Welt-Erdöl-Kongresses in Istanbul
Israel-Türkei: Gas-Pipeline soll noch in diesem Jahr kommen

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Istanbul (nex) – Die Türkei und Israel sind darin übereingekommen, den Versuch eines Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern zu unternehmen, das den Bau der türkisch-israelischen Gas-Pipeline vor Ende dieses Jahres ermöglichen soll. Dies hat der israelische Minister für Energie- und Wasserversorgung, Yuval Steinitz, am heutigen Mittwoch bekannt gegeben. Laut Steinitz ist das Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Berat Albayrak am Rande des 22. Welt-Erdöl-Kongresses in Istanbul sehr konstruktiv verlaufen. „Nach vier Gesprächsrunden haben wir beschlossen, die Gespräche zu beschleunigen und zu versuchen, ein Rahmenabkommen zwischen den beiden Ländern abzuschließen, das den Bau der israelisch-türkischen Pipeline vor Ende dieses Jahres ermöglichen soll“, kündigte Steinitz an und ergänzte, dass die dabei erzielten Fortschritte enorm seien. Es werde erwartet, dass Albayrak noch in diesem Jahr Israel mit dem Ziel der „Beschleunigung der Versuche des Abschlusses dieses Abkommens“ besuchen werde. Am 13. Oktober 2016 hatte der israelische Energieminister am World Energy Congress 2016 in Istanbul teilgenommen. Es war der erste Besuch eines israelischen Politikers seit mehreren Jahren. Albayrak und sein israelischer Amtskollege hatten sich über die Aufnahme der Gespräche zur Erörterung des Erdgastransportes von Israel in die Türkei und von dort weiter nach Europa geeinigt. Türkische und israelische Unternehmen erörtern derzeit das Gas-Pipeline-Projekt zwischen Israel und der Türkei zum Erdgas-Transport vom Leviathan-Gasfeld im israelischen Mittelmeer nach Europa.

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Sport
Türkei: Über 2.000 Teilnehmer beim diesjährigen Kirkpinar Öl-Ringkampf-Turnier

Edirne (nex) – Das traditionelle Kirkpinar Öl-Ringkampf-Turnier, die älteste Sportveranstaltung in der Türkei, wird am kommenden Freitag zum 656. Mal in der nordwesttürkischen Provinz Edirne ausgerichtet. Das Event wird bis zum 16. Juli dauern. Mehr als 2 000 Ringer, zu Türkisch „Pehlivan“, sind beim diesjährigen Turnier dabei, wobei die Zahl der teilnehmenden „Baspehlivan“ – der bisherigen Kirkpinar-Champions – von 56 im vergangenen Jahr auf 62 gestiegen ist. Das Kirkpinar Öl-Ringkampf-Turnier ist seit 2010 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO eingetragen. Medienvertreter, Künstler und Berühmtheiten aus der Türkei und der ganzen Welt sowie Millionen Zuschauer werden das diesjährige Festival begleiten, was eine ganze Reihe von Aktivitäten beinhaltet. Die Ringer bedecken zunächst ihren Körper von Kopf bis Fuß mit Olivenöl. Die Kleiderordnung sieht das Tragen einer eigens für den Ringkampf hergestellten engen, kurzen Hose, „Kispet“, aus Wasserbüffelleder vor. Die Legende zum Kirkpinar Öl-Ringkampf besagt, dass im 14. Jahrhundert die beiden Brüder Ali und Selim bei einem zum Zeitvertreib ausgetragenen Kampf in Ahiköy nahe Edirne einander nicht besiegen konnten und beide an Erschöpfung starben. Weiter heißt es, dass ihre Kameraden sie unter einer Trauerweide begruben und in den Kampf zogen. Als sie Jahre später das Grab der beiden Brüder besuchten, sahen sie aus den Gräbern vierzig Quellen – kirk pinar – entspringen, und so wurde der Ort genannt.

