Türkei
SU-57: Türkei droht mit Kauf russischer Kampfjets

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Ankara (nex) – Wenn die Vereinigten Staaten sich weigern sollten, die F-35 Kampfjets an die Türkei zu liefern, werde Ankara einen Ersatz finden müssen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch. „Es gibt die F-35, aber es gibt auch Flugzeuge, die in Russland hergestellt werden. Wenn wir keine F-35 kaufen können, wird die Türkei ähnliche Flugzeuge aus anderen Ländern kaufen. Und das wird so lange so fortgeführt, bis wir mit der Produktion unserer eigenen Kampfjets der fünften Generation beginnen“, zitiert der türkische Nachrichtensender NTV Cavusoglu. Washington teilte in der vergangenen Woche mit, die geplante Auslieferung der F-35.Kampfjets an die Türkei vorerst zu stoppen. Solange Ankara nicht auf den Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 verzichte, würden die Auslieferungen und Aktivitäten rund um die F-35-Jets zunächst ausgesetzt, so das US-Verteidigungsministerium. „Die Lieferung der S-400 beginnt im Juli. Das System wird installiert und bis Oktober aktiviert“, sagte Ismail Demir, Präsident der türkischen Rüstungsindustrie, dem NTV. Niemand könne von der Türkei verlangen, auf den Erwerb zu verzichten, sagte auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Dies sei das Hoheitsrecht des Landes. Ankara entschied sich für das russische System, nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen angekündigt hatte. „Das ist ein richtiger und notwendiger Schritt gegenüber einem NATO-Partner, der mehr und mehr außer Kontrolle gerät“, sagte die damalige Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) mit Bezug auf das Vorgehen der türkischen Armee gegen die Terrororganisation PKK. Linken-Politikerin Sevim Dagdelen forderte damals zudem einen „sofortigen Stopp der deutschen Waffenausfuhr in die Türkei“. Die Bundeswehr war sei 2013 in der südtürkischen Stadt Kahramanmaras stationiert.

Zum Thema

– Rüstungsindustrie – Türkischer Kampfjet: Prototyp bis 2023 einsatzbereit

Die Türkei wird möglicherweise sehr bald dem exklusiven Kreis der wenigen Länder, die Kampfflugzeuge der fünften Generation herstellen, beitreten. Geplant seien laut türkischem Verteidigungsministerium 200 Kampfjets.

Türkischer Kampfjet: Prototyp bis 2023 einsatzbereit
   

Fußball
Razzien gegen kriminelle Hooligans

Berlin – Mit umfangreichen Hausdurchsuchungen ist die Polizei am frühen Mittwochmorgen in vier Bundesländern gegen rechtsextreme Hooligans vorgegangen. Im brandenburgischen Cottbus, in Frankfurt (Oder), in Hennigsdorf und Kolkwitz, aber auch in Görlitz in Sachsen, in Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin wurden Ladengeschäfte und Wohnungen durchsucht. Allein in Brandenburg sind 30 Objekte betroffen. Die Durchsuchungen richten sich gegen 20 Beschuldigte, denen die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Das Verfahren läuft seit April 2018. Zentrum der Fahndungsmaßnahmen ist die südbrandenburgische Stadt Cottbus. In den vergangenen Jahren hatte die Redaktion rbb24 Recherche wiederholt über ein Netzwerk berichtet, das sich dort gebildet hat. Es besteht aus Rechtsextremisten, Kampfsportlern und Fußball-Hooligans und soll sich mit organisierten Kriminellen verbunden haben. Auch die Ausschreitungen in Chemnitz sind unter anderem auf Aktivitäten dieses Netzwerks zurückzuführen. Die Verbindungen der Gruppe sollen auch ins Ausland reichen. Konkret wird den Beschuldigten der Verstoß gegen insgesamt 50 Straftatbestände vorgeworfen. Es geht dabei um Bedrohung, Körperverletzung, illegalen Waffenbesitz, Steuerhinterziehung und ähnliche Delikte.

Agrarministerkonferenz
Nitrat-Problematik: Geflügelhalter wollen aus Mist Biostrom machen

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Verbandspräsident wirbt für Verbrennungsanlagen – „Das wäre eine saubere Lösung“ Osnabrück – Vor der am Donnerstag beginnenden Agrarministerkonferenz haben die deutschen Geflügelhalter mehr Flexibilität im Umgang mit Dünger gefordert. Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke wies im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ darauf hin, dass Geflügelmist statt auf dem Acker auch in Verbrennungsanlagen landen und hier in Strom umgewandelt werden könnte. „Das ist technisch möglich und wäre eine saubere Lösung für die Umwelt“, sagte Ripke unter Verweis auf entsprechende Anlagen in den Niederlanden oder Dänemark. „Aus einer potenziellen Belastung für unser Grundwasser kann ein Beitrag zu Bioenergie werden“, warb Ripke. Regelungen im Bundes-Immissionsschutzgesetz machten den Bau derartiger Verbrennungsanlagen allerdings wenig lukrativ. „Was in den Niederlanden erlaubt ist, muss auch in Deutschland möglich sein“, sagte Ripke. Er wies darauf hin, dass deutsche Unternehmen die Anlagen im Nachbarland bauten. Auch Geflügelhalter sind von der anstehenden weiteren Verschärfung der Düngeregeln betroffen, im Zweifelsfall darf weniger Hühnermist auf Äcker ausgebracht werden. Ripke sprach von einem „existenzbedrohenden Problem“ für die Tierhalter in Deutschland. Geflügelhalter müssten schon jetzt bis zu 20 Euro pro Tonne Hühnermist zahlen, damit Betriebe in Ackerbauregionen das umstrittene Gut aufnehmen. „Diese Kosten werden noch steigen“, warnte Ripke. „Es stellt sich die Frage, ob das Geld nicht besser in die Bio-Energie-Produktion investiert werden sollte.“ Die niedersächsische Landesregierung habe sich grundsätzlich offen gezeigt, ein Pilotprojekt in dem Bundesland zu unterstützen.

