA besiegt und zum dritten Mal in Folge NORCECA-Gold geholt hat. In der Gruppe B gilt die Türkei als einer der Favoriten. Melissa Vargas, die VNL-MVP von 2023, wird die Türken neben Ebrar Karakurt, Eda Erdem, Zehra Gunes und Hande Baladin anführen.

Investment
Defensiver Zugang zu Schwellenländern mit Corporate Bonds

von  Samy Muaddi

Schuldtitel aus Schwellenländern – eine Bezeichnung, die etwas unfairerweise unterschiedliche Länder und Vermögenswerte zusammenfasst – werden traditionell als volatile Anlagen angesehen.

Die Kapitalmärkte in den Entwicklungsländern haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten erheblich gewandelt. Heute gibt es drei verschiedene Anlageklassen für Schwellenländeranleihen: Staatsanleihen in Hartwährung, Staatsanleihen in Landeswährung und Unternehmensanleihen in Hartwährung.

Der Markt für Hartwährungsunternehmensanleihen ist zwar noch ein relativ junges Segment, doch sind hier einige der weltweit größten Unternehmen mit starken Fundamentaldaten und dominanten Wettbewerbspositionen vertreten. Im Vergleich zu anderen Unternehmen in den Industrieländern werden diese starken Fundamentaldaten durch die relativ niedrige Ausfallquote der letzten Jahre belegt.

In den letzten drei Jahren lagen die Ausfallraten für Unternehmensanleihen auf dem Niveau der Industrieländer, während die Renditen höher waren. Dies spiegelt eine ungerechtfertigte Bestrafung durch die Rating-Agenturen, andere Risikofehleinschätzungen und eine legitime Liquiditätsprämie wider.

Investment-Grade-Unternehmensanleihen aus Schwellenländern in Hartwährung bieten ein konsistentes Renditeprofil und einen attraktiven Renditeaufschlag

Das Risiko und die Volatilität von EM-Unternehmensanleihen werden traditionell als hoch wahrgenommen, aber diese Wahrnehmung ändert sich, und das zu Recht. Die Volatilität von EM-Unternehmensanleihen liegt auf dem Niveau ähnlicher Unternehmensanleihen in den Industrieländern, bei vergleichbarem Ausfallrisiko. Gleichzeitig bieten EM-Unternehmensanleihen einen attraktiven Renditeaufschlag gegenüber den entwickelten Märkten. EM-Emissionen mit einem Rating von A bis BB weisen einen Spread auf, der zwei- bis dreimal so hoch ist wie der von US-Krediten.

Eine attraktive Prämie gegenüber den entwickelten Märkten

Investment-Grade-EM-Anleihen bieten derzeit einen Aufschlag von rund 100 Basispunkten gegenüber Investment-Grade-Anleihen in den USA und Europa. Der Aufschlag, den das High-Yield-Segment in den Schwellenländern bietet, ist sogar noch höher: 200 Basispunkte.

Wie ist dieser Aufschlag zu erklären? Erstens ist es ein Ausgleich für die relative Illiquidität von Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Der Markt für Unternehmensanleihen in den Schwellenländern wächst zwar schnell, ist aber im Vergleich zu den entwickelten Märkten weniger liquide. Dies gilt insbesondere für Anleihen in Hartwährungen, dem Anlageuniversum, das sich am besten für Anleger eignet, die das (Währungs-)Risiko begrenzen wollen. Die Illiquidität mag einige Anleger zurückhalten. Für diese Illiquidität erhalten die Anleger jedoch eine Prämie.

Eine zweite Erklärung für das Zögern der Anleger ist, dass das Risiko von Unternehmensanleihen aus Schwellenländern oft als hoch eingeschätzt wird. Dies bildet die Grundlage für höhere Renditen. Diese Wahrnehmung beruht zum großen Teil auf der Risikobewertung des Landes, in dem die Unternehmen tätig sind, und weniger auf der fundamentalen Stärke der emittierenden Unternehmen.