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Tourismus
Der Salda See: „Malediven der Türkei“

Burdur (nex) – Der Salda See im Landkreis Yesilova der südtürkischen Provinz Burdur wird wegen ihres weißen, weichen und feinen Sandstrandes sowie klaren, türkisfarbenen Wassers auch gerne „die Malediven der Türkei“ genannt. In der Umgebung des Sees gibt es für Touristen Unterkunftsmöglichkeiten auf Campingplätzen. Schwimmen, Tauchen, Vogelbeobachtung und Fotografie, gehören zu den beliebtesten Aktivitäten der Besucher. Die 12 Hektar große Fläche um den See herum wurde 2001 von der Regionaldirektion für Naturschutz und Nationalparks in einen Naturpark verwandelt. Einige Gebiete des Naturparks sollen im kommenden Jahr das vom Ministerium für Jugend und Sport ausgerichtete Nationale Jugendcamp beherbergen. Dem Gouverneur von Burdur Şerif Yılmaz zufolge entwickle sich der See in rasanter Geschwindigkeit in ein Tourismusgebiet und soll nach Beendigung der andauernden Arbeiten Touristen die Möglichkeit bieten, sowohl im Sommer als auch im Winter im Salda See und Salda Skizentrum ihren Urlaub zu verbringen. „Burdur ist als Seenregion bekannt, aber der Salda unterscheidet sich durch mehrere Merkmale von den anderen“, erklärt der Gouverneur von Burdur, Serif Yilmaz und ergänzt: „Er ist einer der tiefsten, klarsten und gesündesten Seen der Welt, in denen man schwimmen kann“, so der Gourverneur gegenüber türkischen Medien. Der Salda sei einer der fünf Seen in der Türkei,  die mit einem Preis ausgezeichnet worden sind. „Die Gegend ist unberührt, was sie noch attraktiver macht. Wenn Sie sich den See anschauen, können Sie mit Leichtigkeit den Boden sehen.“

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Terrorismus
Syrische Beobachtungsstelle meldet Tod des IS-Anführers al-Baghdadi

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Ankara (nex) – Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist der Anführer des Terrornetzwerks tot. Dies hätten hochrangige IS-Führer in Syrien bestätigt. Wie der Leiter der in London ansässigen Beobachtungsstelle mitteilte, sei noch unklar, wie und wann al-Baghdadi gestorben sei – die Informationen ließen sich noch nicht unabhängig überprüfen. Die Aktivisten bezögen sich auf hochrangige IS-Mitglieder in der syrischen Provinz Deir es-Zor. Diese hätten den Tod ihres Anführers bestätigt. „Wir haben keine operativen Berichte, die das bestätigen“, sagte ein Sprecher des US-Zentralkommandos in Tampa. Das Foto, auf dem sich die Meldungen stützten, sei über fünf Jahre alt. Bereits vor drei Wochen meldeten russische Medien den Tod des Terrorfürsten. Demnach soll Al-Bagdadi bei einem russischen Luftangriff nahe der syrischen Stadt Al-Rakka getötet worden sein. Zu den heutigen Berichten über den Tod Baghdadis hat sich das russische Ministerium noch nicht geäußert.

Rücknahmepflicht
Elektroaltgeräte: Deutsche Umwelthilfe leitet Rechtsverfahren gegen Galeria Kaufhof ein

