Madrid – Zwischen den Trümmern des Gazastreifens haben lokale Künstler gemeinsam mit Kindern ein großes Porträt des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez gemalt. Mit dem Wandbild wollten sie sich nach eigenen Angaben für dessen anhaltende Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung bedanken.
Im ersten Video stellt sich das Mädchen Layan aus Gaza vor und erklärt den Hintergrund der Aktion.
„Ich bin Layan aus Gaza. Heute haben wir den Ministerpräsidenten Spaniens gemalt. Ich hoffe, dass dieses Bild ihn erreicht – und auch das spanische Volk, das wir sehr lieben“, sagt sie. Die Botschaft erreichte tatsächlich den spanischen Regierungschef.
Sánchez reagierte mit einer persönlichen Videobotschaft und richtete sich direkt an die Menschen im Gazastreifen.
„Die spanische Gesellschaft als Ganzes hört euch, sieht euch, liebt euch und vergisst euch nicht“, erklärte der Ministerpräsident. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Kinder in Gaza bald wieder ohne Angst zur Schule gehen, malen und in Frieden leben könnten.
Dank für Spaniens Haltung im Gaza-Krieg
Dass die Künstler ausgerechnet Pedro Sánchez porträtierten, kommt nicht von ungefähr. Der spanische Ministerpräsident zählt seit Monaten zu den schärfsten europäischen Kritikern der israelischen Regierung.
Spanien erkannte 2024 gemeinsam mit Irland und Norwegen den Staat Palästina an und setzt sich seither wiederholt für einen Waffenstillstand sowie eine Ausweitung der humanitären Hilfe für den Gazastreifen ein.
Sánchez sprach sich zudem mehrfach für Sanktionen gegen die israelische Regierung aus und bezeichnete Israel zuletzt als „völkermordenden Staat“. Israel weist diese Vorwürfe entschieden zurück.
Der „Sánchez-Effekt“ zeigte sich bereits bei der Weltmeisterschaft
Wie groß die Sympathien für den spanischen Regierungschef inzwischen in Teilen der arabischen und muslimischen Welt sind, zeigte sich bereits nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
Nach dem Finalsieg Spaniens gegen Argentinien wurde der Triumph in zahlreichen arabischen und muslimisch geprägten Ländern gefeiert. Auch im Gazastreifen versammelten sich trotz der schwierigen humanitären Lage viele Menschen, um den WM-Sieg Spaniens zu verfolgen und anschließend zu feiern.
Auf der Plattform X sprachen zahlreiche Nutzer vom sogenannten „Sánchez-Effekt“. Viele Kommentatoren führten die außergewöhnliche Unterstützung für Spanien nicht nur auf den Fußball zurück, sondern auch auf die Haltung der Regierung von Pedro Sánchez gegenüber den Palästinensern.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die spanische Nationalmannschaft durch den Ausnahmespieler Lamine Yamal. Nachdem dieser bei früheren Feierlichkeiten palästinensische Flaggen gezeigt hatte und dafür teilweise scharf kritisiert worden war, stellte sich Sánchez öffentlich hinter den Nationalspieler und verteidigte dessen Meinungsfreiheit.
Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Kinder und Künstler im Gazastreifen nun ausgerechnet Pedro Sánchez mit einem Wandbild würdigten.
Ein zweites Video berührt viele Menschen
Nachdem Sánchez auf das Wandbild reagiert hatte, veröffentlichte Layan ein weiteres Video. Darin zeigt sie sich sichtlich überrascht, dass ihre Botschaft den spanischen Ministerpräsidenten tatsächlich erreicht hat.
„Ich kann es nicht glauben. Der Ministerpräsident Spaniens hat auf unser Video geantwortet“, sagt das Mädchen.
Besonders ein Satz aus ihrer Botschaft wurde in den sozialen Netzwerken vielfach geteilt:
„Auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen, haben wir dieselben mitfühlenden Herzen.“
Die bewegende Szene verbreitete sich innerhalb kurzer Zeit auf zahlreichen Plattformen und wurde von vielen Nutzern als Zeichen dafür gewertet, dass politische Entscheidungen und öffentliche Worte selbst Menschen in einem Kriegsgebiet erreichen können.
Für Layan und die beteiligten Künstler war das Wandbild vor allem ein Zeichen des Dankes. Die Antwort des spanischen Regierungschefs machte daraus eine Geschichte, die weit über die Grenzen des Gazastreifens hinaus Beachtung fand.