Israel
9. April 1948: „Beim Massaker von Deir Yassin starben 250 Palästinenser“

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Heute vor 71 Jahren überfielen zionistische Milizen das palästinensische Dorf Deir Yassin mit einer bis dahin beispiellosen Brutalität. Hierzu schreibt Journalist und Autor Arn Strohmeyer: Es war nach dem für die Araber sehr nachteiligen UNO-Teilungsbeschluss zu Unruhen unter der arabischen Bevölkerung gekommen. Die zionistischen Streitkräfte der Hagana sowie die Untergrundgruppen Irgun und Sterngruppe gingen daraufhin sehr schnell zu militärischen Gegenaktionen über. Für die jüdischen Gruppen galt der von der politischen und militärischen Führung am 10. März 1948 beschlossene Plan Dalet, der besagte, dass palästinensische Dörfer zu zerstören seien (durch Inbrandsetzen, Sprengen und Verminung der Trümmer) und die Bevölkerung zu vertreiben sei. Im April 1948 begannen die jüdischen Truppen, Jerusalem anzugreifen – zuerst den Stadtteil Shaykh Jarrah. Der Befehl lautete: „Das Viertel besetzen und alle Häuser zerstören!“ Dass dies nicht sofort in die Tat umgesetzt wurde, war dem Eingreifen der Briten zu verdanken. Die zionistischen Truppen nahmen nun aber die anderen Stadtteile Jerusalems unter Beschuss, die Stadt wurde regelrecht belagert, auch die Altstadt, in der 2000 Juden, aber auch viele Christen und Moslems lebten, die dorthin geflüchtet waren. In den von den zionistischen Verbänden angegriffenen Stadtteilen kam es zu schweren Übergriffen, auch zu Plünderungen. Viele Häuser wurden zerstört, andere direkt von Juden übernommen. In dieser Zeit (am 9. April 1948) verübte die Irgun unter ihrem Anführer Menachem Begin auch das Massaker von Deir Yassin (ein Dorf in der Nähe Jerusalems), bei dem nach Angaben des Roten Kreuzes etwa 250 Palästinenser ermordet wurden. Das Massaker verfolgte vor allem die Absicht, die Palästinenser in Panik zu versetzen und sie zur Flucht zu veranlassen. Erst am 19. Mai 1948 rückte die jordanische Armee [die Arabische Legion] in Jerusalem ein. Die zionistischen Streitkräfte zerstörten so gut wie alle 41 arabischen Dörfer in dem Teil des Distrikts von Jerusalem, den sie eroberten und vertrieben 60 000 Araber aus West-Jerusalem und seiner Umgebung. In ganz Palästina sind zwischen dem 30. März und dem 15. Mai 1948 etwa 200 palästinensische Ortschaften besetzt und ihre Einwohner vertrieben worden. Das ist ein klarer Beleg dafür, dass der israelische Mythos nicht der Wahrheit entspricht, dass die Araber „freiwillig“ geflüchtet sind. Das alles geschah, bevor ein einziger arabischer Soldat palästinensischen Boden betreten hat. Dass Israel Jerusalem aus „Gründen der Sicherheit und um nach dem Vertreibungsunrecht den Zugang zu Klagemauer zu sichern“, erobert hat, gehört auch ins Reich der Fabel. Denn einmal hatte Jerusalem natürlich aus der Bibel abgeleitete hohe symbolische Bedeutung für die Juden. Zum anderen hat Ben Gurion immer wieder betont, dass man mindestens 90 Prozent von Palästina in jüdischen Besitz bringen müsse, um einen lebensfähigen Staat zu errichten. Und dazu gehörte natürlich auch Jerusalem. Auch Kuhns Aussage, dass den „Israelis die folgenden