Türkei
„Das Massaker von Atça Çomaklı Ovası“ feiert Premiere

Neuer Kurzfilm beleuchtet ein tragisches Massaker griechischer Besatzer von 1921 in Atça sowie das Schicksal eines Überlebenden.

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Atça/Aydın – Ein wenig bekanntes Kapitel der Geschichte Westanatoliens ist auf die Kinoleinwand gebracht worden: Der Kurzfilm „Das Massaker von Atça Çomaklı Ovası“ hat im Muhsin-Aksay-Theater- und Kinosaal in Atça seine Premiere gefeiert. Die beiden Vorstellungen stießen auf großes Interesse und lockten zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer an.

Im Mittelpunkt des Films steht ein historisch dokumentiertes Ereignis aus dem Jahr 1921 in der Çomaklı-Ebene bei Atça. Nach den Erkenntnissen von Historikern wurden dort 15 Menschen aus der Region gefangen genommen, gefoltert und getötet. Unter den Opfern waren zwölf junge Menschen und drei ältere Männer. Drei der 15 Gefangenen überlebten das Massaker.

Besonders bemerkenswert ist der weitere Lebensweg eines der Überlebenden: Er soll später der erste Lokomotivführer der Türkei geworden sein. Der Film erzählt damit nicht nur die Geschichte der Opfer, sondern zeichnet zugleich den Lebensweg eines Menschen nach, der das Geschehen überlebte.

Geschichte aus der Region wird filmisch erzählt

Realisiert wurde die Produktion mit Unterstützung der Kreisverwaltung Sultanhisar, des Atça-Ortsvorstehers Ali Keleş und der Bevölkerung von Atça. Grundlage für den Film ist der dritte Band des Werks Yörük Ali Efe des Schriftstellers Sabahattin Burhan.
Regie führte Osman Emre, für die Kamera zeichneten Deniz Kuyumcu und Aydın Yücel verantwortlich. In den Hauptrollen sind unter anderem Mustafa Benli, Alperen Şahin und Mehmet Gülseven zu sehen. Für die musikalische Untermalung des Films zeichnen Oğuz Mucan und SAYKI verantwortlich.

Zum Abschluss der Gala würdigten Landrat Ali Ekber Ateş, der stellvertretende Bürgermeister von Sultanhisar Okan Yalçınkaya sowie Vertreter der örtlichen Behörden die Arbeit des Filmteams. Als Zeichen der Anerkennung wurden den Beteiligten Dankesplaketten überreicht.

Erinnerung an die Gewaltverbrechen der Besatzungszeit

Das im Film behandelte Massaker steht im Zusammenhang mit den schweren Gewaltverbrechen, die während der griechischen Besatzung weiter Teile Westanatoliens zwischen 1919 und 1922 gegen die türkische Zivilbevölkerung verübt wurden. Historische Forschungen haben für diese Zeit zahlreiche Fälle von Tötungen, Vertreibungen und weiteren Übergriffen auf die Zivilbevölkerung dokumentiert.

Mit „Das Massaker von Atça Çomaklı Ovası“ soll nun ein konkretes Ereignis dieser Epoche stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Die Filmemacher wollen damit einen Beitrag zur historischen Erinnerungskultur leisten und das Wissen über die Opfer und die Geschehnisse von 1921 an kommende.

Kemal Bölge

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