Familienpolitik
Männerverband: Politik muss weniger weiblich werden

Berlin (ots) – „Ja, die Politik muss zahlenmäßig weiblicher werden. Wenn es um Familien- und Geschlechterpolitik geht, muss die Politik jedoch weniger weiblich werden“, formuliert Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV). Die um Regierungsbeteiligung verhandelnden Parteien haben die Aufgabe, den alleinigen Fokus der Politik auf die Bedürfnisse von Frauen zukünftig durch einen Blick auf beide Geschlechter zu ersetzen. Von der zukünftigen Bundesfamilienministerin erwartet die Interessengemeinschaft eine Korrektur bereits im Namen des Ministeriums. Frauen werden darin genannt, Männer kommen nicht vor. „Und das in Zeiten, in denen geschlechtergerechte Sprache beide Geschlechter sichtbar machen soll. Ein Widerspruch.“ so Riedmeier. Die IG-JMV fordert die Geschlechter-paritätische Besetzung der Leitungsgremien im Ministerium, jeweils mit einer Frau und einem Mann. Aktuell weist die Ministeriumsspitze eine 100 % ige Frauenquote auf, die zuständigen Referate von 70 %. Diese Einseitigkeit sei zu korrigieren. Es gehe nicht an, dass zu Anhörungen in den Ausschüssen des Bundestages regelmäßig Frauenverbände geladen würden, Männer- und Väterorganisationen nicht. Ein kleiner Lichtblick sei Bundesfamilienministerin Barley, erst seit Frühsommer 2017 im Amt. Sie zeigte Courage, durchbrach die in ihrem Haus gängige Praxis und lud Väterorganisationen zu den Zukunftsgesprächen. Vortragen durften diese jedoch nicht. Ärgerlich sei die von den Familienministerinnen seit Jahren verwandte Selbstbezeichnung „Bundesfrauenministerin“. „Fühlen sich die Ministerinnen für uns nicht zuständig?“ fragen sich Millionen Männer in Deutschland, so die IG-JMV. Dadurch laufen männliche Wähler den Altparteien scharenweise davon. Sie fühlen sich von der Politik weder gesehen noch ausreichend wertgeschätzt. Gewinner sind die im Bundestag neu vertretenen Parteien FDP und AfD. Die IG-JMV fordert in einem Offenen Brief einen Neustart im veralteten Familienrecht unter Beteiligung der Betroffenen, der Mütter- und Väterorganisationen. „Ein Dieselgipfel ist in Deutschland selbstverständlich, weshalb nicht auch ein Runder Tisch zur Neuorganisation des nicht mehr zeitgemäßen Familienrechts? Die Einrichtung einer Enquetekommission unter Beteiligung der Betroffenenverbände ist überfällig.“ so die IG-JMV.

Berlin
Regierungsbildung: Unions-Innenexperte fordert Bewegung von SPD

Stephan Mayer: SPD müsste Themen der Inneren Sicherheit mittragen Osnabrück (ots) – Vor Sondierungsgesprächen über eine große Koalition fordert der Unions-Innenexperte Stephan Mayer von der SPD Bewegung in einigen Kernpunkten der Inneren Sicherheit. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) sagte der CSU-Politiker: „Klar ist, dass wir als Union beispielsweise für den Einsatz der Bundeswehr in besonderen Gefährdungslagen unter Führung der Polizei plädieren, die Schleierfahndung in ganz Deutschland ermöglichen wollen und uns weiter stark machen für die Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer.“ Mayer fügte hinzu: „Inwieweit diese Punkte von der SPD mitgetragen würden, werden die möglichen Verhandlungen zeigen.“ Der CSU-Politiker sprach sich für Gespräche mit den Sozialdemokraten über eine Regierungsbildung aus. Mayer sagte: „Grundsätzlich würde ich es sehr begrüßen, wenn die SPD aus der Defensive kommt und sich zu Sondierungsgesprächen bereit erklärt.“ Das Wählervotum vom 24. September verlange Verantwortung aller demokratisch legitimierter Parteien, „abseits von parteiinternen Animositäten“.

