Berlin
Bundesinnenminister de Maizière: Kein Ende der Grenzkontrollen in nächster Zeit

CDU-Politiker zuversichtlich, dass EU-Kommission Verlängerung genehmigt: „Es gibt schon Bewegung“ Osnabrück (ots) – Trotz Kritik aus Brüssel ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zuversichtlich, dass Deutschland die wegen der Flüchtlingskrise eingeführten Grenzkontrollen auch über November hinaus fortsetzen kann. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte de Maizière: „Wir führen dazu schon länger Gespräche mit unseren europäischen Partnern und mit Brüssel und es gibt auch schon Bewegung.“ Die EU-Kommission drängt darauf, dass Deutschland ebenso wie Österreich die Kontrollen an seinen Grenzen schrittweise auslaufen lässt und auf Alternativen setzt wie etwa verstärkte Überprüfungen auf Autobahnen. Minister de Maizière hofft, dass Deutschland die Genehmigung für eine Verlängerung der Grenzkontrollen erhält: „Kontrollen an den EU-Binnengrenzen werden so lange erforderlich bleiben, bis der Außengrenzschutz wirklich zuverlässig funktioniert.“ Das sei nicht nur wegen der Zuwanderung so, sondern vor allem aus Sicherheitsgründen. Es habe sich zwar schon einiges beim Schutz der europäischen Außengrenzen getan: „Aber das reicht noch nicht.“ Der Innenminister sagte: „Ein Ende der Kontrollen halte ich daher auf Sicht nicht für möglich.“ De Maizière verteidigte die von der Union im Wahlprogramm enthaltenen Pläne zum Aufbau von 15.000 zusätzlichen Stellen bei der Polizei in Bund und Ländern. Kritiker wie die Polizeigewerkschaften verweisen darauf, dass damit gerade mal ein jahrelanger Stellenabbau ausgeglichen wird. Der Minister sagte: „Im Bund hat es den beschriebenen Abbau doch gar nicht gegeben.“ Im Gegenteil seien „in einzigartigem Umfang“ zusätzliche Stellen geschaffen worden. Inzwischen folgten diesem Beispiel auch viele Länder: „Und das ist auch unbedingt notwendig.“ Eine bürgernahe Polizei brauche Präsenz auf der Straße: „Das ist sowohl ein Beitrag zur Sicherheit als auch zum Sicherheitsgefühl der Menschen.“ Mit mehr Personal können auch islamistische Gefährder – also Verdächtige, denen ein Terroranschlag zugetraut wird – besser überwacht werden.

Krieg gegen den Terror
Syrien: USA liefern weiterhin schwere Waffen an PKK-Ableger PYD

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Rakka (nex) – Die USA setzt die Bewaffnung des PKK-Ablegers in Syrien mit der Begründung den IS zu bekämpfen weiter fort. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen Korrespondenten vor Ort berichtet, seien seit dem 10. September über 200 LKW in Richtung der PYD-Stellungen gefahren. Auch gepanzerte Fahrzeuge seien darunter gewesen. Etwa 100 dieser LKW seien aus dem Irak über den Semelka-Grenzübergang in die von der PYD/PKK kontroliierte Al-Hasakah-Provinz in Syrien eingefahren, so Anadolu weiter. Auch das russische Nachrichtenportal Sputnik berichtet von US-Waffenlieferungen an die PYD in Syrien. „Unter den Waffen, die wir von den USA bekommen haben, sind Raketen mit Ultrarotlenkung, Maschinengewehre, schwere großkalibrige Maschinengewehre, Ferngläser und Mörser“, so ein namentlich nicht genannter Vertreter der PYD gegenüber Sputnik. Waffen und Panzertechnik wurden demnach zunächst aus dem Nordirak über den Grenzkontrollpunkt Semelka nach Rojava gebracht, und von dort aus mit Lastkraftwagen zu den PYD-Stellungen östlich und südlich von Rakka. Damit bestätigte der PYD-Vertreter  den Bericht des Anadolu-Korrespondenten. Insgesamt hätten 120 LKW die Grenze passiert. Die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA waren zur Zeit der Obama-Administration in eine Spannungsphase eingetreten, da diese die PKK-/PYD-Terroristen in Syrien im Kampf gegen den IS (Daesh) unterstützte Die Türkei hat wiederholt darauf hingewiesen, dass sie die Gründung eines unabhängigen Terrorstaates entlang ihrer Grenzen nicht zulassen werde und startete am 24. August 2016 die Militäroperation Schutzschild Euphrat zur Bekämpfung der PKK/PYD und des IS (Daesh) in Syrien. Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als eine Terrororganisation eingestuft. Sie hat im Juli vergangenen Jahres ihren 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen. Seitdem wurden bei PKK-Anschlägen tausende Menschen getötet. Während die Türkei die PYD als eine Terrorgruppe einstuft, betrachtete die vorhergehende US-Administration unter Barack Obama diese als einen „vertrauenswürdigen Partner“ im Kampf gegen den IS (Daesh) in Syrien. Diese Politik wird auch unter Präsident Donald Trump fortgeführt.

