Türkei
„Kätzchen“ Ceylan Özgül flieht von Adnan Oktar-Anwesen

Istanbul (nex) – Eine Frau aus den Fernsehsendungen der umstrittenen TV-Persönlichkeit Adnan Oktar – außerhalb der Türkei auch besser bekannt als „Harun Yahya“ – teilte in den sozialen Medien mit, dass sie aus der Villa geflohen sei, in der sie mit Oktars Gefolgschaft gelebt hatte. Ceylan Özgül schrieb auf ihrem Instagram-Konto, dass sie während der gesamten Zeit, die sie auf Oktars Anwesen verbrachte, „isoliert“ gewesen sei. „Ist eine Person frei, wenn sie seit 20 Jahren nicht mehr in einem Lebensmittelladen war? Wenn sie nicht selbst Medikamente aus der Apotheke gekauft hat? Wenn sie nicht einmal weiß, wie eine türkische Lira aussieht, weil die Banknoten vor Jahren geändert wurden?“ so Özgül. https://www.instagram.com/p/BelZrsWgzXY/?hl=tr&taken-by=ceylan_ozgul2017 Özgül fügte hinzu, dass sie seit 20 Jahren nicht mehr über ihr eigenes Gewicht oder ihre Frisur entscheiden durfte. Allerdings wies ein anderes Mitglied der Bewegung Özgüls Anschuldigungen zurück und sagte, dass sie das Haus freiwillig verlassen habe. „Ceylan Özgül lebte 15 Jahre lang ein luxuriöses Leben. Sie trug die Kleidung teurer Marken, besaß hunderte von Jacken, Hosen und Schuhen und nahm an Feierlichkeiten in Herrenhäusern teil. In dem Video, das sie kürzlich veröffentlicht hat, ist sie in einem durchschnittlichen Haus und durchschnittlicher Kleidung zu sehen. Könnte sie nun einen  Groll gegen uns haben, weil sie das luxuriöse Leben nun verloren hat?“ fragte Tülay Kumaşçı. Sie beschuldigte Özgül zudem, ein „Spion für Großbritannien“ zu sein. Oktar ist in der Türkei sehr bekannt und eine umstrittene Persönlichkeit. Er diskutiert in einer Talkshow, die in seinem eigenen TV-Sender ausgestrahlt wird, über soziale und religiöse Fragen. Dabei umgibt er sich mit einer Gruppe weiblicher Assistentinnen – die er als seine „Kätzchen“ bezeichnet und die optisch aus der Playboy Mansion stammen könnten.
(Foto: Screenshot)
Oktar wird als „berüchtigtster Kultführer der Türkei“ bezeichnet und hat zahlreiche verschwörungstheoretische Bücher über Kreationismus und Freimaurerei geschrieben. Nur wenige Wochen vor Özgüls „Flucht“, am 6. Februar, verhängte der türkische Medienwächter, der Oberste Rat für Radio und Fernsehen (RTÜK) eine Geldstrafe gegen Oktars Fernsehsender A9.