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Berlin (ots) – Die Warenhauskette Galeria Kaufhof missachtet gesetzliche Rücknahmepflicht von Elektrogeräten und lässt Verbraucher mit ihrem Elektroschrott allein – Kunden werden zudem nicht korrekt über die Rücknahmepflichten von Elektroaltgeräten informiert. Das teilt die Deutsche Umwelthilfe in einer Stellungnahme mit. In dieser fordert sie von Galeria Kaufhof die „Abgabe einer Unterlassungserklärung und den sofortigen Stopp der Gesetzesverstöße“. Die deutsche Warenhauskette Galeria Kaufhof verstoße demnach gegen die im Elektrogesetz festgeschriebene Rücknahmeverpflichtung von alten Elektrogeräten. So habe die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bei einem Testbesuch am 14. Juni 2017 in Leipzig festgestellt, dass Galeria Kaufhof rechtswidrig die Rücknahme von Elektrokleingeräten verweigert und zudem nicht korrekt über Rücknahmepflichten informiert. Seit einem Jahr verpflichtet das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) Unternehmen ab einer gewissen Größe zur kostenfreien Rücknahme von Elektroaltgeräten und zur Information der Verbraucher über deren Rückgabemöglichkeiten. Nach Auffassung der DUH kommt Galeria Kaufhof diesen Pflichten nicht nach. So sei die Rücknahme von Elektrokleingeräten mit der Begründung verweigert worden, dass Geräte nur zurückgenommen würden, wenn auch ein neues Gerät gekauft werde. Geräte mit einer Kantenlänge bis 25 cm müssen aber auch ohne Neukauf zurückgenommen werden. Die DUH fordert die Warenhauskette auf, bis zum 25. Juli 2017 eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben und die rechtswidrige Praxis zu beenden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Galeria Kaufhof in Zukunft Verbrauchern die Rückgabe defekter Elektrogeräte gewährt. „Es kann nicht sein, dass Galeria Kaufhof als eine der größten Warenhausketten Deutschlands die Rücknahme von alten Elektrogeräten verweigert. Die Rücknahmeverpflichtung gilt inzwischen seit einem Jahr, und es gibt keine nachvollziehbaren Gründe für ein Fehlverhalten“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Der Handel muss die Rücknahmepflicht endlich ernst nehmen, denn die Zahlen der Stiftung Elektro-Altgeräte Register legen nahe, dass die gesetzliche Sammelquote für Elektroaltgeräte von 45 Prozent für das Jahr 2016 nicht erreicht wird. Dies liegt unter anderem an den nicht ausreichenden Rücknahmebemühungen der Vertreiber. Diese haben in 2016 nur etwa 70.000 Tonnen Elektroschrott zurückgenommen. Im Vergleich zu den insgesamt in Deutschland anfallenden 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott pro Jahr ist das erschreckend wenig.“ Die DUH fordert die Bundesländer auf, die Rücknahmeverpflichtungen des Handels zu Elektroaltgeräten zu kontrollieren und kündigt weitere eigene Tests in Geschäften und bei Onlinehändlern an. Resch verweist darauf, dass Handelsunternehmen, die zur Rücknahme von Elektroaltgeräten verpflichtet sind und dies verweigern, ab dem 1. Juni mit einem Ordnungsgeld von bis zu 100.000 Euro rechnen müssen. „Verbraucher über die Rücknahme ausgedienter Toaster, Rasierer oder Energiesparlampen zu informieren, ist die Voraussetzung, um Elektroaltgeräte umweltgerecht sammeln zu können. Deshalb ist es besonders bedauerlich, dass Galeria Kaufhof die vom ElektroG vorgeschriebenen Informationspflichten nicht einhält. Es wird weder über die geschaffenen Rückgabemöglichkeiten informiert, noch darüber, dass Elektrogeräte nicht in den Hausmüll gehören“, sagt Thomas Fischer, Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft. Damit die Rücknahme in der Praxis auch umgesetzt wird, müssen Vertreiber die Verbraucher besser über ihre Rückgabemöglichkeiten informieren. Diese Informationen sollten gut sichtbar und verständlich sein sowie im Eingangsbereich und am Verkaufsregal platziert werden. Im Internet sollten Hinweise zur Geräterücknahme auf jeder Produktangebotsseite vorhanden sein. Um Unternehmen dabei zu unterstützen, bietet die DUH Händlern ein Infoblatt zur Nutzung an, das Verbraucher auf einfache und verständliche Weise über die Rückgabe von Elektroaltgeräten informiert. Die Druckvorlage können Unternehmen auf der Homepage der DUH kostenfrei herunterladen und verwenden. Hintergrund: Seit dem 24. Juli 2016 können Verbraucher alte Elektrogeräte kostenlos bei Händlern zurückgeben, die Elektrogeräte auf einer Fläche von mindestens 400 Quadratmetern verkaufen – bei Onlinehändlern gilt die Versand- und Lagerfläche. Die Geräte können auch bei anderen Unternehmen abgegeben werden, und nicht nur bei denjenigen, von denen sie erworben wurden. Bei Kleingeräten unter 25 cm ist die Rückgabe von bis zu fünf Geräten pro Geräteart nicht an den Neukauf eines Gerätes gebunden. Ein Verstoß gegen die Rücknahmepflicht kann ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro nach sich ziehen. In Deutschland werden jährlich etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektrogeräte verkauft, jedoch nur etwa 40 Prozent davon ordnungsgemäß gesammelt und der Wiederverwendung bzw. dem Recycling zugeführt. Um dieses Umweltproblem zu lösen, hat die EU-Kommission im Rahmen der Richtlinie 2012/19/EU die Handelsunternehmen verpflichtet, kostenfrei Altgeräte zurückzunehmen. So soll sichergestellt werden, dass die hierin enthaltenen Schadstoffe umweltgerecht behandelt und wertvolle Rohstoffe recycelt werden.

