Kosovo-Nachrichten
Premierminister Haradinaj verurteilt Verhör von KSF-Soldaten an serbischer Grenze

Der kosovarische Premierminister hat am Samstag die Inhaftierung und Befragung zweier Soldaten der Sicherheitskräfte Kosovos (KSF) durch serbische Beamte am Grenzübergang Jarinje verurteilt und die sofortige Freilassung gefordert. 

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Pristina (nex) – Der kosovarische Premierminister hat am Samstag die Inhaftierung und Befragung zweier Soldaten der Sicherheitskräfte Kosovos (KSF) durch serbische Beamte am Grenzübergang Jarinje verurteilt und die sofortige Freilassung gefordert.

„Der unmenschliche Druck und die Verfolgung von Minderheiten der KSF setzte sich heute an der Grenze CP in Jarinje fort, wo die serbischen Behörden Alen und Anel Ujkanovic festgenommen haben. Dieser Akt ist völlig inakzeptabel und Kosovo fordert ihre sofortige Freilassung“, schrieb Ramush Haradinaj in einem Tweet am Samstag.

Laut kosovarischen Medien gehören die Soldaten zu der serbischen Minderheit des Kosovos. In einem weiteren Tweet sagte Haradinaj, dass Vorfälle wie dieser, die Kosovaren an das schreckliche Milosevic-Regime erinnerten, welcher offenbar noch immer in Serbien lebte.

Generalmajor Rrahman Rama der KSF bestätigte eine dreistündige Befragung. Die KSF-Soldaten seien danach freigelassen worden und befinden sich laut Rama derzeit in der serbischen Stadt Novi Pazar.

Bereits Anfang Januar sagte ein serbischer Abgeordneter des Kosovo, dass er und weitere Mitglieder seiner Partei wiederholt Schikanen der serbischen Polizei und des Geheimdienstes BIA ausgesetzt gewesen seien.

Der Abgeordnete Slobodan Petrovic, Vorsitzender der Unabhängigen Liberalen Partei (SLS), sagte, dass auch er und sein Stellvertreter Boban Stankovic, öfters von der serbischen Polizei am Grenzübergang Merdare zwischen dem Kosovo und Serbien festgehalten worden seien.

„Was gestern Abend in Merdare geschah, zwang uns, eine Parteiversammlung einzuberufen. Die SLS wird vom serbischen Innenministerium (MUP) und der BIA schikaniert. Sie haben mich zuerst aufgehalten, und gestern haben sie den stellvertretenden Parteichef und den stellvertretenden (Kosovo)-Minister Stankovic angehalten. Wir glauben, dass es sich um Belästigung handelt, auch wenn sie nicht physisch ist. Es ist unangebracht, jemanden für vier oder fünf Stunden an der Grenze festzuhalten, um ihn über Dinge zu befragen, die allgemein bekannt sind und in den Medien berichtet wurden“, zitiert ihn das serbische Newsportal „N1“ am Donnerstag.

Lokalen Medien zufolge, seien sie unter anderem zur geplanten Armee Kosovos befragt worden, ob Serben im Kosovo dieser beitreten würden. Er forderte den serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic und die Premierministerin Ana Branbic zu einer Erklärung auf.

„Es ist unmöglich, dass sie nicht wissen, warum wir an der Grenze angehalten wurden“, sagte Petrovic.

Das kosovarische Parlament hat am 14. Dezember, in einer für den jungen Staat historischen Abstimmung, einstimmig ein Gesetzespaket zur Schaffung einer regulären Armee beschlossen. Die leichtbewaffnete KSF soll somit in eine offizielle Nationalarmee umgewandelt werden. Für die militärische Sicherheit im kleinen Balkanland sorgen seit 1999 die von der NATO gestellten KFOR-Truppen.

Zu den Plänen wurden international viele Bedenken geäußert. Besonders scharfe Kritik kommt von Serbien, das die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt und das Territorium Kosovos für sich beansprucht. Die Serben sehen den Aufbau einer Nationalarmee des Kosovo als Bedrohung für die serbische Minderheit.

Die Regierung in Pristina wies den Vorwurf einer Bedrohung zurück und weist darauf hin, dass auch viele Serben in der KSF dienten. Die Streitkräfte seien multiethnisch ausgerichtet. Die kosovarischen Politiker sind überzeugt, dass der Aufbau einer Armee den Frieden und die Sicherheit der Bürger garantiere.

Auch unter den Serben Kosovos gebe es ein großes Interesse, den geplanten Streitkräften beizutreten. Bisher seien über 300 Bewerbungen eingegangen, so Rrustem Berisha, Minister der Kosovo-Sicherheitskräfte (KSF), in einem Gespräch mit Kosovapress.

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