Prozess in den USA
Türkei: 40 Prozent der CHP-Wähler glauben an eine US-Justiz-Farce

Ankara (tp/nex) – In der Umfrage ging es um die Frage, was man vom Prozess in den USA hält, in der der iranisch-türkische Goldhändler Reza Zarrab sowie ein türkischer Bankier, verdächtigt werden, über Jahre hinweg gegen US-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben. Dabei soll die türkische Regierung eine Schlüsselrolle spielen, so der Vorwurf, der im Raum steht. Hat der iranisch-türkische Goldhändler und Unternehmer Reza Zarrab gegen US-Sanktionen verstoßen? Derzeit wird dieser Frage in einem New Yorker Gericht nachgegangen. Darin werden Zarrab sowie ein türkischer Bankier der staatlichen türkischen Halkbank beschuldigt, das erweiterte US-Embargo gegen den Iran jahrelang durchbrochen zu haben. Die Türkei erkennt das Embargo nicht an. Sie vertritt die Ansicht, dass die Türkei nur an UN-Embargos gebunden ist und wirtschaftliche Beziehungen mit dem Iran nicht darunter fallen. Trotzdem steht seit dem Prozess in New York auch die türkische Regierung unter Druck, nach dem Zarrab als Kronzeuge auch die türkische Führung belastet hat. Zarrabs Aussagen werden jedoch seit Montag angezweifelt, da Tonbandaufnahmen aus einem Bundesgefängnis aufgetaucht sind, die belegen, dass der Goldhändler wenn nötig auch lügen würde, um eine mildere Strafe zu erhalten oder gar straffrei davon zu kommen. Die US-Staatsanwaltschaft forderte für Zarrab zuvor 90 Jahre Haft und mehrere Millionen US-Dollar Strafzahlung, bevor sie Zarrab als Kronzeugen vor Gericht aufgeboten haben. In der Türkei wird der Prozess in New York, der seit einer Woche anhält, kritisch beobachtet. Nach einer Umfrage des türkischen Umfrage-Instituts Adil-Gür (A&G Araştırma) halten rund 70 Prozent der Bevölkerung den US-Prozess als bewusst inszeniert, um die türkische Führung sowie das Land unter Druck zu setzen. Überraschenderweise glauben von den Wählern der Oppositionspartei CHP, rund 40 Prozent ebenfalls daran, dass die USA die Türkei mit einem Prozess diskreditieren und unter Druck setzen möchte, obwohl die Partei selbst eine Untersuchung des türkischen Wirtschaftshandels mit dem Iran einfordert. Im Gegensatz dazu glauben rund 85 Prozent der Wähler der nationalistisch-kurdischen Partei HDP, dass die USA sich im Recht befindet, den Verstoß türkischer Stellen gegen US-Sanktionen zu ahnden.

Zum Thema

– Prozess in den USA – Reza Zarrab: „Wenn ich nicht lüge, wird man mich nicht freilassen“

Der türkische-iranische Unternehmer Reza Zarrab habe schon vor Monaten seine Bereitschaft verkündet, für eine Strafmilderung zu lügen, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das die Anwälte des früheren Vizechefs der türkischen Halkbank Mehmet Hakan Atilla vor Gericht eingereicht haben.

