Russenjet-Krise
Israel profitiert von Russland-Sanktionen gegen die Türkei

Parallel zu den Sanktionen Russlands gegen den türkischen Lebensmittel- und Tourismussektor geht Moskau auf Tuchfühlung mit Israel als Ersatzanbieter.

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Moskau (nex) – Während die Russische Föderation nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges an der türkisch-syrischen Grenze am letzten Dienstag eine Reihe von Sanktionen gegen die Türkei verhängt hat, die sich unter anderem auf den Obst- und Gemüsehandel und den Tourismus beziehen, könnte Israel zu den Nutznießern dieser Entwicklung werden.

Der russische Landwirtschaftsminister Alexander Tkachev nannte im Gespräch mit der israelischen Nachrichtenplattform „Arutz Sheva“ Israel als einen der möglichen bevorzugten Lieferanten für Zitrusfrüchte, von denen bis dato etwa 250.000 Tonnen jährlich aus der Türkei in die Russische Föderation geliefert werden. Insgesamt exportierte die Türkei landwirtschaftliche Produkte für etwa eine Milliarde US-Dollar nach Russland. Daneben könnte, so Tkachev, auch die Zusammenarbeit mit Südafrika, Marokko, China, Argentinien, Abchasien und Georgien auf diesem Gebiet ausgebaut werden.

Bis dato kamen etwa vier Prozent aller russischen Fruchtimporte aus der Türkei. Nach Verhängung der EU-Sanktionen nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges in der Ostukraine ist der türkische Anteil am Gesamtimportvolumen sogar noch gestiegen. Aber auch Israel hat von der Krise zwischen Russland und der EU profitiert. Bereits im Vorjahr war die Summe der Exporte der israelischen Landwirtschaftsindustrie nach Russland auf über 62 Millionen Euro angestiegen, nachdem bereits 2013 ein Plus von zehn Prozent zu verzeichnen war.

Bislang stellten jedoch dem „Fruchtportal“ zufolge Karotten den Hauptanteil der israelischen Exporte an Russland. So gehen etwa 90 Prozent von Israels Karotten- und Rettichexporten in die Russische Föderation. Auch im Bereich des Tourismus will sich Israels Tourismusindustrie nun bemühen, für russische Besucher noch attraktiver zu werden. Es würden derzeit neue Gesamtpakete mit russischen Reiseveranstaltern geschnürt, schreibt „Arutz Sheva“. Dafür wolle das Tourismusministerium des jüdischen Staates insgesamt 2,6 Millionen US-Dollar in die Ansprache des russischen Marktes stecken.

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