Deutsche Lehnwörter aus dem Arabischen
Allahs Sonne leuchtete über dem Abendland

Von Peter Z. Ziegler  Im Jahre 1499 wurde auf Befehl des Erzbischofs Jiménez de Cisneros von Toledo auf dem Marktplatz von Granada ein Scheiterhaufen errichtet, um Bücher zur islamischen Theologie, Philosophie, Geschichtsschreibung und Naturwissenschaft zu verbrennen. Es wurde ausradiert, was die arabische Kultur und mit ihm der Islam geschaffen haben. Allah´s Sonne hatte aufgehört über dem Abendland zu scheinen. Der Slogan „Der Islam gehört nicht zu Europa“ ist zum Wahlspruch der europäischen Islamphobie geworden und in Deutschland besonders beliebt. Welcher angetrunkene Neonazi weiss schon, dass Alkohol ein Lehnwort aus dem Arabischen ist, ebenso wie seine (Bomber-) Jacke, die er trägt. Der Zucker im Kaffee von Frauke Petry ist ebenso arabischen Ursprungs wie die Matratze in ihrem Bett. Die AfD-Chefin ist promovierte Chemikerin – auch der Begriff Chemie kam über das Griechische, Spanische und Arabische nach Deutschland. Selbstverständlich hat auch Beatrix von Storch im Gymnasium Algebra gelernt und kann mit Algorithmen umgehen. Die Liste der arabischen Lehnwörter, die in das Deutsche eingingen ist ellenlang und nicht alle werden in Wikipedia aufgeführt. Ein unterhaltsames Buch des ägyptischen Germanisten Nabil Osman erschien 2010 als Neuauflage in der Beck’schen Reihe. Der Autor hat rund 500 deutsche Wörter arabischer Herkunft versammelt. Er weist ihre ursprüngliche arabische Bezeichnung nach, erläutert sie und erzählt ihre – oft abenteuerliche – Geschichte, eine Geschichte, die vieles von der Ausbreitung der arabischen Kultur – von Byzanz bis Spanien – zu berichten hat. Manche Wörter sind inzwischen aus unserem Sprachschatz verschwunden, andere blieben in literarischen Werken lebendig, etwa in Goethes „West-östlichem Diwan“, bei Rückert, Schlegel und Platon – und haben nicht selten über diese Dichtungen wieder Eingang in unsere Sprache gefunden. Es ist keineswegs so, dass Deutsche vor 1000 oder 500 Jahren regelmässig  interkulturellen Verkehr mit Arabern pflegten und bei diesen bilingualen Gesprächen rasch eben mal ein Wort die Sprachgrenze überschritt. Fast alle arabischen Wörter sind auf indirekten Wegen im Deutschen angekommen.  Fehlende geographische wie historische Gegebenheiten verhinderten einen nennenswerten unmittelbaren arabisch-deutschen Lehnwortaustausch. Auf verschlungenen und heute nicht mehr nachvollziehbarem Pfad reiste auch ein Wort zu uns, dass sogar die Lehnwörter Kabel, Jackeund Watte an äußerlicher Deutschheit noch übertrifft: Mütze erscheint jedem heute geradezu als kerndeutsch, weil es einen Umlaut hat. Und doch ist dieses Wort ein arabischer Einwanderer. Das Wort leitet sich her vom mittellateinischen almutia oder almucia, dem man die Herkunft aus Arabien noch deutlich anmerkt. Direkten Kontakt zum Arabischen gibt es in Deutschland heute durch die Migranten. Das Wort Jalla ist ein Beispiel für den Einfluss des Arabischen in jüngster Zeit. Es kam über das sogenannte Kiezdeutsch, das von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gesprochen wird, in die hiesige Jugendsprache. Die wichtigste Errungenschaft, die Europa von den Arabern erhielt, waren zweifellos die arabischen Zahlen. Die heutige Numerik, Mathematik und Algebra verwendet nach wie vor das arabische Ziffernsystem – inklusive der Null (die Einführung der Null war der Geniestreich schlechthin). Die Ehre der „Erfindung“ der ersten Zahlenschrift mit der Basis Zehn gehört Indien – und das schon vor ca. 1500 Jahren. Arabische Gelehrte haben durch wissenschaftliche Kontakte nach Indien die Zahlen in die arabischen Länder importiert. Arabische Gelehrte haben auch griechisches Wissen konserviert, das von fanatischen Christen zerstört worden ist. Doch Vorsicht: die arabischen Zahlen, die wir heute schreiben,  entsprechen nicht jenen, die traditionell in Ägypten und in Arabien zu lesen sind. Das arabische Reich teilte sich im 13. Jahrhundert in zwei Teile – der ostarabische Teil mit seinem Zentrum Bagdad und Damaskus und der westarabische Teil mit seinem kulturellen Zentrum in Cordoba. So nahmen auch die Zahlen zwei unterschiedliche Entwicklungen. Haben Reisende  Pech, dann hat sind die älteren Waggons der ägyptischen Staatsbahn mit ostarabischen Ziffern angeschrieben. Auch die Autokennzeichen in den meisten arabischen Ländern sind (noch) ostarabisch geschrieben. „Die Deutschen sind schwer von Begriff bei der Einführung der arabischen Zahlen“, beklagte einst der Augsburger Kaufmann Fugger, der diese aus Cordoba mitbrachte. „Sie sagen zu allen Ziffern obwohl doch nur die Null Siffr heisst und die anderen Zahlen „Figura“. So ist es bis heute geblieben. Im modernen Arabisch wird die 0 einer Telefonnummer in der Regel mit „Zero“ durchgegeben, aber auch ein Siffr wird verstanden. Fast schon zum Kalauer geworden ist der Hinweis an die islamphoben Europäer: Versucht doch einmal mit römischen Zahlen zu multiplizieren! Die Quelle des Wissens war einst das Kalifat von Córdoba, ein islamischer Staat auf dem Gebiet der Iberischen Halbinsel von 929 bis 1031. In dieser Zeit lebten ungefähr eine halbe Million Menschen in Córdoba, das damals eine der größten Städte der bekannten Welt war. 1236 wurde es im Rahmen der Reconquista von den christlichen Truppen für Kastilien erobert. Ebenso erging es dem Königreich Granada. Am 2. Januar 1492 kapitulierte der letzte muslimische Herrscher Muhammad XII. und übergab die Stadt an Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón, die so genannten „Katholischen Könige“. Damit war die Reconquista, die „Rückeroberung“ der iberischen Halbinsel für das Christentum, abgeschlossen. Gemäß einem Passus des dabei abgeschlossenen Vertrages durfte die maurische Bevölkerung in Granada einige Jahre ihre Religion frei ausüben, die Elite musste die Gegend verlassen und übersiedelte in das Gebiet des heutigen Marokko. Der Vertrag wurde schnell gebrochen, die spanischen Christen hielten nicht Wort. Die in Spanien verbliebenen Muslime, die so genannten Morisken, wehrten sich gegen den erlogenen Friedensschluss und die Unterdrückung (Verbot der Religionsausübung, Enteignung). Durch ihre neuen Herrscher wurden sie in den Jahren 1569–1571 erst in andere Teile der iberischen Halbinsel zwangsumgesiedelt und 1609–1611 nach Afrika vertrieben. Viele siedelten sich im heutigen Tunesien und Algerien an und prägten dort die Kultur. Granada verfiel zugleich in wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit wie zuvor schon Cordoba. Europa aber hat sein arabisches Erbe vergessen. Um den Titel eines Buches von Sigrun Hunke zu zitieren: Einige Jahrhunderte lang leuchtete Allah´s Sonne über dem Abendland.  