Meinung
Kommentar: „Wer vertritt und beschützt eigentlich meine Rechte in Deutschland?“

Von M. Teyfik Özcan Wer vertritt und beschützt eigentlich meine Rechte in Deutschland? Bei der Ergründung der Frage, wer mich (Deutschtürken. Anm. d. Red.) in Deutschland vertritt, habe ich einen epochalen Versuch unternommen, eine ehrliche Antwort darauf zu finden. Sie werden es erahnen, das Ergebnis war ernüchternd. Selbst Fragen zur Quantenphysik sind im Vergleich dazu ein Kinderspiel. Vor 24 Jahren bin ich in die SPD eingetreten, da ich bei ihr die größten Schnittmengen mit meinen politischen Einstellungen und meiner Weltanschauung feststellen konnte. Mittlerweile stellt sich für mich regelmäßig die Frage, warum ich der SPD noch die Treue halte. Die SPD hat ihre Seele mit der Agenda 2010 verkauft. Sie hat dem Rassisten Sarrazin eine politische Bühne geboten, der sich mit menschenverachtenden Ideologien, die auf fragwürdigen Methoden beruhen, medial in Szene setzte, um die Würde der Mitbürger anzutasten. Ferner kommt neuerdings die mediale Inszenierung der Herzlichkeit mit türkischen Staatsfeinden wie Can Dündar hinzu, mit einem verheerenden Signal an die türkische Community. Die SPD fungiert mittlerweile als Vorreiter der Kavallerie gegen die Türkei und im Speziellen gegen den türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Kurz vor den Wahlen kriechen die Populisten der verschiedenen Parteien aus ihren Löchern und heizen die Stimmung auf. Bei der Endausscheidung, wer als Sündenbock das Rennen macht, liegt die Türkei und deren Staatspräsident uneinholbar vorne an der Spitze. Über die Teflonbauchtänzer bei den Grünen bzw. den Linken brauche ich erst gar nicht zu referieren, da sie bekannterweise menschenverachtend offen und ohne Moral Terrororganisationen finanziell und logistisch unterstützen und damit jegliche Glaubwürdigkeit, die auf politischer Neutralität basiert, verlieren. Bei der Suche nach einem Repräsentanten der türkischen Community stoße ich auf die Bundesregierung, der ich meine Steuergelder in der Hoffnung anvertraue, dass sie damit verantwortungsbewusst umgehen. Leider finanziert die Bundesregierung mit meinen Steuern mittelbar die PKK, die wiederum diese Waffen und Munitionen für die Attentate auf türkische Staatsangehörige nutzt. Das heißt, ich finanziere unfreiwillig die Terrorattentate auf meine Verwandten in der Türkei. Was für eine bizarre und perverse Situation. Es geht noch weiter; mit unseren monatlichen Beiträgen zur GEZ finanzieren wir auch unmittelbar die öffentlichen Diskriminierungen der öffentlich-rechtlichen-Sendeanstalten gegen türkischstämmige Mitbürger und gegen den Islam im Besonderen. Auch hier finanziere ich ungewollt das Türkei-Bashing. Natürlich ist das keine pauschale Verurteilung. Vielmehr stelle ich eine tendenziöse und einseitige Berichterstattung fest, die nicht die gelebte Realität wiedergibt. Solange in den Aufsichtsratsgremien der Sendeanstalten Sympathisanten der PKK sitzen, wird sich vermutlich künftig auch nicht viel ändern. Mein Blick richtet sich weiter auf die Ordnungsbehörden wie die Polizei und den Verfassungsschutz, die ich mit meinen Steuergeldern auch finanziell trage. Fast täglich kommen Meldungen von türkischstämmigen Mitbürgern über die rassistisch motivierten Taten von den Polizeibeamten gegen dunkelhäutige Mitbürger. Wie will man da eine Vertrauensbasis zum Polizeiwesen aufbauen? Dass der Verfassungsschutz nicht die Verfassung, sondern die Täter schützt bzw. motiviert, habe ich schon in der Vergangenheit mehrmals thematisiert: Der Verfassungsschutz als Finanzier und in der logistischen Unterstützung des NSU, als Beobachter des Mordes an Halil Yozgat in Kassel, als Organisator