Bomben in Brüssel
Belgien: Zahl der Opfer der Anschlagsserie auf 34 angewachsen

Busse und Bahnen stehen still, die Regierung rät, im Haus zu bleiben: Belgien befindet sich nach der Anschlagsserie vom Dienstagmorgen weiter im Schockzustand.

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Brüssel (nex) – Mittlerweile soll Medienberichten zufolge die Anzahl der Todesopfer der Serie von mutmaßlichen Terroranschlägen, die am Dienstagmorgen die belgische Hauptstadt Brüssel heimsuchte, auf 34 gestiegen sein. Mehrere Dutzend weitere Personen sollen verwundet worden sein. Offenbar auf koordinierte Weise wurden am Morgen um etwa acht Uhr – inmitten des Berufsverkehrs – an mehreren Orten der Stadt Sprengsätze zur Detonation gebracht. Zwei Explosionen sollen sich dabei in der Eingangshalle des Zaventem-Flughafens in der Nähe von Brüssel ereignet haben, eine weitere in der U-Bahn-Station Maalbeek in der Brüsseler Innenstadt – unweit einer Reihe von EU-Gebäuden. In mindestens einem Fall soll dem Staatsanwalt Frederic Van Leeuw zufolge ein Selbstmordattentäter mit im Spiel gewesen sein.

(Grafik: AA)
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Der belgische Premierminister Charles Michel sprach von einem „blinden, gewalttätigen und feigen“ Terroranschlag und einem „schwarzen Tag“, Staats- und Regierungschefs aller EU-Staaten, der Türkei und der Russischen Föderation brachten Belgien und den Angehörigen der Opfer gegenüber bereits ihre Anteilnahme und ihre Abscheu über die Bluttat zum Ausdruck. Augenzeugen zufolge sollen auf dem Flughafen Opfer in einer riesigen Blutlache liegen, zahlreiche abgetrennte Gliedmaßen seien über den Tatort verstreut. Passagiere sollen in Panik geflohen sein. Einem Gepäcksdienstmitarbeiter zufolge soll kurz vor der Detonation ein Mann einige Worte auf Arabisch gerufen haben, heißt es vonseiten der AFP. Belgien hat in Anbetracht des Terrors die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Alle öffentlichen Transportmittel und Flughäfen stellten bis auf Weiteres ihren Betrieb ein. Die Anschläge vom Dienstagmorgen ereigneten sich vier Tage nach einer Antiterror-Razzia in Brüssel, die zur Ergreifung des mutmaßlichen Mitglieds der Terrormiliz IS (Daesh) und Rädelsführers der Anschläge von Paris im November 2015, Saleh Abdeslam, am letzten Freitag geführt hatte. Im Großraum Brüssel, beispielsweise im Problemviertel Molenbeek, hatte sich im Laufe der letzten Jahrzehnte eine mächtige Salafistenszene etabliert, aus der nicht nur zahlreiche Dschihad-Touristen in Syrien hervorgingen, sondern offenbar auch Terroristen, die in die Anschläge von Paris im November 2015 involviert waren.

Das „Deutschlandradio Kultur“ weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die belgische Regierung bereits in den 1970er Jahren mit der Golfmonarchie Saudi-Arabien eine Vereinbarung getroffen haben soll, wonach Belgien zu günstigen Sonderbedingungen Öl beziehen konnte, im Gegenzug aber den Saudis die Option eingeräumt worden sei, den orientalischen Pavillon in Brüssels berühmtem Park Cinquentenaire per Pachtvertrag für 99 Jahre zur Nutzung zu überlassen. Dieser Pavillon wurde anschließend zum größten islamischen Zentrum Brüssels, in dem regelmäßig extremistische Prediger aufgetreten und von wo aus junge Einwanderer aus Marokko oder Subsahara-Afrika radikalisiert worden sein sollen.

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