G20-Gipfel
Erdogan: Die Meere werden zu Flüchtlings-Gräbern

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief dazu auf, die globalen Ungleichheiten und die Ursachen der Migration an der Wurzel zu bekämpfen

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Neu-Delhi – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief dazu auf, die globalen Ungleichheiten und die Ursachen der Migration an der Wurzel zu bekämpfen, während die Welt mit Herausforderungen wie dem Klimawandel und Wirtschaftskrisen konfrontiert ist, und erklärte, dass die Türkei eine gerechtere Welt für möglich hält.

„Kinder sterben, weil sie kein Stück Brot und Wasser finden, Zehntausende Flüchtlinge verlieren jedes Jahr ihr Leben in den Wüsten. Unsere Meere verwandeln sich in einen riesigen Flüchtlingsfriedhof. Millionen verlassen ihre Heimat wegen Kriegen und Konflikten. In einer Welt, in der sich herzzerreißende Tragödien ereignen, kann sich keiner von uns sicher fühlen. Wenn 735 Millionen Menschen mit Hunger kämpfen, während auf der anderen Seite Luxus, Prunk und Verschwendung vorherrschen, gibt es hier ein sehr ernsthaftes Problem“, sagte der türkische Staatschef während einer Rede beim diesjährigen G20-Gipfel in Indien.

Erdoğan betonte, dass derzeit Milliarden von Menschen von Afrika bis Asien unter sehr schlechten Bedingungen „zum Vergnügen und Wohlergehen einer Handvoll Eliten“ arbeiteten. „Das ist weder fair, menschlich noch gewissenhaft. Der Grund für diese Probleme sind kein Mangel an Ressourcen, sondern ein Mangel an Mitgefühl“, so Erdoğan weiter. „Wir glauben, dass eine gerechtere Welt möglich ist. Wir sind das Land, das im Verhältnis zum Nationaleinkommen die meiste Hilfe der Welt leistet. Wir unterstützen mehr als vier Millionen Unterdrückte und schikanierte Menschen, die in unserem Land Zuflucht gesucht haben“.

Die G20-Staaten sind am gestrigen Samstag und heute zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen in Neu-Delhi zusammengekommen.

Das zweitägige Treffen fand unter der Präsidentschaft des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi im Messe- und Kongresszentrum Pragati Maidan in Neu-Delhi statt. Das Treffen stand unter dem Motto Vasudhaivha Kutumbakam (übersetzt etwa: Eine Welt, Eine Familie, Eine Zukunft). Auf dem Gipfel ging es unter anderem um die Themen Energiesicherheit, Düngemittel und Nahrungsmittelversorgung.

Die G20-Gruppe beschloss im Rahmen des Gipfels, die Afrikanische Union (AU) als Mitglied aufzunehmen. Bisher war die Europäische Union mit ihren 27 Mitgliedsstaaten die einzige Regionalorganisation, die Mitglied der G-20 ist.

Die G20 ist das internationale Forum, das die großen Volkswirtschaften der Welt zusammenbringt. Ihre Mitglieder – 19 Staaten und die Europäische Union – machen mehr als 80 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, 75 Prozent des Welthandels und 60 Prozent der Erdbevölkerung aus.

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