Große Trauer
Solidarität für Serkan C.: Große Spendenaktion für die Söhne des getöteten Zugbegleiters

In Abstimmung mit der Familie und der Deutschen Bahn wurde eine großangelegte Spendenaktion ins Leben gerufen.

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Berlin – „Wir lassen seine Kinder nicht allein.“ Mit diesem Versprechen reagiert die deutsche Eisenbahner-Gemeinschaft auf den gewaltsamen Tod ihres Kollegen Serkan C. Während ganz Deutschland noch über die Hintergründe der Tat diskutiert, steht für seine Freunde und Kollegen nun eines im Vordergrund: Die finanzielle und emotionale Absicherung der beiden Söhne (11 und 13 Jahre), die ihren Vater auf tragische Weise verloren haben.

Hilfe, die direkt ankommt

In Abstimmung mit der Familie und der Deutschen Bahn wurde eine großangelegte Spendenaktion ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, den beiden Jungen eine Ausbildung und eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen – eine Last, die Serkan C. als alleiniger Versorger der Familie stets mit Stolz getragen hatte.

„Serkan war der Letzte, der einen Streit provoziert hätte. Er war die Ruhe selbst und immer ein Profi“, erinnert sich ein langjähriger Arbeitskollege aus dem Depot Ludwigshafen. „Dass ausgerechnet ihm das passiert ist, zerreißt uns im Team das Herz. Wir sammeln jetzt alles, was wir können, damit seine Jungs zumindest finanziell versorgt sind.“

Die Anteilnahme geht dabei weit über die Region hinaus:

Lokführer, Reinigungskräfte und sogar Fahrgäste aus ganz Deutschland beteiligen sich an der Sammlung, um ein Zeichen gegen die Sinnlosigkeit der Gewalt zu setzen.

Der Hintergrund: Ein Schicksalsschlag im Dienst

Serkan C. war am 2. Februar 2026 während einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress bei Landstuhl Opfer einer brutalen Attacke geworden. Ein Fahrgast hatte den 36-Jährigen unvermittelt mit massiven Faustschlägen gegen den Kopf attackiert, nachdem er wegen eines fehlenden Fahrscheins des Zuges verwiesen werden sollte.

Serkan C. erlitt schwerste Hirnblutungen und verstarb am Mittwoch im Krankenhaus Homburg. Besonders schmerzhaft: Seine Söhne waren in den letzten Stunden an seinem Bett und mussten miterleben, wie ihr Vater den Kampf um sein Leben verlor.

„Die Nachricht vom Tod des Zugbegleiters macht mich zutiefst traurig“, erklärte Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes, in einer ersten Reaktion. „Es ist unbegreiflich, wie aus einer banalen Ticketkontrolle eine solche Gewalttat entstehen kann. Mein tiefstes Beileid gilt den Angehörigen, insbesondere seinen Söhnen.“

Details zum Tatverdächtigen

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 26-jährigen Mann mit griechischer Staatsangehörigkeit. Laut Polizeiangaben gab der Mann bei seiner Vernehmung an, zuletzt in Luxemburg gelebt zu haben; in Deutschland verfügt er über keinen festen Wohnsitz. Der Verdächtige befindet sich wegen des Vorwurfs des Totschlags in Untersuchungshaft.

Trauer in der Gemeinschaft

Serkan C. war fest in der Ludwigshafener Gemeinde verwurzelt. Als langjähriges Mitglied einer lokalen Moscheegemeinde und geschätzter Mitarbeiter der DB Regio seit 15 Jahren hinterlässt er eine Lücke, die kaum zu füllen ist.

„Serkan war ein fester Bestandteil unserer Gemeinschaft, ein liebevoller Vater und ein herzensguter Mensch“, so ein Vertreter seiner Gemeinde. „Die Nachricht von seinem Tod hat uns gelähmt. Wir beten für seine Seele und werden die Familie in dieser schweren Zeit mit aller Kraft unterstützen.“

Sein Vater erlitt nach der Nachricht von dem Angriff einen leichten Herzinfarkt, konnte das Krankenhaus jedoch mittlerweile wieder verlassen, um sich um seine Enkel zu kümmern.

Ein System am Limit

Der Fall hat auch eine Debatte über die Sicherheit des Personals ausgelöst. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fand deutliche Worte für den Verlust: „Wir sind fassungslos und tief erschüttert. Dass ein Kollege, der einfach nur seine Arbeit macht, sein Leben verliert, ist eine Katastrophe. Diese Gewaltspirale in unseren Zügen muss endlich gestoppt werden.“

Die Spenden fließen nun in einen Treuhandfonds, der sicherstellt, dass jeder Cent den Kindern von Serkan C. zugutekommt. Jede Geste der Unterstützung zeigt der Familie in dieser dunklen Stunde, dass sie nicht vergessen ist.

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