Kriege aufgezwungen“ worden seien und dass sie deshalb Jerusalem unter ihre Kontrolle gebracht hätten, ist historisch längst widerlegt. Der erste Krieg, den der junge Staat Israel führte, war der gemeinsame Angriff mit Frankreich und Großbritannien 1956 auf Ägypten (der sogenannte „Suezkrieg). Nichts an diesem Überfall auf das Nachbarland war „aufgezwungen“. Auch der Krieg von 1967 (dem „Sechs-Tage-Krieg“, in dem Israel das Westjordanland, den Gazastreifen und die Golanhöhen eroberte) war nicht „aufgezwungen“, wie die Aussagen führender israelischer Militärs und Politiker bezeugen. So erklärte der spätere israelische Ministerpräsident Menachem Begin nach dem Krieg:
„Im Juni 1967 hatten wir die Wahl: Die Tatsache, dass das ägyptische Heer sich auf dem Sinai versammelt hatte, zeigte keineswegs, dass Nasser wirklich im Begriff war, uns anzugreifen. Wir müssen schon ehrlich zu uns selbst sein. Wir waren es, die entschieden haben, ihn anzugreifen.“
(The New York Times 21. August 1982) Der israelische General Matti Peled sagte:
„Die These, der zufolge im Juni 1967 der Genozid über unseren Häuptern schwebte und dass Israel um sein physisches Überleben kämpfte, war nichts als ein Bluff, der nach dem Krieg entstand und genährt wurde. Mit der Fälschung der Kriegsursachen und mit der Verschleierung der wahren Gründe versuchte die israelische Regierung, die Leute von dem Grundsatz der Teilannexion oder vollständigen Annexion von Gebieten zu überzeugen “
(Le Monde, 3. Juni 1972) Und der General und spätere israelische Regierungschef Itzhak Rabin erklärte:
„Ich glaube nicht, dass Nasser Krieg wollte. Seine Feldzüge, die er am 14. Mai auf dem Sinai unternahm, hätten nicht ausgereicht, um eine Offensive gegen Israel zu starten.“
(Le Monde, 29. Februar 1968) Dann behauptet Kuhn, dass es ein Segen für die Muslime sei, dass die Heiligen Stätten unter sicherer israelischer Kontrolle seien und sie dort ungestört beten könnten. Hat er noch nichts davon gehört, dass ständig Siedler und strenggläubige Juden auf dem Tempelberg provozieren, in die Al Aksa- Moschee eindringen und die dort betenden Muslime bedrängen? Im Juli gab es bei diesen Auseinandersetzungen sogar Tote und Verletzte. Im Jahr 2000 unternahm der damalige israelische Regierungschef Ariel Sharon eine provozierenden „Spaziergang“ auf den Tempelberg, der die zweite Intifada auslöste. Und schließlich: Strenggläubige jüdische Kreise kämpfen seit langem dafür, dass die Heiligen Stätten der Muslime abgerissen werden und an dieser Stelle der dritte jüdische Tempel gebaut wird. Kuhn geht dann des längeren auf die Position der Hamas ein, was völlig überflüssig ist, denn deren Position ist seit langem bekannt. Dass sie Trumps Vorgehen ablehnt, ist nun wirklich nicht überraschend, wobei Leute wie Kuhn nie darauf eingehen, (wohl aus Angst, dass sie das Objekt ihrer Dämonisierung verlieren könnten), dass die Hamas sich längst zur Zweistaaten-Lösung bekennt – also der Schaffung eines palästinensischen Staates aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Die einzige Bedingung, die sie daran knüpft, ist die Abhaltung eines Referendums, das heißt die Zustimmung der Palästinenser.