Das ist teilweise verständlich. Bei einem brasilianischen Unternehmen wird ein erheblicher Teil der Kosten in brasilianische Reals berechnet, und in einem brasilianischen Kontext mit allen Einflüssen der lokalen Politik, des lokalen Wachstums und der lokalen Inflation.

Dieser Länderfokus kann bei Anlegern und Rating-Agenturen zu einem verzerrten Bild der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens führen. Analysten geben Unternehmen in Schwellenländern nicht ohne weiteres ein höheres Rating als ihrem Heimatland, dies wird als Sovereign Ceiling bezeichnet. Die Kreditwürdigkeit wird daher oft durch das Länderrating eingeschränkt. Starke Unternehmen können zwar Investment-Grade-Fundamentaldaten aufweisen, aber die Agenturen werden sie in der Regel nicht höher bewerten als den Staat. Da die meisten Anleger nur begrenzten Zugang zu Daten haben, werden sie sich wahrscheinlich an diesen Ratings orientieren.

Eine verzerrte Sicht auf das tatsächliche Kreditrisiko

Es gibt noch weitere Verzerrungen und Möglichkeiten der Fehlbewertung. BB- und Single-B-Segmente in den Schwellenländern sind für Marktineffizienzen bekannt, die auf falsche Risikowahrnehmungen oder begrenzte Datenverfügbarkeit zurückzuführen sind. In unseren EM-Unternehmensstrategien besitzen wir in der Regel mehr Hochzinsanleihen (BB) als Investment Grade. Fehlbewertungen sind im Grunde genommen eine Chance für aktive Anleger.

Sie ermöglichen es, Qualitätsanleihen zu einem attraktiven Preis zu finden. Unternehmen, die vom Markt nicht so stark beachtet werden, aber ein starkes Potenzial für eine Ratingverbesserung haben, bieten einen zusätzlichen Renditetreiber für Anleihegläubiger. Wir investieren in Unternehmen, die eine solche Verbesserung ihrer Bonität bieten.

EM-Unternehmensanleihen bieten beständigere Renditen

EM-Aktien bieten den Anlegern Dividenden, die jedoch weit weniger stabil sind als Zinszahlungen. Diese Zinszahlungen können über die Jahre hinweg eine konstante Rendite bieten, die bei Aufzinsung eine überzeugende langfristige Rendite ergibt. Die Kuponsätze sind im Allgemeinen höher als in der DM, was mit den höheren Renditen in den Schwellenländern übereinstimmt. Dies bietet den Anlegern die Aussicht auf ein hohes und stetiges Einkommen. Natürlich besteht ein Ausfallrisiko – das Risiko, dass das Unternehmen seinen Anleiheverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die Ausfallrisiken sind jedoch mit denen von Unternehmen in den DM vergleichbar, auch wenn sie in der Vergangenheit als höher eingeschätzt wurden.

Vor allem Unternehmen, die zum ersten Mal Anleihen begeben, bieten normalerweise hohe Kupons. Diese Unternehmen sind den Anlegern nicht bekannt, und viele von ihnen haben nur eine minimale Erfolgsbilanz. Diese Anleihen werden schließlich zu hohen Kupons ausgegeben, auch wenn die zugrunde liegenden Fundamentaldaten des Unternehmens auf ein viel geringeres Kreditrisiko hindeuten.

Im Allgemeinen können Anleger in Schwellenländerunternehmen eine hohe Rendite bei vergleichsweise geringem Risiko erwarten. Natürlich sind Schwellenländer anfälliger für politische Risiken und wirtschaftliche Schocks sowie für unerprobte lokale Konkursregelungen. Daher bietet ein aktives Management, das fundamentales Research einbezieht, in Schwellenländern entscheidende Vorteile.