"Nachfahren der Osmanen"
Albanien: Restaurant nach Präsident Erdogan benannt

Durrës (nex) – Im Gegensatz zu Deutschland und anderen europäischen Ländern ist er anderswo beliebt wie noch nie: Im Balkan, im Nahen Osten, in zahlreichen afrikanischen Ländern, ja, selbst in fernen Gebieten wie Malaysia und Indonesien kann sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einer sehr großen Anhängerschaft erfreuen. In Umfragen erreicht er regelmäßig sensationelle Werte und wurde auch zum beliebtesten Politiker des Nahen Ostens gewählt.

Sympathisanten in Gaza (Archivfoto: AA)

Albanisches Restaurant bietet „Erdogan-Pizza“ an

In der albanischen Hafenstadt Durrës an der adriatischen Küste benannte sogar ein Unternehmer sein Restaurant nach dem türkischen Präsidenten.

„Es wäre mir eine Ehre, ihn als meinen Gast willkommen heißen zu dürfen“, so Marinel Balla, Besitzer des Restaurants, gegenüber NEX24. „Im Menü gibt es auch eine Pizza mit dem Namen Erdogan“, betont Balla. Tomatensauce, Pizzakäse, Sahnecreme, Pastirma (getrockneter Schinken), Champignons und Thunfisch seien die Zutaten dieser Spezialität. Er habe das Restaurant so genannt, weil er ein großer Freund Erdogans und der Türkei sei.


Das Restaurant „Recep Tayyip Erdogan“ in der Lagjia Nr. 13 ist seit der Eröffnung im Jahre 2015 bei den Einwohnern der Stadt sehr beliebt. Mittlerweile eröffnete Balla bereits ein zweites Restaurant und nannte es „Erdogan 2“.

„Der türkische Präsident Erdogan ist auf dem Balkan sehr beliebt. Die meisten Albaner und Bosnier sehen sich als Nachfahren der Osmanen“, so Ardian Shilloba, ein Gast, der extra aus 100 Kilometer Entfernung angereist ist. Er erwähnt den von der Türkei mitfinanzierten Bau der Großmoschee von Tirana.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Mai 2015 mit dem damaligen albanischen Präsidenten Bujar Nishani, dem türkischen Amtskollegen  Erdogan und dessen Frau Emine. Sie soll die größte Moschee des Balkans werden und auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern Platz für fast 5000 Gläubige bieten. Der Bau soll bis Ende 2018 vollendet sein.

Erdogans Fans in der Promi-Welt

Aber nicht nur unter der normalen Bevölkerung genießt der türkische Politiker eine hohe Popularität. Auch in der Welt der Prominenten hat er Sympathisanten.

In einem Interview mit der Express-Zeitung sagte die deutsche Schauspielerin Wilma Elles etwa, dass sie den in „Deutschland weitverbreiteten Hass auf Erdogan nicht nachvollziehen“ kann. „Ich bin der lebende Beweis, dass er die Deutschen letzten Endes doch mag“, so Elles lächelnd gegenüber der Zeitung.

US-Schauspielerin Lindsay Lohan lobt Erdogans Flüchtlingspolitik

US-Schauspielerin Lindsay Lohan lobte Erdogan nach einem Besuch eines syrischen Flüchtlingslagers in der Türkei dafür, dass er den Flüchtlingen „die Tore geöffnet“ habe und äußerte in einem Interview, wie es auch der türkische Präsident wiederholt getan hatte, Kritik an der Zusammensetzung der UNO, wo fünf mächtige Staaten die Weltpolitik gestalteten.

In einem Gespräch mit der türkischen Kolumnistin Hilal Kaplan brachte Lohan ihre Unterstützung für die Forderung aus Ankara zum Ausdruck, die Struktur des Sicherheitsrats im Sinne der Länder außerhalb dieser fünf ständigen Mitglieder zu ändern, um Ersteren mehr Gewicht bei internationalen Angelegenheiten zu verleihen.

