Berlin
Kommentar: Muslimische Dachverbände lehnen interreligiöses Gebäude „House of One“ ab

"House of One" soll den interreligiösen Dialog fördern und damit zum interreligiösen Friedensprojekt werden. Im Vorstand des Vereins wird die jüdische Gemeine, die christliche Gemeinde und auf der muslimischen Seite durch das Forum für interkulturellen Dialog vertreten.

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House of One macht seinen Namen alle Ehre

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel

Die Baukosten des „House of One“, ein interreligiöses Gebäude am Petriplatz im Berliner Ortsteil Mitte, werden mit rund 50 Millionen Euro beziffert. Sie werden in etwa zu gleichen Teilen vom Bund, von der Stadt Berlin sowie aus Spenden und aus einer Crowdfunding-Kampagne getragen. Die Baukosten scheinen aber nicht das Problem zu sein, vielmehr jener Trägerverein, der sich „Forum für Interkulturellen Dialog“ nennt.

Eine Berliner Unternehmerin zog sich gerade deshalb erst vor Kurzem aus dem Projekt zurück, dafür gewann man aber die „Qatar Foundation International“, eine Stiftung die jetzt im Bereich Bildung finanzielle Unterstützung leistet.

„House of One“ soll den interreligiösen Dialog fördern und damit zum interreligiösen Friedensprojekt werden. Im Vorstand des Vereins wird die jüdische Gemeine, die christliche Gemeinde und auf der muslimischen Seite durch das Forum für interkulturellen Dialog vertreten.

Letztere ist ein Ableger der türkischen Gülen-Bewegung, weshalb von muslimischer Seite es eine grundlegende Ablehnung aller relevanten Moscheevereine oder muslimischer Dachverbände gegen dieses interreligiöse Projekt gibt. Auf der anderen Seite gibt es auch nachwievor Kritik am Bauplatz selbst.

Der Petriplatz war der zentrale Platz in der mittelalterlichen Stadt, historisch betrachtet wertvoll, zudem ein begehrtes Bauplatz. Jetzt soll dort ein Betonklotz entstehen, der drei Weltreligionen exemplarisch, jedoch nicht repräsentativ vertreten soll.

Der Name „House of One“ macht deshalb seinem Namen alle Ehre. Die Gülen-Bewegung kann in der Millionenmetropole Berlin auf einem zentralen Platz sich stets als einzige muslimische Sekte exemplarisch mit rund 100 Mitgliedern im Gebäude zeigen; mehr werden sie nicht auftreiben.

Andere muslimische Gemeinden oder Gemeindemitglieder werden sich hüten, dieses Gebäude zu betreten, auch weil man befürchtet, in der muslimischen Gemeinde oder Gesellschaft selbst als Gülen-Sympathisant zu gelten.

Zu tief sitzt das Misstrauen gegenüber der Gülen-Bewegung, auch weil das „Forum für Interkulturellen Dialog“ bislang keine Kritik zulässt oder ihre eigene Vergangenheit selbstkritisch aufgearbeitet hat. Stattdessen bemüht man sich weiterhin, das Image aufzupolieren, auf dem Rücken eines sogenannten interreligiösen Dialogs.

Ein teurer interreligiöser Dialog, der in einem Projekt münden wird, die nur eine kleine Gemeinde von rund 100 Gülen-Mitgliedern mitvertritt.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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