Wohnpolitik
DGB: „Wohnen darf kein Luxus sein“

"In vielen Städten müssen die Beschäftigten 40 oder gar bis zu 50 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Miete berappen - das geht nicht. Wohnen darf kein Luxus sein", so DGB- Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Teilen

DGB: Verdrängung von Arbeitnehmern aus den Städten beenden

Osnabrück (ots) –  Eine Woche vor der Bundestagswahl drängt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) darauf, „die Verdrängung von Arbeitnehmern aus den Städten zu beenden“. Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“:

„In vielen Städten müssen die Beschäftigten 40 oder gar bis zu 50 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Miete berappen – das geht nicht. Wohnen darf kein Luxus sein.“

Nach einer neuen Studie, die heute (Montag) auf einem DGB-Workshop in Berlin im Detail präsentiert wird, müssen 40 Prozent der Haushalte in Deutschlands Großstädten mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben, um ihre Miete (bruttokalt) zu bezahlen. Das entspricht rund 5,6 Millionen Haushalten, in denen etwa 8,6 Millionen Menschen leben, so die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung, die die Studie der Berliner Humboldt-Universität gefördert hat.

Gut eine Million Haushalte (mit rund 1,6 Millionen Menschen) in den 77 untersuchten Großstädten müssen der Untersuchung zufolge sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden. „Etwa 1,3 Millionen Großstadt-Haushalte haben nach Abzug der Mietzahlung nur noch ein Resteinkommen, das unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze liegt“, halten die Autoren fest.

Körzell forderte, die Mietpreisbremse zugunsten der Mieter zu verschärfen. „In das Gesetz müssen Sanktionsmöglichkeiten rein, um Verstöße der Vermieter ahnden zu können.“ Der Gewerkschafter plädierte zudem für einen Rechtsanspruch auf Mietauskunft: „Wer eine Wohnung mieten will, muss vom Vermieter erfahren können, wieviel zuvor für die Wohnung gezahlt wurde.“

Körzell verlangte außerdem, die nächste Bundesregierung müsse die Mittel für den sozialen Wohnungsbau deutlich über bisherigen 1,5 Milliarden Euro im Jahr aufstocken, und dies über das Jahr 2019 hinaus.

Auch interessant

Europarat: Deutschland missbraucht Antisemitismus-Begriff

Brüssel - In einer ungewöhnlich deutlichen Rüge hat der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, die deutsche Bundesregierung vor einer Instrumentalisierung des Antisemitismus-Begriffs gewarnt. In einem...

China stellt 1.000-PS-Supersportler Denza Z vor

Peking – Der chinesische Elektroautohersteller BYD hat auf der Automesse in Peking sein neues Hypercar Denza Z vorgestellt. Das viersitzige Elektrofahrzeug soll zunächst in...

US-Kongress diskutiert Schutzrechte für Amerikaner in der israelischen Armee

Washington D.C. - Laut Berichten von Military.com zielt eine Initiative im US-Kongress darauf ab, wichtige militärrechtliche Schutzmaßnahmen auf US-Bürger auszuweiten, die im israelischen Militär...

Der „Korea-Discount“ schwindet – die Bewährungsprobe folgt

Von Dina Ting Dem südkoreanischen Aktienmarkt haben positive Entwicklungen selten gefehlt. Was ihm jedoch fehlte, war die beständige Überzeugung der Anleger. Nach seiner beeindruckenden Rallye im...

Çelik: „Neutralitätspolitik der Türkei ist keine Schwäche“

Ein Gastkommentar von Özgür Çelik Das Magazin Foreign Affairs veröffentlichte am 27. April 2026 eine Analyse von Aslı Aydıntaşbaş mit dem Titel „Die Bedrohung der...

Headlines

Gaza-Hilsflotte: Türkei fordert sofortige Freilassung der Aktivisten

Ankara - Nach dem gewaltsamen Stopp der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern nahe Kreta verschärft die Türkei ihren...

Europarat: Deutschland missbraucht Antisemitismus-Begriff

Brüssel - In einer ungewöhnlich deutlichen Rüge hat der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, die deutsche Bundesregierung vor einer...

Orthodoxer Jude an Trump: „Zerstöre Israel vollständig!“

Austin/Texas - In der hitzigen Debatte um den Nahostkonflikt sorgt ein Video für Aufsehen, in dem ein Vertreter der...

Todesstrafe in Israel: Wer ist Ben-Gvir?

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Das israelische Parlament hat den Weg für ein Gesetz geebnet, das die Todesstrafe für Terrorakte...

Meinung

Gaza-Hilsflotte: Türkei fordert sofortige Freilassung der Aktivisten

Ankara - Nach dem gewaltsamen Stopp der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern nahe Kreta verschärft die Türkei ihren Ton gegenüber Tel Aviv massiv....

Europarat: Deutschland missbraucht Antisemitismus-Begriff

Brüssel - In einer ungewöhnlich deutlichen Rüge hat der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, die deutsche Bundesregierung vor einer Instrumentalisierung des Antisemitismus-Begriffs gewarnt. In einem...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...