Viel aufschlussreicher ist, dass Kuhn mit keinem Wort auf die völkerrechtliche Situation der Stadt eingeht. Die Behauptung, dass der im UN-Teilungsbeschluss vorgesehene Sonderstatus für die Stadt durch den jordanischen Einmarsch zerstört worden sei, ist unsinnig. Denn die Israelis hatten ja schon vor dem Eingreifen der Jordanier weite Teile der Stadt erobert. Außerdem hatte die zionistische Führung unter Ben Gurion den Teilungsplan wegen der arabischen Ablehnung längst für nichtig erklärt, abgesehen von der Klausel, die die Legalität des jüdischen Staates in Palästina anerkannte. Angesichts der arabischen Ablehnung würden Israels „Grenzen durch Gewalt entschieden, nicht durch die Teilungsresolution“, erklärte Ben Gurion.

Die völkerrechtliche Lage der Stadt stellt sich so dar: Einer Besatzungsmacht ist die Annexion besetzten Territoriums – also bisher Ost-Jerusalem und die Golan-Höhen – nach Artikel 2.3 und 2.4 der UN-Charta verboten. Im Völkerrecht hat sich zudem die nach einem amerikanischen Außenminister benannte Stimson-Doktrin durchgesetzt, die den Erwerb fremden Territoriums durch militärische Eroberung für null und nichtig erklärt. So machte die UN-Resolution 298 vom 25. September 1971 mit aller Deutlichkeit klar, dass „alle legislativen und administrativen Aktivitäten Israels, um den Status von Jerusalem zu verändern, einschließlich von Land und Eigentum, der Übersiedlung der Bevölkerung und dem Erlass von Gesetzen zur Einverleibung besetzten Gebietes, vollkommen unwirksam sind und den Status nicht verändern können.“ In diesem Sinne hat sich jetzt auch der Völkerrechtler Professor Stefan Talmon von der Bonner Universität geäußert. Er sagte in einem Interview mit SPIEGEL-online:
„Präsident Trump verstößt zum einen gegen die UNO-Resolution zum Status von Ost-Jerusalem. Und er verstößt zum anderen gegen das Völkergewohnheitsrecht. Seit 1945 ist Konsens, dass ein Gebiet, das gewaltsam erobert wurde, nicht annektiert werden darf. Israel hat Ost-Jerusalem 1967 erobert und 1980 annektiert. Indem der US-Präsident diese Schritte anerkennt, kündigt er diesen Konsens auf.“
Auf das Argument, dass Trump ja durchaus zugestanden habe, dass der finale Status der Stadt und die Grenzen der israelischen Souveränität über Jerusalem in einem zukünftigen Abkommen geklärt werden sollten, antwortete der Völkerrechtler:
„Das ändert nichts daran, dass Präsident Trump Tatsachen anerkennt, die Israel völkerrechtswidrig geschaffen hat. Israel definiert seit 1980 ganz Jerusalem als seine Hauptstadt, das schließt Ost-Jerusalem mit ein. Im Jahr 2000 hat Israel jede Änderung dieses Zustandes an sehr hohe Zustimmungserfordernisse geknüpft, was die Rückgabe Ost-Jerusalems ohnehin unwahrscheinlich macht. Die USA übernehmen jetzt diese Position. Warum sollte Israels Regierung also bei zukünftigen Verhandlungen mit den Palästinensern ihre Haltung ändern, wenn sie die USA auf ihrer Seite haben?“
Und auf das Argument, dass Trump ja schließlich nur Fakten anerkenne, die seit langem beständen – eben, dass Israels Regierung und Parlament seit langem in Jerusalem säßen, antwortete Talmon:
„Das ist ein ganz schwaches Argument. Fakten schaffen kein Recht. Man stelle sich vor, die USA hätten 1960 die sowjetische und polnische Souveränität über die deutschen Ostgebiete anerkannt. So etwas müssen Verträge regeln, so wie das 1990 im Zwei-Plus-Vier-Vertrag auch passiert ist. Deutschland hat seine Gebietsansprüche erst dann endgültig aufgegeben und im Gegenzug dafür die Wiedervereinigung erlangt.“
Auf die Schlussfrage, ob Israel als souveräner Staat nicht das Recht habe, selbst über seine Hauptstadt zu bestimmen, sagt der Völkerrechtler:
„Ein Staat kann nur über das Gebiet entscheiden, das ihm völkerrechtlich zusteht. Und Ost-Jerusalem steht Israel völkerrechtlich nicht zu. Deutschland kann auch nicht Straßburg zu seiner Hauptstadt erklären.“
Da helfe auch die Berufung auf die Jahrtausende alte jüdische Geschichte Jerusalems nicht. Völkerrechtlich sei das irrelevant. Kleinasien hätte einmal den Griechen gehört. Und was würde Trump wohl sagen, wenn amerikanische Ureinwohner ihren Anspruch auf Washington geltend machen würden?      

Iran-Sanktionen
Saudi Arabien begrüßt US-Entscheidung zur iranischen Revolutionsgarde

Riad (nex) – Saudi-Arabien begrüßte am Dienstag die Entscheidung der USA, die Revolutionsgarde des Iran als Terrororganisation einzustufen. Am Montag bezeichnete die US-Regierung die Elite-Truppe der iranischen Regierung als ausländische Terrororganisation (foreign terrorist group). Es ist das erste Mal, dass die USA eine militärische Einheit eines anderen Staates als Terrororganisation einstufen. Als Reaktion darauf hat Teheran das U.S. Central Command (CENTCOM) offiziell als „terroristische Organisation“ auf die schwarze Liste gesetzt. Wie die offizielle Nachrichtenagentur SPA eine Quelle im Außenministerium zitiert, ist die USA mit ihrer Entscheidung, die wiederholten “Forderungen des Königreichs an die internationale Gemeinschaft, mit der Notwendigkeit, den vom Iran unterstützten Terrorismus zu bekämpfen”, im Einklang mit Saudi Arabien. Die Quelle bezeichnete den Schritt der USA als „praktischen und ernsthaften Schritt in den Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung“. „Die internationale Gemeinschaft muss eine entschlossene Haltung einnehmen, um die Rolle der iranischen Revolutionsgarde bei der Untergrabung des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit anzugehen“, so die Quelle. Die Iranische Revolutionsgarde oder Sepah ist eine von Ruhollah Khomeini am 5. Mai 1979 zum „Schutz des Regimes“ aufgestellte paramilitärische Organisation.

Zum Thema

– Iran-Sanktionen – Iran will US-Militär als Terrororganisation einstufen

Der Iran erwägt, das US-Militär auf eine Terrorliste zu setzen, falls Washington, wie am Freitag angekündigt, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation einstufen wird.

