Frankfurt
Türke stirbt bei Rettungsversuch eines Obdachlosen

Frankfurt am Main (tp) – Ein 17-jähriger Hanauer Türke ist bei dem Versuch, einen auf die Gleise einer S-Bahnhaltestelle in Frankfurt am Main gefallenen Obdachlosen zusammen mit einem weiteren Mann aufzuheben, tödlich verletzt worden. Der Obdachlose sowie der zweite Mann wurden leicht verletzt. Wie die Polizei berichtet, hielten sich am Dienstagnachmittag an der S-Bahnstation Frankfurt/Ostendstraße drei Personen auf, darunter der 17-jährige Hanauer, ein 44-jähriger Obdachloser Kasache sowie ein weiterer 44-jähriger Inder, der ebenfalls wohnsitzlos sein soll. Kurz vor der Einfahrt der S-Bahn soll der Kasache unter Alkoholeinfluss ins Gleisbett gestürzt sein. Bei dem Versuch des 17-jährigen türkischen Jungen und des Inders, den gestürzten Mann wieder aufzurichten und vom Gleisbett wegzuheben, sei die S-Bahn eingefahren und habe alle drei Personen erfasst. Während der ins Gleisbett gestürzte Mann schwer verletzt, der andere Helfer leicht verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurden, konnten die Rettungskräfte beim 17-jährigen nur noch den Tod feststellen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der Lokführer sowie zwei Reisende erlitten einen Schock und mussten ebenfalls ärztlich behandelt werden.

Auch interessant

Reutlingen: Türke stoppt Macheten-Angreifer

Kommentar
Prof. Dr. Günther: Die westlichen Alliierten waren über die Vernichtung der Juden bestens informiert

