Integration
Kommentar: „Wer Demokratie fordert, muss sich auch dafür einsetzen“

Demokratie fordern? Demokratie leben! In den letzten Monaten wurde uns das Dilemma der türkischen Community in Deutschland wieder vor Augen geführt. Die Diskriminierungen, rassistisch motivierte Handlungen, Diffamierungen und die Islamfeindlichkeit pflastern der Weg der Spalter und Hetzer. Allen voran die sogenannten Qualitätsmedien wie „Bild“, „Focus“, „Welt“ und „Spiegel“ haben sich teilw. durch ihre einseitige und manipulative Berichterstattung dabei einen unrühmlichen Namen gemacht. Investigativer Journalismus wird ersetzt durch Suggestiv – Journalismus! Der anschließende Reflex der türkischen oder islamischen Community weist oft den gleichen Charakter auf, der gekennzeichnet ist durch Erbostheit mit anschließenden Beleidigungen, die zuweilen auch in Hasstiraden enden. Die frage lautet: „Kommen wir damit nur unserem Ziel etwas näher?“ Es mag für das Individuum eine große Befriedigung sein, sich verbal gegen die Ungerechtigkeiten vor allem anonym in den sozialen Medien hervorzutun. Nur was hilft diese Vorgehensweise längerfristig der türkischen Gesellschaft? Die Meinungsbildung einer mündigen Zivilgesellschaft erfolgt u.a. durch die Medien, Politik und Personen in exponierten Positionen oder durch Sympathieträger in der Musik- und Unterhaltungsbranche. Bei näherer Betrachtung der Multiplikatoren, wird man unweigerlich feststellen können, dass die konservativ türkische Community prozentual deutlich unterrepräsentiert ist und dadurch an den wichtigen Meinungsbildungsprozessen maßgeblich nicht beteiligt ist. Wer in einer Demokratie lebt, darf nicht nur mehr Demokratie und Gerechtigkeit fordern, sondern muss sich auch dafür persönlich einsetzen! Einige türkische NGOs oder auch bekannte Privatpersonen, die in den sozialen Medien eine große Popularität genießen, können bei Veranstaltungen oder Demonstrationen leider nur wenige Hundert Teilnehmer begrüßen. Sorry, aber mit so wenigen Teilnehmern wird man sich sicherlich in der Mehrheitsgesellschaft kein Verhör verschaffen können und darf sich später nicht wundern, wenn der negative Rassismus vom Kindergarten bis zum Berufsleben, von der Wohnungssuche bis zu den Behörden Gängen latent oder offen grassiert. Jede Demokratie unterliegt einem dynamischen Prozess, den wir nur mitgestalten können, wenn der unbedingte Wille vorhanden ist und wir an der politischen Meinungsbildung partizipieren! Daher ist es unabdingbar, sich auf jeden Fall aktiv und nach Möglichkeit auch passiv an den diversen Wahlen in Deutschland zu beteiligen, sich in den NGOs zu engagieren und sein Gesicht für Gerechtigkeit zu zeigen. „Jede Stimme ist wichtig!“ Wer heute nicht zur Wahl geht und sein Menschenrecht nicht wahrnimmt, hat später nicht das Recht sich über den Alltagsrassismus und jegliche Formen von Diskriminierungen im Kindergarten, Schule oder Berufsleben zu beschweren. M. Teyfik Oezcan Freier Journalist  
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Ziel 2023
Nun gibt nach Erdogan auch Tesla-Chef Elon Musk sein Ziel für 2023 bekannt