Darüber hinaus gibt es große Unterschiede zwischen den Emittenten. Ein Beispiel. Anleihen mit B-Rating wurden in einem breiten Spektrum von Kuponsätzen ausgegeben, von 4 % bis 14 %. Die Streuung der Renditen und die Preisbildung bei Neuemissionen spiegeln die Unsicherheiten und Informationsasymmetrien wider, die dieser Anlageklasse eigen sind. Eine gute Auswahl ist daher entscheidend. Als Indexanleger ist dies nicht möglich.


Samy Muaddi, Head of Emerging Markets Fixed Income bei T. Rowe Price

Cannabidiol
Was steckt wirklich hinter dem CBD-Hype?

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In den letzten Jahren hat sich ein regelrechter Hype um CBD entwickelt. Die Abkürzung steht für Cannabidiol, eine chemische Verbindung, die aus der Cannabispflanze gewonnen wird. CBD hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, von der Gesundheits- und Wellness-Industrie bis hin zu Social-Media-Plattformen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Trend, und warum erregt CBD so viel Interesse?

Die Wissenschaft Hinter CBD

CBD ist eines von über 100 sogenannten Cannabinoiden, die in der Cannabispflanze vorkommen. Im Gegensatz zum bekannteren THC (Tetrahydrocannabinol), das für die psychoaktiven Effekte von Marihuana verantwortlich ist, löst CBD keine Rauschzustände aus. Stattdessen wird es oft für seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile gefeiert.

Die Forschung zu CBD hat gezeigt, dass es eine Vielzahl von Wechselwirkungen im menschlichen Körper hat. Das Endocannabinoid-System, ein Netzwerk von Rezeptoren im Körper, spielt eine Rolle bei der Regulation von Funktionen wie Schlaf, Stimmung, Schmerzempfindung und Entzündungen. CBD scheint Einfluss auf dieses System zu nehmen, indem es mit den Rezeptoren interagiert und möglicherweise positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Anwendungsbereiche Von CBD

Den Wirkstoff CBD gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Formen. Man bekommt es in Form von Ölen und Tinkturen, Kapseln, Liquids für E-Zigaretten wie den Volcano Vaporizer, Salben, essbaren Produkten etc.

Ebenso lang und vielfältig ist die Liste der potenziellen Anwendungsbereiche von CBD. Ein Bereich, in dem CBD viel Beachtung gefunden hat, ist die Schmerztherapie. Menschen mit chronischen Schmerzen suchen oft nach Alternativen zu herkömmlichen Schmerzmitteln, und einige Studien legen nahe, dass CBD bei der Schmerzlinderung helfen könnte.

CBD wird auch zur Behandlung von Angstzuständen und Depressionen erforscht. Es wird angenommen, dass CBD die Aktivität von Neurotransmittern im Gehirn beeinflusst, die mit Stimmung und Stressregulierung in Verbindung stehen. Einige Anwender berichten von einer Verringerung ihrer Symptome, aber die Forschung in diesem Bereich steckt noch in den Kinderschuhen.

Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Epilepsie-Behandlung. Tatsächlich wurde bereits ein CBD-basiertes Medikament namens Epidyolex von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung von bestimmten Formen von Epilepsie zugelassen. Cannabidiol soll bei kindlicher Epilepsie besonders gut eingesetzt werden können.

Die Kosmetikindustrie hat CBD ebenfalls für sich entdeckt, insbesondere was Hautpflegeprodukte betrifft. Es wird angenommen, dass CBD entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften hat, die bei Hauterkrankungen wie Akne, Ekzemen und Psoriasis von Vorteil sein können.

Kontroversen um CBD

Polizei hebt Cannabis-Plantage im Nordsaarland aus” oder “Cannabisfund nach Wohnungsdurchsuchung” – solche oder ähnliche Meldungen liest man fast täglich irgendwo. Oft wollen die Menschen Cannabis hauptsächlich wegen seiner berauschenden Wirkung anpflanzen und nutzen. Diese entfällt jedoch beim Wirkstoff CBD.