Reza Zarrab zahlte im US-Gefängnis 45000 Dollar Schmiergeld

Nahost
Israelischer Minister: Nehmen keine Befehle von Erdogan entgegen

Tel Aviv (nex) – Israelische Regierungsvertreter haben am gestrigen Dienstag Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan scharf verurteilt. Erdogan gab bekannt, dass Ankara erwäge, die Beziehungen mit dem Land abzubrechen, sollten die USA Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkennen. „Jerusalem ist seit 3.000 Jahren die jüdische Hauptstadt und seit 70 Jahren die Hauptstadt Israels, ob nun [der türkische Präsident] Erdogan es als solches anerkennt oder nicht“, sagte laut Haaretz der Sprecher des israelischen Außenministeriums Emmanuel Nahshon. Der israelische Minister für Nachrichtendienst und Verkehr, Israel Katz, wiederholte ebenfalls Israels Position bezüglich der Stadt, die einen der vielen Stolpersteine ​​in all den Jahren der gescheiterten Friedensgespräche mit den Palästinensern darstellt. „Wir nehmen keine Befehle entgegen noch akzeptieren wir Drohungen des Präsidenten der Türkei“, twitterte Katz. „Es gäbe keinen gerechteren oder angemesseneren historischen Schritt als die Anerkennung Jerusalems, der Hauptstadt des jüdischen Volkes seit 3.000 Jahren, als die Hauptstadt des Staates Israel“, sagte er. „Mister Trump! Jerusalem ist eine rote Linie für Muslime“, hatte Erdogan gesagt und hinzugefügt, dass Ankara notwendige Maßnahmen im Falle eines möglichen Umzugs der US-amerikanischen Botschaft ergreifen würde, einschließlich der Einberufung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul.   Ein solcher Schritt würde nicht nur eine Verletzung des Völkerrechts darstellen, sondern er wäre auch „ein schwerer Schlag für das Gewissen der Menschheit“, warnte der türkische Präsident und fragte: „Haben die USA alles geschafft und müssen nur noch das erledigen?“

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– Eastmed-Pipeline – Gas-Deal: Ganz Israel wartet auf türkischen Energieminister Albayrak

Die Verhandlungen zwischen der Türkei und Israel über den Erdgas-Pipeline-Bau zur Beförderung von israelischem Gas nach Europa seien nun in einem fortgeschrittenen Stadium, sagte ein Berater des israelischen Energieministers am heutigen Freitag.

Gas-Deal: Ganz Israel wartet auf türkischen Energieminister Albayrak

Bildung
Leseschwäche: Auch Eltern sind in der Pflicht

Ravensburg (ots) – Die Verantwortung für die schlechte Leseleistung der Viertklässler ausschließlich den Lehrern in die Schuhe zu schieben, wäre zu einfach. Sie können nicht für alles herangezogen werden, was in den Elternhäusern schiefläuft. Anstelle von Büchern und Brettspielen sind heute oft Spielekonsole und Co. fester Bestandteil der Freizeitgestaltung. Das muss nicht immer nur schlecht sein, doch das richtige Maß macht den Unterschied. Natürlich ist es leichter, Kinder vor den Fernseher zu setzen, als sich mit ihnen zu beschäftigen. Experten warnen vor zu viel TV-, Handy- und Tabletkonsum, nicht nur, weil so das Lesen auf der Strecke bleibt. Kindern fehle dann oftmals das Verständnis für ihre Umwelt – mit negativen Folgen für das Gehirn. Um das zu ändern, müssen sich Eltern schlicht Zeit nehmen. Das ist unabhängig vom Bildungsstand oder der Dicke ihres Geldbeutels. Wer Lesen selbst nur mit lästiger Schullektüre verbindet, kann seinen Kindern kaum einen positiven Sinn für Texte vermitteln. Gefühlt kommt man in der heutigen Medienwelt auch ohne Lesen zurecht, kann man sich doch über den Touchscreen wischend von Bild zu Bild hangeln. Nach einer Analphabetismus-Studie, die 2011 von der Universität Hamburg veröffentlicht wurde, können in Deutschland generell zwei Millionen Menschen – mit und ohne Migrationshintergrund – überhaupt nicht lesen, 7,5 Millionen nur sehr schlecht. Familien müssen sich organisieren, um Zeit für die Kinder zu haben und diese sinnvoll zu nutzen. Dabei geht es nicht um Zusatzunterricht zu Hause, sondern um gemeinsame Gespräche, regelmäßiges Vorlesen und Ermunterung, zum Buch zu greifen. Hier sind auch die Lehrer gefragt. Sie müssen Begeisterung für das Lesen wecken. Abgesehen davon, dass es die Grundvoraussetzung für Bildung ist, Lesen bietet Zugang zu so Vielem, das über das reine Verständnis von zusammenhängenden Buchstaben hinausgeht. Es schult Sprache, regt die Fantasie an und öffnet den Weg in fremde Welten. Nicht zuletzt sind Eltern auch hier Vorbilder und sollten lieber einmal mehr ihr Smartphone zur Seite legen und zum Buch greifen.