Lohan bekräftigte ihre Unterstützung für Erdogans Slogan „Die Welt ist größer als die Fünf“ und erklärte, dass nicht fünf Staaten über das Schicksal von Millionen Menschen unterschiedlichen Glaubens und aus unterschiedlichen Kulturen entscheiden sollten. Dies sei ein problematisches System und sollte einer Prüfung unterzogen werden, so Lohan.

Social Media-Phänomen Jerome Jarre bitte Erdogan um Hilfe

Das Social Media-Phänomen Jerome Jarre, der zuvor gemeinsam mit der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines auch eine Hilfsaktion für Somalia gestartet hatte, wandte sich im November vergangenen Jahres mit einer weiteren Kampagne an Erdogan.

Jarre twitterte:

„Wir brauchen euch alle! Wir fordern Hilfe vom türkischen Präsidenten für unsere Arakan-Mission! Retweetet @RT_ERDOGAN! Nutzt auch den Hashtag #ErdoganHelpRohingya. Wenn wir ihn erreichen, wird unser Anliegen überall auf der Welt erhört. Wenn ein weltbekannter Staatsmann uns seine Unterstützung gibt, wird alles besser und schneller voranschreiten.“

Die Kampagne wurde von Love Army, einem Hilfsnetzwerk unter der Leitung von Jarre, in den sozialen Netzwerken gestartet und ging binnen kürzester Zeit viral. Zehntausende haben sich dem Aufruf angeschlossen und den türkischen Präsidenten für die verfolgten Rohingya-Muslime mit dem Hashtag #ErdoganHelpRohingya um Hilfe gebeten.

(pka)

Wissenschaft
Mit Nanoskopie Moleküle sichtbar machen

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Von Dr. Doğan D. Demircioğlu Nanoskopie? Nie gehört. Liegt sicherlich darin, dass diese hochauflösenden Mikroskope eine noch relativ junge Entwicklung sind. Mikroskope gehören zu den bahnbrechendsten Erfindungen der Neuzeit. Ohne diese Geräte wären zahlreiche Entdeckungen innerhalb der Biologie nicht möglich gewesen. Mit Hilfe der u.a. durch niederländische Linsenmacher Ende des 16. Jahrhunderts entwickelten ersten Lichtmikroskope, deren Linsen durch den ebenfalls niederländischen Naturforscher Antoni Van Leeuwenhoek stark verbessert wurden, konnten zum ersten Mal Einzeller (sogenannte Protozoen), aber auch Bakterien sichtbar gemacht und somit in die geheimnisvolle Welt des Mikrokosmos eingetaucht werden. Technisch gesehen machen Mikroskope nichts anderes als das Licht, welches sich seinen Weg durch ein Objekt bahnt, durch die spezielle Anordnung von diversen Linsen zu brechen und dadurch zu vergrößern. Wer mehr zu den physikalischen Prinzipien der Lichtmikroskope erfahren möchte, der kann dies sehr verständlich beschrieben hier nachlesen. Allerdings sind klassische Lichtmikroskope physikalischen Grenzen bezüglich der optischen Auflösung unterworfen, dem sogenannten Abbe-Limit. Dieses begrenzt die mögliche optische Auflösung eines klassischen Lichtmikroskops. Will man also zwei nebeneinander liegende Punkte als einzelne Punkte wahrnehmen, so dürfen diese nicht näher als die halbe Wellenlänge des genutzten Lichts zusammenliegen. Da blaues Licht mit einer Wellenlänge von 400 Nanometern (nm) die unterste Grenze des Lichtspektrums darstellt, welches wir wahrnehmen können, liegt das Abbe-Limit somit bei 200 nm. Das Überwinden dieser Grenze aber würde ungeahnte neue Erkenntnisse aus Gebieten wie der Zellbiologie oder Chemie liefern, wäre es doch dann möglich Moleküle in Echtzeit beobachten zu können. Genau dies hatten Forscher um Prof. Dr. Stefan Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und seine US-Kollegen Eric Betzig und William Moerner durch die Entwicklung des STED-Mikroskops möglich gemacht, wofür sie dann auch den Nobelpreis für Chemie im Jahre 2014 bekamen. Auflösungen bis zu 20 nm und live Bilder aus dem Inneren einer Zelle wurden nun möglich. Wie genau die fluoreszenz-basierte STED-Mikroskopie funktioniert veranschaulicht dieses sehr informative Video der Max-Planck-Gesellschaft. Im Prinzip sehr simpel: möchte man bestimmte Moleküle hochaufgelöst beobachten, so markiert man diese zuerst mit einem Fluoreszenz-Farbstoff, welcher an dieses Molekül bindet und bei Bestrahlung mit einem Laser in einer bestimmten Farbe aufleuchtet. Liegen die Moleküle nun jedoch sehr nah beieinander, so leuchten sie nun natürlich alle auf, was aber zu einem einzigen Lichtfleck führt und man nichts erkennt. Der Trick ist nun einige der Moleküle wieder auszuknipsen und somit die Intensität der noch übrig gebliebenen Moleküle zu senken und somit die Auflösung zu erhöhen. Erreicht wird dies durch einen zweiten, doghnut-förmigen Laser, sprich einem Laser, der ringförmig strahlt und die in der Mitte des Lasers befindlichen Moleküle unberührt, sprich angeknipst lässt. Ein geniales Prinzip. Dank Wissenschaftlern wie den zuvor genannten und vielen anderen, die Ihre Zeit in die Verbesserung der sogenannten Nanoskopie steckten, erlebte die Grundlagenforschung einen enormen Aufwind. Da Stillstand Wissenschaftlern fremd ist, ging auch die Entwicklung der Nanoskopie weiter. Mit dem MINFLUX getauften System, an dem ebenfalls Prof. Hell beteiligt ist, geht die Reise weiter in die Tiefen des Mikrokosmos, nun auf unfassbare 2.1 nm bzw. 1.2 nm Auflösung.