und Mentor der Sauerlandgruppe und zuletzt als Chauffeur von Anis Amri, der das hinterhältige Attentat kurz vor Weihnachten in Berlin verübt hatte. Der Verfassungsschutz hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Es würde mich nicht wundern, wenn er beim nächsten Attentat wieder seine Finger im Spiel hat. Kommen wir zu den türkischstämmigen Politikern. Wenn ich an türkischstämmigen Protagonisten wie Cem Özdemir und Sevim Dagdelen denke, assoziiere ich unvoreingenommen: Verrat, Drogen, Terrorismus, Doppelmoral, Heuchelei, Seelenlosigkeit und Opportunismus. Wie sollen Möchtegern-Politiker mit diesen Eigenschaften mich vertreten? Des Weiteren haben fast alle türkischstämmigen Bundes- und Landespolitiker beim Referendum in der Türkei eine aktive Rolle eingenommen, indem sie sich geschlossen für ein „Nein“ eingesetzt haben, obwohl ihre Wähler von ihnen erwarten, dass sie sich für die Belange der Menschen in Deutschland einsetzen und sich nicht für billige Zwecke instrumentalisieren lassen. Zumindest hat das Referendum gezeigt, dass die türkischstämmigen Bundes- und Landespolitiker in erster Linie an ihre Karriere und an ihr Portmonee denken und dann erst an ihre – jetzt ehemaligen – Wähler sowie an die Zukunft der türkischen Community. Aufgrund der aktuellen Faktenlage ist eine zunehmende Türken- und Islamfeindlichkeit nicht von der Hand zu weisen. Fast wöchentlich wird eine Moschee in Deutschland Opfer von Attentaten aus dem rechten Milieu oder der PKK, hinzu kommen die fast täglichen Angriffe auf die Unterkünfte der Flüchtlinge oder auf Kopftuchträgerinnen – und wie sehen die Reaktionen unserer Vertreter in den türkischstämmigen Vereinen, Organisationen und Parteien aus? In meiner langjährigen beruflichen Erfahrung stellte ich regelmäßig fest, dass der Slogan „Vatan, Millet, Sakarya“ nur ein Türöffner war und für viele Interessenvertreter nur eine Floskel darstellt, um geschäftliche Interessen abzuwickeln oder um ihr Ego zu befriedigen. Man braucht nicht lange in der Vergangenheit zu rühren. Ich hatte noch vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen an die Führung der BIG-Partei und an die AD – Demokraten appelliert, im Interesse der türkischsprachigen Bevölkerung den Zusammenschluss zu suchen und gemeinsam mit einer Liste anzutreten. Das Ergebnis war, dass beide Parteien die machtpolitischen Interessen vor die Interessen ihrer Wähler stellten und sich vor den Wahlen in den sozialen Medien bekriegten. Wem hat das genutzt? Weder die beiden Parteien noch die türkischstämmigen Wähler haben davon profitiert. Wieder wurde eine Chance vertan. Klare Ansage an beide Parteien: Zusammenschluss (Fusion) statt Spalterei. Bei der Suche nach meinem Interessenvertreter läuft mir die TGD über den Weg. Ja richtig, die TGD. „Die Gemeinde, die meine Interessen öffentlichkeitswirksam vertritt, die in vielen Talkrunden ihre Einsatzbereitschaft zeigt, die bei der Organisation vielen Veranstaltungen maßgeblich beteiligt ist.“ Sie predigt plurale Vielfalt und versteht sich als legitimer Vertreter der türkischen Community. Wie will die „Türkische Gemeinde Deutschlands“ meine Interessen aktiv wahrnehmen, wenn sie vom Bundesinnenministerium finanziell gefördert wird. Kurz vor dem Referendum in der Türkei hat sich die TGD proaktiv für ein „Nein“ ausgesprochen. Unabhängig davon, dass die TGD nicht die innertürkischen Angelegenheiten nach Deutschland transportieren sollte und damit ihre Parteinahme offen zum Ausdruck bringen sollte, ist mein Selbstverständnis einer Interessenvertretung in Deutschland eine andere. Daher ist die Bezeichnung Türkische Gemeinde Deutschlands obsolet und sollte ersetzt werden durch CHP-Gemeinde Deutschlands. Wer