Iran will US-Militär als Terrororganisation einstufen

Umweltpolitik
Die Linke: „Schnellerer Kohleausstieg ist machbar“

Der Erste Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie Klaus Ernst (Die Linke) fordert von der Bundesregierung einen wesentlich früheren Kohleausstieg. „Wir könnten die Kohlekraftwerke viel schneller abschalten, als es gegenwärtig vorgesehen ist. 2038 ist deutlich zu spät“, sagte Ernst im phoenix-Interview am Rande der Internationalen Energiewende-Konferenz in Berlin. Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel eines Kohleausstiegs bis zum Jahr 2030, das die Linkspartei fordere, sei technisch machbar. „Wenn wir das hinkriegen, würden wir unsere CO2-Bilanz deutlich verbessen können. Die Braunkohle ist eine Dreckschleuder, das wissen wir“ erklärte der ehemalige Linken-Vorsitzende. Zudem unterstützte Ernst die „Fridays for Future“-Bewegung: „Die Ziele der jungen Menschen, die sich dankenswerter Weise engagieren, sind vollkommen richtig und berechtigt. Die können wir teilen.“ Den Prognosen der IG Metall, es könne durch eine schnellere Energiewende zu einer negativen Arbeitsmarkt-Bilanz kommen, widersprach Ernst. „Ich gehe davon aus, dass mit neuer Umwelttechnologie eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze entsteht. Diese müssten jedoch vernünftig bezahlt und unter tarifvertraglichen Bedingungen stattfinden.“ Kritik übte Ernst an den Unternehmen selbst, die bisher auch von der Energiewende profitiert hätten: „Dass Unternehmen Entschädigungen bekommen sollen für Kraftwerke, die längst abgeschrieben sind, erschließt sich mir überhaupt nicht.“

Folterlager in Libyen.
Libyen: „Jungen werden gezwungen, ihre Schwestern zu vergewaltigen“

Tripolis – In Libyen werden immer mehr Migranten gefoltert und vergewaltigt – aus Geldgier, Sadismus und Machtstreben. Eine neue Studie belegt das Ausmaß. Die Details der Foltermethoden sind kaum zu ertragen. Die Intensität und Kreativität der sexuellen Gewalt seien auffällig. „Männer und Frauen werden gezwungen, andere zu vergewaltigen, Penisse werden abgeschnitten, Frauen werden so lange misshandelt und vergewaltigt, bis sie verbluten und sterben. Jungen müssen ihre Schwestern vergewaltigen. Wenn mir das vorher jemand erzählt hätte, hätte ich das nie geglaubt. Das glaubt man erst, wen man es mit eigenen Augen gesehen hat“. so Studienautorin Sarah Chynoweth in einem Gespräch mit der Deutschen Welle. (DW) „Männer in Uniformen waren gewalttätig und mit Pistolen, Eisenstangen und Stöcken bewaffnet. Sie wollten Erpressungsgeld. Sie verprügelten jeden Teil meines Körpers und zwangen mich dazu, an sexueller Gewalt gegen die anderen Frauen mitzuwirken. Ich habe Narben an meinem Kopf und an meinem rechten Arm. Wegen der Schläge, unter denen ich litt, verlor ich mein ungeborenes Kind. Meine Schwester starb aufgrund der Misshandlungen. Ich verlor eine Menge Blut, ohne jegliche Hilfe bekommen zu haben“, so eine 28-jährige Nigerianerin in einem Gespräch mit der Hilfsorganisation Oxfam. Folter in „EU-finanzierten Lagern“ Der Befund der Studie sei zwar nicht neu, doch das Ausmaß und die Details seien es – und sie seien erschreckend, berichtet die Deutsche Welle unter Bezugnahme auf die Studie der internationalen Nichtregierungsorganisation Women’s Refugee Commission für Flüchtlinge in Libyen. „Diese schwersten Menschenrechtsverletzungen finden durch Partner der Europäischen Union statt. Das ist das, was jetzt noch einmal verschärft formuliert wird“, so Karl Kopp von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl gegenüber DW. Die libysche Küstenwache fange die Flüchtlinge ab und bringt sie in die Folterlager zurück. Da der Gewinn der Schlepper gesunken ist, setzen sie Folter ein, um neue Gewinne zu generieren, berichtet DW weiter. „Wir haben Ähnliches auf dem Sinai erlebt, wo Familien von Frauen aus Eritrea erpresst wurden.“ In Libyen seien es aber „unsere Lager, europäisch finanzierte Lager der anerkannten Regierungen, wo schlimmste Menschenrechtsverletzungen geschehen“, so Kopp. Dies sei Teil der Abmachungen mit dem Bürgerkriegsstaat Libyen und geschehe im Namen Europa. 250 Hilfsorganisationen schreiben offenen Brief an Merkel Aufgrund der katastrophalen Lage in Libyen und unzähliger im Mittelmeer ertrunkener Flüchtlinge, haben in der vergangenen Woche über 250 Organisationen mit einem offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Handeln aufgefordert. PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International, Sea-Watch, SOS Mediterranee, Seebrücke, Diakonie, Caritas, der Paritätische, Brot für die Welt, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die vielen weiteren unterzeichnenden Organisationen kritisieren: „Wir sind erschüttert angesichts der gegenwärtigen europäischen Politik, die immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt – und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar.“ Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel https://youtu.be/7_u5ZJD-Oxk

Wohnungspolitik
CDU-Wirtschaftsrat: Habecks Enteignungsfantasien schaffen keine einzige Wohnung