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CERN-Auftrag für türkische Maschinenbauer
 
 

Reisen
Türkei: Kirgisisches Dorf wird Touristenattraktion

Von Thomas Bernhard Kirgisen, die vor 36 Jahren aus dem Pamirplateau in Afghanistan in die Türkei migrierten und sich im Bezirk Erciş (Provinz Van) niederließen, bewahrten nicht nur ihre kirgisische Kultur, sondern starteten eine Initiative, um Interessierte, auch Touristen, über diese zu informieren und aufzuklären. In der Umgebung der Stadt Ulupamir errichtete die sogenannte „Kirgisische Gemeinschaft“, deren Angehörige vor über 35 Jahren aus Afghanistan in die Türkei migriert waren, ein großes Nomadenzelt, ein „han otağı“. Im und um das Nomadenzelt herum informieren die Kirgisen seit ca. einem Vierteljahr unter der Leitung von Kenan Aytaç von der „Kirgisische Gemeinschaft“ interessierte Menschen und auch jede Menge Touristen über kirgisische Gebräuche, Lebensgewohnheiten und Traditionen und zeigen auch Beispiele der außergewöhnlichen Reitkünste der Kirgisen. Bestandteil dieser Aktion ist auch eine Ausstellung von traditionellen Gebrauchsgegenständen, die auch schon teilweise vor über 2000 Jahren und Anwendung gefunden hatten.
(Beispielfoto: AA)
Diese Objekte sind jedoch keine historischen Funde, sondern wurden von Angehörigen der „Kirgisische Gemeinschaft in der Türkei“ neu angefertigt – allerdings, wie Aytaç betont, „alles in Handarbeit und „mit denselben Eigenschaften wie vor 2000 Jahren“. „Die Jurten, das Essen, die Matte am Boden, die Teppiche und alles andere haben eine entsprechende Bedeutung. Es sind Kunstgegenstände. Hier können wir eine Kultur, die vor über 2000 Jahren existierte, präsentieren. Unsere Vorfahren lebten so. Das ist unsere Geschichte und wir sind stolz auf unsere Wurzeln“, so Aytaç gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu (AA). Kenan Aytaç weiter: „Wir haben die 2000 Jahr alte kirgisisch-türkische Kultur wiederbelebt. Nun wollen wir über diese Tradition schrittweise das ganze Land informieren. Wir wollen zudem in naher Zukunft ähnliche Plätze in Erciş, Erzurum und Ardahan bauen.“ Das Projekt sei etwas, das den Kirgisen in der Türkei Selbstbewusstsein verleihe. Während das Projekt zur Information über die Inhalte und Gebräuche der kirgisischen Kultur unter den einheimischen Menschen in Van viele Interessierte anlockt, besuchen mit steigenden Temperaturen auch immer mehr Touristen die Aktion. Kein Wunder, hat es sich doch herumgesprochen, dass die kirgisische Gastfreundschaft und Willkommenskultur gegenüber Fremden der türkischen Mentalität sehr ähnlich sind.
(Foto: AA)
Vor einem Jahrhundert wanderten viele Kirgisen zunächst nach Afghanistan aus und in den späten 1970er Jahren von dort weiter in die Türkei. Heute gibt es eine kirgisische Gemeinde von 4000 ethnischen Kirgisen im Osten des Landes. Im Jahr 1983 gab die türkische Regierung ihnen Land in der Provinz Van am östlichen Ende des Landes. So wurde danach das Dorf Ulupamir gegründet.

