Start Panorama Ausland Türkei Corona-Pandemie: Türkische Kolonya-Exporte steigen um fast 300 Prozent

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Corona-Pandemie: Türkische Kolonya-Exporte steigen um fast 300 Prozent

Die Nachfrage nach dem desinfizierenden türkischen Kölnisch Wasser, dem Kolonya, ist seit Beginn der Corona-Pandemie drastisch gestiegen - und das nicht nur in der Türkei.

(Foto: Eyüp Sabri Tuncer)
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Istanbul – Die Nachfrage nach dem desinfizierenden türkischen Kölnisch Wasser, dem Kolonya, ist seit Beginn der Corona-Pandemie drastisch gestiegen – und das nicht nur in der Türkei. 

Aufgrund des hohen Alkoholgehalts von bis zu 80 Prozent, wird das Wasser nun auch gerne zum Schutz gegen das Coronavirus benutzt.

Laut der von der Nachrichtenagentur Anadolu zusammengestellten Daten des Istanbuler Verbandes der Exporteure von Chemikalien und chemischen Produkten (IKMIB), verdreifachten sich im Jahr 2020 die Exporte. Den Daten zufolge  lagen die Export im Jahr 2019 noch bei 2,4 Millionen Tonnen und stiegen im vergangenen Jahr auf 6,9 Millionen Tonnen.

Mit einem Gesamtanteil von 60 Prozent im letzten Jahr waren Deutschland, die Niederlande, der Irak, die USA und Großbritannien die größten Abnehmer der türkischen Kolonya-Exporte.

Die Exporte nach Deutschland seien 2020 im Vergleich zu 2019 um 492 Prozent, in die Niederlande um 491 Prozent, in den Irak um 291 Prozent, nach Großbritannien um 246 Prozent und in die USA um 146 Prozent gestiegen.

Engin Tuncer, der Eigentümer des führenden türkischen Kolonya-Herstellers Eyup Sabri Tuncer, erklärte gegenüber Anadolu, dass trotz der coronabedingten Störungen in der Logistik und den Lieferketten, die Produktion und der Handel mit Kölnischwasser ohne Unterbrechung weiterliefen. Tuncer betonte, dass im letzten Jahr die Vorteile von Hygiene- und Desinfektionsprodukten immer deutlicher wurden und sagte, dass türkische Kolonya Hersteller ihre Präsenz und Anerkennung im Ausland steigern konnten.

„Während der Pandemie erhielten wir aus neuen Exportmärkten eine große Nachfrage nach traditionellem türkischem Kölnisch Wasser“, sagte Tuncer.

Tuncer betonte, dass die jahrhundertealte Firma ihre Produktionskapazitäten erweitert hat, um die steigende Nachfrage zu befriedigen, insbesondere nach Kölnisch Wasser mit dem charakteristischen Zitrusduft.

„Mit den neuen Investitionen, die wir in dieser Zeit tätigten, haben wir unsere Produktion verdreifacht, und unsere Verkäufe in den Geschäften und im Internet sind um das Sechsfache gestiegen“, erklärte er.

In der türkischen Tradition wird Kolonya als erfrischender Duft in verschiedenen sozialen Situationen angeboten: nach dem Haarschnitt, auf einer Busfahrt, nach einer Reise, wenn Gäste ankommen oder wenn man einen kranken Freund besucht.

„Wir sahen einen enormen Anstieg der Nachfrage aus Ländern, die [traditionell] nicht die Gewohnheit haben, Kolonya zu benutzen, wie Japan, Korea, Taiwan, Singapur, Malaysia und China, wo wir mit unseren Körperpflegeprodukten Fuß gefasst haben“, betonte Tuncer.

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