Ungarn
Türkische Volkstanzgruppe beantragt Asyl in Ungarn

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Budapest (tp/nex) – Eine türkische Volkstanzgruppe soll nach einer diesjährigen Volkstanzaufführung im ungarischen Budapest nicht in die Türkei zurückgekehrt sein. Von 16 Mitgliedern der Gruppe seien lediglich 5 nach dem Festival in Istanbul gelandet. Türkischen Medien zufolge sollen sie in Ungarn Asyl beantragt haben. Das berichten türkische Medien. Anfang November war die junge Gruppe von Volkstänzern nach Budapest gereist, um an einem internationalen Volkstanz-Festival teilzunehmen. Nach Abschluß des Festivals packten aber Medienberichten nach, von den im Durchschnitt 20-jährigen 16 Grupppenmitgliedern nur 5 die Koffer und flogen in die Türkei zurück. Laut den Berichten sollen die zurückgebliebenen Asyl beantragt haben. Auf Anfrage der ungarischen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ bestritt das ungarische Amt für Einwanderung und Flüchtlinge, dass die Gruppe Asyl beantragt hätte. Der türkischen Nachrichtenagentur DHA zufolge, fand das Festival zwischen dem 5. und 10 November in Budapest statt. Zuvor hatten die türkischen Teilnehmer der Volkstanzgruppe über die türkische Föderation der Volkstänze bei der Polizeidirektion Beamtenreisepässe beantragt, die auch genehmigt und ausgestellt wurden. Obwohl das Festival aber am 5. November beginnen sollte, reiste die Gruppe bereits am 1. November nach Budapest. Mittlerweile wird in den türkischen Medien die Befürchtung ausgesprochen, dass die Gruppe dabei geplant vorging. Laut der Föderation, an den zahlreiche Tanzvereine angeschlossen sind und nur über diese auch Beamtenpässe erhältlich sind, hatten die Mitglieder der Volkstanzgruppe alle neue Lizensen, waren erstmals und jüngst in der Föderation registriert worden. Allein in diesem Jahr hatte die Föderation 86 Tanzvereinen oder Tanzgruppen die Genehmigungen für die Auslandsreise organisiert. Bislang gab es keinen einzigen Fall, bei der Mitglieder nicht zurückgekehrt seien, betonte der Sprecher der Föderation gegenüber der DHA. Inzwischen hat der Sportminister und die  Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Namen und Herkunft der Gruppenmitglieder ist bislang nicht bekannt und wird von den Behörden unter Verschluss gehalten.  

Prozess in den USA
Reza Zarrab zahlte im US-Gefängnis 45000 Dollar Schmiergeld

New York (nex) – Der türkisch-iranische Geschäftsmann Reza Zarrab, der in New York wegen des Bruchs von Sanktionen gegen den Iran angeklagt ist, habe im US-Gefängnis für diverse Dinge wie Telefonate etwa 45000 Dollar Schmiergeld zahlen müssen. Das berichtet der US-amerikanische Gerichtsreporter Adam Glasfeld. Das Geld habe den Wächtern Zarrabs damaliger türkischer Anwalt übergeben, so Klasfeld weiter. Mit dem Mobiltelefon des Wächters habe Zarrab über Skype mit seiner Tochter und Anwälten gesprochen. Zudem habe er auch andere Insassen bezahlt um telefonieren zu können. Neben telefonischen Anrufen, habe er die Wächter auch für Alkohol und Medikamente bezahlt. Des Weiteren bestätigte Zarrab auch, in einem Telefonat im September 2016, gesagt zu haben, in den USA müsse man lügen, “um frei zu kommen oder eine reduzierte Strafe zu bekommen” und “etwas zugeben, was man nicht begangen hat”, um aus dem Gefängnis herauszukommen Wie NEX24 am Montag berichtete habe Zarrab schon vor Monaten seine Bereitschaft angekündigt, für eine Strafmilderung zu lügen. Dies ginge aus einem Schreiben hervor, das die Anwälte des früheren Vizechefs der türkischen Halkbank Mehmet Hakan Atilla gestern vor Gericht eingereicht hatten. Atilla wird vorgeworfen, US-Sanktionen gegen den Iran verletzt zu haben. Die Frage Atilla jemals bestochen zu haben verneinte Zarrab am Dienstag. Die Anwälte Atillas beschuldigten am Montag US-Staatsanwälte, Beweismittel zurückzuhalten, die ihnen helfen könnten, die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen, zu denen auch die genannten Telefonaufzeichnungen gehörten. https://twitter.com/katiezavadski/status/937720786961485824