Los Angeles (nex) – Wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, hat nun auch der US-amerikanische Milliardär und Unternehmer Elon Musk sein Ziel für 2023 bekannt gegeben. Musk will den japanischen Unternehmer Yusaku Maezawa im Jahr 2023 zum Mond schicken. Der 42-jährige soll der erste Weltraumtourist von Musks Firma SpaceX werden. Wie SpaceX-Chef Musk bei einer live übertragenen Rede im Hauptquartier der Firma in der Nähe von Los Angeles bekannt gab, werde der Flug mit einer Big-Falcon-Rakete, „wenn alles gut geht“, etwa eine Woche dauern und im Jahr 2023 stattfinden. Maezawa wird nicht alleine fliegen, sechs bis acht Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt sollen den Milliardär begleiten. Die namentlich noch nicht genannten Personen, ausgewählt aus einem Pool von Malern, Fotografen, Musikern, Filmregisseuren, Modedesignern und Architekten, müssten nichts für den Flug bezahlen. Die Reise soll sie zu einem Kunstprojekt inspirieren. „Seit ich ein Kind war, liebe ich den Mond“, sagte Maezawa. „Das ist mein lebenslanger Traum.“ Maezawa ist der Gründer von Zozotown, Japans größtem Online-Modezentrum. Sein Nettovermögen beträgt laut Forbes 2,9 Milliarden Dollar. Er ist ein begeisterter Kunstsammler und gab laut der US-amerikanischen Zeitschrift „The Atlantic“ 2016 80 Millionen Dollar für Gemälde von Jean-Michel Basquiat und Pablo Picasso aus, zwei Künstler, die er während der Veranstaltung am Montag als Inspirationen nannte. Treffen mit Erdogan  Erst im November vergangenen Jahres traf sich Tesla-Chef Musk mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara. Auch dieser hat eine Reihe von Großprojekten unter der Bezeichnung „Vizyon 2023“ für 2023 bekanntgegeben. Dazu gehören etwa ein eigener Kampfjet oder das Atomkraftwerk Akkuyu.  Türkisches E-Auto Nicht einmal eine Woche nach der Ankündigung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, ein eigenes Auto zu entwickeln, überraschte Musk im vergangenen Jahr mit einem Türkei-Besuch. Bei dem Treffen im Präsidialpalast in Ankara sei die bevorstehende Produktion des ersten türkischen Autos besprochen worden. Die Ankündigung des geplanten Fahrzeugs sorgte in Deutschland für Häme und Spott.        

Arbeitspolitik
Hubertus Heil: Bundesagentur für Arbeit soll Weiterbildungsagentur werden

Düsseldorf – Die Bundesagentur für Arbeit (BA) soll nach dem Willen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) langfristig zu einer Weiterbildungsagentur für alle Beschäftigten umgebaut werden. Das Qualifizierungschancengesetz, das er am Mittwoch dem Kabinett vorlege, sei dafür eine Grundlage, sagte der Minister der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Ich bin froh, dass wir mit diesem Gesetz einen ersten Schritt gehen, um von der Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung zu kommen“, sagte Heil der Redaktion. „Langfristig will ich die Bundesagentur für Arbeit zu einer Agentur für Arbeit und Qualifizierung weiterentwickeln“, so der SPD-Politiker. Das Gesetz sieht unter anderem vor, die Weiterbildungsangebote, die von der BA finanziert werden, auch für Beschäftigte zu öffnen. Bislang können nur Arbeitssuchende an den geförderten Programmen teilnehmen.

Treffen in Sotschi
UN-Sonderbeauftragter zu Erdogan-Putin-Treffen: „Endlich Hoffnung!“

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New York (nex) – Das Treffen zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem russischen Amtskollegen Vladimir Putin über Syrien sei „sehr wichtig“, sagte ein UN-Beamter am Montag. Der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stephane Dujarric, betonte, dass das Gespräch „positive“ Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung in Syriens nordwestlicher Provinz Idlib haben würde, da sie „einem großen Risiko“ ausgesetzt ist. Seine Bemerkungen kamen, nachdem die Türkei und Russland am Montag vereinbart hatten, Idlib in eine entmilitarisierte Zone zu verwandeln. Während deutschsprachige Medien noch heute von einer militärischen Konfrontation „Erdogans mit Russland“ titelten, haben Wladimir Putin und der türkische Präsident entschieden, ganze seit vielen Jahren vom Krieg geplagte Landstriche zu entmilitarisieren. „Wir haben uns auf die Einrichtung einer waffenfreien Zone zwischen den von der Opposition und dem Regime kontrollierten Gebieten geeinigt“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Putin in der Schwarzmeerküstenstadt Sotschi nach einem Treffen der beiden Staatschefs. Jan Egeland, Senior Advisor des UN-Sonderbeauftragten für Syrien, forderte am Montag die syrische Regierung und die bewaffnete Opposition auf, das Abkommen einzuhalten und kein Blutvergießen zu provozieren und humanitären Zugang zu gewähren. „Endlich Hoffnung für die drei Millionen syrischen Zivilisten in Idleb: Russland und die Türkei einigen sich auf einen Plan, der einen schrecklichen Krieg unter Vertriebenen verhindern kann“, schrieb Egeland auf Twitter.