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Rosch ha-Schana
Türkei: Erdogan gratuliert Juden zum Neujahrsfest

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat in seiner Grußbotschaft zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana betont, dass alle türkischen Staatsbürger das Recht hätten, im Einklang mit ihrem Glauben zu leben. „Wir sind der Überzeugung, dass es das Grundrecht all unserer Staatsbürger ist, frei und im Einklang mit seiner Kultur, Religion und Tradition zu leben“, unterstrich er in seiner am Mittwoch veröffentlichten Botschaft. Erdogan wies darauf hin, dass die Türkei sehr bedacht darauf sei, dass alle ihre Staatsbürger ungeachtet ihrer Religion, Sprache, Rasse, Ethnie und ihres Glaubens in Frieden zusammenlebten. Nach jüdischem Glauben steht Rosch ha-Schana für den Beginn der Weltschöpfung und den Jahrestag der Geburt Adams und Evas, der ersten Menschen auf der Erde. In der Türkei leben etwa 18.000 Bürger jüdischen Glaubens, hauptsächlich in den Großstädten Istanbul und Izmir.

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USA
New York: Türkisches Wirtschaftszentrum wird planmäßig eröffnet

New York (nex) – Die Eröffnung des Türkischen Wirtschaftszentrums (Turkish Trade Center) in New York findet wie geplant am morgigen Donnerstag statt. Das Zentrum werde für die Türkei und die türkischen Exporteure die „wichtigste Brücke“ sein, um den US-Markt zu erschließen, so Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu in New York. Zeybekci wird das neue Zentrum nahe des weltbekannten Empire State Buildings morgen eröffnen. Unternehmen, die nicht die Möglichkeit haben, im Ausland selbst Zweigniederlassungen zu eröffnen, könnten in Zukunft ihre Geschäfte von diesen Zentren tätigen, so Zeybekci. Auch in anderen wichtigen Standorten wie etwa Chicago seien weitere Wirtschaftszentren geplant. Viele türkische Unternehmen hätten aufgrund von hohen Kosten, bürokratischer Hürden oder aus Sicherheitsgründen Schwierigkeiten, in ausländische Märkte einzutreten, so der Minister weiter.

„Wirtschaftszentren tragen nicht nur zur Optimierung des weltweiten Handels eines Landes bei, sondern auch dessen Image“, fügte er hinzu.

Laut Zeybekci werde das Zentrum in Manhattan 24 Unternehmen aus verschiedenen Sektoren wie etwa der Textilbranche beherbergen.

Das türkische Handelszentrum werde auch verschiedenen Ministerien und Organisationen der Zivilgesellschaft Möglichkeiten bieten, Aktivitäten und Veranstaltungen durchzuführen.

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Ratgeber
Mit der beruflichen Fahrgemeinschaft Steuern sparen