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther In diesem Monat gab es zwei Daten, die Deutschland, Europa, ja die gesamte westliche Hemisphäre, unsere vielberufene Erinnerungskultur zu aktivieren veranlasst haben: Das Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und die Reichskristallnacht 1938. In dieser Erinnerungskultur ist Deutschland bekanntlich Weltmeister. Freilich, der Erste Weltkrieg, auch die gescheiterte Revolution von 1918 in Deutschland, sind – verständlicherweise – keine Daten, die in der offiziellen deutschen Erinnerungskultur eine Rolle spielen. Besser jedenfalls, als wenn in Italien bis heute der von den westlichen Alliierten geschaffene Mythos des guten Faschisten herrscht; die Werke Mussolinis in den Wohnzimmern so mancher bürgerlichen Familie stehen, und konsequenterweise nicht nur faschistische Wutbürger, sondern, wie es mir scheint, zumindest halb Italien Leute anderer Hautfarbe heute am liebsten ins Meer werden würde. Auf Deutschland komme ich noch zurück! Nur eines vorweg: Obwohl die Aufarbeitung des Nationalsozialismus heute bis zur billigen Geschichtsfälschung verkommen ist, die niemand mehr korrigiert, weil die Generation, die ihn erlebt hat, am Aussterben ist, trotzdem: Dass Deutschland nach den Verbrechen der Nazis zur Reflexion auf seine Vergangenheit gezwungen wurde, hat durchaus seine positive Seite. Bis heute fällt es den Deutschen immer noch etwas schwer, sich offen zu rassistischen Thesen und Verhaltensweisen zu bekennen, als anderen europäischen Ländern – jedenfalls denen, die ich kenne, und das sind sehr viele. Das ist gut so. Leider fehlt aber diese Vergangenheitsbewältigung vor allem im angelsächsischen Bereich völlig. Die Verbrechen des British Empire, der wohl kriminellsten Organisation der Weltgeschichte, werden bis heute unter den Tisch gekehrt. Kriegsverbrecher wie Churchill werden als Helden verehrt, die Ausrottung ganzer indigener Völker in den USA, Kanada, Australien wird ebenfalls vergessen: Jedenfalls wird nicht das geringste dafür getan, die hoffnungslose Situation der wenigen Überlebenden zu verbessern. Im neuen rassistischen Australien dürfen sie sich auch nicht selbst vertreten, sondern werden ausgerechnet von einem Mann vertreten, der meint, vor der weißen Einwanderung habe es dort nur „den Busch“ gegeben. Nichts täte der angelsächsischen Welt so gut, ebenso wie das nationalsozialistische Deutschland für seine Verbrechen bis zum Boden erniedrigt und zerstört zu werden. Das wäre der einzige – selbstverständlich völlig illusorische – Weg, zu verhindern, diese Verbrechen bis heute wie selbstverständlich fortzusetzen – so wie dies alle amerikanischen Präsidenten und fast alle britischen Premierminister von Truman und Attlee bis May und Trump getan haben und tun. Und so will ich einmal mit einem besonders bezeichnenden neueren Beispiel für Vergangenheitsbewältigung in einem Land beginnen, das nicht im Zentrum der Erinnerungskulturindustrie steht. Neulich hat der kanadische Premierminister Justin Trudeau – einer der strahlenden, jugendlichen, liberalen Hoffnungsträger des Westens – in einer Rede eine in der Tat, wie er selbst betonte, längst überfällige Entschuldigung Kanadas für seinen Antisemitismus während der Nazikatastrophe ausgesprochen: Es hieß damals: „Null Juden sind bereits zu viele“, und so hat Kanada bekanntlich ein Flüchtlingsschiff zurückgeschickt und damit die Ermordung von Hunderten von Juden begünstigt. Eine analoge Entschuldigung wäre im Übrigen für die USA und fast ganz Europa angebracht: Kaum irgendwo wollte man die aus Deutschland vertriebenen Juden bedingungslos aufnehmen, kaum irgendwo hat man – außer auf privater Ebene – Juden zu retten versucht. Die westlichen Alliierten waren über die Vernichtung der Juden bestens informiert. Sie haben Sie bewusst verschwiegen und mit voller Absicht nichts dagegen getan. So angebracht und verdienstlich Trudeaus Entschuldigung ist, so perfide ist die politische Instrumentalisierung, die er nachgeschoben hat: Er hat die Verurteilung des kanadischen Antisemitismus der Vergangenheit mit einer Verurteilung der BDS-Bewegung verbunden, seine Verbundenheit mit Israel zum Ausdruck gebracht und so getan, als sei die BDS-Bewegung die heutige Form des Antisemitismus – bis zu der abstrusen Behauptung, jüdische Studenten fühlten sich an kanadischen Universitäten unwohl, weil sie von BDS-Anhängern angefeindet würden. Wer heute die wahren Antisemiten sind, das zeigt der Pittsburgh-Anschlag zur Genüge. Diese perverse Instrumentalisierung diskreditiert Trudeau und zeigt die Hypokrisie und Verlogenheit seiner Entschuldigung mit aller wünschenswerten Deutlichkeit. Auf derartige Entschuldigungen können die Opfer des Holocaust verzichten. Sie sind eine Beleidigung. Zudem ist präzise die hier zum Ausdruck kommende Gleichsetzung von jüdisch und zionistisch ein wichtiger Grund, warum Antisemitismus immer noch verbreiteter ist, als es sonst der Fall wäre. Die Zionisten okkupieren jüdische Identität. Die nicht zionistisch gesonnenen Juden werden systematisch aus der Öffentlichkeit verdrängt und diffamiert. Deshalb sprechen viele heute fälschlicherweise von einer jüdischen Lobby, die angeblich die Medien oder die westliche Politik beherrscht. Es gibt keine jüdische Lobby; es gibt keine Organisation, die heute die Juden vertritt. Juden sind nicht Zionisten. Ich bezweifle, dass die Mehrheit der Juden außerhalb Israels Zionisten sind, gewiss befürworten sie nicht die Gewaltpolitik Israels. Meine jüdischen Freunde lehnen sie ab. Juden, die aus dem Holocaust gelernt haben, gerade auch Überlebende der Todeslager, verurteilen offen, dass Israelis heute wie ein Spiegelbild der Nazis agieren. Ebenso tun es echte religiöse Juden. Der Zionismus ist eine ursprünglich areligiöse Bewegung. Erst heute hat er auch eine Anhängerschaft, die die jüdische Religion in erschreckender Weise pervertiert. Religiöse Juden haben in ihrer langen Geschichte der Verfolgung nie Gewalt angewendet. Religiöse Juden verabscheuen Verbrechen gegen andere Menschen auch heute und gehen gegen Israel auf die Straße. Nochmals: Es gibt keine jüdische Lobby. Es gibt nur eine zionistische Lobby, eine Israellobby, die die jüdische Identität in illegitimer Weise beschlagnahmt. Die beherrscht zwar nicht die Welt, aber sie ist einflussreich. Sie kauft rückgratlose Politiker wie Trudeau, die es sich bequem machen und ihr Fähnchen nach dem Wind drehen. Das ist nichts als verächtlich. Im Grunde genommen kann man die Gesinnung, die aus Trudeaus Rede spricht auch daran sehen, dass er die notorische britische Poppy am Revers trägt. Sie ist eine Erinnerung an die Gefallenen der britischen Armee. Der Armee des British Empires, insgesamt einer Verbrecherarmee, verantwortlich für Massenmord und die Verbrechen des Kolonialismus, in und auch noch nach den Weltkriegen, verantwortlich für die Verbrechen an Irland und vielen Ländern der Dritten Welt, einer Verbrecherarmee, die bis heute für Massenmord im Irak, in Afghanistan, Libyen, im Jemen etc. verantwortlich ist. In beiden Weltkriegen hat die britische (wie die französische, im Ersten Weltkrieg auch die deutsche) Armee grauenhafte rassistische Verbrechen in Afrika und Asien begangen. Die Verbrechen an den Kolonien schon im Ersten Weltkrieg waren der erste Stein, der zum Ende des Kolonialismus führte. Dazu haben Engländer und Franzosen schamlos Soldaten aus ihren Kolonien rekrutiert, sie für die Interessen ihrer Kolonialherren sterben lassen – um sie danach wieder als die Untermenschen von zuvor zu behandeln. Davon spricht bei diesen Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs niemand. Nein, in England gibt es Muslime, selbst Imame, die pervers genug sind, sich dazu überreden zu lassen, sich stolz an das „Opfer“ ihrer Vorfahren für Großbritannien in den Weltkriegen zu erinnern und eine „Poppy“ zu tragen. Aber vielleicht glauben sie, so würden weniger Briten zum Dank Moscheen beschmieren, muslimische Frauen angreifen oder in die Menge von Moscheebesuchern fahren. Nun, statt an Frankreichs Verbrechen in seinen Kolonien im Ersten Weltkrieg und noch bis in die jüngere Vergangenheit zu erinnern, hat der französische Präsident Macron bei seiner Feier zum