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– Prozess in den USA – Reza Zarrab: „Wenn ich nicht lüge, wird man mich nicht freilassen“

Der türkische-iranische Unternehmer Reza Zarrab habe schon vor Monaten seine Bereitschaft verkündet, für eine Strafmilderung zu lügen, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das die Anwälte des früheren Vizechefs der türkischen Halkbank Mehmet Hakan Atilla vor Gericht eingereicht haben.

Reza Zarrab: „Wenn ich nicht lüge, wird man mich nicht freilassen“

Wirtschaft
Türkei mittlerweile fünftgrößter Automobilhersteller Europas

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Deutliches Wachstum im türkischen Automobilsektor: Deutschland als Key Player bestätigt Istanbul (nex) – Im Zuge der anhaltenden Diskussion um die Beziehungen Deutschlands mit der Türkei wird derzeit ein wenig vernachlässigt, dass es sich bei der Türkei um einen der wichtigsten Handelspartner Deutschlands in Europa und um eines der am meisten wirtschaftlich aufstrebenden Nationen des Kontinents handelt.

Dies belegen die Wachstumszahlen der Türkei in einer Vielzahl von Industriebranchen, vor allem auch im Automobilsektor. Hier nimmt die Türkei den fünften Platz unter den Automobilproduzenten Europas ein, im Bereich der Nutzfahrzeuge steht die Türkei sogar auf dem ersten Platz. Unter anderem produziert auch Daimler Trucks mehrere Modelle in der Türkei.

Gegenüber dem Ranking von 2014 hat sich das Land im Ranking vom 17. auf den 14. Platz weltweit nach vorn geschoben.

