Israel
Bumerang-Effekt im Mittelmeer: Wie die Zerstörung von Gazas Abwassernetz Israels Wasserversorgung trifft

Die Zerstörung der Abwasser-Infrastruktur in Gaza hat gravierende Folgen: Eine Algenblüte bedroht nun die Meerwasserentsalzungsanlagen in Israel.

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Tel Aviv – Die massive Zerstörung der zivilen Infrastruktur im Gazastreifen entfaltet zunehmend grenzüberschreitende Folgen für das Ökosystem und die Trinkwasserversorgung in Israel.

Nach Berichten israelischer Medien, darunter die Tageszeitung Haaretz, mussten fünf der sechs großen Meerwasserentsalzungsanlagen an Israels Mittelmeerküste vorübergehend abgeschaltet oder gedrosselt werden. Der Grund: Eine beispiellose, seltene Algenblüte, die durch ungeklärte Abwässer aus dem Küstenstreifen befeuert worden sein soll.

„Die Entsalzungskrise in Israel macht die Folgen deutlich, die sich daraus ergeben, dass das Abwassersystem im Gazastreifen zerstört wurde, dessen Wiederaufbau verweigert wird und die israelische Wasserwirtschaft nicht auf eine sich verschärfende Klimakrise vorbereitet wurde“, so die Haaretz.

Nährstoffe im Meer als Auslöser

Seit den großflächigen Beschädigungen der Abwasserkanäle und Kläranlagen im Gazastreifen fließen schätzungsweise täglich rund 40.000 Kubikmeter ungeklärtes Abwasser direkt ins Mittelmeer. Wissenschaftler und Meeresökologen verweisen darauf, dass die im Abwasser enthaltenen hohen Mengen an Phosphor und Stickstoff zusammen mit ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen ideale Nährstoffbedingungen für Mikroalgen schaffen.

Verstärkt durch Küstenströmungen breitete sich der extrem dichte Algenteppich entlang der Meeresküste nach Norden aus. Die Folge: Die feinen Filter der israelischen Entsalzungsanlagen – die den Großteil des nationalen Trinkwassers liefern – drohten zu verstopfen oder wurden durch die Trübung des Wassers lahmgelegt.

Infrastrukturschäden schlagen auf Verursacher zurück

In den sozialen Medien und in Fachkreisen wird die Entwicklung intensiv diskutiert. Viele Beobachter werten das Ereignis als direkten Beleg dafür, dass Umweltzerstörung und Kriegshandlungen in eng vernetzten Ökosystemen keine Grenzen kennen und letztlich auch auf den Verursacher zurückschlagen.

Während die israelische Wasserbehörde versichert, die Trinkwasserversorgung durch Reserven sichern zu können, wurden bereits erste Einschränkungen für die Bewässerung von öffentlichen Parks und der Landwirtschaft erlassen. Experten mahnen, dass die anhaltende ökologische Krise im Küstenstreifen langfristig das gesamte östliche Mittelmeer gefährden könnte.

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