Zum Thema

Sotschi: Erdogan und Putin entscheiden Entmilitarisierung von Teilen Syriens

"Humanitäre Krise verhindert"
Sotschi: Erdogan und Putin entscheiden Entmilitarisierung von Teilen Syriens

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Sotschi (nex) – Während deutschsprachige Medien noch heute von einer militärischen Konfrontation „Erdogans mit Russland“ titelten, haben Wladimir Putin und der türkische Präsident entschieden, ganze seit vielen Jahren vom Krieg geplagte Landstriche zu entmilitarisieren. „Wir haben uns auf die Einrichtung einer waffenfreien Zone zwischen den von der Opposition und dem Regime kontrollierten Gebieten geeinigt“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Putin in der Schwarzmeerküstenstadt Sotschi nach einem Treffen der beiden Staatschefs. „Die Einzelheiten zu diesem Thema werden in den folgenden Stunden mit der syrischen Seite abgestimmt“, sagte der russische Verteidigungsminister  Sergey Shoigu den Reportern nach dem Treffen zwischen Erdogan und Putin. Im Anschluss an das Treffen unterzeichneten Ankara und Moskau eine Absichtserklärung, in der die Stabilisierung der Situation in der Deeskalationszone Idlibs gefordert wird und in der Aggressionen verboten sind „Ich denke, dass wir mit diesem Memorandum eine große humanitäre Krise in Idlib verhindert haben“, betonte Erdogan. „Ich glaube, dass nicht nur unsere Region, sondern auch die Augen der ganzen Welt jetzt auf Sotschi gerichtet sind“, sagte Erdogan weiter und fügte hinzu, dass die Ergebnisse der Gespräche in Sotschi der Region neue Hoffnung bringen werden. Putin sagte, dass sich die entmilitarisierte Zone bis zum 15. Oktober zwischen 15 und 20 Kilometer tief in Idlib erstrecken wird. Er fügte hinzu, dass die Einrichtung der Zone mit dem Abzug von bewaffneten Gruppen, einschließlich der al-Nusra-Front, einhergehen würde. Erdogan seinerseits sagte, dass „Terrornester“ östlich des Euphratflusses die „größte“ Bedrohung für die Zukunft Syriens seien. Beziehungen zwischen der Türkei und Russland „entwickeln sich positiv“ Putin sagte, die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland „entwickeln sich positiv“. „Was den Handel betrifft, so wächst er stark. Unsere Beziehungen verbessern sich auch in Bezug auf die regionale Sicherheit“, fügte Putin hinzu. Erdogan wird von dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu, dem Minister für Energie und natürliche Ressourcen Fatih Donmez, dem Finanzminister Berat Albayrak, dem Verteidigungsminister Hulusi Akar, dem Handelsminister Ruhsar Pekcan, dem Leiter des Nationalen Nachrichtendienstes (MIT) Hakan Fidan, dem Präsidentensprecher Ibrahim Kalin und dem Kommunikationsdirektor der Präsidentschaft Fahrettin Altun begleitet. Zu der russischen Delegation gehören der russische Außenminister Sergej Lawrow, der Energieminister Alexander Nowak, der Verteidigungsminister Sergej Shoygu und der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland, Wirtschafts- und Energiefragen sowie regionale und internationale Fragen, insbesondere Syrien, gehörten zu den erwarteten Themen.