Osnabrück – Der CDU-Wirtschaftsrat hat die Aussagen des Grünen-Chefs Robert Habeck zu potenziellen Enteignungen von Berliner Wohnungsgesellschaften als Griff in die „Mottenkiste des Sozialismus“ kritisiert. „Eines zeigen Habecks Fantasien sehr deutlich: Die Grünen sind und bleiben eine Melonenpartei – außen grün und innen rot. Die Wähler sollten sich vom bürgerlichen Anstrich nicht täuschen lassen“, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Statt immer neuer Einschränkungen für Vermieter und Investoren fordert der Wirtschaftsrat mehr Anreize für den Wohnungsneubau. „Wer bauen will, braucht Bauland, niedrigere Baunebenkosten und effizient arbeitende Verwaltungen“, sagte Steiger. Maßnahmen wie Enteignungen oder eine Mietpreisbremse schafften dagegen keine einzige Wohnung, sondern schadeten nur dem Investitionsklima erheblich. 38 unabhängige Hochschulprofessoren im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hätten dies empirisch belegt. „Offenbar hat sich das noch nicht bis zu Herrn Habeck herumgesprochen“, meinte Steiger, der 12 000 Unternehmen vertritt.

Wirtschaft
Türkische Autoindustrie will Zusammenarbeit mit Deutschland stärken

Hannover – Schon heute zählen Hersteller und Zulieferer in der Türkei mit einem für 2019 geplanten Exportvolumen von über 5 Mrd. Dollar zu den wichtigsten ausländischen Partnern der deutschen Automobilindustrie. Zwei Round-Table-Gesprächsveranstaltungen in Deutschland zeigten: Deutsche Unternehmen schätzen die Zuverlässigkeit und Innovationsstärke ihrer türkischen Partner und wollen die Zusammenarbeit im Automobilsektor weiter ausbauen. Mit den Perspektiven der deutsch-türkischen Zusammenarbeit im Automobilsektor befassten sich zwei Round-Table-Gesprächsveranstaltungen, die die deutsche Auslandshandelskammer AHK gemeinsam mit den türkischen Automobilherstellerverbänden TAYSAD* sowie OIB** am 3. und 4. April im Rahmen der Hannover Messe sowie in Stuttgart veranstaltet hat. Neben den Repräsentanten des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA) nutzten auch Vertreter deutscher Automobilhersteller und Zulieferer sowie Pressevertreter die Gelegenheit, sich über die Potenziale der deutsch-türkischen Kooperation zu informieren. Wer noch keine Geschäftsbeziehungen mit türkischen Unternehmen pflegte, konnte sich aus erster Hand von Branchenvertretern über ihre Erfahrungen berichten lassen. Hohe Motivation, niedrige Kosten So lobte ein Manager der Schaeffler Gruppe, der für einen großen deutschen Zulieferer das Geschäft in Mittel- und Osteuropa sowie im Nahen Osten verantwortet, die gute Zusammenarbeit mit türkischen Partnerunternehmen: „Wir sind äußerst zufrieden mit dem wirtschaftsfreundlichen Umfeld in der Türkei und schätzen die Innovationspotentiale, Zuverlässigkeit, hohe Motivation der Mitarbeiter und die niedrigen Produktionskosten des Landes.“ Überdies sorge die geographische Lage in Verbindung mit der Mitgliedschaft der Türkei zur europäischen Zollunion dafür, dass das Land einen Dreh- und Angelpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika darstelle. Insgesamt zeigte sich in den Gesprächen derselbe Trend, den schon eine kürzlich erfolgte Umfrage des türkischen Branchenverbands TAYSAD unter Managern von deutschen Auto- und Zulieferunternehmen offenbarte: Wer noch nicht in der Türkei aktiv ist, bewertet die Qualitäten türkischer Unternehmen skeptischer als diejenigen, die bereits Praxiserfahrungen sammeln konnten. So hielten von den Unternehmen ohne Türkei-Kenntnisse nur 43 Prozent die türkischen Zulieferer für zuverlässig, während von den tatsächlich bestehenden Kunden knapp 80 Prozent die Verlässlichkeit ihrer türkischen Partner positiv hervorhoben. Automobilsektor als Innovations- und Wachstumsmotor In den vergangenen Jahren hat sich der Export von Autos und Zulieferteilen für die Türkei zu einem wichtigen Wachstumsmotor entwickelt. Allein im Jahr 2017 lieferten türkische Betriebe mehr als eine Million Kraftfahrzeuge in die EU, ein großer Teil davon wurde nach Deutschland exportiert. „Die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen haben im Automobilsektor eine lange Tradition, und wir wollen die erfolgreiche Zusammenarbeit weiter vertiefen“, betont Baran Celik, Präsident des türkischen Automobil-Exportverbands OIB. Für die türkische Automobilindustrie sei Deutschland der größte Absatzmarkt, so Celik weiter: „15 Prozent der Exporte gehen nach Deutschland, wobei die Hälfte auf die Zulieferindustrie entfällt.“ In diesem Jahr sollen Autos und Zulieferteile im Wert von 5 Mrd. Euro nach Deutschland ausgeführt werden. Mehr als 250.000 Arbeitnehmer sind in der türkischen Auto- und Zulieferindustrie beschäftigt. Die Branche beschäftigt nicht nur gut ausgebildete Facharbeiter, sondern auch einen hohen Anteil an Ingenieuren und Akademikern – knapp ein Fünftel der Beschäftigten verfügt über einen Bachelorabschluss oder eine noch höhere Qualifikation. Ein großer Teil der hochqualifizierten Fachleute arbeitet in den Bereichen Design und Produktentwicklung. Entsprechend groß ist das Wachstum im Bereich Forschung und Entwicklung: In den vergangenen Jahren hat die Zahl der automobilen Entwicklungszentren rasant zugenommen und liegt aktuell bei 157 Standorten. „Dieses Treffen war wichtig, um deutschen und türkischen Unternehmen eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und das noch bessere gegenseitige Kennenlernen zu bieten“, sagt TAYSAD-Präsident Alper Kanca. Ziel sei es, auf Basis der schon bestehenden erfolgreichen Kooperation im Automobilsektor die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder nachhaltig zu vertiefen und auszubauen.