Dennoch gibt es trotz der vielversprechenden Forschungsergebnisse immer noch einige Kontroversen im Zusammenhang mit CBD. Einige Kritiker weisen darauf hin, dass viele CBD-Produkte auf dem Markt nicht ausreichend reguliert sind. Dies hat zur Folge, dass die Qualität und der tatsächliche CBD-Gehalt in den Produkten stark variieren können. Konsumenten würden dadurch in die Irre geführt und möglicherweise nicht die erwarteten Ergebnisse erzielen.

Ein weiterer Punkt der Kontroverse ist die Tatsache, dass CBD oft als Wundermittel dargestellt wird, das bei nahezu jeder Erkrankung helfen kann. Diese übertriebenen Behauptungen werden jedoch oft von der wissenschaftlichen Forschung nicht gestützt. Es ist wichtig, realistische Erwartungen bezüglich der Wirkungen von CBD zu haben und sich bewusst zu sein, dass es keine Allheilmittel gibt.

Die rechtliche Situation von CBD ist auch nicht in allen Ländern gleich. Während einige Länder CBD als Nahrungsergänzungsmittel oder sogar als Medikament erlauben, gibt es andere, in denen CBD noch immer als kontrollierte Substanz betrachtet wird. Dies führt zu Unsicherheiten und möglicherweise rechtlichen Problemen für Verbraucher und Hersteller.

Fazit:

Der CBD-Hype ist zweifellos real und hat das Potenzial, einige aufregende Entwicklungen in den Bereichen Gesundheit, Wellness und Medizin zu fördern. Die wissenschaftliche Forschung deutet darauf hin, dass CBD vielfältige Wirkungen auf den menschlichen Körper hat und in verschiedenen Anwendungsbereichen von Nutzen sein könnte. Dennoch ist es wichtig, realistisch zu bleiben und sich bewusst zu sein, dass CBD keine Wunderwaffe ist.

Wenn Sie erwägen, CBD-Produkte auszuprobieren, ist es ratsam, sich gut zu informieren und qualitativ hochwertige Produkte von vertrauenswürdigen Herstellern zu wählen. Bevor Sie CBD zur Behandlung von medizinischen Problemen verwenden, ist es immer eine gute Idee, sich mit einem Facharzt zu beraten, um sicherzustellen, dass es für Ihre spezifische Situation geeignet ist.

Der CBD-Hype mag viele Facetten haben, aber diejenigen, die sich für seine potenziellen Vorteile interessieren, sollten sich die Zeit nehmen, sich gründlich zu informieren. Die Forschung zu CBD entwickelt sich ständig weiter, und in den kommenden Jahren könnten wir ein klareres Bild davon erhalten, wie CBD am besten genutzt werden kann, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu unterstützen.

Fenerbahçe-Istanbul
Türkei: Statue für Volleyballerin Eda Erdem

Istanbul – Die türkische Frauen-Volleyballnationalmannschaft hat in der diesjährigen Europameisterschaft nach einem siegreichen Finale gegen Weltmeister Serbien zum ersten mal den Titel in die Türkei geholt. Nun soll zu Ehren der Mannschaftskapitänin Eda Erdem eine Statue errichtet werden. Dies gab Fenerbahçe-Präsident Ali Koç bekannt. Erdem bedankte sich für diese Ehrung mit einem Post auf X, ehemals Twitter. Hierzu soll das viral gegangene Foto von ihr als Vorbild dienen. Sie sei froh bei Fenerbahçe zu sein und sie habe 15 Jahre ihres Lebens „mit der Herausforderung verbracht, dieser Gemeinschaft würdig zu sein“, so Erdem.
Heute bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Vielen Dank. Mit meiner Liebe und meinem Respekt.

Erdem, die auch Kapitänin bei Fenerbahçe-Istanbul ist, hat in in ihrer sportlichen Karriere viele Erfolge vorzuweisen. Von 2000 bis 2008 spielte sie bei Beşiktaş Istanbul, zunächst in der Juniorinnenmannschaft und ab 2003 mit der 1. Mannschaft in der höchsten türkischen Liga. Seit 2008 spielt die Mittelblockerin beim Ligakonkurrenten Fenerbahçe Istanbul. Hier wurde sie fünfmal nationale Meisterin und dreimal Pokalsiegerin. Außerdem gewann sie 2010 die Klubweltmeisterschaft, 2012 die Champions League und 2014 den CEV-Pokal.

