Festnahme von Peter Seisenbacher
Kindesmissbrauch: Österreichischer Judo-Olympiasieger in Ukraine verhaftet

Der zweifache Olympiasieger hätte sich am 19. Dezember vor Gericht verantworten müssen. Da Seisenbacher untertauchte, wurde er weltweit per internationalem Haftbefehl gesucht. 

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Kiew (nex) – Der österreichische Judo-Doppel-Olympiasieger Peter Seisenbacher ist in Kiew verhaftet worden. Das berichten österreichische Medien unter Berufung auf eine am Dienstagabend veröffentlichte Mitteilung des Landesgerichts für Strafsachen Wien.

Demnach wurde Seisenbacher am Dienstagmittag von der ukrainischen Polizei in seiner Wohnung in Kiew festgenommen. Der Festnahme seien monatelange Ermittlungen der Zielfahnder des Bundeskriminalamtes vorangegangen.

Der zweifache Olympiasieger hätte sich am 19. Dezember vor Gericht verantworten müssen. Da Seisenbacher untertauchte, wurde er weltweit per internationalem Haftbefehl gesucht.

Wie das österreichische Sportportal „Laola1“ unter Berufung auf eine Mitteilung von Christina Salzborn, Sprecherin des Landesgerichts Wien, berichtet, seien die erforderlichen Anträge auf Auslieferung des 57-Jährigen an Österreich bereits an die ukrainischen Behörden gestellt worden. Ein neuer Termin für die Hauptverhandlung gegen Seisenbacher werde nach der tatsächlichen Auslieferung festgesetzt.

In Kiew und Tiflis stationierte österreichische Verbindungsbeamte hätten bei der Festnahme Seisenbachers eine wichtige Rolle gespielt. Diese hätten zwischen dem Bundeskriminalamt, den örtlichen Behörden und dem Landesgericht für Strafsachen koordiniert.

Peter Seisenbacher in einem älteren Interview
(Foto: Screenshot/Youtube)

Nach umfangreichen Telefonüberwachungen sei man auf die Spur des untergetauchten Ex-Judokas gekommen. Seisenbacher habe zwar regelmäßig seine Handys gewechselt, jedoch immer wieder dieselben Personen kontaktiert, darunter auch seine in Wien wohnhafte Mutter.

Wie Laola1 unter Berufung auf die österreichische Nachrichtenagentur APA weiter berichtet, soll Seisenbacher laut Anklage 1997 eine damals Neunjährige erstmals bedrängt haben. Von 1999 an sei es nach Angaben der Betroffenen zu geschlechtlichen Handlungen gekommen. Die Schülerin soll bis zur Vollendung des 14. Lebensjahrs wiederholt missbraucht worden sein.

Im Sommer 2004 soll sich Seisenbacher einem damals 13-jährigen Mädchen genähert haben, das er ebenfalls als Trainer in der Kindergruppe in seinem Judo-Verein kennengelernt hätte. Auch mit diesem Mädchen sei es laut Anklage zu sexuellen Handlungen gekommen.

Im August 2001 soll der Angeklagte versucht haben, einem dritten Mädchen näher zu kommen. Die 16-Jährige habe ihn jedoch abwehren können.

Seisenbacher hatte 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul Gold im Mittelgewicht geholt. Nach seiner aktiven Karriere wurde er Judo-Trainer.

 

 

 

 

 

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