Zum Thema

Türkei mittlerweile fünftgrößter Automobilhersteller Europas

Türkei mittlerweile fünftgrößter Automobilhersteller Europas

Menschenrechtsverletzungen in China
China: „Islamische Traditionen werden in Xinjiang bald aussterben“

Von Xiang Yi Die Verfolgung von Uiguren, ethnischen Kasachen und anderen Muslimen durch die Behörden in Xinjiang erstreckt sich auf alle Aspekte ihres Lebens und führt dazu, dass islamische Traditionen wohl bald aussterben werden. Mehrere Han-Chinesen, die in Xinjiang leben und arbeiten, haben dem Onlinemagazin Bitter Winter beschrieben, wie sie die Situation in Xinjiang erleben. Jahrhundertealten Traditionen wird der Kampf angesagt Ein Ladenbesitzer in der Stadt Korla in Xinjiang berichtete Bitter Winter, dass er kürzlich ein paar Hui-Freunde zum gemeinsamen Essen eingeladen und besondere Vorkehrungen getroffen hat, um Halal-Essen zu servieren. Er sagte: „Ihr esst kein Schweinefleisch. Alles das hier ist halal“. Da unterbrach ihn einer seiner Hui-Freunde mit ängstlichem Blick: „Sowas darfst du in Zukunft nicht mehr sagen. Wir können jetzt alles essen. Du hast doch gesehen, dass wir sofort, als wir bei dir angekommen sind, unsere Mobiltelefone in einen anderen Raum gelegt haben. Sie sind alle von der Polizei verwanzt worden. Werden diese Bemerkungen kontrolliert, werden wir in den Zwangsunterricht gesteckt.“ Die Besitzerin eines Bekleidungsgeschäfts erzählte, dass ein uigurisches Mädchen in ihr Geschäft gekommen war, um Kleidung zu kaufen. Ein bestimmter Rock gefiel ihr vom Stil her besonders gut. Doch ihre Mutter machte sie jedoch auf das islamische Muster am Rocksaum aufmerksam und sagte mit fester Stimme, dass sie den Rock leider nicht kaufen könnten. Sie sagte auch, dass die Regierung festgelegt habe, dass keine Kleidung mit islamischem Muster getragen werden dürfe. Auch Wohnungsdekorationen mit solchen Mustern müssten entfernt werden. Im Februar 2015 erließen die Behörden von Xinjiang die Vorschriften über das Verbot des Tragens von Gesichtsschleiern und Burkas an öffentlichen Orten in Urumqi. Die Vorschriften verbieten nicht nur das Tragen von Burkas, sondern auch das Tragen von Gewändern oder Kleidungsstücken auf denen islamische Symbole oder Muster zu sehen sind. Uigurische Frauen dürfen nicht mehr ihr Gesicht bedecken und Männer keine langen Bärte mehr tragen. Darüber hinaus dürfen Hui-Muslime auch keine weißen Scheitelkäppchen mehr tragen. Die Ladenbesitzerin teilte ferner mit, dass jedem Muslim, der noch seinen langen Bart hat und der von Gemeindebeamten entdeckt wird, der Bart sofort gewaltsam abrasiert wird. Zudem muss die Person auch eine Erklärung verfassen, in der sie erklärt: „Ich habe mir meinen Bart freiwillig abrasiert“. Uiguren sind es normalerweise gewohnt, eine Decke auf den Boden zu legen und sich darauf zu setzen, aber die KPCh verlangt jetzt, dass Uiguren Sofas und Couchtische kaufen und auf dem Sofa sitzen. Ein Schuldirektor sagte hilflos: „Ich muss die Vorreiterrolle beim Kauf eines Sofas übernehmen. Die Regierung verlangte von mir, dass ich es binnen vier Wochen kaufe. Danach kommen sie und sehen bei mir zuhause nach.“ Eine Bewohnerin der Han erzählte Bitter Winter, dass sie ein neunjähriges uigurisches Mädchen gefragt habe: „Lernst du in der Schule Uigurisch?“, worauf das junge Mädchen geantwortet hatte: „Wir lernen kein Uigurisch. Und mein Lehrer sagt, dass man noch nicht mal ein einziges Uigurisch-Lehrbuch zu Hause haben darf. Ich habe all diese Bücher weggeworfen und jetzt kann ich kein Uigurisch mehr sprechen. Wenn wir mit meinem jüngeren Bruder sprechen müssen wir uns mit Gesten verständlich machen, dürfen aber niemals auf Uigurisch reden. Ich habe auch Angst davor, meine Großmutter zu besuchen, denn sie spricht kein Mandarin. Wenn ich sie einmal sehen werde, kann ich mich nicht mit ihr verständigen.