
Genau/Piräus/Mersin– Es ist eine Premiere in der Geschichte des internationalen Seehandels:
Am heutigen Freitag haben Hafenarbeiter in 21 strategisch wichtigen Häfen rund um das Mittelmeer die Arbeit niedergelegt. Unter dem Slogan „Dockworkers don’t work for war“ (Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg) setzen sie ein beispielloses Zeichen gegen die militärische Unterstützung Israels und die „Kriegswirtschaft“.
Ein transnationales Bündnis des Widerstands
Die Koordination umfasst Gewerkschaften aus fünf Ländern: Italien (USB), Griechenland (PAME), die Türkei (Liman-Is), Spanien/Baskenland (LAB) und Marokko (ODT). Der Streik richtet sich gezielt gegen die Verladung von Waffen, Munition und „Dual-Use“-Gütern, die für den Einsatz im Gazastreifen bestimmt sind.
In der Türkei stehen zentrale Umschlagplätze wie Mersin und Antalya im Fokus. Die Botschaft der türkischen Gewerkschafter von Liman-Is ist dabei deutlich: Die Häfen dürfen nicht länger als Korridore für „tödliche Fracht“ dienen, während die Zivilbevölkerung in Gaza unter einer Blockade leidet.
Starke Zitate von der Basis
Die beteiligten Gewerkschaften machen klar, dass dies keine gewöhnliche Tarifauseinandersetzung ist, sondern ein moralischer Imperativ.
Francesco Staccioli von der italienischen Gewerkschaft USB warnte eindringlich:
„Wenn wir diesen Schritt jetzt nicht wagen, werden all unsere anderen Forderungen – nach besseren Löhnen und Rechten – unter den Trümmern des Krieges zermalmt werden. Wir weigern uns, Komplizen eines Völkermords zu sein.“
Vertreter der griechischen Gewerkschaft PAME im Hafen von Piräus ergänzten bei einer Kundgebung:
„Häfen müssen Barrieren gegen den Krieg sein, keine Korridore für Waffenlieferungen. Wir werden unsere Hände nicht mit Blut beflecken.“
In der gemeinsamen Erklärung der beteiligten Verbände heißt es zudem:
„Der Frieden ist vorbei – das hören wir von unseren Regierungen. Wir antworten: Nicht in unserem Namen und nicht durch unsere Arbeit.“
Geopolitische Signalwirkung
Was heute geschieht, ist die praktische Umsetzung einer Strategie, die im September 2025 in Genua beschlossen wurde. Analysten sehen darin eine neue Form der geopolitischen Isolierung Israels: Während diplomatische Sanktionen auf Regierungsebene oft ausbleiben, übernimmt die organisierte Arbeiterschaft die Durchsetzung eines faktischen Waffenembargos.
Besonders brisant: Die Hafenarbeiter verknüpfen ihren Protest direkt mit der sozialen Lage im eigenen Land. Sie kritisieren, dass Milliarden in die Aufrüstung fließen, während Schulen, Krankenhäuser und Löhne unterfinanziert bleiben. Damit wird der Kampf für Palästina zu einem Kampf gegen die globale „Kriegswirtschaft“ an sich.
Die Blockaden heute sind erst der Anfang. Die Gewerkschaften haben bereits angekündigt, dass der 6. Februar kein Endpunkt ist, sondern der Startschuss für eine dauerhafte Überwachung der Frachtlisten in allen Mittelmeerhäfen.
📍MOTORIZED MARCH IN PIRAEUS
📌 Dockworkers’ International Day of Action
✊ EVERYONE ON STRIKE ON FEBRUARY 6
⛔ Dockworkers don’t work for war
✊ Mobilizations in Italy, Greece, the Basque Country, Turkey, France, and Morocco
🔴 A motorized march in Piraeus was held… pic.twitter.com/1NDfGas5qf
— PAME Greece International (@PAME_Greece) February 5, 2026
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