In Doha, Katar, gewann Erdem mit Fenerbahçe die FIVB-Klubweltmeisterschaft 2010 und wurde als beste Aufschlägerin ausgezeichnet. Eda Erdem gewann auch die Auszeichnung als beste Aufschlägerin und die Silbermedaille mit ihrer Nationalmannschaft bei der Europaliga 2011. Seit 2005 spielt sie für die türkische Nationalmannschaft in der sie mehr als 300 Spiele bestritt.

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In einem atemberaubenden Krimi-Finale gegen den amtierenden Weltmeister Serbien, holten die türkischen Volleyballerinnen zum ersten Mal den EM-Titel in die Türkei.

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Saudi-Arabien
Abraj Kudai: Mit 10.000 Zimmern das größte Hotel der Welt

Mekka – Nach seiner Fertigstellung wird das Abraj Kudai in Saudi-Arabien nach der Zimmeranzahl das größte Hotel der Welt sein. Mit einer erwarteten Kapazität von 10.000 Zimmern wird das Hotel mehr Menschen beherbergen als einige Universitätsgelände. Mit fast 7.500 Zimmern ist aktuell das First World Hotel of Malaysia das größte Hotel der Welt nach Zimmeranzahl. 3,6 Milliarden Dollar Baukosten Das Abraj Kudai wird vom saudischen Finanzministerium finanziert und von der Dar al-Handasah-Gruppe entworfen. Es wird Berichten zufolge etwa 3,6 Milliarden Dollar kosten und 10.000 Zimmer, vier Hubschrauberlandeplätze und 70 Restaurants umfassen. Das sind mehr gastronomische Möglichkeiten als in vielen anderen Städten. Das Abraj Kudai wäre nicht nur das größte Hotel der Welt, was die Anzahl der Zimmer angeht, sondern würde auch eine der größten Kuppeln der Welt auf seinem höchsten Turm beherbergen. Busbahnhof, Restaurants, Einkaufszentrum Das 45 Stockwerke hohe Hotel im Stil einer Wüstenfestung besteht aus 12 Türmen auf einem 10-stöckigen Podium, in dem sich ein Busbahnhof, Restaurants, ein Einkaufszentrum und ein extravaganter Ballsaal befinden. Fünf Etagen werden jedoch für die meisten Gäste tabu sein – sie sind ausschließlich der saudischen Königsfamilie vorbehalten. Abraj bedeutet „Türme“, während Kudai der Name des bergigen Ortes ist. Die Eröffnung von Abraj Kudai war für 2017 geplant, doch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und anderer Probleme verzögerte sich das gesamte Projekt. Zwei Kilometer von der Kaaba Das Hotel wird in Manafia gebaut, nur zwei Kilometer von der Kaaba in Mekka entfernt. Die Kaaba ist ein quaderförmiges Gebäude im Innenhof der Heiligen Moschee in Mekka und bildet als „Haus Gottes“ das zentrale Heiligtum des Islams. Die große Bedeutung der Kaaba liegt darin, dass sie das Ziel der großen Wallfahrt (Haddsch) ist, die jeder Muslim einmal in seinem Leben unternehmen soll, sofern er dazu in der Lage ist. Die Hadsch gilt mit fast 2,5 Millionen Pilgern jährlich als die größte Menschenansammlung der Welt. Daneben steht die Kaaba im Zentrum des islamischen Gebetsritus, denn bei jedem Gebet müssen sich die Muslime nach der Kaaba ausrichten.  