Kriegsende des Ersten Weltkriegs den wieder aufflammenden Nationalismus gegeißelt. Die angeblich 73 Jahre Frieden in Europa verdankt man ja bekanntlich dem Verschwinden des Nationalismus zugunsten der europäischen Einheit, die in der EU ihren krönenden Abschluss fand. Als ihren Verteidiger gegen den Zerfall, den man seit einiger Zeit beobachten muss, sieht sich der selbstbewusste französische Jüngling – und hier weiß er sich auch der „Grand Dame“ bzw. Grande Mère‘ Europas Angela Merkel verbunden. Und wenn Kohl und Mitterand es beim Händchenhalten belassen haben, dann kann sich ein echter französischer Mann jetzt besonders symbolträchtig geradezu an Angela kuscheln. Vergessen hat Herr Macron freilich, dass wohl in Europa von 1945 bis 1989 kein regelrechter Krieg stattfand – nicht wegen der Eindämmung des Nationalismus, sondern weil er aufgrund des atomaren Gleichgewichts USA – Sowjetunion unmöglich war -, dass Frankreich aber nicht nur in Indochina, sondern auch in Algerien, das man geradezu als Teil Frankreichs betrachtete, in einen Krieg verwickelt war, wie er schmutziger nicht hätte sein können. Vergessen hat er auch, dass der große Architekt der deutsch-französischen Freundschaft Charles de Gaulle, den er gegenüber unzufriedenen Rentnern gerne zitiert, von der „grande nation“ und einem Europa der Vaterländer gesprochen hatte. Herr Macron unterscheidet zwar Patriotismus von Nationalismus; nur, er hat für Nationalismus keine andere Definition parat als die: Nationalisten sind diejenigen, die Macrons, „Vision“ von Europa nicht zustimmen. Und 73 Jahre Frieden auch nur in Europa? Nun, kaum war die Sowjetunion gefallen, fing in Jugoslawien ein schmutziger, höchst blutiger Krieg an, wo die EU fanatischen Nationalismus, der das Land zerschlug, kräftig unterstützte und selbst mit mörderischer, völkerrechtswidriger Gewalt eingegriffen hat. Vor allem aber tut Herr Macron so, als bedrohe heute neu erwachender Nationalismus das vereinte Europa einfach so, ohne jeden Anlass. Europa ist gescheitert, weil das richtige und notwendige Projekt Europa von unfähigen Politikern verspielt wurde. Europa startete auf dem falschen Fuß. Die Gründung der Europäischen Währungsunion fiel in eine Zeit, als gerade Deutschland den Sozialstaat begonnen hatte zu zerstören. Die völlige Zerstörung ließ nicht lange auf sich warten, und so wurde das vereinte Europa nicht ein Europa sozialer Harmonie, sondern ein Europa des Finanzkapitals. Anstatt die politisch – wirtschaftliche Integration der Kernstaaten voranzutreiben, hat man die EU auf Griechenland und Osteuropa erweitert, somit Staaten mit anderen Voraussetzungen und Interessen aufgenommen und zugleich das Angebot Russlands zur Zusammenarbeit ausgeschlagen. Warum, muss ich wohl nicht sagen. Durch die NATO-Osterweiterung wurde Europa schließlich zur Appendix der amerikanischen Hegemonialpolitik. Heute bedient Europa die nationalistische Politik aus Ressentiments von Ländern wie Polen, Litauen, Lettland und stachelt selbst in der Ukraine einen perversen russlandfeindlichen Nationalismus an. Der Ex-Bankier Herr Macron ist der letzte Politiker, der für dieses sozial und politisch gescheiterte Europa ein Konzept hat. Er hat nicht einmal eines für Frankreich, kaum mehr als 20% der Franzosen wollen ihn noch. Deshalb muss er sich seine Argumente durch Geschichtsklitterung auf Erinnerungsfeiern zusammenklauben. Das ist auch Erinnerungskultur – auf unterstem Niveau. Das alles ist so verheerend, weil es uns in Europa tatsächlich guttäte, uns an unsere Geschichte zu erinnern. Deutschland wurde zur Reflexion auf seine beschämende Nazivergangenheit gezwungen. Im Gegensatz zu den ignoranten Behauptungen vieler heute, die den Nationalsozialismus – ich möchte fast sagen: aufgrund des Fluchs der späten Geburt – nicht erlebt haben (oder als Bürger der DDR tatsächlich nichts aufgearbeitet haben, wie einer unserer prominentesten selbstberufenen Vergangenheitsbewältiger neueren Datums), hat nach dem Krieg eine Verarbeitung der Vergangenheit stattgefunden: Ich habe in meiner großen Familie und ihrem enormen Freundeskreis erlebt, dass niemand versucht hat, sich mit billigen Sprüchen herauszureden. Keiner sich wohlgefühlt hat, dabei gewesen zu sein. Jeder sich gefragt hat, hätte ich mehr wissen, anders handeln können, sollen. Damals war es noch selbstverständlich, zu glauben, dass Deutschland nie wieder Krieg führen dürfe. Die Wiederbewaffnung wurde immer wieder infrage gestellt. Und wenn sie überhaupt bejaht wurde, dann war es selbstverständlich, dass sie nur zur Landesverteidigung im engsten Sinne erlaubt war. Wer heute deutsche Auslandseinsätze infrage stellt, ist ein naiver Gutmensch! Allerdings war diese Aufarbeitung doch in einem Punkte faul, weil politisch instrumentalisiert. Die Lehre aus dem rassistischen Massenmord an Juden kann nicht sein: Sei nett zu Juden, kritisiere nur keine Juden, Juden dürfen alles, auch morden, weil sie ja so gelitten haben. Das Gedenken an den Holocaust wurde von Anfang an von den Zionisten für Israels Verbrechen instrumentalisiert. Hitlers rassistischer Massenmord war aber im Grunde nur die perverse Spitze des rassistischen Massenmords Europas und seiner Appendix Amerika an anderen Rassen über Jahrhunderte. Das besondere des nationalsozialistischen Massenmordes an den Juden war, dass hier das, was seit eh und je fern von Europa an Menschen verübt wurde, die man aufgrund ihres offenkundig so anderen Aussehens leicht für Untermenschen oder Tiere ansehen konnte, nun mitten in Europa an Menschen verübt wurde, die Teil der europäischen Gesellschaft und Kultur waren und denen niemand an der Nase ansah, dass sie anders waren als wir. Das hat zu Recht die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg so zutiefst schockiert – nicht freilich, wie gesagt, die Politik, die es längst vorher wusste und der es völlig gleichgültig war. Was die Vernichtung der Juden somit Europa hätte lehren sollen, ist, dass Rassismus ein für alle mal geächtet werden muss, dass mithin Kolonialismus ein Verbrechen ist. Stattdessen wurde sie missbraucht, den postkolonialen Staat Israel zu rechtfertigen und so seinen unvermeidlicherweise damit einhergehenden Rassismus. Charles de Gaulle hat das von Anfang an gesehen. An den katastrophalen Folgen dieser Politik leidet die Welt noch heute. Sie steht im Kontext der niemals vollzogenen Verarbeitung des europäischen Kolonialismus durch England, Frankreich und andere, des nie bewältigten Völkermords an den Wurzeln der USA, Kanadas und Australiens. Das rassistisch-koloniale Erbe wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nahtlos fortgesetzt, und so lebt es fort bis heute. Ja, Europa und die USA haben noch nicht einmal ihrem Antisemitismus verarbeitet. Er lebt nur als dumpfes unreflektiertes Gefühl der Scham, das sich die Zionisten zunutze machen. Mit dem Zionismus hat eine Gruppe von Juden jüdische Identität okkupiert und sich die Mentalität der Nazis angeeignet. So sind an die Stelle der Juden als Opfer die Muslime getreten, denn sie sollen die Zeche des europäischen Antisemitismus und des Holocaust bezahlen. Diese Schieflage reflektiert in der europäischen Erinnerungskultur niemand und wird auch nie jemand reflektieren, und so zeigt unsere viel gepriesene Erinnerungskultur wieder einmal nur eines: Das Einzige, was man aus der Geschichte lernen kann, ist, dass der Mensch nie aus ihr lernt. Angesichts des scham- und maßlosen Massenmordes unserer Zeit wird das immer unerträglicher. Was wir seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erleben, vor allem was wir heute erleben, ist eine Explosion von Barbarei und Gewalt, die alles übertrifft, was die Welt je gesehen hat. Der Teil der Welt, der dem Massenmord des Westens und manch anderen Staates, jetzt besonders auch Chinas zum Opfer fällt, weiß es allein, der Westen ignoriert ihn und begräbt ihn unter hohlen Phrasen. Ich glaube, das heutige China hat einen Grad von Verrohung und Bestialität erreicht, dass es ihn noch nicht einmal zu ignorieren braucht: Massenmord und Ausrottung nicht nur von Menschen, sondern DES Menschen sind heute eine Selbstverständlichkeit geworden.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Auch interessant