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– Umsiedlung der Ahiska-Türken – Auf Wunsch Erdogans: Weitere Ahiska-Türken aus der Ukraine in der Türkei angekommen

„Unser Präsident hat bei seinem Ukrainebesuch im vergangenen Jahr Vereinbarungen zur Übersiedlung der Ahiska-Türken in die Türkei getroffen“, so der stellvertretende Gouverneur von Erzincan, Ahmet Türköz.

Auf Wunsch Erdogans: Weitere Ahiska-Türken aus der Ukraine in der Türkei angekommen

Studie
Mehr Frauen in der Führung machen eine Firma nicht sozialer

Berlin (dts) – Je mehr Frauen in die Chefetagen aufsteigen, desto härter und zielorientierter wird laut einer Untersuchung der internationalen Personalberatung Russell Reynolds Associates der Führungsstil im Unternehmen: Demnach nimmt der Fokus auf gute soziale Beziehungen in gemischten Führungsteams signifikant ab, berichtet die „Welt am Sonntag“. Das widerspricht der bisher herrschenden Meinung in der Diversity-Debatte: Danach werde mit dem Einzug weiblicher Chefs auch die Führung „weiblicher“, sprich sozialer und verantwortungsvoller. Der Auswertung von Tiefeninterviews mit über 4.300 internationalen Entscheidern zufolge ist das Gegenteil der Fall: Steige der Frauenanteil in Führungsgremien über die kritische Masse von 22 Prozent, breche der klassische Geschlechterstereotyp auf. Dann kümmerten sich Frauen stärker um ihre eigene Karriere und näherten sich in Sachen Durchsetzungskraft und Härte ihren männlichen Kollegen an. Die Fürsorge für andere und die Beziehungspflege dagegen nähmen messbar ab und das sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. „Dadurch wird die Managerwelt härter“, sagte Studienautor Joachim Bohner, Assessment-Experte von Russell Reynolds, der „Welt am Sonntag“. Dafür würden alle miteinander fokussierter, kämpferischer und damit auch erfolgreicher. „Frauen und Männer an der Spitze nähern sich dem Idealtypus des `General Managers` an“, so Bohner. Dieser Typus ist nach Ansicht der Personalberater am besten gerüstet für unsere dynamische Zeit, in der sich Märkte und Anforderungen an Unternehmen mit so rasanter Geschwindigkeit verändern wie nie zuvor.
(Foto: geralt)
(Foto: geralt)
„Dieser hat eine hohe Leistungsorientierung, gepaart mit der Kraft und der Fähigkeit, Menschen emotional mitzunehmen, scheut aber auch nicht vor härteren Entscheidungen zurück, wenn diese in Transformationsprozessen nötig sind.“ Für die Managerinnen in aller Welt sei die Überwindung der klassischen Geschlechterrollen „ein Befreiungsschlag“, so Bohner. „Sie können ihren Exotenstatus abschütteln und einfach nur Führungskräfte sein“, sagte der promovierte Psychologe. Frauen werde nicht mehr allein aufgebürdet, mit ihrer vermeintlich höheren emotionalen Intelligenz auch noch die sozialen Probleme in den Teams zu lösen. „Dadurch haben sie endlich gleiche Chancen, in ihrem eigentlichen Job erfolgreich zu sein, wie männliche Manager.“ Berater von Russell Reynolds haben anhand von 48 Dimensionen, etwa abstraktes Denken, menschliche Wärme oder Angstgefühl, sogenannte psychometrische Profile von Topmanagerinnen und Topmanagern aus 25 Ländern erstellt. Diese haben sie nach Ländern mit geringem, mittleren und hohen Anteil weiblicher Führungskräfte sortiert. Einmal in größerer Zahl in Top-Jobs angekommen, unterscheiden sich Männer und Frauen der Studie zufolge kaum mehr signifikant in ihren Charaktereigenschaften. „Dann werden die Persönlichkeitsunterschiede von Mensch zu Mensch wesentlich relevanter als die Unterschiede zwischen Mann und Frau“, erklärte Bohner.

Antiterroroffensive Olivenzweig
Erdogan an USA: „Ihr habt versucht, uns zu täuschen“

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Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte in seiner heutigen Rede die USA für ihre „Kooperation mit Terrorgruppen in Syrien“. Washington habe versucht die Türkei zu täuschen, so Erdogan.