Rüstungsindustrie
Türkischer Kampfjet: Prototyp bis 2023 einsatzbereit

Samsun (nex) – Die Türkei wird möglicherweise sehr bald dem exklusiven Kreis der wenigen Länder, die Kampfflugzeuge der fünften Generation herstellen, beitreten. Geplant seien laut türkischem Verteidigungsministerium 200 Kampfjets. Der Testflug des Prototyps des ersten türkischen Kampfflugzeugs ist für 2023 geplant, so der Vizechef der türkischen Verteidigungsindustrie, Celal Sami Tüfekçi, bei einem Besuch des Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnologie UZAYTEM in Samsun am Montag. Die Türkei habe in den vergangenen 15 Jahren wichtige Erfolge verzeichnet und mache damit von sich reden, so Tüfekçi Der Preis eines Jets werde bei 100 Mio Dollar liegen, die Gesamtkosten der Entwicklung sollen 25 Milliarden US Dollar betragen. Im Gespräch mit den Medien in London im vergangenen Jahr sagte der damalige Verteidigungsminister Nurettin Canikli: „Wir werden alle Schritte so schnell wie möglich abschließen. Es wird keine Verzögerung geben. Canikli wollte kein genaues Datum nennen, das primäre Ziel sei es, das Kampfflugzeug bis zum Jahr 2023 einsatzbereit zu haben. Canikli betonte, dass viele Länder, darunter auch Großbritannien, im Rahmen des Projekts, technologische Unterstützung leisteten. Die Türkei werde für das Projekt nicht von einem einzigen Land oder Unternehmen abhängig sein, so Canikli. „Wenn man mit einem einzigen Unternehmen zusammenarbeitet, oder wenn man von einem einzigen Land abhängig ist, kann es in bestimmten Phasen des Projekts zu unterschiedlichen Problemen kommen“, fügte er hinzu. Die Entscheidung der Türkei, einen eigenen Kampfjet zu entwickeln, fiel bereits im Dezember 2010. Im August des darauffolgende Jahres erteilte das türkische Verteidigungsministerium dem staatseigenen Luft- und Raumfahrtkonzern mit Hauptsitz in Ankara TAI (TUSAŞ Aerospace Industries), den Auftrag zur Entwicklung eines heimischen Trainings- und Kampfjets. https://youtu.be/4usi3JLAuE8 Unternehmen der Türkei und Großbritanniens unterschrieben während eines Besuchs der britischen Premierministerin Theresa May in der türkischen Hauptstadt Ankara im Januar 2017 ein Rüstungsabkommen. Das britische Unternehmen BAE Systems und die türkische Waffenschmiede TAI würden eine neue Generation von türkischen Kampfflugzeugen im Rahmen des türkischen Rüstungsprojekts TF-X entwickeln, hieß es in einer Erklärung. „Dies ist der Beginn einer neuen intensiveren Handelsbeziehung mit der Türkei und wird voraussichtlich für die nächsten Jahrzehnte britische und türkische Arbeitsplätze sowie Wohlstand sichern“, so May in der Erklärung „Unsere Kooperation in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit ist gerechtfertigt und wichtig, da die Türkei ein wichtiger Nato-Partner ist“, habe eine Sprecherin der britischen Premierministerin erklärt. Ian King, CEO von BAE Systems, habe bekannt gegeben, dass das Abkommen die Fortsetzung der Arbeiten an Design und Entwicklung des Flugzeugs bestätige und „einen neuen aufregenden Schritt in den Beziehungen zwischen der Türkei und dem Vereinigten Königreich durch die Zusammenarbeit von BAE Systems und TAI darstellt.“

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Islam in Deutschland
Ditib Niedersachsen: „Wir können keine 08/15-Imame in unseren Moscheen akzeptieren“