Als einer der weltweit führenden Automobilproduzenten und -exporteure wird die Türkei nach Angaben der türkischen Exportversammlung im Jahr 2017 voraussichtlich 28 Milliarden Dollar an Exporten im Automobilbereich erreichen. Deutschland gehört zu den wichtigsten Exportmärkten für die Türkei, wobei die Automobilausfuhren nach Deutschland im Jahr 2016 um 20 % auf insgesamt über 3,9 Mrd. USD anstiegen. Die Daten der Türkischen Exportversammlung (TIM) deuten auf ein signifikantes Wachstum des türkischen Automobilsektors in den letzten Jahren hin und weisen Deutschland als wichtigen Exportmarkt aus. Die Türkei, weltweit auf Platz 14. der Top-Automobilhersteller gelistet, produzierte 1.485.927 Einheiten im Jahr 2016 und steigt damit um drei Plätze im Vergleich zum Ranking aus 2014. Im Jahr 2017 beträgt die Gesamtproduktionskapazität für die Automobilhersteller in der Türkei 1,9 Millionen Einheiten. In Europa ist die Türkei der fünftgrößte Automobilproduzent und der führende Hersteller von Nutzfahrzeugen mit einem Anteil von 6,8 % an allen in der Region hergestellten Fahrzeugen. Darüber hinaus befindet sich das Land unter den Top 7-Produzenten von Personenkraftwagen in Europa. Die glänzende Position der Türkei in der Branche zeigt sich auch in der Entwicklung der Exporte, die 77 % der gesamten Automobilproduktion ausmachen. Das moderne Lieferantennetzwerk der Türkei besteht aus 4.000 exportierenden KMUs mit insgesamt 200.000 Mitarbeitern sowie rund 200 ausländischen Investoren, die im Jahr 2016 zu Exporten in Höhe von 9 Mrd. USD beitrugen. Im selben Jahr erreichte der Gesamtwert der Automobilexporte aus der Türkei, sowohl von türkischen Erstherstellern als auch von Zulieferern, 23,9 Mrd. Dollar (1.486.000 Produktionseinheiten; 1.141.000 Exporteinheiten). Im Jahr 2017 wird das türkische Exportwachstum in der Branche auf 28 Milliarden Dollar geschätzt (1.650.000 Produktionseinheiten; 1.350.000 Exporteinheiten)
Türkische Automobilexporte nach Deutschland und Europa
Die Türkei exportiert in 190 Länder, wobei 79 % ihrer gesamten Kfz-Ausfuhren in die 28 EU-Länder gehen. Deutschland gehört zu den wichtigsten Exportmärkten der Türkei, mit einem Anteil von 17 % an den weltweiten Gesamtexporten der Türkei. Weitere wichtige Exportmärkte sind Italien (12 %), Frankreich (10 %), Großbritannien (9 %), Spanien, Belgien, Slowenien, die Niederlande und Polen (31 %) sowie Nicht-EU-Länder wie die Vereinigten Staaten, die die restlichen 21 % des gesamten türkischen Exportanteils ausmachen.In den letzten Jahren hat die Türkei ihre Position im globalen Automobilsektor sowohl bei der Produktion als auch beim Export deutlich ausgebaut“, berichtet Ömer Burhanoğlu, Vorsitzender des TIM Automotive Sector Council und stellvertretender Vorsitzender der Uludağ Automotive Industry Exporters‘ Union (OIB). “Deutschland war in der Vergangenheit einer unserer wichtigsten Partner in der Branche und ist nach wie vor ein wichtiger Exportmarkt für die Türkei. Wir wollen 2017 und darüber hinaus dieses außergewöhnliche Wachstum steigern und den Marktzugang für deutsche und europäische Unternehmen weiter erleichtern“.
Türkische Automobilexporte nach Deutschland (Mio. USD)
2012 2013 2014 2015 2016 2017*
2.921 3.051 3.671 3.295 3.957 3.237
Quelle: Türkische Exportversammlung (TIM) *Januar- September
Türkische Automobilimporte aus Deutschland (Mio. USD)
2012 2013 2014 2015 2016 2017*
4.917 5.527 5.223 5.706 5.210 2.783
Quelle: Türkisches Statistikinstitut – HS Code 87 *Januar-August
Türkische Automobilexporte nach Deutschland aufgeteilt in Produktgruppen (Mio. USD)
2015 2016 16/15 Wachstum in. %
Personenkraftwagen 627.469.166 962.956.700 53
Fahrzeuge für den Warentransport 278.033.031 352.573.034 27
Automobilzulieferindustrie 2.095.329.610 2.244.026.553 7
Bus-Midibus-Minibus 269.834.472 306.850.927 14
Sattelzugmaschinen für Sattelauflieger 22.678.607 85.998.190 279
TOTAL 3.295.559.017 3.956.985.083 20
Quelle: Türkische Exportversammlung (TIM)
Über die türkische Exportversammlung (TIM)

Die 1993 gegründete Türkische Exportversammlung (TIM) mit Sitz in Istanbul vertritt 70.000 türkische Exporteure aus 26 verschiedenen Industrien, in denen Exportdaten geführt werden. Die Türkische Versammlung der Exporteure führt Außenhandelsgeschäfte durch und ist die Dachorganisation von 60 Exportverbänden in der gesamten Region und branchenweit, aufgeteilt in 13 verschiedene Untergruppen.