„Wenn wir strategische Partner sind, dann werdet Ihr uns respektieren. Ihr habt versucht, uns zu täuschen“, sagte Erdogan bei einer Fraktionssitzung der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) in Ankara. Die USA habe 5.000 LKW-Ladungen mit Waffen an Terrorgruppen in Syrien geschickt, betonte Erdogan. „Wir wollten Waffen als Gegenleistung für Geld. Ihr habt uns diese nicht gegeben, aber  diese Waffen und Munition den Terrororganisationen kostenlos zur Verfügung gestellt“, so Erdogan. „Was für eine Partnerschaft ist das?“ fragte der türkische Präsident. Diese Tunnel und Waffendepots würden nun alle zerstört und die Waffen beschlagnahmt, so Erdogan. Ankara und Washington versuchen seit geräumiger Zeit eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten zu klären, vor allem die Zusammenarbeit der USA mit der kurdischen YPG, dem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK. Washington bewaffnete die YPG im Kampf gegen den IS (Daesh) und bezeichnete sie als „zuverlässigen Verbündeten“ Die Türkei hat entschieden gegen die Zusammenarbeit der USA mit der YPG protestiert und stets den Standpunkt vertreten, dass es sich um den syrischen Zweig der PKK handelt, einer auch von den USA und der EU als Terrorgruppe eingestuften Organisation. Auch der ehemalige CIA-Chef David Petraeus hatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr die YPG als „die Cousine der PKK“ bezeichnet. Menschenrechtsorganisationen wie die UN oder das Syrische Netzwerk für Menschenrechte (SNHR) haben in ihren Berichten dem PKK-Ableger Massaker und Gewalt gegen Frauen und Kinder vorgeworfen. Demnach hat die PYD Tausende Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, willkürlich verhaftet und Kinder zudem zwangsrekrutiert. Im Bericht des SNHR wird der YPG vorgeworfen, im Norden und Nordosten Syriens Massaker mit dem Ziel einer ethnischen Säuberung durchgeführt zu haben. Das SNHR berichtet von willkürlichen Verhaftungen und Vermisstenfällen, die bis heute noch nicht geklärt sind. Die mehr als drei Jahrzehnte währenden Terrorkampagne der PKK gegen die Türkei rund 40.000 Menschenleben gefordert, darunter auch Frauen und Kinder. Aus der Luft und vom Boden greift die Türkei und ihre syrischen Verbündeten, der Freien Syrischen Armee (FSA), seit dem 20. Januar diesen Jahres Stellungen der YPG/PKK im Norden Syriens an. Mit der “Operation Olivenzweig” wolle die Regierung in Ankara die Bewohner der Grenzregion von der “Unterdrückung durch Terroristen” befreien, erklärte der türkische Generalstab. Er berief sich auf das “Recht zur Selbstverteidigung”. Am frühen Sonntagmorgen übernahmen die türkischen Streitkräfte gemeinsam mit der FSA die vollständige Kontrolle über das Stadtzentrum von Afrin.

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– Antiterroroffensive Olivenzweig – Kurdischer Politiker: „Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden“

Laut dem Vorsitzenden der „Kurdische Zukunftsbewegung Syriens“ hat die PYD im Norden des Landes eine Baath-Regime-ähnliche Diktatur etabliert. Die PYD/YPG vertrete die Interessen der PKK und nicht die der Kurden, so der Aktivist.

Kurdischer Politiker: „Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden“
   

Wirtschaft
Deutsches Unternehmen zeigt Interesse an Fethullah Gülen-nahen Baufirmen

Istanbul (nex) – Ein namentlich nicht genanntes deutsches Unternehmen habe Interesse am Erwerb von zwei türkischen Bauunternehmen gezeigt. Wie die türkische Tageszeitung Hürriyet berichtet, handele es sich bei den Unternehmen um Dumankaya und Fi Yapi. Diese wurden nach dem vereitelten Putschversuch im Sommer 2016 aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu dem in den USA im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen beschlagnahmt und befinden sich seitdem unter der Verwaltung eines Staatsfonds. Muhiddin Gülal, Präsident des Türkischen Sparkassen- und Versicherungsfonds (TMSF), sagte gegenüber der Hürriyet, dass mit dem deutschen Unternehmen eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben worden sei und fügte hinzu, dass das Unternehmen „ernsthaftes Interesse“ an der Übernahme habe, ohne nähere Angaben zu machen. Etwa 985 Unternehmen mit mutmaßlichen Verbindungen zur sogenannten FETÖ seien momentan unter der Kontrolle des Staatsfonds. Diese Unternehmen verfügten über Vermögenswerte im Wert von fast 50 Milliarden Türkischer Lira (12,7 Milliarden Dollar) und beschäftigten fast 48.000 Mitarbeiter. Die türkische Regierung beschuldigt Gülen, für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich zu sein, im Zuge dessen am Staatsstreich beteiligte Soldaten Panzer und Kampfjets unter ihre Kontrolle gebracht, das Parlamentsgebäude bombardiert und versucht haben, den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu entführen oder zu töten. 248 Menschen kamen in der Putschnacht gewaltsam ums Leben, fast 2.200 wurden verletzt. Dem Prediger wird des Weiteren vorgeworfen, mit der Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.