– The Lost Requiem – Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Während sich heutzutage in kürzester Zeit Tausende Polen mobilisieren lassen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren, und dieses von AfD-Wählern in Deutschland gefeiert wird, waren im zweiten Weltkrieg Hunderttausende polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran herzlich willkommen geheißen worden.


Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

Gesundheit
Voll gestillte Babys brauchen keinen Tee

0
Baierbrunn – In den ersten Lebensmonaten brauchen Eltern auch einem kranken Baby noch keinen Tee anzubieten. „Rhein theoretisch können Babys tatsächlich von Anfang an auch Tee trinken. Notwendig ist das aber nicht“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. „Voll gestillte Säuglinge brauchen, selbst wenn sie krank sind, meist nur Muttermilch.“ Generell benötigt ein gestilltes Baby erst zusätzliche Flüssigkeit, wenn der dritte Brei eingeführt ist – etwa aber dem siebten Lebensmonat. Dann kann man ab und zu Tee geben. Je nach Sorte lindert er auch manche Beschwerden. Babys Favorit ist mit seinem leicht süßlichen Geschmack Fencheltee. „Er wirkt bei Blähungen und Bauchweh beruhigend“, sagt Babara Absolon, Apothekerin aus Deggendorf. Fenchelsamen enthalten ätherische Öle, die die Luftbläschen im Magen-Darm-Bereich auflösen. „Allerdings entfalten sie ihre Wirkung nur, wenn man die Samen vor dem Aufguss leicht andrückt, damit sich die Ölkammern öffnen.“ Auch Kamillen- oder Anistee kommen in Frage. Die Wirkstoffe der Kamille sind entzündungshemmend und beruhigen den Magen-Darm-Trakt. Anis löst festsitzenden Hustenschleim, lindert Blähungen und Krämpfe bei Bauchschmerzen. Dagegen sind Schwarz- und Grüntee sowie Tee mit Aromastoffen nichts für Babys.