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Osnabrück. Die beiden niedersächsischen Islamverbände waren nach eigenen Angaben nicht in den Vorstoß des niedersächsischen Wissenschaftsministers zur Imam-Ausbildung eingebunden. Schura: Sollten uns an einen Tisch setzen „Die Idee des Wissenschaftsministers beschreibt einen ersten Anfangsgedanken. Ich würde mir aber wünschen, dass man sich gemeinsam an einen Tisch setzt und darüber spricht“, sagte der Schura-Vorsitzende Recep Bilgen im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Grundsätzlich halte ich es für ein positives Signal, dass über die Imamausbildung nachgedacht wird. Wir müssen aber darüber diskutieren, wie das konkret aussehen kann.“ Ditib: Können keine 08/15-Imame akzeptieren Am Ende komme es darauf an, welchen Plan die Landesregierung ausarbeite, sagte der Vorsitzende des Ditib-Landesverbandes Niedersachsen und Bremen, Yilmaz Kilic. „Klar ist: Wir können keine 08/15-Imame in unseren Moscheen akzeptieren“, betonte Kilic. Die Weiterbildung eines Volltheologen zum Imam dauere in der Türkei drei Jahre. Voraussetzung sei eine Institution, die eine hochwertige Ausbildung leisten könne – analog zum katholischen Priesterseminar. Die Osnabrücker Universität hatte der Minister bereits eingebunden. Uni-Vizepräsidentin Martina Blasberg-Kuhnke warnte jedoch davor, dauerhaft Lehrer mit nur einem Fach ausbilden zu wollen. „Wir wollen nicht, dass der Eindruck entsteht, dass nun ein dauerhaftes Sondermodell geschaffen werden soll“, sagte Blasberg-Kuhnke der „NOZ“. „Im Moment sollten wir uns aber nach dem tatsächlichen Bedarf richten: Wir könnten einerseits gut und gerne 200 islamische Religionslehrer in Niedersachsen gebrauchen. Und andererseits hat jetzt schon der zweite Jahrgang den Studiengang Islamische Theologie abgeschlossen. Es ist sinnvoll, diesen Volltheologen eine Perspektive zu bieten.“ Der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hatte in der vergangenen Woche vorgeschlagen, Absolventen des Master-Studiengangs Islamische Theologie der Universität Osnabrück könnten künftig zur Hälfte in Moscheegemeinden und zur Hälfte an niedersächsischen Schulen eingesetzt werden.

Türkei
Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung vertraut türkischer Wirtschaft