Hasspostings
Landauer Tafel verurteilt Falschmeldung

Landau (nex) – Über 30.000 Mal wurde das Foto bereits auf Facebook geteilt und erntete viel Hass und fremdenfeindliche Kommentare. Das Foto zeigt einen Mercedes und eine kopftuchtragende Frau an dessen Tür sowie weitere Frauen mit Kopftüchern am Eingang zur Tafel. Die Überschrift: „Heute vor der Landauer Tafel. Läuft!“ Gepostet wurde das Foto von einem Marco Kurz, dieser hatte, wie die Tageszeitung Rheinpfalz berichtet,  nach der Tötung der 15-jährigen Mia die Demonstration des „Frauenbündnis Kandel“ und einen Schweigemarsch in Kandel angemeldet. Auch Vertreter der rechtsextremen Szene nahmen an dem Marsch teil. Das Foto soll anscheinend suggerieren, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund bei der Tafel versorgen, die darauf keinen Anspruch haben. Die Landauer Tafel hat sich in einer Stellungnahme zu dem Foto geäußert:
„Seit gestern wird ein Foto von der Landauer Tafel im Facebook verbreitet. Darauf wird in den folgenden Kommentaren ausländischen Mitbürgern unterstellt, die Hilfe der Tafel unberechtigterweise in Anspruch zu nehmen. Diese Aussage ist falsch! Mit dem abgebildeten Auto wird eine (deutsche) Rentnerin abgeholt, die den Weg zur Tafel nicht mehr allein zurücklegen kann. Hilfsbereite Nachbarn fahren sie dann mit ihren Autos zur Ausgabestelle. Dazu gehört auch diese muslimische Familie, die von uns selbst keine Lebensmittel bezieht. Das Foto führte zu einer Hetzkampagne gegen Ausländer und unterstellt uns als Tafelmitarbeiter, dass wir völlig ungeprüft Lebensmittel an alle, die zu uns kommen, ausgeben“.
Die Hilfsbedürftigkeit der einzelnen Empfänger werde sorgfältig geprüft. Um Lebensmittel zu erhalten, müsse jeder mindestens einmal im Jahr nachweisen, dass er bedürftig ist. Die Tafel bittet in ihrer Stellungnahme darum, diese Falschmeldung nicht weiter zu teilen und gemeinsam „aktiv gegen solche Verleumdungen vorzugehen“. „Der Hunger kennt keine Nationalität- bei uns bekommt jeder Hilfe, egal woher er kommt“, so die Tafel in der Stellungnahme weiter.    

Megaprojekt
Türkei: Deutsche Bank kofinanziert „weltlängste Hängebrücke“

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Istanbul (nex) – Neben den bisher fertiggestellten Megaprojekten der Türkei wie etwa dem Marmaray Tunnel in Istanbul, der Europa und Asien verbindet und im Oktober 2013 eröffnet wurde, oder die über dem Bosporus überspannte Yavuz-Sultan-Selim-Brücke hat sich ein weiteres Megaprojekt die Finanzierung über 2.83 Milliarden Dollar gesichert. Das im vergangenen Jahr begonnene Projekt Canakkale Brücke und Autobahn wird die Dardanellen überspannen und mit einer Spannweite von über zwei Kilometern die längste Hängebrücke der Welt sein. Wie das Unternehmen „Canakkale Otoyol“ am Freitag mitteilte, soll der Kredit mit einer fünfjährigen tilgungsfreien Zeit innerhalb von 15 Jahren zurückgezahlt werden. Insgesamt 24 Banken und Institutionen aus 10 Ländern, darunter auch die Deutsche Bank, gehören zu den Geldgebern. Institutionen aus Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Italien, China, Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait sind die weiteren Geldgeber des Konsortiums. 30 Prozent der Finanzierung, etwa 683 Mio Euro, werde die Türkei abdecken. Das sei ein Beweis für das Vertrauen anderer Länder gegenüber der Türkei, so der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in einer Rede am Sonntag. Der erste Spatenstich der im Bau befindlichen Brücke fand bereits am 18. März vergangenen Jahres unter Anwesenheit des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ministerpräsident Binali Yildirim sowie des südkoreanischen Ministers für Infrastruktur und Verkehr, Kang Ho-in, statt. Das Projekt soll die Fahrtzeit zwischen der Ägäisregion mit ihren Städten wie etwa der Millionenmetropole Izmir und Europa verkürzen und die Fahrt erleichtern. Als Fertigstellungsdatum wird das Jahr 2023 angegeben, der hundertste Jahrestag der Gründung der türkischen Republik.

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– Mega-Projekte – Istanbul: 500.000 Quadratmeter Messegelände am weltgrößten Flughafen geplant

Die Handelskammer Istanbul und der Neue Flughafen Istanbul verhandeln über den Bau eines 500 000 Quadratmeter großen Messegeländes in der Nähe des dritten Flughafens, der bei seiner Eröffnung im Jahr 2018 die Türkei voraussichtlich zu einem Luftfahrtdrehkreuz machen wird.

Istanbul: 500.000 Quadratmeter Messegelände am weltgrößten Flughafen geplant