“ Im Jahr 2019 befahl die KPCh den Uiguren, das Frühlingsfest zu feiern, obwohl die Uiguren in der Vergangenheit noch nie derartige Feste der Han-Ethnie gefeiert haben. Kurz vor dem Frühlingsfest rekrutierten die Stadtverwaltungen von Hotan Hans, um von Tür zu Tür zu gehen und in den Häusern der Uiguren gewaltsam Spruchbänder und die, für dieses Han-Fest typischen Laternen, aufzuhängen. Die Behörden bezahlten für jedes, in einem Haus eines Uiguren aufgehängte, Spruchband 20 RMB (ca. 2,5 Euro), und behaupteten, dass der Zweck dieser Maßnahme darin bestünde, das Denken der Uiguren zu verändern, damit sie von den Hans lernen und sich mit ihnen zusammentun konnten, um das Land stärker und wohlhabender zu machen. Personalausweise werden überall überprüft Ein Lehrer in Xinjiang berichtete mir, dass die Bürger jetzt ständig ihren Personalausweis dabeihaben müssen – ob in der Schule, in ihrem Wohnviertel, im Krankenhaus, Bank, Restaurant oder im Laden – sie müssen sich immer und überall ausweisen können. Ohne Personalausweis können sie nicht einmal im Restaurant essen. Wenn sie ein Einkaufszentrum betreten, müssen sie sich einer vollständigen Leibesvisitation unterziehen. Das Gleiche gilt, sobald sie in ein Flugzeug steigen. Sollte es auch nur den kleinsten Unterschied zwischen dem Passbild und ihrem tatsächlichen Aussehen geben, wird die Person aufgefordert, an einen anderen Ort zu gehen, um dort weiter untersucht zu werden. Als einige Menschen einmal in ein Einkaufszentrum gehen wollten, aber ihre Ausweise nicht dabei hatten, wurden sie am Betreten des Einkaufszentrums gehindert. Als sie sich daraufhin beschwerten, verständigte das Kontrollpersonal sofort die Polizeistation und forderte Polizisten an. Der Lehrer fügte noch hinzu: „Ich habe mir mit Hilfe des Schuldirektors und unter großem Aufwand ein Gemüsemesser kaufen können, das musste ich dann ins Gemeindeamt bringen, um dort meine Personalausweisnummer auf dem Messer eingravieren zu lassen. Außerdem haben sie es im Computer registriert. So ein Gemüsemesser darf nur in der Küche verwendet werden und muss ständig mit einer Stahlkette gesichert sein.“ Er erklärte ferner, dass dieser Schritt der Behörden verhindern soll, dass Menschen Küchenmesser als Waffen benutzen. Spionage wird zur Pflicht
Die Polizei führt Kontrollen auf der Straße durch
Die Polizei führt Kontrollen auf der Straße durch (Quelle: Internet)
Ein Gefängnisdirektor, der anonym bleiben wollte, enthüllte, dass Uiguren selbst für eine Prügelei auf der Straße oder das Missachten einer roten Verkehrsampel in Umerziehung-durch-Bildung Lager eingesperrt werden. Diejenigen, die dort inhaftiert sind, müssen dann zwei bis vier Personen benennen, die Straftaten begangen haben, wie z.B. das nicht genehmigte Mitführen von reglementierten Messern oder anderen Schneidewerkzeugen außerhalb des Hauses. „Wenn man diese Angaben macht, wird man nicht gefoltert. Weigert man sich jedoch, dann bedeutet das die Folter. Dadurch hat man Menschen dazu gebracht, sich gegenseitig zu bespitzeln. Sogar Leute, die vor mehr als zehn Jahren in eine Prügelei verwickelt waren, wurden gemeldet und verhaftet.“
Die Polizei kontrolliert Personalausweise
Die Polizei kontrolliert Personalausweise (Quelle: Internet)
Auf die Frage, wie lange diese Uiguren noch festgehalten werden, sagte er: „Die Regierung hat nicht vor, sie überhaupt wieder freizulassen. Die Regierung hat nie erklärt, welche Verbrechen diese Uiguren begangen haben. Die KPCh will die Uiguren einfach nur sinisieren. Wenn Uiguren jetzt die Straße entlanggehen, senken sie sofort ihren Kopf, sobald sie Han vorbeikommen sehen. Wenn sie versehentlich einen Han anrempeln, haben sie solche Angst, dass sie sich hastig entschuldigen. Wenn sie eine Kreuzung überqueren, befürchten sie, jemand könne sie beobachten und anschwärzen, sie hätten eine rote Ampel missachtet.“
Erschienen auf Bitter Winter.

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– Menschenrechtsverletzungen in China – Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China

Anwars Äußerungen gehören zu den bisher schärfsten eines führenden Politikers in der islamischen Welt, der die Misshandlungen der muslimischen Minderheiten in China verurteilt.

Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China