Mai 1944
Völkermord an Krimtataren: Nach Ukraine verurteilt auch Türkei damalige Verbrechen

Am 18. Mai 1944 wurden Zehntausende Krimtataren von Stalins Sowjetregime getötet oder nach Zentralasien deportiert.

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Ankara (nex) – Der Sprecher des türkischen Außenministeriums teilte in einem Statement am gestrigen Dienstag mit, dass die Türkei die Deportation der Krimtataren und die ethnische Säuberung von vor 72 Jahren, für die das damalige Sowjetregime verantwortlich gewesen sei, als einen Schandfleck in der Geschichte betrachte.

In der schriftlichen Mitteilung erklärte Tanju Bilgic, dass die Türkei die ethnische Säuberung der Krimtataren am 17. und 18. Mai 1944 scharf verurteilt habe. Am 18. Mai 1944 ließ Josef Stalin Zehntausende Krimtataren nach Zentralasien deportieren. Sie wurden vom Sowjetregime der Kollaboration mit der nationalsozialistischen Besatzungsmacht beschuldigt.

Etwa 180 000 Menschen wurden in verschiedene Regionen auf sowjetischem Territorium, vor allem nach Sibirien und Usbekistan, deportiert. Es wird davon ausgegangen, dass die Hälfte der Vertriebenen, die monatelang unter katastrophalen Bedingungen leben mussten, durch Hunger oder Krankheit starben.


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„Am Jahrestag der Deportation verurteilt die Türkei die ethnische Säuberung, die als ein Schandfleck in die Geschichte eingegangen ist“, erklärte Bilgic.

Die Türkei werde den Krimtataren in ihrem demokratischen, friedlichen und fairen Kampf immer zur Seite stehen, so der Sprecher weiter. „Die Türkei wird niemals die Gräueltaten vergessen, die die Auslöschung einer ganzen Nation zum Ziel hatten“, betonte er.

Das dreißig Jahre währende Exil dauerte bis zum Jahr 1987 an. Damals erlaubte die sowjetische Regierung 2 300 Krimtataren, in ihre Heimat zurückzukehren. Weitere 19 300 Menschen durften ihnen im Jahr 1988 folgen.

Russland annektierte im März 2014 die Halbinsel. Seitdem erleidet die tatarische Minderheit in der Region Unterdrückung einschließlich willkürlicher Festnahmen und Verhaftungen.

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