Ankara (nex) – Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) glaubt an ein langfristiges Wachstum der Türkei, so der Geschäftsführer der Bank in der Türkei. Arvid Tuerkner betonte, dass die EBWE seit 2009 in der Türkei tätig ist und sagte, dass der türkische Markt der größte Investitionsstandort der EBWE sei. Die Türkei ist seit der Einstellung der Kreditvergabe an Russland im Jahre 2014 zum größten Investitionspartner der EBWE geworden. „Seit 2009 ist die Türkei wirklich eine Erfolgsgeschichte für die EBWE“, sagte Tuerkner der Nachrichtenagentur Anadolu. Er betonte, dass 96 Prozent der Investitionen der Bank in der Türkei im privaten Sektor getätigt werden. Die EBWE habe ein breites Investitionsprofil, mit einem besonderen Fokus auf Projekte in der Infrastruktur und Erneuerbare-Energien, sowie Unternehmen, die an der Herstellung und dem Export von Produkten beteiligt sind. „Wir haben seit 2009 insgesamt fast 11 Milliarden Euro (rund 12,8 Milliarden Dollar) in die Projekte in der Türkei investiert“, fügte er hinzu. Tuerkner erklärte, dass die EBWE eine nachfrageorientierte Organisation sei, und sagte angesichts der „Investitionsbereitschaft“ in der Türkei, dass die Bank immer bereit sei, die tragfähigen Projekte zu finanzieren. Er hob auch die Rolle der türkischen Banken und Finanzinstitute hervor, wenn es darum geht, KMU (kleine und mittlere Unternehmen) und Frauen in der Wirtschaft zur Finanzierung ihrer Projekte zu erreichen. In Bezug auf die jüngsten Schwankungen des Devisenmarktes im Land sagte Tuerkner, dass die EBWE an den türkischen Markt glaubt und unabhängig von den momentan schwierigen Umständen das Geschäft in der Türkei weiter führt. „Die aktuelle Periode ist für die Türkei schwierig, sie ist ein sehr volatiles Umfeld. Unabhängig davon bleibt die EBWE weiterhin offen für Geschäfte“, so Tuerkner Die EBWE hat ein Darlehen von 80 Mio. € (fast 94 Mio. $) für den Bau einer neuen 7,2 Kilometer langen U-Bahn-Linie in der türkischen Provinz Izmir bereitgestellt, sagte die Bank in einer Erklärung am Donnerstag. Zuvor hatte die Bank mehr als 55 Millionen Euro (mehr als 64 Millionen Dollar) für neue Fahrzeuge für die U-Bahn in Izmir und neue Autofähren bereitgestellt, um eine umweltfreundliche Alternative zu den belebten Straßen der Stadt zu unterstützen. Allein 2017 investierte die EBWE 1,6 Milliarden Euro (rund 1,8 Milliarden Dollar) in 51 Projekte im Land – fast ein Drittel dieser Mittel wurde in türkischer Lira bereitgestellt. Seit 2009 hat die EBWE fast 11 Milliarden Euro (rund 13 Milliarden Dollar) in die Türkei investiert – ein Top-Ziel für die Finanzierung der Bank.

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– Türkei – Trotz Währungskrise: Türkische Wirtschaft wächst um über fünf Prozent

Die türkische Wirtschaft überrascht Beobachter mit einem kräftigen Wachstum. Trotz Währungskrise legte das Bruttoinlandsprodukt auch im zweiten Quartal diesen Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent zu.

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Türkei
Xiaomi: Viertgrößter Smartphone-Hersteller der Welt eröffnet Mi Store in Istanbul

Istanbul (nex) – Chinas führender Gerätehersteller und der viertgrößte Smartphone-Hersteller der Welt Xiaomi hat am Freitag in Istanbul einen „Mi Store“ eröffnet, den ersten in der Türkei. Alle Investitionen sind für die Türkei wertvoll, sagte Onur Con – stellvertretender Generaldirektor von Evofone, Xiaomis Vertriebspartner in der Türkei – während der Eröffnungsfeier des Ladens gegenüber dem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Anadolu Agency. „Xiaomi überzeugt die Anwender mit seiner innovativen Perspektive und seinen preiswerten Produkten“, sagte Con. Über 160 Xiaomi-Produkte wie Smartphones, Zubehör, Computer und Heimgeräte werden in dem Geschäft in der Vadi Istanbul Mall verkauft. Mit der Eröffnung des Stores wurde das neue Smartphone Mi 8 von Xiaomi in der Türkei zum Verkauf angeboten. Der Name Mi Store wird für den autorisierten Shop der Marke verwendet. Evofone plant die Eröffnung neuer Filialen und Investitionen, um den Marktanteil von Xiaomi in der Türkei zu erhöhen. Xiaomi wurde 2010 gegründet und wurde bereits im Dezember 2013 kurzzeitig Marktführer bei Smartphones in China. Das Unternehmen produziert Smartphones, Zubehör, Laptops, Fernseher und Internetgeräte.  

