"Razoni" erreicht Türkei
Türkei: Erstes Getreideschiff aus der Ukraine angekommen

Russlands Krieg in der Ukraine hat die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben, wobei die Entwicklungsländer die Hauptlast der Auswirkungen zu tragen haben.

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Istanbul – Nach monatelanger Blockade durch Russland ist das erste Schiff mit Getreide aus der Ukraine an der türkischen Küste angekommen.

Wie das türkische Verteidigungsministerium und mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmen berichten, sei das Schiff nahe der Einfahrt zum Bosporus in türkische Gewässer eingefahren.

Die unter der Flagge Sierra Leones fahrende „Razoni“ soll am Mittwoch in der Nähe von Istanbul von einem Team inspiziert werden, dem auch russische und ukrainische Beamte angehören, bevor sie ihre Ladung von 26.000 Tonnen Mais nach Tripoli (Libanon) bringt.

Das teilte das gemeinsame Koordinationszentrum mit. Die Inspektion ist Teil der Vereinbarung, um russische Bedenken zu zerstreuen. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Waffen geladen sind, berichtet die tagesschau.

Ein Koordinierungszentrum in Istanbul ist für die Inspektion von Getreidelieferungen aus drei ukrainischen Häfen an die Weltmärkte zuständig. Dies ist Teil einer kürzlich zwischen der Ukraine und Russland sowie den Vereinten Nationen und der Türkei getroffenen Vereinbarung.

Die Türkei, die international für ihre Vermittlerrolle gelobt wird, hat sich mit Moskau und Kiew abgestimmt, um einen Korridor von der ukrainischen Hafenstadt Odessa aus zu öffnen, über den die weltweiten Getreidelieferungen wieder aufgenommen werden können, die aufgrund des nun schon fünf Monate andauernden Krieges zwischen Russland und der Ukraine ins Stocken geraten sind.

Russland wird vorgeworfen, die Exporte zu blockieren und angesichts einer drohenden Lebensmittelkrise den Hunger zu schüren. Moskau bestreitet, für den Anstieg der Lebensmittelpreise verantwortlich zu sein, und macht stattdessen die westlichen Sanktionen gegen Russland dafür verantwortlich.

Nach Angaben der Ukraine warten noch mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide aus der letztjährigen Ernte auf den Export.

Lebensmittel aus der Ukraine werden auf dem Weltmarkt dringend benötigt – vor allem in Asien, Afrika und im Nahen Osten. Die Vereinten Nationen warnten kürzlich vor der größten Hungersnot seit Jahrzehnten.

Die Krise kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Klimakatastrophen, Konflikte und die wirtschaftliche Belastung durch die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern, vor allem in Afrika und im Nahen Osten, bereits zu einer Verschärfung des Hungers geführt haben.

Der Krieg in der Ukraine könnte die Zahl der Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr um 47 Millionen ansteigen lassen.

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