Brunnen für Afrika
Khabib Nurmagomedovs Kindheitstraum: Menschen in Afrika helfen

Lagos (nex) – „Ich bin sehr beeindruckt von Khabib Nurmagomedov, weil er es zu seiner obersten Priorität gemacht hat, nach Nigeria zu reisen und dort Wasserbrunnen zu bauen. Jeder kann sagen, dass er will, dass die Welt besser wird, aber es braucht einen besonderen Menschen, damit diese Veränderung bei ihm beginnt. Wenn wir die Dinge in dieser Welt verbessern wollen, ist die einzige Person, die wir verändern müssen, wir selbst.“, so der US-amerikanische MMA-Kämpfer Rashad Evans auf seinem Instagram-Account. Im Ring lehrt UFC-Leichtgewichtschampion Khabib Nurmagomedov seinen Gegnern das Fürchten und weist mit 27 zu 0 einen eindrucksvollen Kampfrekord auf. Im privaten Leben hat der 30-jährige gläubige Muslim jedoch ein großes Herz und befindet sich momentan im afrikanischen Nigeria, um die dort sehr benötigten Wasserbrunnen bauen zu lassen. Es sei schon immer sein Kindheitstraum gewesen, den Menschen in Afrika zu helfen und er habe stets darum gebetet, dass Gott ihm diese Möglichkeit gibt. „Elhamdulillah, er hat auf meine Gebete geantwortet“, schreibt der Kämpfer auf Instagram. Nurmagomedov hatte am 6. Oktober den mit Spannung erwarteten Kampf gegen den Iren Conor McGregor bei der UFC 229 deutlich gewonnen und bleibt weiter ungeschlagen. Der Russe aus der autonomen russischen Republik Daghestan dominierte den Kampf über vier Runden und siegte schließlich verdient. Im Anschluss kam es jedoch zu unschönen Szenen. Nurmagomedow sprang direkt nach Kampfende über den Zaun und griff das Team des Iren an. Der Russe entschuldigte sein Verhalten im Nachhinein und nannte Beleidigungen gegen ihn und seine Familie als Grund des Ausrasters. Treffen mit Erdogan Im Oktober traf der dagestanische Kämpfer bei der Eröffnung des neuen Flughafens in Istanbul den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Auch interessant

– Hunger in Ostafrika – Türkischer Präsident Erdogan ruft zur Hilfsaktion gegen Hungersnot in Afrika auf

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat am gestrigen Samstag in einer Tweetreihe zur Teilnahme an der Hilfsaktion des Türkischen Roten Halbmondes für die von Dürre und Hunger bedrohten Menschen in Ostafrika aufgerufen.

Türkischer Präsident Erdogan ruft zur Hilfsaktion gegen Hungersnot in Afrika auf

TV-Tipp
„Saat des Terrors“: Die dunkle Seite der Geheimdienste

Pakistan, 2008. Jana Wagner ist für den BND in Islamabad im Einsatz. In enger Zusammenarbeit mit der amerikanischen DEA (Drug Enforcement Administration) ist Jana zuständig für den Kampf gegen die Drogengeschäfte, mit denen die islamistischen Terrorgruppen von Pakistan aus ihre Aktivitäten in Afghanistan und anderen Ländern finanzieren.

Als der gut vernetzte James Logan Davies, ein Informant Janas und ihres amerikanischen Kollegen Stephen Walker, von einem großen bevorstehenden Drogendeal in Lahore erzählt, kontaktieren sie gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Thomas Günther und den amerikanischen Kollegen Oberst Baqri vom ISI (Inter-Services-Intelligence, pakistanischer Militär-Geheimdienst), der offiziell im Kampf gegen Al Quaida und deren Geschäfte an der Seite des Westens steht.

Doch statt die Drogenkuriere festzunehmen und den westlichen Geheimdiensten zu überstellen, lässt der ISI sie exekutieren. Jana ist außer sich – und ihr Misstrauen Baqri gegenüber ist geweckt. Der sucht zwar ihre Nähe und verweist auf seine Ausbildung in Deutschland. Aber er macht auch deutlich, dass das Misstrauen gegenseitig ist. Solange die Pakistaner vom Westen in der Terrorabwehr gebraucht werden, sind sie willkommene Gesprächs- und Geschäftspartner. Sobald die akute Gefahr abgewendet ist oder die Politik andere Schwerpunkte hat, werden sie wieder fallengelassen.

Der Doppelagent

Jana ist beunruhigt und kann diese Unruhe nur mit dem Sicherheitsbeauftragten Nicholas Krüber teilen, dem sie uneingeschränkt vertraut. James Logan Davies‘ pakistanische Ehefrau Lamia vertraut ihr an, dass ihr Mann ein Doppelagent sei, der seine Arbeit für die westlichen Geheimdienste dazu nutzt, ungehindert im Auftrag der Terrororganisation Laschkar-e Taiba Anschlagsziele in Mumbai auszukundschaften. Jana glaubt Lamia Davies und will ihr helfen, in den Westen zu fliehen.

Aber im Gegensatz zu Nicholas und ihrem einheimischen Übersetzer Tariq Usmani will ihr Chef Thomas Günther nichts von dem Verdacht hören. Er hält das Ganze eher für eine Falle. Und als Jana herausfindet, dass Davies auch für den CIA arbeitet, untersagt Günther ihr strikt, weiterzuforschen. Was wiederum Jana zu denken gibt: Wer hält seine schützende Hand über James Logan Davies? Und warum? Alles was sie über seine Aktivitäten herausfindet bestärkt sie in dem Verdacht, dass Davies tatsächlich ein Doppelagent ist und dass Anschläge in Mumbai unmittelbar bevorstehen.