den Anspruch hegt, die türkische Community zu vertreten, sollte sich nicht vor den Karren des Innenministeriums oder der CHP spannen lassen. Wenn man die Talkshows als Indikator für die Interessenvertretung der türkischen Community nimmt, fallen zwangsläufig zwei Namen ins Gewicht. Der türkische Abgeordnete Herr Mustafa Yeneroglu und der Berater des türkischen Außenministeriums Herr Ozan Ceyhun. Da beide Abgesandte aus Ankara stammen, werden sie in erster Linie als Vertreter der türkischen Regierung wahrgenommen und nicht als permanenter Interessenvertreter der türkischen Community in Deutschland. Über die türkisch religiösen Interessenvertreter wie DITIB oder IGMG werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in einer separaten Analyse aufwarten, da es sonst den Rahmen hier sprengen würde. Zu guter Letzt müssen wir auch die UETD unter die Lupe nehmen und sie auf Herz und Niere untersuchen. Seit der Gründung der UETD verfolge ich die Aktivitäten der Organisation mit akribischer Sorgfalt. Die UETD ist mittlerweile an einen Punkt gekommen, wo sie nach jahrelangen internen Dissensen, auch bedingt durch die FETÖ, sich zu einer Richtungsentscheidung durchringen muss. Definiert sie sich weiter nur als Organisations- und Veranstaltungskomitee oder schreitet die Emanzipation weiter voran und sie vertritt eigenständig die politischen und gesellschaftlichen Interessen ihrer Anhänger und Sympathisanten? Es wäre wünschenswert, wenn sie sich ihres Potentials bewusst wäre und eine Strukturveränderung mit dem Ziel herbeiführen würde, eine Auslese vorzunehmen zwischen den wirklich klugen Köpfen in der Organisation und den profilierungssüchtigen Platzhaltern, die einer progressiven Entwicklung im Interesse der türkischstämmigen Community im Wege stehen. Da ich als Freigeist nur die Interessen der türkischstämmigen Bevölkerung in Westeuropa im Auge habe und keine politischen Ambitionen hege, möchte ich als objektiver Betrachter in einer neutralen Haltung auf gewisse Missstände hinweisen. Solange wir es zulassen, dass hiesige Politiker wie Cem Özdemir oder Sevim Dagdelen, wie in der Armenienfrage, die Spaltung der türkischen Gesellschaft in Deutschland vorantreiben und wir uns als eine geschlossene türkische Community nicht eindrucksvoll entgegenstellen, solange werden noch unsere Kinder und Kindeskinder dem alltäglichen Rassismus und der offenen oder latenten Diskriminierung in Deutschland ausgesetzt sein. Daher fordere ich alle relevanten türkisch- und kurdischsprachigen Verbände und Organisationen in Deutschland auf, die persönlichen machtpolitischen Interessen zurückzustellen, alle gemeinsam unter einem Dach mit einer starken Stimme zu sprechen und die Interessen der ca. 3,5 Millionen türkisch- und kurdischstämmigen Mitbürger geschlossen und bedingungslos zu vertreten. Nach mittlerweile 55 Jahren unseres Lebensmittelpunktes in Deutschland sind wir das unseren Großeltern, Eltern, Kindern und unseren Enkeln schuldig. Wer diesen Sachverhalt ignoriert, verleugnet seine eigene Geschichte und seine eigene Identität. Unsere Verwandten und Bekannten haben es uns am 15.07.2016 in der Türkei vorgemacht. Nun sind wir an der Reihe, unter unbedingter Einhaltung der deutschen Gesetze für eine friedvolle Interessenvertretung der in Deutschland lebenden Türken/Kurden zu sorgen. Divide et impera, eine Spaltung der innertürkischen Gesellschaft oder die türkisch/kurdischen Gesellschaft in Deutschland, die einer ideologischer Agitation ausgesetzt ist, dürfen wir nicht mehr zulassen. Nur gemeinsam können wir die zukünftigen Herausforderungen mit gegenseitigem Respekt, mit viel Empathie, mit altruistischer Verhaltensweise und großer Geschlossenheit meistern.