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Neustadt a. d. W. (nex) – Sie schonen die Umwelt und meist auch den eigenen Geldbeutel: Fahrgemeinschaften für den werktäglichen Weg zur Arbeitsstätte sind eine gute Sache. Doch wie kann man dabei Steuern sparen? Welche Punkte muss man in Sachen Entfernungspauschale bei Fahrern und Mitfahrern beachten? Und was ist, wenn sich die Berufstätigen mit ihren jeweiligen Autos abwechseln? Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) liefert Antworten und Rechenbeispiele. „Egal, ob Fahrer oder Mitfahrer: Jeder Teilnehmer einer beruflichen Fahrgemeinschaft kann die Entfernungspauschale als Werbungskosten steuerlich geltend machen, was übrigens auch für zusammenfahrende Eheleute und eingetragene Lebenspartner gilt“, so die Experten der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH). Generell wird die Entfernungspauschale folgendermaßen berechnet: [0,30 Euro x Entfernungskilometer der einfachen Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte x Arbeitstage, an denen die Strecke tatsächlich zurückgelegt wurde.] Wichtig dabei ist, dass das Finanzamt nur den kürzesten Weg von der jeweiligen Wohnung zur ersten Arbeitsstätte anerkennt, wie die VLH-Steuerexperten anmerken. Ein Umweg wird nur akzeptiert, wenn er in Bezug auf die Strecke zwischen Wohn- und Arbeitsstätte verkehrsgünstiger ist und regelmäßig genutzt wird, zum Beispiel wegen des heftigen Berufsverkehrs oder einer Großbaustelle. Das bedeutet, dass der Fiskus für jedes Fahrgemeinschaftsmitglied den jeweils kürzesten bzw. verkehrsgünstigsten Weg berechnet. Die Umwege, die durch das Abholen oder das Nachhause-Bringen der Mitfahrer entstehen, zählen nicht. Mitfahrer müssen Obergrenze von 4.500 Euro pro Jahr beachten Auf der dargestellten Grundlage muss man nun verschiedene Fälle unterscheiden: Wenn kein Fahrgemeinschaftsmitglied in Sachen Entfernungspauschale den Betrag von 4.500 Euro im Kalenderjahr übersteigt, ist es unwichtig, ob und in welchem Umfang ein einzelner Teilnehmer den eigenen Pkw für die Fahrten genutzt hat. Sobald die Obergrenze von jährlich 4.500 Euro allerdings überschritten wird, interessiert sich der Fiskus den VLH-Experten zufolge dafür, wer sein eigenes Fahrzeug wie oft eingesetzt hat. Der Grund: Als Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft darf man nur maximal 4.500 Euro Fahrtkosten im Jahr von der Steuer absetzen. Fahrer, die ihren eigenen Wagen bzw. einen zur eigenen Nutzung überlassenen Wagen einsetzen, können hingegen Fahrtkosten in unbegrenzter Höhe geltend machen. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich recht einfach, wie die Rechenbeispiele der VLH-Steuerfachleute zeigen. Beispiel 1: Fahrgemeinschaft mit nur einem Fahrer Wolfgang und Paul sind Nachbarn. Sie arbeiten bei einem großen deutschen Autobauer. Deshalb bilden sie eine Fahrgemeinschaft, bei der aber nur der leidenschaftliche Fahrer Wolfgang seinen Wagen einsetzt. Paul ist hingegen stets Mitfahrer. Die Fahrgemeinschaft fährt die 80 Kilometer lange Strecke von den Wohnungen zur ersten Tätigkeitsstätte an insgesamt 210 Arbeitstagen im Jahr. Was bedeutet das steuerlich?

Für den Mitfahrer Paul ergibt sich laut VLH-Experten folgende Rechnung: [0,30 Euro Entfernungspauschale x 80 Kilometer x 210 Arbeitstage = 5.040 Euro.] Da der absetzbare Betrag für Mitfahrer aber auf 4.500 Euro im Jahr begrenzt ist, kann Paul nicht 5.040 Euro, sondern nur die besagten 4.500 Euro geltend machen.

Wolfgang errechnet für sich genau dieselben Zahlen. Als Fahrer kann er aber den vollen Betrag in Höhe von 5.040 Euro in seine Steuererklärung eintragen. Beispiel 2: Fahrgemeinschaft mit wechselnden Fahrern Nehmen wir wieder den oben beschriebenen Fall von Wolfgang und Paul mit einem einzigen Unterschied: Diesmal wechseln sich die beiden regelmäßig ab. Konkret: Wolfgang nutzt an 105 Arbeitstagen den eigenen Pkw, an den anderen 105 Tagen ist er Mitfahrer. Dasselbe gilt spiegelbildlich für Paul. Für Wolfgang ergeben sich dann folgende Zahlen: Zunächst berechnen die VLH-Profis die Entfernungspauschale für die Tage, an denen er Mitfahrer ist: [0,30 Euro Entfernungspauschale x 80 Kilometer x 105 Arbeitstage = 2.520 Euro.] Dieser Betrag liegt unterhalb der Mitfahrer-Obergrenze von 4.500 Euro im Jahr und kann somit komplett angegeben werden. Hinzukommen die Tage, an denen er den eigenen Pkw eingesetzt hat. Die Rechnung auch hier: [0,30 Euro Entfernungspauschale x 80 Kilometer x 105 Arbeitstage = 2.520 Euro.] Zusammengerechnet ergibt sich folgende Summe: [2.520 Euro (als Mitfahrer) + 2.520 Euro (als Fahrer) = 5.040 Euro (insgesamt).] Letztlich kann Wolfgang also 5.040 Euro an Fahrtkosten eintragen. Genau dieselbe Rechnung trifft auch auf Paul zu, der somit auch 5.040 Euro bei den Werbungskosten geltend machen kann. Fazit: Bei beruflichen Fahrgemeinschaften, die größere Entfernungen zurücklegen, kann es für den Einzelnen steuerlich von Vorteil sein, wenn sich die Mitglieder mit ihren jeweiligen Pkw beim Fahren abwechseln. Grund: Durch das Abwechseln wird die für Mitfahrer geltende Begrenzung des abzugsfähigen Betrags auf jährlich 4.500 Euro umschifft.