Zwischen den Fronten

Es ist offensichtlich, dass es Interessen gibt, über die niemand mit ihr reden will und die vermutlich vom CIA gesteuert werden. Inzwischen hält Jana es auch für möglich, dass drohende Anschläge wegen dieser Interessen nicht verhindert werden. Als die Systeme des BND für ihre Recherche über Davies gesperrt werden, kann sie nicht locker lassen.

Sie nimmt offiziell Urlaub und folgt Davies heimlich nach Mumbai, beobachtet und fotografiert, wie er Plätze und Orte auskundschaftet. Aber ihr privater Einsatz bleibt nicht geheim. Nicht nur Davies bemerkt sie, auch der indische Geheimdienst nimmt Kontakt auf. Jana gibt nichts preis, verspricht aber zukünftige Informationen. Zurück in Pakistan greift der ISI sie auf. Jana ist zwischen alle Fronten geraten.

Ihrem Chef Thomas Günther ist ihr Ausflug ebenfalls nicht verborgen geblieben. Die pakistanische Regierung hat sich über Jana beschwert. Doch sie erhält eine Chance: Bei einer Lagebesprechung mit den Amerikanern kann sie ihre Bedenken offen darlegen. Der vorsitzende Geheimdienstler hat ihre These vom Doppelagenten und den drohenden Anschlägen gerade energisch niedergebügelt, als eine Bombe in dem Hotel hochgeht, die Nicholas Krüger das Leben kostet.

Ein Anschlag der Taliban, betont Oberst Baqri, die ihre Taktik zunehmend auf westliche Ziele verlegen. Jana sieht sich auf tragische Weise bestätigt und greift zu einem außergewöhnlichen Mittel: Mit Hilfe von Übersetzer Tariq als Mittelsmann informiert sie den indischen Geheimdienst. Vergeblich. Noch bevor ihr Kontaktmann etwas unternehmen kann, wird er getötet und Jana selbst der Spionage für die Taliban beschuldigt. Sie wird ausgewiesen. Sie ist gerade dabei das Land zu verlassen, als die Nachricht von einer schrecklichen Anschlagserie in Mumbai sich auf der ganzen Welt verbreitet.

Das Erste:“Saat des Terrors“ – Themenabend über die dunkle Seite der Geheimdienste am Mittwoch, 21. November, ab 20:15 Uhr

Die Rolle der Geheimdienste bei der Globalisierung des Terrors durch ihre Einflussnahme auf Terrorzellen ist so problematisch wie umstritten. Terror ist ein Geschäftsmodell und Hebel für politischen Einfluss und Relevanz und reicht vom Hindukusch bis in unsere Gesellschaft hinein. Daniel Harrichs aufwendig inszenierter und prominent besetzter investigativer Fernsehfilm „Saat des Terrors“ (SWR, ARD Degeto, BR, RBB, SR) thematisiert die Arbeitsweise der Geheimdienste und beleuchtet die komplexen Verkettungen des globalisierten Terrors zwischen Pakistan, Indien, Europa und den USA. „Saat des Terrors“ ist ein Politthriller über eine deutsche BND-Agentin, die in Pakistan herausfindet, dass Anschläge in Mumbai unmittelbar bevorstehen. Bei dem Versuch, diese Anschläge in letzter Sekunde zu vereiteln, muss sie erfahren, dass ihre Anstrengungen von unterschiedlichsten Nachrichtendiensten hintertrieben werden. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten. In den Hauptrollen spielen Christiane Paul, Axel Milberg, Heiner Lauterbach, Navid Negahban. Im Anschluss an den Fernsehfilm „Saat des Terrors“ folgt die Dokumentation „Spur des Terrors“ (SWR, Redaktion: Thomas Reutter). Autor Daniel Harrich erzählt darin die Geschichte des US-Geheimagenten David Coleman Headley, der unter den Augen der westlichen Geheimdienste zum islamistischen Doppelagenten und Terror-Mastermind wurde. Dabei hinterfragt der investigative Filmemacher die Rolle der westlichen Geheimdienste, auch des BND: Welche Verantwortung tragen unsere Dienste am Aufbau der Terrorzellen in Pakistan, die später Anschläge in Europa verübten? Exklusive Interviews mit Augenzeugen und Geheimdienst-Mitarbeitern sowie Video- und Gerichtsdokumente belegen fatale Fehler der Nachrichtendienste. „Saat des Terrors“ ist eine Produktion der diwafilm im Auftrag von SWR, ARD Degeto, BR, RBB, SR für Das Erste. Regie: Daniel Harrich, Buch: Gert Heidenreich und Daniel Harrich. Die Redaktion liegt bei Manfred Hattendorf (SWR, federführend), Christine Strobl (ARD Degeto), Claudia Gladziejewski (BR), Verena Veihl (RBB) und Andrea Etspüler (SR).

Auch interessant

– Terrorismus – US-Wissenschaftler: „Ausländische Besatzung ist der Auslöser für Selbstmordterrorismus“

In seinem Buch, Cutting the Fuse: The Explosion of Global Suicide Terrorism and How to Stop It (University of Chicago Press, 2010), argumentiert der US-Politikwissenschaftler Robert A. Pape und sein Co-Autor James K. Feldman, dass die ausländische militärische Übernahme einen Anstieg der Selbstmordattentate im Irak geschürt habe und nicht religiöser Extremismus.