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Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.  

Türkei
Istanbul: Gedenkwoche zum Jahrestag des Putschversuchs mit Marsch zur Brücke

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Istanbul (nex) – Die Türkei wird den ersten Jahrestag des vereitelten Putschversuchs vom 15. Juli 2016 mit einer Gedenkwoche begehen. Dazu sollen Medienberichten zufolge mehrere Tage dauernde Mahnwachen gehören, an denen auch Präsident Erdogan teilnehmen werde. Die Regierung hat zur Begehung des ersten Jahrestages ein Gedenkprogramm vorbereitet, die aus Ausstellungen, Friedhofsbesuchen und Sonderveranstaltungen an bestimmten für die Putschnacht bedeutenden Orten bestehe. In der Nacht des 15. Juli, am Samstag also, soll in Veranstaltungen versucht werden, die Ereignisse jener Nacht nachzuzeichnen. So soll das Parlament eine Sondersitzung abhalten, bei der Erdogan vor dem Parlament eine Rede halten und anschließend zur Teilnahme an einer „Mahnwache für Demokratie“ nach Istanbul fliegen werde. Des Weiteren soll ein „Marsch der nationalen Einheit“ über die Bosporus-Brücke stattfinden, deren Name nach den Vorfällen jener Nacht, bei denen viele Menschen getötet und verletzt worden waren, in „Brücke der Märtyrer vom 15. Juli“ geändert worden war. Erdogan werde auch hier eine Rede halten, und es soll ein Denkmal zur Erinnerung an die Putschnacht enthüllt werden.

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Welt-Erdöl-Kongress
Türkei: Erdogan will Energiesektor in eine „Quelle des Friedens“ umwandeln

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Istanbul (nex) – Istanbul war heute Gastgeber der Branchenführer der Erdöl- und Erdgasindustrie.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hielt auf dem Welt-Erdöl-Kongress im Istanbuler Kongresszentrum ICC eine Rede.

„Unser Land strebt die Transformation der Energie in eine Quelle des Friedens und Wohlstands, nicht in Möglichkeiten der Zerstörung, Spannungen und Konflikte an“, so Erdogan.

Aus geografischen und politischen Gründen befinde sich die Türkei bezüglich Energiebilanzen an einem zentralen Punkt.

Das Land zwischen Europa und Asien stelle eine natürliche Brücke zwischen Energieproduzenten und -konsumenten dar. Neue Erdöl- und Erdgaspipelines stärkten die Rolle der Türkei als Energiekorridor.

„Wir setzten die Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline in Betrieb, durch die aserbaidschanisches Erdgas in unser Land transportiert wird. Nun ist Zeit für die TANAP-Pipeline. Durch das Kaspische Meer und die Nahostregion soll Erdgas in unser Land und nach Europa gelangen. Wir rechnen damit, dass sie 2020 in Betrieb gehen kann“, sagte Erdogan.

Das Turkish-Stream-Projekt sei einer der weltweit wichtigsten Erdgaslieferanten. Die Türkei sei bereit, insbesondere im östlichen Mittelmeerraum sowie im Irak neue Projekte mit einem Win-Win-Ansatz in Betracht zu ziehen. Die Machtverhältnisse im Energiebereich hätten sich grundlegend geändert. „Wir könnten neue Gebiete erreichen“, betonte Erdogan.

Die chinesische, indische, afrikanische und asiatische Wirtschaft hätten Erdogan zufolge mit der Diversifizierung ihrer Ressourcen bereits begonnen. Es sei wichtig, dass sie in der Lage seien, ihren Bedarf auf sichere und wirtschaftliche Weise zu decken. In diesem Punkt belege die Türkei unter den OECD-Ländern nach China den zweiten Platz.

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Türkei
Bericht: Ankara und Washington besprechen Auslieferung Fethullah Gülens

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Istanbul (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist am gestrigen Sonntag mit US-Außenminister Rex Tillerson in der Präsidentenresidenz im Istanbuler Stadtteil Tarabya zusammengekommen.

Über das fast zweistündige Treffen wurden keine Details bekannt gegeben, es wird jedoch vermutet, dass es um die Auslieferung des Anführers des Gülen-Netzwerks Fetullah Gülen sowie die US-Unterstützung des PKK-Ablegers PYD in Syrien ging.

Die Türkei hat bereits mehrmals die USA die Beendigung ihrer Unterstützung der PYD aufgefordert. Aber während die USA und auch die EU die PKK als eine Terrororganisation einstufen, bezeichnen sie die PYD als eine Verbündete im Kampf gegen den IS (Daesh) in Syrien. Amnesty International wirft der PYD Kriegsverbrechen in den mehrheitlich von Arabern und Kurden bewohnten Gebieten in Nordsyrien vor.

Ankara hatte Washington auch mehrmals aufgefordert, den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen auszuliefern.

Die Türkei wirft dem Prediger vor, Anführer des Gülen-Netzwerks “FETÖ” zu sein, der den gescheiterten Staatsstreich durchgeführt haben soll.