Beben in Mexiko
Ausnahmezustand: Zahl der Toten nach Erdeben in Mexiko steigt auf 224

Mexiko-Stadt (nex) – Nach genau 32 Jahren erschütterte gestern ein weiteres heftiges Erdbeben das Land. Damals starben über 9.000 Menschen. Wie beim jetzigen Beben wurde auch damals besonders Mexiko-Stadt getroffen. Das Erdbeben von 1985 zählt zu den schwersten in der Geschichte Mexikos Innerhalb von zwei Wochen ist Mexiko nun zum zweiten Mal von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht worden. Mit der Stärke 7,1 erschütterte das Beben am gestrigen Dienstag das Gebiet rund um die Hauptstadt. In Mexiko-Stadt sind unzählige Gebäude eingestürzt. Rettungskräfte bargen aus einem zerstörten Schulgebäude mehr als 20 tote Kinder. Nach offiziellen Zahlen kamen mindestens 226 Menschen ums Leben. Die Zahl der Todesopfer steigt allerdings stündlich. Wegen der vielen eingestürzten Gebäude wird noch mit weiter steigenden Opferzahlen gerechnet, so ein Sprecher des Innenministeriums. Auf das Erdbeben folgten mehrere Nachbeben. In der 20-Millionen-Metropole spielten sich Berichten zufolge chaotische Szenen ab. Menschen schrien und rannten zwischen den Autos herum, Sirenen heulten und Ampeln vielen aus. „Ich kann nicht aufhören zu weinen, es ist der gleiche Albtraum wie 1985“, so eine Überlebende gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Bereits vor zwei Wochen waren bei einem Erdbeben im Süden des Mexikos über 90 Menschen ums Leben gekommen. Das Beben mit der Stärke 8,2 war der heftigste in Mexiko seit 100 Jahren.  

Tierschutz
Anonyme Meldestelle in Niedersachsen: 371 Hinweise in drei Jahren

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Osnabrück (ots) – Bei der zunächst heftig kritisierten anonymen Meldestelle des Landes Niedersachsen für Verstöße im Tierschutz- und Lebensmittelbereich sind drei Jahre nach Einrichtung 371 Hinweise eingegangen. Das teilte das Agrarministerium auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) sagte, die Meldestelle habe sich „sehr bewährt.“ Kühe schlecht gehalten, Eier nicht gestempelt 189 Tipps hätten sich dabei auf den Bereich Lebensmittel bezogen. So seien in einem Fall 2400 Eier aus Supermärkten entfernt worden, die keinen Stempel aufwiesen. 103 Hinweise gingen zum Thema Tierschutz ein. In Nordniedersachsen sei dadurch eine Kuhhaltung aufgeflogen, bei der Rinder nach Angaben des Ministeriums in einem zu kleinen, dunklen und verdreckten Stall lebten. „Der Tierhalter wurde verwarnt, musste die Tiere in einem anderen Stall unterbringen und hat den Tierbestand mittlerweile aufgegeben““, sagte ein Behördensprecher. CDU: Davon halten wir nichts Für den Fall eines Wahlsieges der CDU im Oktober, ist der Fortbestand der Meldestelle allerdings fraglich. Ein Sprecher von Unionsspitzenkandidat Bernd Althusmann sagte: „Davon halten wir nichts. Eine Abschaffung begrüßen wir.“ Die CDU unterstütze die Misstrauenskultur der rot-grünen Landesregierung nicht. Die Meldestelle war am 1. Oktober 2014 eingerichtet worden. Verbands-Vize Hilse: Wer Durchbruch will, braucht nationale Strategie Die Bauern in Deutschland fordern eine national einheitliche Strategie für mehr Tierwohl. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Bauernverbands-Vizepräsident Werner Hilse: „Wer den Durchbruch beim Tierwohl will, braucht eine nationale Nutztierstrategie.“ Hilse bemängelte, dass es sowohl vonseiten der Wirtschaft als auch in zahlreichen Bundesländern entsprechende Bemühungen gebe mit teils ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Ansätzen. „Das geht so nicht“, sagte Hilse. Der Vorsitzende des niedersächsischen Bauernverbandes Landvolk forderte: „Der Bauer in Niedersachsen muss die gleichen Voraussetzungen haben wie derjenige in Bayern oder Brandenburg.“ Am Mittwoch kommen Landwirte aus ganz Deutschland in Osnabrück zusammen, um über die Zukunft der Tierhaltung zu sprechen.  