 

Polen
Lodz: Drei Deutsche VW-Mitarbeiter brutal zusammengeschlagen

Lodz (nex) – Die osteuropäischen Länder, allen voran Polen, werden in Deutschland unter AfD-Wählern und Pegida-Teilnehmern für ihre Haltung gegen muslimische Einwanderung hoch gelobt und als letzte europäische Bastion gegen eine vermeintliche „Invasion“ „unzivilisierter Wilder“ aus dem Süden gepriesen. In den Kommentarbereichen der sozialen Netzwerke fordern diese Gruppen ihre Mitmenschen immer wieder auf, muslimische Länder als Urlaubsorte zu boykottieren und stattdessen lieber das christliche und – aufgrund fehlender Flüchtlinge und Migration – „noch immer sichere“ Osteuropa als Reiseziel zu wählen. Eine Gruppe Deutscher musste in der polnischen Stadt Lodz südlich von Warschau allerdings nun schmerzlichst am eigenen Leibe erfahren, dass der in letzter Zeit erstarkende polnische Nationalismus auch vor weißen nichtmuslimischen Deutschen keinen Halt macht. Wie polnische Medien berichten, wurden am Samstagabend drei deutsche Männer von einer Gruppe Polen brutal angegriffen – angeblich nur, weil sie Deutsch gesprochen hätten. Ein Opfer sei im Gesicht so schwer verletzt worden, dass eine „komplizierte Gesichtsoperation“ nötig sei. Laut „Polskatimes“ (PT) arbeiten alle drei Opfer an einem Forschungsprojekt am Institut für Automobilverkehr in Warschau für den Volkswagen-Konzern und besuchten am Wochenende Lodz. Der Vorfall habe sich auf der berühmten Ulica Piotrkowska (Petrikauer) Straße ereignet. Die Petrikauer Straße ist mit über vier Kilometern eine der längsten Einkaufsstraßen Europas und bei Touristen sehr beliebt. „Angeblich ist die Ulica Piotrkowska ein touristisches Wahrzeichen von Lodz“, so Pawel, ein Bekannter der Opfer, gegenüber PT. Es habe vor dem Angriff keinen Streit oder ähnliches gegeben, sie seien nur aus dem Grund angegriffen worden weil sie Deutsch sprachen, berichtet die PT weiter. Ein Opfer sei mit einer Bierflasche im Gesicht getroffen worden und muss sich laut PT einer „komplizierten Operation“ unterziehen.

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Türkei
Türkische Lira nach Erdogan-Statement gestiegen

Ankara (nex) – Die Lira hat am gestrigen Montag nach den Äußerungen des türkischen Präsidenten zum Kapitaltransfer ins Ausland gegenüber dem Dollar Boden gutgemacht.

Der Dollar-Lira-Kurs, der im vergangenen Monat auf ein historisches Hoch von fast 4 Lira gestiegen war, fiel unter 3,90, nachdem Recep Tayyip Erdogan gestern erklärte, er habe nicht angeordnet, den Kapitaltransfer ins Ausland einzuschränken. Am heutigen Dienstag lag der Kurs sogar bei 3,86.

„Wir haben nichts gegen all diejenigen zu sagen, die zu Investitionszwecken Ressourcen ins Ausland transferieren, Exportchancen nutzen oder Handelsaktivitäten betreiben“, betonte er auf einer Konferenz in der Hauptstadt. „Ich spreche davon, dass unsere Geschäftsleute eine patriotische Haltung einnehmen sollten, wenn versucht wird, unser Land – zusätzlich zu anderen Angriffen – unter wirtschaftlichen Druck zu setzen“, sagte er. Erdogans hatte am Sonntag Geschäftsleute davor gewarnt, ihr Vermögen ins Ausland zu verlagern, und dies als einen „Verrat“ bezeichnet. „Ich höre Neuigkeiten, dass einige Geschäftsleute versuchen, ihre Vermögenswerte ins Ausland zu verlagern. Das ist Hochverrat“, hatte Erdogan erklärt, ohne dabei Namen oder andere Details zu erwähnen. In seiner gestrigen Rede unterstrich Erdogan auch, wie „stolz“ die Türkei auf die steigenden Investitionen ihrer Geschäftsleute im Ausland sei.

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