Zuvor habe sich Tillerson vor Beginn des Welt-Erdöl-Kongresses (WPC = World Petroleum Congress) in Istanbul auch mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu in der Millionenmetropole getroffen.

Wie es aus Diplomatenkreisen hieß, erörterten die beiden Politiker bei einem Arbeitsessen im Büro des Ministerpräsidenten den Syrien-Konflikt, den Kampf gegen den Terror sowie die Katar-Krise. Am Vormittag hatte Tillerson die höchste Auszeichnung des Welt-Erdöl-Rates (World Petroleum Council), der größten Tagung der Öl- und Gasindustrie,  erhalten. Der Kongress begann am gestrigen Sonntag im Istanbuler Kongresszentrum ICC.

Beim Empfang der Auszeichnung sprach Tillerson seine Anerkennung für die Opfer des tödlichen Putschversuchs in der Türkei vom Juli 2016 aus.

„Vor fast einem Jahr hat das türkische Volk,  haben mutige Männer und Frauen, sich gegen die Putschisten gestellt und ihre Demokratie verteidigt“, so der US-Diplomat.

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Weltbevölkerungstag
EU-Bevölkerung steigt dank Flüchtlingen auf fast 512 Millionen

Luxemburg (ots) – Am 1. Januar 2017 wurde die Bevölkerung der Europäischen Union (EU) auf 511,8 Millionen geschätzt, verglichen mit 510,3 Millionen am 1. Januar 2016. Im Laufe des Jahres 2016 wurden in der EU ebenso viele Geburten wie Sterbefälle registriert (5,1 Millionen), was bedeutet, dass die natürliche Veränderung der EU-Bevölkerung neutral war. Die Bevölkerungsveränderung (positiv, mit 1,5 Millionen Einwohnern mehr) war deshalb durch den Wanderungssaldo bedingt. Das geht aus einer Mitteilung der Eurostat hervor. Mit 82,2 Millionen Einwohnern (bzw. 16,2% der gesamten EU-Bevölkerung am 1. Januar 2017) ist Deutschland demnach nach wie vor der bevölkerungsreichste Mitgliedstaat der EU, vor Frankreich (67,0 Millionen bzw. 13,1%), dem Vereinigten Königreich (65,8 Millionen bzw. 12,9%), Italien (60,6 Millionen bzw. 11,8%), Spanien (46,5 Millionen bzw. 9,1%) und Polen (38,0 Millionen bzw. 7,4%). Von den übrigen Mitgliedstaaten haben neun einen Anteil von zwischen 4% und 1,5% an der EU-Bevölkerung und dreizehn einen Anteil von unter 1,5%: Diese Zahlen werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, rechtzeitig zum Weltbevölkerungstag (11.Juli) herausgegeben. Im Jahr 2016 stieg die Bevölkerung in achtzehn EU-Mitgliedstaaten und ging in zehn zurück. Der höchste relative Zuwachs wurde in Luxemburg verzeichnet (+19,8 je 1 000 Einwohner), gefolgt von Schweden (+14,5), Malta (+13,8), Irland (+10,6), Österreich (+9,5), Deutschland und Zypern (je +7,8). Der stärkste Rückgang wurde hingegen in Litauen (-14,2 je 1 000 Einwohner) registriert, gefolgt von Lettland (-9,6), Kroatien (-8,7), Bulgarien (-7,3) und Rumänien (-6,2). Im Jahr 2016 wurden in der EU 5,1 Millionen Kinder geboren, das sind 11 000 mehr als im Vorjahr. Die höchsten Bruttogeburtenziffern wurden 2016 in Irland (13,5 je 1 000 Einwohner), Schweden und dem Vereinigten Königreich (je 11,8) registriert, während sie in Italien (7,8), Portugal (8,4) und Griechenland (8,5) am niedrigsten waren. In Deutschland lag die Bruttogeburtenziffer bei 9,3 je 1 000 Einwohner, auf EU-Ebene bei 10,0. Unterdessen wurden im Jahr 2016 in der EU 5,1 Millionen Sterbefälle registriert, fast 91 000 weniger als im Vorjahr. Irland und Zypern (jeweils 6,4 je 1 000 Einwohner) verzeichneten 2016 die niedrigsten Bruttosterbeziffern, in Bulgarien (15,1) und Lettland (14,6) waren die Werte am höchsten. In Deutschland lag die Bruttosterbeziffer bei 11,2 je 1 000 Einwohner, auf EU-Ebene bei 10,0.