US-Wissenschaftler: „Ausländische Besatzung ist der Auslöser für Selbstmordterrorismus“
 

Israel
Aus Protest gegen Waffenruhe: Israelischer Verteidigungsminister Lieberman tritt zurück

0
Tel Aviv (nex) – Aus Protest gegen die Waffenruhe im Gaza-Streifen ist der israelische Verteidigungsminister Lieberman zurückgetreten. Die Vereinbarung von Ministerpräsident Netanjahu mit den Palästinensern bezeichnete Lieberman als eine „Kapitulation vor dem Terror“. „Ich bin hier, um offiziell meinen Rücktritt als Verteidigungsminister bekannt zu geben“, kündigte er am Mittwoch an. „Was gestern geschah – die Vereinbarung mit der Hamas – ist eine Kapitulation vor dem Terror; es gibt keine andere Interpretation“, sagte Lieberman. „Was wir jetzt als Land tun, ist, kurzfristige Ruhe auf Kosten unserer langfristigen Sicherheit zu kaufen“, sagte er. Die israelische Armee hatte gestern die Bombardierung des Gazastreifen eingestellt. Die Waffenruhe war unter anderem von Ägypten vermittelt worden. Lieberman kritisierte die israelischen Regierung in der Palästinenserfrage scharf als zu „lasch“. Lieberman ist Vorsitzender der nationalistischen Partei Israel Beitenu. Israelischen Medienberichten zufolge könnte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorübergehend auch das Amt das Verteidigungsministeriums übernehmen.    

Türkisch-Chinesische Beziehungen
Justizministerien: China und Türkei beschließen Stärkung der Zusammenarbeit

Peking (nex) – Die türkischen und chinesischen Justizminister unterzeichneten am heutigen Mittwoch eine Vereinbarung zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ministerien. Der türkische Justizminister Abdulhamit Gül befindet sich zur Zeit in Peking und unterzeichnete die Absichtserklärung mit seinem chinesischen Amtskollegen Fu Zhengua. Das Treffen sei erfolgreich gewesen, sagte Gül den Reportern. Man habe sich über gegenwärtige Probleme von beiden Ländern ausgetauscht. „Wir sprachen sehr offen über die Zusammenarbeit in den Rechtsfragen beider Länder. Es ist uns ein Anliegen, unsere Probleme in diesen Fragen zu lösen und die Zusammenarbeit weiter zu stärken“, fügte Gül hinzu. Der Dialog zwischen der Türkei und China habe sich durch die Treffen und einen regelmäßigen Austausch zwischen den Staats- und Regierungschefs beider Länder verstärkt, was zu einer Zusammenarbeit in Wirtschaft, Handel und Politik sowie in der Justiz geführt habe. In diesem jährlich stattfindenden Kongress werden sich, wie jedes Jahr, Beamte aus beiden Ländern treffen, um rechtliche Probleme und die weitere Zusammenarbeit zu diskutieren, Er fügte hinzu, dass acht türkische Staatsanwälte und Richter an der Pekinger Universität für öffentliche Sicherheit eine chinesische Sprachausbildung erhielten. Es sei sehr wichtig, sowohl das türkische als auch das chinesische Rechtssystem zu kennen, so Gül. (aa)

Zum Thema

– Währungspolitik – Kampf gegen den Dollar: China und Türkei vereinbaren Währungsabkommen

Eine Währungsaustauschvereinbarung zwischen den Zentralbanken der Türkei und Chinas soll die Bedeutung der lokalen Währungen gegenüber dem Dollar stärken. Die Notenbanken der beiden Länder haben Ende November ein Swap-Geschäft im Umfang von 450 Mio. TL abgeschlossen.

Kampf gegen den Dollar: China und Türkei vereinbaren Währungsabkommen
 

Türkei
Saudischer Offizieller zum Khashoggi-Mord: Nur jemand unter Heroin würde so etwas tun

Ankara (nex) – Ein Vertreter des saudischen Geheimdienstes habe geschockt reagiert, als er die Audioaufzeichnungen des Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi gehört habe, sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag gegenüber Reportern. Erdogan bezeichnete den Inhalt als „Katastrophe“ und forderte die saudischen Behörden auf, konkrete Maßnahmen gegen die Mörder zu ergreifen. „Alle, die gefragt haben, konnten sich die Aufzeichnungen dieses Mordes anhören. Unsere Geheimdienstorganisation hat nichts verschwiegen. Neben Saudi-Arabien hörten sich die Vereinigten Staaten, Frankreich, Kanada, Deutschland und Großbritannien diese Aufnahme an. Der Inhalt ist eine echte Katastrophe, sogar der Geheimdienst-Offizier der Saudis war schockiert, als er die Aufnahme hörte“, so Erdogan weiter. „Dieser Mann benutzt vielleicht Heroin, nur jemand unter  dem Einfluss von Heroin würde so etwas tun“, zitierte Erdogan den saudischen Offiziellen.
Auf eine Anschlussfrage über die Reaktion des saudischen Geheimdienst-Offiziers wiederholte Erdogan, dass dieser schockiert war, als er die Aufnahme hörte. „Ja, der Mann war schockiert, als er es hörte. Es gibt eine solche Realität in dieser Hinsicht. Trotz dieser Tatsachen gibt es immer noch Leute, die sich bemühen, die Fakten zu verzerren“, so Erdogan.
Erdogans Äußerungen zu den Aufnahmen weichen stark von der Stellungnahme Riads zu den Geschehnissen, die zum Tod Khashoggis führten, ab. Der Kolumnist der Washington Post wurde demnach kurz nach seinem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul erdrosselt. Der „New York Times“ zufolge ist auf der Aufnahme ein Mann zu hören, der einem Gesprächspartner am Telefon sagt, er solle seinem „Chef sagen“, dass der Auftrag ausgeführt wurde. Der Name des Chefs wird zwar nicht erwähnt, doch gehen laut der Zeitung US-Geheimdienstvertreter davon aus, dass es sich dabei um den saudischen Thronfolger Kronprinz Mohammed bin Salman handelt.

