Gesundheitswesen
Ärztemangel nach Rückkehr syrischer Ärzte

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor einem möglichen Ärztemangel aufgrund der potenziellen Rückkehr syrischer Mediziner in ihre Heimat.

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Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor einem möglichen Ärztemangel aufgrund der potenziellen Rückkehr syrischer Mediziner in ihre Heimat.

Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad äußert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, seine Besorgnis über die möglichen Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem, falls eine erhebliche Anzahl syrischer Ärztinnen und Ärzte in ihr Heimatland zurückkehrt.

„Wir können verstehen, dass viele von ihnen in ihre Heimat zurückkehren möchten und dort auch dringend gebraucht werden“, sagt Gaß als Antwort auf eine „Spiegel“-Anfrage an die DKG.

Syrische Ärzte in Deutschland spielten jedoch vor allem in Krankenhäusern kleinerer Städte eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Versorgung, so Gaß weiter.

Verlassen sie in größerer Zahl Deutschland wieder, wird dies in der Personaldecke ohne Zweifel spürbar sein.

Laut der Statistik der Bundesärztekammer waren am Ende des vergangenen Jahres 5.758 syrische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland tätig. Fast 5.000 von ihnen arbeiteten in Kliniken. Damit stellen sie nach Ärzten aus Rumänien und Russland die mit Abstand größte Gruppe ausländischer Mediziner dar.

Dem Mediendienst Integration zufolge sind Krankenhäuser in kleineren Städten oft stärker auf Zuwanderung angewiesen als Kliniken in Großstädten. In einer Analyse heißt es: „In einigen ländlichen Regionen liegt der Anteil der neu eingestellten ausländischen Assistenzärztinnen und -ärzte mittlerweile bei 80 Prozent“, so die Migrationsforscher bereits im Jahr 2019.

Auch Ärzte- und Pflegeverbände fürchten nachteilige Folgen für die gesundheitliche Versorgungslage, sollten syrische Fachkräfte  in ihre Heimat zurückkehren.

Die Vorsitzende des Klinikärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, verwies darauf, dass 87 Prozent der syrischen Mediziner 2023 in Krankenhäusern tätig waren. „Würden sie fehlen, wäre das eine relevante Belastung für die ohnehin angespannte ärztliche Versorgungslage in Deutschland“, sagte Johna dem G+G Magazin.

 

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