Transfer
Werder Bremen sichert sich die Dienste von US-Sturmtalent Joshua Sargent

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Bremen (ots) – Der SV Werder Bremen hat sich die Dienste von Sturmtalent Joshua Sargent gesichert. Der derzeit 17-Jährige wechselt 2018 von St. Louis Scott Gallagher Missouri an die Weser und wird zu seinem 18. Geburtstag seinen Profivertrag in Bremen unterschreiben. „Wir haben Joshua schon sehr lange im auf dem Zettel, von daher war es für uns keine große Überraschung, dass er durch seine auffälligen Leistungen in der Vergangenheit international immer wieder auf sich aufmerksam gemacht hat. Umso mehr freut es uns, dass wir ihn trotz zahlreicher anderer Angebote von europäischen Topclubs von unserer Philosophie beim SV Werder überzeugen konnten und ihn nun bei seiner weiteren Entwicklung begleiten und unterstützen können. Er bringt sehr gute Voraussetzungen mit und gehört zu den vielversprechendsten Talenten seines Jahrgangs weltweit“, erklärt Tim Steidten, Leiter Kaderplanung und Scouting des SV Werder Bremen Ab dem 10. Oktober wird Joshua Sargent mit der amerikanischen Nationalmannschaft an der U 17-Weltmeisterschaft in Indien teilnehmen. In Bremen wird der Angreifer dann bereits zu Beginn des neuen Jahres erwartet. „Josh soll bereits den Verein und die Stadt kennenlernen. Er wird dann mit unserer U 23 trainieren und ab dem Sommer dann auch im Spielbetrieb mitwirken“, erklärt Steidten. Der jungen Angreifer freut sich auf seine neue Herausforderung, auch wenn erst einmal andere Aufgaben anstehen: „Meine volle Konzentration liegt jetzt erst einmal auf der Weltmeisterschaft und meine verbleibende Zeit in Missouri. Aber ich freue mich schon auf das kommende Jahr und die neue sportliche Herausforderung in Bremen. Werder hat sich einfach sehr um mich bemüht und in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie jungen Talenten wie mir, einen optimalen Start in den Profifußball ermöglichen können. Von daher fiel mir die Entscheidung, meine Karriere in Bremen fortsetzen zu wollen, nicht schwer.“ Josh Sargent spielt momentan beim St. Louis Scott Gallagher Missouri Soccer Club. Der 17-Jährige nahm mit den USA in diesem Sommer bereits an der U 20-Weltmeisterschaft in Korea teil. In fünf Spielen erzielt er dort vier Treffer und gab eine Vorlage.

EU-Türkei-Beziehungen
Laura Batalla: Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit Türkei wäre „tödlicher strategischer Fehler“

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Brüssel (nex) – Ein Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wäre ein „tödlicher strategischer Fehler“, erklärte die Generalsekretärin des Türkei-Forums im Europäischen Parlament, Laura Batalla, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.

„Der Beitrittsprozess der Türkei sollte nicht ausgesetzt oder beendet werden. Das wäre ein tödlicher strategischer Fehler der EU-Seite“, hatte Batalla Anfang dieser Woche in Brüssel gewarnt.

Eine Einstellung der Gespräche wäre eine „Lose-Lose-Situation“, weil die Türkei und die EU „extrem miteinander verknüpft“ seien, und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch, so die Türkei-Forum-Chefin weiter.