Jahrestag der Menderes-Hinrichtung
Adnan Menderes vor Prostata-Untersuchung: „Ich schäme mich“

Dortmund (nex) – Morgen vor 57 Jahren wurde der damalige türkische Ministerpräsident Adnan Menderes, der bei den Wahlen von 1957 mit über 50 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt worden war, von der Militärdiktatur, die 1960 die Macht an sich gerissen hatte, hingerichtet. Nur wenige Stunden vor seiner Hinrichtung führte man an ihm eine – laut Menderes‘ damaligem Verteidiger Hüsamettin Cindoruk völlig unnötige – Prostatauntersuchung durch, um ihn, so Cindoruk weiter, „zu erniedrigen und ein weiteres Mal zu bestrafen“. „Der außergewöhnliche Staatsmann Adnan Menderes, der in der Entwicklung, dem Fortschritt und der Demokratisierung unseres Landes eine wichtige Rolle spielt, hat unauslöschbare Spuren in unserem politischen Leben und im Herzen unseres Volkes hinterlassen“, so der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede. Menderes war der neunte Ministerpräsident der Türkei, der infolge des blutigen Militärputsches im Jahr 1960 hingerichtet wurde. Menderes‘ Exekution wurde zu einem Symbol eines dunklen Abschnitts der Geschichte der Türkei. Er wurde nach dem Militärputsch vom 27. Mai 1960 zusammen mit allen Führungskräften der Demokratischen Partei (DP) festgenommen. Der Vorwurf lautete Verletzung der Verfassung und Veruntreuung von Staatsmitteln. Die Abgeordneten wurden vor ein Militärgericht auf Yassiada, einer der Prinzeninseln im Marmarameer, gestellt, die seitdem als ein Symbol der Trauer der türkischen Demokratie betrachtet wird. Das Gericht verurteilte am Ende des einjährigen Prozesses Menderes, Zorlu und Polatkan zum Tod durch den Strang. Das Urteil wurde auf der Insel Imrali im Marmarameer vollstreckt. Menderes hatte bei den allgemeinen Wahlen von 1957 mehr als 50 Prozent der Stimmen gewonnen, bevor er eingesperrt und vor das Gericht eines Militärregimes gestellt wurde, das seine Regierung gestürzt hatte. Viereinhalb Stunden vor der Vollstreckung des Todesurteils wurde Menderes von Ärzten untersucht. Kurz vor der Ausstellung des Attests, dass Menderes gesund sei und erhängt werden könne, schlug Dr. Sedat Tavat vor, die Prostata zu untersuchen. Menderes erwiderte, dass er sich geniere, doch ein weiterer Arzt forderte ihn auf, sich nach vorne zu beugen und führte die Untersuchung durch. Genau viereinhalb Stunden nach diesem Gespräch und der Untersuchung wird Adnan Menderes hingerichtet werden.
Dr. Tavat: „Wir haben etwas vergessen. Wir sollten die Prostata untersuchen.“ Menderes: „Wie bitte?“ Dr. Tavat: „Wir müssen die Prostatauntersuchung durchführen.“ Menderes: „Nein… Es ist alles in Ordnung…“ Dr. Tavat: „Aber das muss gemacht werden.“ Menderes: „Wie wird dies durchgeführt?“ Dr. Tavat: „Nun… mit einem Handschuh. Ist die Prostata geschwollen oder so?“ Menderes: „Bitte… Ich kann nicht…“ Dr. Tavat: „Erlauben Sie einmal, bitte, Ihnen wurde nämlich ein Blasenkatheter gelegt. Ziehen Sie die Hosen aus. Stellen Sie sich so an den Untersuchungstisch, ich bitte darum, bitte.“ Menderes: „Bitte… Ich schäme mich.“ Dr. Zeki: „Bücken Sie sich nach vorne, weiter, weiter, legen Sie die Hände auf den Untersuchungstisch…“
Die Prostatauntersuchung wird rektal durchgeführt Die bei Männern über 50 Jahre lebenswichtige Prostatauntersuchung wird vom Arzt digital-rektal, d. h. mit dem Finger vom Mastdarm aus, durchgeführt. Der Arzt streift sich dafür einen dünnen Untersuchungshandschuh über, trägt Gleitcreme auf seinen Finger auf und führt diesen ins Rektum ein. So kann er feststellen, ob eine gefährliche Vergrößerung oder Verhärtung besteht. Sollte dies der Fall sein, kann eine Blutuntersuchung, der so genannte PSA-Test, durchgeführt werden.