DB-Aufsichtsratswahlen
Tolga Özgül kandidiert für den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn

Tolga Özgül, der türkischstämmige Servicemitarbeiter der DB Station&Service (jetzt DB InfraGO AG), erlangte mit seiner Wahl zum „Eisenbahner/in mit Herz“ der Allianz pro Schiene im vergangenen Jahr bereits Bekanntheit.

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Düsseldorf – Tolga Özgül, der türkischstämmige Servicemitarbeiter der DB Station&Service (jetzt DB InfraGO AG), erlangte mit seiner Wahl zum „Eisenbahner/in mit Herz“ der Allianz pro Schiene im vergangenen Jahr bereits Bekanntheit. Nun kandidiert der gebürtige Kölner für den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn.

In einem Gespräch mit NEX24 sagte Özgül:

„Verspätungen und Zugausfälle sind an der Tagesordnung, was zu Frustration unter den Reisenden und eben auch unter uns Eisenbahnern führt. Die Infrastruktur der Deutschen Bahn ist veraltet und die Investitionen in Modernisierungen sind offensichtlich unzureichend. Mega-Bauprojekte haben oft hohe Kostenüberschreitungen und bringen nicht immer die versprochenen Vorteile; wie z. B. Stuttgart 21 mit einem Finanzierungsrahmen von zu Beginn 2,5 Milliarden € und nun schätzungsweise 12 Milliarden €“

Statt Milliarden in solche Großprojekte zu stecken, sollten Regierungen und das DB-Management sinniger in die Verbesserung und Modernisierung der bestehenden Infrastruktur investieren, so Özgül weiter.

Mit Armin Laschet, Vorsitzender der Landtagsfraktion und Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen

 

Straßen, Schienen, Wasserwege und Kommunikationsnetze sind das Rückgrat unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Wenn diese nicht ordnungsgemäß instandgehalten und erweitert werden, führt dies zu ineffizientem Verkehr, Umweltverschmutzung und wirtschaftlichem Stillstand. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Prioritäten überdenken und unser Geld dort investieren, wo es wirklich gebraucht wird – in eine nachhaltige und zukunftsfähige Grundinfrastruktur.

Als Gegenkurs für diesen Kurs bedürfe es laut Özgül starken GDL-Aufsichtsräten, „welche ihre Überzeugungen und die Interessen der Eisenbahner gegen jeden Widerstand oben halten“.

Tolga Özgül (r.) mit dem deutschtürkischen Rapper Eko Fresh

DB Aufsichtsratwahlen

Vom 14. bis 16. Januar 2025 stehen im DB-Konzern wichtige Entscheidungen an, denn in diesem Zeitraum wird der Aufsichtsrat gewählt. Für Unternehmen mit weniger als 8.000 Mitarbeitenden findet eine Direktwahl statt, bei der die Beschäftigten ihre Vertreter*innen direkt wählen. Für größere Unternehmen erfolgt eine Delegiertenwahl, bei der Delegierte aus den Betrieben die Aufsichtsratsmitglieder bestimmen.

Besonders wichtig ist es, rechtzeitig die Wahlunterlagen zu beantragen, wenn man per Briefwahl abstimmen möchte. Es wird auch betont, wie wichtig es ist, die Unterlagen umgehend zurückzusenden, damit die Stimme rechtzeitig beim Wahlvorstand eingeht.

Eisenbahner mit Herz

Özgül hatte im vergangenen Jahr am Düsseldorfer Flughafenbahnhof durch sein Einschreiten eine junge Frau vor einem sexuellen Übergriff geschützt und sich bei dem Wettbewerb „Eisenbahner/in mit Herz“ der Allianz pro Schiene mit großem Abstand gegen die übrigen Nominierten durchgesetzt.

Während einer Schicht bekommt er mit, wie eine junge Touristin aus Taiwan von zwei Männern am Bahnsteig bedrängt und belästigt wird. Sofort geht er dazwischen und spricht die Frau an, ob sie Hilfe braucht. Sie ist starr vor Schreck und unfähig zu sprechen. Özgül konfrontiert die beiden Männer mit ihrer Tat und ruft die Polizei. Im Anschluss kümmert er sich um die junge Frau und sorgt dafür, dass sie sicher in ihren Zug steigt.

„Ich musste da nicht lange überlegen. Als ich die Angst und Verzweiflung in den Augen der jungen Dame sah, musste ich einschreiten. Sie hätte auch meine Schwester oder Nichte sein können“, so Özgül gegenüber NEX24.

„Was Tolga Özgül da geleistet hat, verdient großen Respekt. Er hat mit seinem mutigen Verhalten und direkten Einschreiten Schlimmeres verhindert. Wir freuen uns, dass er mit der Auszeichnung zum Publikumsliebling für dieses Engagement nun auch gewürdigt wird“, so der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, damals.

https://youtu.be/eozmb7Wf0A4

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