Nach dem vereitelten Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres hatten die Spannungen zwischen einigen EU-Staaten und der Türkei zugenommen. Deutsche Politiker hatten daraufhin öffentlich die Einstellung, das EU-Parlament in einer nicht bindenden Resolution ein Einfrieren der Beitrittsverhandlungen gefordert.

Der Europäische Rat wird die Verhandlungen mit der Türkei im kommenden Monat erörtern, obwohl einige Mitgliedsstaaten wie Ungarn, Finnland, Litauen und Irland sich gegen den deutsche Vorschlag zur Aussetzung der Gespräche positioniert haben.

Batalla betrachtet eine offizielle Beendigung der Verhandlungen sei „nicht wahrscheinlich“, da diese einstimmig beschlossen werden müsste.

Die Türkei sollte hinsichtlich der  Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit unterstützt werden, zwei Punkte, die das Europäische Parlament beunruhigten, so die Diplomatin weiter.

Batalla sagte auch, dass der technische Prozess des EU-Beitritts „politisiert“ worden sei.

Wir wissen, dass es Probleme mit Menschenrechten in der Türkei gibt”, zitierte die Rheinische Post Finnlands Außenminister Timo Soini in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Er sei aber nicht dafür, die Verhandlungen zu stoppen. Dialog mit Ankara sei der beste Weg, um mit Problemen umzugehen. Eine Absage an einen Abbruch habe es auch aus Litauen gegeben: “Nein, nein, nein”, sagte Berichten zufolge Minister Linas Linkevicius. und: “Wir sollten den Prozess fortsetzen.” Es sei nicht einfach, man müsse aber zu Vereinbarungen stehen. Wie RP unter Berufung auf die griechische Zeitung “Kathimerini” weiter berichtet, habe Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, einen “Bruch” zwischen der EU und der Türkei “verhindern” zu wollen. Die Türkei sei “ein wesentlicher Partner”. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich beim TV-Duell am Sonntag erstmals überraschend deutlich für das Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesprochen und diese Woche auch eine “Neuausrichtung” der Türkei-Politik angekündigt.

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Studie
10 Millionen Kindersklaven weltweit

Osnabrück (ots) – Weltweit müssen 152 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Knapp die Hälfte dieser Kinder setzen dabei ihre Sicherheit oder ihre physische und psychische Gesundheit aufs Spiel. 19 Millionen Kinderarbeiter sind jünger als 11 Jahre. Diese Zahlen veröffentlichte die Internationale Arbeitsorganisation ILO gestern während der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Erstmals hat die ILO gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration und der privaten Walk Free Foundation die Situation in über 105 Ländern ausgewertet. »Die Zahlen zeigen, dass es keinen nennenswerten Fortschritt im Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern gibt – im Gegenteil: 40 Millionen Menschen unterliegen nach ILO-Angaben der Sklaverei, darunter 10 Millionen Kinder,« erklärte Jörg Angerstein, Vorstandssprecher von terre des hommes. »Von diesen Kindern sind knapp drei Viertel Mädchen, die beispielsweise sexuell missbraucht oder zwangsverheiratet werden«. Besonders in Kriegs- und Konfliktgebieten laufen Kinder Gefahr, ausgebeutet und versklavt zu werden. Das zeigt die aktuelle Situation in Syrien. »Der Krieg in Syrien hat die Lebensgrundlage von mehr zwölf Millionen Menschen zerstört. Wir beobachten einen drastischen Anstieg von Kinderarbeit in Syrien und den Nachbarländern«, so Jörg Angerstein. »Damit Kinderarbeit und Sklaverei endlich beendet werden, müssen Arme und diskriminierte Bevölkerungsgruppen endlich wirksam gefördert und vor Ausbeutung geschützt werden. Die Instrumente dazu liegen vor, etwa die ILO- Konventionen gegen Zwangsarbeit und gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit oder die UN Nachhaltigkeitsziele. Was fehlt, ist der politische Wille, diese Verpflichtungen auch umzusetzen«. terre des hommes kämpft in 32 Ländern gegen Sklaverei und Ausbeutung: In Indien und dem Nahen Osten schützen wir Mädchen vor Zwangsheiraten. In der Textilindustrie Südindiens konnte terre des hommes bereits 34.000 junge Mädchen aus der Sklaverei befreien. In Kriegsgebieten schützen wir Kinder vor weiterer Gewalt und Ausbeutung.

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