VW-Chefdesigner Andreas Mindt
Volkswagen will neue Designs für E-Autos

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Osnabrück – VW will seine neuen Elektroautos „netter“ aussehen lassen und die Cockpit-Bedienung vereinfachen. „Für uns ist wichtig, dass unsere Autos ein sympathisches Gesicht haben. Wir greifen niemanden an“, sagte Andreas Mindt, seit Anfang 2023 VW-Chefdesigner, im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). VW-Designchef: Unsere Autos müssen wieder sympathischer aussehen Von der futuristischen Gestaltung der Elektromodelle ID.3 und ID.4 will Mindt deswegen abrücken. „Als die rauskamen, wollte der Konzern signalisieren, dass wir in eine neue Zeit aufbrechen. Aber heute sind wir bereits mittendrin in der Zukunft.“ Beim Design neuer Modelle wolle er sich auf drei Werte besinnen, sagte Mindt: „Stabilität, Sympathie und die ,Secret Sauce‘, also eine unverwechselbare Zutat.“ Andreas Mindt will alte Werte zurückbringen – Cockpit-Bedienung soll vereinfacht werden Auch auf Kritik von Kunden wolle man reagieren. So sorgten etwa Bedienflächen mit Touchfunktion für die Klimaanlage regelmäßig für Unmut. „Wenn es zu kompliziert wird, verliert man sich schnell. Wir dürfen nicht zu sehr nur auf die digitale Seite setzen“, sagte Mindt der „NOZ“. Manche Funktionen müsse man auch mit physischen Knöpfen doppeln. Durch die Weiterentwicklung der Sprachbedienung werde das in Zukunft aber weiter an Bedeutung verlieren.

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Geldautomatensprengungen
Deutschland: Täglich wird ein Geldautomat gesprengt

Osnabrück – In Deutschland fliegt rechnerisch nach wie vor täglich irgendwo ein Geldautomat in die Luft. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Daten aus allen 16 Bundesländern. Demnach verzeichneten die Polizeibehörden im ersten Halbjahr 239 versuchte oder vollendete Sprengungen. Im Vorjahreszeitraum waren es 260. Auffällig laut „NOZ“-Auswertung: Bei den Tatorten kam es in den vergangenen Monaten zu teils deutlichen Verschiebungen. Das Landeskriminalamt Hessen bestätigte dem Blatt: „Derzeit begehen niederländische Tätergruppen die Taten vermehrt im südwestlichen Bereich Deutschlands, so auch in Hessen.“ In dem Bundesland stieg demnach die Zahl der Sprengungen im Halbjahresvergleich von 20 auf 32. Auch das Saarland geriet häufiger in den Fokus, wo in den ersten sechs Monaten sieben Automaten Ziel wurden. Im Vorjahreszeitraum war es nur einer. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verzeichneten mit 27 beziehungsweise 17 Sprengungen einen ähnlich hohen Wert wie 2022. In den bislang besonders betroffenen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ging die Zahl der Sprengungen indes von 104 auf 89 beziehungsweise von 38 auf 19 zurück. Jochen Kopelke, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte der „NOZ“: „Noch immer ist es für die gut organisierten Profi-Automatensprenger viel zu leicht, an teils erhebliche Geldsummen zu gelangen.“ Die Polizei sei den Täterbanden wegen „fehlender Technik und dünner Ausbildung“ unterlegen. „Nach wie vor fühlen sich unsere Kolleginnen und Kollegen auf Einsätze im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen schlecht vorbereitet.“ Dabei nehme die Rücksichtslosigkeit der Kriminellen zu, warnte Kopelke: Zunehmend komme Festsprengstoff zum Knacken der Automaten zum Einsatz. „Das bringt in unmittelbarerer Nähe wohnende Menschen und auch die Einsatzkräfte in größte Gefahr.“

