Schulden bei Galatasaray
UEFA: Galatasaray droht Sperre für Europa

Die anhaltend hohe Schuldensumme des türkischen Spitzenklubs Galatasaray Istanbul lässt eine baldige Sperre für Pokalwettbewerbe auf UEFA-Ebene erwarten. Nun will die Vereinsführung einen Aktionsplan mit dem Fußballverband vereinbaren, der eine Sanierung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung sportlicher Erfolge ermöglichen soll.

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Nyon (nex) – Der europäische Fußballverband UEFA strebt eine Sperre in der Dauer von 1+1 Jahren gegen den türkischen Spitzenklub Galatasaray Istanbul an. Dies gab der Präsident des Vereins, Dursun Özbek, am Dienstag bekannt. Hintergrund sind angebliche Verstöße der Mannschaft gegen finanzielle Fair-Play-Regeln des Verbandes während der Saison 2015/16.

Die Untersuchungsabteilung des Kontrollkomitees der UEFA für Finanzen (CFCB) hat den Fall Galatasaray am Montag an die Spruchkammer weitergeleitet, weil Galatasaray nicht in der Lage gewesen sein soll, eine Vereinbarung zu finanziellem Fair Play zu erfüllen, die der Verein auf Grund der angespannten finanziellen Situation bereits im Vorjahr mit dem europäischen Fußballverband abgeschlossen hatte.

Im Rahmen einer Pressekonferenz Galatasarays im Ali Sami Yen Sportkomplex erklärte Özbek, der Klub habe die Auflage der UEFA verletzt, in drei aufeinanderfolgenden Jahren nicht mehr als maximal 30 Millionen Euro an Verlusten zu machen. In den Spielzeiten 2011/12, 2012/13 und 2013/14 habe man Verluste von 55, 38 und 74 Mio. Euro gemeldet, in der Saison 2014/15 habe die Summe der Verluste sogar 100 Mio. erreicht. Durch Sparmaßnahmen und Personalkürzungen habe dieser Wert in der Zeit des Interimschefs Duygun Yarsuvat auf 55 Mio. Euro gesenkt werden können.

Özbek machte den früheren Präsidenten Ünal Aysal für die hohen Außenstände verantwortlich. Er ergänzte, dass der Gesamtschuldenstand von mehr als einer Milliarde Euro, auf die sich laut einem Bericht der Klubvereinigung die Schuldensumme aller in der Süper Lig vertretenen Vereine aufaddiere, auch sonst im Lande nicht allzu rosige Aussichten bieten würde.

Präsident Özbek unterstrich, dass es dem Verein nicht möglich sei, bis Ende 2016 den derzeitigen Gesamtschuldenstand von 164 Millionen Euro um 134 Millionen zu senken. Aus diesem Grunde schlug er von sich aus eine 1+1-Sperre des Klubs für die europäischen Bewerbe als Sanktion vor. Man wolle bis Februar das eigene Angebot bezüglich einer erträglichen Strafsanktion vorlegen, erklärte Özbek.

Im Falle einer Reduktion der Schuldensumme um zehn Millionen Euro könne der Verein mit einer Geste des guten Willens vonseiten der UEFA rechnen. Es gäbe Aktionspläne, die es ermöglichen würden, die Verluste zu minimieren und doch dabei gleichzeitig den Erfolg aufrechtzuerhalten. Mit einer Entscheidung der Spruchkammer ist bis Ende Februar zu rechnen.

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