Zum Thema

– Fall Khashoggi – Interview: Khashoggi sah in der Türkei ein neues Osmanisches Reich

Jamal Khashoggi, der Berichten zufolge im saudischen Konsulat in Istanbul getötet wurde, betrachtete die Türkei als ein Schlüsselland für einen neuen Nahen Osten.

Interview: Khashoggi sah in der Türkei ein neues Osmanisches Reich
   

Gesundheitspolitik
Lauterbach: Digitales Rezept muss so schnell wie möglich kommen

0
Osnabrück – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich hinter den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Einführung „digitaler Rezepte“ gestellt und fordert eine rasche Umsetzung. „Wir sollten den Gesetzentwurf beschleunigen. Das ,digitale Rezept‘ muss so schnell wie möglich kommen“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Die Hürden für die Verschreibung von Rezepten nach telemedizinischer Beratung müssen fallen.“ Eine entsprechende Reform „wird die Versorgung von Patienten gerade im ländlichen Raum enorm verbessern“, ergänzte der Arzt und SPD-Vizefraktionschef. Er hoffe, dass der Gesetzentwurf schon in den nächsten Wochen in den Bundestag eingebracht werden könne, sagte Lauterbach. Eine Einführung des „digitalen Rezeptes“ bis 2020 sei „realistisch“ und müsse gelingen. Die SPD werde „keine Verzögerungen in Kauf nehmen“, so Lauterbach. „Digitale Rezepte werden die medizinische Versorgung verbessern und können die Kosten senken.“ Die Befürchtung, durch eine Ausweitung ärztlicher Beratungen per Video-Telefonie würden direkte Kontakte zwischen Ärzten und Patienten ersetzt, wies Lauterbach zurück. „Dort, wo Telemedizin bereits angewandt wird, ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: Telemedizin verhindert, dass gar kein Kontakt mehr stattfindet“, sagte Lauterbach. Deutschland sei weltweit das Land mit den häufigsten Arztkontakten. Auch der Sorge, dass durch „digitale Rezepte“ Patientendaten in die falschen Hände geraten können, trat Lauterbach entgegen. „Es hat lange gedauert, bis in der Telemedizin für ausreichenden Datenschutz gesorgt wurde. Das nun gefundene Konzept ist dafür aber auch besonders sicher.“

"Paten in Deutschland"
Nach politischem Druck: TV-Sender stoppt Doku über Armenier-Mafia in Deutschland

Halle (tp) – Mittwochabend wollte der Mitteldeutsche Rundfunk MDR eine TV-Dokumentation über das Netzwerk der armenische Mafia in Deutschland senden. Dazu kam es kurz vor Ausstrahlungstermin nicht. Der armenische Botschafter lies über den Berliner Landgericht eine einstweilige Verfügung erwirken, stoppte die Ausstrahlung der Dokumentation  „Paten in Deutschland“, die in Zusammenarbeit mit dem Spiegel entstanden war und über dessen Thema Anfang November erstmals berichtet wurde. Laut MDR habe der armenische Botschafter zuvor mit einer Unterlassungserklärung versucht, die Ausstrahlung der Dokumentation zu verhindern. Als das jedoch nicht gefruchtet habe, soll man die einstweilige Verfügung erwirkt haben. Der MDR und der Spiegel müssen jetzt die gerichtliche Verfügung beachten, sind gezwungen, die Ausstrahlung vorerst zu unterlassen. Anfang November hatten der MDR und der Spiegel in einer Zusammenarbeit erstmals über armenische Mafiastrukturen in Deutschland berichtet, deren mutmaßliche Kontakte bis in höchste diplomatische Kreise Armeniens reichen sollen. Der derzeitige armenische Botschafter soll offenbar auch verwickelt sein, stand den Recherchen des MDR und Spiegel zufolge bereits vor zehn Jahren unter Verdacht, in internationale Schleuseraktivitäten verwickelt gewesen zu sein. Gegen ihn wurde jedoch ergebnislos wegen des Vorwurfs der Geldwäsche ermittelt. Dem Bericht zufolge gelten die armenischen Mafiastrukturen als besonders brutal und sollen landesweit wirken. Ausserdem soll die armenische Mafia auch mit der mächtigsten Verbrecherorganisationen der Welt, der Vereinigung der kalabrischen Mafia `Ndrangheta zusammenarbeiten.

Auch interessant

– Geschichte – Erdogan: Türkei hat die Verantwortung, „Schmerz der armenischen Mitbürger zu teilen“

Die Türkei hat die Verantwortung, den Schmerz der armenischen Mitbürger wegen der „Ereignisse von 1915“ zu teilen, heißt es in einer vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterschriebenen Erklärung.

Erdogan: Türkei hat die Verantwortung, „Schmerz der armenischen Mitbürger zu teilen“