Kolonialverbrechen
Opfer-Nachfahren fordern Entschuldigung von Deutschland

Nach DNA-Abgleich: Angehörige am Kilimanjaro fordern baldige Rückkehr ihrer identifizierten Ahnen und Entschuldigung von Deutschland  Nach einem von der Recherche-Ausstellung „Marejesho“ initiierten Abgleich sind erstmals menschliche Gebeine von Opfern der deutschen Kolonialherrschaft per DNA identifiziert worden. Die Nachfahren in Tansania fordern nun eine zeitnahe Rückführung, eine Entschuldigung Deutschlands für Kolonialverbrechen und Verhandlungen über Reparationen. Auch persönliche Gegenstände sollen zurückkehren. Die Ausstellung „Marejesho“ ist ab 12. Oktober 2023 im TA T in Berlin zu sehen. Nachfahren wurden über Ergebnisse informiert  Am 09. September 2023 fand in Moshi, Kilimanjaro, Tansania, ein Treffen von Nachfahren von Anführen der Chagga und Meru Communities mit den zivilgesellschaftlichen Organisationen Flinn Works, Berlin Postkolonial und Old Moshi Cultural Tourism (OMCT) statt. Das Treffen wurde vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) organisiert.
Die Nachfahren Zablon Kiwelu (links) und Isaria Meli (rechts) am Denkmal für die gehängten Führer in Old Moshi – Bild: Konradin Kunze
Die Organisationen aus Deutschland waren per Video zugeschaltet. Dabei stellte Konradin Kunze (Flinn Works) die Ergebnisse eines Abgleichs der DNA von Nachfahren mit Ancestral Remains (menschlichen Schädeln) vor, die sich im Depot der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) in Berlin befinden: Bei zwei Familien konnte eine direkte  Verwandtschaft mit insgesamt drei Individuen festgestellt werden, deren Häupter nach Berlin verschleppt wurden. Dabei handelt es sich mutmaßlich um die in der deutschen Kolonialzeit hingerichteten Chagga-Anführer Mangi Molelia von Kibosho und dessen Bruder sowie um den Akida (Minister) Sindato Kiutesha Kiwelu aus Moshi.
Familie Molelia erhält DNA-Bericht in Moshi – Bild: Adam Graphics
Projekt „Marejesho“ ermöglichte Abgleich  Der DNA-Abgleich erfolgte auf Wunsch der Nachfahren im Rahmen der tansanisch-deutschen Recherche-Ausstellung „Marejesho“, die im August/September 2022 in sechs Dörfern am Kilimanjaro und Meru gezeigt wurde. Ziel von „Marejesho“ ist ein Wissensaustausch zu in der deutschen Kolonialzeit verschleppten menschlichen Gebeinen und geraubtem Kulturgut aus der Region, das sich in deutschen Museumsdepots befindet. „Provenienzforschungsprojekte – auch das der SPK – werden oft ohne die betroffenen Communities durchgeführt. Dabei werden Wünsche und Wissen potenzieller Nachfahren ignoriert.“, sagte Projektleiter Konradin Kunze. „Mit ‘Marejesho‘ versuchen wir, die Lücke zwischen Institutionen und Communities zu schließen. Wir haben aktiv den Austausch mit möglichen Nachfahren gesucht.“ Die vor Ort gesammelten Speichelproben der Nachfahren wurden anschließend an die SPK übergeben, die den DNA-Abgleich an der Universität Göttingen durchführen ließ. Im Rahmen von Marejesho gelang es Kunze bereits vor einem Jahr, die Gebeine von Mangi Lobulu Kaaya von Meru im American Museum of Natural History (AMNH) in New York ausfindig zu machen. Suche nach hingerichteten Anführern  Insgesamt 19 Mangis (Chiefs) und Akidas (Minister) waren am 2. März 1900 in Old Moshi von Kolonialoffizieren wegen ihres Widerstands gegen die Besatzer öffentlich gehängt worden. Auf Anfrage des Völkerkundemuseums Berlin wurden anschließend Teile ihrer Körper für rassistische Forschung nach Berlin geschickt. Seit über 50 Jahren fordern deren Familien deren Rückgabe. Insbesondere die Suche nach dem Haupt von Mangi Meli von Moshi erlangte in den letzten Jahren internationale Aufmerksamkeit. Der Verbleib von dessen Haupt konnte noch immer nicht geklärt werden. Lange reagierten Institutionen mit sog. Schädelsammlungen nicht auf Anfragen von Tansanier*innen. Erst durch den Druck zivilgesellschaftlicher Initiativen zeigte sich z.B. die SPK bereit für Provenienzforschung und Repatriierungen von Ancestral Remains. Nach Tansania erfolgte bis heute außer einer privaten Rückgabe eines Zahns des Chief Mkwawa an dessen Nachkommen noch keine Repatriierung. Forderungen der Nachfahren  Die Nachfahren forderten bei dem Treffen eine zügige Repatriierung der identifizierten Gebeine der Vorfahren an die jeweiligen Familien. Die bisher nicht identifizierten Ahnen, die den Communities der Chagga oder Meru zugeordnet werden konnten, sollen ebenfalls zurückkehren. Die Nachfahren sollen in den Prozess der Repatriierung einbezogen und ihre Wünsche respektiert werden. Die Kosten der Rückführung und der Bestattung sollen von der Bundesregierung getragen werden. Die Angehörigen verlangten außerdem eine offizielle Entschuldigung der Bundesrepublik Deutschland für die kolonialen Verbrechen und die Verschleppung der Ahnen bei den betroffenen Familien und Communities. Dies wird ebenfalls von den daran beteiligten Museen und Universitäten erwartet. Außerdem sollen persönliche Gegenstände der Mangis, die sich in deutschen Museen befinden, zurückgeben werden. Im Anschluss an die Repatriierung verlangten die Nachfahren Gespräche mit der Bundesregierung um Reparationen. In einer gemeinsamen Erklärung der Familien heißt es:
 „Wir, die Familien der Nachkommen, haben die DNA-Ergebnisse unserer Vorfahren erhalten. Wir sind sehr froh, etwas über das Schicksal unserer Vorfahren zu erfahren, die vor mehr als 100 Jahren gestorben sind. Wir sprechen allen Institutionen und Personen, die für diesen wichtigen Fortschritt verantwortlich sind, unsere Anerkennung aus. Wir fordern die tansanische Regierung auf, den Kommunikationsprozess mit der deutschen Regierung zu beschleunigen, damit das formelle Verfahren für die Rückgabe der menschlichen Überreste unserer Vorfahren schneller ablaufen können. Unsere Familien sind bereit, sie zu empfangen, und wir haben bereits Orte für ihr Begräbnis gefunden.“
Deutschland hält menschenrechtliche Standards nicht ein  Die deutsche Bundesregierung muss nun beweisen, dass sie sich den Rechten der Ahnen und ihrer Nachfahren verpflichtet fühlt, den Weg einer Grund- und Menschenrechts-basierten Repatriierung wählt und die betroffenen Nachfahren ausreichend in ihren Wünschen und Forderungen von Anfang an in die entsprechenden Prozesse einbezieht. „Denn Deutschlands bisherige Praxis genügt menschenrechtlichen Standards nicht. Es besteht dringender Handlungsbedarf, sowohl im praktischen, forschungs- als auch im legislativen Bereich.“, sagte Sarah Imani (ECCHR). Dies argumentieren die zeichnenden Organisationen auch u.a. vor dem Ausschuss zur Antirassismus-Konvention der Vereinten Nationen. Marejesho in Berlin  Die Ausstellung „Marejesho“ wird ab dem 12. Oktober 2023 im TA T der Humboldt-Universität in Berlin gezeigt. Dabei werden die Reaktionen, Forderungen und Fragen der Communities im Fokus stehen. „Marejesho“ ist ein Projekt von Flinn Works, Berlin Postkolonial und Old Moshi Cultural Tourism, gefördert im Fonds TURN2 der Kulturstiftung des Bundes. Im Rahmen der Ausstellung wird es im November eine Veranstaltung mit Vertretern der Nachfahren geben.

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